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Mellifikation

Noir24admin Bestattung 22. Juni 2026
Mellifizierte Mumie (künstlerische Darstellung)

Mellifikation (lat. mel „Honig“) bezeichnet einen Prozess, bei dem eine menschliche Leiche in Honig mazeriert wird.

Mellifikation in der Begräbniskultur

Honig wurde in der Begräbniskultur verschiedener Kulturen verwendet: So konservieren beispielsweise burmesische Priester berühmte Äbte in mit Honig gefüllten Särgen.[1] Auch Alexander der Große soll nach seinem Tod in Honig konserviert worden sein.

Die konservierende Wirkung von Honig erklärt sich anhand seines geringen Wassergehalts, der durch Osmose austrocknend wirkt, seines relativ niedrigen pH-Werts sowie aus verschiedenen antibiotisch wirkenden Substanzen, die in ihm enthalten sind.[2][3]

Mellifikation in der chinesischen Medizin

Der durch Honig konservierte Körper findet sich als Arzneimittel in der Materia medica der traditionellen chinesischen Medizin. Eine tatsächliche Anwendung ist jedoch nicht nachgewiesen.

Ursprünge des Verfahrens

Erwähnt wird die mellifizierte Leiche als Heilmittel unter anderem im Ben cao gang mu (本草綱目, Buch heilender Kräuter) des chinesischen Apothekers Li Shizhen (李时珍) aus dem 16. Jahrhundert. Li beschreibt darin, wie sich ältere Männer in Arabien gegen Ende ihres Lebens der Mellifikation unterziehen, um so anderen als Heilmittel zu dienen. Der Prozess wird im letzten Kapitel (52, „der Mensch als Medizin“) beschrieben.[4] Li schreibt allerdings auch, dass er nicht sicher sei, ob die Mellifikation tatsächlich praktiziert werde.[5]

Prozess der Mellifikation

Li beschreibt in seinem Werk, dass der Mellifikationsprozess idealerweise bereits zu Lebzeiten beginnen sollte: Ein Mellifikationskandidat sollte regelmäßig in Honig baden und sich nur noch von Honig ernähren, bis seine Ausscheidungen (Urin, Stuhl und Schweiß) nur noch aus Honig bestünden. Nachdem er an dieser Diät gestorben war, wurde sein Körper in einen steinernen Sarkophag gelegt, der mit Honig gefüllt wurde. Nach ungefähr einem Jahrhundert soll der Körper sich in eine Substanz verwandelt haben, die zur Behandlung von Knochenbrüchen geeignet gewesen sein soll. Eine mellifizierte Mumie soll aufgrund ihrer aufwändigen Herstellung und ihrer Seltenheit einen sehr hohen Preis erzielt haben.[5]

Mumien als Arzneimittel

Die Existenz der Mellifikation zu Arzneizwecken ist nicht nachgewiesen. Allerdings wurden Mumien in der Medizin unter der Bezeichnung Mumia (oder Mumia vera ægyptica) bis ins frühe 20. Jahrhundert als Heilmittel für eine große Zahl von Krankheiten eingesetzt.[6][7][8][9] Manche Autoren vermuten einen Zusammenhang zwischen dem europäischen, arabischen und chinesischen Gebrauch von mumifizierten Leichen zu medizinischen Zwecken.[4]

Siehe auch

  • Mumifizierung
  • Leichenkonservierung

Einzelnachweise

  1. ↑ Phongyi Pyan, the Cremation of a Monk - Myanmar Culture. In: myanmars.net. Abgerufen am 31. Dezember 2014. 
  2. ↑ Wahdan H: Causes of the antimicrobial activity of honey. In: Infection. 26. Jahrgang, Nr. 1, 1998, S. 26–31, doi:10.1007/BF02768748, PMID 9505176 (englisch). 
  3. ↑ Honey as an Antimicrobial Agent. Waikato Honey Research Unit, 16. November 2006, archiviert vom Original am 11. Juni 2008; abgerufen am 2. Juni 2007 (englisch).  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/bio.waikato.ac.nz 
  4. ↑ a b Bernard Emms Read: Chinese materia medica: Animal drugs. Peking natural history bulletin, 1932 (englisch, google.com [abgerufen am 9. Oktober 2010]). 
  5. ↑ a b Mary Roach: Stiff: The Curious Lives of Human Cadavers. W. W. Norton & Co, 2003, ISBN 978-0-393-05093-6 (englisch, eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche). 
  6. ↑ Nicolas Le Fèvre: A Compleat Body of Chymistry, tr. Traicté de la chymie. Readex Microprint, 1664 (englisch). 
  7. ↑ Pierre Pomet: A Compleat History of Druggs. London, 1737 (englisch). 
  8. ↑ A.C. Wootton: Chronicles of Pharmacy. Macmillan, 1910 (englisch). 
  9. ↑ C.J.S. Thompson: The Mystery and Art of the apothecary. J. B. Lippincott Company, 1929 (englisch). 



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Dieser Eintrag basiert auf dem Artikel Mellifikation aus der freien Enzyklopädie Wikipedia. Der Text steht unter der Lizenz Creative Commons Attribution-ShareAlike 4.0 International und ist frei verfügbar.

Mingqi

Noir24admin Bestattung 22. Juni 2026

Mingqi (chinesisch 明器 oder 冥器, auch 盟器, Pinyin míngqì, W.-G. ming-ch'i, englisch burial objects / funerary objects / mortuary objects)[1] sind chinesische Grabbeigaben, Begräbnisbeigaben bzw. Totengaben, die speziell für Begräbniszwecke angefertigt werden. Die Artefakte wurden gewöhnlich aus Ton, Holz oder Stein angefertigt. Seit dem Neolithikum sind sie in allen Gräbern zusammen mit den Toten anzutreffen.[2] Seit der Zeit der Song-Dynastie verbreiteten sich allmählich Grabbeigaben aus Papier, und solche aus Ton, Holz oder Stein wurden allmählich weniger. In der Zeit der Ming-Dynastie wurden auch Blei und Zinn als Material verwendet. Unter den Grabbeigaben gibt es neben Nachbildungen von Gebrauchsgegenständen auch Modelle von Gebäuden, Feldern, Speichern, Brunnen, Herden, Schweineställen, Möbeln usw., aus denen auf das soziale Leben und der Stand der Bildnereikunst der Zeit erschlossen werden kann.[3] Künstlerisch besonders wertvolle Objekte sind die lebensechten Tonfiguren und -objekte aus der Han-Dynastie oder die der Dreifarben-Keramik (Sancai) aus der Tang-Dynastie.


Nachschlagewerke

  • Cihai. Shanghai: Shanghai cishu chubanshe 2002; ISBN 7-5326-0839-5
  • Zhongguo da baike quanshu: Kaoguxue [Große chinesische Enzyklopädie: Band Archäologie]. Beijing: Zhongguo da baike quanshu chubanshe, 1986 (Online)

Literatur

  • Cheng Te-k'un and Shen Wei-chun: Zhongguo mingqi. A Brief History of Chinese Mortuary Objects. Yenching Journal, Monograph Series I. Beijing, 1933 (chinesisch) (web)

Siehe auch

  • Terrakotta-Armee

Weblinks

  • The Vibrant Role of Mingqi in Early Chinese Burials - Englisch
  • Burial Objects in the Han Dynasty - House and Its Facilities - Englisch
  • Ancient Life Captured by Funerary Objects of Han Dynasty - Englisch
  • Han Funeral Object - Eastern Han 25-220 AD - Englisch
  • Mortuary Architecture and "Brilliant Artifacts" - Englisch

Chinesische Weblinks

  • Mingqi - Chinesisch
  • Mingqi - Chinesisch
  • Research on the Paper Burial Objects from the Ancient Tombs in Turpan

Fußnoten

  1. ↑ Weitere chinesische Bezeichnungen sind suízàngpǐn 随葬品 oder suízàngwù 随葬物.
  2. ↑ Z.B. die Töpferarbeiten der Stätten Dadunzi (Pizhou, Provinz Jiangsu) oder Dadiwan (Qin’an, Provinz Gansu).
  3. ↑ cangdian.com (Memento vom 16. Januar 2010 im Internet Archive): Songdai de mingqi- ciwu (gefunden am 12. September 2009)



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Dieser Eintrag basiert auf dem Artikel Mingqi aus der freien Enzyklopädie Wikipedia. Der Text steht unter der Lizenz Creative Commons Attribution-ShareAlike 4.0 International und ist frei verfügbar.

Ehrengrab

Noir24admin Bestattung 22. Juni 2026
Ehrenfriedhof ist eine Weiterleitung auf diesen Artikel. Spezielle Ehrengräber für Soldaten werden im Artikel Soldatenfriedhof behandelt. Weitere Bedeutungen von „Ehrenfriedhof“ finden sich unter Ehrenfriedhof (Begriffsklärung).
Ehrengräbergruppe auf dem Wiener Zentralfriedhof

Ein Ehrengrab ist Ausdruck der Ehrung Verstorbener durch Städte oder Gemeinden für Bürger, die sich zu Lebzeiten besondere Verdienste erworben haben. Die Vergabe und Erhaltung derartiger Gräber erfolgt durch die öffentliche Hand. Je nach Vergabepraxis kann ein Ehrengrab den Charakter einer öffentlichen Auszeichnung für eine bedeutende Einzelperson oder einer Gedächtnisstätte für einen bestimmten Personenkreis haben. Wenn keine Nachkommen oder Institutionen vorhanden sind, die sich um die Gräber dieser Persönlichkeiten kümmern, übernehmen die Gemeinden oder Städte die Verantwortung für die Gräber und finanzieren die Grabpflege. So wird die Erinnerung an die geehrten Personen wachgehalten. Es werden zum anderen (im Sinne der Denkmalpflege) vielfach Zeugnisse der Kulturgeschichte bewahrt. Beispielsweise können auf geschlossenen Friedhöfen aufwendige Umbettungen der Gräber der Geehrten und der Erhalt bewahrenswerter Grabstätten durch das Statut eines Ehrengrabs mit öffentlichen Mitteln finanziert werden.

Verbreitung

Ehrengräber bestehen weltweit. Für die Vergabe des Status, Finanzierung und Pflege der Anlagen sind unterschiedliche Regelungen nach Tradition und Gesetz des Staates oder der Kommune gegeben. Es werden mitunter Soldatenfriedhöfe oder die Begräbnisstätten von Opfern der politischen Verfolgung durch frühere Regime als Ehrengräber behandelt.

In den deutschsprachigen Ländern wird die Vergabe, Finanzierung und Pflege von Ehrengräbern in ihren Grundzügen untereinander ähnlich gehandhabt. Im Folgenden wird am Beispiel Berlins die entsprechende Verordnung stellvertretend für zahlreiche weitere Gemeinden und Städte dargestellt. In Deutschland unterhält das Land Berlin die größte Anzahl derartiger Stätten. Die anschließende Auflistung weiterer Städte erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit und soll lediglich Größenordnungen verdeutlichen.

Auf Bundesebene gibt es mit Stand August 2025 32 Ehrengräber für im Dienst verstorbene Bundeswehrangehörige.[1]

Beispiele

Deutschland

Berlin

Siehe auch: Liste der Ehrengräber des Landes Berlin
Ehrengrabmarkierung in Berlin

Von den rund 200 Berliner Friedhöfen bestehen in 80 Friedhöfen über 740 Ehrengrabstätten mit über 800 Ehrengräbern. Teilweise sind in Familiengräbern mehrere geehrte Personen bestattet. Die aktuelle Berliner öffentliche Ehrengrabpflege geht auf einen Beschluss des Senates aus dem Jahr 1952 zurück und wurde durch eine Allgemeine Anweisung für die Anerkennung, Überlassung und Pflege … geregelt, die zu Beginn 60 Grabstätten zugutekam. Die weitere Grundlage bildet § 12, Abs. 6 des Gesetzes über die landeseigenen und nichtlandeseigenen Friedhöfe Berlins (Friedhofgesetz) vom 1. November 1995. Danach stellt das Land Berlin unentgeltlich Ehrengräber zur Verfügung, deren Kosten von den zuständigen Bezirksämtern getragen werden:

„1. Für Verstorbene, denen die Bundesregierung oder die Regierung eines Landes ein Staatsbegräbnis gewährt hat oder denen das Ehrenbürgerrecht verliehen worden ist, sowie für ihre Ehegatten über den Ablauf der Ruhezeit hinaus.
2. Für Verstorbene, denen die Ehrenbezeichnung ‚Stadtältester‘ verliehen worden ist sowie deren Ehegatten für die doppelte Dauer der Ruhezeit.
3. Für Verstorbene, die Empfänger von Ehrenruhegeld waren oder sich um Berlin besonders verdient gemacht oder über Berlin hinaus hervorragende Leistungen vollbracht haben oder deren Andenken in der Öffentlichkeit fortlebt, sowie für deren Ehegatten.“

– Ehrungsverzeichnis des Luisenstädtschen Bildungsvereins[2]

Vorschläge zur Anerkennung oder Aberkennung von Ehrengräbern kann jeder Bürger bei der zuständigen Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt einreichen. Die Ernennung erfolgt – frühestens fünf Jahre nach dem Tod der vorgeschlagenen Person – durch Senatsbeschluss für die geltende Mindestruhezeit von 20 Jahren. Die – auch mehrfache – Verlängerung des Ehrengrabstatus um weitere 20 Jahre ist möglich, „soll jedoch die Ausnahme bleiben“.[3] Eine solche Verlängerung erfolgt nicht zwangsläufig im Jahr des Verfalls des Status eines Ehrengrabs. So war beispielsweise die Frist für das Ehrengrab des Komponisten Felix Mendelssohn Bartholdy eigentlich bereits 2008 abgelaufen, wurde aber erst 2010 formell um die übliche Frist von 20 Jahren verlängert.[3]

Die anerkannten Grabstätten werden mit rötlichen Steinen gekennzeichnet, die die zweizeilige Aufschrift Ehrengrab, Land Berlin über dem Wappen der Stadt tragen. Berliner Ehrengräber haben beispielsweise Karl Bonhoeffer, Bertolt Brecht, Hanns Eisler, Theodor Fontane, Curt Goetz, die Brüder Grimm, Georg Ludwig Hartig, Heinrich von Kleist, Annedore Leber, Otto Lilienthal, Marg Moll, Otto Nicolai, Georg Schumann, Friedrich von Raumer, Ernst Reuter, Joachim Ringelnatz, Agnes Windeck, Heinrich Zille und Arnold Zweig.

Im Jahr 2003 entschied der Senat, die aus den USA überführte Urne des in Berlin geborenen Philosophen Herbert Marcuse in einem Ehrengrab beizusetzen. Der 2004 verstorbene Starfotograf Helmut Newton, der 1920 als Helmut Neustädter in Berlin zur Welt kam, erhielt auf Beschluss ein Ehrengrab, wobei der Senat ausnahmsweise von der Regel, erst fünf Jahre nach dem Tod zu entscheiden, abrückte. Weitere Ausnahmen hatte der Senat beispielsweise 2002 für Hildegard Knef und 2015 für Richard von Weizsäcker und Egon Bahr gemacht.

Was als Ehrengrab gilt, ist mitunter von den historischen und politischen Rahmenbedingungen abhängig. So richtete die DDR mit der Gedenkstätte der Sozialisten auf dem Zentralfriedhof Friedrichsfelde einen eigenen Ehrenfriedhof ein, der als Begräbnisstätte für Personen diente, die sich nach Ansicht des Politbüros der SED in der deutschen Arbeiterbewegung und um den Kampf für die „sozialistische Idee“ verdient gemacht hatten. Seit dem Ende der DDR werden dort keine neuen Grabanlagen mehr vergeben.

Weitere Städte

  • Deutschlands größter Parkfriedhof, der Hamburger Friedhof Ohlsdorf, richtete zum Gedenken das Ehrengrab für die Opfer des Nationalsozialismus und Widerstandes 1933–1945 ein.
  • Unter den 49 Ehrengräbern von Hannover befindet sich die Ruhestätte von Kurt Schumacher.
  • Die Stadt Kassel unterhält 71 Ehrengräber (Stand: 2017).
  • Kiel unterhält rund 25 Ehrengräber, beispielsweise auf dem Friedhof Russee eine Stätte für den Lehrer Johann Heuck.
  • Der Schriftsteller Cäsar Flaischlen fand ein Ehrengrab auf dem Stuttgarter Pragfriedhof.
  • Die Stadt Göttingen unterhält auf ihrem Stadtfriedhof Ehrengräber für Max Born, Otto Hahn, David Hilbert, Max Planck und Friedrich Wöhler.
  • Die Stadt Bonn errichtete auf dem Alten Friedhof ein gemeinsames Ehrengrab für Clara und Robert Schumann.
  • auf dem Vorwerker Friedhof zu Lübeck liegt Hans Pieper, während sein fast zur gleichen Zeit verstorbener Vorgänger, Harry Maasz, sein Ehrengrab auf dem dortigen Ehrenfriedhof erhielt.
  • Die Stadt München unterhält 26 Ehrengräber (Stand 1. November 2010).
  • Der Kunstmäzen und Eau de Cologne-Fabrikant Johann Maria Carl Farina erhielt aufgrund seines umfangreichen Nachlasses, welchen er nach seinem Tod der Stadt Köln zur Verfügung stellte, ein „Ehrengrab auf Ewigkeit“ auf dem Kölner Melaten-Friedhof.
  • Der Deutsche Ehrenfriedhof der Stadt Goslar erinnert vor allem an die Gefallenen des Ersten und Zweiten Weltkrieges.
  • Ehrengrab des Standartenträgers von Mars-la-Tour in Klein Schwechten
    Ehrengrab des Standartenträgers von Mars-la-Tour in Klein Schwechten
  • Ehrengrab Heinrich Zille, Südwestkirch­hof Stahnsdorf
    Ehrengrab Heinrich Zille, Südwestkirch­hof Stahnsdorf
  • Ehrengrab Robert und Clara Schumann, Bonn
    Ehrengrab Robert und Clara Schumann, Bonn
  • Ehrengrab Kurt Schumacher, Hannover (Stadtfriedhof Ricklingen)
    Ehrengrab Kurt Schumacher, Hannover (Stadtfriedhof Ricklingen)

Österreich

Ehrengrab von Adolf Loos auf dem Wiener Zentralfriedhof

Wien

→ Hauptartikel: Gewidmete Gräber der Stadt Wien

Um den 1874 eröffneten Wiener Zentralfriedhof für die Bevölkerung attraktiv zu machen, wurden für berühmte Persönlichkeiten Ehrengräber angelegt. Dafür wurden auf anderen Wiener Friedhöfen beerdigte Berühmtheiten wie Ludwig van Beethoven und Franz Schubert exhumiert und überführt. Persönlichkeiten wie Wolfgang Amadeus Mozart erhielten Grabdenkmäler. 2015 gibt es auf dem Zentralfriedhof mehr als 350 Ehrengräber und mehr als 600 ehrenhalber gewidmete Gräber. Der Unterschied zwischen beiden Formen besteht darin, dass Gestaltung und Pflege von ehrenhalber gewidmeten Gräbern den Nachkommen obliegt, sofern diese dazu imstande sind. Andernfalls würde diese Widmung entweder verfallen oder möglicherweise die Grabpflege von der Stadt übernommen. Ehrengräber (wie für verstorbene Bundespräsidenten nach 1945) werden hingegen seitens der Stadt gestaltet und „auf Friedhofsdauer“ erhalten. Die Nachkommen haben darauf keinen Einfluss.

Auf anderen Wiener Friedhöfen existieren insgesamt einige Hundert anderer ehrenhalber gewidmeter Gräber.

Salzburg

In Salzburg erfolgt die Erklärung zum Ehrengrab durch den Gemeinderat der Stadt für einen dreißigjährigen Zeitraum und kann um dreißig Jahre verlängert werden. Dem Schriftsteller Hermann Bahr, dem Bergsteiger Ludwig Purtscheller und weiteren 25 verdienten Bürgern richtete die Mozartstadt Ehrengräber auf dem Kommunalfriedhof ein.

Schweiz

Zürich

Die Stadt Zürich unterhält auf dem Friedhof Nordheim beim Krematorium Nordheim ein „Ehrengrab der Anatomie“. In diesem Gemeinschaftsgrab werden auf Wunsch die Urnen von Personen beigesetzt, die sich nach ihrem Tod dem Anatomischen Institut der Universität Zürich für Forschungszwecke zur Verfügung gestellt hatten. Derartige „Anatomiegräber“ existieren in zahlreichen Universitätsstädten der Schweiz, Deutschlands und Österreichs, wobei die Kosten meist von der verantwortlichen Institution getragen werden.

Weblinks

Commons: Ehrengrab – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Wiktionary: Ehrengrab – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
  • Abfrage der Ehrengrabstätten bei der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung Berlin
  • Friedhofgesetz Berlin (Abrufbare PDF-Datei)
  • Ehrengräbergruppen auf dem Wiener Zentralfriedhof
  • Ehrengrabliste von Salzburg

Einzelnachweise

  1. ↑ Grabpflege für im Dienst verstorbene Bundeswehrangehörige. In: bundestag.de. 13. August 2025, abgerufen am 30. März 2026. 
  2. ↑ Ehrengräber. In: Ehrungsverzeichnis des Luisenstädtschen Bildungsvereins
  3. ↑ a b Anerkennung und weitere Erhaltung von Grabstätten als Ehrengrabstätten des Landes Berlin. (PDF, 73 kB). Abgeordnetenhaus von Berlin, Drucksache 16/3696 vom 30. November 2010; abgerufen am 11. März 2019.



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Find a Grave

Noir24admin Bestattung 22. Juni 2026
Find a Grave
Online-Datenbank
Sprachen Englisch, Deutsch, Spanisch, Französisch/Québécois, Italienisch, Portugiesisch, Niederländisch, Schwedisch
Betreiber Ancestry.com
Redaktion Jim Tipton
Registrierung Optional
Online seit 1995
https://www.findagrave.com/

Find a Grave (vor Jahren Find A Grave) ist eine Online-Datenbank für Friedhöfe und Grabstätten, die es genealogisch interessierten Nutzern ermöglicht, Gräber berühmter Persönlichkeiten oder Zivilpersonen zu erfassen oder bestehende Einträge zu lokalisieren. Find a Grave ist eine Marke des Ahnenforschungs- und DNA-Test-Anbieters Ancestry.com. Aufgrund der Beliebtheit der Genealogie in den angelsächsischen Einwanderungsgesellschaften überwiegen Einträge aus Nordamerika.[1]

Beschreibung

Die Website wurde 1995[2] von Jim Tipton gegründet, weil er im Internet keine Seite finden konnte, die sich mit seinem Hobby befasste, dem Besuchen von Gräbern berühmter Persönlichkeiten. Mit der Zeit und wachsender Nachfrage wurde die Seite mehrfach ausgebaut. Neben der Famous People Search (Prominentensuche) gibt es die Möglichkeit, nach Gräbern von Zivilpersonen zu suchen. 2025 waren rund 250 Millionen Einträge enthalten. Jeden Monat kommen ungefähr 1,5 Mio. Einträge hinzu.[3]

Die Website enthält eine Liste von Friedhöfen und Gräbern rund um die Welt. Die amerikanischen Friedhöfe sind nach Bundesstaat, County und Gemeinde eingeteilt. Eine Einteilung bis auf die Ebene des Landkreises und der Gemeinde besteht auch für die deutschsprachigen Länder und eine Anzahl weiterer Staaten. Für eingetragene Gräber liegen teilweise die folgenden Daten vor: Namen, Geburtsdatum und -ort sowie Sterbedatum und -ort, Informationen zur Biographie des Verstorbenen, Angaben zum Friedhof und der Lage des Grabs sowie Fotos. Sind Geburts- und Sterbedatum vorhanden, berechnet die Seite automatisch das Alter der Person bei ihrem Tod. Die Angaben stammen in der Regel direkt von den fotografierten Steinen, in seltenen Fällen aus anderen Datenbanken. Schließlich gibt es teilweise Informationen zur Person, die den Beitrag geschrieben hat. Eine Funktion ermöglicht es den Nutzern, andere Beitragende um ein Bild eines bestimmten Grabsteins zu bitten.

Die Suche kann sowohl ortsgebunden als auch personenbezogen durchgeführt werden. Es ist also unter anderem möglich herauszufinden, welche Person in welcher Stadt begraben ist. Die zum Projekt Beitragenden können sich auf Find a Grave selbst, oder in einer ebenfalls kostenlos angebotenen getrennten Forum-Seite miteinander austauschen. Die gemachten Angaben in den Grabeinträgen können gegenseitig bearbeitet werden. So ist es z. B. möglich, Gräber von miteinander verwandten Menschen zu verlinken. Korrekturen bezüglich Name und Lage von Friedhöfen müssen auf der Forum-Seite mitgeteilt werden. Ähnlich wie Wikipedia lebt die Webpräsenz von den Inhalten, die diese freiwilligen Helfer einpflegen, es handelt sich somit um User-generated content.

Die Nutzung der Website ist kostenlos, die Finanzierung erfolgt über die Einblendung von Werbebannern. Zudem ist die Seite als Werbeträger für die kostenpflichtigen genealogischen Dienstleistungen von Ancestry konzipiert. Suchabfragen auf der Datenbank können von nicht registrierten Benutzern durchgeführt werden, zur Eingabe neuer Daten ist jedoch eine Registrierung erforderlich. Registrierte Benutzer können bei Grabeinträgen Mitteilungen hinterlassen oder beurteilen, ob diese Person als prominent gelten kann, wobei über diese und andere Fragen letztlich die von Ancestry angestellten Administratoren – teilweise sehr eigenmächtig – entscheiden.

Der Old Calton Cemetery in Edinburgh, Ruhestätte von David Hume, ist auf Find A Grave dokumentiert.

Da die Vertrautheit der Beitragenden mit der lokalen Geografie und Sprache auswärtiger Regionen oft gering ist, kann dies zu falschen Angaben und zahlreichen mehrfach eingetragenen Friedhöfen führen. Editorische Qualitätssicherung wird von Find a Grave fast nur im Bereich der Biographien prominenter Personen und beim Hinzufügen von Hauptbildern von Friedhöfen ausgeübt.

Find a Grave versucht den genealogischen Aspekt der Seite heute stärker zu gewichten. So ist es z. B. nicht mehr möglich, Personen nur mit ihrem Vornamen zu erfassen oder verstorbene Haustiere und Rennpferde einzutragen. Die hohe Zahl mehrfach erfasster Personen soll mittels einer zusätzlich eingebauten – umgehbaren – Funktion beim Erfassen der Namen reduziert werden. Eine später eingeführte Meldefunktion erlaubt es, Duplikate zu reduzieren.

Siehe auch

  • Friedhofstourismus
  • Liste genealogischer Datenbanken
  • Computergenealogie

Weblinks

  • Website

Einzelnachweise

  1. ↑ Joy Neighbors: The Family Tree Cemetery Field Guide: How to Find, Record, and Preserve Your Ancestors’ Graves. F+W Media, Inc., 2017, S. 69 [1].
  2. ↑ Was ist Find a Grave? In: Find a Grave. Abgerufen am 30. Juni 2025. 
  3. ↑ Boulder Genealogical Society Quarterly 2018 Edition, Boulder Genealogical Society, Lulu.com, 2018, S. 2 [2]



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Dieser Eintrag basiert auf dem Artikel Find a Grave aus der freien Enzyklopädie Wikipedia. Der Text steht unter der Lizenz Creative Commons Attribution-ShareAlike 4.0 International und ist frei verfügbar.

Fußzettel

Noir24admin Bestattung 22. Juni 2026
Ein Fußzettel an einer verstorbenen Person im Leichenschauhaus der Charité.

Ein Fußzettel, auch Leichenzettel (engl. toe tag) ist ein Kartonstück am großen Zeh eines Verstorbenen in einem Leichenschauhaus oder Krematorium, welches dem Pathologen und dem Bestatter die verwechslungssichere Identifizierung der Leiche im Rahmen einer Obduktion und Bestattung ermöglicht.[1] Damit dient es der Qualitätssicherung in der Medizin.[2]

In Anlehnung an die gesetzliche Verpflichtung der Gemeinden, als Träger von Friedhöfen und Feuerbestattungsanlagen ein Bestattungsbuch zu führen, ist auch in Instituten für Pathologie die Einrichtung eines so genannten Sterberegisters üblich. Hier werden alle im Krankenhaus oder Altenheim Verstorbenen eingetragen, die vorübergehend in Gewahrsam der Pathologie waren und an die zuständigen Bestatter übergeben wurden. Im Einzelnen können das Geburtsdatum, das Sterbedatum und die Sterbeuhrzeit sowie die ausgebende Station und der Name des Überbringers registriert werden.[2][3]

Aufgrund von Hygienebedenken werden Fußzettel im englischsprachigen Raum nicht mehr angewendet und durch Handgelenk- oder Knöchelbänder mit derselben Funktion ersetzt.[4][5]

Siehe auch

  • Patientenarmband

Einzelnachweise

  1. ↑ The History of the Toe Tag. In: medical-stretchers.com. Abgerufen am 9. Mai 2022 (amerikanisches Englisch). 
  2. ↑ a b J. Friemann: Klinische Obduktionen: Praktisches Vorgehen, rechtliche Grundlagen und ethische Überlegungen. Der Pathologe 2010, S. 256–267.
  3. ↑ vgl. auch 4.1.2 der Allgemeinen Geschäftsbedingungen (ABG) für Leistungen der Hamburger Krematorium GmbH. Abgerufen am 3. Juni 2024.
  4. ↑ Researchers Test How Long SARS-CoV-2 Survives on Skin. Abgerufen im 1. Januar 1 (englisch). 
  5. ↑ Sarah Atwood-Cotton: The Toe Tag: Respecting the dead. In: Oklahoma Gazette. Abgerufen am 9. Mai 2022 (englisch). 



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Dieser Eintrag basiert auf dem Artikel Fußzettel aus der freien Enzyklopädie Wikipedia. Der Text steht unter der Lizenz Creative Commons Attribution-ShareAlike 4.0 International und ist frei verfügbar.

  1. Hygienische Totenversorgung
  2. Grablege
  3. Begräbnis

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