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Testamente der zwölf Patriarchen

Noir24admin Apokryphen 21. Juni 2026

Die Testamente der zwölf Patriarchen sind eine pseudepigraphe Schrift. Sie ist als Sammlung der Abschiedsreden der zwölf Söhne Jakobs konzipiert, die als Väter der Zwölf Stämme Israels gelten. In ihrer Endgestalt ist sie christlich und wohl in das dritte Jahrhundert zu datieren.

Quellen und Überlieferung

Die Patriarchentestamente sind nur in mittelalterlichen Manuskripten erhalten. Die beste Textqualität bieten noch die griechischen Handschriften, die von der Forschung jedoch verschieden bewertet werden. Kritische Texteditionen gibt es von Charles und de Jonge (s. u.).

Neben der griechischen Überlieferung gibt es Übersetzungen in das Armenische, Slawische und Neugriechische. Diese Versionen werden heute in der Regel als von der griechischen Tradition abhängige Seitenlinien betrachtet, die nur begrenzten Wert für die Rekonstruktion eines etwaigen Originaltextes haben.

Annahmen eines semitischen (d. h. hier: aramäischen oder hebräischen) Originals haben sich in der Wissenschaft nicht durchsetzen können, auch wenn dies nicht ausgeschlossen werden kann. Zumeist geht man aber von einer griechischen Grundschrift aus, die dem hellenistischen Judentum zuzuordnen sei.

Dessen ungeachtet existieren ein hebräisches Testament Naphtali, der Midrasch Wayissa’u und Passagen im Buch der Jubiläen, die einen Zusammenhang mit den Patriarchentestamenten erkennen lassen. Sie sind jedoch nicht als Vorlage zu bewerten.

Anders verhält es sich mit dem Aramäischen Levi-Dokument, von dem Fragmente in der Kairoer Geniza und in Qumran gefunden wurden. Teile davon finden sich zum Teil wörtlich in den Patriarchentestamenten wieder. Allerdings ist nicht zu bestimmen, inwieweit das aramäische Levi-Dokument selber schon ein „Testament“ war, oder ob es nur auszugsweise von den Verfassern der Patriarchentestamente benutzt wurde.

Entstehung

Über die Entstehung gibt es einigen wissenschaftlichen Streit. Im ausgehenden 19. und zu Beginn des 20. Jahrhunderts setzte sich ausgehend von R. H. Charles die Theorie durch, dass es sich bei den Testamenten der zwölf Patriarchen um eine ursprünglich jüdische Schrift aus der Makkabäerzeit handelte, die später durch christliche Zufügungen (Interpolationen) überarbeitet wurde. Kronzeuge dieser Theorie ist die armenische Version, die weit weniger christliche Passagen aufweist als die griechischen Zeugen.

Ab Mitte des 20. Jahrhunderts wurde diese Sicht zunehmend angezweifelt. In seiner Dissertation von 1953 veröffentlichte M. de Jonge seine These, dass es gar keine Grundschrift gebe, sondern die Patriarchentestamente durch eine christliche Redaktion jüdischen Materials entstanden seien. Dieser Argumentation sollte der Nachweis der These dienen, dass der hohe Stellenwert, der den armenischen Textzeugnissen eingeräumt wurde, nicht berechtigt sei.

Obwohl dies auch von anderen Forschern eingeräumt wird, teilen sie seine daraus gezogenen Schlussfolgerungen nicht. Von Hultgård, Becker und zuletzt Ulrichsen wurden neue Versuche unternommen, die Interpolationstheorie zu verteidigen und eine jüdische Grundschrift allein auf Grundlage der griechischen Zeugen zu rekonstruieren. Hier werden neben textkritischen vor allem auch literarkritische Argumente ins Feld geführt, die schon Schnapp zu einer Interpolationstheorie unabhängig von Charles gebracht hatten.

Doch auch diese Methode wurde grundsätzlich in Frage gestellt, nicht zuletzt aufgrund der sehr unterschiedlichen Grundschriften, die durch sie rekonstruiert wurden. So war es nur eine Frage der Zeit, dass ein Entwurf zu einer synchronen Interpretation der Testamente der zwölf Patriarchen vorgelegt wurde, in dem das Nebeneinander von jüdischen und christlichen Passagen nicht als Ergebnis einer Interpolation oder Redaktion, sondern als intendierte Einheit betrachtet wird. Demnach wären die Patriarchentestamente eine judenchristliche Schrift, die bewusst versucht, Jüdisches und Christliches miteinander zu verbinden.

Form und Inhalt

Die Testamente der zwölf Patriarchen sind typische Abschiedsreden, wie man sie auch aus der biblischen Literatur kennt. Sie beginnen mit der Schilderung, dass die Patriarchen in der Stunde ihres Todes ihre Angehörigen um sich versammeln, um ihnen eine letzte Mahnung noch mit auf den Weg zu geben, und schließen entsprechend mit der Mitteilung des Todes und einer kurzen Notiz über ihr Begräbnis.

Typischerweise beginnt die Rede des Vorfahren mit einem Rückblick auf sein Leben. Hier ist eine für die pseudepigraphe Literatur typische Tendenz zu erkennen, die Lücken innerhalb des biblischen Erzählstoffes aufzufüllen. So entfaltet Ruben die Geschichte mit Bilha, der Nebenfrau seines Vaters; Levi nennt Details aus der Dina/Sichem-Episode, und immer wieder im Mittelpunkt steht die Josephsgeschichte, die vor allem von Joseph selbst und von Sebulon intensiv behandelt wird. Dem Leser werden unbekannte Details, aber auch Gefühle und Motive der handelnden Personen erzählt, die im biblischen Bericht nicht vorkommen.

Diese biographischen Notizen werden zum Anlass genommen, in ernsthafte moralische Ermahnung überzugehen. Entweder in der Mahnung, es besser zu machen als die eigenen Väter und deren Untugenden zu meiden (so z. B. die Unzucht bei Ruben oder der Neid bei Simeon), oder aber in der Ermutigung, deren Tugenden nachzuleben (die Einfachheit bei Issachar oder die Güte bei Joseph).

Auf diese Ermahnungen folgen Verheißungen für die Zukunft: Drohungen mit Unheil und Exil, sollten sich die Nachfahren nicht an die Worte ihrer Vorfahren halten, und Versprechungen bezüglich einer Rückkehr in das Land, Gottesnähe, wenn sie sich wieder bekehren und den Worten ihrer Väter folgen. Diese Passagen zeigen zuweilen apokalyptische Züge, weil Visionen geschildert werden oder das Heil als Sieg über Beliar und seine Geister dargestellt wird.

Vor allem in den Zukunftsweissagungen begegnen auch christliche Elemente. Sowohl die Passagen, was die Schuld der Nachkommen betrifft, als auch die Verheißungen des künftigen Heils werden immer wieder so zugespitzt, dass sie eigentlich nur auf Jesus Christus hin gedeutet werden können. Wieweit diese Elemente sekundäre Zufügungen darstellen, ist umstritten.

Theologie

Ethik

Die Ethik der Patriarchentestamente unterscheidet sich nicht wesentlich von dem, was aus dem hellenistischen Judentum oder dem frühen Christentum schon bekannt ist. Tugend und Anstand stehen im Mittelpunkt der Ermahnungen, Neid und Unzucht sind verwerflich. Über diese Allgemeinplätze hinaus sind dennoch ein paar Auffälligkeiten festzustellen:

Eine große Rolle spielen Mitleid und Erbarmen. Die Fähigkeit zu Empathie wird zu einem wichtigen Gradmesser moralischen Handelns. Mitleidlosigkeit habe die Brüder an Joseph schuldig werden lassen, dieser aber erbarmt sich seiner Brüder, weil er Mitleid mit ihnen verspürte, und vergab ihnen ihre Schuld.

Damit verwandt ist die Betonung der Liebe (agape) im Rahmen der ethischen Ermahnungen. Wie sonst nur in wenigen jüdischen Schriften dieser Zeit begegnet das doppelte Liebesgebot, die Forderung, Gott und den Menschen zu lieben. Ob die Patriarchentestamente damit zu einem Kronzeugen dafür werden, dass es diesen Topos schon vor Jesus gegeben hat, ist auch von der Antwort auf die Frage nach der Entstehungsgeschichte abhängig.

Eschatologie

In der Eschatologie wird nach dem Gericht eine endgültige Zuwendung Gottes angekündigt. Auffällig ist, dass die dafür notwendige Umkehr nicht so sehr eine religiöse Erneuerung darstellt, dass also der Glaube oder der Gottesdienst erneuert würde (wie das in anderen jüdischen Reformbewegungen gefordert wurde), sondern dass eine rein moralische Umkehr im Vordergrund steht. In der Endfassung gilt die Heilsverheißung Israel und den Heidenvölkern gleichermaßen, manche Forscher halten diesen Heilsunviversalismus aber schon für christlich.

Mit Sicherheit als christlich muss die Aussage angesehen werden, dass Gott am Ende der Zeit selbst als Mensch erscheinen wird und in Niedrigkeit und Demut sein Volk besucht und begleitet. Hier ist erkennbar Jesus Christus gemeint.

Anders sieht es mit der Ankündigung eines Retters aus Levi und Juda aus. Diese wohl zunächst ganz menschliche Figur wird nur in einigen Passagen in christlicher Weise auf Jesus bezogen. Priesterkönigliche Rettergestalten finden sich entweder als Vorstellung eines idealen Zweiergespanns aus zwei Messiassen (z. B. aus Aaron und Israel in den Qumranschriften) oder als eine Figur in den Berichten vom Priesterkönigtum der Makkabäer und schließlich in Rekurs auf Melchisedek als idealisierten Priesterkönig der Väterzeit.

Christliche Theologie

Auf der christlichen Ebene interpretiert ist auffällig, dass nicht von einem Ersatz Israels durch die Heidenvölker die Rede ist, sondern dass beide Adressaten von Gottes Heilshandeln bleiben. Dazu passt, dass gerade da, wo von Israels Schuld am Tod Jesu die Rede ist, die Patriarchen für unschuldig an diesem Handeln erklärt werden. So wird die Schuld und Verantwortung nicht dem Volkskollektiv, sondern einer konkreten Gruppe einer konkreten Generation angelastet. Durch die Zerstörung des Tempels hat Gott diese Schuldigen in der Sicht der Patriarchentestamente zu Recht bestraft, und nun steht die Zeit für die Zuwendung Gottes zu seinem Volk unmittelbar bevor.

Auch die Vorstellung, dass in der menschlichen Gestalt Jesu Christi Gott selbst sein Volk besucht, ist zumindest für das 3. Jahrhundert recht ungewöhnlich, weil Vertreter derartiger Vorstellungen von Tertullian und Hippolyt als „Patripassiani/Theopaschiten“ verurteilt wurden. In der Tat ist in einer Stelle der Testamente, wo auf den Tod Jesu angespielt wird, wörtlich vom „Leiden des Höchsten“ die Rede.

Auch die genealogische Ableitung Jesu aus den Stämmen Levi und Juda ist für christliche Autoren höchst ungewöhnlich. Während die Davidssohnschaft Jesu für die christliche Tradition eine feste Größe darstellte, liest man von einer levitischen Abkunft Jesu in den bekannten christlichen Quellen gar nichts. Wenn eine priesterkönigliche Würde Jesu ausgesagt werden sollte, tat man dies mit Rekurs auf Psalm 110 in Blick auf die Gestalt Melchisedeks – so zum Beispiel der Hebräerbrief. Dort wird das levitische Priestertum als eine Art Umweg dargestellt, während das Priesterkönigtum Melchisedeks von der Urzeit bis zur Endzeit das eigentlich wahre Hohepriestertum darstelle. Jesus Christus nun ausgerechnet mit dem Stamm Levi genealogisch zu verbinden und so doppelt in das jüdische Volk und dessen Heilsgeschichte zurückzubinden, ist für das 3. Jahrhundert vollkommen außergewöhnlich.

Diese Besonderheiten machen zumindest für die christliche Endgestalt eine judenchristliche Verfasserschaft plausibel.

Literatur

Textausgaben
  • Jürgen Becker: Die Testamente der zwölf Patriarchen (= Jüdische Schriften in hellenistisch-römischer Zeit. III: Unterweisung in lehrhafter Form; Lieferung 1). 2. Auflage. Verlagshaus Mohn, Gütersloh 1980, ISBN 3-579-03931-8.
  • Robert Henry Charles: The Greek Versions of the Testaments of the Twelve Patriarchs. Olms, Hildesheim 1960 (Nachdruck der Ausgabe Oxford 1908).
  • Harm W. Hollander, Marinus De Jonge: The Testaments of the Twelve Patriarchs. A Commentary (= Studia in veteris testamenti pseudoepigrapha; Band 8). Brill, Leiden 1985, ISBN 90-04-07560-7.
  • Marinus de Jonge (Hrsg.): The Testaments of the Twelve Patriarchs. A critical edition of the greek text (= Pseudoepigrapha veteris testamenti graece; Band I/2). Brill, Leiden 1978, ISBN 90-04-05826-5.
  • Howard C. Kee: Testaments of the Twelve Patriarchs. In: James H. Charlesworth (Hrsg.): The Old Testament Pseudepigrapha. Band 1. Doubleday, Garden City, N.Y. 1983, ISBN 0-385-09630-5, S. 775–828.
  • Michael E. Stone: The Testament of Levi. A first Study of the Armenian Mss. of the Testaments of the XII Patriarchs in the Convent of St. James, Jerusalem. St. James Press, Jerusalem 1969 (teilweise in armenischer Schrift).
Studien
  • Jürgen Becker: Untersuchungen zur Entstehungsgeschichte der Testamente der zwölf Patriarchen (= Arbeiten zur Geschichte des antiken Judentums und des Urchristentums; Band 8). Brill, Leiden 1970 (Habilitationsschrift, Universität Bochum 1968).
  • Anders Hultgård: L’eschatologie des testaments des Douze Patriarches. Almqvist & Wiksell International, Uppsala 1977/82.
  1. Interpretation des textes (= Historia religionum; Band 6). 1977, ISBN 91-554-0677-7.
  2. Composition de l’ouvrage, textes et traductions (= Historia religionum; Band 7). 1982, ISBN 91-554-1240-8.
  • Marinus de Jonge: The Main Issues in the Study of the Testaments of the Twelve Patriarchs. In: Derselbe: Jewish Eschatology, Early Christian Christology and the Testaments of the Twelve Patriarchs. Collected Essays (= Supplementum to Novum Testamentum; Band 63). Brill, Leiden 1991, ISBN 90-04-09326-5, S. 147–163.
  • Marinus de Jonge: The Testaments of the Twelve Patriarchs. A Study of their Text, Composition and Origin (= Van Gorcums theologische Bibliotheek; Band 25). Van Gorcum Press, Assen 1953.
  • Philipp Kurowski: Der menschliche Gott aus Levi und Juda. Die „Testamente der zwölf Patriarchen“ als Quelle judenchristlicher Theologie (= Texte und Arbeiten zum neutestamentlichen Zeitalter; 52). Francke, Tübingen 2010, ISBN 978-3-7720-8384-6.
  • Friedrich Schnapp: Die Testamente der zwölf Patriarchen. Niemeyer, Halle 1884.
  • Jarl H. Ulrichsen: Die Grundschrift der Testamente der zwölf Patriarchen. Eine Untersuchung zu Umfang, Inhalt und Eigenart der ursprünglichen Schrift (= Acta Universitatis Upsaliensis. Historia religionum; Band 10). Almqvist & Wiksell, Stockholm 1991, ISBN 91-554-2833-9.

Weblinks

Textausgaben
  • R. H. Charles: engl. Übers., in: The Apocrypha and Pseudepigrapha of the Old Testament, Bd. 2, Oxford: Clarendon Press 1913
  • Wikisource: Paul Rießler: Testament der zwölf Patriarchen, in: Altjüdisches Schrifttum außerhalb der Bibel, Augsburg: Benno Filser Verlag 1928 – Quellen und Volltexte
  • Robert Sinker: engl. Übers., in: Alexander Roberts / James Donaldson / A. Cleveland Coxe: Ante-Nicene Fathers, Bd. 8, Buffalo, NY: Christian Literature Publishing Co. 1886 andere Ausgabe
Sekundärliteratur
  • Michael Tilly: Testamente der 12 Patriarchen. In: Michaela Bauks, Michael Pietsch, Stefan Alkier (Hrsg.): Das wissenschaftliche Bibellexikon im Internet (WiBiLex), Stuttgart 2007 ff.
  • Thomas Knittel: Bibliographie, Einführung und Inhaltsübersicht, Leipzig 1999
  • Crawford Howell Toy / Frederick C. Conybeare / Kaufmann Kohler: Artikel, in: Jewish Encyclopedia 1901–1906 veralteter Forschungsstand



🔮 Noir24 Archiv-Hinweis

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Visio Sancti Pauli

Noir24admin Apokryphen 21. Juni 2026

Die Visio Sancti Pauli (auch Paulusapokalypse oder Offenbarung des Paulus) ist eine Jenseitsvision und zählt zu den Apokryphen. Sie hatte großen Einfluss auf die Visionsliteratur des Mittelalters. Wegen des Zusammenhangs mit 2 Kor 12, 2ff. wurde sie fälschlicherweise dem Apostel Paulus zugeschrieben. Es handelt sich um eine Fälschung aus dem 3. Jahrhundert.[1]

Die gnostische Paulusapokalypse unter den Schriften von Nag Hammadi (NHC V,2) ist nicht verwandt mit der vielfach bezeugten und überlieferten Paulusapokalypse.[2]

Textüberlieferung

Die ursprüngliche griechische Fassung aus der ersten Hälfte des 5. Jahrhunderts ist nicht erhalten. Die Originalfassung wurde zunächst in zwei lateinische Versionen übersetzt:
L1, die sogenannte Langfassung, muss wohl im 5. Jahrhundert entstanden sein, erhalten sind Handschriften seit dem 8./9. Jahrhundert. L2 ist in drei Handschriften aus dem 14. und 15. Jahrhundert bekannt. Es könnte sein, dass L2 ins 12. Jahrhundert datiert. Die volkssprachlichen Übersetzungen, die mit einer altenglischen Handschrift aus dem 10. Jahrhundert einsetzen, gehen fast ausschließlich auf die Fassung L1 zurück.
Im Bereich der Westkirche sind über 200 Handschriften in vielen Sprachen der Visio Sancti Pauli bekannt.[3]

Rezeption

Augustinus von Hippo verurteilte die Apokalypse des Paulus, da sie dem zweiten Korintherbrief widerspreche. Im 12. Jahrhundert entsteht ein mittelhochdeutsches Gedicht auf Grundlage der Fassung L2.[4]

Inhalt

Paulus berichtet über seine Erlebnisse aus der Ich-Perspektive. Er schildert die Trennung von Leib und Seele, die Begegnung mit einem Engel und die verschiedenen Regionen des Jenseits, in denen die Seelen unter anderem Martern über sich ergehen lassen müssen. Der in der Fassung L1 beschriebene Besuch im Paradies[5] fällt in den meisten späteren Fassungen weg[6], die Höllenstrafen dagegen werden ausführlich geschildert. Bemerkenswerterweise wird den armen Seelen die Sonntagsruhe gewährt, nachdem der Erzengel Michael und Paulus Gott um diese Erleichterung der Qualen gebeten haben.

Ausgaben

  • Montague Rhodes James (Hrsg.): Apocrypha anecdota. A collection of thirteen apocryphal books and fragments. (Contributions to biblical and patristic literature, texts and studies, 2/3) Bd. 1, Cambridge 1893, S. 11–42.
  • Theodore Silverstein (Hrsg.): Visio Sancti Pauli. The History of the Apocalypse in Latin together with nine Texts, London 1935
  • Lenka Jiroušková: Die Visio Pauli. Wege und Wandlungen einer orientalischen Apokryphe im lateinischen Mittelalter unter Einschluß der alttschechischen und deutschsprachigen Textzeugen. Brill, Leiden u. a. 2006, ISBN 90-04-15055-2, (Mittellateinische Studien und Texte, 34). Mit Edition auf Grundlage aller Textzeugen.

Siehe auch

  • Apokalyptik

Literatur

  • Alexander Böhlig, Pahor Labib: Koptisch-gnostische Apokalypsen aus Codex V von Nag Hammadi im Koptischen Museum zu Alt-Kairo, WZ(H) Sonderband, S. 15–26.
  • Lenka Jiroušková: Die Visio Pauli. Wege und Wandlungen einer orientalischen Apokryphe im lateinischen Mittelalter unter Einschluß der alttschechischen und deutschsprachigen Textzeugen. Brill, Leiden u. a. 2006, ISBN 90-04-15055-2, (Mittellateinische Studien und Texte, 34).
  • Peter Dinzelbacher: Visio Pauli. In: Lexikon des Mittelalters 8, Sp. 1733.
  • Hugo Duensing, Aurelio de Santos Otero: Apokalypse des Paulus, in: Wilhelm Schneemelcher (Hrsg.): Neutestamentliche Apokryphen in deutscher Übersetzung. Band 2: Apostolisches, Apokalypsen und Verwandtes. Mohr: Tübingen, 5. Aufl. 1989, ISBN 3-16-145181-3, S. 644–675.
  • Volker Mertens: Visio Sancti Pauli II. In: Verfasserlexikon. Band 10. Sp. 423–425, Berlin 1999.
  • Nigel F. Palmer: Visio Sancti Pauli I. In: Verfasserlexikon. Band 10. Sp. 418–423, Berlin 1999.

Weblinks

  • Gerd Lüdemann, Martina Janßen (Hrsg.): Die gnostischen Schriften aus Nag Hammadi. Bibel der Häretiker. (Memento vom 7. September 2007 im Internet Archive) Mit einem Abschnitt zu Visio Sancti Pauli.

Anmerkungen

  1. ↑ Lexikon des Mittelalters, Band 8, Sp. 1733. ISBN 3-89659-908-9.
  2. ↑ Uwe-Karsten Plisch, in: Nag Hammadi Deutsch. Studienausgabe, Berlin 2007, S. 299.
  3. ↑ Lexikon des Mittelalters, Band 8, Sp. 1733.
  4. ↑ Nigel F. Palmer, in: Verfasserlexikon. Band 10, Sp. 419ff., Berlin 1999.
  5. ↑ Montague Rhodes James (Hrsg.): Apocrypha anecdota. A collection of thirteen apocryphal books and fragments, Bd. 1, Cambridge 1893, §19–31, §44–50
  6. ↑ Ausnahmen sind die in karolingischen Handschriften erhaltenen Redaktionen VI und XI.
Normdaten (Werk): GND: 4173574-2 (GND Explorer, lobid, OGND, AKS) | VIAF: 258537478



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Pseudepigraphie (Bibel)

Noir24admin Apokryphen 21. Juni 2026

Pseudepigraphie im Zusammenhang mit der Bibel bezeichnet entweder die angeblich falsche Autorschaft biblischer Texte (= Pseudepigraphie in der Bibel) oder die angebliche Abfassung außerbiblischer Schriften durch biblische Personen (= Pseudepigraphie zur Bibel). Die Anfertigung literarisch-religiöser Werke, verbunden mit bewusst falsch angegebener Verfasserschaft, war als Phänomen schon im Altertum bekannt. Seit dem frühen 18. Jahrhundert sind im Zuge der historischen Kritik auch einige Schriften des Bibelkanons als pseudepigraph eingestuft oder in Betracht gezogen worden. Der Nachweis von Pseudepigraphie ist methodisch oft schwierig, wie zum Beispiel die ausgedehnte Diskussion rund um die Pastoralbriefe zeigt.[1]

Die Qualifizierung einer Schrift als „pseudepigraph“ sagt nichts über die inhaltliche oder literarische Qualität aus. Dessen ungeachtet kann die Frage, ob eine biblische Schrift vom angegebenen Verfasser stammt, auch unter Wissenschaftlern einen Loyalitätskonflikt hervorrufen und heftige Debatten auslösen, weil es dabei um den Kanon heiliger und mithin maßgebender Schriften geht.

Da die Kirchen vor allem den Umfang des Alten Testaments verschieden bestimmen, kann dies auch den Umfang biblischer Pseudepigraphie mitbetreffen.

Begriffsbestimmung

Eine Schrift mit falscher Verfasserangabe heißt Pseudepigraph (von griech.: ψευδής, pseudēs: „lügenhaft“, „falsch“ und ἐπιγραφή epigraphē: „Name“, „Inschrift“; zusammengenommen: „falsche Überschrift/Betitelung“).[2] Pseudonymität liegt hingegen dann vor, wenn sich ein Autor – meist aus Sicherheitsgründen – unter einem fremden, unbekannten Namen zu Wort meldet.

Wurde der Verfassername vom Verfasser(-kreis) bewusst falsch angegeben, spricht man von primärer Pseudepigraphie; wurde der Verfassername von einer anderen Person fälschlicherweise hinzugefügt, spricht man von sekundärer Pseudepigraphie (zum Beispiel wurde die Didache erst nachträglich den zwölf Aposteln zugewiesen). Zu den Pseudepigraphen kann man auch Werke zählen, die nicht ausdrücklich von einem bestimmten Autor geschrieben sein wollen, diesen aber perfekt nachahmen und so den Anschein erwecken, von ihm geschrieben zu sein. Auf diese Weise kann eine weithin angenommene, aber fälschlich zugeschriebene Verfasserschaft einen Text pseudepigraphisch machen.

In den Bibelwissenschaften werden mit Pseudepigraphen jene religiösen Schriften des Judentums bzw. des beginnenden Christentums bezeichnet, die ungefähr zwischen 200 v. Chr. und 200 n. Chr. geschrieben wurden. Dabei sind nicht alle im formalen Sinne pseudepigraphisch.[3] Sie werden evangelischerseits von den deuterokanonischen Schriften (so die Bezeichnung katholischer- und orthodoxerseits) bzw. Apokryphen (evangelische Bezeichnung) unterschieden, die in der Septuaginta und Vulgata, aber nicht im hebräischen bzw. evangelischen Bibelkanon erscheinen. Die römisch-katholische Kirche unterscheidet nur zwischen deuterokanonischen und all den anderen Schriften, die sie „Apokryphen“ nennt, womit sie auch die Pseudepigraphen bezeichnet.

Der Sinn biblischer Pseudepigraphie

Pseudepigraphen wurden üblicherweise biblischen Gestalten zugeschrieben bzw. untergeschoben, die hohes Ansehen genossen. Deren Autorität wurde genutzt, um eigene Vorstellungen und Ideen zu verbreiten bzw. ihnen Geltung zu verschaffen. Im Bereich biblischen Schrifttums muss mit der Möglichkeit gerechnet werden, dass die Aufnahme in den Bibelkanon oder in die Liturgie bezweckt wurde.

Kriterien und Wahrscheinlichkeit

Kriterien für Pseudepigraphie

  • Altersbestimmung der Schriftstücke (radiologisch/paläographisch)
  • Beurteilung anderer Schriften des Bibelkanons (Datierung, Verfasserschaft, evtl. literarische Abhängigkeit)
  • Einschätzung der literarischen Fähigkeiten biblischer Verfasser/Gestalten
  • Vergleich mit als echt anerkannten Schriften des Verfassers (Stil, Wortschatz, Inhalt)
  • Vorstellungen über religionsgeschichtliche Entwicklungen
  • Einschätzung der Wahrscheinlichkeit, dass eine Person überhaupt etwas geschrieben hat oder dass es überliefert wurde

Wahrscheinlichkeit

Bei Aussagen zur Verfasserschaft biblischer Schriften handelt es sich – wie bei allen historischen Urteilen – um Wahrscheinlichkeitsurteile.[4] Die wachsende Einsicht in historische Zusammenhänge, das „Verstehen“ von Geschichte, kann als ein spiralförmiger Vorgang verstanden werden, der unabdingbar und unvermeidbar durch Vorurteile und deren Auflösung bestimmt ist.[5]

Beispiel: Während die Abfassung des Epheserbriefs durch Paulus vielen Gelehrten (vor allem aus briefinternen Gründen) als unmöglich erscheint,[6] einigen anderen aber durchaus als möglich,[7] sei der 2. Brief des Petrus nach der „beinahe einhelligen Meinung der Neutestamentler“ pseudepigraph.[8]

Bibelwissenschaft

Bei biblischen Texten bezieht sich der Ausdruck Pseudepigraphen speziell auf Werke, die vorgeben, von bekannten Autoritäten des Alten oder Neuen Testaments oder von Personen geschrieben worden zu sein, die in die jüdische oder christliche Forschung oder Geschichte involviert waren. Diese Werke können auch biblische Themen zum Gegenstand haben. Oft sind sie so geschrieben, dass sie so autoritativ in Erscheinung treten wie die Werke, die in den jüdischen oder einen christlichen Bibelkanon aufgenommen wurden. Der Kirchenvater Eusebius von Caesarea weist darauf hin, dass diese Gepflogenheit mindestens bis zu dem Bischof Serapion von Antiochia zurückreicht, und er merkt an: „Aber jene Schriften, die fälschlich mit ihren Namen bezeichnet sind (τα ψευδεπιγραφία, ta pseudepigraphia), weisen wir als erfahrene Leute zurück […]“.[9]

Begriffsverwirrung: Pseudepigraphisch und apokryph

Viele der eben genannten Werke wurden als „Apokryphen“ (Apokryphe jüdische Schriften) bezeichnet, was ursprünglich „Geheimschriften“ bedeutete, nämlich jene, die für den öffentlichen Gebrauch im Gottesdienst abgelehnt wurden. Die Oden Salomos sind ein Beispiel für einen sowohl pseudepigraphischen als auch apokryphen Text: Pseudepigraphisch, weil er nicht von König Salomo stammt, sondern wahrscheinlich um 130 n. Chr. verfasst wurde,[10] und apokryph, weil diese Sammlung von Hymnen weder in den jüdischen noch den christlichen Bibelkanon aufgenommen wurde.

Die evangelischen Kirchen verwenden den Ausdruck „Apokryphen“ für Schriften, die nicht im hebräischen Kanon, nur in der Septuaginta zu finden sind. In neuerer Zeit bezeichnen sie diese Werke neutraler auch als „Spätschriften des Alten Testaments“. Katholiken bezeichnen sie als „deuterokanonisch“. Von daher kam es unter einigen protestantischen Bibelgelehrten zu einem weitreichenden Gebrauch des Begriffs Pseudepigraphen für außerkanonische Werke, wo es aufgrund der ihnen zugeschriebenen Verfasserschaft schien, als sollten sie ein Teil des biblischen Kanons sein, die aber außerhalb der protestantischen oder katholischen Bibel stehen. Daher kann der Ausdruck „pseudepigraphisch“, wie er nun oft unter Protestanten und römisch-katholischen Christen gebraucht wird (vermeintlich um Klarheit in der Diskussion zu schaffen), es schwierig machen, mit einem Laienpublikum Fragen pseudepigraphischer Verfasserschaft „kanonischer“ Schriften unvoreingenommen und objektiv zu erörtern. Noch verwirrender ist die Tatsache, dass orthodoxe Christen manche Bücher als kanonisch akzeptieren, die von den westlichen Kirchen als pseudepigraphisch betrachtet werden oder bestenfalls als kaum Autorität besitzend betrachtet werden. Es gibt außerdem Kirchen, die einige biblische Schriften verwerfen, die von Katholiken, Orthodoxen und Protestanten als kanonisch akzeptiert sind.

Die Bezeichnung „Pseudepigraphen“ wird bei Werken vermieden, die nach 300 n. Chr. entstanden sind und sich auf biblische Themen beziehen. Dennoch gibt es aus dieser Zeit klassische Beispiele von Pseudepigraphie: das im Spätmittelalter abgefasste Barnabasevangelium, die Apokalypse des Pseudo-Methodius, der Pseudo-Apuleius (Verfasser eines Buches über Kräuter aus dem 5. Jahrhundert, dem Apuleius zugeschrieben) und der Verfasser, der traditionellerweise als „Pseudo-Areopagit“ bezeichnet wird. Im 5. Jahrhundert veröffentlichte der Moralist Salvian von Marseille das Buch Contra avaritiam („Gegen die Gier“) unter dem Namen des Timotheus; der Brief, in dem er seinem früheren Schüler, Bischof Salonius, seine Beweggründe schildert, ist erhalten geblieben.[11]

Beispiele

Eindeutige Beispiele von Pseudepigraphen mit angeblich alttestamentlichem Verfasser:

  • der Äthiopische Henoch (kanonisch in der Äthiopisch-Orthodoxen Kirche)
  • das Buch der Jubiläen (Jubiläenbuch, manchmal auch: Kleine Genesis) (kanonisch in der Äthiopisch-Orthodoxen Kirche)
  • das Leben Adams und Evas
  • das Liber Antiquitatum Biblicarum (sogenannter Pseudo-Philo)

Eindeutige Beispiele von Pseudepigraphen mit angeblich neutestamentlichem Verfasser:

  • Petrusevangelium
  • Barnabasevangelium
  • Laodizenerbrief
  • 3. Korintherbrief (kanonisch in der Syrisch-Orthodoxen Kirche)

Pseudepigraphie im Alten Testament (Tanach)

Psalmen

Bei zahlreichen Psalmen, die König David zugeschrieben werden, rechnet man mit Pseudepigraphie. Allerdings ist der hebräische Ausdruck „ledawid“ (hebräisch: לְדָּוִיד) in den Psalmenüberschriften nicht zwingend mit „von David“ zu übersetzen. Es kann auch „für David“ heißen, bedeutete dann also „dem König David gewidmet“. Auch die Nennung von Mose und Salomo als Psalmendichter unterstreicht die Autorität und die Bedeutung der Texte und reiht sie in die Tradition Israels ein.

Pseudepigraphie im Neuen Testament

Folgende Briefe werden von historisch-kritischen Theologen häufig als Pseudepigraphen bezeichnet:

  • Brief des Paulus an die Epheser
  • Brief des Paulus an die Kolosser
  • 2. Brief des Paulus an die Thessalonicher
  • 1. Brief des Paulus an Timotheus
  • 2. Brief des Paulus an Timotheus
  • Brief des Paulus an Titus
  • 1. Brief des Petrus
  • 2. Brief des Petrus
  • Brief des Jakobus
  • Brief des Judas

Die drei Briefe des Johannes sind ein Thema für sich. Die Tradition hat sie dem Apostel Johannes zugeordnet. In den Briefen wird die Verfasserschaft durch den Apostel nicht ausdrücklich behauptet. Möglicherweise liegt also eine Verwechslung mit einem Presbyter gleichen Namens vor.

Die pseudepigraphischen Texte im Kanon des Neuen Testaments werfen nach Ansicht des norwegischen Religionswissenschaftlers Einar Thomassen theologisch dornige Probleme auf, da sie Fälschungen seien und zum Teil erhebliche Anstrengungen unternähmen, die falsche Autorenschaft glaubhaft zu machen. Dadurch täten sie genau das, was sie selbst, wie zum Beispiel Eph 4,25 EU oder 2 Thess 2,2-3 EU, verbieten. Diese Probleme würden umgangen, indem man sie gegen den Stand der bibelwissenschaftlichen Forschung doch für authentisch erklärt; oder man leugnet bzw. minimiert das Moment der Täuschung, die mit der falschen Verfasserangabe einhergeht. Eine dritte Strategie bestehe darin, den autoritativen Status der überlieferten Texte auf bestimmte Schriften oder Passagen zu beschränken, das heißt, einen „Kanon innerhalb des Kanons“ zu definieren. Diese Praxis ist nach Thomassen in den Kirchen weit verbreitet, stellt aber in der Konsequenz das ganze Konzept eines Kanons als eines verbindlichen Korpus autoritativ gültiger Texte in Frage. Eine vierte, radikale Strategie könnte seines Erachtens darin bestehen, den Kanon neu zu definieren und die Pseudepigraphen daraus zu tilgen, doch dazu sehe er keine realistischen Ansätze, da die Heiligkeit der Bibel gerade in ihrer langen Tradition liege.[12]

Außerkanonische Pseudepigraphen

Pseudepigraphen zum Alten Testament (Tanach)

Zwischen 200 v. Chr. und 200 n. Chr. entstanden zahlreiche religiöse Werke, die wichtigen Persönlichkeiten der hebräischen Bibel zugeschrieben wurden. Die meisten sind jüdisch, was Herkunft und Charakter betrifft, einige dürften auch von Christen stammen. Einen Sonderfall stellt Psalm 151 dar, der von den Ostkirchen als kanonisch anerkannt wird.

Die Äthiopisch-orthodoxe Kirche erkennt die folgenden sechs Schriften als kanonisch an:

  • Äthiopisches Henochbuch (1. Henoch)
  • Buch der Jubiläen
  • Gebet des Manasse
  • 1. Buch der Makkabäer
  • 2. Buch der Makkabäer
  • 3. Buch der Makkabäer

Allgemein als außerkanonisch geltende Schriften:

  • 2. Henoch, oder: Slawisches Henochbuch
  • Hebräisches Henochbuch (3. Henoch)
  • 2. Baruch, oder: Syrische Baruch-Apokalypse
  • 3. Baruch, oder: Griechische Baruch-Apokalypse
  • 4. Baruch
  • 3. Buch Esra
  • 4. Buch Esra
  • 5. Buch Esra
  • 6. Buch Esra
  • 3. Buch der Makkabäer
  • 4. Buch der Makkabäer
  • 5. Buch der Makkabäer
  • 6. Buch der Makkabäer
  • 7. Buch der Makkabäer
  • 8. Buch der Makkabäer
  • Adam Octipartitus
  • Apokalypse des Abraham
  • Apokalypse des Adam
  • Apokalypse des Daniel (griech.)
  • Apokalypse des Elias
  • Apokalypse des Ezekiel
  • Apokalypse des Mose → Leben Adams und Evas
  • Apokalypse des Sedrach
  • Apokalypse der Sieben Himmel
  • Apokalypse des Zephania
  • Apokryphon des Ezechiel
  • Apokryphon von Jakob and Joseph
  • Apokryphon Jeremias, auch: Koptisches Apokryphon Jeremias
  • Apokryphon des Melchisedek
  • Apokryphon der Zehn Stämme
  • Aristeasbrief
  • Assumptio Mosis → Himmelfahrt des Mose
  • Brief des Rehobeam
  • Buch Assafs (hebräisch)
  • Buch der Höhlenschätze
  • Buch Noah
  • Darlegung Sems
  • Eldad und Modad
  • Elias Bittgebet
  • Fragen Esras
  • Gebet des Jakob
  • Gebet des Josef
  • Gemeinderegel
  • Geschichte des Josef
  • Geschichte der Rechabiten
  • Griechische Esra-Apokalypse
  • Henochisches Buch der Riesen (anderer Name: „Ogias, der Riese“)
  • Himmelfahrt des Jesaja
  • Himmelfahrt des Mose, lateinisch: Assumptio Mosis, auch: Testament des Mose
  • Jakobs Leiter (hebräisch: Sulam Yaakov, סולם יעקב)
  • Jannes und Jambres
  • Joseph und Aseneth
  • Leben Adams und Evas
  • Das Leben der Propheten
  • Oden Salomos
  • Psalmen Salomos
  • Psalmen 152–155
  • Sibyllinische Orakel
  • Testament Abrahams
  • Testament Adams
  • Testament Hiobs
  • Testament Isaaks
  • Testament Jakobs
  • Testament Salomos
  • Testamente der zwölf Patriarchen
  • Vision Esras
  • Visionen von Himmel und Hölle
  • Worte des Sehers Gad
  • Zeichen des Gerichts

Pseudepigraphen zum Neuen Testament

Evangelientexte und geheime Offenbarungen Jesu

  • Thomasevangelium (teilweise gnostisch)
  • Evangelium der Wahrheit Evangelium Veritatis (gnostisch)
  • Koptisches Ägypterevangelium (gnostisch, sethianisch)
  • Nikodemusevangelium (zweiter Teil auch als „Pilatusakten“, lateinisch „Acta Pilati“ bekannt)
  • Gamalielevangelium
  • Apokryphon des Johannes (gnostisch, sethianisch)
  • Apokryphon des Jakobus (zur Gnosis neigend)
  • Dreigestaltige Protennoia (gnostisch, sethianisch)
  • Pistis Sophia koptisch (gnostisch)
  • Thomasbuch (auch: Buch des Athleten Thomas)
  • Sophia Jesu Christi (gnostisch)
Kindheitsevangelien
  • Evangelium der Geburt Marias, Libellus de Nativitate Sanctae Mariae → Protoevangelium des Jakobus
  • Pseudo-Matthäus-Evangelium
  • Kindheitsevangelium nach Thomas
  • Protoevangelium des Jakobus (auch Geburt der Maria)
  • Arabisches Kindheitsevangelium (syrisch)
  • Armenisches Kindheitsevangelium (armenisch)
  • Syrisches Evangelium der Kindheit unseres Herrn Jesus, oder: Geschichte von Josef, dem Zimmermann
Teilweise überlieferte Evangelien
  • Judasevangelium (gnostisch)
  • Petrusevangelium
  • Evangelium der Maria
  • Philippusevangelium
  • Evangelium der Eva (gnostisch)
  • Evangelium des Mani
  • Unbekanntes Berliner Evangelium (auch: Evangelium des Erlösers) (gnostisch, 6. Jh.?)
  • Evangelium nach Bartholomäus
  • Evangelium der Zwölf
Rekonstruierte Evangelien
  • Ebionitenevangelium
  • Griechisches Ägypterevangelium
  • Hebräerevangelium
  • Geheimes Markusevangelium
  • Evangelium nach Matthias
  • Nazaräerevangelium
  • Barnabasevangelium (islamisch beeinflusst, 14.–16. Jh.)

Apostelakten

  • Andreasakten, Acta Andreae
  • Barnabasakten
  • Johannesakten, Acta Ioannis
  • Märtyrerberichte
  • Paulusakten
  • Akten des Paulus und der Thekla, Acta Pauli et Theclae
  • Petrusakten
  • Akten des Petrus und Andreas
  • Akten des Petrus und Paulus
  • Akten des Petrus und der Zwölf
  • Philippusakten, Acta Philippi
  • Pilatusakten im Nikodemusevangelium
  • Thomasakten Acta Thomae (auch: Apostelgeschichte des Thomas)
  • Timotheusakten
  • Akten von Xanthippe, Polyxena und Rebekka

Briefe

  • Laodizenerbrief
  • Brief der Korinther an Paulus
  • 3. Korintherbrief (kanonisch in der syrisch-orthodoxen Kirche?), Teil der Paulusakten
  • Briefwechsel zwischen Seneca und Paulus, 4. Jh. n.

Apokalypsen

  • Visio Sancti Pauli (auch Apokalypse des Paulus bzw. Offenbarung des Paulus)
  • Offenbarung des Petrus (auch: Petrusapokalypse oder Apokalypse des Petrus)
  • Apokalypse des Pseudo-Methodius
  • Apokalypse des Thomas
  • Apokalypse des Stephanus
  • 1. Apokalypse des Jakobus (auch: Offenbarung des Jakobus)
  • 2. Apokalypse des Jakobus (gnostisch)

Weitere

  • Apostolische Konstitutionen, lateinisch: Constitutiones Apostolorum
  • Buch des Nepos
  • Apostolische Kanones
  • Syrische Schatzhöhle oder „Buch der Schatzhöhle“ oder „Die Schatzhöhle“
  • Klementinen oder Pseudo-Klementinen
  • Didache (ältester Katechismus)
  • Liturgie des Hl. Jakobus
  • Gebet des Apostels Paulus, lateinisch: Precatio Pauli (gnostisch) Protoevangelium des Jakobus

Außerkanonische Schriften (ohne Verfasser)

Schriften oder Schriftfragmente, die biblischen Stoff darbieten und weder einen Verfassernamen tragen noch den Eindruck erwecken wollen, von jemand bestimmtem geschrieben worden zu sein (siehe oben den Abschnitt Begriffsbestimmung), sind unabhängig von der Echtheit bzw. Historizität der überlieferten Worte als apokryph bzw. außerkanonisch zu bezeichnen. Dazu sind zu zählen:

  • Fajjum Fragment
  • Papyrus Oxyrhynchus 840
  • Papyrus Oxyrhynchus 1224
  • Papyrus Egerton 2
  • Papyrus Cairensis 10 735
  • Straßburger koptischer Papyrus
  • Evangelium der Frau Jesu (koptisches Fragment, Echtheit zweifelhaft, möglicherweise moderne Fälschung)

Siehe auch

  • Apostolische Väter
  • Interpolation (Literatur)
  • Nag-Hammadi-Schriften

Literatur

Vgl. die ausführliche Literaturliste im Artikel Pseudepigraphie.

  • Armin Daniel Baum: Pseudepigraphie und literarische Fälschung im frühen Christentum. Mit ausgewählten Quellentexten samt deutscher Übersetzung (WUNT; 2/138). Mohr Siebeck, Tübingen 2001.
  • James H. Charlesworth (Hrsg.): The Old Testament Pseudepigrapha, Vol. 1, Peabody: Massachusetts 1983/2010, ISBN 978-1-59856-491-4.
  • James H. Charlesworth: Art. Pseudepigraphen des Alten Testaments. In: TRE 27 (1997), S. 639–649 (Überblick über einzelne pseudepigraphe Schriften)
  • Richard Bauckham: Pseudo-Apostolic Letters, in: Journal of Biblical Literature, Vol. 107, No. 3, September 1988, S. 469–494.
  • Kurt von Fritz (Hrsg.): Pseudepigrapha I, Genf 1972. (Aufsatzsammlung)
  • Emil Kautzsch: Die Apokryphen und Pseudoepigraphen des Alten Testaments. 2 Bände, Tübingen 1898 und 1900, Band 2 (Die Pseudepigraphen des Alten Testaments), Tübingen 1900.
  • Bruce M. Metzger: Literary forgeries and canonical pseudepigrapha. In: Journal of Biblical Literature No. 91 (1972), S. 3–24.

Weblinks

  • „Online Critical Pseudepigrapha“ Online texts of the Pseudepigrapha in their original or extant ancient languages
  • Smith, Mahlon H. „Pseudepigrapha“ entry in Into His Own: Perspective on the World of Jesus online historical source book, at VirtualReligion.net
  • Journal for the Study of the Pseudepigrapha official website
  • The Value of the Pseudepigrapha for Biblical Studies A brief discussion of how pseudepigraphal works can be utilized in the field of Biblical Studies

Einzelnachweise

  1. ↑ Vgl. die verschiedenen Erklärungsmöglichkeiten zur Bibliotheke des Apollodor.
  2. ↑ ψευδεπίγραφος im Lexikon von Liddell-Scott-Jones (LSJ)
  3. ↑ Stephen L. Harris: Understanding the Bible, Palo Alto 1985.
  4. ↑ Rudolf Eisler: Wörterbuch der philosophischen Begriffe, 2 Bde., historisch-quellenmäßig bearb. v. Rudolf Eisler, Berlin 1904.
  5. ↑ Hans-Georg Gadamer: Wahrheit und Methode. Grundzüge einer philosophischen Hermeneutik, Tübingen 1990, S. 271–276 (Ges. Werke, Bd. 1, Hermeneutik I).
  6. ↑ Jürgen Becker, Ulrich Luz: Die Briefe an die Galater, Epheser und Kolosser (NTD 8/1), Göttingen 1998, S. 108f.
  7. ↑ So Heinrich Schlier, 1971, und Markus Barth, 1974 und 1994.
  8. ↑ Richard Bauckham: Pseudo-Apostolic Letters. In: Journal of Biblical Literature (Sept. 1988), S. 469.
  9. ↑ Eusebius: Kirchengeschichte („Historia Ecclesiastica“), 6,12.
  10. ↑ Michael Lattke: Oden Salomos, Freiburg 1995. Ihm folgend, Klaus Berger, Christiane Nord: Das Neue Testament und frühchristliche Schriften, Frankfurt 1999, S. 935.
  11. ↑ Salvian von Marseille: Epistle, IX.
  12. ↑ Einar Thomassen: ‘Forgery’’ in the New Testament. In: James R. Lewis, Olav Hammer (Hrsg.): The Invention of Sacred Tradition. Cambridge University Press, Cambridge u. a. 2007, ISBN 978-0-521-86479-4, S. 141–157, hier S. 152–155.



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Dieser Eintrag basiert auf dem Artikel Pseudepigraphie (Bibel) aus der freien Enzyklopädie Wikipedia. Der Text steht unter der Lizenz Creative Commons Attribution-ShareAlike 4.0 International und ist frei verfügbar.

Syrische Schatzhöhle

Noir24admin Apokryphen 21. Juni 2026

Die Syrische Schatzhöhle ist eine Sammlung apokrypher Schriften aus der frühen Syrischen Kirche.

Sie ist eine etwa im 6. Jahrhundert abgeschlossene Sammlung apokrypher christlicher Schriften in syrischer Sprache. Die Schrift wird der Schule um Ephräm der Syrer zugeordnet, geht aber in der vorliegenden Gestalt höchstwahrscheinlich nicht auf diesen als Gesamtautor zurück. Durchgehendes Thema der Schriften ist eine Adam-Christus-Typologie, ein herausragendes Teilstück ist das Hexaemeron.

Literatur

  • Carl Bezold: Die Schatzhöhle. 2 Bände, Hinrichsche Buchhandlung, Leipzig 1883, 1888 (Band 1)
  • Paul Rießler: Altjüdisches Schrifttum außerhalb der Bibel. Augsburg 1928, S. 942–1013
  • Alexander Toepel: Die Adam- und Seth-Legenden im syrischen Buch der Schatzhöhle: eine quellenkritische Untersuchung. Leuven 2006 (Teildigitalisat).
  • Alexander Toepel: Schatzhöhle (Buch der Schatzhöhle / syr. Schatzhöhle). In: Christian Hornung u. a. (Hrsg.): Reallexikon für Antike und Christentum. Band 29, Anton Hiersemann, Stuttgart 2019, Sp. 749–760.

Weblinks

Wikisource: Die Schatzhöhle in der Übersetzung von Paul Rießler – Quellen und Volltexte
Normdaten (Werk): GND: 4437796-4 (GND Explorer, lobid, OGND, AKS) | LCCN: no2007022450 | VIAF: 186678544



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Testament Salomos

Noir24admin Apokryphen 21. Juni 2026

Das Testament Salomos (abgekürzt mit TestSal oder TSal) ist eine christlich-gnostische apokryphe, pseudoepigraphische Schrift, die auf das 4. Jahrhundert datiert wird.

Inhalt der auf Griechisch verfassten Schrift ist der salomonische Tempelbau. Sie beginnt mit der Übergabe eines Siegelringes von Gott an Salomo, mit dem dieser jeden Dämon kontrollieren kann. Salomo befiehlt eine Reihe von Dämonen zu sich, befragt sie über ihre Eigenschaften und bestimmt die meisten von ihnen zur Mithilfe beim Bau des Tempels. Dabei dient der Tempelbau jedoch in erster Linie als Rahmenhandlung; die Beleuchtung der Dämonen steht im Mittelpunkt, es handelt sich demnach um eine dämonologische Schrift.

Sind viele andere Apokryphen lediglich dem Namen nach Testamente, lässt sich die literarische Form beim Testament Salomos durchaus erkennen. Von der älteren Forschung wurde das Testament Salomos als Text mit jüdischem, vorchristlichen Ursprung angesehen, der durch frühchristliche Autoren überarbeitet wurde. Der Kommentar zur 2006 erschienenen deutschen Übersetzung legt jedoch nahe, dass der Inhalt vollständig aus dem 4. Jahrhundert stammt.

Literatur

Textausgaben

  • F. A. Bornemann: Das Testament des Salomo. Aus dem Griechischen übersetzt. In: Zeitschrift für die historische Theologie. Band 14, Nummer 3, 1844, S. 9–56 (Digitalisat).
  • Peter Busch: Das Testament Salomos. Die älteste christliche Dämonologie, kommentiert und in deutscher Erstübersetzung; 2006 (Online-Vorschau).
  • Dennis C. Duling: Testament of Solomon. In: James H. Charlesworth (Hrsg.): The Old Testament Pseudepigrapha. Band 1: Apocalyptic Literature and Testaments. The Anchor Yale Bible Reference Library, Doubleday 1983, S. 935–987.
  • F. F. Fleck: Wissenschaftliche Reise durch das südliche Deutschland, Italien, Sicilien und Frankreick 2/3, Leipzig 1837, 111–140, Nachdruck in: Jacques-Paul Migne (Hrsg.): Patrologia Graeca, Band 122, S. 1315–1358 (mit lateinischer Übersetzung).
  • Chester Charlton McCown: The Testament of Solomon (= Untersuchungen zum Neuen Testament. Band 9). Leipzig 1922 (Digitalisat; [http://www.users.globalnet.co.uk/~pardos/ArchiveSolReview.html Review von M. R. James).

Sekundärliteratur

  • Dennis C. Duling: The Testament of Solomon: Retrospect and Prospect. In: Journal for the Study of Pseudepigrapha. Band 2, 1988, S. 87–112.
  • Karl Preisendanz: Salomo. In: Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft. Supplementband 8, Alfred Druckenmüller, Stuttgart 1956, Sp. 660–704.
  • Eckard von Nordheim: Die Lehre der Alten. München 1973, S. 185–193, Auszüge bei Google Books
  • Felix Albrecht (Hg.): Editionen und Studien zum Testamentum Salomonis (= Parabiblica 1), Mohr Siebeck, Tübingen 2023, ISBN 978-3-16-162443-8.

Weblinks

Textausgaben

Wikisource: Übersetzung von Paul Rießler – Quellen und Volltexte
  • F. C. Conybeare: Translation, nach: Jewish Quarterly Review 9 (1898), 1–45.

Informationen

  • Crawford Howell Toy: Testament of Solomon. In: Isidore Singer (Hrsg.): Jewish Encyclopedia. Funk and Wagnalls, New York 1901–1906.
  • James Harding / Loveday Alexander: Dating the Testament of Solomon, St Andrews 1999.



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  1. Himmelfahrt des Mose
  2. Nowgoroder Kodex
  3. Papyrus Chester Beatty XII
  4. Psalmen 152–155

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