• 09001234567
  • info@noir24.de
Noir24  Dein schwarzes Netzwerk Noir24  Dein schwarzes Netzwerk
  • Noir24
  • Noir24 Netzwerk
  • Noir24 Wiki
  • Noir24 Media
Sign In

Atomwaffen Division

Noir24admin Satanismus 21. Juni 2026
Logo der Atomwaffen Division

Als Atomwaffen Division (deutsch und englisch; abgekürzt AWD) bezeichnet sich eine rechtsterroristische Gruppe, die ab Oktober 2015 in Florida öffentlich hervortrat und sich seitdem in den USA und anderen Staaten verbreitet. Sie gilt als eine der gefährlichsten Neonazi-Gruppen der Gegenwart. Ihr Logo, ein schwarzweißes Strahlenwarnzeichen, erinnert an Kennzeichen der Waffen-SS. Ihre Ideologie orientiert sich am Nationalsozialismus und propagiert Antisemitismus, White Supremacy, Hass auf Minderheiten und maßlose Gewalt, um den Zusammenbruch westlicher Staatssysteme zu beschleunigen (Akzelerationismus), einen weltweiten apokalyptischen „Rassenkrieg“ und eine Herrschaft der „weißen Rasse“ herbeizuführen. Sie verherrlicht rechtsextreme und islamistische Massenmörder als Vorbilder und ruft zum Ermorden von Juden, Muslimen, Homosexuellen und anderen Minderheiten auf.

Bis 2019 hatte die AWD in den USA 80 bis 100 Mitglieder und mehr als 100 Bewerber. Sie organisierten sich gemäß dem Aktionskonzept Führerloser Widerstand in voneinander unabhängigen Zellen und bildeten deren Mitglieder an Maschinengewehren und im Bombenbau aus. Drei Mitglieder töteten seit 2017 insgesamt fünf Menschen. Nach der Festnahme einiger Täter erklärte sich die AWD im März 2020 für aufgelöst, besteht aber in mehreren Nachfolgegruppen fort, etwa als National Socialist Order.

Seit 2017 entstanden Teilgruppen oder gleichartige Gruppen in Australien (Antipodean Resistance), Kanada (Northern Order), Großbritannien (Sonnenkrieg Division), Osteuropa (Feuerkrieg Division), Skandinavien (Nordische Widerstandsbewegung), der Ukraine und Russland (M.K.Y.). Seit Juni 2018 existiert eine Atomwaffendivision Deutschland (AWDD) mit bis zu 36 Mitgliedern. Als deren Partner erschien im Juni 2020 eine Atomwaffen Division Russland (AWDR). Im Januar 2021 gründete sich die etwa 25-köpfige Atomwaffen Division Europe (AWDE). Diese und weitere Gruppen bilden mit der AWD ein Netzwerk von jungen männlichen “White Power Terrorists”, die „führerlosen Widerstand“ üben und sich durch eine „Propaganda der Tat“ vom Rechtspopulismus abgrenzen, von dessen Erstarken sie zugleich profitieren.

Entstehung

→ Hauptartikel: Iron March

2011 wurde in den USA die Webseite Iron March für Neonazis gegründet. Dieses Forum propagierte vor allem den Akzelerationismus durch Terroranschläge gegen Juden, Homosexuelle und People of Color. Der 19-jährige Brandon Clint Russell (Nutzername „Odin“) tauchte ab dem 22. März 2014 dort auf und empfahl das Buch des rumänischen Faschisten Corneliu Zelea Codreanu For My Legionaries, dessen Anhänger rituell Blut tranken.[1] Auf Fotografien posierte er mit einem Gewehr und einem mit “Natural Born Killers” und einem Reichsadler bedruckten T-shirt. Er pries den Amoklauf an der Columbine High School, den norwegischen Massenmörder Anders Behring Breivik und Adolf Hitler. Aus Interesse an Kernwaffen studierte er an der University of South Florida einige Semester Kernphysik und postete Anleitungen zum improvisierten Bau von Kernreaktoren.[2]

Am 18. März 2015 trat Russells 16-jähriger Mitbewohner Devon Arthurs (“TheWeissewolfe”), am 28. März 2016 der 17-jährige Andrew Oneschuk (“Borovikov”) dem Iron March bei. Der russische Neonazi Dmitry Borovikov hatte Migranten und eine Antifaschistin ermordet. Oneschuk stellte sich als der wiedergeborene Breivik vor, der Kontakt zu einer Gruppe wie der britischen National Action suche. Die drei beurteilten aktuelle Ereignisse stets danach, ob sie den angestrebten Zusammenbruch der Staatsordnung beschleunigen könnten.[1]

Russell bat im Juni 2015 im Iron March um ein GIF mit dem Satz Atomwaffen intensifies. Im Juli 2015 stellte er seine neue Gruppe als Miliz namens “Atomwaffen Division” vor. Dazu gehörten anfangs nur vier bis fünf Teenager.[3]

Am 12. Oktober 2015 gab Russell im Iron March Gründung, Namen und Ziele der AWD bekannt. Sie sei seit mindestens 2012 entstanden und habe mehr als 40 Mitglieder. Diese fanatische Kameradschaft verbreite ihre Ideen auch mit ungewöhnlichen Methoden und verlange ernsthafte Hingabe an einen kompromisslosen Endsieg. Als Mitglied geeignet sei nur, wer bereit sei, überall auf der Welt physisch zusammenzuarbeiten. „Tastenkrieger“ am PC seien ungeeignet, obwohl man unauffällig auch viel Hacken betreibe.[4]

Einige Mitglieder begrüßten Donald Trumps Kandidatur zur US-Präsidentenwahl 2016, meist weil sie erwarteten, er werde die Weltpolitik rascher ins Chaos stürzen. Russell betrachtete Trump als „projüdische“ „Schwuchtel“, der seinen Anhängern bloß Phrasen zurufe und ihre Liebe zum „System“ anheize.[1] Laut Experten entstand die AWD im Kontext der erheblichen Zunahme und Radikalisierung rechtsextremer Gruppen vor und nach Trumps Wahlsieg 2016. Diese sehen Terrorgewalt wie ihre Vorläufer in den USA als legitime und einzige Lösung für ihre Klagen an, radikalisieren sich außerhalb fester Organisationsstrukturen und beziehen ihre Ideologie und Inspiration aus dem Internet.[5]

Ideologie

Verhältnis zur Alt-Right

Wie andere Neonazigruppen der USA verehrt die AWD Adolf Hitler, propagiert antisemitische Verschwörungstheorien vom Zionist Occupied Government und Weltjudentum, das angeblich einen Völkermord an der „weißen Rasse“ und deren Austausch durch Einwanderer und Schwarze plane. Sie folgt David Eden Lanes rassistischem Bekenntnis der Fourteen Words, glaubt an einen kommenden „heiligen Rassenkrieg“, verehrt die fiktiven Turner-Tagebücher, deren Held die Regierung stürzt und einen Rassenkrieg auslöst, und bejaht individuelle Terrorgewalt nach Louis Beams Konzept des führerlosen Widerstands.[6]

Wie die Alt-Right-Bewegung, aus der sie entstand, vertritt die AWD die Ideologie der weißen Überlegenheit (“white supremacy”), jedoch mit der extremen Variante des Akzelerationismus: Angesichts unrettbar korrupter westlicher Regierungen seien Wahlen und Massenpolitik sinnlos. Weiße könnten den Kollaps des „Systems“ nur durch das Stiften von Chaos und Spannung beschleunigen, am besten durch Terror gegen nichtweiße Minderheiten und Juden. Seit dem “Unite-the-Right”-Aufmarsch in Charlottesville 2017 übernahmen immer mehr Neonazis diese Sicht und verachteten die Alt-Right-Vertreter als erfolglose Feiglinge.[7]

James Masons Siege

Die AWD bezieht sich auf den rechtsextremen Autor James Mason und sein Werk Siege („Belagerung“) von 1992.[8] Das Buch war seit 2011 auf dem Iron March bekannt und wurde ab 2015 immer öfter als Antwort auf aktuelle Probleme empfohlen. Forenteilnehmer etablierten das Meme “Read Siege” und schufen damit einen Trend in der “White-supremacy”-Bewegung.[1] AWD-Führungsmitglieder spürten Mason 2017 auf und boten ihm an, seine Ideen über ihre Webseite “Siege Culture” zu verbreiten.

In seinem Siege betitelten Briefwechsel mit dem inhaftierten Massenmörder Charles Manson pries Mason Mansons Terrormethode „Helter Skelter“. Die Sammlung enthält Holocaustleugnung und Hass gegen Juden und Homosexuelle, ruft zur Bildung dezentraler Terrorzellen und zum bewaffneten Kampf gegen das „System“ auf[9] und propagiert eine von einer „weißen Rasse“ dominierte “Universal Order”. Mason verherrlicht Mansons Morde, fordert führerlose bewaffnete Terrorzellen zum Sturz der Regierung und Beschleunigen der angestrebten Revolution der Weißen. Weil Juden die ganze amerikanische Kultur beherrschen würden, wolle er dieses System vernichten, nicht nur verletzen.[10]

Nach dem Verbot des Iron March übernahm die Webseite “Siege Culture” großenteils dessen Inhalte und wurde zur AWD-Plattform. Die AWD sandte Manson gewaltverherrlichende Briefe ins Gefängnis. Er soll das AWD-Logo entworfen haben. Nach Russells Festnahme im Mai 2017 und Mansons Tod im November 2017 erhielt Mason noch mehr Einfluss auf die AWD-Ideologie. Fetischisierte Terrorgewalt wurde deren Markenkern. Auf der im Oktober 2017 auf Cloudflare eröffneten Webseite “Siege-Culture (S-C)” schrieb Russells Nachfolger John Cameron Denton, die AWD habe Mason geholfen, Siege online zu publizieren, und sich dann für seine Aktionsrichtung entschieden. Die rechte Bewegung habe zu lange Leute in ein folgenloses Denken gelockt. Wer diese Webseite besuche, könne dagegen Geschichte machen.[10]

Weitere Vorbilder

Die AWD feiert frühere Rechtsterroristen und deren Taten als Beiträge zur angestrebten rassistischen „Säuberung“ der modernen Welt:

  • Joseph Tommasi, Gründer der National Socialist Liberation Front von 1974;
  • The Order von 1983/84;
  • William Luther Pierce, Gründer der National Alliance und Autor der Turner Diaries;[11]
  • den davon angeregten Massenmörder von 1995 Timothy McVeigh;[10]
  • den Briefbombenmörder Theodore Kaczynski, mit dem AWD-Mitglieder persönlichen Kontakt hatten;
  • den norwegischen Massenmörder von 2011 Anders Behring Breivik;
  • Dylann Roof, der beim Anschlag in Charleston 2015 neun Afroamerikaner ermordete;[11]
  • Robert Bowers, der beim Attentat in der Tree-of-Life-Synagoge in Pittsburgh 2018 elf Menschen erschoss;
  • Brenton Tarrant, der 2019 beim Terroranschlag auf zwei Moscheen in Christchurch (Neuseeland) 51 Menschen ermordete;
  • John Earnest, der 2019 beim Anschlag auf eine Synagoge in Poway eine Person tötete.

Die AWD stellt diese Mörder als Heilige mit christlicher Ikonografie dar.[12] Mit dem Slogan “Osama was Right” („Osama hatte Recht“) feierte sie auch den islamistischen Massenmörder Osama bin Laden[4] und die Terroranschläge am 11. September 2001. Russell soll den ISIS-Attentäter Omar Mateen nach dessen Anschlag von Orlando am 12. Juni 2016 als „Helden“ gelobt haben.[13] Zu einer Trauerfeier für dessen 49 Mordopfer erschien der maskierte AWD-Anhänger Steven Billingsley mit einem Schild mit Hakenkreuzen und der Parole “God hates Fags” („Gott hasst Schwuchteln“) und erklärte: Die „Degenerierten“ seien selbst Schuld an dem, „was sie kriegen“; „unsere Rasse“ sei von fremder Religion und Homosexualität rein zu halten.[14]

Im Frühjahr 2017 bekannte sich AWD-Mitgründer Devon Arthurs zum „salafistischen Nationalsozialismus“[13] und ermordete dann zwei Mitbewohner, weil (so erklärte er einem Kameraden) die AWD viele LGBTQ-Personen aufgenommen habe, während Gruppen wie ISIS „tatsächlich Homosexuelle umbringen“. Im November 2018 empfahl ein mutmaßliches AWD-Mitglied das Werk Management of Savagery des al-Qaida-Strategen Abu Bakr Naji. Im Mai 2019 empfahl die “Feuerkrieg Division” ein ISIS-Video, nach dessen Anleitung die Bomben für den Terroranschlag in Manchester am 22. Mai 2017 (23 Tote) gebaut worden waren. Im Juni 2019 erklärte ein AWD-Autor online, Neonazis müssten das „islamische Beispiel“ der Märtyrerschaft und des Widerstands der Taliban und ISIS bewundern und nachahmen. Im Herbst 2019 stellte der AWD-Propagandist “Dark Foreigner” stilisierte Porträts von Osama Bin Laden mit einem Zitat von ihm her. Experten erklären die Annäherung von Neonazis an Islamisten damit, dass beide extreme Gewalt, ähnliche Propagandamethoden, visuelle Terrorästhetik und Antisemitismus vertreten.[15]

Konflikt um Satanismus

Seit 2017 bot die Webseite “Siege Culture” Schriften aus Rechtsesoterik, Satanismus und Okkultismus an, etwa “The Devil’s Notebook” von Anton LaVey, “Hostia: Secret Teachings of the Order of Nine Angles” (ONA) und “Iron Gates” von Joshua Caleb Sutter, dem Gründer des Temple ov Blood. Der Roman stellt eine brutale, von sadistischen Kindermördern beherrschte Welt nach einem Atomkrieg dar.[10] Ferner verlangte AWD die Lektüre von Sutters Buch “Libre 333”.[16] Laut Beobachtern wollte die AWD damit kulturelle Tabus angreifen und besonders aktionsbereite Jugendliche gewinnen.[10]

Die 1970 gegründete ONA verband ihrerseits Satanismus und Neonazismus und unterwanderte seit 2008 gezielt Neonazigruppen. Einige Mitglieder der britischen National Action und Sonnenkrieg Division gehörten zugleich zur ONA.[16] Deren Texte bejahen Menschenopfer, verherrlichen Nazideutschland und leugnen den Holocaust. Eine Einführung fordert ONA-Mitglieder auf, rechtsextreme Gruppen zu infiltrieren und zum eigenen Kult zu bekehren. Ziel sei, Fanatismus in Aktion zu zeigen und „häretische“ Sichtweisen zu vertreten, damit alle Rechten ONA-Mitglieder als gefährliche und darum attraktive Extremisten ansähen. Ab 2014 hatte der neue AWD-Anführer John Cameron Denton ONA-Logos gepostet, später ONA auf dem Iron March gelobt und ONA-Symbole mit AWD-Propaganda kombiniert. Ab Januar 2018 skandalisierten zwei ehemalige AWD-Mitglieder wachsende satanistische Einflüsse intern und auf dem Gab-Netzwerk. Als Dentons frühe ONA-Symbolik bekannt wurde, traten viele AWD-Mitglieder aus. Andere verteidigten sich: Man habe ONA-Symbole nur als Meme verwendet; Moralismus werde der Bewegung nicht helfen, im kommenden Rassenkrieg zu überleben. Zentraler Streitpunkt war, ob und wie weit Satanismus mit Nationalsozialismus vereinbar sei.[17]

Als Masons Buch Siege auch auf der Webseite The Daily Stormer immer öfter erwähnt wurde, grenzte sich dessen Gründer Andrew Anglin strikt von der AWD ab: Kein autonomer Neonazi müsse einem satanischen Todeskult verfallen. Im Dezember 2017 grenzte auch Matthew Heimbach seine Traditionalist Worker Party vom Motto “Read Siege” und von der AWD ab.[1]

Mitglieder

Die AWD besteht vor allem aus Kadern weißer junger Männer, darunter einigen aktiven Soldaten der United States Army und Satanisten.[4] Sie organisierten sich anfangs im Iron-March-Forum und trafen sich später real, um sich zu radikalisieren.[10] Nach Angaben Russells bestanden 2015 Teilgruppen in Alabama, Florida, Kentucky, Missouri, Ohio, Oregon, Texas, Virginia sowie in Boston, Chicago und New York City.[18] Nach von ProPublica entschlüsselten Chatlogs gab es im Februar 2018 in mindestens 23 Bundesstaaten der USA aktive AWD-Zellen, etwa bei Seattle und in Richmond (Virginia).[19]

ProPublica schätzte bis Februar 2018 rund 80 AWD-Mitglieder;[20] ein AWD-Aussteiger bestätigte dies. Die größten AWD-Zellen gebe es in Virginia, Texas und Washington; jede arbeite unabhängig. ProPublica fand in AWD-Chatlogs mindestens 100 verschiedene Benutzernamen, schloss aber Mehrfachkonten nicht aus.[21] Zur möglichen Anhängerschaft zählen die mehr als 1600 registrierten Iron-March-Benutzer.[10]

Nach Russells Verhaftung im Mai 2017 übernahm John Cameron Denton (Nutzernamen “Vincent Snyder” und “Rape” – „Vergewaltigung“) aus Conroe (Texas) die AWD-Webseiten, formte die AWD-Ideologie, gestaltete AWD-Plakate und wählte zu lesende Bücher für neue Rekruten aus.[22] Zur AWD-Zelle in Texas gehörten sein jüngerer Bruder Grayson Patrick Denton (“Nazgul” bzw. „Leon“)[21] und Sean Michael Fernandez („Wehrwolf“). Dieser begrüßte den Mord seines Kameraden Samuel Woodward am 30. Januar 2018 als Inspiration für Nachahmer und die wachsende Furcht vor AWD-Anschlägen als gewollt.[19]

Im November 2019 enttarnten Journalisten in den geleakten Iron-March-Dateien mindestens drei aktive US-Soldaten als AWD-Mitglieder sowie dutzende, die militärische Erfahrung, Trainings, Waffenkenntnis und Kampfkunst anboten. Manche wollten eigene AWD-Ableger gründen.[23] Der kanadische Soldat Boris Mihailovic (“Moonlord”) rief als Administrator des Iron March dazu auf, zur Armee zu gehen, um sich Waffen und militärische Kenntnisse zum Zerstören des „Systems“ anzueignen. Er verpflichtete neue Mitglieder des Forums zur Lektüre eines Terrorhandbuchs und bezeichnete sich als AWD-Mitglied. 2019 enttarnten Antifa-Aktivisten seinen Klarnamen, worauf er seine AWD-Mitgliedschaft bestritt. 2021 entließ Kanadas Armee ihn.[24]

Die Physikstudentin Lauren Ashley Paul aus Zanesville (Ohio) (“rekse_”, später “schönundweiß”) hatte online Kontakt zu Devin Arthurs und erklärte, sie habe AWD-Aufkleber entworfen und AWD-Plakate an Universitäten aufgehängt. Nach Arthurs´ Morden im Mai 2017 suchte sie „muslim-freie“ Neonazigruppen und entwarf für die bis August 2016 bestehende “Silver Legion” Propagandamaterial. Gründer dieser AWD-Teilgruppe waren Evan Gillwood (“Zeroangle”) aus Carlisle (Pennsylvania), Jared Casalinuovo (“Stealth_24” bzw. “arundel”) aus Reading (Massachusetts), und Andrew Oneschuk (“Borovikov”). Zum Umfeld gehörte Dillon Hopper (“Lauburu88”), der Anführer von Vanguard America. Danach arbeitete Lauren Paul wahrscheinlich für “Aryan Underground”. Ihr letzter Post im Iron March vom 7. Mai 2017 ging an Brandon Russell.[25]

Bis Dezember 2019 enttarnte der Investigativjournalist Nate Thayer mehr als zwölf AWD-Mitglieder, darunter den Anführer der AWD-Zelle in Colorado Ryan Hatfield. Er verbreitete Masons Texte unter den Nutzernamen “RyanAW”, “Ryan Nolan Smith”, “Ryan Atomwaffen”, “Ryan Nolan Mason”, “Arthur Nolan Mason” im Internet. Seine Eltern billigten dies und schenkten ihm ein Maschinengewehr. William H. Stoetzer (“PanzerViking”, “Saor”) aus Cripple Creek (Colorado) war Umweltaktivist bei Earth First! und der Earth Liberation Front (ELF) gewesen und kam 2016 zur AWD-Zelle in Colorado. Die abgelehnte Soldatin Bella Oakley (“EdelweißSS”) traf sich danach privat mit Hatfield. Joshua Caleb Sutter (“Swiss Discipline”), Gründer des Temple ov Blood, leitete die AWD-Zelle in South Carolina, Oswald N. Woods (“Ozzy” oder “OzzyAW”) die in West Virginia.[26]

Aktivitäten

Propaganda

Von 2015 bis 2017 warb die AWD mit Flugblättern, Plakaten und Aufklebern (“Join your local Nazis!”) an Hochschulen der USA um Mitglieder, erstmals an der University of Central Florida,[18] 2016 an der Old Dominion University, der Boston University, der University of Colorado, der University of Chicago und der Suffolk University.[27]

2016 zeigte ein AWD-Mitglied den Plakatspruch “Mary’s Life Mattered” vor dem Gebäude der Anti Defamation League (ADL) in Houston. Der Jude Leo Frank war 1913 für einen angeblichen Mord an der weißen Mary Phagan irrtümlich verurteilt und später gelyncht worden. Deswegen hatte sich damals die ADL gegründet.[21]

Ab Dezember 2017 verbreitete die AWD ihre Propaganda, Mord- und Terroraufrufe jahrelang ungehindert im Internet, etwa mit Videos auf BitChute.[10] Auf einigen verbrennen Maskierte die Flagge und Verfassung der Vereinigten Staaten.[19] Auf Discord tauschten AWD-Mitglieder rund 250.000 Botschaften aus, darunter Handbücher zum Bombenbau, Absprachen für Gewaltakte in Charlottesville (August 2017) und Jubel über den fünften Mord aus den eigenen Reihen (Januar 2018). Erst nachdem ProPublica im Februar 2018 einige dieser Chats veröffentlichte, schloss Discord die AWD-Seiten und einige Alt-Right-Server. Inktale entfernte AWD-T-Shirts aus seinem Kaufangebot und sperrte die Anbieter. Cloudflare dagegen schützte die Webseiten “AtomwaffenDivision.org” und “SiegeCulture.com” weiter vor Hackern und informierte nur deren Datenbankanbieter über anonyme Beschwerden.[28]

Bis Januar 2018 erschienen auf YouTube 13 AWD-Videos mit Gewaltszenen, Mord- und Terroraufrufen; nur das zweite erhielt einen Warnhinweis. Auf Steam verlinkte eine 17-köpfige AWD-Gruppe auf Webseiten und YouTubekonten von AWD-Benutzern, die Fotos des Massenmörders Dylann Roof, Hakenkreuze und Aufrufe zum „Rassenkrieg“ enthielten. Trotz vieler Proteste sperrte die Valve Corporation die Gruppe erst nach dem fünften AWD-Mord im Januar 2018.[29] Im Februar 2018 sperrte YouTube auf Drängen der ADL einen der beiden AWD-Kanäle und löschte alle dort hochgeladenen Videos.[30] Kopien davon standen jedoch trotz Beschwerden noch lange auf YouTube.[31] Der AWD-Kanal “SIEGEtv” blieb ungesperrt.[28] Nach der Sperre des Gab-Netzwerks im Oktober 2018 verbreitete die AWD ihre Propaganda auf Bitchute beim Domain-Registrar Epik weiter.[32]

Das AWD-Video “Accelerating Vengeance” vom Mai 2019 zeigte einen Kernwaffentest von 1952, Schieß- und Kampfübungen maskierter Männer in Tarnkleidung und die Verbrennung der Flaggen von Israel, der UNO, Black Lives Matter, Blue Lives Matter, der Gadsden flag und der Regenbogenfahne.[33] Es verwies auch auf eine Facebookseite und Bücher des Temple ov Blood. YouTube entfernte nur einige Kopien und ignorierte eine Beschwerde des Counter Extremism Project (CEP) tagelang. Bis 20. Mai 2019 hatte das Video auf YouTube mehr als 2300 Abrufe, war nun auch auf Vimeo, BitChute, Discord, Reddit und im Internet Archive zu sehen und auf 4chan und Gab verlinkt.[12]

Auf dem Netzwerk Minds tauschten AWD-Konten verschlüsselte E-Mail-Adressen und Links zu AWD-Konten auf anderen Plattformen aus, um Sperrungen zu umgehen. Das AWD-Hauptkonto dort war bis Mitte 2017 aktiv und erhielt bis Mai 2019 mehr als 20.000 Abrufe.[34] AWD-Mitglieder benutzen und empfehlen auch das Verschlüsselungsprogramm ProtonMail.[35]

Waffen- und Kampftraining

AWD-Mitglieder bereiten sich in “Hate Camps” mit Schießübungen, die auch US-Soldaten anleiten, auf den „Rassenkrieg“ vor. Neulinge werden laut einem Aussteiger auch Waterboarding unterzogen.[9] Michael Lloyd Hubsky („Kommissar“), Leiter der AWD-Zelle in Nevada, organisierte dort Trainingslager. Er erwog, Kraftwerke und Gaspipelines in den USA zu sprengen, besaß eine Landkarte der Westküste mit solchen Zielen und durfte Schusswaffen verdeckt tragen. Er beschrieb, wie man zuhause Thermit-Granaten herstellen und Gewehre zu vollautomatischen Waffen aufrüsten könne. Er strebte eine Bundeslizenz zum Herstellen von Gewehren an, um eine Waffenvorratskammer für die AWD zu schaffen. Er organisierte ein Schießtraining im Death-Valley-Nationalpark und verpflichtete AWD-Rekruten zu einem Training mit Maschinengewehren, Messerkampf, Ringkampf, Klettern und Abseilen. Im Herbst 2017 hielt die AWD ein Hasscamp im Shawnee National Forest (Illinois) mit zehn Teilnehmern ab. In Concrete (Washington) drehten AWD-Mitglieder in der verlassenen Zementfabrik “Devil’s Tower” ein Propagandavideo. Leiter der dortigen Zelle mit erheblichem Einfluss auf die ganze AWD war Kaleb James Cole (“Khimaere”) aus Blaine (Washington). Er hatte zuvor in Anacortes einen jüdischen Ladenbesitzer mit Naziflaggen verfolgt und besaß eine AK-47.[21] Im Dezember 2018 posierten Cole und ein Kamerad für Propagandafotos mit Totenkopfmasken vor dem KZ Auschwitz. Nach dem Fund der Fotos bei ihrer Wiedereinreise nahmen US-Behörden Cole neun Schusswaffen ab.[36]

Anschlagspläne

Die AWD propagiert den Guerilla-Kampf und Terroranschläge mit dem Ziel, die US-Regierung zu stürzen und einen „Rassenkrieg“ zu entfachen. Sie bedroht vorrangig Schwarze, Migranten, Homosexuelle, Juden und Muslime und plante unter anderem Angriffe auf die Wasser- und Stromversorgung der USA und auf Kernkraftwerke, um eine Kernschmelze hervorzurufen.[19]

Am 17. Mai 2017 postete Russell auf dem Iron March das Handbuch “Tactics of the Crescent Moon: Militant Muslim Combat Methods”. Es beschreibt paramilitärische Taktik von Islamisten in Tschetschenien, Afghanistan und im Libanon, etwa den Umgang mit Landminen. Nach seiner Festnahme zwei Tage darauf und der Sperre seines Iron-March-Kontos versuchte er, aus der Haft Anleitungen zum Bombenbau an AWD-Mitglieder zu senden.[1] Sein Nachfolger Denton forderte AWD-Mitglieder seit 2018 dazu auf, sich vom „System“ zu lösen, dazu Geld in einen Fonds einzuzahlen und ländliche Grundstücke zu kaufen. Von dort aus wollte er US-Bundesbehörden, U-Bahn-Stationen und Wasserwerke angreifen.[21]

Morde

Am 19. Mai 2017 ermordete Devin Arthurs seine Mitbewohner Jeremy Himmelman und Andrew Oneschuk in ihrer gemeinsamen Wohnung in Tampa (Florida).[2] Am Tatort fand das FBI Russell bei den Opfern, ein Bild des Massenmörders Timothy McVeigh, rechtsextreme Propagandaschriften,[37] eine SS-Flagge, einen schwarzen Stahlhelm, viele Kopien von Hitlers „Mein Kampf“ und die Turner Diaries. In Russells Garage fand man Chemikalien, wie sie Timothy McVeigh 1995 zum Bombenbau benutzt hatte, einen Kühlschrank mit hochexplosivem HMTD, Teile einer Rohrbombe, selbstgebaute Zeitzünder, leere Munitionsbehälter mit Zündschnüren, radioaktives Material und zwei Zählrohre. Arthurs bekannte, die Wohnung habe als AWD-Zentrum gedient. Alle vier Bewohner seien AWD-Mitglieder und Experten im Bombenbau. Sie hätten mit dem HMTD einen Anschlag auf ein nahes Kraftwerk geplant. Russell habe Anschläge auf zahllose Menschen, Regierungsgebäude, Synagogen, Stromleitungen und ähnliches geplant, Schusswaffen besorgt und seinen Mitbewohnern den Umgang damit gezeigt. Er würde, falls möglich, die beschlagnahmten Explosivstoffe erneut erwerben. Er sei der Nationalgarde Floridas beigetreten, um eine für die AWD nützliche Kampfausbildung und Ausrüstung zu erhalten. Die AWD versuche, US-Soldaten anzuwerben, und habe 60 bis 70 feste Mitglieder. Um sie aus entschlüsselten AWD-Chats zu ermitteln, bot Arthurs an, seinen PC zu öffnen und in die Computer anderer AWD-Mitglieder einzudringen. Das könne große Terrorpläne aufdecken und Leben retten. Er nannte widersprüchliche Mordmotive: Er habe von den Mitbewohnern geplante Anschläge verhindern wollen; sie hätten seinen islamischen Glauben verhöhnt;[2] sie hätten ein „Viertes Reich“ aufbauen wollen.[38]

Die Morde und Funde am Tatort machten die AWD als gefährliche Terrorgruppe bekannt. Russell gestand, er sei Nationalsozialist und AWD-Mitglied, habe das HMTD hergestellt und besitze die übrigen Stoffe, aber nur, um damit Feuerwerkskörper für einen Ingenieurkurs des Militärs herzustellen. Ein Experte bestritt, dass HTMD sich dazu eigne.[37]

Dennoch ließ das FBI Russell zunächst frei. Daraufhin besorgte er sich Schusswaffen, Munition und Schutzkleidung, lud sie in seinen Pkw und verließ die Stadt. Bei einer Verkehrskontrolle wurde er festgenommen.[2] Sein Begleiter, der 20-jährige Neonazi William James Tschantre, hatte am Vortag seinen Job aufgegeben und sein Erspartes abgehoben, um mit Russell fortzuziehen. Dieser gab an, er habe die Waffen legal für die Jagd erworben. Erst dann beantragte das FBI einen Haftbefehl für ihn wegen des illegalen Besitzes von Explosivstoffen und Fluchtgefahr.[39]

Im Juni 2017 wurden Russell und Tschantre angeklagt. Dieser gab an, die AWD habe in Florida rund 30 Mitglieder. Er habe sich mit Russell in einem Internetforum über Faschismus, Nazismus und Hass auf die Regierung ausgetauscht und mit ihm Waffenläden besucht. Er kenne Russells Mitbewohner und habe zu ihnen ziehen wollen. Russell habe AWD-Bewerber überprüft, um „komplette Idioten“ auszuschließen. Dieser verweigerte jede Aussage zur AWD.[40]

Eine Untersuchung der Nationalgarde Floridas ergab, dass Russells AWD-Tattoo bei seinem Eintritt im Februar 2016 nicht zugeordnet worden war. Wegen seinen Hasskommentaren gegen Homosexuelle hatten Vorgesetzte ihn zweimal verwarnt. Er hatte Schutzwesten erhalten und nachhause mitgenommen, soll aber keine Soldaten für die AWD anzuwerben versucht und seine rechtsextreme Haltung nicht gezeigt haben. Daher sei es nicht fahrlässig gewesen, ihn aufzunehmen und auszubilden. Der Bericht überging Arthurs' Aussagen und Warnungen an andere Militärstellen vor der AWD. Trotz mindestens sieben enttarnten AWD-Mitgliedern unter ehemaligen US-Soldaten veranlasste die US-Armee bis Ende 2018 keine Untersuchung dazu. Das FBI befragte bis dahin weder Arthurs' Vater, dem er die Tat zuerst gestanden hatte, noch ein Steinbruchunternehmen, von dessen Gelände Russell einen Lageplan angefertigt hatte. Aus einem solchen Steinbruch hatte Timothy McVeigh Sprengkapseln für seinen Anschlag gestohlen. Laut einem Sprengstoffexperten war Russells Material für einen solchen Anschlag geeignet. Das FBI löste die AWD nicht auf und nahm keine weiteren Mitglieder fest, so dass sie weiter Rekruten anwerben und an Waffen ausbilden konnten.[2]

Im Januar 2018 wurde Russell zu fünf Jahren Haft verurteilt.[41] Arthurs wurde zunächst in eine Psychiatrie eingewiesen,[42] nach seinem Geständnis im Mai 2023 aber zu 45 Jahren Gefängnis verurteilt.[43]

Nicholas Giampa (Twitterkonto “@doctorpepper35”) radikalisierte sich ab Frühjahr 2016 von einem rassistischen und antisemitischen Fan von Donald Trump zu einem Hitleranhänger, Holocaustleugner und AWD-Anhänger, der zur Ermordung von Juden aufrief. Als die Mutter seiner Freundin einige seiner Tweets fand, drängte sie ihre Tochter, sich von ihm zu trennen. In der folgenden Nacht zum 22. Dezember 2017 erschoss der 18-jährige Giampa die Eltern seiner Freundin in deren Haus in Reston (Virginia) und überlebte dann einen Suizid-Versuch.[44]

Nach jahrelanger Netzaktivität als bekennender „nationaler Sozialist“ trat Samuel Woodward aus Lake Forest (Kalifornien) Anfang 2016 der AWD bei, besuchte in Texas einen AWD-Trainingskurs und soll in Kalifornien weitere AWD-Mitglieder angeworben haben.[45] Am 3. Januar 2018 ermordete Woodward (20) den homosexuellen Juden Blaze Bernstein (19) mit Messerstichen. Als Tatmotiv behauptete er einen Annäherungsversuch Bernsteins.[9] Zuvor hatte er Homosexuelle im Netz zum Kontakt eingeladen; darum hatte Bernstein sich mit ihm verabredet. Da sich beide nur flüchtig kannten, aber die AWD-Webseiten konstant zum Ermorden von Juden und Homosexuellen aufrufen, wurde Woodward eines antisemitischen Hassverbrechens angeklagt.[46] Die AWD feierte ihn als „Ein-Mann-Abrisstruppe für schwule Juden“ und erstellte T-Shirts mit seinem Porträt und einem Hakenkreuz auf seiner Stirn.[9]

Weitere Straftaten

Der AWD-Anhänger Vassilis Pistolis (“VassilistheGreek”) kündigte im Frühjahr 2017 im Iron March an, beim rechtsextremen Aufmarsch in Charlottesville werde er notfalls jemand töten. Er schlug mehrere Gegendemonstranten mit einem Knüppel, darunter eine transsexuelle Frau, und brüstete sich danach damit im Netz. Bei einer weiteren rechtsextremen Kundgebung schwenkte er eine AWD-Flagge. Nach interner Kritik trat er im November 2017 zur “Traditionalist Workers Party” über. Als Journalisten ihn auf Fotos in Charlottesville identifizierten, behauptete er, er habe die AWD nur ausspioniert.[47] Im Juni 2018 verurteilte ein Militärgericht ihn wegen Ungehorsam und Falschaussagen zu einem Monat Haft und stufte seinen Rang herab. Das United States Marine Corps wollte ihn entlassen. Die Polizei stellte ihre Ermittlungen gegen ihn jedoch ein.[48]

Jeffrey und Edward Clark (“DC_Stormer”) aus Washington, D.C. kamen nach dem Aufmarsch in Charlottesville von “Vanguard America” zur AWD und gehörten bis mindestens September 2017 zur AWD-Zelle in Virginia.[49] Nach dem Anschlag ihres Freundes Robert Bowers auf eine Synagoge in Pittsburgh am 27. Oktober 2018 beging Edward Clark Suizid. Jeffrey lobte Bowers als „Helden“, dessen Opfer den Tod und Schlimmeres verdient hätten. Im Gab-Netzwerk erklärte er, damalige Briefbomben von Neonazis an Barack Obama, Hillary Clinton und George Soros seien ein „trockener Vorlauf“ für Kommendes. Als er selbst Morde an Juden und Schwarzen erwog, verständigten Angehörige die Polizei. Diese fand im Haus der Brüder AWD-Flugblätter, Munition, schusssichere Westen, Helme, eine Hakenkreuzflagge und einen Galgenstrick.[50] Jeffrey Clark wurde festgenommen und räumte seine Mitgliedschaft in rechtsextremen Gruppen ein. Er und sein Bruder hätten seit Trumps Wahlsieg 2016 einen Bürgerkrieg erwartet und sich für Schusswaffen interessiert. Bowers habe Juden aus Vergeltung für die Migrantenkarawane ermordet, mit denen Juden Amerika zerstören wollten. Er habe mit Bowers nur online Kontakt gehabt und Gewaltaufrufe nicht ernstgemeint.[50] Im Oktober 2018 erhielt er wegen illegalem Waffenbesitz eine Bewährungsstrafe.[49]

Von da an ermittelte das FBI rund ein Jahr lang intensiv zur AWD und erkannte eine erheblich gewachsene rechtsextreme Terrorgefahr.[49] Im Februar 2019 nahm das FBI das AWD-Mitglied Benjamin Bogard wegen eines Bombenanschlagsplans fest. Auf seinem Handy fand man Videos mit Kinderpornografie und Vergewaltigung.[51] Am 5. Juni 2019 wurde Brian Patrick Baynes (“Ted Bundy”) aus Fairfax festgenommen. Er gehörte zur AWD-Zelle in Virginia, besaß drei Sturmgewehre und eine riesige Menge Munition, teils illegal erworben.[49] Im August 2019 wurde der Exsoldat und Wachmann Conor Climo verhaftet. Er war AWD-Mitglied mit Kontakten zur “Feuerkrieg Division”.[52] Bei ihm fand man Sprengstoffchemikalien und eine illegale Waffe. Er gestand seinen Plan, damit eine Synagoge niederzubrennen und eine Gay-Bar in Las Vegas anzugreifen.[53]

Im August 2019 beschmierte Cameron Brunson Blake (34) eine Synagoge in Los Angeles mit antisemitischen Parolen und bedrohte einen jüdischen Vater und sein Kind mit Mord. Nach seiner Festnahme fanden Ermittler Bezüge zur AWD in Blakes Netzbeiträgen.[54]

Ab 2016 wollte der Soldat Jarrett William Smith aus Fort Riley (Kansas) mit dem rechtsextremen Regiment Asow in der Ukraine kämpfen. Im Netz beschrieb er, wie man Handytelefone zu Bomben umbaut. In Gesprächen mit einem Agenten, den er für einen Kameraden hielt, beschrieb er den Bau einer Autobombe und sein Vorhaben, Antifa-Angehörige zu töten. Am 21. September 2019 nahm das FBI ihn fest. Er gestand, dass er regelmäßig im Netz zum Bombenbau anleite, auch Personen mit Mordabsichten, um Chaos zu verursachen. Laut Anklageschrift wollte er den Funkmast eines lokalen Nachrichtensenders und den Hauptsitz eines Nachrichtennetzwerks in den USA zerstören.[55]

Andrew Jon Thomasberg (“GrecoViking”) trat nach dem Aufmarsch in Charlottesville von “Vanguard America” zur AWD über und leitete dann die AWD-Zelle in Virginia. Im Netz zeigte er sich als bekennender Nationalsozialist, der die legendäre „Blutfahne“ der NSDAP wiederfinden, bewahren und als „Fackel des NS“ weitertragen wollte. Er gravierte das AWD-Logo in eine seiner Waffen ein und zeigte ein Foto davon auf dem AWD-Discordserver. Gegenüber seinem Kameraden Brian Patrick Baynes lobte er die Rechtsterroristen Robert Bowers, Brenton Tarrant und John Earnest. Er selbst sei bereit, Nichtweiße zu verletzen, und habe schon einmal fast Schwarze in einem Einkaufszentrum erschossen. Als Angestellter eines Waffengeschäfts bestellte er ohne Wissen seines Chefs ein Sturmgewehr und verkaufte es privat an Baynes. Im September 2019 nahm das FBI ihn fest und fand 20 Schusswaffen in seinem Haus.[49]

Am 4. November 2019 war Aiden Bruce-Umbaugh (23) mit dem AWD-Anführer Kaleb James Cole in Tarnkleidung unterwegs und wurde festgenommen. In ihrem Pkw fand die Polizei vier Gewehre, eine Pistole und bis zu 2000 Schuss Munition. Von 2017 bis 2019 erhielten mindestens elf AWD-Mitglieder in den USA Haftstrafen für Straftaten wie Mord, illegalen Waffenbesitz und Besitz von Kinderpornografie.[56]

Im Februar 2020 nahm das FBI die AWD-Mitglieder John Cameron Denton (Virginia), Kaleb James Cole (Seattle), Cameron Brandon Shea (Redmond, Washington), Taylor Ashley Parker-Dipeppe (Spring Hill, Florida), Johnny Roman Garza (Queen Creek, Arizona), John William Kirby Kelley und zwei Ausländer fest. Sie wurden wegen einer koordinierten Einschüchterungskampagne gegen Investigativjournalisten von ProPublica, Dozenten der Old Dominion University, eine Kirchengemeinde schwarzer Baptisten und die frühere Ministerin Kirstjen Nielsen angeklagt. Sie sollen ferner bis zu 134 Mal mit falschen Notrufen (“swatting”) Polizeieinsätze ausgelöst haben.[57] Sie kommunizierten laut Anklage über ein verschlüsseltes Chatprogramm und identifizierten Personen, besonders Juden oder schwarze Journalisten, die sie einschüchtern wollten. Zwei Beschuldigte hätten Poster mit Nazisymbolen, maskierten Bewaffneten und Drohungen entworfen und an AWD-Mitglieder gesandt, die sie weiter verbreiteten.[58] Kaleb Cole wurde im Januar 2022 wegen der Drohungen zu sieben Jahren Haft verurteilt.[59]

Der AWD-Gründer Brandon Russell wurde 2021 aus seiner ersten Haft entlassen. Dort hatte er sich seit 2018 mit Sarah Clendaniel (Nutzernamen „Nythra88“ und „Kali1889“) angefreundet. Das Paar soll gemeinsame Anschläge auf fünf Umspannwerke von Baltimore (Maryland) geplant haben, um die ganze Stadt zu zerstören. Beide wurden deshalb im Februar 2023 erneut festgenommen und einer Verschwörung zur Beschädigung von Energieinfrastruktur angeklagt. Ein mutmaßlich von Clendaniel verfasster Internettext bezog sich laut FBI auf Adolf Hitler und die Rechtsterroristen Ted Kaczynski und Anders Breivik.[60] Russell soll seine Freundin zum Erwerb einer Schusswaffe angeleitet und ihr die Standorte von Transformatoren geliefert haben, um dem Stromnetz „größtmöglichen Schaden“ zuzufügen.[61] Geleakte Chats zeigten seine in der Haft fortgesetzten Terrorpläne.[62]

Angebliche Auflösung

Nach den Festnahmen von sieben Mitgliedern der AWD und der verwandten Gruppe The Base im Februar 2020 behauptete James Mason in einem Audio an Vice.com vom 15. März 2020, die AWD habe sich am 9. März 2020 aufgelöst und ihn beauftragt, dies bekanntzugeben. Wegen der staatlichen Infiltration und den vielen Festnahmen sei das Vortäuschen organisatorischer Aktivitäten zwecklos geworden. Alles, was fortan im Internet unter dem AWD-Label zu finden sei, sei Schwindel. Die meisten Experten hielten das Audio für authentisch, bezweifelten aber, dass die AWD alle Aktivitäten einstellte.[63]

Nachfolgegruppen

Ab März 2020 bildeten sich in den USA und Großbritannien zwei AWD-Nachfolgegruppen mit derselben Ideologie. Im Juli 2020 gaben einige frühere AWD-Anführer bekannt, die AWD habe sich unter dem Namen National Socialist Order (NSO) neu organisiert. Man habe aus Fehlern der AWD gelernt und der NSO eine neue Führung gegeben, die ganz dem Aufbau einer „arischen, nationalsozialistischen Welt mit allen notwendigen Mitteln“ verpflichtet sei.[64] Laut britischen Experten sieht sich die NSO als “Atomwaffen Division 2.0”.[65]

Im November 2021 erklärte eine zweite Gruppe früherer AWD-Mitglieder, die AWD organisiere sich neu, um der breiteren Faschismusbewegung Orientierung zu bieten. James Masons Erklärung vom März 2020 sei damit „offiziell hinfällig“ und „nicht mehr als eine schlechte Erinnerung“. Die NSO und die neue AWD seien getrennte Organisationen. Mason verurteilte letztere Neugründung als „dumme Tat eines einzelnen Spinners“, die andere frühere AWD-Mitglieder strafrechtlicher Gefahr durch die „Feindesregierung“ aussetze. Die AWD habe sich „mit allen Ehren“ 2020 aufgelöst und werde als Legende weiterleben.[64]

Im Januar und Februar 2022, dem Black History Month, gingen an 20 afroamerikanischen Hochschulen der USA Bombendrohungen von Neonazis ein. Ein Drohanrufer bekannte sich zur AWD. Am 30. Januar 2022, kurz nach dem Gerichtsurteil gegen Kaleb Cole, erklärten frühere AWD-Mitglieder auf Telegram die sofortige „Reaktivierung“ der AWD mit neuer Führung. James Masons Auflösungsbeschluss von 2020 sei damit hinfällig. Man wolle AWD-Mitglieder vor allem in der Waffenbeschaffung schulen und die Terrorzellen mit dem nötigen Wissen ausstatten, um „im Busch zu überleben“. Ein neues Video zeigte dazu ein Schießtraining im Wald mit früheren Mitgliedern der Base. Bis 3. Februar 2022 fand das FBI sechs Jugendliche als mögliche Urheber der Bombendrohungen.[66]

Von der NSO spaltete sich 2022 die Gruppe National Socialist Order of Nine Angles (NSO9A) ab, deren Ideologie als „Nazi-Satanismus“ bezeichnet wird. Sie verehrt den Gründer der American Nazi Party George Lincoln Rockwell und gab 2023 eine sechste Auflage von James Masons Buchs Siege heraus. Mason warf der Gruppe vor, sie habe diese Neuauflage mit staatlichen Zuschüssen bezahlt. Ihre Mitglieder seien „unausgeglichene Verrückte“, und Satanismus sei „Müll“. Gleichwohl setzte die NSO9A den Nazi-Satanismus in der AWD fort.[67] Sie gilt als Ergebnis des anhaltenden ideologischen Einflusses der O9A auf das AWD-Netzwerk. Eine Webseite der NSO9A vom März 2023 zeigte einige Aktionsvideos der russisch-ukrainischen Neonazigruppe M.K.Y, beschrieb diese als verbündete „finstere Sekte“ und als Teil eines “Dreizack-Bündnisses”. Nach Sperrung der Webseite wurden 2024 keine Aktivitäten der NSO9A beobachtet.[68]

Beim Anschlag auf das Islamic Center of San Diego 2026 (18. Mai) töteten die Neonazis Cain Clark (17) und Caleb Vazquez (18), die sich „Sons of Tarrant“ nannten, mit Schusswaffen drei Menschen. Sie übertrugen den Anschlag als Livestream im Internet und begingen danach Suizid. Ihr Online-Manifest dazu zeigte Symbole und eindeutige Bezüge zur Ideologie und Propaganda der AWD.[69]

Transnationales Netzwerk

Ab 2017 warben AWD-Mitglieder aus den USA auch in Australien und Europa um Unterstützer. Bis 2019 entstanden ähnliche Gruppen in Deutschland, Großbritannien, Kanada, Polen, Tschechien und der Ukraine. Wegen ihrer transnationalen Vernetzung schlug Europol 2019 vor, verdächtige Rechtsextreme dieses Umfelds wie Islamisten auf eine Terrorliste der Europäischen Union (EU) zu setzen.[36]

Bis Oktober 2022 fand das New Yorker Counter Extremism Project (CEP) insgesamt 15 Organisationen und 26 Einzelpersonen, die nach James Masons Terrorideologie Siege handelten oder handeln.[70]

The Base

Rinaldo Nazzaro gründete um 2001 in New York City eine Firma für Aufstands- und Terrorbekämpfung, die mit dem FBI,[71] dem Verteidigungsministerium der Vereinigten Staaten und dem Ministerium für Innere Sicherheit der Vereinigten Staaten zusammenarbeitete. 2014 bildete seine Firma Soldaten des Special Operations Command (SOCOM) aus. Nazzaros Aufgabe unterlag dem höchsten Geheimhaltungsgrad im Pentagon.[72]

2012 heiratete er eine Russin und zog 2017 mit seiner Familie nach Russland. Im Netz vertrat er unter dem Nutzernamen “Norman Spear” den “Northwest Territorial Imperative” der Neonazis Richard Butler (Aryan Nations) und Harold Covington (Combat 18), durch Landkauf im Nordwesten der USA eine nur von Weißen beherrschte Region zu schaffen. Nur diese Sezession könne die Weißen vor dem angeblich drohenden „Großen Austausch“ durch nichtweiße Migranten bewahren.[73] Im Dezember 2017 stellte “Norman Spear” sich auf einem rechtsextremen Podcast als Organisator der „Nordwestfront“ vor und beschrieb einen Vierphasenplan für einen unabhängigen Ethnostaat weißer Amerikaner im Nordwesten der USA. In einem Videoarchiv von Bitchute wurde er als „Experte für Verteidigungsübungen und früherer CIA-Feldoffizier“ vorgestellt.[74]

Seit Trumps Wahlsieg im November 2016 warb “Norman Spear” auf Twitter für sein Netzwerk The Base, das er im Juli 2018 gründete. Der Name war an Al-Qaida (arabisch für „Die Basis“) angelehnt.[75] Logo der Base war eine schwarzweiße Totenkopfmaske mit drei Eihwaz-Runen. Nazzaro verlangte von Bewerbern die Lektüre von James Masons Buch Siege und erlaubte ihnen Mehrfachmitgliedschaften bei der AWD und anderen Neonazigruppen.[73] The Base sollte terrorbereite „weiße Nationalisten“ zusammenführen, weitgehend autonome Untergrundzellen mit paramilitärischem Training zum „führerlosem Widerstand“ ausbilden und auf einen „Rassenkrieg“ gegen westliche Regierungen vorbereiten. Dazu stellten Nazzaro und seine Mitstreiter Terrorpropaganda her, organisierten persönliche Treffen und stellten auf der App Riot einen verschlüsselten Chatroom her. Dieser umfasste eine Sammlung von Handbüchern und Videos für Einsamer Wolf-Taktiken, Herstellung von Schusswaffen, Bomben und chemischen Waffen, Datengewinnung, Verhörstechniken, Gegenüberwachung, Guerillakriegsführung und Überlebensmethoden. Im September 2018 stellte Nazzaro die Base im Podcast The Darkest Hour als eine Art Elitekampftruppe vor. Prominente Neonazis und AWD-Mitglieder unterstützten sein Projekt. Auf Gab, Twitter und Neonaziseiten wie Fascist Forge verbreitete The Base ihre Propaganda, darunter eine Anleitung zum Aufschlitzen von Gegnern im Messernahkampf. Mitglieder empfahlen europäischen Verbündeten, nichtdetonierte Bomben und Munition aus dem Zweiten Weltkrieg als Unkonventionelle Spreng- und Brandvorrichtung (IED) oder Granaten zu verwenden. Sie unterstützten den Attentäter von Pittsburgh Robert Bowers und bejahten Gewalt besonders gegen Juden, besprachen konkrete Terrorangriffe aber nur bei realen Treffen. Bewerber konnten sich anonym anmelden, mussten „Rasse“, Geschlecht, ihre Neonazi- oder proweiße Organisation, militärische, wissenschaftliche und technische Erfahrung angeben und wurden dann überprüft. Um landesweite und transnationale Treffen anzuregen, bot Nazzaro monatlich einen Preis für die offline aktivsten Mitglieder an. Angestrebt wurde ein sicheres Kommunikationsnetzwerk auf dem Amateurfunk Ham Radios. Die Gruppe wuchs bis November 2018 auf rund 50 Mitglieder und war mit der AWD, der Eco-Fascist Order (EFO), Volkish und anderen rechtsextremen Gruppen vernetzt. Wegen ihrer für gewaltbereite Neonazis attraktiven Angebote und Vernetzung ungeachtet ideologischer Unterschiede hielten das Southern Poverty Law Center (SPLC) und die Anti Defamation League (ADL) die Base für enorm terrorgefährlich.[76]

Nach der Sperre des Twitterkontos “Norman Spear” eröffnete Nazzaro im Januar 2019 das Nachfolgekonto “Roman Wolf”. Dort veröffentlichte er Privatdaten von Antifa-Aktivisten, die seine Werbung behinderten, und rief dazu auf, sie zu bedrohen. The Base zog auf die Plattformen Wire und Telegram um. Im Jahr 2019 entstanden Teilgruppen in Rome (Georgia), Wisconsin, Neuengland und New Jersey. An den Trainingscamps beteiligten sich auch Neonazis aus Australien, Europa, Kanada und Südafrika.[73]

Im August 2019 leiteten Nazzaro und Richard Tobin aus New Jersey ein Hatecamp der Base in Pennsylvania, an dem auch der Deutsche Lukas H. („Dekkit“) und der verdeckt recherchierende kanadische Reporter Ryan Thorpe teilnahmen. In der Winnipeg Free Press enttarnte Thorpe dann den kanadischen Soldaten Patrik Mathews als Mitglied der Base. Daraufhin drohte Tobin im Onlinechat der Base, Thorpe zu ermorden.[77]

Im September 2019 besprühten Tobin und Helfer mehrere Synagogen in Michigan und Wisconsin mit Hakenkreuz- und Wolfsangel-Graffiti. Bald darauf wurde Tobin festgenommen. Das FBI fand in seinen PC-Daten Nazi- und Terrorpropaganda, darunter Videos vom Terroranschlag in Christchurch, Anleitungen zum Bau von Lkw-Bomben, Belege für Tobins Mitgliedschaft in der Base und der AWD und für seine „Operation Kristallnacht“: Diese sollte Synagogen in den ganzen USA vandalieren, um an die Novemberpogrome 1938 zu erinnern. Tobin gestand seinen Plan für ein Selbstmordattentat oder (wie Timothy McVeigh) einen Fassbombenanschlag. Er sei kurz davor gewesen, Schwarze in einem Einkaufszentrum mit einer Machete abzuschlachten. So wurden die Gefährlichkeit der Base und ihre enge Verbindung zur AWD bekannt.[78] Zudem gestand Tobin den Plan der Base, Ryan Thorpe zu ermorden und Patrik Mathews illegal in die USA zu bringen, um ihn der Strafverfolgung in Kanada zu entziehen.[77]

Ab Oktober 2019 versuchte Nazarro junge Männer in Europa, Südafrika und Australien für die Base anzuwerben, so auch in Deutschland.[79] In entschlüsselten Wire-Chats zeigten sechs australische Bewerber (etwa “Advocate-Cannibalism” mit Kontakten zur rechtsextremen Lads Society, “Rooreich88” und “Sherman”, ein 17-Jähriger aus Canberra) offen ihre nationalsozialistische Gesinnung. Den besonders aktiven Nutzer “Volkskrieger” aus Perth machte Nazzaro zum Anwerber der australischen Base und unterwies ihn in Aufnahmeprozeduren und Waffenbeschaffung. Der Bewerber “Will T Power” wurde als Dean Smith enttarnt, ein Politiker der nationalistischen Partei Pauline Hanson’s One Nation. Er wurde kein Base-Mitglied. Am Anwerben beteiligte sich Luke Austin Lane (“TMB”) aus Georgia.[80]

Ab Dezember 2019 überwachte das FBI drei mutmaßliche Base-Mitglieder in Newark (Delaware), wohin Patrick Mathews gezogen war.[73] Im Januar 2020 erfuhr das FBI durch abgehörte Telefonate von Anschlagsplänen auf eine Waffenshow in Virginia und auf ein Antifa-Paar sowie von geplantem Vandalismus an mehreren Synagogen. In einem Telefonat beschrieb Nazzaro die AWD als Vorbild, kündigte den Ausschluss eines Base-Mitglieds an und verdächtigte ein weiteres als Spitzel.[81] Daraufhin nahm das FBI sieben Base-Mitglieder fest: Yousef Omar Barasneh (Oak Creek, Wisconsin), William Garfield Bilbrough IV, Michael John Helterbrand (25), Jacob Kaderli (19), Luke Austin Lane (21), Brian Mark Lemley (33), und Patrik Mathews (27).[82] Mit Hilfe der Eugene Antifa enttarnte die britische Zeitung The Guardian Nazzaro am 24. Januar 2020 als Käufer eines Grundstücks für ein Trainingscamp der Base in Ferry County (Bundesstaat Washington), als Besitzer der Twitterkonten “Norman Spear” und “Roman Wolf” und somit als Gründer und Leiter der Base.[74] Die BBC berichtete am selben Tag über Nazarros Aufenthalt in Russland.[83]

Nach den Festnahmen erklärte Nazzaro in einer Videoserie auf Bitchute, er wolle geheime paramilitärische Trainingseinheiten für den „System-Kollaps“ in den USA gründen und lokale Zellen in einer nationalen Kampftruppe zusammenführen. Er vertraue auf eine allmähliche Entwicklung gesetzloser Regionen in den USA, wo Regierungsbeamte Recht und Gesetz nicht mehr durchsetzen könnten oder wollten. Er bot aus Russland Finanzierungshilfe für den Aufbau eines Trainerkaders für jede Region der USA an und betonte, es handele sich um legales Überlebenstraining und Selbstverteidigung, das erst langfristig spürbare Wirkung habe. Erneut stellte er Handbücher dafür bereit und ermahnte interessierte Trainer, sie müssten notfalls Amerikaner „hart behandeln“ (töten), um eine Region oder Ortschaft zu erobern und zu halten. Experten stuften Nazarros neues Projekt daher als ebenso gefährlich wie seine früheren Terrorpläne ein. Vermutet wird, dass russische Staatsbehörden ihn decken und unterstützen, auch finanziell.[84]

Im Oktober 2020 erhielt das SPLC 80 Stunden Tonaufnahmen von Anwerbegesprächen Nazzaros, die er ab November 2018 auf Wire mit mehr als 100 Bewerbern geführt hatte. Darunter waren rund 20 aktive Soldaten und einige Reservisten. In den meisten Gesprächen ging es um Waffenbeschaffung, den erwarteten Kollaps der USA, Hass auf die moderne industrielle Zivilisation und Anschlagsabsichten gegen nichtweiße Gruppen.[85] Im selben Monat lieferte die Ukraine den früheren US-Marinesoldaten Ryan Burchfield an die USA aus. Er hatte als mutmaßliches Base- oder AWD-Mitglied illegal in der Ukraine gegen russische Separatisten gekämpft.[86]

Im November 2020 trat Nazzaro im russischen Fernsehsender Rossija 24 auf und bestritt, dass er Terrorist oder ein Agent Russlands sei. Er sei Familienvater, habe nur Selbstverteidigungstraining angeboten und leite die Base nicht mehr.[87] Das FBI ermittelte weiter gegen ihn, klagte ihn aber nicht an und beantragte nicht seine Auslieferung. Bis Ende 2022 wurden in den USA mehr als zwölf Base-Mitglieder zu Haftstrafen verurteilt. Kanada, Großbritannien und einige weitere Staaten stufen The Base als transnationale Terrororganisation ein. Die Gruppe bestand fort. Im Oktober 2022 rief sie im Netz dazu auf, linksgerichtete Beamte der US-Regierung zu ermorden.[88]

Antipodean Resistance

Am 29. Februar 2016 warben die australischen Nutzer „Chud“ und „Kehlsteinhaus“ auf dem Iron March um „jüngere Nationalsozialisten, 14-25“ für eine neue Gruppe. Sie werde „den Kampf zum Feind tragen“, etwa zu einer Synagoge, um „den Abschaum einzuschüchtern“. Ab 10. Oktober 2016 trat die Antipodean Resistance (AR) mit eigenem Teilforum auf dem Iron March hervor. Ihre Flagge ist blau mit schwarzem Hakenkreuz. Ihr Logo zeigt eine Totenkopfmaske und einen weißen Akubra-Hut, der auf einem Hakenkreuz ruht, mit einer schwarzen Sonne im Kranzgebinde dahinter. AR vertritt wie die AWD eine offen nationalsozialistische, extrem antisemitische, rassistische und homophobe Ideologie und ruft zu Guerillakrieg und Terror auf. Alle Australier nichteuropäischer Herkunft werden als Feinde betrachtet, aber „die Juden“ gelten als primärer und absoluter Feind, der als Weltjudentum angeblich Banken, Regierungen und Medien kontrolliere und einen „weißen Genozid“ durch Massenmigration in mehrheitlich weiße Länder plane. AR-Mitglied „Xav“, dessen Benutzerprofil „Juden vergasen“ als sein „Interesse“ nannte, zitierte das Gruppenmotto: „Wir sind die Hitlers, auf die ihr gewartet habt.“ Andere schrieben: „Wir Nationalsozialisten hier werden wie unsere Brüder in Übersee unsere Nationen zurückholen“. Man wolle keine Massen, sondern die kampfbereiten Fanatiker, die im Alltag aktiv „die Wiedergeburt unseres Volkes“ anstrebten. Als Nahziel wolle man alle fanatischen nationalsozialistischen jungen Australier in einer Jugendbewegung vereinen und weiter die eigene Ideologie verbreiten. Von Beginn an betonten AR-Mitglieder ihre Kontakte und ideologische Nähe zur AWD in den USA, zur britischen National Action (NA), zum Nordic Resistance Movement (NRM) in Skandinavien und zur historischen NSDAP. AR-Spruchbänder vom Januar 2018 an Autobahnbrücken trugen den Satz „Weiße Revolution ist die einzige Lösung“, der zuvor auf Iron-March-Plakaten in Toronto (Kanada) stand. Die von der SS übernommene Totenkopfsymbolik und der rechtsextreme Zahlencode 1488 verbinden AR mit dem Iron March und anderen dort entstandenen Neonazigruppen. Obwohl die AR-Webseite die AWD nicht nennt, verwenden beide in ihrem Propagandamaterial identische Bilder, Symbole, Masken und Parolen, stellen die gleichen Aufnahmebedingungen und bieten gleichartige Aktivitäten an, vor allem Kampf- und Schusswaffentraining. AR beruft sich auf dieselben Vorbilder, etwa William Luther Pierce und James Mason. Mitglieder beider Gruppen haben virtuelle und reale Kontakte.

Im Januar 2018 gab AR rund 300 australische Mitglieder an, meist junge Männer. Sie halten ihre Identitäten möglichst geheim, verbergen in Videos und auf Fotos stets ihre Gesichter mit Totenkopfmasken und zeigen keine Tattoos. Viele stammen aus wohlhabenden Familien und besuchen Privatschulen. Teilgruppen bestehen unter anderen in Adelaide, Ballarat, Bathurst, Bega, Bendigo, Brisbane, Devonport, Gold Coast, Hobart, Launceston, Melbourne, Newcastle, Perth, Sunshine Coast, Sydney, Toowoomba und Townsville. Seit Februar 2018 besteht auch ein AR-Zweig für Frauen namens Antipodean Resistance Women’s Alliance (ARWA).

Bevorzugte Trainingsgebiete der AR sind die Grampian Mountains und die Halbinsel Wilsons Promontory in Victoria, der Brisbane Forest Park, Mount Glorious, Mount Beerburrum, das Hinterland von Gold Coast, Mount Warning und andere. AR verbreitet Propaganda für Nazis und gegen Juden, Homosexuelle, Migranten und Aborigines, etwa mit Hitler-Portraits, Karikaturen und Mordaufrufen im Stil des NSDAP-Hetzblatts „Der Stürmer“ und Parolen wie “420 Blaze It” (bezogen auf Krematorien in NS-Vernichtungslagern) und “420 Raise It” (bezogen auf den Hitlergruß). Am Australia Day 2018 schürten hunderte nachts an Universitäten verteilte AR-Poster Hass gegen Aborigines und riefen zur Deportation chinesischer Studenten auf.[89]

Im September 2018 forderte der Rechtspopulist Fraser Anning eine „Endlösung“ für Migration und spielte damit auf die nationalsozialistische Bezeichnung der Shoa als „Endlösung der Judenfrage“ an. Nachdem die Ministerpräsidentin Jacklyn Trad ihn dafür scharf kritisierte und seiner Katter’s Australian Party fünf Mitarbeiter entzog, beklebten AR-Mitglieder ihr Bürofenster mit Hakenkreuzaufklebern, um sie einzuschüchtern.[90]

Laut einer parlamentarischen Untersuchung in New South Wales vom Oktober 2018 hatten 35 Abgeordnete der National Party of Australia Kontakte zu Neonazis, einer davon zur AR.[91] Das spätere Aussteigerpaar Lisa Sandford und Justin Beulah hatte 2017 AR-Propaganda weiterverbreitet. Nachdem das Investigativkollektiv Unicorn Riot weitere rechtsextreme Kontakte und Chats auf Discord aufdeckte, schloss die Partei 20 Mitglieder auf Lebenszeit aus.[92]

Ein enormer Anstieg antisemitischer Vorfälle von 2018 ging großenteils auf die AR zurück. Diese versuchte, die National Party zu infiltrieren, neue Mitglieder anzuwerben und NS-Ideologie zu verbreiten.[93]

Der spätere rechtsextreme Massenmörder Brenton Tarrant postete im Dezember 2017 eine Fünf-Sterne-Bewertung für ein Unternehmen des Neonazis Marcus Christensen (24) von der australischen Lads Society, der auch AR-Propaganda im Internet verbreitete. Der Anführer der Lad Society gestand direkte online-Kontakte zu Tarrant seit 2015 und Versuche, diesen für seine Gruppe anzuwerben.[94]

Laut Experten gehört die AR zu dutzenden rechtsextremen Splittergruppen in Australien, die seit 2015 entstanden und stetig gewachsen sind. Sie erhielten durch anti-islamische Kundgebungen rechtspopulistischer Parteien wie der United Patriots Front, 2019 nochmals durch Tarrants Massaker in Christchurch Auftrieb.[95]

Ein Mitglied der Neonazigruppe “Action Zealandia” in Neuseeland wollte eine bewaffnete Terrorgruppe “Southern Order” gründen, nahm dazu 2020 online Kontakt mit der AWD auf und ließ sich von ihr bei illegalen Waffenkäufen und Organisation beraten. Er lud Mitglieder des “Nordic Resistance Movement” zu einer „Pilgerreise“ auf den Spuren des Massenmörders Brenton Tarrant ein und sandte auch der Base Grüße. Er war in Kontakt mit terrorverdächtigen Mitgliedern der “Action Zealandia” und verbreitete eine Anschlagsdrohung gegen eine weitere Moschee in Neuseeland auf Telegram. Er erwog, Homosexuelle auf der Straße zu erschlagen.[96]

Northern Order

Im Frühjahr 2018 erschien die AWD-Teilgruppe Northern Order (NO) in Kanada. Ihr Chefpropagandist “Dark Foreigner” stellte sich 2017 auf dem Iron March als Nationalsozialist aus Ontario vor, der „faschistischen Aktivismus“ betreiben wolle. Er äußerte sich antisemitisch über Kanadas früheren Premierminister Pierre Trudeau und wollte Queer-Personen „als allererste vergasen“. Er illustrierte Bücher von Alexander Slavros, dem Gründer des Iron March, erstellte viele AWD-Grafiken und verkaufte diese online als Aufdrucke auf T-Shirts und Tassen. Plattformen wie 4chan zeigten in Debatten zu AWD stets seine Bilder. Am 29. Januar 2018, ein Jahr nach dem rechtsextremen Anschlag auf das Centre culturel islamique de Québec, erschienen NO-Poster mit seinen Bildern in einer Moschee in Ottawa.[97]

“Dark Foreigner” nahm an mindestens einem Hate Camp der AWD teil.[98] Seine bis Juli 2018 zehnköpfige Gruppe stimmte ihre Aktivitäten mit der AWD ab und warb mit Aufklebern in Toronto und Montreal für deren „white jihad.“ Das Mitglied “Alba” stellte sich als Soldat der kanadischen Armee vor und plante offen, gewaltsam einen autonomen weißen Ethnostaat in British Columbia herzustellen. Diesen streben auch weitere kanadische Neonazigruppen an, die Bilder und Ideologie der AWD übernahmen. Andere Mitglieder planten ein Militärtraining für Aufstandstaktiken. Kanadische Antiterrorexperten warnten daher, die NO bereite in Absprache mit der AWD heimlich grenzüberschreitend Terroranschläge vor.[99]

Bis August 2018 enttarnte Vice das NO-Mitglied mit den Nutzernamen “Alba Nuadh”, “BigManAlba” oder “[TG_IM]Northman” als Brandon Cameron (25) aus Nova Scotia. Er war von 2014 bis Mai 2018 Soldat in Kanadas Armee gewesen und hatte seit 2009 im Internet antisemitische und rassistische Posts sowie Vergewaltigungsfantasien und AWD-Propaganda verbreitet. Er verherrlichte die Massenmörder Anders Breivik und Timothy McVeigh. Ein AWD-Aussteiger identifizierte ihn als aktivstes AWD-Mitglied in Kanada.[100]

Sonnenkrieg Division

Von Oktober 2017 bis April 2018 tauchten in Cardiff (Wales) Poster und Graffiti mit der AWD-Parole Join your local Nazis, Nazi Zone, Hakenkreuzen und Links auf eine Webseite des rechtsextremen System Resistance Network auf. Im September 2018 nahm die Polizei einen 19-Jährigen als verdächtigen Urheber fest.[101]

2017 entstand die Sonnenkrieg Division (SKD) als britische Teilgruppe der AWD mit anfangs maximal fünfzehn Mitgliedern. Gründer und Anführer war der 22-jährige Andrew Dymock (“Blitzy”) aus Bath. Er und weitere Mitglieder waren zuvor im System Resistance Network aktiv, das rassistische Übergriffe in zehn britischen Städten beging. Als Chefpropagandist galt Oskar Koczorowski aus London, der zur im Dezember 2016 verbotenen National Action gehört hatte. In entschlüsselten Chats mit der AWD beschrieb Dymock seine Gruppe als „Atomwaffen mit weniger Gewehren“, die „voll auf Universal Order“ stehe, und erklärte, man solle „alle Polizisten töten“ und „zu Tode vergewaltigen“. Koczorowski fotografierte sich mit der Totenkopfmaske beim britischen Parlament und zeigte ein Video, in dem der Union Jack verbrannt wird. Propagandabilder glorifizierten den Massenmörder Anders Breivik, forderten die Erschießung von Prinz Harry als „Rassenverräter“ wegen seiner Ehe mit einer „Mischlingsfrau“, und riefen zum Mord an weißen Frauen auf, die sich mit nichtweißen Männern einlassen. Mitglieder berichteten, sie hätten junge Frauen deswegen zu Selbstverstümmelung ermutigt, und zeigten Bilder davon. Weitere Bilder zeigten ein auf dem Boden liegendes nacktes Mädchen, in dessen Haut ein Hakenkreuz und Runen eingeritzt sind, während Dymock ein Buch von James Mason über ihr schwenkte.[102]

Am 6. Dezember 2018, einen Tag nach einem Erstbericht der BBC, wurden drei SKD-Mitglieder verhaftet und wegen Herstellung und Verbreitung von Terrorpropaganda angeklagt. Oskar Koczorowski und Michal Szewczuk (19) aus Leeds gaben ihre Mordaufrufe gegen Prinz Harry und Polizisten zu. Szewczuk hatte zum „systematischen Schlachten“ von Frauen und Vergewaltigen von Säuglingen aufgerufen und besaß Anleitungen zum Bombenbau, zum Ausüben von islamistischem Terror und ein Handbuch zum „weißen Widerstand“.[103] Im Juni 2019 wurde die beiden für ihre einheitliche und selbst hergestellte Terrorpropaganda und Werbung für die SKD und AWD zu Haftstrafen verurteilt. Gutachter hatten die Bezüge beider Gruppen und ihre Gefährlichkeit im Detail bezeugt. Die SKD gilt seit diesem Strafprozess als extremste britische Neonazigruppe seit dem Verbot der National Action von 2016.[104]

Am 24. Februar 2020 beschloss Großbritanniens Regierung ein Verbot der SKD als Terrororganisation. Der Beschluss war durch den rassistischen Anschlag in Hanau 2020 (19. Februar 2020, neun Opfer) mitveranlasst, dessen Täter mit einem „Manifest“ Nachahmertaten anregen wollte. Das Verbot sollte die Strafverfolgung von Terrorpropaganda im Internet erleichtern.[105]

Feuerkrieg Division

Im Oktober 2018 gründete ein 13-Jähriger (Nutzername @CommanderFKD) in Estland die Feuerkrieg Division (FKD).[106] Nach Angaben des Mitgründers „Wolfram“ aus den Niederlanden besaß die FKD anfangs nur einen Server für ihre online-Vernetzung und wuchs dann durch weitere Aktivitäten.[107] Bis Februar 2020 wuchs sie auf weltweit rund 70 Mitglieder, davon 32 in den USA, neun in Großbritannien, je sechs in Deutschland und Kanada.[108]

Ab Januar 2019 kündigte die FKD Flugblattaktionen in Belgien, Deutschland, Estland, Großbritannien, Irland, Kanada, den Niederlanden, Norwegen und Russland an, die sie fotografisch auf ihrem Telegramkanal belegen wollte. Dazu zeigte sie Bilder selbstgebauter Sprengköpfe. Sie vertrat wie die AWD den Akzelerationismus nach James Mason („Siegeculture“) und rief zum „Rassenkrieg“, „Heiligen Krieg“ oder „weißen Jihad“, zum Aufbau „weißer Ethnostaaten“, zu Anschlägen auf Synagogen und Moscheen, zu Gewalt gegen Regierungsbeamte, Feministen, LGBT-Personen und Linke sowie zur Ermordung von Juden und zum Verbrennen von Synagogen auf.[109] Im Februar 2019 verbreitete die FKD ihre Propaganda auf WordPress, YouTube, Gab, Twitter und Fascist Forge.[110]

Bis Juni 2019 war nur eine britische FKD-Zelle mit eigenem Emblem und E-Mail-Adresse bekannt. Am 13. und 14. Juni 2019 verkündete der Nutzer@FK_Division auf Gab, die FKD habe neue Zellen in Großbritannien, Irland und Deutschland gebildet und suche dort weitere Mitglieder. Ab 3. August 2019 postete er das neue FKD-Emblem eines Tarantel Schwertern durchstochenen Totenkopfs. Das Poster dazu verwies auf die Massenmörder Dylann Roof und Brenton Tarrant sowie die National Socialist Liberation Front (NSLF) von 1974 und zeigte Fotos einer Teilgruppe namens The Eternal Wignats (TEW). Am 5. August 2019 gab die FKD auf Telegram eine „kanadische Zelle“ bekannt. Ein Poster dazu zeigte den Davidstern auf einer Landkarte Kanadas, die Parolen „Unser Feuer wächst. Nur Kugeln werden uns stoppen!“, „Gott strafe Kanada“ und Join your local Nazis; dazu die bekannte E-Mail-Adresse. Viele FKD-Beiträge auf Telegram warben auch in Regionen der USA um Mitglieder. Einige um die Großen Seen wohnhafte Mitglieder bildeten Zellen oder strebten diese an.[111] Die Mitglieder verstanden die FKD als transnationale eigene Gruppe, nicht als baltischen oder europäischen Teil der AWD. In Medienberichten gilt sie meist als AWD-Abspaltung. Der im September 2019 festgenommene US-Soldat Jarrett William Smith (“Anti-Kosmik”) gehörte zu beiden Gruppen.[112]

Am 5. Oktober 2019 kündigte @CommanderFKD im internen Chat ein Attentat von „EksD“ an. Am nächsten Tag lag in Vilnius ein selbstgebauter Sprengsatz, der nicht zündete. Am 8. Oktober zeigte ein FKD-Video mit dem Titel „Unsere Drohungen sind nicht leer“ Presseberichte zu dem Anschlagsversuch und selbstgebaute Sprengsätze. Am 12. Oktober rief „EksD“ zu Nachahmertaten auf. Weitere aufgedeckte Chatprotokolle zeigten, wie sich FKD global vernetzt, Hass verbreitet und Anschläge plant.[113]

Im Oktober 2019 lagen FKD-Flugblätter mit Hakenkreuzen, Hitler-Zitaten und der Aussage, Genozid an „Untermenschen“ sei OK, vor einer Kirchengemeinde schwarzer Baptisten in Spokane. Die FKD bekannte sich auf Telegram dazu und schrieb die Aktion einer neuen FKD-Zelle im Bundesstaat Washington zu.[114] Im November 2019 klebten FKD-Poster mit dem „Untermensch“-Satz an Gebäuden der University of North Florida, um neue FKD-Mitglieder anzuwerben. Im FKD-Kanal auf Telegram erschienen Fotos davon. Ein Student, der die Universitätsleitung alarmierte, erhielt eine E-Mail mit Links zu den Fotos.[115]

Im Januar 2020 fand und besuchte Estlands Polizei den 13-Jährigen Anführer und Gründer der FKD, nahm ihn aber nicht fest, da er nicht strafmündig war. Er war für die Rekrutierung und Aufnahme neuer Mitglieder zuständig gewesen, hatte Anleitungen zum Bombenbau geteilt, sich einen Anschlag in London gewünscht und vorgeschlagen, zum „100. Geburtstag“ der NSDAP im Februar 2020 militärische Trainingscamps zu organisieren. Weitere FKD-Mitglieder wurden in anderen Staaten festgenommen, so ein 16-jähriger Brite, der Anleitungen für Waffen- und Bombenbau besaß. Ein 24-jähriger US-Bürger aus Nevada gestand Anschlagspläne auf eine Synagoge und einen LGBTQ-Klub. Am 8. Februar 2020 verkündete die FKD zum Schein im Netz ihre Auflösung, wollte laut internen Chats jedoch unter einem neuen Namen weitermachen.[106]

Am 13. Juni 2019 wurde auf dem früheren Gab-Kanal „Feuerkrieg Division Official“ eine deutsche FKD-Zelle angekündigt, die im Juli 2019 einen Telegramkanal erhielt. Der erste Post bezog sich programmatisch auf den Nationalsozialismus und auf Anders Breivik und kündigte mit blutigen Bildern „Aktivismus“ an. Ab August 2019 rief die FKD auf Telegram dazu auf, sich der deutschen Gruppe anzuschließen, lobte die Ermordung Walter Lübckes und Brenton Tarrants Massenmord in Christchurch, veröffentlichte Fotografien von ihren Postern und Graffiti in Deutschland. Es folgten flüchtlingsfeindliche und rassistische Fotos aus Frankfurt am Main und Wien, das Livevideo des Attentäters Stephan Balliet beim Anschlag in Halle (Saale) 2019, Gewaltaufrufe und Anleitungen zum Waffenbau. Die Mitglieder der deutschen FKD-Zelle nannten sich „Teuton“, „Dekkit“, „Napola88“, „Wolfskampf“ (minderjährig) und „Jus-ad-bellum“.[108] „Dekkit“ traf sich 2019 in den USA wohl mit AWD-Mitgliedern und beriet eventuell einen Zusammenschluss beider Gruppen.[107]

Der Anführer der deutschen FKD „Heydrich“ oder „reinhard070304“ hat nach Eigenangaben eine militärische Ausbildung bei der Bundeswehr absolviert. Im Januar 2020 kündigte er ein größeres Attentat an: Er wolle „zum Heiligen werden“, etwa durch eine Tat gegen „ein Haus des Glaubens schlechter Menschen“.[108] Im selben Post fragte er nach einem geeigneten Ort dafür und danach, wer ein solches Anschlagsziel kenne. Am 5. Februar 2020 nahm das LKA Bayern den Mann im Landkreis Cham fest und fand in seinem Elternhaus mehrere Waffen, darunter auch selbstgebaute.[107] Der 22-jährige Elektriker (Fabian D.) galt als „Waffennarr“ und „Sicherheitsfanatiker“, hatte sich im IT-Bereich der Bundeswehr beworben und war Mitte 2019 Wortführer der deutschen FKD-Zelle geworden. Er posierte auf Fotografien maskiert mit seinem selbstgebauten Gewehr und Hitlers „Mein Kampf“. Wie Stephan Balliet war er zuvor nicht als rechtsextrem aufgefallen und hatte keine Bezüge zur regionalen Neonaziszene. Er radikalisierte sich offenbar nur durch rechtsextreme Chatgruppen.[106] Im Dezember 2020 verurteilte das Landgericht Nürnberg-Fürth ihn wegen Planung eines Terroranschlags zu zwei Jahren Haft ohne Bewährung.[116] Bis November 2022 fanden Journalisten weitere Internetchats von Fabian D. zu seinen Terrorplänen.[117]

Ab 2020 beobachtete die Direktion Staatsschutz und Nachrichtendienst (DSN) in Wien einen damals 17-jährigen Schüler, der seit Dezember 2019 zur FKD gehörte und 2020 Treffen der Identitären Bewegung Österreich besuchte. Im FKD-Netz „Riot“ und einem eigenen verschlüsselten Telegramkanal „vOOrm's bunkerhole“ verbreitete er antisemitische Hassposts, Anleitungen zum Bau von Bomben und Schusswaffen und Aufrufe zu Anschlägen auf Juden und Muslime in Europa. Dennoch setzte das Bundesheer ihn 2022 monatelang als Soldat mit geladener Waffe zum Schutz jüdischer Einrichtungen in Wien ein. Bei einer Hausdurchsuchung im Mai 2023 fand man unter anderem NS-Devotionalien, Schusswaffen, ein Messer, eine Gasmaske, eine Sturmhaube, eine Schutzweste, taktische Ausrüstung und militärische Kleidung sowie auf seinen Datenträgern Informationen über rechtsterroristische Anschläge, Amokläufe, Attentäter, Waffen und Schießtrainings. Vor dem Landgericht Wien legte der Angeklagte ein schriftliches Teilgeständnis ab, bestritt aber konkrete Anschlagspläne und verweigerte die Aussage zu Nachfragen. Am 1. Juli 2024 wurde er wegen nationalsozialistischer Wiederbetätigung, krimineller Vereinigung, Verhetzung und Aufforderung zu Straftaten zu einer Haftstrafe von acht Monaten und einer mehrjährigen Bewährungsstrafe verurteilt.[118]

Im August 2023 eröffnete ein nicht strafmündiger 13-Jähriger aus Köln den Telegramchat „Feuerkrieg Division“, der bis Monatsende auf 60 Mitglieder anwuchs. Er nannte sich und die Gruppe „Naziterroristen“, teilte das Anschlagsvideo von Brenton Tarrant und äußerte den Wunsch eines Bombenanschlags auf ein Asylheim. Er präsentierte Fotografien von sich mit Stahlhelm, Totenkopfmaske und einer Softairpistole. Dazu zeigte er die White-Power-Geste. Er postete Anleitungen zum Bau einer Maschinenpistole und zum Bau von Sprengsätzen. Er besorgte sich Chemikalien dafür und führte zuhause Experimente damit durch, die er als Videoclips zeigte und kommentierte: Man brauche Waffen, um Juden oder Schwarze zu töten. Er teilte auch eine Rezeptur für den Sprengstoff TATP. Zur Gefahrenabwehr ließ die Generalstaatsanwaltschaft Nordrhein-Westfalen seine Wohnung durchsuchen und fand für Sprengsätze geeignete Stoffe in seinem Zimmer, aber keinen Zünder,[119] auch keine Bombenbauteile. Die Polizei ermittelt zur Herkunft der rechtsextremen Gewaltfantasien gegen strafmündige Kontaktpersonen des Jungen. Das Jugendamt brachte ihn in einer Einrichtung unter.[120]

Atomwaffendivision Deutschland (AWDD)

Kurz nach der Selbstenttarnung der Terrorgruppe Nationalsozialistischer Untergrund (NSU) im November 2011 erschienen in Berlin Flugblätter, die späteren AWD-Texten ähnelten und auf eine neue rechtsextreme Terrorgruppe hindeuteten.[121]

Am 1. Juni 2018 veröffentlichte die AWD das Propagandavideo „AWD Deutschland: Die Messer werden schon gewetzt!“, das in deutscher und englischer Sprache zur Gründung einer deutschen AWD aufrief und sie auf einen langen Endkampf einschwor.[122] Es zeigte Fackelmärsche der „Unsterblichen“ von 2011 und 2012 sowie einen Aufmarsch der Neonazipartei „Der III. Weg“ mit britischen Neonazis der National Action.[123] Deren Zusammenarbeit hatten britische Ermittler im Januar 2018 aufgedeckt.[124] Männer mit Totenkopfmasken begrüßten die „wahren Kameraden“ in den USA, zeigten das Laden einer Pistole, Flaggen und Symbole des rechtsextremen „Antikapitalistischen Kollektivs“ (AKK).[125] Das Video verknüpfte diese Bilder mit Bildern historischer Nazi-Aufmärsche. Am Ende posiert ein Maskierter mit AWD-Fahne vor der Wewelsburg.[126] Ende 2017 hatte ein AWD-Mitglied aus den USA diese ehemalige SS-Ordensburg besucht; aus solchen Kontakten ging das Gründungsvideo vermutlich hervor. Laut einer Mitglieder-E-Mail legte die AWDD ihren Schwerpunkt auf „Gewalt und Töten sowie auf Propaganda, die zu solcher Gewalt und solchem Töten führt.“[36]

Ab Juli 2018 kannte die Bundesregierung die AWDD,[127] aber nicht ihre Mitgliedszahl. Das GETZ sollte die Gruppe beobachten.[128] Im Herbst 2018 verfolgte ein AWD-Mitglied aus den USA eine Antifaschistin nach Deutschland. Sie sollte selbst für ihre Sicherheit sorgen, da die deutsche Polizei die Aufenthaltsorte des eingereisten US-Bürgers nicht kannte. Im November 2019 machte die bedrohte Frau den Vorgang bekannt und mahnte die Behörden, die AWD unbedingt als transnationale Terrororganisation zu behandeln.[129] Bis dahin stufte die Bundesregierung die AWDD nicht als terroristische Vereinigung ein.[130]

Kurz vor dem Jahrestag 2018 der Novemberpogrome 1938 riefen Flugschriften der AWDD im Jacob-und-Wilhelm-Grimm-Zentrum der Humboldt-Universität zu Berlin die „Deutschen Studenten“ dazu auf, sich auf einen Bürgerkrieg vorzubereiten und der AWD zu folgen.[121] Im April und Mai 2019 lagen in der Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main Aufrufe der AWDD zur Ermordung von Muslimen, Rabbinern und Imamen und zum „totalen Bürgerkrieg“ gegen die angeblich drohende Vernichtung der „weißen Rasse“ durch die angeblich von Juden gesteuerte Migration.[128] Ende Mai 2019 bedrohte eine „Botschaft an die Moslems in Deutschland“ Muslime grafisch mit Enthauptung. Die AWDD-Flyer lagen in der Keupstraße, wo der NSU am 9. Juni 2004 den Nagelbombenanschlag in Köln verübt hatte,[36] und in Briefkästen in Köln-Mülheim.[131] Die Autoren bedrohten die Empfänger als „das willfährige Werkzeug der Juden, um Deutschland und Europa zu zerstören“.[132]

Am 27. Oktober 2019 bedrohte eine E-Mail von „atom11“ den Politiker Cem Özdemir (Bündnis 90/Die Grünen): Er sei der erste auf einer Todesliste der „Atomwaffen Division Deutschland“. Man führe das Werk der AWD in den USA weiter, sei global vernetzt und verfolge das „Ziel, die größte rechtsextreme Organisation nach dem Ende des Dritten Reiches zu werden.“[133] Man werde Özdemir bei seinem nächsten öffentlichen Auftritt oder vor seiner Wohnung hinrichten. 18 Minuten später erhielt auch Bundestagsvizepräsidentin Claudia Roth vom selben Absender eine Morddrohung.[134] Mit den Mordanschlägen auf Andreas Hollstein (27. November 2017) und Walter Lübcke (2. Juni 2019) habe die AWDD eine „Phase bevorstehender Säuberungen“ eingeleitet.[133] Die Absender wurden nicht ermittelt.[36] Vermutet wurden Bezüge zu den damaligen Morddrohungen von „NSU 2.0“ und anderen.[135] Das Bundeskriminalamt (BKA) sah nur eine abstrakte Gefahrenlage für Roth und Özdemir.[130] Der Terrorismusexperte Peter R. Neumann fand die Drohungen dagegen „sehr konkret und spezifisch“. Er schätzte die AWDD auf 24 bis 36 extrem gewaltbereite Mitglieder.[136]

Am 7. November 2019 nahm die deutsche Polizei Kyle M. von der AWD-USA fest und verweigerte ihm nach einem Verhör die Einreise. Er war laut den AWD-Videos schon mehrmals in Deutschland gewesen, spielte eventuell in Bands des National Socialist Black Metal (NSBM) und hatte enge Kontakte zu deutschen Rechtsextremen wie Hendrik Möbus. Auch das AWD-Mitglied Kaleb Cole soll NSBM-Konzerte in Europa besucht haben.[137]

Fortan beobachteten deutsche Sicherheitsbehörden verstärkt mögliche deutsche Kontaktpersonen der AWD.[138] Im Auftrag des Generalbundesanwalts (GBA) identifizierte die BKA-Sonderkommission „Kern“ in rechten Chatgruppen mutmaßliche AWDD-Mitglieder mit Decknamen wie „Napola88“, „Hackeblock“, „Dekkit“ und „Heydrich“, der nach einer Anschlagsdrohung auf eine „Andachtsstätte“ im Frühjahr 2020 festgenommen wurde. Gegen seine Kontaktpersonen wurde verdeckt weiter ermittelt. Der Benutzer „Jus-ad-bellum“, mutmaßlich der Bundeswehroffizier Chris Marvin C., hatte am 9. Oktober 2019 den Anschlag in Halle bejubelt und das Tätermanifest mit dessen Waffenbauanleitungen verbreitet. Auf seine Überwachung konnten sich BKA und MAD nicht einigen. Daher beförderte die Bundeswehr ihn 2021 zum Führungsoffizier einer Einheit, in der er ständig Zugang zu Waffen und Munition hatte.[139]

Am 18. März 2020, kurz nach der angeblichen Selbstauflösung der AWD, erstellte die AWDD einen Telegramkanal und veröffentlichte dort eine „deutsche Übersetzung des Atomwaffen Division Programms“. In einem Audio dazu beklagte eine verzerrte Stimme die Auflösung der AWD; doch die AWDD habe weitere Mitglieder rekrutiert und werde in Deutschland „bis zum bitteren Ende“ weitermachen. Am Folgetag erschien auf Telegram ein zwölfseitiges AWDD-Programm zur Ideologie, Strategie, mit „Verhaltensregeln“, „Rekrutierungsanforderungen“ und nationalsozialistischer „Pflichtlektüre“, darunter Hitlers „Mein Kampf“ und James Masons Siege. Die AWDD kämpfe derzeit nicht nur „gegen die Juden, sondern auch gegen unser eigenes Volk.“ Man verwies auf „einsame Wölfe“, „kleine Zellen“ und „führerlose Widerstandsaktivitäten“, leugnete den Holocaust und verherrlichte den Nationalsozialismus. Zwei schon bekannte Grafiken bedrohten betende Muslime erneut mit Enthauptung, angelehnt an Bilder des Kanadiers “Dark Foreigner” auf der Webseite atomwaffendivison.org. Von März bis Juli 2020 erschienen 18 deutschsprachige AWD-Grafiken auf Telegram.[140]

Im September 2020 erwies sich, dass der Attentäter von Halle Stephan Balliet AWD-Propaganda besaß. Daraufhin zog der GBA die Ermittlungen zur AWDD an sich.[141] Im Dezember 2020 bestätigte die Bundesregierung im Innenausschuss des Bundestags die Existenz der AWDD, gab aber keine Kenntnisse über deren Pläne preis.[142]

Im März 2021 kandidierte der damals 19-jährige Marvin E. bei der Kommunalwahl in Spangenberg (Hessen) für die CDU. Danach wurden seine Kontakte zur AWD bekannt.[143] Er erkundete mögliche Anschlagsorte, darunter das Reichstagsgebäude in Berlin und sechs Schulen. Ein verdeckter Ermittler des Verfassungsschutzes erfuhr in einem Neonazi-Chat davon und ließ E. festnehmen.[144] Im September 2021 fand die Polizei in seinem Elternhaus rund 600 Sprengkörper, darunter 13 selbstgebaute Bomben, und ein rassistisches Pamphlet[145] namens „Operation Ranzekacke“ vom Juli 2021. Danach hatte E. Anschläge gegen Muslime, Juden und Ausländer geplant, um einen „Rassenkrieg“ gegen den angeblichen Austausch der „weißen Rasse“ zu entfachen.[146] Er plante eine Plakataktion, erwarb Sprengstoffe und stellte daraus mehrere unkonventionelle Sprengvorrichtungen mit starker Explosivkraft her.[147] Damit wollte er „Juden und Kanaken“ als „dumm und nicht lebenswert“ „dezimieren“: „Der Feind muss vernichtet werden!“ Diesen Satz zitierte er in einem Youtubevideo zu Filmaufnahmen von marschierenden NS-Soldaten.[148]

Im April 2022 erhob der GBA Anklage gegen Marvin E. wegen versuchter Gründung einer Terrorvereinigung und Planung eines staatsgefährdenden Anschlags.[149] Demnach wollte E. eine „AWD Hessen“ gründen und hatte dafür waffenkundige Mitglieder gesucht. Im Mai 2022 bestätigte die Bundesregierung Berichte und die Angaben des GBA dazu.[150] In seinem Strafprozess im September 2022 stellte E. seinen Aufruf als bloße „Provokation“ dar, erklärte zugleich aber, der Nationalsozialismus hätte mit einer bloßen Vertreibung der Juden „funktionieren können“. Seine Familie habe Hitlerfotos und rassistisch kommentierte Bilder der Erschießung eines schwarzen Flüchtlings in einem Chat „wie Emojis“ genutzt und das „witzig“ gefunden.[148] Er gestand die Gründung eines hessischen AWD-Ablegers und seine Suche mit eigenem Propagandamaterial nach Gleichgesinnten im Internet.[144] Am 8. Mai 2023 verurteilte das Oberlandesgericht Frankfurt am Main ihn deswegen zu einer mehrjährigen Haftstrafe.[151]

Ab Oktober 2022 stand Maurice P., mutmaßlich Mitglied der AWDD, wegen eines Messerangriffs auf einen Ausländer vor dem Amtsgericht Berlin-Tiergarten. Er gestand die Tat, seine rechte Haltung und einen Hitlergruß, behauptete aber, er habe sich nur vor Schlägen Dritter schützen wollen. Parallel zum Prozess ermittelte der GBA gegen ihn wegen möglicher Unterstützung der AWDD.[152]

Knockout 51

→ Hauptartikel: Knockout 51

Leon R. aus Eisenach suchte ab 2017 im Iron March Kontakt zu Neonazis der USA, die in Deutschland aktiv werden wollten. Er zeigte sich als Befürworter des Holocaust und Hitler-Anhänger. Auf der Seite xplosives.net gab er routinierte Tipps zum Bombenbau und Munitionserwerb.[153] Nach Eigenangaben nahm er am jährlichen Neonazifestival „Schild & Schwert“ in Ostritz teil, eventuell auch am „Asgardsrei Festival“ in Kiew. 2019 stellte er sich im Iron March als Betreuer rechtsextremer deutscher Webseiten und Ersteller von Propagandavideos für das „Antikapitalistische Kollektiv“ (AKK) dar. Weil eins davon denselben Neonazi-Aufmarsch zeigte wie das deutsche AWD-Video vom Juni 2018, wurde er als dessen Hersteller vermutet. Er gilt daher auch als Gründer der AWDD. Das Amt für Verfassungsschutz Thüringen wollte daher mögliche Kontakte von Eisenacher Neonazis zur AWD prüfen.[154]

Leon R. war als „Antidemokrat“ im Iron March registriert, trainierte die Kampfsportgruppe „Knockout 51“ und war mit dem „Flieder Volkshaus“ der NPD Thüringen verbunden.[155] Laut der Thüringer Landtagsabgeordneten Katharina König-Preuss nahm R. an einem Schießtraining in Tschechien teil und hatte Kontakte zur Brigade Asow in der Ukraine. Sie warnte, Neonazis in Eisenach könnten die Morddrohungen der AWDD gegen politische Gegner umsetzen.[156]

Nach einer Razzia des BKA bei Leon R. im November 2019 erklärte R.s Gruppe „Nationaler Aufbruch Eisenach“ sich auf Facebook für aufgelöst. Er bestritt auf Instagram Bezüge zur AWDD.[157]

Im August 2020 nahm Leon R. an gewaltsamen Coronaprotesten in Berlin teil und wurde dabei festgenommen. Bei einer „Querdenker“-Kundgebung am 7. November 2020 in Leipzig verübten einige Mitglieder von „Knockout 51“ Gewalt gegen eine Polizeikette. Laut Exif traf Leon R. sich im Januar 2022 mit anderen Neonazis im „Flieder Volkshaus“ Eisenach und leitete dort regelmäßige Gewalttrainings. Als wichtigster Zeuge der Anklage im Dresdner Linksextremismusprozess behauptete er, er habe einen AWD-Videohersteller nur wegen einer fachspezifischen Frage kontaktiert und nichts von dessen AWD-Mitgliedschaft gewusst.[158]

Am 6. April 2022 nahm das BKA bei einer großen Razzia bei 50 beschuldigten Rechtsextremen in elf Bundesländern auch mutmaßliche AWDD-Mitglieder fest,[159] darunter Chris Marvin C. und vier Mitglieder von „Knockout 51“,[160] nämlich Leon R., Maximilian A., Bastian A. und Eric K.[161] Der GBA warf ihnen gefährliche Körperverletzungen, Landfriedensbruch, Angriffe auf Polizisten und die Bildung einer kriminellen Vereinigung vor. Spätestens ab März 2020 habe ihre Kampfsportgruppe „Knockout 51“ Gleichgesinnte für Straßenkämpfe ausgebildet, um in Eisenach einen „Nazi-Kiez“ zu etablieren.[162] Die Gruppe provozierte und verübte gezielt Gewalt und plante Straftaten gegen Linke oder Polizisten, auch mit Hieb- und Stichwaffen. Ihr Leiter Leon R. betrieb in Eisenach die Neonazikneipe „Bull's Eye“ und hatte Kontakt zur NPD und zu Stanley Röske, der mit 21 weiteren Beschuldigten die verbotene Terrorgruppe „Combat 18“ neu gründen wollte. Zudem wurde gegen neun weitere Mitglieder oder Unterstützer der AWDD sowie fünf Mitglieder des verwandten „Sonderkommandos 1418“ ermittelt.[163] Darunter waren der stellvertretende Berliner NPD-Landesvorsitzende Oliver Niedrich[155] und Lukas H. aus Niedersachsen, der 2019 die Base in Pennsylvania besucht hatte. Der GBA klagte insgesamt zehn mutmaßliche deutsche AWDD-Mitglieder an.[77][164]

Totenwaffen Division

Am 3. Juni 2022 ließ die Generalstaatsanwaltschaft Brandenburg in Potsdam einen 17-jährigen Neonazi festnehmen. Er war in der Chatgruppe „Totenwaffen Division“ aktiv und soll Terroranschläge vorbereitet, Waffenbauanleitungen besorgt, Spreng- und Brandsätze gebaut haben.[165] Er soll die Terrorzelle „Totenwaffen“ aus minderjährigen Neonazis online gegründet haben.[166] Auf vk.com beschimpfte F. Bundeskanzlerin Angela Merkel als „Jewgela“ und damit als von Juden gelenkt und erwog, sie mit einer Bombe zu töten. Weil er unter Klarnamen ein Manifest des „Unabombers“ Theodore Kaczynski und eine Airsoftpistole bestellte, wurde er entdeckt. Das GETZ der Bundesregierung beobachtete die Zelle seit 2021 als Teil des AWD-Netzwerks.[167]

Die Gruppe hatte mehrere Dutzend Mitglieder, auch aus dem Ausland, und Kontakte zur AWD und zur FKD. Als Benutzer „Horst“ soll F. sie monatelang angestachelt haben. Nach einer Hausdurchsuchung bei ihm im Sommer 2021 verschwand der Gruppenchat zunächst. Doch in Potsdam und Berlin tauchten Plakate mit dem Namen „Totenwaffen“ auf,[168] auf Telegram Propagandaplakate mit Todeslisten. Der Gründer hatte sich mit Wissen seiner Eltern auf der Spieleplattform Roblox radikalisiert, später auf Discord und Telegram.[169] Er zündete mindestens vier selbstgebaute Sprengsätze auf einem verlassenen Kasernengelände und zeigte seiner Chatgruppe Videos davon.[170] Zudem besaß er eine Anleitung zum Herstellen von Schießbaumwolle und ein noch nicht zündfähiges Vorläufergemisch.[168]

Nach einem rund neunmonatigen Strafprozess[171] verurteilte das Landgericht Potsdam F. am 15. Dezember 2023 unter anderem wegen der erwiesenen Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat zu fast vier Jahren Haft.[172]

Atomwaffen Division Russland

Am 1. Juni 2020 gab die deutsche AWDD auf ihrem Telegramkanal die „AWD Russland“ (AWDR) als verbündete Teilgruppe bekannt. Der Russe Alexander Slavros hatte 2011 die Webseite Iron March gegründet, die Ideologie und Werbestrategie der AWD beeinflusst und den AWD-Gründern Brandon Russell und Devon Arthurs in den USA geholfen, die AWD zu einer transnationalen Terrororganisation zu machen. Über Mitglieder und Aktivitäten der AWDR ist bisher jedoch wenig bekannt.[173] Die AWDR übersetzte englisch- oder deutschsprachige AWD-Grafiken aus dem Jahr 2020 ins Russische und verbreitete sie im Internet.[140]

Atomwaffen Division Europe

Am 12. Januar 2021 stellte ein Neonazi aus Polen in einem offenen Telegramkanal die “Atomwaffen Division Europe” (AWDE) vor. Man hatte den Gründer 2018 bei einer Demonstration in Warschau wegen Tragens von Symbolen der Waffen-SS festgenommen und in seinem Haus viele NS-Devotionalien gefunden. Auf Telegram gab er Bezüge zur Misanthropic Division an, die in ganz Europa Kämpfer für das rechtsextreme Regiment Asow in der Ukraine sucht. Er selbst suchte online Mitstreiter und wollte Flugblätter mit Aufrufen zum Massenmord drucken lassen. Er präsentierte einen Entwurf mit dem Spruch „Der Holocaust ist nicht passiert, er hätte passieren sollen“, einem SS-Totenkopf, der Frage „6 Millionen Juden?“ und der Antwort „Ist das eine Herausforderung?“ sowie den Kontaktdaten der AWDE. Daraufhin wurde deren Telegramkanal gesperrt. Gleichwohl fand die private AWDE-Telegramgruppe bis Ende April 2021 etwa 25 Mitglieder, darunter zwölf Deutsche. Die AWDE bestritt Kontakte zur bisherigen AWD in den USA und Deutschland, übernahm aber deren Logo, Ideologie und Strategie: Man wolle die Vorherrschaft einer „weißen Rasse“ und die „Zukunft für den Nationalsozialismus in Europa“ durch „bewaffneten Widerstand“ vorbereiten. Sie besorgten sich Waffen von gewaltbereiten Neonazis in Russland und der Ukraine und wollten sich im Regiment Asow militärisch ausbilden lassen.

Führende AWDE-Aktivisten waren 2021 Patrick G. und Steven T. („Steven Der Sturm“) aus Elmshorn. G. gab die Kontaktdaten des Asow-Regiments weiter und gründete den AWDE-Chat. T. entwarf und druckte die ersten AWDE-Flyer und bemühte sich um die transnationale Vernetzung. Über die NPD Schleswig-Holstein warb er die zwölf deutschen AWDE-Mitglieder an, darunter viele minderjährige Schüler. Er vereinte die von ihm gegründete Jugendgruppe „Deutsche Patriotische Gemeinschaft“ (DPG) bzw. „Division Sankt Michael“ (DSM) mit der AWDE. Er rief mit Propagandabildern zu einem “Day of the Rope” („Tag des Hängens“) gegen „Volksverräter“ auf. Die Mitglieder verbreiteten Tätervideos von Terroranschlägen, Mordaufrufe gegen Juden und sonstige rechtsextreme Hetze. Einige gehörten zur lokalen Feuerwehr und nahmen mit der verbotenen Reichskriegsflagge an regionalen Protesten gegen die Coronamaßnahmen teil. Viele besaßen Waffen und Militärausrüstung, die sie mit NS-Devotionalien und Szene-Codes auf AWDE-Propagandabildern zeigten. Sie beschrieben den Umbau von Schreckschusspistolen zu scharfen Schusswaffen und den Nachbau des Sturmgewehrs AK47 aus Plastik („Plastikov“). Ein Mitglied kündigte den Erwerb einer Uzi-Maschinenpistole an. Wegen des raschen Aufbaus der AWDE, trotz mehrerer Kanalsperren, und deren Anschlagsplanung und internationaler Vernetzung schätzten Beobachter diese Szene als „tickende Zeitbombe“ ein.[174]

InJekt Division

Im Februar 2021 erschien auf Telegram eine Neonazigruppe namens InJekt Division mit einer Impfspritze als Logo. Der Nutzer “Korb Taran” erschien als ihr Leiter. Er propagierte Terror gemäß den Fourteen Words als Kur für eine von ihm beklagte Verweichlichung des weißen Mannes und Alternative zu Zwölf-Schritte-Programmen. Am 27. Mai 2021 kündigte er im Telegramkanal der Gruppe ein Massaker in einem Warenhaus der Walmart-Kette im Kerr County (Texas) an. Zwei Tage später drängte er seine Anhänger, Gewaltvideos anzuschauen, um sich mit der Realität des Krieges vertraut zu machen. Der Heilige Rassenkrieg, den alle ersehnten, werde die Welt von dieser Barbarei befreien. – Das FBI hatte den Kanal eine Woche zuvor zu beobachten begonnen und stellte Bezüge zu anderen rechtsextremen Terrorgruppen mit akzelerationistischer Ideologie fest. Am 30. Mai 2021 nahm die Polizei den 28-jährigen Coleman Thomas Blevin als mutmaßlichen Urheber der Morddrohung fest. Auf seinem Grundstück fand man Schusswaffen, Munition und Terrorpropaganda, darunter die Turner Diaries, Julius Evolas Revolt Against the Modern World und Harassment Architecture. Ferner fand man Flaggen der Falangisten, der Konföderation, der Schwarzen Sonne, der Russisch-orthodoxen Kirche und Saudi-Arabiens sowie THC und ein T-Shirt mit dem Logo der InJekt Division. Danach diskutierte die übrige Gruppe in ihrem Kanal über die Festnahme und identifizierte Blevin mit “Korb Taran”; einige hielten ihn für einen Spitzel der US-Regierung.[175]

“Korb Taran” nannte sich auch „David Koresh“ wie der Sektenführer der „Branch Davidians“. In einem Video drohte er unter einer Totenkopfmaske, er wolle Schwarze und Latinos ermorden. Er erwartete eine apokalyptische „Schlacht von Armageddon“. Den Gruppenkanal hatten 270 Menschen abonniert. Sie teilten ähnliche „Fashwave“-Grafiken wie die AWD, die Krieg und Faschismus glorifizieren, ferner Weltuntergangsfantasien, Zitate aus der Bibel, dem Koran und faschistischer Literatur. Sie beschimpften oft Homosexuelle, Linke („Social Justice Warriors“), Satanisten, Juden und Atheisten. Am 19. März 2021 stellte sich das deutsche Mitglied „F. Kaczynski“ (der Nutzername spielt auf den gleichnamigen „Una-Bomber“ an) im Telegramkanal vor. Er besaß auch einen YouTube-Kanal und folgte dort unter anderem den Kanälen von „Die Rechte Dortmund“. Deutlicher als andere im AWD-Netzwerk vertrat diese Gruppe religiöse Untergangsfantasien und bezog sich öfter positiv auf christlichen Fundamentalismus und Islamismus. Sie begrüßte Angriffe der Terrororganisation Hamas auf Israel vom Frühjahr 2021.[176]

Terrorgruppen auf Telegram

Iron March, AWD, FKD und verwandte rechtsterroristische Gruppen nutzen seit etwa 2019 besonders den Messengerdienst Telegram, weil dieser menschenfeindliche Posts, auch konkrete Aufrufe zum Massenmord, nicht löscht und das Netzwerkdurchsetzungsgesetz dort nicht angewandt wird. 2020 hatte der Telegramkanal Terrorwave refined rund 4.000 Mitglieder und publizierte typische AWD-Videos maskierter Männer, die mit automatischen Waffen im Wald Schießen üben und Flaggen der USA und Israels verbrennen. Die Gruppe teilte das Tätervideo vom Anschlag in Halle 2019.[177]

Nach der Schließung des Messageboards 8chan im August 2019 entstanden auf Telegram rund 150 rechtsextreme Kanäle, darunter Terrorgram Collective. Dort tauschen etwa 300 bis 2000 Neonazis über verschlüsselte Posts faschistische Ideologie sowie mehrsprachige Anleitungen zum Bombenbau und zu Terroranschlägen aus. Ähnlich wie die AWD verwenden sie schwarz-weiß-rot gefärbtes Propagandamaterial, Totenkopfsymbole und Bilder bekannter Faschisten. Ein 19-jähriger Terrorgrambenutzer erschoss 2022 in Bratislava zwei Besucher eines LGBTQ-Nachtclubs und dann sich selbst. Zuvor hatte er Terrorgram in einem Manifest für den Aufbau der „Zukunft einer weißen Revolution“ gedankt. Andere verherrlichten ihn als „Terrorgram’s ersten Heiligen“. Einige Benutzer gehörten auch zur AWD, stellten AWD-Rekrutierungsvideos her und verfassten Manifeste für Terrorgram.[178]

Im Dezember 2023 nahm Kanadas Polizei die Terrorgrambenutzer Kristoffer Nippak und Matthew Althorpe als terrorverdächtige AWD-Mitglieder fest.[179] Im April 2024 beschloss Großbritanniens Regierung, Terrorgram wie zuvor die Neonazigruppen National Action, Feuerkrieg Division und The Base als Terrororganisation zu verbieten. Damit drohen jedem Unterstützer der Gruppe und ihrer Ideologie bis zu 14 Jahre Haft oder eine unbegrenzte Geldstrafe.[178][180]

Maniacs Murder Cult (M.K.Y.)

2017 entstand in Dnipro (Ukraine) die Gruppe M.K.Y. um Yegor Krasnov (Nutzername „Maniac“). Sie verübte und filmte dort mindestens 33 Straßenangriffe auf Wohnungslose und veröffentlichte ab 2018 mit Horrorcore unterlegte Videos davon auf 2chan, Telegram und Vk.com. Die Gruppe dehnte sich bald nach Russland aus und beteiligte sich an ähnlichen Aktionen in russischen Städten. Ihre Ideologie verbindet Nazismus, Esoterik der Thule-Gesellschaft und theistischen Satanismus. Sie sieht ihre Angriffe als beschleunigende Mittel, einen “Racial Holy War (RaHoWa)” vorzubereiten. Ihre Propaganda lehnt sich stark an den Stil des kanadischen Neonazis Dark Foreigner an. Die Gruppe teilte Material der NSO9A über „nihilistischen Nationalsozialismus“ und hat Bezüge zu verwandten Gruppen wie Satanic Front, Russian Corps und zum Netzwerk 764. Bewerber müssen einen detaillierten Aufnahmeprozess durchlaufen, um Mitglieder zu werden. – Im Januar 2020 wurde Yegor Krasnov in Dnipro enttarnt und festgenommen. Der russische Inlandsgeheimdienst FSB behauptet, Geheimdienste der Ukraine hätten ihn zur Gründung der M.K.Y. und zu Terrorangriffen auf russischem Boden beauftragt. Damit rechtfertigt der FSB Russlands Angriffskrieg gegen die Ukraine. Von Januar bis März 2021 nahmen russische Sicherheitskräfte in Gelendschik, Jaroslawl, Moskau, St. Petersburg, Tambow und Woronesch insgesamt 38 mutmaßliche Mitglieder oder Unterstützer der M.K.Y. wegen gefilmten und geposteten Angriffen auf Wohnungslose und Vorbereitung von Terrorangriffen fest. Einige wurden der Propagierung von Neonazismus und Massenmord angeklagt. Bei einem 17-Jährigen fand man Material zum Bombenbau. Im Juli 2024 ließ das FBI mit einem internationalen Haftbefehl in Moldawien den Georgier Mikhail Chkhikvishvili festnehmen. Er soll im Auftrag der M.K.Y. deren Videos auf Telegram gepostet, in den USA viele neue Mitglieder für sie angeworben und einen Terrorangriff am Neujahrsabend 2023 in New York City geplant haben. Er wurde dort wegen Verschwörung zu Hassverbrechen und Massenmord angeklagt.[68]

Einstufungen

Der Rechtsextremismusexperte Roland Sieber beschreibt die AWD als transnationales Netzwerk, das Rechtsterrorismus weltweit fördere, den erwarteten apokalyptischen „Rassenkrieg“ mit Gewalt herbeiführen wolle und dazu explizit zum Mord an politischen Gegnern, jüdischen, muslimischen, homosexuellen und schwarzen Menschen aufrufe. Der offene Bezug zum Nationalsozialismus und zu Adolf Hitler, die rassistische Ideologie der „weißen Überlegenheit“, das Konzept des führerlosen Widerstands und der Akzelerationismus seien Merkmale der AWD-Ideologie. Die Berufung auf James Masons Werk Siege sei ein weltweiter Trend in der White-Supremacy-Bewegung. Immer mehr Gruppen wollten den Zusammenbruch staatlicher Ordnungen durch Terror und sexuelle Gewalt auch gegen Kinder und Minderjährige beschleunigen. Jeder rechtsextreme Mörder und Gewalttäter und auch islamistische Terroristen seien für sie Vorbild. Wie der „Islamische Staat“ (IS) verbreiteten sie ihre Terrorpropaganda global über das Internet und versuchten, weltweit neue Anhänger für Anschläge anzuwerben. AWD-Hasscamps seien mit Terrorcamps des IS vergleichbar. Zudem bauten die AWD und die FKD mit ihren Aufrufen, sich lokalen Nazis anzuschließen, auf bestehenden terroristischen Strukturen auf. In Deutschland seien dies Netzwerke um „Combat 18“ und „Blood and Honour“, die Schusswaffentrainings in Osteuropa organisierten.[181]

Auch der Politikwissenschaftler Jan Rathje hielt 2019 eine weitere Mobilisierung für Terrorgewalt über bestehende Netzwerke wie „Combat18“ oder „Blood and Honour“ für möglich und warnte davor, die von der AWD ausgehende Gefahr in Deutschland zu unterschätzen.[182]

Ende April 2021 verbot Großbritanniens Regierung die AWD und ihre Ableger SKD und NSO als Terrorvereinigungen. Damit droht Mitgliedern bis zu 14 Jahren Haft. Zudem erleichtert das Verbot das Verfolgen von AWD-Propaganda im Internet und verpflichtet Plattformen, diese zu entfernen. Experten kritisierten, das überfällige Verbot komme nach dem Abflauen des AWD-Wachstums etwa fünf Jahre zu spät. Die Regierung hätte schon die satanistische Order of Nine Angles (ONA) verbieten und so deren Einfluss auf die AWD und andere Neonazigruppen unterbinden sollen; dieses Verbot fehle weiterhin.[65]

Siehe auch

  • Gruppe S.

Literatur

  • Spencer Sunshine: Neo-Nazi Terrorism and Countercultural Fascism: The Origins and Afterlife of James Mason’s Siege. Routledge, London 2024, ISBN 978-0-367-19060-6
  • Atomwaffen Division, in: Barry J. Balleck (Hrsg.): Hate Groups and Extremist Organizations in America: An Encyclopedia. ABC-CLIO, Santa Barbara 2019, ISBN 978-1-4408-5750-8, S. 49–53
  • Jacob Ware: Siege: The Atomwaffen Division and Rising Far-Right Terrorism in the United States. ICCT Policy Brief, Juli 2019, doi:10.19165/2019.2.05, ISSN 2468-0486

Weblinks

Berichte

  • Atomwaffen Division (AWD). George Washington University, Program on Extremism, 2025
  • ADL: Atomwaffen Division (AWD) / National Socialist Order (NSO). 29. April 2020
  • The Soufan Center: Special Report: The Atomwaffen Division: The Evolution of the White Supremacy Threat. August 2020
  • Michael Davis: A Review Of Atomwaffen Division’s Online Activity. Memri, 18. November 2019
  • Simone Rafael: Rechtsterrorismus: Was ist die „Atomwaffen Division“? Belltower.News, 4. November 2019
  • Jacob Ware: Siege: The Atomwaffen Division and Rising Far-Right Terrorism in the United States. International Centre for Counter-Terrorism (ICCT), 9. Juli 2019

Filme und Fotografien

  • Spiegel TV: Rechtsextreme „Atomwaffen-Division“: Bedrohungen gegen Politiker. 12. November 2019
  • Atomwaffen Division & The Base: A Darknet of Terror. 48Hours / ProPublica, 19. Juli 2019
  • Documenting Hate: New American Nazis. PBS, November 2018; Film; Transkript
  • Die „Atomwaffendivision“ in den Vereinigten Staaten. Recherche Nord, 20. April 2018
  • Inside the Secret Chat Logs of American Nazis. ProPublica, Februar 2018
  • Spiegel 35/2018: Fotostrecke

Einzelnachweise

  1. ↑ a b c d e f Michael Edison Hayden: Visions of Chaos: Weighing the Violent Legacy of Iron March. SPLC, 15. Februar 2019
  2. ↑ a b c d e A. C. Thompson: An Atomwaffen Member Sketched a Map to Take the Neo-Nazis Down. What Path Officials Took Is a Mystery. ProPublica, 20. November 2018
  3. ↑ Kelly Weill: Inside the Private Messages of Neo-Nazi Group Atomwaffen Division. Daily Beast, 8. November 2019
  4. ↑ a b c Barry J. Balleck (Hrsg.): Hate Groups and Extremist Organizations in America, Santa Barbara 2019, S. 50
  5. ↑ Jacob Ware: Siege, Juli 2019, S. 2–4
  6. ↑ Jacob Ware: Siege, Juli 2019, S. 5
  7. ↑ Zack Beauchamp: Accelerationism: the obscure idea inspiring white supremacist killers around the world. Vox, 18. November 2019
  8. ↑ Kira Ayyadi: „Siege“: James Masons Anleitung zum „Rassenkrieg“ für die „Atomwaffen Division“. Belltower, 10. Januar 2020
  9. ↑ a b c d Alexander Epp, Roman Höfner: Das Hass-Netzwerk »Atomwaffen Division«. Spiegel, 24. August 2018
  10. ↑ a b c d e f g h Atomwaffen and the SIEGE parallax: how one neo-Nazi’s life’s work is fueling a younger generation. SPLC, 22. Februar 2018
  11. ↑ a b Jacob Ware: Siege, Juli 2019, S. 6
  12. ↑ a b Extremist Content Online: Atomwaffen Division Continues Uploads on YouTube. Counterextremism.com, 20. Mai 2019
  13. ↑ a b Christopher Matthias: The Enemy Of My Enemy Is My Friend: What Neo-Nazis Like About ISIS. Huffington Post, 27. Mai 2017
  14. ↑ Brian Chasnoff: Racist at vigil sends online message. Express News, 17. Juli 2016
  15. ↑ Ben Makuch, Mack Lamoureux: Neo-Nazis Are Glorifying Osama Bin Laden. Vice, 17. September 2019
  16. ↑ a b Ariel Koch: The Nazi Satanists promoting extreme violence and terrorism. Open Democracy, 4. Februar 2021
  17. ↑ Kelly Weill: Hotter than Hell: Satanism Drama Is Tearing Apart the Murderous Neo-Nazi Group Atomwaffen. Daily Beast, 21. März 2018
  18. ↑ a b Atomwaffen-Division. SPLC, Abteilung Hatewatch
  19. ↑ a b c d A.C. Thompson, Ali Winston, Jake Hanrahan: Inside Atomwaffen as it celebrates a member for allegedly killing a gay Jewish college student. ProPublica, 23. Februar 2018
  20. ↑ Jonah Bromwich: What Is Atomwaffen? A Neo-Nazi Group, Linked to Multiple Murders. The New York Times (NYT), 12. Februar 2018
  21. ↑ a b c d e Donning the Mask: Presenting ‚The Face of 21st Century Fascism‘. SPLC, 20. Juni 2017
  22. ↑ Max Holscher: So tickt die Neonazi-Zelle „Atomwaffen Division“. Spiegel, 27. August 2018 (Kostenpflichtig)
  23. ↑ Tess Owen, Tim Hume: Exclusive: A U.S. Marine Used the Neo-Nazi Site Iron March to Recruit for a ‚Racial Holy War‘. Vice, 8. November 2019
  24. ↑ Canadian Navy Kicks Out Sailor Who Was Neo-Nazi Forum Administrator. Vice, 3. Februar 2021
  25. ↑ Meet Lauren Paul: MIT Alumni and Neo-Nazi Atomwaffen Division Propagandist. Panic In The Discord, 15. November 2019
  26. ↑ Nate Thayer: Secret Identities of U.S. Nazi Terror Group Revealed. (Memento des Originals vom 7. Dezember 2019 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.nate-thayer.com 6. Dezember 2019
  27. ↑ Marilyn Mayo: Alt Right Groups Target Campuses with Fliers. ADL, 7. Dezember 2016
  28. ↑ a b A.C. Thompson, Ali Winston: Atomwaffen, Extremist Group Whose Members Have Been Charged in Five Murders, Loses Some of Its Platforms. ProPublica, 6. März 2018
  29. ↑ Emanuel Maiberg, Matthew Gault: One of America's Most Notorious Neo-Nazi Extremist Groups Is Posting Freely to YouTube, Steam. Vice, 23. Februar 2018
  30. ↑ Joseph Cox: YouTube Bans Channel of American Neo-Nazi Extremist Group Atomwaffen Division. Vice, 28. Februar 2018
  31. ↑ Joseph Cox: YouTube Is Full of Easy-to-Find Neo-Nazi Propaganda. Vice, 9. März 2018
  32. ↑ Ben Makuch: The Far Right Has Found a Web Host Savior. Vice, 8. Mai 2019
  33. ↑ Bridget Johnson: Neo-Nazi Recruitment Video Circulates Online with Goal of ‚Accelerating Vengeance‘. Homeland Security Today, 21. Mai 2019
  34. ↑ Ben Makuch, Jordan Pearson: Minds, the ‚Anti-Facebook‘, Has No Idea What to Do About All the Neo-Nazis. Vice, 28. Mai 2019
  35. ↑ Cyrill Pinto, Simon Huwiler: Neonazis von Atomwaffen Division nutzen Schweizer Mail. Blick.ch, 30. November 2019
  36. ↑ a b c d e Maik Baumgärtner et al.: Deutscher Ableger der Neonazi-Gruppe „Atomwaffen Division“: „Unser Schwerpunkt liegt auf Gewalt und Töten“. Spiegel, 8. November 2019 (kostenpflichtig)
  37. ↑ a b John Martin, Tony Marrero: ‚Neo-Nazi‘ in Florida National Guard arrested after explosives found at Tampa Palms murder scene. Tampa Bay Times, 23. Mai 2017
  38. ↑ Janet Reitman: All-American Nazis. Rolling Stone, 2. Mai 2018
  39. ↑ Neo-Nazi plot targeted civilians and synagogues, prosecutors say. CBS, 13. Juni 2017
  40. ↑ Dan Sullivan: Tampa neo-Nazi wanted to target ‚power lines, nuclear reactors and synagogues‘, according to court documents. Tampa Bay Times, 13. Juni 2017
  41. ↑ Niraj Chokshi: Neo-Nazi Leader in Florida Sentenced to 5 Years Over Homemade Explosives. NYT, 10. Januar 2018
  42. ↑ Anastasia Dawson: Tampa Palms man charged in neo-Nazi double murder to stay in state mental hospital for treatment until competent to stand trial. Tampa Bay Times, 28. Februar 2018
  43. ↑ Ex-Neo-Nazi guilty in 2017 slayings of Florida roommates. AP News, 8. Mai 2023
  44. ↑ Jessica Schulberg, Luke O’Brien: We Found The Neo-Nazi Twitter Account Tied To A Virginia Double Homicide. Huffpost, 5. Januar 2018
  45. ↑ California Murder Suspect Said to Have Trained With Extremist Hate Group. ProPublica, 26. Januar 2018
  46. ↑ David Hinckley: ’48 Hours’ Looks at the Poison Roots in the Tree of Life Massacre. Medium.com, 8. November 2019
  47. ↑ A.C. Thompson, Ali Winston, Jake Hanrahan: Ranks of Notorious Hate Group Include Active-Duty Military. ProPublica, 3. Mai 2018
  48. ↑ A.C. Thompson, Ali Winston: U.S. Marine to Be Imprisoned Over Involvement With Hate Groups. ProPublica, 20. Juni 2018
  49. ↑ a b c d e Ali Winston: FBI Crackdown on Atomwaffen Division Heats Up With New Arrests. Daily Beast, 7. Oktober 2019
  50. ↑ a b Catherine Trautwein, A.C. Thompson: Shooting Suspect Had Flyer Supporting Neo-Nazi Group, Officials Say. PBS / ProPublica, 16. November 2018
  51. ↑ Guillermo Contreras: Was Benjamin Bogard mobilizing for mass violence or just spouting online rhetoric? Expressnews.com, 14. Juni 2019
  52. ↑ Joe Sexton: Las Vegas Man Arrested in Plots Against Jews Was Said to Be Affiliated With Atomwaffen Division. ProPublica, 14. August 2019
  53. ↑ Mark Osborne: Las Vegas neo-Nazi charged with plot to bomb gay club, synagogue. ABC, 10. August 2019
  54. ↑ James Queally: Man with links to neo-Nazi group charged with threatening to kill Jewish man and infant in L.A. Los Angeles Times, 30. August 2019
  55. ↑ Tess Owen: The FBI Just Arrested a U.S. Army Soldier Who Allegedly Plotted to Bomb a Major News Network. Vice, 23. September 2019
  56. ↑ Suspected Atomwaffen Member Arrested, Charged With Gun Possession. SPLC, 18. November 2019
  57. ↑ Mike Baker, Adam Goldman, Neil MacFarquhar: White Supremacists Targeted Journalists and a Trump Official, F.B.I. Says. NYT, 26. Februar 2020
  58. ↑ „Atomwaffen Division“: US-Behörden nehmen vier mutmaßliche Neonazis fest. Rheinische Post, 26. Februar 2020
  59. ↑ Bernd Pickert: Urteil gegen Nazi in den USA: Rechter Terror vor Gericht. taz, 12. Januar 2022; Neonazi-Gruppe in den USA: Mitglied der Atomwaffen Division verurteilt. N-tv, 11. Januar 2022
  60. ↑ Nail Akkoyun: Neonazi-Pärchen wollte komplette US-Stadt „in Schutt und Asche legen“. FR, 7. Februar 2023
  61. ↑ Dominik Peters: Mitbegründer von »Atomwaffen Division« in den USA festgenommen. Spiegel, 6. Februar 2023
  62. ↑ Hannah Gais, Jason Wilson: Leaked Chats, Documents Show Atomwaffen Founder's Path to Terror Plot. SPLC, 23. Februar 2023
  63. ↑ Ben Makuch: Audio Recording Claims Neo-Nazi Terror Group Is Disbanding. Vice, 16. März 2020
  64. ↑ a b Daniel Roth: James Mason’s Siege: Ties to Extremists. Counter Extremism Project (CEP), Factsheet, 3. Oktober 2022
  65. ↑ a b Lizzie Dearden: Atomwaffen Division: UK to ban US-based neo-Nazi group as terrorist organisation. Independent, 19. April 2021
  66. ↑ Kira Ayyadi, Thilo Manemann: „Atomwaffen Division“: Bombendrohungen an 20 Schwarzen US-Universitäten. Belltower, 3. Februar 2022
  67. ↑ Spencer Sunshine: Neo-Nazi Terrorism and Countercultural Fascism, London 2024, S. 282
  68. ↑ a b Marc-André Argentino, Barrett Gay, Matt Bastin: Nihilism and Terror: How M.K.Y. Is Redefining Terrorism, Recruitment, and Mass Violence. In: Combating Terrorism Center at West Point, September 2024
  69. ↑ Kira Ayyadi: „Sons of Tarrant“: Der Anschlag von San Diego und die neue Generation digitaler Rechtsterroristen. Belltower, 20. Mai 2026
  70. ↑ CEP: James Mason's Siege: Ties to Extremists. Oktober 2022 (Organizations: PDF S. 11–15)
  71. ↑ Daniel De Simone, Ali Winston: Neo-Nazi militant group grooms teenagers. BBC, 22. Juni 2020
  72. ↑ Ben Makuch, Mack Lamoureux: Neo-Nazi Terror Leader Said to Have Worked With U.S. Special Forces. Vice, 24. September 2020
  73. ↑ a b c d The Base. SPLC - Hate Watch
  74. ↑ a b Jason Wilson: Revealed: the true identity of the leader of an American neo-Nazi terror group. Guardian, 24. Januar 2020
  75. ↑ Mike Kelly: From a Catholic prep school to Nazism: The strange journey of Rinaldo Nazzaro. NorthJersey.com, 9. März 2020
  76. ↑ Ben Makuch, Mack Lamoureux: Neo-Nazis Are Organizing Secretive Paramilitary Training Across America. Vice, 20. November 2018
  77. ↑ a b c Astrid Geisler, Zachary Kamel, Christian Fuchs: Mitglieder der Atomwaffen Division wollten Reporter hinrichten. Zeit online, 10. August 2022
  78. ↑ Mack Lamoureux, Ben Makuch, Zachary Kamel: Man Arrested for Synagogue Vandalism Was Active in Two Militant Neo-Nazi Groups. Vice, 20. November 2019
  79. ↑ Astrid Geisler, Zachary Kamel: Bewerbung: Mitgliedschaft in rechter Zelle. Zeit, 22. Oktober 2021
  80. ↑ Alex Mann, Kevin Nguyen: The Base tapes. ABC, 26. März 2021
  81. ↑ Mack Lamoureux, Ben Makuch: Inside a Neo-Nazi Terror Cell as it Reckons with FBI Arrests. Vice, 30. November 2020
  82. ↑ Benjamin Wallace: The Prep-School Nazi. New York Intelligencer, 30. März 2020
  83. ↑ Neo-Nazi Rinaldo Nazzaro running US militant group The Base from Russia. BBC, 24. Januar 2020
  84. ↑ Ben Makuch: Russia-Based Neo-Nazi Terror Leader Offers Training To American Far Right. Vice, 19. Januar 2021
  85. ↑ Samantha Springer: Secret tapes show neo-Nazi group The Base recruiting former members of the military. NBC, 15. Oktober 2020; Exclusive: SPLC Podcast Reveals Secret Recordings from Neo-Nazi White Supremacist Group, The Base. SPLC, 15. Oktober 2020
  86. ↑ Ben Makuch, Mack Lamoureux: U.S. Man Deported From Ukraine Was Marine Dropout Linked to Neo-Nazi Terror Group. Vice, 25. März 2021
  87. ↑ Ben Makuch, Mack Lamoureux: Neo-Nazi Terror Leader on Russian TV: 'I'm a Family Man'. Vice, 5. November 2020
  88. ↑ Ben Makuch: He Founded an American Neo-Nazi Terror Group. But Will Rinaldo Nazzaro Ever Face US Justice? Vice, 18. Oktober 2022
  89. ↑ Julie Nathan: Antipodean Resistance: The Rise and Goals of Australia's New Nazis. ABC.net.au, 20. April 2018
  90. ↑ Lucy Stone: ‚Racists are cowards‘: Trad’s office defaced with Nazi symbol. 7. September 2018
  91. ↑ Michael Koziol: Nationals members resign en masse amid investigation into neo-Nazi ties. The Age, 31. Oktober 2018
  92. ↑ Patrick Begley: ‚Swastika cupcakes‘: private chats of neo-Nazis who stacked Young Nats. The Age, 23. Mai 2019
  93. ↑ Harriet Alexander, David Estcourt, Anthony Colangelo: ‚Younger, better educated, more politically savvy‘: the new antisemite. The Age, 8. Januar 2019
  94. ↑ Nick O’Malley, Tim Barlass, Patrick Begley: White-bred terrorist: the making of a killer. The Age, 10. August 2019
  95. ↑ David Wroe, Max Koslowski: Australia's right-wing extremist problem: Are we doing enough? The Age, 19. März 2019
  96. ↑ Marc Daalder: Action Zealandia member planned terror cell. Newsroom.co.nz, 9. März 2020
  97. ↑ Mack Lamoureux, Ben Makuch: Atomwaffen, an American Neo-Nazi Terror Group, Is In Canada. Vice, 19. Juni 2018
  98. ↑ Daveed Gartenstein-Ross, Colin P. Clarke, Samuel Hodgson: Bordering on Hate: The Strategic Implications of White Supremacist Extremist Travel Between the United States and Canada. International Centre for Counter-Terrorism (ICCT), 13. April 2021
  99. ↑ Mack Lamoureux, Ben Makuch: Violent Neo-Nazi Group Has Disturbing Plans For Canada. Vice, 10. Juli 2018
  100. ↑ Mack Lamoureux, Ben Makuch: Member of a Neo-Nazi Terror Group Appears To Be Former Canadian Soldier. Vice, 2. August 2018
  101. ↑ Harry Cockburn: Teenager arrested after 'join your local Nazis' posters appear across Cardiff. The Independent, 20. September 2018
  102. ↑ Daniel Sandford, Daniel De Simone: Neo-Nazis suggest Harry should be shot. BBC, 5. Dezember 2018
  103. ↑ Police make three ‘neo-Nazi’ terror arrests. BBC, 6. Dezember 2018
  104. ↑ Teenage neo-Nazis jailed over terror offences. BBC, 18. Juni 2019; Urteil gegen Neonazis: Hass auf Harry und Meghan – mehr als vier Jahre Haft. Spiegel, 18. Juni 2019
  105. ↑ Jamie Grierson: UK to ban neo-Nazi Sonnenkrieg Division as a terrorist group. Guardian, 24. Februar 2020
  106. ↑ a b c Maik Baumgärtner, Roman Höfner, Roman Lehberger: Rechtsterrorismus: Mitgründer der „Feuerkrieg Division“ gefasst. Spiegel, 9. April 2020
  107. ↑ a b c Michael Ortmann: Chats der „Feuerkrieg Division“: „Wir töten jeden …“. N-tv, 29. Februar 2020
  108. ↑ a b c Simone Rafael, Miro Dittrich: Rechtsterrorismus: Was ist die „Feuerkrieg Division“? Belltower, 27. Februar 2020
  109. ↑ ADL: Feuerkrieg Division (FKD). 10. Juli 2019
  110. ↑ Extremist Content Online: Neo-Nazis Continue Recruiting. Counterextremism.com, 11. Februar 2019
  111. ↑ Feuerkrieg Division Attempts to Recruit in the United States, Announces Creation of More ‘Cells’. Medium.com, 9. August 2019
  112. ↑ Telegram Messages Reveal Details about Neo-Nazi Group Feuerkrieg Division. Medium.com, 2. Oktober 2019
  113. ↑ Maik Baumgärtner, Roman Höfner, Roman Lehberger: Chatprotokolle von Rechtsterroristen: „Wir müssen töten, um zu siegen“. Spiegel, 26. Februar 2020 (kostenpflichtig)
  114. ↑ Aila Slisco: Predominantly Black Church Allegedly Targeted by Neo-Nazi Group With Hate-Filled Flyers. Newsweek, 16. Oktober 2019; Chad Sokol: Church in north Spokane littered with flyers promoting neo-Nazi group, race war. Spokesman Review, 15. Oktober 2019
  115. ↑ Darvin Nelson, Rachel Tucker: Alleged neo-Nazi posters found around UNF’s campus. 5. November 2019
  116. ↑ 23-Jähriger wegen Anschlagsplänen zu zwei Jahren Haft verurteilt. Spiegel, 4. Dezember 2020
  117. ↑ »Atomwaffen Division« (2): Anschlagspläne mit Sturmgewehr. Spiegel, 13. November 2022 (kostenpflichtig)
  118. ↑ Zwei Jahre teilbedingt für gewaltbereiten Wiener Rechtsextremen. nachrichten.at, 1. Juli 2024
  119. ↑ Jörg Diehl, Thilo Manemann, Wolf Wiedmann-Schmidt: Terror aus dem Kinderzimmer. In: Der Spiegel. 15. September 2023 (kostenpflichtig)
  120. ↑ Neonazi-Gefahrenabwehr: Polizei durchsucht Kinderzimmer von 13-Jährigem in Köln. WDR, 15. September 2023
  121. ↑ a b Max Biederbeck: Das steckt hinter den Nazi-Flyern in der Uni-Bibliothek in Berlin. Watson.de, 9. November 2018
  122. ↑ Atomwaffen Division — Germany Announces Preparations for ‘Last Long Fight’ in Latest Video. Medium.com, 2. Juni 2018
  123. ↑ Dietmar Seher, Jonas Mueller-Töwe: Militante Neonazis erklären Deutschland den Rassenkrieg. T-online, 18. Juli 2018
  124. ↑ Jonas Mueller-Töwe: Europaweites Netzwerk: Deutsche Neonazis kooperierten mit Terrorgruppe. T-online.de, 31. Januar 2018
  125. ↑ Stellungnahme des Ministeriums für Inneres, Digitalisierung und Migration: Internationale rechtsextreme Gruppierungen in Baden-Württemberg. Landtag von Baden-Württemberg, Drucksache 16/4841, 24. September 2018 (PDF S. 3)
  126. ↑ Lea Jehlen: Atomarer „Race War“? Der Rechte Rand Nr. 173 (Juli/August 2018), ISSN 1619-1404, S. 26 f.
  127. ↑ Antwort der Bundesregierung auf die Kleine Anfrage der Abgeordneten Martina Renner, Dr. André Hahn, Gökay Akbulut, weiterer Abgeordneter und der Fraktion DIE LINKE: Mögliche Aktivitäten der neonazistischen Gruppierung „Atomwaffen-Division“ auch in Deutschland. Deutscher Bundestag, Drucksache 19/335919, 11. Juli 2018 (PDF)
  128. ↑ a b Martin Steinhagen: Terrorpropaganda in der Uni-Bibliothek. Zeit, 25. Mai 2019
  129. ↑ Jason Wilson: Neo-Nazi terror group threatened ‚to find and harm‘ US activist in Germany. Guardian, 18. November 2019
  130. ↑ a b Rechtsextremismus: Morddrohungen gegen Cem Özdemir und Claudia Roth. Zeit online, 2. November 2019; E-Mails von „Atomwaffen Division“: Roth und Özdemir bekommen Morddrohungen von Neonazi-Netzwerk. Tagesspiegel, 2. November 2019
  131. ↑ Vor NSU-Gedenken in Köln: Neonazis drohen mit Mord und Terror. T-online.de, 6. Juni 2019
  132. ↑ Jan Sternberg: „Atomwaffen Division“: Was über die Neonazi-Terrorgruppe bekannt ist. RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND), 4. November 2019
  133. ↑ a b Georg Ismar, Albert Funk: Morddrohungen gegen Özdemir und Roth Politiker beklagen Verrohung der Gesellschaft. Tagesspiegel, 3. November 2019
  134. ↑ E-Mails von „Atomwaffen-Division“: Roth und Özdemir bekommen Morddrohungen von Neonazi-Netzwerk. Tagesspiegel / AFP, 2. November 2019
  135. ↑ Kai Biermann, Karsten Polke-Majewski: Atomwaffen Division: „Es kann jeden von Ihnen treffen“. Zeit online, 6. November 2019
  136. ↑ Experte: „Atomwaffen-Division“ hat Dutzende Mitglieder in Deutschland. RND, 5. November 2019
  137. ↑ Kai Biermann, Astrid Geisler, Andreas Loos, Holger Stark, Sascha Venohr, Fritz Zimmermann: Atomwaffen-Division: Polizei verweigerte mutmaßlichem US-Neonazi die Einreise. Zeit, 14. November 2019
  138. ↑ Florian Flade, Reiko Pinkert: „Atomwaffen Division“: Doch keine Durchsuchung in Thüringen. Tagesschau.de, 21. November 2019
  139. ↑ Jörg Diehl, Roman Höfner, Roman Lehberger, Sven Röbel, Wolf Wiedmann-Schmidt: Großeinsatz gegen „Atomwaffen Division“: „Extremer geht es kaum“. Spiegel, 6. April 2022
  140. ↑ a b Rechtsextreme „Atomwaffendivision Deutschland“ weiterhin aktiv. IBSA, 16. Juli 2020
  141. ↑ Jonas Mueller-Töwe: Nach Drohungen mit Mord und Terror: Bundesanwaltschaft ermittelt gegen die „Atomwaffendivision“. T-online, 14. September 2020
  142. ↑ Jonas Mueller-Töwe: Bundesregierung räumt Existenz der „Atomwaffendivision“ ein. T-online, 15. Dezember 2020
  143. ↑ Kira Ayyadi: Ex-CDU-Kandidat Marvin E. soll Mitglied der „Atomwaffen Division“ gewesen sein. Belltower, 13. April 2022
  144. ↑ a b Christoph Schmidt-Lunau: Jugendstrafe für Bombenbauer. taz, 8. Mai 2023
  145. ↑ Alexander Nabert: Generalbundesanwalt erhebt Anklage gegen früheren CDU-Kandidaten. Welt Online, 13. April 2022
  146. ↑ Christoph Schmidt-Lunau: Rechtsterrorprozess in Frankfurt: „Operation Ranzekacke“. taz, 13. August 2022
  147. ↑ Mitglied der »Atomwaffen Division«: Bundesanwaltschaft klagt Marvin E. wegen Terrorverdachts an. Spiegel, 13. April 2022
  148. ↑ a b Christoph Schmidt-Lunau: Er will nur provoziert haben. taz, 2. September 2022
  149. ↑ Anklage wegen versuchter Gründung einer terroristischen Vereinigung sowie Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat u.a. erhoben. Generalbundesanwalt.de, 13. April 2022
  150. ↑ Antwort der Bundesregierung auf die Kleine Anfrage der Abgeordneten Martina Renner, Nicole Gohlke, Gökay Akbulut, weiterer Abgeordneter und der Fraktion DIE LINKE. Deutscher Bundestag, Drucksache 20/2101, 30. Mai 2022
  151. ↑ Dominik Lenze: Drei Jahre und zehn Monate Haft für jungen Rechtsextremen. Zeit, 8. Mai 2023
  152. ↑ Wiebke Ramm: Prozess gegen den Neonazi Maurice P.: »Ich hatte ein großes Maul, war ein großkotziger Angeber«. Spiegel, 13. Oktober 2022
  153. ↑ Julia Klaus, Nils Metzger: „Iron March“-Leaks – Blick in die Welt des Hasses. ZDF, 14. November 2019
  154. ↑ Lars Wienand, Jonas Mueller-Töwe: Verräterische Daten aus Neonazi-Forum: Spur zur „Atomwaffen-Division“ führt nach Thüringen. T-online, 15. November 2019
  155. ↑ a b Astrid Geisler, Holger Stark: Die Terrorspur zur NPD. Zeit online, 12. Mai 2022
  156. ↑ Andreas Förster: Die Einsicht kommt spät. Freitag, 10. Dezember 2019
  157. ↑ Wegen „Atomwaffen Division“: Durchsuchung in Eisenach. T-online, 18. November 2019; Hausdurchsuchung bei Faschisten mit Bezug zur „Atomwaffen Division“ in Thüringen. Perspektive Online, 19. November 2019
  158. ↑ Andreas Raabe: Razzia gegen „Atomwaffen Division“: Was über den Neonazi-Anführer Leon R. bekannt ist. T-online.de, 6. April 2022
  159. ↑ Holger Stark: Atomwaffen Division und Combat 18: Ermittler rollen militantes Neonazinetzwerk auf. Zeit, 6. April 2022
  160. ↑ Jörg Diehl, Roman Höfner, Roman Lehberger, Sven Röbel, Wolf Wiedmann-Schmidt: Ermittler sprengen mutmaßliche Neonazi-Terrorgruppe. Spiegel, 6. April 2022; Bundesweite Großrazzia: Verfassungsschutz sieht wichtigen Schlag gegen Rechtsextremisten. Spiegel, 6. April 2022
  161. ↑ Stefan Lauer, Thilo Manemann: „Atomwaffen Division“, „Knockout 51“, „Combat 18“: Razzien bei 50 Neonazis. Belltower, 6. April 2022
  162. ↑ Festnahmen von vier mutmaßlichen Mitgliedern einer rechtsextremistischen kriminellen Vereinigung sowie Durchsuchungsmaßnahmen in elf Bundesländern bei insgesamt 50 Beschuldigten wegen des Verdachts rechtsextremistischer Straftaten. Generalbundesanwalt.de, 6. April 2022 (Archivlink)
  163. ↑ Konrad Litschko: Terrorverdacht gegen Rechtsextreme: Großrazzien bei Neonazis. taz, 6. April 2022; Razzia in Neonazi-Szene in Eisenach und Erfurt: Polizei nimmt mehrere Personen fest. MDR, 6. April 2022
  164. ↑ Rechts, radikal und extrem gefährlich – das ist die »Atomwaffen Division«. Spiegel, 28. Oktober 2022 (kostenpflichtig)
  165. ↑ Alexander Fröhlich: Brandenburger Polizei vereitelt Anschlagpläne: Jugendlicher Neonazi aus Potsdam soll Sprengsätze gebaut haben. Tagesspiegel, 3. Juni 2022. – Der Bericht nennt keinen Namen; die hier folgenden Berichte nennen ihn „Lutius F.“, „Luthias F.“, oder „Lukas F.“
  166. ↑ Alexander Nabert, Christina Brause, Bryan Bender, Nick Robins-Early: Investigation: Death Weapons: Inside a Teenage Terrorist Network. Politico, 27. Juli 2022
  167. ↑ Katja Thorwarth: Jugendliche Rechtsterroristen: „Wir haben es mit Kindern ab 11 Jahren zu tun“. FR, 31. Juli 2022
  168. ↑ a b Konrad Litschko: Rechtsextremer Hass im Netz: Jugendliche Terrorträume. taz, 13. Februar 2023
  169. ↑ Timon Herwig, Jan Vollmer: Online-Gaming: Rechtsextreme unterwandern Kinderspiele. Tagesschau.de, 11. April 2023
  170. ↑ Alexander Fröhlich: In Chatgruppe namens „Totenwaffen“: Festgenommener 17-jähriger Neonazi dokumentierte Sprengversuche auf Telegram. Tagesspiegel, 7. Juni 2022 (kostenpflichtig)
  171. ↑ Dominik Lenze: Rechtsextremist in Potsdam soll Anschläge geplant haben: Gerichtsprozess wegen Terrorvorbereitung beginnt im Februar. Tagesspiegel, 30. Dezember 2022; Jahrelang Gefängnis oder „Psycho-Knast“? Rechtsterrorismus-Prozess in Potsdam wird fortgesetzt. Märkische Allgemeine Zeitung (MAZ), 18. Juli 2023
  172. ↑ Rechtsterrorist wegen Anschlagsplänen zu langer Haftstrafe verurteilt. T-online.de, 15. Dezember 2023
  173. ↑ Soufan Center: The Atomwaffen Division, August 2020, PDF S. 17f.
  174. ↑ Thilo Manemann: Rechtsterrorismus: Neuer Versuch einer „Atomwaffen Division“ unter deutscher Führung. Belltower, 19. April 2021
  175. ↑ Mack Lamoureux: Neo-Nazi Was Behind Walmart Mass Shooting Plot, Group Claims. Vice, 31. Mai 2021
  176. ↑ Veronika Kracher, Kira Ayyadi: „InJekt Division”: Cybernazi plante Massaker in einem US-Walmart. Belltower, 1. Juni 2021
  177. ↑ Manfred Götzke: Nazis bei Telegram: konkrete Aufrufe zum Massenmord. DLF, 31. Januar 2020
  178. ↑ a b Freya Graham: Inside ‘Terrorgram’, the secretive hate group where deadly attacks are planned. Metro.co, 23. April 2024
  179. ↑ Mack Lamoureux: Authorities Name Alleged Neo-Nazis Charged With Terrorism. Vice, 8. Dezember 2023; Adam Carter: Ontario men arrested on terrorism charges linked to neo-Nazi movement. CBC, 8. Dezember 2023
  180. ↑ Terrorgram added to list of proscribed terrorist organisations. Gov.uk, 22. April 2024
  181. ↑ Katja Thorwarth: Die Atomwaffen Division – Ein IS für deutsche Nazis? FR, 21. Dezember 2019
  182. ↑ Marie Illner: Neonazi-Terror aus den USA: Das ist die „Atomwaffen Division“. Web.de, 12. Dezember 2019



🔮 Noir24 Archiv-Hinweis

Dieser Eintrag basiert auf dem Artikel Atomwaffen Division aus der freien Enzyklopädie Wikipedia. Der Text steht unter der Lizenz Creative Commons Attribution-ShareAlike 4.0 International und ist frei verfügbar.

Black Metal

Noir24admin Satanismus 21. Juni 2026
Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Black Metal (Begriffsklärung) aufgeführt.
Black Metal

Entstehungsphase: 1980er Jahre
Herkunftsort: Hauptsächlich Europa
Stilistische Vorläufer
Thrash Metal
Pioniere
Venom • Bathory • Hellhammer • Celtic Frost • Mercyful Fate • Mayhem
Genretypische Instrumente
Gitarre • Bass • Schlagzeug • Gesang
Stilistische Nachfolger
Blackgaze • Dark Metal • Depressive Black Metal • Gothic Metal • NSBM • Pagan Metal • Post-Black-Metal • Viking Metal
Subgenres
Black Doom • War Metal

Black Metal ist eine Subkultur des Metal, die in den 1980er Jahren entstand und sich insbesondere in Norwegen und Schweden und daraufhin in Nord- und Mitteleuropa rasch ausbreitete.

Der Begriff wurde ursprünglich für Metalbands mit satanistischen Texten verwendet.[1][2] Seit den 1990er-Jahren wird außerdem eine musikalische Definition angewandt,[3] die sich an der Spielweise der norwegischen Szene orientiert und auch Bands mit heidnischen, nihilistischen oder misanthropischen Inhalten betrifft; manche traditionelle Anhänger lehnen diese moderneren Formen jedoch ab.[3] Die musikalische Definition bezieht sich in der Regel auf den gutturalen Gesang,[3] der von sehr hohem „Schreien“ bis hin zu tiefem „Gekrächze“ reichen kann, eine rohe Produktion[3] („lo-fi“), und im Gegensatz zum Death Metal nicht tiefer gestimmte E-Gitarren.[3] Beim Gitarrenspiel überwiegen monotone Riffs. Am Schlagzeug dominieren (außer in langsamen Passagen) Doublebass und Blastbeats. Vereinzelt werden unter anderem auch Tasteninstrumente zum Aufbau eher orchestraler Momente verwendet. Diese Definition umfasst jedoch den jeweiligen Stil zahlreicher Black-Metal-Bands nicht; zu dieser Zeit hatten neben der norwegischen unter anderem auch die griechische und finnische Szene eigene Stile entwickelt.[4]

Der Szene lastet der Ruf an, von Menschen mit nationalistischer, nationalsozialistischer, rassistischer oder zumindest ausgeprägter patriotischer Einstellung dominiert zu werden, dies vor allem aufgrund einiger Zeitungsartikel und Äußerungen einzelner Musiker sowie der in den 1990er-Jahren aus Teilen der Szene hervorgegangenen NSBM-Strömung. Von Außenstehenden wird die Szene hauptsächlich wegen krimineller Akte, die von Mitgliedern verübt wurden, wahrgenommen. So werden primär die verurteilten Mörder und Rechtsextremisten Varg Vikernes und Hendrik Möbus sowie zahlreiche Kirchenbrandstiftungen in Norwegen mit dem Black Metal assoziiert.[5][6] Außerdem wird der Szene oftmals vorgeworfen, sich nicht deutlich genug von Bands mit nationalsozialistischer Gesinnung zu distanzieren beziehungsweise diese sogar zu dulden.

Entwicklung und Geschichte

Vorreiter

Venom aus dem Vereinigten Königreich gab dem Black Metal seinen Namen
Celtic Frost aus der Schweiz gehörten zu den Bands der ersten Generation des Black Metal
King Diamond von Mercyful Fate mit einer frühen Form des Corpsepaint

Der Begriff Black Metal tauchte erstmals 1980 im Titel der ersten Demoaufnahme der Band Holy Moses, Black Metal Masters, auf. Allerdings gilt Venom mit dem 1982 veröffentlichten Album Black Metal als Namensgeber und Initiator. Venom kokettierte mit Satanismus, ihr Stil war technisch simpler, der Gesang und die Produktion weniger klar als damals im Metal üblich. Die Bandmitglieder verwendeten Pseudonyme (Cronos, Mantas und Abaddon), was für die damalige Zeit ebenfalls unüblich war, im Black Metal jedoch zum Normalfall wurde.

Im gleichen Jahr veröffentlichte auch die dänische Band Mercyful Fate ihre gleichnamige erste EP. Musikalisch hatte die Band aufgrund ihrer Einflüsse aus dem Progressive Rock,[7] dem epischen Hard Rock der 1970er Jahre[8] und dem traditionellen Heavy Metal sowie des Gesangs von King Diamond im Falsett wenig Gemeinsamkeiten mit dem späteren Black Metal und wurde seltener kopiert als andere Vorreiter, „obwohl ihr Einfluss auf das Genre gar nicht genug gewürdigt werden kann“.[8] Diamond bemalte sein Gesicht mit einer frühen Form des Corpsepaint und setzte Bühneneffekte wie die „explodierende Nonne“ am Ende von Auftritten oder das brennende Kreuz bei einem Auftritt in Amsterdam um 1983 ein; bei einem Auftritt hielt die Band auf der Bühne eine Schwarze Messe ab, für die sie das Blut ihres Managers Ole Bang nutzte.[7] Durch ihr „gehobenes Tempo, eine aggressive Leadgitarre, packende Harmonien, rhythmisch variables Songwriting und diese düstere Atmosphäre, die Demon und Witchfinder General blass aussehen ließ“, sorgte die Band mit ihrer EP „nach nur einem Jahr gemeinsamer semi-professioneller Demoaufnahmen für Furore“. Während Diamond seine satanischen Texte später „auf ein wesentlich höheres sprachliches Niveau bringen“ sollte, war Nuns Have No Fun „nicht weniger explizit als der frühe Venom-Stoff“. 1983 folgte das Debüt Melissa; aufgrund der Hard-Rock-Einflüsse sind „[d]ie Twin-Gitarren des Openers ‚Evil‘ […] eher an Thin Lizzy als an Iron Maiden angelehnt, auch das Riffing zeigt noch Querverweise speziell zu britischen Institutionen. Das ‚Into The Coven‘-Intro flirtet mit Klassikmelodien.“ Zur atmosphärischen Gestaltung von Don’t Break the Oath wurden außerdem läutende Glocken, sphärische Keyboards, Regengeräusche und eine Kirchenorgel eingesetzt.[8]

1984 veröffentlichte die schwedische Band Bathory ihr gleichnamiges Debüt-Album, mit dem der typische Krächzgesang aufkam und dessen roher Proberaum-Klang den Standard des „schmutzigen“ Klangs setzte, der dem Black Metal seither eigen ist. Bald begann dieser neue Stil sich vor allem in Skandinavien zu verbreiten. Fenriz von Darkthrone beschrieb die Gitarrenspieltechnik, die Quorthon auf dem 1987er Album Under the Sign of the Black Mark erstmals verwendete, als wegweisend für das, was später als norwegischer Black-Metal-Stil bezeichnet wurde.[9]

Ebenfalls als Einflüsse der späteren Black-Metal-Bewegung zählen die venom-inspirierten Werke von Hellhammer und die ersten Alben ihrer Nachfolgeband Celtic Frost, bei der ebenfalls eine frühe Form des Corpsepaint zu finden ist. Für Martin „Ain“ Stricker von Celtic Frost war Corpsepaint, verbunden mit Lederkleidung und Patronengurten, Ausdruck eines Selbstfindungsprozesses als Ausweg aus seiner streng katholischen Erziehung.[10] Mirai Kawashima bezeichnet ihr Album Into the Pandemonium von 1987, das damals von zahlreichen Fans negativ aufgenommen wurde, zusammen mit Bathorys Under the Sign of the Black Mark als Schablone des heutigen Black Metal und wichtigen Einfluss für seine Band Sigh.[11] Ebenfalls einflussreich und laut Øystein „Euronymous“ Aarseth unterschätzt waren die westdeutschen Bands Sodom und Destruction.[12] Euronymous’ Band Mayhem veröffentlichte 1986 ihr in extrem schlechter Tonqualität und mit kaum hörbarem Gesang aufgenommenes erstes Demo Pure Fucking Armageddon, das als besonders extrem galt und von Metalion im Slayer als „the goriest demo ever“ bezeichnet wurde.[13] Diese und einige weitere Bands wie Bulldozer werden allgemein als „erste Welle des Black Metal“ bezeichnet. Bis auf ihr satanisches Auftreten und entsprechende Texte hatten die meisten dieser Bands jedoch wenig gemein und konstituierten keine eigene Szene oder Sub-Szene. Auch im damals kommunistisch regierten Osteuropa bildeten sich einzelne Gruppen, die ihre Musik über Tape-Trading verbreiteten. 1985 veröffentlichte die tschechische Band 666 eine Kassette namens Nekrofilie. Zwei darauf enthaltene Stücke erschienen 1987 auf der Kassette Witchhammer der bereits 1977 gegründeten Band Törr, zu der es personelle Überschneidungen gab.[14]

Die satanistischen Bezüge waren meist wenig ernsthaft. Thomas „Warrior“ Fischer und Martin Stricker von Celtic Frost hatten die Veröffentlichungen von Anton LaVey gelesen und Kontakte zu einer der sich Grotten nennenden Untergruppe der Church of Satan. Allerdings standen sie jeder Form organisierter Religion ablehnend gegenüber, sahen die Theorien LaVeys sehr kritisch und hielten sie teilweise für aberwitzig. Das satanistische Image war für die Musiker Ausdruck von Individualismus und Rebellion, ohne dass sie sich einer bestimmten organisierten Strömung zugehörig fühlten.[15] Das satanistische Image der amerikanischen Band Possessed hatte keinen ernstgemeinten Hintergrund[16], bis auf den Sänger und Gitarristen Ler LaLonde waren alle Musiker der Band katholisch erzogen; Gitarrist Jeff Becerra erklärte, dass er nicht sicher sei, ob es einen Gott oder Satan gebe, er sich aber für Satanismus und Okkultismus interessiere und Bücher mit Hell (‚Hölle‘) im Titel sammle.[16] Zudem hätten viele Musiker der Szene Mitte der 1980er Jahre ein okkultes Image gepflegt, ohne viel darüber zu wissen.[17] Die Band Venom erklärte in einem Interview 1985, dass sie weder „Satanismus, Okkultismus, die Hexerei oder sonst etwas“ verkünde und dass „Rock’n'Roll […] im Grunde genommen Entertainment [ist] und sonst gar nichts“.[18] Auch Running Wild griff anfangs ein satanisches Image auf und wurde deshalb dem Black Metal zugeordnet;[19][20] der damalige Gitarrist Gerald „Preacher“ Warnecke studierte zur Zeit des Debütalbums Gates to Purgatory allerdings Theologie und wurde später evangelischer Pfarrer in Köln.[21] Rolf „Rock ’n’ Rolf“ Kasparek erklärte allerdings, er sei nicht religiös, und dass es für die Band eher ein politisches Symbol und der Teufel keine böse Figur gewesen sei, sondern ein Rebell, der alles in Frage stelle. Er halte das Spiel mit esoterischen Dingen jedoch für gefährlich. Da dies missverstanden wurde, wurden die Texte auf ihrem zweiten Album Branded and Exiled etwas klarer.[22] Mit dem dritten Album Under Jolly Roger griff Running Wild schließlich ein neues Image auf und sang stattdessen über Piraten.

Eine Ausnahme stellte King Diamond, der Sänger von Mercyful Fate, dar. Er bezeichnete LaVeys Satanische Bibel als Inspirationsquelle, für ihn war Satanismus ein Lebensstil und das Wort Satan von „besondere[r] Bedeutung“.[23] Er wurde Mitglied der Church of Satan[24][25] und von LaVey zum Mitglied auf Lebenszeit ernannt.[24]

Auch Steve Sylvester von der italienischen Band Death SS stellt eine Ausnahme dar; er versteht seine Band als magisches musikalisches Projekt[26], bei deren Gründung ein magisches Ritual vollzogen wurde, das die Band 2006 mit dem Album The Seventh Seal erfüllt hatte.[26] Die Wiedervereinigung von 1988 verband er mit einem satanistischen Eid.[26] Sylvester war lange Zeit Mitglied des Ordo Templi Orientis,[26] über dessen italienischen Ableger er die Aufsicht hatte[27]. Außerdem findet sich auf der EP Let the Sabbath Begin das von LaVey geschriebene Hymn of the Satanic Empire, or The Battle Hymn of the Apocalypse als Hommage an diesen.[28]

Für die heutige Black-Metal-Subkultur maßgeblich war allerdings die Szene, die sich ab den späten 1980er Jahren entwickelte, insbesondere die Entwicklung der norwegischen Szene ab 1991.

Ende der ersten Welle

Das Cover von Bathorys Album Blood Fire Death, mit dem die Band sich der nordischen Mythologie zuwandte.
Rotting Christ gehörte zu den prägenden Bands des griechischen Black Metal

In der zweiten Hälfte der 1980er Jahre verlor die erste Welle des Black Metal zunehmend an Bedeutung. Die maßgeblichen Bands veränderten Stil und Image, während der neu entstehende (und teilweise auf die gleichen Bands zurückgehende) Death Metal an Popularität gewann. Bathory begründete damit in den späten 1980er Jahren auch den Viking Metal, der die nordische Mythologie thematisiert. Dennoch entstanden auch in dieser Zeit neue Bands und Tonträger, darunter die erste EP Deathcrush der norwegischen Band Mayhem (1987)[29], Tormentors zweites Demo Anno Domini (1988) und die erste EP Medieval Prophecy von Samael aus der Schweiz; teilweise wurden auch sie dem Death Metal zugeordnet (so bezeichnete der Mayhem-Gitarrist Euronymous die Musik seiner Band damals als „Total Death Metal“). Allerdings entwickelten auch die neu entstehenden Bands in anderen Regionen regionale, eigene Spielarten, wenngleich heutige Bands vor allem von norwegischen Bands beeinflusst sind, die durch ihre außermusikalischen Aktivitäten zusätzliche Aufmerksamkeit erlangten.

In den 1980ern entstand in Südamerika eine große Metal-Szene, bereits 1984 nahmen die Kolumbianer Parabellum erste Demos auf, auf denen die Musik um einiges extremer war als die zeitgenössischer Thrash-Metal-Bands und welche von den Bands selbst als Ultra Metal bezeichnet wurde. Weitere Bands der Medellíner Metal-Szene waren Blasfemia und Reencarnacion.[30] Die 1985 gegründete brasilianische Band Sarcófago wurde von der Webseite Metal Storm als erste Band mit „richtigem“ Corpsepaint bezeichnet[31], die mit dem Debüt I.N.R.I. einen wegweisenden Tonträger veröffentlichte.

Blasphemy auf dem Black Flames of Blasphemy Festival 2009

Um 1990/1991 erschienen die ersten Alben von Blasphemy aus Kanada (Fallen Angel of Doom), Samael (Worship Him) und Master’s Hammer (Ritual).[32][33] In Schweden bildete sich eine neue Black-Metal-Generation um Marduk, Dissection und Abruptum heraus.[34] IT von Abruptum gründete einen Black-Metal-Zirkel namens True Satanist Horde[35], dem auch norwegische Szenemitglieder angehörten[35][36]. In Finnland entstand ein Zirkel um Bands wie Beherit, Impaled Nazarene und Black Crucifixion. Das 1991 veröffentlichte Beherit-Bootleg The Oath of Black Blood wurde oft verrissen[37], aber auch oft nachgepresst. Die griechische Szene wiederum hat ihre Wurzeln in den Bands Rotting Christ, Necromantia und Varathron.[38] Diese prägten den typischen Klang auch durch das Storm-Studio, wo Magus Wampyr Daoloth und Sakis Tolis tätig waren.[39] Aus der Sicht des Kawir-Gründers Therthonax gab es nur in Norwegen und Griechenland Szenen, wobei die norwegischen Musiker sich gegenseitig mehr unterstützten; er sieht diese beiden Szenen als Initiatoren des Black Metal.[39]

Die „zweite Welle“

Logo der Band Mayhem aus Norwegen

Aufmerksamkeit innerhalb der Metal-Szene erregte der Suizid des Mayhem-Sängers Per Yngve „Dead“ Ohlin mit einer Flinte im Jahre 1991; seine Leiche wurde von Euronymous entdeckt, der nicht sofort die Polizei herbeirief, sondern zunächst Fotos von seinem toten Freund und Bandkollegen schoss und herumliegende Schädelsplitter auflas.[40] Diese Schädelsplitter wurden zu Anhängern verarbeitet und an verschiedene Freunde Deads verschickt. Die Fotos von Deads Leichnam sollten für das kommende Album der Band verwendet werden[40]; eines davon erschien später auf dem Cover des Bootleg-Albums The Dawn of the Black Hearts. Thorns veröffentlichte zwei Demos mit wegweisendem Gitarrenspiel; neben Mayhems Gitarrist Euronymous erfand ihr Gitarrist Snorre „Blackthorn“ Ruch das typische norwegische Black-Metal-Riffing[41][42][43][44], in dem Fenriz den eigentlichen Beginn des „New School Black Metal“ sieht.[41] Euronymous, der als „Vater“ der Bewegung und Initiator der sogenannten „zweiten Welle des Black Metal“ gilt, prägte das Gedankengut des Black Metal entscheidend mit und gründete den Plattenladen Helvete, um den herum sich die norwegische Black-Metal-Szene formierte:[29][45.1] Varg Vikernes, auch bekannt als „Count Grishnackh“, gründete das Ein-Mann-Projekt Burzum, aus der Death-Metal-Band Thou Shalt Suffer ging Emperor hervor; auch Darkthrone und Immortal änderten ihren Stil; letztere Band veröffentlichte noch im selben Jahr ihre erste Single Immortal, die laut Fenriz ebenfalls zu den prägenden norwegischen Veröffentlichungen zählt.[46] Unter Euronymous’ Einfluss grenzten diese Bands vom damals in der Metal-Szene vorherrschenden und als „Trend“ und „Kommerz“ verschrienen Death Metal ab[47]; nur wenige Death-Metal-Bands wie Morbid Angel und Deicide wurden aufgrund ihres satanistischen Auftretens auch dem Black Metal zugeordnet und auch dort populär.[48] Im Zuge ihrer Abgrenzung vom Death Metal wurde beispielsweise mehr Wert auf ein ernsteres Auftreten gelegt[49] und auf typische Elemente des Death Metal verzichtet, beispielsweise das Tieferstimmen der Gitarren, die technisch anspruchsvolle Spielweise vieler Death-Metal-Bands und die tiefen Growls; die norwegischen Bands setzten stattdessen auf rohe und primitive Musik und Produktion mit hohem Gekrächze und Geschrei, das zum Teil übersteuert, verzerrt oder mit Nachhall unterlegt wurde, und trugen so maßgeblich zur Entwicklung eines eigenen norwegischen Black-Metal-Stils bei, der jedoch sowohl von den Musikern als auch den Magazinen und der Szene allgemein erst mit der Zeit als solcher wahrgenommen wurde: Während einige Bands ihre Musik als den „wahren“ Death Metal ansahen[50] und auch in Musikmagazinen oftmals diesem Genre zugeordnet wurden, wohingegen insbesondere die Death-Metal-Bands mit politischen Texten abwertend als „Life Metal“ bezeichnet wurden,[51] da Death Metal mit ernsthafter Todesverehrung einhergehen müsse,[51][52][53] rechneten sich andere aufgrund ihrer Texte dem Black Metal zu oder griffen andere Bezeichnungen des eigenen Stils auf; beispielsweise bezeichnete die Band Immortal ihre Musik als „Holocaust Metal“.[47][54] Ende 1991 erschien Darkthrones zweites Album A Blaze in the Northern Sky, das durch seinen Klang und seine Ästhetik für den Black Metal prägend war[29][46][55][56] und darüber hinaus als das erste Album der „zweiten Welle des Black Metal“ gilt. 1992 folgten Vikernes’ Debütalbum Burzum, das ebenfalls den typisch norwegischen Stil prägte,[46] dessen typisches Riffing aufwies[57] und sich durch seine melancholische Atmosphäre vom Klang anderer Bands unterschied; Emperor veröffentlichte das Demo Wrath of the Tyrant und Immortal das Debüt Diabolical Fullmoon Mysticism, das noch sehr an Bathorys Under the Sign of the Black Mark ohne Thrash-Elemente erinnerte[58] und mit seinen Gitarren „einen eingängigen und homogenen bzw. fast schon monotonen Kratzsoundteppich“ bildete, „der rhythmisch durch ein teils treibend-schnelles teils zweitonartiges Schlagzeug belegt ist“[59], und erzeugen mit dem Schlagzeug ein garagenartiges Echo.[60] VON veröffentlichte das Demo Satanic Blood und Master’s Hammer das von der Band als „Black-Metal-Operette in drei Akten“[61] und „erste Black-Metal-Operette der Welt“[62] bezeichnete Album The Jilemnice Occultist.

Jon Nödtveidt (im Vordergrund) von Dissection, war Mitglied des „Inner Circle“,[63] führendes Mitglied der schwedischen Szene und des Misanthropic Luciferian Order
Die Stabkirche Fantoft brannte nach einem Brandanschlag komplett nieder. Hier der Neubau.

Die damalige Szene sorgte auch durch Anschläge auf Kirchen und andere Bands für Aufmerksamkeit und bezeichnete ihren Kern als „Inner Circle“ (engl. ‚innerer Kreis‘, manchmal auch „Svarte Sirkel“ bzw. „Black Circle“), der von Øystein „Euronymous“ Aarseth geleitet worden sein soll und dem auch Mitglieder der schwedischen Black-Metal-Szene wie Jon Nödtveidt von Dissection angehört haben sollen.[63] Ein Großteil der Mitglieder verbüßte später langjährige Freiheitsstrafen wegen Mordes, Grabschändungen und Brandstiftungen. Dem „Inner Circle“ wurde zum Beispiel die Brandstiftung an der berühmten Fantoft-Stabkirche in Bergen zur Last gelegt, die am 6. Juni 1992 als erste niederbrannte. Verdächtigt wurde Varg Vikernes, dem die Brandstiftung jedoch nicht nachgewiesen werden konnte. Vikernes äußerte Verehrung für Adolf Hitler, Josef Stalin, Nicolae Ceaușescu sowie andere Diktatoren[64] und fiel ab 1993 durch ein stark von Rassismus und Nationalismus geprägtes Weltbild auf. Aufmerksamkeit erlangte er durch sein Auftreten gegenüber der Presse, mehrere Fälle von Kirchenbrandstiftung, verbale Angriffe gegen andere Black-Metal-Bands wie Profanatica,[65] die Beteiligung an einem Anschlag auf den Gitarristen der „Life-Metal“-Band Therion aus Schweden und angeblich auch durch eine Briefbombe, die an die israelische Band Salem gerichtet war.[66][67] Ebenso wurden andere schwedische „Life-Metal“-Bands bedroht, der Tourbus der britischen Band Paradise Lost im schwedischen Norrköping[68] von Black-Metallern attackiert, die Band war zuvor gewarnt worden.[68] Laut Kerrang! soll die Band in Norwegen angegriffen worden sein (wohingegen der Übergriff in Schweden unerwähnt blieb),[64] im Rock-Hard-Interview mit der Band wird aber nur der Übergriff in Norrköping erwähnt. Auch zwischen norwegischen und finnischen Bands entstand eine Fehde. Die finnische Band Impaled Nazarene wurde bedroht und reagierte darauf mit Beleidigungen der Norweger im Booklet ihres 1993 veröffentlichten Debütalbums Tol Cormpt Norz Norz Norz…, das aus kurzen Stücken in hoher Geschwindigkeit mit teilweise tiefem, verzerrtem Geschrei und kurzen Interludien besteht. Bård „Faust“ Eithun zufolge sollte der Zirkel der Idee nach eine Organisation sein, „die sich hauptsächlich auf illegale Aktivitäten – keine legalen – gründen sollte.“[69] Emperor-Gitarrist Samoth zufolge bestand der Zirkel im Grunde aus dem Umfeld von Euronymous’ Plattenladen Helvete[70]; Anschläge seien mehr oder weniger auf spontaner Basis ausgeführt worden, es habe „keine formellen Treffen“ gegeben.[71] Nachdem Vikernes den „Inner Circle“ in Interviews selbst erwähnt hatte,[72] behauptete er ab der zweiten Hälfte der 1990er Jahre, dieser sei in Wahrheit ein von den Medien aufgebauter Mythos bzw. eine Vision von Euronymous gewesen.[73][74][75][76]

Entsprechende Straftaten gingen daraufhin auch von Teilen der Szenen anderer Länder aus. In Polen etwa entstand der vom norwegischen „Inner Circle“ inspirierte The Temple of the Fullmoon, zu dessen Gründern Nergal von der 1991 gegründeten Band Behemoth, Blasphemous (Veles) und Venom (Xantotol) gehörten.[77] Zum Orden gehörten auch die Bands Infernum, Mysteries, Veles, Fullmoon, Behemoth und Graveland[78], deren Gründer Rob Darken den Temple of the Fullmoon als idealistischere Kopie des norwegischen Zirkels bezeichnete.[79] Die polnischen Bands schufen inspiriert von dem norwegischen Stil einen eigenständigen Klang, der eine harsche Produktion mit düsteren Keyboards und Naturklängen wie Wind und Rabengekrächze kombinierte. Um 1995 zerbrach der Temple of Fullmoon, da es wegen rechtsextremer Inhalte auf Infernums Debütalbum …Taur-Nu-Fuin… zu Ermittlungen der polnischen Polizei kam.[80] Die Band Behemoth wandte sich von der Gruppierung ab, was zu einer feindseligen Haltung des rechtsextremen Flügels führte,[81] während Graveland und Infernum dort zu Ikonen wurden. Die meisten übrigen Bands lösten sich mit der Zeit auf.

Ebenso kam es 1992 zum Mord an einem Homosexuellen in Lillehammer durch Eithun, der in den Bands Thorns und Emperor spielte. Durch ein Interview, das Varg Vikernes einer norwegischen Tageszeitung gab, in dem er die Black-Metal-Szene mit den Kirchenbränden in Verbindung brachte, und einen kurz darauf veröffentlichten, reißerischen Artikel über die Vorgänge innerhalb der norwegischen Black-Metal-Szene im britischen Magazin Kerrang![64] geriet die Szene 1993 ins Blickfeld einer breiteren Öffentlichkeit. Musiker von Bands wie Satyricon[82], Marduk[83][84], Emperor[84][45.2][45.3][85], Burzum[86], Dimmu Borgir[87][88][89] und Darkthrone[45.3][90][91] gaben in Interviews neben gewaltverherrlichenden Aussagen auch solche von sich, in denen sie mit Rassismus und Rechtsextremismus kokettierten und so für den Boykott des Black Metal durch zahlreiche Medien sorgten. Dieser wurde jedoch auch durch verfälschte Interviews ausgelöst, wie das Interview mit Nocturno Culto von Darkthrone im deutschen Rock Hard,[92] das der Redakteur Frank Albrecht, wie er später zugab, „nachgewürzt“ hatte, um die Aussagen drastischer wirken zu lassen.[93] Die rechtsextremen Aussagen der Musiker wurden und werden unterschiedlich gedeutet.[84][86] Vorphalack von Samael erklärt sie sich als zwangsläufige Folge ihrer Versuche, Extreme auf die Spitze zu treiben und Tabus zu brechen. Eine solche Sichtweise sei „von Grund auf völlig falsch“, aber er könne „den Weg in ein solches Loch nachvollziehen“.[94] Dementsprechend waren einige dieser Aussagen eher provokativ als tatsächlich rechtsextrem motiviert,[45.4] zudem waren sie teilweise diffus und widersprüchlich zu den ebenfalls getätigten, menschen- und lebensfeindlichen Aussagen der Musiker. Andererseits kam es neben solchen Aussagen in Interviews auch zu Anfeindungen gegenüber den Musikern orientalischer Herkunft (z. B. gegenüber Vicotnik von Dødheimsgard und A. Reza von Ulver) durch andere Mitglieder der norwegischen Szene,[95] und einige ihrer Mitglieder gaben später an, in den 1990er Jahren tatsächlich solche Einstellungen gehegt zu haben,[45.2][96][97] die von Vikernes in die Szene getragen wurden.[86][45.5]

Ein jähes Ende fand die Szene, als Vikernes seinen einstmaligen Weggefährten Euronymous im August 1993 ermordete. Die ausschlaggebenden Gründe für die Tat bleiben ungewiss. Vikernes wandte sich vom Satanismus hin zum nordischen Heidentum und trat zunehmend offen neonazistisch auf.[86] Sein musikalisches Werk, das erheblichen Einfluss auf den heutigen Black Metal hatte, wird zwar durchaus geachtet,[45.4] die Person Vikernes wird innerhalb der Szene jedoch unterschiedlich beurteilt. Von einigen Anhängern wird er als Ikone der Subkultur und des (außerhalb Norwegens entstandenen[45.3]) „National Socialist Black Metal“ (NSBM)[45.6] betrachtet, andere sehen ihn wegen des Mordes an Euronymous oder seines ideologischen Wandels als Verräter und Schandfleck.[35] Im selben Monat veröffentlichte Vikernes auch sein zweites Album Det som engang var. Noch vor dem Mord erschien Mayhems Live in Leipzig, eines der wenigen offiziellen Zeugnisse der Phase mit Dead am Gesang und ebenfalls prägend für den norwegischen Stil.[46] Erst 1994 wurde das im Untergrund seit Jahren erwartete Mayhem-Album De Mysteriis Dom Sathanas, dessen Veröffentlichung mehrmals verschoben worden war, posthum über Euronymous’ Label herausgebracht. Nicht zuletzt durch Csihars Gesang unterschied es sich erheblich von den älteren Aufnahmen mit Dead auf Projections of a Stained Mind und Live in Leipzig sowie generell von anderen Black-Metal-Veröffentlichungen.[56][98] Auf diesem Album wandte der Tormentor-Sänger Attila Csihar neben düsterem und krächzendem Gesang Techniken an, die er von einer Opernsängerin gelernt hatte.[99][100] Es gilt als eines der bedeutendsten Alben der Szene.[56][101][102] Auf Euronymous’ Label wurden posthum auch das Enslaved-Debüt Vikingligr Veldi, eines der ersten Viking-Metal-Alben, das thrash-lastige und sinfonische Debüt Scorn Defeat der japanischen Band Sigh und als letzte Veröffentlichung Abruptums zweites Album In umbra malitiae ambulabo, in aeternum in triumpho tenebraum herausgebracht.

Ein paar Monate vor Euronymous’ Tod kam es auch in der ostdeutschen Szene zu einem Mordfall: Die Mitglieder der 1992 gegründeten Band Absurd ermordeten ihren Mitschüler Sandro Beyer und wurden dafür 1994 zu Gefängnisstrafen zwischen sechs und acht Jahren verurteilt; während ihrer Haftzeit entwickelte die Band sich zu einem der bekanntesten Vertreter des NSBM, mit dem die deutsche Szene oft assoziiert wird,[103] obwohl sie keinen Black Metal spielte, sondern sich an Oi!, RAC und Horrorpunk orientierte. Der Mord wurde in den Medien reißerisch als „Satansmord von Sondershausen“ bezeichnet, obwohl die Täter keinen wirklichen Bezug zum Satanismus hatten. In Ostdeutschland hatte sich bereits um 1990 eine große Black-Metal-Untergrundszene mit Bands wie Eminenz gebildet, in Westdeutschland gehört Desaster zu den ersten Black-Metal-Bands; der deutsche Black Metal der zweiten Welle erlangte jedoch nie die Aufmerksamkeit, zu der der deutsche Thrash Metal der 1980er Jahre mit Bands wie Destruction und Kreator gekommen war.

Attila Csihar, Sänger bei Tormentor und auf dem Mayhem-Debüt De Mysteriis Dom Sathanas

Ebenso erschienen 1994 das ein hohes technisches Niveau, Keyboards und orchestralen Elemente aufweisende[56][104][105][106] erste Emperor-Album In the Nightside Eclipse, dessen Besetzung mit Ausnahme des Sängers Vegard „Ihsahn“ Tveitan zum Zeitpunkt der Veröffentlichung inhaftiert war[104][107], Darkthrones gegenüber den Vorgängern noch minimalistischeres, von einer antisemitischen Erklärung der Musiker und der Weigerung von Peaceville Records, das Album zu bewerben, begleitete[91][84][108] viertes Album Transilvanian Hunger und Burzums drittes, durchgehend monotones Album ohne Tempo- und mit nur wenigen Riffvariationen, Hvis lyset tar oss, das als „(unfreiwillige[r]) Vorreiter des sogenannten Suicidal Black Metal[s]“ gilt.[109] gilt. Cradle of Filth aus England debütierte mit The Principle of Evil Made Flesh, das seinerzeit, vor ihrer Kommerzialisierung, in der Szene positiv rezipiert wurde.[56] In Russland entstand die als Blazebirth Hall bekannte Szene um die Bands Raven Dark, Forest, Branikald und Rundagor, die durch kriminelle Aktivitäten und eine rechtsextreme Orientierung auffielen.

Entwicklung ab Mitte der 1990er Jahre

Ein Großteil der Mitglieder der frühen norwegischen Szene war 1994 verhaftet und Mayhem nach Euronymous’ Tod aufgelöst worden, womit der dortigen Szene der einstige Bezugspunkt und viele ihrer wichtigsten Bands fehlten. Darkthrone veröffentlichte 1995 mit Panzerfaust ihr letztes als Klassiker geltendes Album.[110][111]

Gruppen wie Emperor und Arcturus oder neuere Bands wie Ved Buens Ende und Dødheimsgard gaben dem Black Metal progressive Elemente, in den Kompositionen ließ sich vor allem bei Emperor oftmals eine Tendenz zum Neoklassizismus ausmachen. Auch viele andere Bands entfernten sich durch neue Einflüsse vom traditionellen Black Metal: Gruppen wie Forgotten Woods und ihr Nebenprojekt Joyless verbanden einen depressiven Black-Metal-Stil mit Einflüssen von Proto- und Post-Punk-Künstlern wie The Velvet Underground und Joy Division, Gruppen wie Moonspell und Tiamat entwickelten sich zu wichtigen Vertretern des seit den frühen 1990er Jahren entstehenden Gothic Metal; andere Gruppen übernahmen zunehmend Einflüsse traditionellerer Metal-Strömungen, elektronische Einflüsse oder entzogen sich dem Metal vollständig, im Fall von Varg Vikernes bis hin zur Leugnung der Existenz einer norwegischen Black-Metal-Szene,[75] und fortan rein elektronische Alben veröffentlichten. Diesen Weg waren bereits der ehemalige Emperor-Bassist Mortiis mit seinem gleichnamigen Soloprojekt und Nuclear Holocausto (Beherit, Suuri Shamaani) gegangen, die nun Dungeon-Synth- beziehungsweise Dark-Ambient-Alben veröffentlichten. Unter anderem durch Mortiis’ Wechsel zum Industrial-Label Cold Meat Industry, wo 1994 sein zweites Album Ånden som Gjorde Opprør erschien, wurden auch Black-Metaller auf dieses Label aufmerksam, dessen Inhaber infolgedessen in Publikationen wie Slayer oder Nordic Vision interviewt wurde. Auch Blood-Axis-Musiker Michael Moynihan dürfte maßgeblich für das gegenseitige Interesse verantwortlich sein, da er ebenso wie Varg Vikernes, Magus Wampyr Daoloth, David Myatt und Kerry Bolton im Magazin Filosofem publizierte und zahlreiche Black-Metal-Musiker für sein Buch Lords of Chaos interviewte. 1997 erschien ein Sampler namens Souvenirs from Hell, auf dem Gruppen beider Szenen wie unter anderem Ulver, Blood Axis, N.A.O.S. und Diabolos Rising erschienen.

Shagrath von Dimmu Borgir
Fenriz und Nocturno Culto von Darkthrone
Immortal 2007
Mayhem 2008
Nergal und Seth von Behemoth, 2007
Nifelheim 2009 auf dem Hole in the Sky Festival

Mit einigen musikalischen Entwicklungen ging auch die Kommerzialisierung[112] und in den Augen vieler Anhänger auch der Niedergang des Black Metal diverser Urgesteine der 1990er einher, die sich von früheren Aussagen distanzierten[45.2] und den Magazinen annäherten, von denen sie zuvor boykottiert worden waren. Die Subkultur erfuhr demnach eine „Invasion“ durch anfangs akzeptierte, im Zuge ihrer kommerziellen Ausrichtung aber abgelehnte Bands wie Dimmu Borgir und Cradle of Filth, die sich im Zuge ihres Erfolges von den Aktivitäten des „Inner Circle“ distanzierten, oder – in Deutschland – Mystic Circle. Deutsche Labels wie Malicious Records, No Colours Records, Solistitium Records und Last Episode veröffentlichten zahlreiche Alben norwegischer Bands, die insbesondere aufgrund ihrer Herkunft hohe Verkaufszahlen erzielten. Mayhem wurde ohne Euronymous erneut aktiv und wandte sich vom Satanismus ab,[113][114] weshalb der Band vorgeworfen wird, sich vom Black Metal abgewandt zu haben.[115] Die Neugründung ohne Euronymous wurde und wird kontrovers betrachtet[116][117][118][119][120][121][101][102][122][123], ebenso neuere Veröffentlichungen wie Grand Declaration of War[101][123][124]. Durch diese Entwicklungen verlor der norwegische Black Metal sein Ansehen im Untergrund, und chartkompatible Bands wie Dimmu Borgir dominierten den Anteil norwegischer Plattenverkäufe.

Der Black-Metal-Untergrund verlagerte sich im Laufe der Jahre immer mehr in andere Länder; viele der osteuropäischen Bands kultivieren in ihren Texten vorchristliches Brauchtum, was sich in einem vermehrten Aufkommen von polnischen NSBM-Bands wie Graveland oder Infernum zuspitzt; insbesondere Griechenland und Polen weisen sehr große und offen radikalisierte NSBM-Szenen auf. Dem NSBM zuzuordnende Bands sind ab der Mitte der 1990er Jahre auszumachen, wo unter anderem Absurds Demo Thuringian Pagan Madness (Deutschland), Legion of Dooms Debütalbum Kingdom of Endless Darkness (Griechenland), Infernums Debüt …Taur-Nu-Fuin… (Polen) und Spear of Longinus’ Demo Nazi Occult Metal (Australien) erschienen; weitere frühe Vertreter dieser Strömung sind unter anderem Grand Belial’s Key (USA), Funeral/Kristallnacht und Osculum Infame (beide Frankreich). Angehörige dieser Strömung erklären ihr Entstehen als Reaktion auf den Niedergang der Ideale des Black Metal der frühen 1990er[81] oder als logische Konklusion der damaligen Zeit.[125]

Ebenso entstand eine neue Welle von Bands wie Ofermod, Funeral Mist und Malign, die als Reaktion auf den Werdegang der vorigen Generation in ihrer textlichen Beschäftigung mit dem Satanismus weiter ging als diese;[126] Ofermod bezeichnete die eigene Musik als „Orthodox Black Metal“[127], mit der Selbstbezeichnung als orthodox wollte die Band sich radikal von ihrer Meinung nach falschen Black-Metal-Bands abgrenzen, da sie der Ansicht ist, dass eine Band aus religiösen Satanisten bestehen müsse, um Black Metal zu spielen.[128]

In Deutschland erschienen bei Voices Productions und Kettenhund Records die ersten Alben von Lunar Aurora und Nagelfar, die zu den bekanntesten Vertretern und richtungsweisenden Bands der deutschen Szene gehören.[129] Aus dem Umfeld der inzwischen aufgelösten Band Nagelfar und der Aachener Black-Metal-Szene wurde das Label Ván Records gegründet, wo unter anderem die Bands The Ruins of Beverast, Graupel, Kermania und Truppensturm sowie die Niederländer Urfaust und The Devil’s Blood unter Vertrag stehen. Die vier erstgenannten Bands sind Bestandteil des Wòd Ván, eines Zusammenschlusses deutscher Bands, der, anders als der norwegische Zirkel, „keine elitäre Bruderschaft darstellen [will], sondern einen losen Zusammenschluss von Individuen, die Hobbys und Ansichten teilen“.[130] Der deutsche Black Metal wird jedoch oftmals mit der Legendenbildung um das Projekt Nargaroth, dessen Geschichte und Umfeld zum Großteil von dem Musiker Kanwulf erfunden wurde, und der NSBM-Szene assoziiert,[103] die sich insbesondere in Thüringen im Absurd-Umfeld herausbildete.

Während die Bands der USA anfangs wenig beachtet wurden und norwegische Black-Metal-Alben dort anfangs fast nur als teure Importe erhältlich waren[131], gewannen US-amerikanische Bands mit der Zeit an Aufmerksamkeit. Auch nachdem sich 1999 der Amoklauf an der Columbine High School ereignet hatte, dessen Täter oft – und laut Michael Moynihan fälschlich – als Black-Metal-Fans dargestellt wurden, betonte Moynihan,[132] dass es in den Vereinigten Staaten keine Black-Metal-Szene gebe.[133] Wichtig für die Glaubwürdigkeit des US-Untergrundes waren Black Funeral, die NSBM-Band Grand Belial’s Key, Krieg, Demoncy, Black Witchery, Thornspawn und Absu[134], weitere bekannte Vertreter wurden unter anderem Judas Iscariot und Averse Sefira. Trotz einer Gemeinschaft von Black-Metal-Anhängern im Nordosten entstand dort jedoch keine Musikszene; nur wenige Orte boten sich für meist ausländische Black-Metal-Bands an, von denen nur wenige in den Vereinigten Staaten spielten und meist nur vereinzelte Auftritte in den größeren Städten gaben.[135] In den letzten Jahren wurden zusätzlich neuere US-amerikanische Bands wie Xasthur, Leviathan, Nachtmystium, Weakling und das „All-Star“-Projekt Twilight über die Szene hinaus populär, weshalb ihnen Anbiederung an Normalbürger vorgeworfen wird.[136] Ebenfalls für Aufmerksamkeit sorgten die Black-Metal-Parodie Velvet Cacoon und die Gruppe Wolves in the Throne Room, die zwar vom traditionellen Black Metal beeinflusst ist, deren Musiker aber ihre Ursprünge im Punk haben,[137] ökologisch orientierte[138] und linke[138] Ansichten vertreten und Einflüsse aus Post-Rock und Shoegazing in ihre Musik integrieren. Dieser als Blackgaze bezeichnete Stil erreichte insbesondere mit dem Album Sunbather von Deafheaven 2013 erhöhte Aufmerksamkeit.[139] Auch die 2005 bzw. 2008 gegründeten Bands Liturgy und Krallice verzichten auf szenetypisches Auftreten und entsprechende Ideologie. Krallice betrachten Black Metal als rein musikalische Ausdrucksform,[140] Liturgy wollen mit dem Album Aesthethica nach eigener Aussage die stilistischen Grenzen des Genres erweitern[141] und „Tod und Atrophie“ des traditionellen Black Metal durch „Leben und Hypertrophie“ ersetzen.[142][143] Brad Sanders von Liturgy bezeichnete diese Entwicklung mitunter als Post-Black-Metal, welcher ihm zufolge ein musikalisches Ideal beschreibt, das sich von der Bedeutung des skandinavischen Black Metals sowie der Ideologie löst und Black Metal als Stilelement ohne nihilistischen, misanthropischen und satanischen Bezug nutzbar macht.[144] Der Ausdruck ist bereits seit den 1990er Jahren für unterschiedliche Gruppen und Entwicklungen gebräuchlich gewesen, etablierte sich jedoch erst in den 2010er Jahren im Zusammenhang mit der Popularität des Blackgaze.

Gedankengut

Im Black Metal vertretenes Gedankengut wird über die Texte und Aussagen in Interviews und Szenepublikationen verbreitet[145]. Trotz der sich dabei ergebenden Unterschiede lassen sich unter den einzelnen Richtungen gemeinsame Grundgedanken finden.

Satanismus

Während die Vorreiter Satanismus oft nur zur Provokation aufgriffen, betrachten einige spätere Szeneanhänger eine ideologische Hinwendung zum Satanismus als für einen Black-Metaller essentiell an.[128][146][147][148][145] Das häufige Fehlen einer ernsthaften satanistischen Überzeugung wird der Szene auch von einigen ihr nicht zugehörigen Satanisten vorgeworfen.[149]

Bei einigen Bands beschränkt sich das Aufgreifen des Satanismus auf (meist stark sexualisierte) Blasphemie und radikale antichristliche Äußerungen. Leitfigur Euronymous vertrat die Vorstellung eines leibhaftigen, gehörnten Satan im Sinne der Teufelsanbetung beziehungsweise eines invertierten Christentums.[150][64] Nuclear Holocausto von Beherit wiederum vertrat in den 1990er Jahren Elemente des atheistischen Satanismus nach Anton LaVey und der von ihm gegründeten Church of Satan (wie die meisten der Nine Satanic Statements),[151] sah die Anti-LaVey-Einstellung der norwegischen Szene als kindisch an[152] und hatte Verbindungen u. a. zu Kerry Boltons Order of the Left Hand Path,[153] hat aber nun „seit Jahren mit satanischen Organisationen nichts mehr zu tun“.[154] Die Church of Satan wird auch vom Misanthropic Luciferian Order, dessen chaos-gnostischer und antikosmischer Satanismus von zahlreichen schwedischen Bands wie Dissection und Arckanum vertreten wird, als nicht genuin satanistisch angesehen und vehement abgelehnt.[149][155] Die Texte und Ideologie der ebenfalls chaos-gnostischen Band Ofermod[147] beschränken sich nicht auf Betrachtungen des Christentums aus satanistischer Perspektive, sondern sind „religiös übergreifend“[156] und integrieren unter anderem auch Elemente aus Judaismus und Hinduismus.[156] Die französische Band Deathspell Omega legt auf ihren Alben Si monvmentvm reqvires, circvmspice und Fas – ite, maledicti, in ignem aeternum einen Schwerpunkt auf die theologischen Aspekte von Gott und Satan sowie das Verhältnis des Menschen zu beiden. Die ebenfalls französische Band Aosoth bezieht sich mit ihrem Namen auf den Order of Nine Angles.[157][158][159][160] Die ersten Aufnahmen (bis Ashes of Angels) waren stark von den Doktrinen des ONA beeinflusst[161], die Band beansprucht aber nicht, diesem anzugehören oder Propaganda für ihn zu betreiben.[162] Die Texte auf Ashes of Angels allerdings schrieb der Sänger MkM in einem ähnlichen Kontext und Prozess wie die für seine andere Band Antaeus.[161][162] Einzelne Black-Metal-Musiker wie Pete Helmkamp (Order from Chaos), Michael W. Ford (Black Funeral), Karl NE (Nåstrond), Jeremy Christner (Great American Desert, Vrolok) und Johan „Shamaatae“ Lahger (Arckanum) haben Bücher zu Esoterik, Magie und Satanismus geschrieben. Während das Klischee satanistischer Opfer auf Friedhöfen vollkommen an der Realität vorbeigeht, erwähnt der ehemalige Emperor-Bassist Tchort Tieropfer in der Szene von Kristiansand.[163]

Von einem Teil der Szene wird das Christentum allgemein als heuchlerisch und als totalitäre Ideologie, die das Individuum durch Moralismus und Obrigkeitshörigkeit einschränken würde, angesehen.[94] Ähnlich dem Death Metal existieren dementsprechend auch im Black Metal Liedtexte, in denen das Töten von Christen beschrieben und propagiert wird.[164] Dies ist jedoch (in den meisten Fällen) keinesfalls konkret, sondern metaphorisch zu verstehen. Einige Angehörige der Szene führen die Entstehung der Szene zum Teil auch darauf zurück, dass Norwegen in den 1980ern sehr christlich-konservativ eingestellt war, was wahrscheinlich zur verschärften Artikulation der ideologischen Abgrenzung führte. Umgekehrt lehnen zahlreiche von ihnen den christlichen Glauben als „Religion der Schwäche“ ab (allgemein wird das Zeigen von Schwäche in der Subkultur tabuisiert), verherrlichen aber die ihm entstammende Inquisition[72] ebenso wie totalitäre Regime und andere Formen von Repression.[64][165][166] Anfang der 1990er war es durchaus nicht verpönt, seine Ablehnung der christlichen Kultur durch Kirchenbrandstiftungen oder Grabschändungen auszudrücken. Christliche Bands, die in Musik und Auftreten Parallelen zum Black Metal zeigen, bilden dementsprechend eine vom satanischen Black Metal weitgehend unabhängige Szene, für die zur Differenzierung teils der Begriff „Unblack Metal“ auftaucht, der auf das Album Hellig usvart der Band Horde zurückgeht. Eine Variante bilden Bands, die aus anderen als christlich geprägten Kulturen stammen und die sich durch die Ablehnung der dort vorherrschenden Religion auszeichnen, wie bspw. die dezidiert antiislamische und mutmaßlich irakische Band Seeds of Iblis.

Hass, Misanthropie

Der in den Liedtexten immer wieder thematisierte Hass tritt außerdem als allgemeine Misanthropie und Lebensfeindlichkeit in Erscheinung. Teilweise steigert sich dies dazu, jedem Leben den Wert abzuerkennen – auch dem eigenen, was erklärt, weshalb manche Mitglieder der Szene zu autoaggressivem Verhalten neigen. Dead, der „durch blutige Selbstverletzungen auf der Bühne“ auffiel und sich 1991 erschoss, gilt diesbezüglich als Vorreiter.[167][168] Roger „B. War“ Svensson erwähnt, dass die Mitglieder seiner damaligen Band Marduk sich extreme Schnittwunden zufügten.[169] Sowohl während der Aufnahmen zum Album Heaven Shall Burn… When We Are Gathered[170] als auch bei Konzerten[171] fügte sich der damalige Sänger Erik „Legion“ Hagstedt Schnittverletzungen zu. Die Mitglieder von Abruptum folterten sich während ihrer Aufnahmen.[172] Evil Genius, die Wiederveröffentlichung ihrer frühen Aufnahmen über Hellspawn Records, enthielt zudem eine Rasierklinge, eine Idee, die das Projekt schon länger hatte umsetzen wollen.[173] Selbstverletzungen waren auch bei Ornias von Svartsyn und seinem Umfeld üblich.[174] Auf der alten Watain-Seite wurden Selbstverletzungen einiger Szenemitglieder in einer Galerie dokumentiert.[175] Das Debütalbum der französischen Band Antaeus trägt den Titel Cut Your Flesh and Worship Satan.[176] Analog dazu ist Todessehnsucht ein häufiges Motiv des Black Metal, das sich deutlich in den Suiziden von Musikern wie Dead (Mayhem), Cernunnos (Enthroned) und Grim (u. a. Immortal, Borknagar und Gorgoroth) zeigt, sowie in einem aus dem Black Metal hervorgegangenen Subgenre, das als Depressive Black Metal, Suicidal Black Metal oder Depressive Suicidal Black Metal bezeichnet wird. In dieser Strömung drehen Texte, Ästhetik und Auftreten sich um Themen wie Suizid, Selbstverstümmelung und selbstverletzendes Verhalten. Vertreter sind Bands wie Shining, Krohm, Hypothermia und Abyssic Hate, die von Vorreitern wie Strid, Manes, Burzum und der deutschen Dark-Metal-Band Bethlehem beeinflusst sind.[177][178][179] Viele der Interpreten dieser Strömung neigen zu Selbstverletzungen während ihrer Konzerte. Dieses Subgenre wird jedoch von einem Teil der Szene abgelehnt, da es ihrer Meinung nach im Widerspruch zur ursprünglichen martialischen Ausrichtung steht,[49] und auch Shining-Gründer Niklas Kvarforth selbst betont, dass „hunderte von bedeutungslosen Bands“ seine „Initialvision komplett fehlinterpretiert“ hätten; er habe niemals ein Subgenre erschaffen wollen, „in welchem Idioten ihr Selbstmitleid ausdrücken und ihre Musik als scheiß Form der Therapie nutzen“. Im Gegenteil sei es seine Intention gewesen, „die Musik als Waffe gegen den Hörer zu nutzen, sie erzwungen füttern mit selbst-zerstörerischen und suizidalen Idealen, um damit hoffentlich eine Welle der Unsicherheit zu kreieren“.[180]

Nicht alle Bands greifen auf satanische oder antichristliche Symbolik zurück. Vielen dient die Philosophie Friedrich Nietzsches als eine Quelle der Inspiration, was allerdings auch auf satanisch inspirierte Bands zutrifft (beispielsweise Destroyer – Or About How to Philosophize with the Hammer und Twilight of the Idols (In Conspiracy with Satan) von Gorgoroth, beide benannt nach Nietzsches Götzen-Dämmerung oder Wie man mit dem Hammer philosophirt). Einige Bands spielen den typischen Kriterien entsprechende Musik, ordnen sich aber keineswegs inhaltlich satanischen oder okkulten Richtungen zu; ihre Kategorisierung als Black-Metal-Bands ist daher ein Streitthema. Bei Bands, die dem Black Metal zugeordnet werden, ist ein religiöser Hintergrund aber als allgemein gegeben anzusehen.[45.7][45.8]

Drogenkonsum

Entsprechend wird auch Drogenkonsum aufgrund seiner potentiell schädlichen Auswirkungen mitunter befürwortet;[146][181] einige Mitglieder der norwegischen Szene waren schwere Trinker.[182] Die Alkoholprobleme des Abruptum-Mitglieds Jim „All“ Berger wiederum führten zu dessen Ausschluss aus dem Projekt. Michayah Belfagor (Nefandus, Ofermod) konsumierte einige Jahre lang Heroin, handelte auch damit und empfiehlt auch anderen, diesen Weg einzuschlagen; es sei ein Prozess, der das Individuum stärke. Inzwischen ist diese Phase für ihn jedoch „schon seit Langem passé“; man könne „keine wahre Gnosis unter dem Einfluss von Drogen erreichen“.[53][156][183][184][185] Lord Ahriman von Dark Funeral hingegen ist seit 2002 oder 2003 Nichttrinker;[186] ebenso war Varg Vikernes im Gegensatz zu einigen anderen Mitgliedern der frühen norwegischen Szene Nichttrinker.[182]

Fattigmannen von Theodor Kittelsen wurde auf Burzums Album Hvis lyset tar oss als Cover verwendet.

Romantisches Heidentum

Der Black Metal greift in vielerlei Hinsicht Elemente der Romantik auf: Neben der Suche nach spiritueller Entfaltung des eigenen Selbst tritt eine generelle Sehnsucht nach der Natur zutage – offen zu sehen an der häufigen Motivgebung verschneiter, nebliger Wälder. Auch ein generelles Interesse an der heimischen Kultur seitens vieler Black-Metal-Anhänger, insbesondere an vorchristlicher Geschichte und Religion, zeugt von Parallelen zur Romantik, die letztlich auch in den romantischen Gemälden Theodor Kittelsens sichtbar wird, die unter anderem von Burzum, Empyrium und Carpathian Forest als Plattencover verwendet wurden. Unter dem Einfluss der sehr patriotischen norwegischen Romantik entdeckten einige Norweger für sich die Religion ihrer Vorfahren wieder. So lautet eine Passage aus dem Lied A Blaze in the Northern Sky von Darkthrone frei übersetzt: „Man brauchte ein Jahrtausend, um uns die Botschaft des Gekreuzigten zu bringen. 1.000 Jahre sind seitdem vergangen; die nächsten 1.000 Jahre sind unser!“, und das Lied Unleashed Axe-Age von der österreichischen Band Abigor handelt von Ragnarök, wobei die behandelten Geschehnisse für die Band „nichts als interessantes thematisches Material“ sind.[187] Auch auf Fantasy beruhende eskapistische Momente treten im Black Metal auf; einige Bands wie Burzum, Summoning und Rivendell befassen sich textlich mit den Büchern des Fantasy-Autors J. R. R. Tolkien.

Bands wie In the Woods… und Enslaved bezogen sich ausschließlich auf das Heidentum ohne Elemente des Satanismus. Ebenso entstand in Deutschland eine Reihe heidnischer Bands wie Falkenbach, Adorned Brood, Tumulus, Bergthron und Menhir. Diesen Weg gingen auch Black Messiah und Andras, die als Black-Metal-Bands gegründet worden waren. Aus der Black-Metal-Szene kapselten sich dementsprechend unter anderem die Substile Pagan Metal und Viking Metal ab. Teilweise artet das Interesse an Romantik und Heidentum in nationalistischen Ideologien aus, was die Entstehung des NSBM begünstigte. Hendrik Möbus von der NSBM-Band Absurd erklärt die Hinwendung zum Heidentum durch eine Bewusstwerdung der sich u. a. in den Kirchenbränden äußernden Emotionen.[125] Bands mit heidnischen Texten, besonders solche, die sich dem Black Metal zuordnen, werden aber vielfach vom Kern der Black-Metal-Szene verachtet,[188][189] der diese als traditionell rein satanisch für sich beansprucht.[148][190] Dasselbe gilt für andere nicht satanische, sich dem Black Metal zuordnende Bands.[148][190] Umgekehrt treffen satanistische Bands bei heidnischen Gruppen oft auf Ablehnung, da diese den Satanismus als Teil des verhassten Christentums betrachten. So lehnt der größte Teil der NSBM-Szene Satanismus als Grundlage des Black Metal ab,[45.9][45.10][45.11][45.12][45.13][191] bemüht sich um eine Paganisierung der Szene[191] und bekämpft nicht-heidnische Bands.[191]

Ein wichtiges Charakteristikum ist ein gewisser Elitarismus, da man sich als der allgemeinen Masse überlegen ansieht.[192] Einige Bands wie Satyricon oder Gorgoroth treten in ihren Texten und Statements teilweise für sozialdarwinistische Gedanken ein. So meinte King ov Hell (ehemaliger Bassist von Gorgoroth) im Namen seiner Band, dass der Mensch um jeden Preis sich selbst erfüllen muss, selbst wenn dies Mord erfordere.[193]

Aus Sicht des Sozialwissenschaftlers Martin Langebach ist Black Metal primär eine „kulturelle Ausdrucksform für eine kulturkritische bis -pessimistische Gesellschaftssicht, die sowohl die Zerstörung der Natur als auch die Macht der Kirche anklagt, ihren Humanismus und Kollektivismus und den Kapitalismus mit seinen Trends und Moden verachtet“. Diesem stellt Black Metal konstitutiv einen „radikalen Nihilismus und Individualismus“ entgegen.[194] Allerdings verherrlichen Black-Metal-Anhänger auch die von der Inquisition oder totalitären Regimen ausgehende Unterdrückung.[72][64][165][166] Benjamin Hedge Olson, der seine Masterarbeit über Vielfalt, Mystik und Identität im Black Metal schrieb, sieht in diesem einen Konflikt zwischen radikalem Individualismus und Gruppenidentität mit dem Versuch, beide Pole simultan zu akzeptieren, und eine Kritik am modernen Rationalismus und Säkularismus.[45.14][45.15] Letztlich gibt es auch Black-Metaller, die die Idee einer „Szene“ fundamental ablehnen, da dies dem individualistischen Grundgedanken des Black Metal widersprechen und das Individuum zur Anpassung und Konformation zwingen würde. Auch Aaron Patrick Mulvany schreibt in seiner Masterarbeit, Black Metal könne nicht generell als Szene definiert werden, wenn eine solche über ihren geographischen Raum und eine Gemeinschaft über ihre Mitgliedschaft definiert werde; im Nordosten der Vereinigten Staaten beispielsweise existiert eine ausgeprägte Gemeinschaft, aber kaum Bands und Auftritte und damit keine Musikszene. Der Metal-Untergrund wird in einer Studie von Thomas Gencarelli als global und durch diverse Medien vernetzt beschrieben; in einer Gemeinschaft, in der es mitunter keine Live-Auftritte gibt, bekommen Aufnahmen und andere Kommunikationswege eine zentrale Bedeutung.[135]

Black Metal versteht sich als nicht massentaugliche Untergrundmusik und zugleich Lebenseinstellung für Gleichgesinnte. Als Ausdruck dieser abgrenzenden Identität entstand ein Kodex der „Trueness“. Die „Trueness“ eines Black-Metallers stellt den Grad der ideologischen Authentizität dar. Tatsächlich ist der Kodex der „Trueness“ im Black Metal weitaus rigider und ausgeprägter als in anderen Metal-Stilen, weshalb dieser Kodex Opfer vieler szeneninterner und -externer Satiren wurde. Die extreme Ideologie und Symbolik tragen einerseits dafür Sorge, dass der harte Kern der Black-Metal-Szene niemals Massenkompatibilität erreichen wird, andererseits wirken diese in vielerlei Hinsicht auch anziehend auf Jugendliche, die darin einen Weg finden, gegen ihre Umwelt und ihre Eltern zu rebellieren.

Musik

Trotz der verbreiteten Definition durch die Texte[150][52][195] wird von Anhängern und Medien auch eine Erklärung über die Art der Musik vollzogen; diese bezieht sich jedoch meist auf den Stil skandinavischer Bands und schließt auch einige der bedeutendsten Veröffentlichungen sowie einige bedeutende Vertreter wie Archgoat, Beherit, Blasphemy und Sarcófago aus.[196] Black Metal wird von Außenstehenden aufgrund vieler gewollter Dissonanzen oft als bloße Kakophonie wahrgenommen. Auch die Charakterisierung der Musik als monoton trifft nicht zwangsläufig zu: Dark Funeral beispielsweise spielt in durchgängig sehr hohem Tempo und wird oft als monoton bezeichnet, Gitarrist Micke „Lord Ahriman“ Svanberg hält aber dagegen, dass „der Teufel bei uns im Detail“ stecke und er die „extreme Aggression äußerst melodisch“ verpacke, wodurch sich beide Elemente verstärkten.[197] Burzums Hvis lyset tar oss hingegen ist gewollt durchweg monoton,[198] ohne Tempo- und mit nur wenigen Riffvariationen. Anders als beispielsweise im technischen Death Metal oder dem Progressive Metal ist das musikalische Können im Black Metal weniger von Bedeutung als die Atmosphäre.[49][146]

Der Gesang im Black Metal wird häufig als vorrangiges Identifikationsmerkmal herangezogen. Er besteht in der Regel aus Gekrächze oder Schreien, im Unterschied zu den tiefen Growls des Death Metal. Klargesang findet vereinzelt Anwendung, meist im Zusammenhang mit akustischen Passagen. Klarer Frauengesang wird meist abgelehnt, manchmal in Verbindung mit sexistischen Aussagen.[199] Frauen in der Szene sind eher selten und Bands mit einer rein weiblichen Besetzung, wie Ebonsight (Türkei) oder Astarte (Griechenland), Ausnahmen.

Für den Black Metal war seit seiner Erfindung ein schnelles, extrem verzerrtes Gitarrenspiel üblich. Die Gitarren werden zur Differenzierung vom Death Metal kaum bis gar nicht tiefer gestimmt. Durch die gewollte Monotonie vieler Stücke sollen hypnotische Atmosphären kreiert werden;[200] viele Anhänger sehen in der Musik einen Weg zu tiefgehendem spirituellem Erleben. Dementsprechend existiert die Ansicht, Black Metal müsse „allein gehört werden, in Ruhe, ohne Ablenkung, als eine Art Meditation, Konzentration auf das Wesentliche, Verdunkelung der Seele, Abstieg und Fall, Wahnsinn und Tod“.[129]

Hauptriffs von Transilvanian Hunger von Darkthrone Hörbeispielⓘ/?

Die Riffs der Gitarren sind im Allgemeinen relativ simpel; der Fokus liegt vielmehr darauf, sie oft zu wiederholen, was nicht selten auch zur Erzeugung hypnotischer Passagen verwendet wird. Ein gutes Beispiel stellt das Lied Jesu død (bei der deutschen Pressung des Albums Jesus’ Tod [sic!]) von Burzum dar, bei dem dasselbe Riff ständig wiederholt und von einem schnellen, ebenfalls repetitiven Schlagzeugspiel untermalt wird. Auch bei Bands wie VON und Ildjarn oder auf Darkthrones Alben Under a Funeral Moon und Transilvanian Hunger basieren die Lieder auf der ständigen Wiederholung desselben, oft einfachen, Riffs, teilweise variiert und oft von schnellem Schlagzeugspiel begleitet. Im Gegensatz zu anderen Metalstilen werden im Black Metal nicht nur Powerchords verwendet, sondern häufig auch dissonante Intervalle und Akkorde. Durch extreme Einstellmöglichkeiten der Verzerrer der elektroakustischen Gitarrenverstärker entsteht ein Rauschen, das den atonalen Gitarrensound ausmacht, der im Black Metal stilprägend ist. Ein Beispiel ist The Loss and Curse of Reverence von Emperor, in dem die Melodien und Akkorde der Gitarren oftmals nur schwer bis gar nicht zu hören sind.

In harmonischer Hinsicht wenden sich Black-Metal-Bands häufig vom klassischen Kadenzmodell ab. Sehr oft wird auf Dissonanzen zurückgegriffen, die durch eine Verschiebung der Riffs auf eine chromatische oder dissonante Tonstufe erreicht werden. So besteht beispielsweise das Hauptriff des Liedes Beast of Prey von Marduk aus Powerchords auf den chromatischen Tönen fis, g und gis, deren Dreiklänge keinerlei tonale Beziehung zueinander haben, ähnlich ist es bei Dark Funeral. Das Hauptriff von Enriched by Evil besteht aus den Akkorden Dm, A#m und C#m, die zwar ebenfalls keine tonale Verbindung haben, der Musik aber die typische düster-melodische Komponente verleihen. Insgesamt beinhaltet Black Metal sehr starke atonale Elemente, wenngleich auch für Solopassagen und Keyboard-Arrangements häufig auf klassische Modelle für Melodik und Harmonik zurückgegriffen wird; die Lieder auf Nagelfars Hünengrab im Herbst beispielsweise sind in verschiedenen Moll-Skalen komponiert. Deathspell Omega verwendet zu Beginn des Titellieds ihres Albums Si monvmentvm reqvires, circvmspice die chromatische Tonleiter, was der Musik den chaotischen Charakter gibt, später folgen Arpeggien auf den Akkorden Aadd11+, F#add11+, C7M und G#7M.

Gitarrensoli sind im weitverbreiteten nordischen Black Metal eine seltene Ausnahme, viele Bands der norwegischen Szene und davon beeinflusste Gruppen, z. B. in Deutschland oder Polen, verzichteten gänzlich darauf. Ein kurzes Solo findet sich u. a. auf dem Lied War auf Burzums Debütalbum. In den von der ersten Welle des Black Metal beeinflussten südamerikanischen Szenen finden sich von frühen Bathory und Celtic Frost beeinflusste dissonante Soli, die z. T. mit dem Tremoloarm der Gitarre erzeugt wurden. Auf klassischen Harmonien und traditionellen Spielweisen basierende Soli werden u. a. von Dissection oder Vertretern aus Griechenland gespielt.

Schlagzeug und Gitarre werden nicht selten mit sehr hoher Geschwindigkeit gespielt, es existieren aber auch zahlreiche Black-Metal-Stücke mit eher normalem oder sogar langsamem Tempo sowie zahlreichen Wechseln; als Beispiele lassen sich hier Quintessence (langsames Tempo) oder Kathaarian Life Code (häufige Tempowechsel) von Darkthrone nennen.

Das Schlagzeug wird meist in hohem Tempo gespielt, wobei Doublebass und Blastbeats dominieren; ein konstanter Rhythmus ist ebenfalls nicht unüblich. Ein Beispiel dafür ist das Lied Transilvanian Hunger von Darkthrone, bei dem eine Art Blastbeat im 4/4-Takt, bei dem die große Trommel durchgehend gespielt wird und sich bei jedem ihrer Anschläge Hi-Hat und kleine Trommel abwechseln, über das gesamte Lied beibehalten wird.

Im nordischen Black Metal nimmt der Bass eine zurückhaltende Rolle ein, folgt häufig dem Gitarrenlauf und ist oft kaum bis gar nicht zu hören. Im griechischen Black Metal und bei Bands wie Barathrum hingegen nimmt er eine dominante Rolle ein.

Auch die oftmals bewusst sehr roh belassene Produktion ist charakteristisch. Zahlreiche Klassiker des norwegischen Black Metal (unter anderem von Mayhem, Burzum, Emperor, Gorgoroth, Immortal und Enslaved) entstanden in Eirik „Pytten“ Hundvins Grieghallen Lydstudio und weisen eine dünne Produktion auf.

Der Klang schwedischer Black-Metal-Bands ist oftmals klarer als der der Norweger. In Dan Swanös Unisound Studio wurden einige Klassiker von Dissection, Marduk und Dark Funeral aufgenommen; in den 1990ern war das Studio im Begriff, die Entsprechung zum Sunlight Studio für schwedischen Black Metal zu werden.[201] Vertreter wie Dissection, Dawn, Necrophobic und Dark Funeral gelten mit ihrem melodischen Stil als extremes Pendant zur „Twin-Gitarren-Schule von Iron Maiden“.[202] Marduk setzte ab Opus nocturne neue Standards in Sachen Geschwindigkeit und intensivierte diesen Stil bis zum Album Panzer Division Marduk immer weiter.[203] Im von Peter Tägtgren betriebenen Abyss Studio nahmen Marduk und Dark Funeral ebenfalls auf, ebenso seine eigenen Bands wie The Abyss und War. Zu nennen sind außerdem Tore „Necromorbus“ Stjerna, der unter anderem bei Funeral Mist, Ofermod und Watain mitwirkte und als Produzent tätig war, und Devo Andersson, der für Nefandus, Sargatanas Reign, Ofermod und Marduk produzierte.

Während der norwegische Black Metal meist deutlich vom Death Metal differenzierbar ist, sind im Gegensatz dazu auf den Dissection-Alben The Somberlain[204][205] und Storm of the Light’s Bane[206][207] Stilelemente aus beiden Szenen zu hören, ebenso auf neueren Tonträgern wie Rabid Death’s Curse von Watain[208], Tiamtü von Ofermod[209][210] und The Satanist von Behemoth[211][212][213][214].

Archgoat live auf dem Black Flames of Blasphemy

Bands wie Blasphemy[112][215] Archgoat[216], Bestial Warlust und Impiety[112] wiederum sind frühe Vertreter eines chaotischen, vom Grindcore beeinflussten Stils, der von einigen seiner Vertreter sowie in Publikationen auch als „War Metal“[215][216], „Bestial Black Death“[215][217] oder „War Black Metal“[112] bezeichnet wird. Diese Bezeichnung war in den 1990ern noch nicht etabliert. Ritual Butcherer von Archgoat unterstellt Leuten, die Archgoat entsprechend kategorisieren, die Band und das, wofür sie steht, nicht verstanden zu haben.[216] Wiederbelebt und etabliert wurde die Strömung durch Vertreter wie Conqueror und Black Witchery.[215][217]

Auch der vor allem von Rotting Christ, Necromantia und Varathron geprägte,[218] basslastigere Stil der griechischen Bands weicht stark vom nordischen ab; typischerweise basiert er auf tiefen Heavy-Metal-Riffs, die oftmals langsam gespielt werden, verbunden mit einer dunklen Gesangsstimme (und teilweise geflüsterten Passagen) und oftmals einem charakteristischen Keyboard-Klang, die zusammen eine dunkle Atmosphäre erzeugen sollen.[219] Der griechische Sound ist außerdem von Sakis „Necromayhem“ Tolis und Magus Wampyr Daoloth, die beide unter anderem bei Rotting Christ und Thou Art Lord tätig waren, im Storm-Studio geprägt worden.[39]

Eine weitere Stilvariation ist die Kombination aus Black und Doom Metal. Frühe Vertreter dieses Stils sind Barathrum und Unholy; auch die Frühwerke der Band Bethlehem entsprechen stilistisch dieser Mischform, die sich jedoch nicht auf den Satanismus berufen und somit dem Dark Metal zugeordnet werden.[220] Bekanntere neuere Vertreter des Black Doom sind das vom Funeral Doom beeinflusste Projekt Nortt aus Dänemark, die norwegische Gruppe Faustcoven sowie die schwedischen Head of the Demon. Dabei reichen die Spielformen des Black Doom von Bezugnahmen auf frühe Celtic Frost und Black Sabbath bei Gruppen wie Faustcoven und Head of the Deamon bis hin zu Adaptionen des Funeral Doom und Death Industrial bei Interpreten wie Nortt und Goatpsalm.

Der atmosphärische Einsatz von Keyboards außerhalb von Intros oder Outros war in den 1980er Jahren unüblich; lediglich Bathory verwendete seltene Keyboardpassagen. Früh wurden dezente Keyboards unter anderem von Carpathian Forest, Burzum und Emperor (auf ihrer Demoaufnahme Wrath of the Tyrant nur vereinzelt, stärker ab der ersten EP Emperor und besonders auf ihrem Debüt In the Nightside Eclipse) aus Norwegen, im griechischen Black Metal sowie in Deutschland vom Projekt Baxaxaxa eingesetzt. Während insbesondere starker Keyboard-Einsatz im Underground verpönt ist, findet dieser aufgrund seiner vom genretypischen Standard abweichenden Klangfarben vor allem im „Mainstream“ zur Erzeugung und Unterstreichung bestimmter Atmosphären Verwendung. So hat das Keyboard bei Limbonic Art eine tragende Rolle bei der Melodieführung. Generell ist die Zuordnung symphonischer und keyboard-lastiger Bands zum Black Metal ein Streitthema. Im Grenzbereich zum Viking- bzw. Pagan Metal kommen gelegentlich auch traditionelle Instrumente, vor allem Holzblasinstrumente hinzu.

Ein stetig wachsender Anteil der „progressiven“ Black-Metaller bemüht sich, Elemente der Musik mit anderen Musikstilen zu verbinden. Nach Emperor folgten das Projekt Peccatum, das mittlerweile fast ganz dem Black Metal entsagt und sich einer Mischung aus Neoklassik und Jazz mit „harten“ Einlagen bedient, und die italienische Gruppe Ephel Duath, die Jazz mit hartem Metal vermischt.

Ebenso gibt es Überschneidungen mit Teilen der Industrial-Szene. Auf frühen Black-Metal-Alben sind instrumentale Intros und Outros zu finden, die zum Ambient und Industrial tendieren (das Outro zu Forest of N’Gai von Rotting Christ ist sogar direkt von Zero Kama übernommen), und bei Bands wie Abruptum Experimente mit Elementen des Death Industrial. Seit den 1990er Jahren existieren Industrial-Projekte aus dem Black-Metal-Umfeld wie Moëvöt, Aäkon Këëtrëh und Darkness Enshroud. Auch Blood-Axis-Musiker Michael Moynihan dürfte maßgeblich für das gegenseitige Interesse verantwortlich sein, da er ebenso wie Varg Vikernes im Magazin Filosofem publizierte und für sein Buch Lords of Chaos Gespräche mit zahlreichen Black-Metal-Musikern führte. Einige Bands vermischen Black Metal mit Dark Ambient und Noise, auch solche, die angeben, selbst keinen Industrial zu hören.[221] Ein frühes Beispiel für die Vermischung von Black Metal mit Dark Ambient stellt Burzums Album Filosofem dar, weitere Vertreter sind unter anderem Xasthur, Blut aus Nord, Vinterriket, Darkspace und Striborg. Diese Black-Metal-/Ambient-„Hybride“ können sowohl naturorientierter wie Vinterriket ausfallen oder „astraler“, wie Darkspace. Das Ergebnis kann aber auch bei ein und derselben Band zwischen verstörenderem, industrial-lastigerem Klang[222] und black-metal-lastigerer Ausrichtung[223] schwanken. Musiker wie Mikko Aspa und Nordvargr wiederum sind in beiden Szenen in mehreren bekannten Projekten aktiv.

Das Einbringen von Ambient-Elementen in den Black Metal wird zeitweilig auf Einflüsse deutscher Elektronik-Musiker wie Klaus Schulze oder Conrad Schnitzler zurückgeführt. So verwendeten Mayhem auf ihrem Demo Deathcrush die Schnitzler-Komposition Silvester Anfang als Intro; Mayhem-Gitarrist Øystein Aarseth hatte Schnitzler zuvor in Berlin besucht und die persönliche Erlaubnis zur Verwendung dieses Stücks erhalten. Ein weiteres direktes Beispiel ist das Fenriz-Projekt Neptune Towers, das sich direkt auf Klaus Schulze und dessen frühere Band Tangerine Dream sowie Kraftwerk als Vorbilder beruft.

Eine Verbindung von Black-Metal- und Industrial-Rock-/-Metal-Einflüssen existiert seit Beginn der 1990er Jahre durch Bands wie Mysticum aus Norwegen oder das multinationale Seitenprojekt Diabolos Rising von Mika Luttinen (Impaled Nazarene) und Magus Wampyr Daoloth (Necromantia).

Eine neuere Entwicklung ist die Vermischung von Black-Metal- und Post-Rock- oder Shoegazing-Elementen durch Bands wie Alcest, Wolves in the Throne Room und Caïna.

In Bezug auf Fremdeinflüsse zeigt sich die Black-Metal-Szene wesentlich rigider in ihren „Reinheits“-Vorstellungen als die traditionelle Metal-Szene. Bands, die „versuchen[,] auf Teufel komm raus innovativ oder originell zu scheinen, anstelle einfach nur ehrlich zu sein“ und sich dabei dem Black Metal zuordnen, werden häufig genau deswegen abgelehnt.[148] Innerhalb der Szene ist diesbezüglich jedoch auch eine Diskussion im Gange. Während die eine Partei gegen jegliche Abweichung sturmläuft, kritisiert die andere, dass die Ablehnung von Entwicklung „genau das Gegenteil von dem, was Black Metal ursprünglich war“,[224] sei; Alben wie Mayhems Debüt De Mysteriis Dom Sathanas, auf die sich die Szene beriefen, seien schließlich auch „etwas […] revolutionäres und neues, was es so vorher nicht gegeben hat, gewesen.“[224] Innovation sei „sogar unausweichlich, wenn das Genre nicht wie z. B. Punk oder Rock’n'Roll an sich selber ersticken will“.[225] Forciert durch jene Meinungsverschiedenheiten entstanden für Bands, die Black-Metal-Elemente mit Fremdeinflüssen verbinden, alternative Bezeichnungen wie zum Beispiel Dark Metal. Dazu gehören u. a. Bands wie Cradle of Filth, Dimmu Borgir, Agathodaimon, Bethlehem, Eisregen, Mystic Circle und Nocte Obducta.

Auftreten

Für viele Gruppen des Black Metal typisches Bühnenoutfit (hier King ov Hell, Ex-Gorgoroth): Schwarze Kleidung, Corpsepaint, Patronengurte und Nieten
Erik Danielsson von Watain mit zerrissener Kleidung und blutüberströmt

Image und äußere Erscheinung spielen in der Szene eine relativ große Rolle. Aufgrund des satanischen Hintergrunds wurde ein düsteres, teils beabsichtigt abschreckendes Erscheinungsbild gewählt, was durch schwarze (Leder-)Kleidung, Nietenschmuck und Patronengurte verdeutlicht wird; auch die meist langen Haare werden oft schwarz gefärbt. Accessoires wie Drudenfüße und Petruskreuze sind üblich, ebenso das Posieren mit mittelalterlichen Waffen wie Schwertern, Äxten oder Stachelkeulen.

Häufig findet sich bei Musikern, seltener bei Fans eine als Corpsepaint (oder auch Warpaint) bezeichnete, meist schwarz-weiße Gesichtsbemalung wieder. Aufgrund der verwendeten Farben wird oftmals eine Analogie zur Hard-Rock-Band Kiss hergestellt. Dass diese Herleitung falsch ist, zeigt sich bereits in den Unterschieden im Bemalungsstil und den verwendeten Motiven. Gelegentlich verwenden die Black-Metaller zur Schminke auch Kunst- oder echtes Blut. Die Gesichtsbemalung wird in der Regel ausschließlich auf Promo-Bildern und bei Liveauftritten von Bands verwendet, sofern sie überhaupt auftreten; viele Black-Metal-Bands geben generell keine Auftritte, unabhängig davon, ob es sich um Ein- oder Zwei-Mann-Projekte handelt oder nicht; diese engagieren, wenn sie auftreten, dafür Gastmusiker. Einige Szenemitglieder vertreten die Ansicht, Black Metal gehöre „[g]enerell […] nicht auf die Bühne“ und müsse „allein gehört werden“.[129]

In der Regel verwenden die Musiker und anderen aktiven Szenemitglieder Pseudonyme, die oft mit Herrschafts- oder Adelsbezeichnungen oder -prädikaten verbunden sind. Diese sollen die Musik und die Ideologie unterstreichen (Infernus) und finden ihren Ursprung oft in jüdischer oder christlicher Dämonologie (Baron von Abaddon, Legion), nordischer (Fenriz), griechischer (z. B. Zephyrous), babylonischer/sumerischer oder anderer nicht-christlicher Mythologie oder in den Büchern J. R. R. Tolkiens (Count Grishnackh, Shagrath).

Grafische Gestaltung

Black-Metal-Bands verwenden, ähnlich wie auch Vertreter des Death Metals, oft aufwendig gestaltete Logos als Markenzeichen. Dieses kann wie bei Burzum von einer einfachen Zeile in gebrochener Schrift bis hin zu aufwendig gestalteten kalligrafischen Zeichnungen variieren. Oft ist der Bandname gewollt unleserlich.[226] Im Gegensatz zu den Logos im Death Metal werden im Black Metal vermehrt Symbole wie Pentagramme, umgedrehte Kreuze und andere satanistische Symbole, sowie Kriegswaffen wie Maschinengewehre, Schwerter, Morgensterne und Keulen eingebaut. Die Bands Ondskapt und Katharsis verwenden Dämonengestalten in ihren Logos.

Pagan-Metal-Bands greifen dementsprechend auf heidnische Symbole zurück, und im NSBM findet sich NS-Symbolik. Bei Graveland fand sich zunächst ein umgedrehtes Kreuz im Logo. Als sich die thematische Ausrichtung der Gruppe zugunsten des Neopaganismus änderte, wurde das Kreuz durch einen Thorshammer ersetzt.

Ein bekannter Logokünstler ist Christophe Szpajdel, der mehr als 7000 Bandlogos, u. a. für Venom und Emperor entworfen hat.[227] Die norwegische Künstlerin Jannicke Wiese-Hansen prägte das grafische Erscheinungsbild der zweiten Welle des Black Metal durch Logos und Coverzeichnungen unter anderem für Burzum, Enslaved und Immortal.[228]

Kritik

Auch innerhalb der Metal-Subkultur selbst „genießt“ der Black Metal einen zweifelhaften Ruf. Die Art von Ethik, auf die diese Kritik zurückgreift, besitzt in den Augen der dadurch Angegriffenen allerdings keinerlei Relevanz. Aus Sicht seiner Kritiker mutet das Gedankengut, das über die Texte und Aussagen in Interviews und Szenepublikationen befördert wird, extrem und befremdlich an; Black-Metaller erscheinen selbst aus der Sicht anderer Metaller oft als sonderbare Personen. Jedoch ist anzumerken, dass die oben erklärte Ideologie nicht auf jeden Szenegänger zu übertragen ist. Einige akzeptieren das vermittelte Gedankengut nur zu einem gewissen Grad, viele Fans machen einen Unterschied zwischen den Einstellungen und der Musik jener Bands; während sie einerseits das künstlerische Schaffen dieser Gruppen schätzen, klammern sie den Rest dieser Persönlichkeiten aus und dulden somit auch NSBM-Bands. Andererseits werden NSBM-Bands und ähnliches häufig ganz boykottiert.

Ein Hauptangriffspunkt liegt oft darin, dass viele Black-Metal-Bands in ihren Texten und ihren Aussagen mit Themengebieten wie Krieg, Nationalsozialismus, Rassismus und generell allen Arten des Tötens in einer scheinbar inflationären und unbekümmert-unreflektierten Weise hantieren. Selbst wenn dies nicht aus Überzeugung, sondern „nur“ aus Provokation geschieht, werde die Brisanz dieser Thematiken auf gefährliche Art und Weise von ihnen verharmlost. So wird der Band Marduk häufig Kriegsverherrlichung vorgeworfen, was diese auch nur halbherzig zu dementieren versucht.

Entsprechende Aussagen wurden teilweise auch von der „Prominenz“ der Szene getätigt. So ließ der Norweger Jan Axel „Hellhammer“ Blomberg (u. a. Mayhem, Arcturus, Dimmu Borgir) des Öfteren verlauten, Black Metal sei „etwas für Weiße“[229] und forderte, „daß Norwegen wieder ein ausländerfreies Land wird“; er möge keine Ausländer, und Norwegen solle „wieder von nur einer Rasse bewohnt werden. Die Vermischung verschiedener Rassen“ erzeuge „lediglich Probleme“.[230] Von Mitgliedern weiterer Bands wie Darkthrone,[45.3] Emperor[45.2][45.3] oder Satyricon,[45.3] die als „Szene-Ikonen“ gelten, sind ebenfalls derartige Äußerungen bekannt, die in den 1990er Jahren getätigt wurden. Beispielsweise wurde im Metal-Magazin Legacy unter der Überschrift Polnischer Stolz ein Interview mit Graveland abgedruckt, in dem eindeutig nationalistische und rassistische Aussagen Verwendung fanden. Besonders einzelne Musiker verdeutlichen die Existenz dieser Problematik entscheidend; war es früher noch der rechtsradikale Varg Vikernes, so wurde beispielsweise der in mehrere Verbrechen verwickelte Ex-Sänger von Gorgoroth, Gaahl, im Mai 2004 zu einer 14-monatigen Haftstrafe und einer Geldstrafe in Höhe von 190.000 norwegischen Kronen verurteilt, nachdem er einen Mann verprügelt hatte und danach bedroht haben soll; Gaahl selbst stellt seine Tat als Selbstverteidigung dar.[231] Angesichts der Tatsache, dass es nicht nur von seiner Band regelmäßig Skandale zu hören gibt und viele Musiker auf eine immer extremere Selbstdarstellung zurückgreifen, wird vielen der Black-Metaller eine getrübte Sicht der Realität nachgesagt.

Jedoch sind sich vor allem Black-Metal-Anhänger selbst dieser Kritik bewusst und stellen sich entschieden dagegen. Einstige zweifelhafte Behauptungen von Emperor- und Darkthrone-Mitgliedern sind seit Jahren dementiert, die vorherrschende Einstellung gegenüber der Black-Metal-Philosophie ist, dass sie unpolitisch bleiben muss.[45.4][45.5][145][45.13][45.16]

Literatur

Deutsch

  • Michael Moynihan, Didrik Søderlind: Lords of Chaos – Satanischer Metal: Der blutige Aufstieg aus dem Untergrund., Index Verlag / ProMedia, Zeltingen-Rachtig 2005, ISBN 3-936878-00-5; englische Originalausgabe: Feral House, Los Angeles 2003, ISBN 0-922915-94-6.
  • Christian Dornbusch, Hans-Peter Killguss: Unheilige Allianzen – Black Metal zwischen Satanismus, Heidentum und Neonazismus. 3. korr. Auflage. Münster, Unrast Verlag, 2007, ISBN 978-3-89771-817-3.
  • Martin Langebach: Die Black-Metal-Szene: Eine qualitative Studie. Saarbrücken, VDM Verlag, 2007, ISBN 978-3-8364-1413-5.
  • Roman Seidl: Ideologie im Black Metal: Eine psychologische Analyse zu Neuheidentum und rechtsextremer Gesinnung. Saarbrücken, VDM Verlag, 2008, ISBN 978-3-8364-5649-4.
  • Alexander Fuchs, Carsten Majewski: Black Metal – Musiksoziologische Analyse der Darstellungsformen und -inhalte einer Subkultur. Diplomica Verlag, 2000, ISBN 3-8324-2550-0.
  • Dietmar Dath: Das mächtigste Feuer – Die Kriegsfantasie als Nukleus von Moderne und Gegenmoderne in Pop oder/und Avantgarde. 3: Wehrsportgruppe BURZUM: Heavy-Metal-Soldaten in Odins Rassenkrieg. In: testcard #9: Pop und Krieg. Ventil Verlag, Mainz 2000, ISBN 3-931555-08-9, S. 70–73.

Englisch

  • Garry Sharpe-Young: Rockdetector. A-Z of Black Metal. I.P. Verlag, Berlin 2001, ISBN 3-931624-89-7.
  • Karl Jones: A Blaze in the Northern Sky: Black Metal Music and Subculture – An Interactionist Account. University of Manchester (Department of Sociology), 2002, ISBN 0-946180-60-1.
  • Jason Forster: Commodified Evil’s Wayward Children: Black Metal and Death Metal as Purveyors of an Alternative Form of Modern Escapism. VDM Verlag, Saarbrücken 2008, ISBN 978-3-639-01060-2.
  • Peter Beste: True Norwegian Black Metal. Vice Books, 2008, ISBN 978-1-57687-435-6 (Fotobuch).
  • Dayal Patterson: Black Metal: Evolution of the Cult. Feral House, Port Townsend 2013, ISBN 978-1-93623975-7 (englisch). 
  • Bill Peel: Tonight It’s a World We Bury. Black Metal, Red Politics. Repeater Books, London 2023, ISBN 978-1-914420-36-8.

Dokumentationen

  • NRK: Det svarte alvor, 1994.
  • TV 2: Satan rir media / Satan Rides the Media, 1998.
  • Sam Dunn: Norwegian Black Metal, 2006 (Dokumentarkurzfilm).
  • Pål Aasdal, Martin Ledang: Once Upon a Time in Norway, 2007.
  • Ted Skjellum: The Misanthrope, 2007.
  • Aaron Aites, Audrey Ewell: Until the Light Takes Us, 2009.
  • Aaron Thiesen: Böse und ungemütlich: Warum kann man Black-Metal-Logos nicht entziffern? | ARTE Tracks, 2025 (Kurzdokumentation)

Weblinks

Commons: Black Metal – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. ↑ Joel McIver: Justice For All – The Truth About Metallica. Omnibus, 2010, ISBN 978-0-85712-009-0 (google.de [abgerufen am 16. September 2018]). 
  2. ↑ Daniel Ekeroth: Swedish Death Metal. Bazillion Points Books, 2008, ISBN 978-0-9796163-1-0 (google.de [abgerufen am 16. September 2018]). 
  3. ↑ a b c d e Emperor. In: Jon Kristiansen: Metalion: The Slayer Mag Diaries. Brooklyn, NY: Bazillion Points Books 2011, S. 274.
  4. ↑ Bill Zebub: Black Metal: A Documentary, Bill Zebub Productions 2007.
  5. ↑ Rem, Håvard: Innfødte skrik: Norsk svartmetall. Schibsted Forlag, 2010, ISBN 978-82-516-2607-1, S. 20–117. 
  6. ↑ Rem, Håvard: Innfødte skrik: Norsk svartmetall. Schibsted Forlag, 2010, ISBN 978-82-516-2607-1, S. 120–297. 
  7. ↑ a b Götz Kühnemund: A History of Horror. In: Rock Hard, Nr. 282, November 2010, S. 20–27.
  8. ↑ a b c Björn Thorsten Jaschinski: Seziertisch. In: Rock Hard, Nr. 282, November 2010, S. 28.
  9. ↑ Albert Mudrian: Hunger Strikes: The Making of Darkthrone’s Transilvanian Hunger. In: Precious Metal. Decibel presents the Stories Behind 25 Extreme Metal Masterpieces. Da Capo Press, 2009, ISBN 978-0-306-81806-6, S. 184. 
  10. ↑ J. Bennett: Procreation of the Wicked: The Making of Celtic Frost’s Morbid Tales. In: Albert Mudrian (Hrsg.): Precious Metal. Decibel presents the Stories Behind 25 Extreme Metal Masterpieces. Da Capo Press, 2009, ISBN 978-0-306-81806-6, S. 41. 
  11. ↑ Mirai Kawashima: SIGH's Mirai Kawashima on Celtic Frost’s 'Into The Pandemonium'. Archiviert vom Original (nicht mehr online verfügbar) am 24. September 2012; abgerufen am 26. Mai 2011 (englisch). 
  12. ↑ Esa Lahdenpera: Mayhem. Northern Black Metal Legends. In: Kill Yourself!!! Magazine. Nr. 4, 1995, S. 44 (Mayhem (Memento vom 7. Februar 2012 im Internet Archive) [abgerufen am 24. Januar 2013]). 
  13. ↑ Metalion: Mayhem. In: Slayer. Nr. 5, 1987, S. 66. 
  14. ↑ Törr: Inkubatorr. Sokol’s Power Voice, 2006. 
  15. ↑ vgl. J. Bennett 2009, S. 43.
  16. ↑ a b Frank Stöver: POSSESSED. Archiviert vom Original (nicht mehr online verfügbar) am 30. Juni 2015; abgerufen am 7. April 2010 (englisch). 
  17. ↑ Ian Christe: Sound of the Beast. The Complete Headbanging History of Heavy Metal. ItBooks, 2004, ISBN 0-380-81127-8, S. 244. 
  18. ↑ Michael Moynihan, Didrik Søderlind: Lords of Chaos. Erweiterte und überarbeitete Ausgabe. Index Verlag, 2007, ISBN 978-3-936878-00-4, S. 31. 
  19. ↑ RUNNING WILD. In: Metal Hammer, Nr. 10/1984, S. 11.
  20. ↑ Bert Banger: Running Wild. “Gates To Puratory” [sic!]. In: Metal Hammer, Nr. 10, 1984, S. 69.
  21. ↑ www.running-wild.net: RUNNING WILD – the official website. Abgerufen am 16. September 2018. 
  22. ↑ Martin Fust: 02/1996 Martin Fust Rolf Kasparek. 1996, abgerufen am 11. März 2010 (englisch). 
  23. ↑ Michael Moynihan, Didrik Søderlind: Lords of Chaos. S. 32.
  24. ↑ a b Nate Denver: King Diamond. Archiviert vom Original (nicht mehr online verfügbar) am 14. März 2009; abgerufen am 17. Februar 2010 (englisch). 
  25. ↑ Shane und Amy Bugbee: The Doctor is In… 1999, abgerufen am 17. Februar 2010 (englisch). 
  26. ↑ a b c d Javi Metal: DEATH SS: „Tuve que dejar el grupo entre 1982 y 1984 debido a enfermedades mentales“. Archiviert vom Original (nicht mehr online verfügbar) am 4. Februar 2013; abgerufen am 2. März 2010 (spanisch). 
  27. ↑ Riccardo „Zirukkio“ Fassone: DEATH SS – Apocalypse Now! 9. April 2006, abgerufen am 2. März 2010 (italienisch). 
  28. ↑ Lorenzo „Thelema“ Macinanti: DEATH SS – Intervista A Steve Sylvester. 7. April 2001, abgerufen am 2. März 2010 (italienisch). 
  29. ↑ a b c „The opening of the record store Helvete happened a few months after [Dead’s suicide]. That’s the creation of the whole Norwegian Black Metal scene—it’s connected with that shop, the influence Euronymous had on the young customers in the shop, and how he convinced them of what was real and not real in this world. A lot of the guys in Immortal and Dark Throne [sic!] were all into normal Death Metal and Euronymous showed them what Black Metal was really like, how things should be, and they followed him. Looking at the first Dark Throne album compared to the second, you can see Euronymous’ influence on the second one, A Blaze in the Northern Sky. That’s the first Norwegian Black Metal album after Deathcrush which was really big and an influence on the rest of the scene. […] The whole Norwegian scene is based on Euronymous and his testimony from his shop. […] He was always telling what he thought, following his own instincts to the true Black Metal stuff like corpsepaint and spikes, worshipping death and being extreme.“ Michael Moynihan, Didrik Søderlind: Lords of Chaos, First Edition, Feral House 1998, ISBN 0-922915-48-2, S. 39.
  30. ↑ Ultra Metal from Medellín – Rate Your Music
  31. ↑ On the Role of Clothing Styles In The Development of Metal – Part I – Metal Storm. Abgerufen am 16. September 2018. 
  32. ↑ Fenriz: DARKTHRONE BIOGRAPHY AND VIDEO CLIPS. 21. November 2009, archiviert vom Original (nicht mehr online verfügbar) am 26. November 2009; abgerufen am 21. Februar 2020 (englisch). 
  33. ↑ Jonathan Jancsary: Interview mit Fenriz von Darkthrone. 8. Dezember 2008, abgerufen am 28. Juni 2010. 
  34. ↑ Daniel Ekeroth: Swedish Death Metal. 2. Auflage. Bazillion Points, Brooklyn, New York 2009, S. 249 (englisch). 
  35. ↑ a b c Verschiedene Künstler: Nordic Metal – A Tribute to Euronymous. Necropolis Records, 1995. 
  36. ↑ Esa Lahdenperä: Abruptum. The Soundtrack From Hell! In: Kill Yourself!!! Magazine. Nr. 5, 1997, S. 3. 
  37. ↑ Robert Müller: Beherit. The Oath Of Black Blood. In: Metal Hammer. Nr. 1, Januar 1992, S. 56. 
  38. ↑ BLOODCOVERED - "An Anthem For The Brave Ones" Promo '93 (Greece). In: Slayer. Nr. 10, 1995, S. 62 (englisch). 
  39. ↑ a b c Vaso Prasa: Interviews: Kawir – Therthonax. metalzone.gr, 22. Februar 2008, archiviert vom Original (nicht mehr online verfügbar) am 21. März 2012; abgerufen am 26. Januar 2010 (englisch). 
  40. ↑ a b Mayhem: The Dawn of the Black Hearts. Warmaster Records, 1995. 
  41. ↑ a b Darkthrone - Interview mit Fenriz | Schwarze-News | Gothic News | Metal News | Schwarze Szene News. Archiviert vom Original (nicht mehr online verfügbar) am 24. Oktober 2009; abgerufen am 16. September 2018. 
  42. ↑ Alex „Mornox“ Donks: THORNS – Stigma Diabolicum. Diabolical Conquest, 15. Juni 2008, archiviert vom Original (nicht mehr online verfügbar) am 22. November 2010; abgerufen am 28. Juni 2010 (englisch). 
  43. ↑ David Rocher: Of the Lupine Lords That Lurk in the Shadows. Chronicles of Chaos, 13. Mai 2001, abgerufen am 28. Juni 2010 (englisch). 
  44. ↑ Bill Zebub: Darkthrone. The Grimoire of Exalted Deeds, archiviert vom Original (nicht mehr online verfügbar) am 1. April 2010; abgerufen am 28. Juni 2010 (englisch). 
  45. ↑ Benjamin Hedge Olson: I am the Black Wizards: Multiplicity, Mysticism and Identity in Black Metal Music and Culture (Memento vom 5. April 2021 im Internet Archive) (PDF) Bowling Green State University, Mai 2008
    1. ↑ S. 27. Zitat: „Euronymous, his band Mayhem and other key figures in the scene would transform Venom’s quasi-Satanic stage theatrics into a form of cultural expression unique from other forms of metal or Satanism. The early Nordic scene often suggested that they had no interest in making the world a better place or alleviating suffering; on the contrary, they asserted a desire to increase human suffering. Euronymous was the central figure involved in the formation of the Norwegian black metal scene. He established the look, sound and philosophy of the Norwegian scene and black metal as it exists today would not have existed without Euronymous.“
    2. ↑ a b c d S. 104.
    3. ↑ a b c d e f S. 106.
    4. ↑ a b c S. 101.
    5. ↑ a b S. 103.
    6. ↑ S. 102.
    7. ↑ S. 37f.
    8. ↑ S. 40ff.
    9. ↑ S. 99.
    10. ↑ S. 107.
    11. ↑ S. 112.
    12. ↑ S. 119.
    13. ↑ a b S. 123.
    14. ↑ S. II.
    15. ↑ S. 35.
    16. ↑ S. 125.
  46. ↑ a b c d Sascha „Sir Lord Doom“ Maurer: Interview mit Fenriz. metal-district.de, 29. Dezember 2008, archiviert vom Original (nicht mehr online verfügbar) am 25. Oktober 2012; abgerufen am 28. Juni 2010. 
  47. ↑ a b Varg Vikernes: A review of M. Moynihan & D. Søderlind’s „Lords Of Chaos: The Bloody Rise Of The Satanic Metal Underground“ (New Edition). 28. Juni 2004, abgerufen am 28. Januar 2010 (englisch). 
  48. ↑ Varg Vikernes: A Burzum Story: Part I – The Origin And Meaning. 2004, abgerufen am 14. Juni 2010 (englisch). 
  49. ↑ a b c „Ich mag dieses Gejammer überhaupt nicht. Früher war Black Metal kampfbereit; es hieß „wir gegen den Rest der Welt“. Jetzt wird rumgeweint. […] Depressive-Black-Metal ist nix als Emo-Scheiße. Schwule Emo-Scheiße, wenn man es auf Kvarforth (Shining-Mastermind – jj) bezieht. […] Der Death Metal hatte ebenfalls seine Extreme ausgereizt. Und plötzlich macht es „paff!“, und es kommen Bands, die wie alte Bathory klingen und es sogar ernst meinen. Das war quasi die letzte Revolution, die wir Älteren mitgemacht haben (lacht). […] Black Metal muss eine ganz bestimmte Atmosphäre vermitteln. Das schafft heutzutage kaum noch jemand. Platten aus anderen Genres, wie Primordials „The Gathering Wilderness“ und „Turn Loose The Swans“ von My Dying Bride, sind da doch um einiges intensiver und spürbarer.“ Jan Jaedike: Graupel: Schluckauf des Todes. In: Rock Hard, Nr. 285, Februar 2010, S. 55.
  50. ↑ CoC : Rant : Black Metal: A Brief Guide. Abgerufen am 16. September 2018. 
  51. ↑ a b Burzum.com: The Music of Burzum and the Writings of Varg Vikernes | Library : Interviews : Orcustus Zine. Abgerufen am 16. September 2018. 
  52. ↑ a b Bård „Faust“ Eithun: from Bad Faust Mag.
  53. ↑ a b Nathan T. Birk: OFERMOD (Memento vom 24. Oktober 2005 im Internet Archive).
  54. ↑ Markus Eck: Der feierliche Triumph des Hasses. 11. April 2000, abgerufen am 14. Juni 2010. 
  55. ↑ Andreas Wagenknecht: Das Böse mit Humor nehmen. In: Rolf F. Nohr, Herbert Schwaab (Hrsg.): Metal Matters. Heavy Metal als Kultur und Welt. Lit-Verlag, Münster 2011, ISBN 978-3-643-11086-2, S. 153–164, hier S. 155. 
  56. ↑ a b c d e Jonathan Horsley: Dayal Patterson, author of Black Metal: Evolution of the Cult give us his Top 10 BM albums. In: Decibel Magazine. 11. November 2013, abgerufen am 15. Januar 2023 (englisch). 
  57. ↑ Zigeunerjunge: Interview mit Fenriz (Memento vom 24. Oktober 2009 im Internet Archive).
  58. ↑ Daniel Barros: THE METAL OBSERVER – Review – IMMORTAL – Diabolical Fullmoon Mysticism. 18. September 2005, abgerufen am 14. Juni 2010. 
  59. ↑ Deadleft: Immortal # Diabolical Fullmoon Mysticism. 5. April 2004, archiviert vom Original (nicht mehr online verfügbar) am 20. November 2012; abgerufen am 14. Juni 2010. 
  60. ↑ John Serba: allmusic ((( Diabolical Full Moon Mysticism > Overview ))). Abgerufen am 14. Juni 2010 (englisch). 
  61. ↑ historie. Archiviert vom Original (nicht mehr online verfügbar) am 27. Januar 2010; abgerufen am 22. Januar 2010 (tschechisch). 
  62. ↑ Master’s Hammer Archives. Abgerufen am 22. Januar 2010 (englisch). 
  63. ↑ a b Biography Part One. „The First Era“ (Memento vom 5. Oktober 2003 im Internet Archive).
  64. ↑ a b c d e f Jason Arnopp: “WE ARE BUT SLAVES OF THE ONE WITH HORNS…”. In: Kerrang!, Nr. 436, 27. März 1993, S. 42–46.
  65. ↑ PROFANATICA (Memento vom 16. Juni 2013 im Internet Archive).
  66. ↑ salem biography. Abgerufen am 7. Januar 2010. 
  67. ↑ Kris Boehmunde: Det som engang var. In: A-Blaze. Nr. 2, 2007, S. 9. 
  68. ↑ a b Frank Albrecht: Kaffee, Geigen und Doofsäcke. In: Rock Hard, Nr. 71, April 1993, S. 20.
  69. ↑ Michael Moynihan, Didrik Søderlind: Lords of Chaos. Satanischer Metal: Der blutige Aufstieg aus dem Untergrund. Erweiterte und überarbeitete Ausgabe 2005. 6. Auflage. ProMedia GmbH, Zeltingen-Rachtig 2005, ISBN 3-936878-00-5, S. 90. 
  70. ↑ Christian Dornbusch, Hans-Peter Killguss: Unheilige Allianzen. Black Metal zwischen Satanismus, Heidentum und Neonazismus. Unrast Verlag, Münster 2005, ISBN 3-89771-817-0, S. 32. 
  71. ↑ Michael Moynihan, Didrik Søderlind: Lords of Chaos. Satanischer Metal: Der blutige Aufstieg aus dem Untergrund. Erweiterte und überarbeitete Ausgabe 2005. 6. Auflage. ProMedia GmbH, Zeltingen-Rachtig 2005, ISBN 3-936878-00-5, S. 121. 
  72. ↑ a b c Karl Milton Hartveit: Sounds of Death #4 1994 (Memento vom 10. August 2009 im Internet Archive).
  73. ↑ Björn Hallberg: Interview with Bjorn Hallberg Part I (March 1998).
  74. ↑ Robyn Doreian: Jailhouse Rock. In: Metal Hammer, Januar 1996.
  75. ↑ a b Anton Mercoll: INTERVIEW WITH BURZUM – SCREAM MAGAZINE #28.
  76. ↑ Varg Vikernes: A personal review of Gavin Baddeley’s book "Lucifer Rising: Sin, Devil Worship and Rock’n'Roll". 13. August 2004, abgerufen am 14. Mai 2010 (englisch). 
  77. ↑ Christian Dornbusch, Hans-Peter Killguss: Unheilige Allianzen. Black Metal zwischen Satanismus, Heidentum und Neonazismus. Unrast Verlag, Münster 2005, ISBN 3-89771-817-0, S. 47 f. 
  78. ↑ Christian Dornbusch, Hans-Peter Killguss: Unheilige Allianzen. Black Metal zwischen Satanismus, Heidentum und Neonazismus. Unrast Verlag, Münster 2005, ISBN 3-89771-817-0, S. 48. 
  79. ↑ J. Bennett: GRAVELAND interview for Decibel Magazine. In: Decibel Magazine. März 2006, archiviert vom Original (nicht mehr online verfügbar) am 29. September 2011; abgerufen am 28. November 2009 (englisch). 
  80. ↑ Biography 2001 (Memento vom 21. Juli 2011 im Internet Archive).
  81. ↑ a b János Stauderer: Capricornus (Memento vom 29. April 2010 im Internet Archive).
  82. ↑ Satyricon. In: Slayer. Nr. 10, 1995, S. 31 (englisch). 
  83. ↑ Marduk. In: Nordic Vision. Nr. 3, 1995 (englisch). 
  84. ↑ a b c d Letters/Reactions. In: Voices from the Darkside. Nr. 7, 1996, S. 16 f. (englisch). 
  85. ↑ Impiety. Black Metal Terrorists From The East. In: Tales of the Macabre. Nr. 5. 
  86. ↑ a b c d „From the earliest mainstream press coverage of Black Metal, journalists have worried over the alleged “fascism” espoused in the genre. In some respects this has probably been exaggerated in such articles, although there is no doubt that a figure like Varg Vikernes inspires obvious fears on the issue. His statements have been echoed by those of others. How prevalent are such beliefs, and how serious is the likelihood of the apocalyptic forces of Black Metal and the revolutionary right uniting on a common front? Tracing the exact entry of fascism in Black Metal is difficult. Many in the scene accuse Vikernes of adopting extreme right wing views opportunistically after he was tired of Satanism, or after the latter ideology had lost some of its shock value. Varg insists his racial/nationalist feelings have been present since childhood.“ Michael Moynihan, Didrik Søderlind: Lords of Chaos, First Edition, Feral House 1998, ISBN 0-922915-48-2, S. 303.
  87. ↑ Dimmu Borgir. In: Darkness. Nr. 1, August 1995, S. 17 ff. (englisch, photobucket.com [abgerufen am 20. September 2010]). 
  88. ↑ DIMMU BORGIR: Rassistische Mordfantasien von Shagrath? A-Blaze, 2. September 2010, archiviert vom Original (nicht mehr online verfügbar) am 9. Februar 2011; abgerufen am 20. September 2010. 
  89. ↑ „I am more or less satisfied with my personal status, but it seems, from my point of view, that Norway would gain with a strict and harder policy. I am thinking about getting a death penalty, the pathetic way we handle the immigration policy, etc. Whether for the better or the worse, we will never find out if we don’t try it.“ Stefania Renzetti: Dimmu Borgir. In: Savage Garden #2, März 1997, S. III.
  90. ↑ darkthrone...fenriz speaks. In: Descent. Nr. II, 1995: „Muslim whores the whole damned bunch. Infected by the jew-journalists and the socialists. It is not freedom of speech.“ 
  91. ↑ a b J. Bennett: NSBM Special Report. In: Decibel. Mai 2006, archiviert vom Original (nicht mehr online verfügbar) am 8. Februar 2008; abgerufen am 15. Januar 2023 (englisch). 
  92. ↑ Frank Albrecht: Schwachsinn hoch drei!. In: Rock Hard, Nr. 71, April 1993, S. 97.
  93. ↑ Holger Stratmann (Hrsg.): Rock Hard Mania: 20 Jahre Rock & Metal im Überblick. Das Beste aus den ersten 100 Hard Rock Heften im kommentierten Original-Nachdruck, ISBN 3-9805171-5-2.
  94. ↑ a b Burghardt: Samael „Eternal Black Trip“ (Memento vom 4. August 2016 im Internet Archive).
  95. ↑ Powaviolenza: Ved Buens Ende – interview with Carl-Michael Eide (guitars / vocals).
  96. ↑ Imhotep Zine #6, 1999/2000 (Memento vom 24. September 2011 im Internet Archive).
  97. ↑ The Grimoire Of Exalted Deeds #17 (Memento vom 2. Dezember 2011 im Internet Archive).
  98. ↑ Genius or Fucked In the Head? In: Davthvs. Nr. 1, Mai 1996, S. 7 (englisch). 
  99. ↑ Chris Campion: Chris Campion on metal’s maddest: Mayhem. 20. Februar 2005, abgerufen am 21. Januar 2010 (englisch). 
  100. ↑ Hubert Chapuis: flagMAYHEM – interview with Attila Csihar, December 2007. 2007, abgerufen am 21. Januar 2010 (englisch). 
  101. ↑ a b c Metalion: At Mercy with Mayhem. In: Verschiedene Künstler (Hrsg.): Originators of the Northern Darkness – A Tribute to Mayhem. Avantgarde Music, 2001 (englisch). 
  102. ↑ a b Bard “Faust” Eithun: Mayhem – the Ever So Strong Legend. In: Verschiedene Künstler (Hrsg.): Originators of the Northern Darkness – A Tribute to Mayhem. Avantgarde Music, 2001 (englisch). 
  103. ↑ a b „German black metal is usually associated with the tomfoolery of Nargaroth and countless NSBM clones, but Secrets of the Moon make one hell of an impression.“ Andrew Wilhelm: CRUSTCAKE INTERVIEWS: SECRETS OF THE MOON (Memento vom 26. Dezember 2010 im Internet Archive).
  104. ↑ a b symphonic and monumental black metal art! Emperor. In: Rites of Eleusis. Nr. 2, 1995, S. 46 f. (englisch). 
  105. ↑ Frank Stöver: E M P E R O R. In the nightside eclipse. In: Voices from the Darkside. Nr. 6, 1995, S. 68 (englisch). 
  106. ↑ Emperor “In the Nightside Eclipse”. In: Descent. Nr. II, 1995. 
  107. ↑ EMPEROR(nor) "In the Nightside Eclipse" CD '94. In: Petrified 'Zine. Unholy Black/Death Metal Fanzine. Nr. 3, 1994 (englisch): “Finally, a full-length CD by one of Norway's top Black Metal bands. This CD has been considered THE BEST Black Metal release of 1994. It consists of eight tracks- which can be described as total chaos and destruction. One thing is uncertain- will the band survive? Most members of this unholy band are either in jail (for various crimes), or will be in jail soon.” 
  108. ↑ Michael Moynihan, Didrik Søderlind: Lords of Chaos: The Bloody Rise of the Satanic Metal Underground. 1. Auflage. Feral House, 1998, ISBN 0-922915-48-2, S. 304–306 (englisch). 
  109. ↑ Wolf-Rüdiger Mühlmann: Burzum. Hvis Lyset Tar Oss. In: Rock Hard. Nr. 269, Oktober 2009, S. 97 (scribd.com [abgerufen am 15. Januar 2023]). 
  110. ↑ Charles Theel: Review – DARKTHRONE – Panzerfaust.
  111. ↑ Goat: Darkthrone – Panzerfaust.
  112. ↑ a b c d Wolf-Rüdiger Mühlmann: War Black Metal: Die Extremsten der Extremen. Was bleibt, ist Schutt und Asche. In: Rock Hard, Nr. 279, S. 71.
  113. ↑ Dan Zimmer: Interview with Hellhammer taken from Sounds Of Death Magazine (Memento vom 23. August 2007 im Internet Archive).
  114. ↑ Dmitry Basik: Interview with Hellhammer conducted by Dmitry Basik June 1998 (Memento vom 23. August 2007 im Internet Archive).
  115. ↑ Manuel Boss: @1@2Vorlage:Toter Link/www.archaic-magazine.comBlack Metal Cult since 1991! (Seite nicht mehr abrufbar, festgestellt im Februar 2012. Suche im Internet Archive).
  116. ↑ De Mysteriis Dom Euronymous. In: Slayer. Nr. 10, 1995, S. 14 (englisch): “Anyway, the first real chapter of Northern Black Metal is over and let's hope there will be no reforming of MAYHEM, that would not be right...........” 
  117. ↑ Slayer Magazine. In: Descent. Nr. II, 1995: „I agree with you.... The reforming of Mayhem is not good! Especially when they have a guitarist from Testimony, a band that Euronymous hated.... […] Personally I would feel a lot better if they used a name of a Mayhem song just to show the band has Mayhem members.... Something like “Deathcrush” or “Freezing Moon”.... But as they say - SHIT HAPPENS!“ 
  118. ↑ Esa Lahdenperä: Abruptum. The Soundtrack From Hell! In: Kill Yourself!!! Magazine. Nr. 5, 1997, S. 4: „I do not like the reforming of MAYHEM, the idea of MAYHEM without the actual MAYHEM is pathetic.“ 
  119. ↑ Esa Lahdenperä: Abruptum. The Soundtrack From Hell! In: Kill Yourself!!! Magazine. Nr. 5, 1997, S. 4: „I do not like the reforming of MAYHEM, the idea of MAYHEM without the actual MAYHEM is pathetic.“ 
  120. ↑ Esa Lahdenperä: Demonic. Hell awaits... In: Kill Yourself!!! Magazine. Nr. 5, 1997, S. 5: „The new MAYHEM is very interesting and I‘ m looking forward to their next recording (As we all - Esa).“ 
  121. ↑ Timo Sitomaniemi: Exclusively Satanic Music! Triumphator. In: Kill Yourself!!! Magazine. Nr. 5, 1997, S. 37: „Everyone who doesn‘ t like that they still are playing can fuck off!“ 
  122. ↑ Nifelheim. In: Tales of the Macabre. Nr. 6, S. 47 (englisch): “Old Mayhem rules, new Mayhem sucks! They are not the true Mayhem anymore.” 
  123. ↑ a b Dayal Patterson: Mayhem: Grand Declaration Of War (2018) album review. Black metal pioneers Mayhem bring their most contentious album back from the cold. In: Louder. 13. Dezember 2018, abgerufen am 15. Januar 2023 (englisch). 
  124. ↑ the new "MAYHEM". Grand declaration of war. In: Hellish Massacre. Nr. 2 (englisch). 
  125. ↑ a b Hendrik Möbus: National Socialist Black Metal (Memento vom 14. Dezember 2007 im Internet Archive).
  126. ↑ Terry Demeter: Ofermod. Breath of the Dragon. In: Unrestrained Magazine, Nr. 39, S. 74f.
  127. ↑ Ofermod: Mystérion Tés Anomias. Pounding Metal Productions, 1998. 
  128. ↑ a b The Holy Union of OFERMOD (Memento vom 5. März 2007 im Internet Archive).
  129. ↑ a b c Torsten: Nihil Nocturne (Ger) – Interview. 2004, ehemals im Original (nicht mehr online verfügbar); abgerufen am 30. November 2009.@1@2Vorlage:Toter Link/finalw.fi.funpic.de (Seite nicht mehr abrufbar. Suche im Internet Archive) 
  130. ↑ Johannes Paul Köhler: Der WÒD-VÁN aus Aachen. Archiviert vom Original (nicht mehr online verfügbar) am 30. Juni 2007; abgerufen am 30. November 2009. 
  131. ↑ AVERSE SEFIRA's Wrath Sathariel Diabolus on Immortal’s 'Pure Holocaust'. Archiviert vom Original (nicht mehr online verfügbar) am 17. November 2010; abgerufen am 26. Mai 2011 (englisch). 
  132. ↑ Nicholas Goodrick-Clarke: Black Sun. Aryan Cults, Esoteric Nazism and the Politics of Identity. New York, London: New York University Press 2002, S. 209f.
  133. ↑ Zach Dundas: The Notorious Michael Moynihan (Memento vom 27. Oktober 2005 im Internet Archive).
  134. ↑ Bruno Zamora: Judas Iscariot interview @ Tartareandesire.com. Archiviert vom Original (nicht mehr online verfügbar) am 7. März 2016; abgerufen am 29. April 2010 (englisch). 
  135. ↑ a b Aaron Patrick Mulvany: “REAWAKENING PRIDE ONCE LOST”: INDIGENEITY AND EUROPEAN FOLK METAL. Wesleyan University, Middletown, Connecticut, Mai 2000, S. 17f.
  136. ↑ „To be honest, I haven't seen anything anywhere that can compete with our scene in Sweden. Especially not in the USA! I spit scornfully at their feeble attempts of being 'innovative' and taking Black Metal into the living rooms of normal citizens. Fuck you!“ WATAIN. Black Metal Militia. In: Slayer, Nr. 20, Blood Fire Death, 2010, S. 9.
  137. ↑ drengskap: Wolves in the Throne Room Interview; If this Dark Age Conquers, We will Leave this Echo (Memento vom 7. Oktober 2012 im Internet Archive).
  138. ↑ a b TRACKS Bonus: Blackmetal 2.0 (Memento vom 4. Februar 2014 im Internet Archive).
  139. ↑ Albumcover 2013. Visions, abgerufen am 5. Mai 2014. 
  140. ↑ Brandon Stosuy: Show No Mercy. Pitchfork Media, 6. August 2008, abgerufen am 3. Oktober 2012.
  141. ↑ Heiko Behr: Black Metal: Da kreischt die Avantgarde. In: Die Zeit, 9. Dezember 2011, abgerufen am 3. Oktober 2012.
  142. ↑ Ben Ratliff: Thank You, Professor, That Was Putrid. In: The New York Times, 4. Dezember 2009, abgerufen am 3. Oktober 2012.
  143. ↑ Jon Caramanica: If You Celebrate Nihilism, Is It Somethingism?. In: The New York Times, 5. Juni 2011, abgerufen am 3. Oktober 2012.
  144. ↑ Brad Sanders: Untrue And International: Living In A Post Black Metal World. The Quietus, abgerufen am 19. Mai 2014. 
  145. ↑ a b c Schwermetall.ch: Dunkle Verse: Ein Dossier über die lyrischen Themen im Black Metal. Abgerufen am 6. März 2026. 
  146. ↑ a b c Arthur, Krasniy: Interview with WATAIN. Archiviert vom Original (nicht mehr online verfügbar) am 31. Dezember 2007; abgerufen am 1. Juli 2010 (englisch). 
  147. ↑ a b Stewart Voegtlin: Interview: Ofermod. 14. November 2008, abgerufen am 5. Februar 2010 (englisch). 
  148. ↑ a b c d „Einige versuchen auf Teufel komm raus innovativ oder originell zu scheinen, anstelle einfach nur ehrlich zu sein. Hätten diese Truppen genug Feingefühl, das „black“ aus ihren Genre-Bezeichnungen zu streichen, so würde mich das kalt lassen. Nimm nur mal all die NSBMler, die das dritte Reich lobpreisen und vergessen zu haben scheinen, dass Hitler selbst in „Mein Kampf“ schreibt, die arische Rasse sei vom christlichen Gott vor allen anderen Rassen auserwählt. Wie kann man diese Aussage über Gottes Soldaten nur mit einem satanischen Glauben in Verbindung bringen? In meinen Augen steht der Begriff „NSBM“ für nichts anderes als „Non-Satanic-Black-Metal“ (Nicht-Satanischer-Black-Metal). Die gesamte Musik sollte sich aus den satanistischen Überzeugungen der Bandmitglieder formen, nicht aus einer Bäume umarmenden Hippie-Ideologie.“ Professor Depressor: NSBM = Non Satanic Black Metal. In: A-Blaze, Nr. 4, S. 64.
  149. ↑ a b Misantropiska Lucifer Orden.
  150. ↑ a b Esa Lahdenpera: Mayhem. Northern Black Metal Legends. In: Kill Yourself!!! Magazine. Nr. 4, 1995, S. 43 (Mayhem (Memento vom 7. Februar 2012 im Internet Archive) [abgerufen am 24. Januar 2013]). 
  151. ↑ Håvard Ellefsen: Beherit. In: Z.A.S.T., Nr. 2.
  152. ↑ The Unsane: Beherit. In: Master of Brutality, Nr. 5, Januar 1994.
  153. ↑ Beherit. In: Sepulchural Noise, Nr. 5, März 1991.
  154. ↑ Richard Klasen: @1@2Vorlage:Toter Link/www.legacy.deBEHERIT. Nachtbus nach Chiang Mai. (Seite nicht mehr abrufbar, festgestellt im Juni 2013. Suche im Internet Archive) In: Legacy, Nr. 61.
  155. ↑ Anastasiya: DISSECTION. Interview with Jon Nödtveidt.
  156. ↑ a b c Stahlschrulle: Ofermod – Interview. 31. Oktober 2008, abgerufen am 5. Februar 2010. 
  157. ↑ Order of the Nine Angles (Hrsg.): NAOS. A Practical Guide to Modern Magick. Skull Press, 1999, S. 74 (the-serpent.pl [PDF]). 
  158. ↑ The Ajna Offensive. Abgerufen am 7. Januar 2010. 
  159. ↑ Nuclear Winter Records. Archiviert vom Original (nicht mehr online verfügbar) am 8. Juni 2010; abgerufen am 7. Januar 2010. 
  160. ↑ Debemur Morti Productions. Archiviert vom Original (nicht mehr online verfügbar) am 12. Februar 2010; abgerufen am 7. Januar 2010. 
  161. ↑ a b Maxtician: AOSOTH. 2009, archiviert vom Original (nicht mehr online verfügbar) am 3. Februar 2014; abgerufen am 5. Februar 2010 (französisch). 
  162. ↑ a b Absolute Zero Media: Absolute Zero Media 2010: Aosoth Interview is up 1/6/2010. 6. Januar 2010, archiviert vom Original (nicht mehr online verfügbar) am 1. März 2014; abgerufen am 5. Februar 2010 (englisch). 
  163. ↑ Pål Aasdal, Martin Ledang: Once Upon a Time in Norway, 2007.
  164. ↑ Jason Forster: Commodified Evil’s Wayward Children: Black Metal and Death Metal as Purveyors of an Alternative Form of Modern Escapism (PDF; 1,1 MB). University of Canterbury 2006, S. 63.
  165. ↑ a b Kari Laakso: The True Mayhem. (Memento vom 22. Mai 2011 im Internet Archive) In: Isten, Nr. 6, S. 9ff.
  166. ↑ a b interview with euronymous 1992.
  167. ↑ Sebastian Berndt: Gott haßt die Jünger der Lüge. Ein Versuch über Metal und Christentum: Metal als gesellschaftliches Zeitphänomen mit ethischen und religiösen Implikationen. tredition, Hamburg 2012, ISBN 978-3-8472-7090-4, 8.3.1.4. Folgerungen, S. 200 f. 
  168. ↑ Janet Silk: Open a Vein: Suicidal Black Metal and Enlightenment. In: Amelia Ishmael, Zareen Price, Aspasia Stephanou, Ben Woodard (Hrsg.): Helvete. A Journal of Black Metal Theory. Punctum Books, New York City 2013, S. 5 bis 20, hier S. 5. 
  169. ↑ Daniel Ekeroth: Swedish Death Metal. 2. Auflage. Bazillion Points, Brooklyn, New York 2009, S. 253 (englisch): “With Marduk it was all or nothing. We wanted to be the most extreme in every way, both with our music and our image. We did everything—wore corpse paint, cut ourselves badly, and drank pig’s blood. Everything we did was more violent than any band in Sweden at that time.” 
  170. ↑ Marius Mutz: Marduk - Heaven Shall Burn... When We Are Gathered. In: Metal1.info. 6. April 2013, abgerufen am 13. Januar 2023. 
  171. ↑ Esa Lahdenpera: Far beyond the grace of God! Marduk. In: Kill Yourself!!! Magazine. Nr. 5, 1997, S. 22. 
  172. ↑ Mayhem. In: Orcustus. Nr. 2, 1992, S. 38 (englisch). 
  173. ↑ Esa Lahdenperä: Abruptum. The Soundtrack From Hell! In: Kill Yourself!!! Magazine. Nr. 5, 1997, S. 3. 
  174. ↑ Niklas Göransson: Svartsyn. In: Bardo Methodology. 31. Mai 2017, abgerufen am 13. Januar 2023 (englisch): „We were very tight-knit and lived out everything we wrote music about. I remember my eighteenth birthday party; a pretty macabre event with a lot of blood since, as per usual, it ended up with everyone cutting themselves.“ 
  175. ↑ CUT YOUR FLESH IN SATAN'S NAME. Watain, archiviert vom Original (nicht mehr online verfügbar) am 10. Februar 2004; abgerufen am 13. Januar 2023 (englisch): „Band and allies in the streams of inferno.
    BLEED FOR THE LORD, LET HIM BREATH THROUGH YOU.“
     
  176. ↑ Antaeus: Cut Your Flesh and Worship Satan. Baphomet Records, 2000. 
  177. ↑ frostkamp: Ruins Of Beverast Interview.
  178. ↑ Edoardo Baldini: Shining.
  179. ↑ Roel de Haan: Shining.
  180. ↑ INTERVIEW: Shining (25.04.07) (Memento vom 1. November 2012 im Internet Archive).
  181. ↑ BLACK TERROR – October 2005.
  182. ↑ a b Travis Jeppesen: Fuck the 90’s. Darkthrone speaks (Memento vom 2. Dezember 2011 im Internet Archive).
  183. ↑ Rezension zu Tiamtü von Ofermod bei Imhotep
  184. ↑ DÖDEN: DOOMS DAY METAL (Memento vom 27. Oktober 2006 im Internet Archive).
  185. ↑ Nathan T. Birk: Ofermod. Never Stop the Madness (Memento vom 24. Oktober 2005 im Internet Archive).
  186. ↑ Jan Jaedike: Papa ist peinlich. In: Rock Hard. Nr. 271, Dezember 2009, S. 39. 
  187. ↑ „It reads “this vision should not be seen as a part of the upcoming Viking trend.” The song tells of the coming of Ragnarok – the release of Fenrir, the launching of Naglfar, the cleansing fires of Surt – but here Ragnarok is used as nothing but interesting thematic material. The remainder of the album is distinctly luciferian […]. In fact, the final words of the liner notes again mirror words by Vikernes quoted in the last chapter: “the music of Abigor is a weapon and shall haunt all those who try to discover something beautiful in it…And the dark spirit of Euronymous still guards all black ways.”“ Aaron Patrick Mulvany: “REAWAKENING PRIDE ONCE LOST”: INDIGENEITY AND EUROPEAN FOLK METAL. Wesleyan University, Middletown, Connecticut, Mai 2000, S. 32f.
  188. ↑ Darkmoon-Zine 08: Interview with Shining (Swe). Archiviert vom Original (nicht mehr online verfügbar) am 10. Mai 2008; abgerufen am 26. Oktober 2010: „Then if clowns want to run around in the forest worshipping all o'mighty thor, that’s their problem and I can but laugh at these primitive lowlifes.“ 
  189. ↑ „Everything is wrong with it, how can there be such thing as Pagan Black Metal? There’s nothing pagan about Black Metal, heretic maybe, but not pagan. Either it’s Pagan Metal or Black Metal, you can’t mix these two. Satan is not pagan, Wotan and Sventevith are not satanic.“ Warloghe. In: Northern Heritage, Nr. 1.
  190. ↑ a b Aaron Patrick Mulvany: “REAWAKENING PRIDE ONCE LOST”: INDIGENEITY AND EUROPEAN FOLK METAL. Wesleyan University, Middletown, Connecticut, Mai 2000, S. IV.
  191. ↑ a b c Dark Moon 'zine #8 (Memento vom 10. Mai 2008 im Internet Archive).
  192. ↑ Die Ideologie des Black-Metal
  193. ↑ Sonderkrig: GORGOROTH (Memento vom 22. Juni 2013 im Internet Archive).
  194. ↑ Martin Langebach: Die Black-Metal-Szene, S. 71.
  195. ↑ Interview with Count. In: Putrefaction #7. Abgerufen am 16. November 2009 (englisch). 
  196. ↑ From the Dark Past: An Interview with Archgoat. In: Seelenfeuer BM Online Magazin. 21. Juni 2021, abgerufen am 15. Januar 2023 (englisch): „This was the start of the sandboxing of Black Metal because suddenly everyone sounded the same, and even the old bands like Archgoat, Beherit, Blasphemy, Sarcofago were suddenly lumped in with the newly invented “standards of Black Metal” and defined as something other than Black Metal. This environment was something that we decided to depart from.“ 
  197. ↑ Gunnar Sauermann: Extremer Drehmoment. In: Metal Hammer. Dezember 2009, S. 86 f. 
  198. ↑ Varg Vikernes: A Burzum Story: Part X – The White God. 14. November 2009, abgerufen am 19. November 2009 (englisch). 
  199. ↑ Bruno Zamora: Judas Iscariot interview @ Tartareandesire.com. Archiviert vom Original (nicht mehr online verfügbar) am 7. März 2016; abgerufen am 22. Januar 2009 (englisch). 
  200. ↑ Justin Davisson: Extreme Politics and Extreme Metal: Strange Bedfellows or Fellow Travelers? (Memento vom 19. Oktober 2013 im Internet Archive) (PDF; 139 kB), S. 4.
  201. ↑ Timo Sitomaniemi: Exclusively Satanic Music! Triumphator. In: Kill Yourself!!! Magazine. Nr. 5, 1997, S. 36. 
  202. ↑ Wolf-Rüdiger Mühlmann: UNDER THE SIGN OF THE BLACK MARK. Die zweite Generation des Black Metal. In: Rock Hard. Nr. 269, Oktober 2009, S. 81 f. (scribd.com [abgerufen am 9. Februar 2023]). 
  203. ↑ Daniel Ekeroth: Swedish Death Metal. 2. Auflage. Bazillion Points, Brooklyn, New York 2009, S. 255 (englisch). 
  204. ↑ Andrea Biagi: Biography Part One. "The First Era". Dissection, archiviert vom Original (nicht mehr online verfügbar) am 5. Oktober 2003; abgerufen am 15. Januar 2023 (englisch): „"The Somberlain", presenting a new brand of sinister, majestic, satanic Metal of Death, crossing the prevalent barriers of Heavy, Black and Death Metal.“ 
  205. ↑ Wolf-Rüdiger Mühlmann: Tod einer Propaganda-Maschine. In: Rock Hard. Nr. 234, November 2006, S. 37 (scribd.com [abgerufen am 15. Januar 2023]). 
  206. ↑ Leif Jensen: DISSECTION. Storm of the light's bane. In: Voices from the Darkside. Nr. 8, 1996 (englisch). 
  207. ↑ Daniel Ekeroth: Swedish Death Metal. 2. Auflage. Bazillion Points, Brooklyn, New York 2009, S. 252 (englisch). 
  208. ↑ The trumpets of Armageddon. Watain, archiviert vom Original (nicht mehr online verfügbar) am 14. Dezember 2004; abgerufen am 15. Januar 2023 (englisch). 
  209. ↑ Darren Cowan: MARDUK. Interview with guitarist Morgan Håkansson. In: Metal Centre Webzine. Dezember 2009, abgerufen am 15. Januar 2023 (englisch): „Belfagor is responsible for an old Swedish band called NEFANDUS. He also has a band called OFERMOD. Check them out. They released a really good album around a year ago. They started out as a raw black metal band, but now include some death metal, like a bit of MORBID ANGEL. Its a good band of black and death metal with good lyrics.“ 
  210. ↑ Mark Hensch: Ofermod - Tiamatu Review. In: Thrashpit.com. Abgerufen am 15. Januar 2023 (englisch). 
  211. ↑ Dean Brown: Behemoth: The Satanist. In: PopMatters. 4. Februar 2014, abgerufen am 15. Januar 2023 (englisch): „For a band perched at the precipice of total metal domination, The Satanist is also an extremely uncompromising and uncommercial album that sees Behemoth draw heavily from the black metal side of their sound while maintaining the imperial death metal that began to take shape around the time of 1999’s Satanica.“ 
  212. ↑ Grayson Haver Currin: Behemoth: The Satanist. In: Pitchfork. 26. Februar 2014, abgerufen am 15. Januar 2023 (englisch): „The Satanist is Behemoth’s 10th album, and in many ways, it reflects a synthesis of their stepwise, two-decade journey between atavistic black metal, expert death metal and a mid-career hybrid of the two.“ 
  213. ↑ Kez Whelan: Behemoth 'The Satanist' Stream And Album Review. In: Terrorizer. 4. Februar 2014, abgerufen am 15. Januar 2023 (englisch): „Because Behemoth have largely ditched death metal for an epic, anthemic and majestic vein of black metal that is simultaneously accessible, memorable, deeply personal – and evil as hell.“ 
  214. ↑ Vera: Behemoth - The Satanist. In: Lords of Metal. Archiviert vom Original (nicht mehr online verfügbar) am 5. Januar 2015; abgerufen am 15. Januar 2023 (englisch): „Blackened death metal remains the manual, but it digs deeper than ever. In that respect we think of the classical heavy metal guitar soloing which has found its way to several songs. All these elements have been the recipe of Behemoth for quite some time, yet they always amaze us with their (r)evolutionary music.“ 
  215. ↑ a b c d Insulter: Conqueror/Black Witchery Pic LP and Faustcoven DLPs Out Now. Nuclear War Now! Productions, 30. März 2010, abgerufen am 15. Januar 2023 (englisch). 
  216. ↑ a b c Sergio: Archgoat Interview. In: Blessed Altar Zine. 9. August 2018, abgerufen am 15. Januar 2023 (englisch): „I really hate when people attach this label “War Metal” to us because first of all we started when there was no such thing as “War Metal” and secondly we have never been about anything but openly Satanic and Blasphemous so just because we happen to have few fast songs we are labelled as band about extension of failed/successful politics??? No thank you, we are a very serious Black Metal band and so it has been, is and shall always be. To be blunt I would say that whoever categories Archgoat to that moniker does not really have a clue about who we are and what we stand for.“ 
  217. ↑ a b Insulter: Black Witchery “Desecration of the Holy Kingdom” MC + Patch Out Now. Nuclear War Now! Productions, 7. September 2012, abgerufen am 15. Januar 2023 (englisch). 
  218. ↑ J. Campbell: Varathron “Genesis of the Unaltered Evil” DLP/Triple LP and TS Out Now. Nuclear War Now! Productions, 30. Januar 2012, abgerufen am 10. Oktober 2012 (englisch). 
  219. ↑ Hellenic Metal. Archiviert vom Original (nicht mehr online verfügbar) am 4. Februar 2010; abgerufen am 15. Februar 2010 (englisch). 
  220. ↑ tajam: History of Doom. Tajam, archiviert vom Original (nicht mehr online verfügbar) am 11. März 2014; abgerufen am 3. Juli 2017. 
  221. ↑ drengskap: Nekrasov Interview; Ashes of the Lords in my Hands.
  222. ↑ Sage: Nekrasov – Into the No-mans-sphere of Ancient Days.
  223. ↑ Sage: Nekrasov – The Form of Thought from Beast.
  224. ↑ a b Fafnir: DARK FORTRESS (V. SANTURA) Interview vom 06.02.2006. 6. Februar 2006, abgerufen am 12. Februar 2010. 
  225. ↑ Vargtid: Dark Fortress – Ein Blick in den Spiegel, den man so schnell nicht vergisst. 29. Februar 2008, abgerufen am 15. Februar 2010. 
  226. ↑ Die unleserlichsten Black und death Metal-Logos - Metal Hammer
  227. ↑ TAZ: Herr der Kringel
  228. ↑ Aaron Thiesen: Böse und ungemütlich: Warum kann man Black-Metal-Logos nicht entziffern? arte TRACKS, 20. Oktober 2025, abgerufen am 20. Februar 2026 (deutsch, englisch). 
  229. ↑ Michael Moynihan, Didrik Søderlind: Lords of Chaos: Der blutige Aufstieg aus dem Untergrund. Prophecy Publishing, 2002, ISBN 3-936878-00-5, S. 373.
  230. ↑ Bruder Clé: Mythen, Mord & Metal. In: Ablaze. Nr. 6 (September/Oktober), 1995, S. 13. 
  231. ↑ Kory Grow: GORGOROTH. Why the most dangerous true Norwegian black-metal band of the decade turned on itself (Memento vom 18. März 2009 im Internet Archive).



🔮 Noir24 Archiv-Hinweis

Dieser Eintrag basiert auf dem Artikel Black Metal aus der freien Enzyklopädie Wikipedia. Der Text steht unter der Lizenz Creative Commons Attribution-ShareAlike 4.0 International und ist frei verfügbar.

Sechshundertsechsundsechzig

Noir24admin Satanismus 21. Juni 2026
Sechshundertsechsundsechzig
666
Darstellung
Römisch 000666DCLXVI
Dual 10 1001 1010
Oktal 1232
Duodezimal 476
Hexadezimal 29A
Mathematische Eigenschaften
Vorzeichen positiv
Parität gerade
Faktorisierung 2 ⋅ 3 2 ⋅ 37 {\displaystyle 2\cdot 3^{2}\cdot 37} {\displaystyle 2\cdot 3^{2}\cdot 37}
Teiler 1, 2, 3, 6, 9, 18, 37, 74, 111, 222, 333, 666

Sechshundertsechsundsechzig (666) ist die natürliche Zahl zwischen 665 und 667. Sie ist gerade. Besondere Bedeutung hat sie durch ihre Erwähnung in der Offenbarung des Johannes. Im Rahmen des Okkultismus und der Zahlenmystik wird ihr eine besondere Bedeutung zugeschrieben. Sie wird auch als Zahl des Tieres oder Zahl des Antichristen bezeichnet.

Mathematik

Dreieckszahlen

666 ist die Summe der ersten sechsunddreißig natürlichen Zahlen, was es zu einer Dreieckszahl macht: ∑ i = 1 36 i = 1 + 2 + 3 + ⋯ + 34 + 35 + 36 = 666 {\displaystyle \sum _{i=1}^{36}i=1+2+3+\cdots +34+35+36=666} {\displaystyle \sum _{i=1}^{36}i=1+2+3+\cdots +34+35+36=666}.

Tatsächlich ist 666 die größte Dreieckszahl, die gleichzeitig eine Schnapszahl ist. Da 36 ebenfalls eine Dreieckszahl ist, ist 666 eine doppelte Dreieckszahl. Außerdem ist 666 die Summe der Quadrate zweier aufeinanderfolgender Dreieckszahlen ( 15 2 + 21 2 ) {\displaystyle (15^{2}+21^{2})} {\displaystyle (15^{2}+21^{2})}.

Primzahlen

Primzahlen und insbesondere die Zahl Sieben spielen in der Zahlenmystik eine wichtige Rolle. Bildet man die Summe der Quadrate der ersten sieben Primzahlen ( 2 , 3 , 5 , 7 , 11 , 13 , 17 ) {\displaystyle (2,3,5,7,11,13,17)} {\displaystyle (2,3,5,7,11,13,17)}, erhält man 4 + 9 + 25 + 49 + 121 + 169 + 289 = 666 {\displaystyle 4+9+25+49+121+169+289=666} {\displaystyle 4+9+25+49+121+169+289=666}. Eine besondere Primzahl mit Bezug zur 666 ist Belphegors Primzahl mit der Nummer 1 000 000 000 000 066 600 000 000 000 001. Belphegors Primzahl ist ein Primzahlpalindrom, also eine Primzahl, deren Ziffern von vorn und von hinten gelesen die gleiche Zahl ergeben.[1] In der Mitte der Zahl steht die 666.

Kreiszahl

Die Summe der ersten 144 ( = ( 6 + 6 ) 2 ) {\displaystyle 144(=(6+6)^{2})} {\displaystyle 144(=(6+6)^{2})} Dezimalziffern der Kreiszahl Pi beträgt 666.[2]

Darstellung als römische Zahl

Bei der Darstellung in römischen Zahlen als 000666DCLXVI wird jeder Zahlenwert unter 1000 genau einmal verwendet, und zwar in absteigender Reihenfolge (D = 500, C = 100, L = 50, X = 10, V = 5, I = 1).

Magische Quadrate

Zudem lässt sich ein Magisches Quadrat der Kantenlänge 6 konstruieren, bei dem die Summe aller eingetragenen Zahlen 666 beträgt; die Summe in jeder Zeile oder Spalte ist daher 111.

Es gibt ein magisches Quadrat der Kantenlänge 6, in dem alle auftretenden Zahlen Primzahlen sind, die Summe in jeder Zeile, in jeder Spalte und in den beiden Diagonalen jeweils 666 ist.[3]

Mythologie und Religion

Biblischer Ursprung

Die Zahl findet sich mit spezifischer Bedeutung in der Bibel in der Offenbarung des Johannes (13,18 ELB) im Neuen Testament. Dort heißt es im griechischen Original in der Ausgabe von Nestle-Aland (27. Aufl.):

«Ὧδε ἡ σοφία ἐστίν· ὁ ἔχων νοῦν ψηφισάτω τὸν ἀριθμὸν τοῦ θηρίου· ἀριθμὸς γὰρ ἀνθρώπου ἐστί· καὶ ὁ ἀριθμὸς αὐτοῦ ἑξακόσιοι ἑξήκοντα ἕξ.»

„Hier ist die Weisheit. Wer Verständnis hat, berechne die Zahl des Tieres; denn es ist eines Menschen Zahl; und seine Zahl ist sechshundertsechsundsechzig.“[4]

Das „Tier“ wird nach verbreitetem Textverständnis mit dem Antichrist identifiziert, der in den Johannesbriefen erwähnt wird.[5]

Die Zahl 666 erscheint mit numerischer Bedeutung im Alten Testament im 1. Buch der Könige (1 Kön 10,14 Lut) und parallel im 2. Buch der Chronik (2 Chr 9,13 Lut), wo es sich um eine Gewichtsangabe in Zentnern handelt. Im Buch Esra (Esr 2,13 Lut) wird die Anzahl der Söhne Adonikams (666) genannt.

Alternative Lesarten

Fragment des Papyrus P {\displaystyle {\mathfrak {P}}} {\displaystyle {\mathfrak {P}}}115 mit ΧΙϚ (616) als Zahl des Tieres

Die für die neutestamentliche Wissenschaft heute maßgeblichen kritischen Textausgaben (der Nestle-Aland bzw. das Greek New Testament) halten die Lesart 666 für die ursprüngliche Lesart der Stelle. Dabei stützen sie sich auf die beiden wichtigsten antiken Textzeugen der Bibel, den Codex Sinaiticus (4. Jahrhundert) und den Codex Alexandrinus (5. Jahrhundert), die wie die Mehrzahl der späteren Textzeugen die 666 überliefern. Schon in P {\displaystyle {\mathfrak {P}}} {\displaystyle {\mathfrak {P}}}47 (Chester Beatty III), einem Papyrusfragment aus dem 3. Jahrhundert, ist 666 überliefert, geschrieben in den griechischen Zahlbuchstaben ΧΞϚ (Chi, Xi, Stigma).

Hingegen wusste der Kirchenvater Irenäus von Lyon, dass in einigen Handschriften statt der 666 die 616 zu lesen ist, hielt diese Zahl allerdings für einen Abschreibfehler.[6] Jedoch hatte der Bischof Tyconius (4. Jahrhundert), einer der wenigen altkirchlichen Ausleger der Offenbarung, keine Schwierigkeiten, die 616 als Zahl des Antichristen zu deuten.[7]

In der Tat finden sich zwei bis heute erhaltene Belege für die Lesart 616: einmal in dem auf das Jahr 300 datierten Papyrus P {\displaystyle {\mathfrak {P}}} {\displaystyle {\mathfrak {P}}}115 (POxy. 4499), geschrieben ΧΙϚ (Chi, Iota, Stigma),[8] sowie im Codex Ephraemi Rescriptus, einem Palimpsest aus dem 5. Jahrhundert.

Die nach ihrem Textwert nicht zu vernachlässigende Minuskel 2344 aus dem 11. Jahrhundert bietet die Lesart 665 (in Worten ausgeschrieben).

Deutungen

Wie auch in verwandter apokalyptischer Literatur sind Namen, Orte und Zeitabschnitte in der Offenbarung des Johannes oft chiffriert. So steht „Babylon“ (17,5 Lut) nach Meinung der meisten Exegeten für Rom bzw. das römische Reich. Die Zahl 666 stellt die verschlüsselte Form eines Namens („die Zahl eines Menschennamens“, 13,17 Lut) dar. Dies beruht darauf, dass in historischer Zeit Zahlen mit denselben Zeichen wie Buchstaben geschrieben wurden, wie man es von den römischen, hebräischen und griechischen Zahlen her kennt. Die Zahlenwerte der Buchstaben eines Wortes lassen sich addieren. Diese Summe wurde zu ihrer Auslegung gematrischen Berechnungen unterworfen und in andere Wörter umgeformt. Da allerdings die unterschiedlichsten Ausgangswörter ein und denselben Summenwert ergeben können, ist die „Dechiffrierung“ stets mehrdeutig und ohne zusätzliche Hinweise durch den Verfasser mehr oder weniger beliebig und zufällig.

Dementsprechend ist der weitere Kontext der oben genannten Vorkommen der Zahl 666 im Alten Testament herangezogen worden, um aus der Schilderung des salomonischen Reichtums (1. Kön 10,14 Lut; 2. Chr 9,13 Lut) über die nachfolgend dargestellten nicht erlaubten Ehen („Hurerei“) Salomos und die Anbetung fremder Götter („Götzendienst“) zur Deutung zu kommen, dass die Zahl ein pervertiertes Königtum symbolisieren könne.[9]

Alte Kirche

Eine Seite aus Athanasius Kirchers Oedipus Aegyptiacus mit Ableitung der Zahl des Tiers aus verschiedenen Namen: Lateinos, Teitan, Lampetis, Antemos.

Irenäus von Lyon (2. Jh. n. Chr.) gibt eine umständliche allegorisierende Ausdeutung der Zahl 666.[10] Er verwirft alle Berechnungen eines bestimmten Namens. Gleichwohl nennt er als rechnerisch mögliche Lösungen des Rätsels die drei (vermutlich von ihm vorgefundenen) Namen Euanthes, Lateinos und Teitan.[11][12] Seine eigene Position ist die, die Identifikation mit konkreten Namen nicht im Voraus zu wagen:

„Sicherer und gefahrloser ist es also, die Erfüllung dieser Prophetie abzuwarten, als allerlei Namen zu vermuten und zu weissagen. Gibt es doch viele Namen der genannten Zahl, und somit kommt die Sache nicht weiter. Denn wenn es viele Namen gibt, welche diese Zahl aufweisen, dann bleibt immer die Frage offen, welchen von diesen er führen wird.“ (Irenäus von Lyon: Gegen die Häresien. V, 30, 3.)

Andreas von Caesarea (* 563; † 637) listet in seinem wichtigen Kommentar zur Offenbarung als Deutung der Zahl 666 eine Reihe von Eigennamen. Neu sind bei ihm Λαμπέτης („Lampetes“) und Βενέδικτος („Benedikt“). Weiter nennt er vermeintliche Attribute des Antichrists (κακὸς ὁδηγός: „böser Führer“, παλαιβάσκανος: „alter Missgünstling“, ἀληθὴς βλαβερός: „wahrer Schaden“, ἄμνος ἄδικος: „ungerechtes Lamm“).[13]

Mittelalter

In seiner Bulle Quia maior, mit der er 1213 zum Fünften Kreuzzug aufrief, wandte Papst Innozenz III. die Zahl auf Mohammed, den Propheten des Islam, an: Seit der Hidschra im Jahre 622 seien schon fast 600 Jahre vergangen, sodass nur noch wenige Jahrzehnte bis zum Ende dieses „Tiers“ fehlten.[14]

Einige mittelalterliche Exegeten ordneten die Zahl in antipapistischer Polemik dem Papst zu, und zwar entweder einem bestimmten Amtsträger oder generell dem Oberhaupt der römischen Kirche.

So deutet in der Folge des wirkungsreichen Apokalypsekommentars Joachims von Fiore der Franziskaner Ubertino da Casale († nach 1328) die Zahl 666 auf den zeitgenössischen Papst Benedikt XI. (Βενεδίκτος).[15]

Auf das Amt als solches geht die Identifikation mit vorgeblichen lateinischen Papsttiteln:

So sollte auf der Tiara des Papstes geschrieben stehen: VICARIVS FILII DEI (Statthalter des Sohnes Gottes), woraus sich in chronographischer Zählweise die Summe 666 ergäbe. Diese Bezeichnung kommt jedoch nur sehr selten vor, als Variation der gebräuchlicheren Prägung Vicarius Christi (Statthalter Christi). Dies war ein gewöhnlicher Titel für alle Bischöfe, erst seit dem 12. Jahrhundert verstärkt ein Titel des Papstes. Auf den erhaltenen alten Tiaren findet sich diese Inschrift nicht.

Auf dasselbe Ergebnis kommt man in chronographischer Zählweise bei der Wortfolge REX SACERDOS LATINVS (Lateinischer König und Priester). Dies wurde überhaupt nicht als päpstlicher Titel geführt.

Reformationszeit

Martin Luther deutet die beiden Tiere in Offb 13 EU auf das Papsttum und das Kaisertum, die miteinander im Bunde stehen. Die Zahl 666 aus Offb 13,18 Lut deutet er in einer Randbemerkung seiner Bibelausgabe von 1545 auf die Dauer der weltlichen Papstherrschaft.[16] Überliefert in einer Glosse, kennt Luther auch die Deutung רומיית (ein hebräisches Wort, das angeblich „Römer“ heißen soll) für die Zahl 666.[Anmerkung 1] Er deutet dies dadurch an, dass er die Zahlen 200, 6, 40, 10, 10, 400 untereinander schreibt und addiert.[17] Der Reformator Andreas Osiander (* 1498; † 1552) deutet die Zahl 666 auf die Zeit der Herrschaft des Papstes, von 1517 an rückwärts berechnet.[18] Der Schweizer Reformator Heinrich Bullinger (* 1504; † 1575) sieht in der Zahl 666 einen Verweis auf die Zeit von 97 bis 763, der Zeit der Entstehung der Papstherrschaft.[19]

Historisch-kritische Deutungen

Von Kaiser Nero zur Zahl 666

Seit Anfang des 19. Jahrhunderts setzt sich die historisch-kritische Exegese auch für die Auslegung der Johannesoffenbarung durch. Die damit verbundene „zeitgeschichtliche“ Deutung nimmt an, dass sich die Apokalypse auf die Gegenwart ihres Verfassers, also das Ende des ersten Jahrhunderts, im römischen Reich bezieht: Die frühen Christen erwarteten die Endzeit in ihrer eigenen Gegenwart. Seit den 1830er Jahren deuteten Exegeten wie Christian Friedrich Fritzsche, Ferdinand Benary, Ferdinand Hitzig und Eduard Reuss die Zahl 666 auf Nero, der als erster Kaiser die Christen verfolgen ließ.[20] Die Exegeten identifizieren dabei in der Regel Nero mit dem Tier. Anders der Exeget Peter Corssen (1856–1928), der Offb 13,18 EU für einen Fall von Isopsephie hält, bei der Zahlenwerte lediglich verglichen werden.[21] Corssen zufolge seien für den Seher Johannes das Tier und der Mensch zwei verschiedene Größen, die denselben Zahlenwert, nämlich 666, haben. Die Aufforderung, die Zahl des Tieres zu berechnen, bedeute nach Corssen, man solle den Namen eines Menschen herausfinden, der gleicherweise in dieser Zahl enthalten sei.[22] Unabhängig davon, ob mit dem Zahlenrätsel in Offb 13,18 EU der historische Nero oder der in volkstümlicher Erwartung lebendige Nero redivivus, etwa in Gestalt eines anderen Kaisers wie Domitian oder Hadrian, gemeint ist, findet diese Deutung bis heute in der wissenschaftlichen Exegese die meisten Anhänger.[23]

Nimmt man die griechische Schreibweise von Kaiser Nero, Νέρων Καῖσαρ (Nerōn Kaisar), und übersetzt das auf Hebräisch, so erhält man נרון קסר (Neron Kesar). Addiert man nun die Zahlenwerte des hebräischen Alphabets, erhält man die Summe 666, wie Ferdinand Benary ausführte – allerdings darf das finale Nun (ן) nicht benutzt werden wie in nebenstehender Abbildung oder wenigstens nicht mit dem Zahlenwert 700 gerechnet werden, sondern mit demselben Wert wie das einfache Nun (נ). Möglicherweise wurde der Text bewusst so verfasst, damit nur Christen mit Hebräischkenntnissen die Verschlüsselung durchschauten und nicht z. B. römische Staatsbeamte, die in der Osthälfte des Reiches – wo die Offenbarung des Johannes entstand (nach Aussage im Text selbst auf der Ägäisinsel Patmos) – wohl Griechisch, aber kein Hebräisch verstanden. Dadurch wird die gematrische Zahlenangabe der Johannesoffenbarung zu einem antiken Beispiel der Kryptografie. Auch die alternative Zahl des Tieres 616 lässt sich auf Nero deuten. Diese ergibt sich, wenn nicht von der griechischen Schreibweise Neron, sondern von der lateinischen Nero ausgegangen wird und das auf Hebräisch übersetzt wird: נרו קסר (Nero Kesar).

Friedrich Engels vermutete:

„Also liegt nun der Inhalt des geheimnisvollen Buchs in voller Klarheit vor uns. ‚Johannes‘ sagt die Rückkehr Neros ungefähr für das Jahr 70 und seine Schreckensherrschaft voraus, die 42 Monate oder 1260 Tage dauern soll. Nach dieser Zeitspanne erscheint Gott, überwältigt Nero, den Antichrist, zerstört die große Stadt durch Feuer und fesselt den Teufel für ein Jahrtausend. Das Tausendjährige Reich beginnt etc. All dies hat jetzt jegliche Bedeutung verloren, ausgenommen für einfältige Personen, die noch immer versuchen mögen, den Tag des letzten Gerichts auszurechnen.“[24]

Engels führte weitere Analogien zur römischen Herrschaft und Nero auf, so erscheine im 17. Kapitel ein Tier mit sieben Häuptern, von einer scharlachroten Dame beritten. Mit Verweis auf Ausführungen in diesem Kapitel kommt er zum Schluss:

„1. Die scharlachrote Dame ist Rom, die große Stadt, die über die Könige der Welt regieret; 2. zur Zeit, da das Buch geschrieben wird, regiert der sechste römische Kaiser; nach ihm wird ein anderer kommen, der kurze Zeit regiert, und dann kommt die Rückkehr des einen, der von den sieben ist, der verwundet, aber geheilt war und dessen Name in der geheimnisvollen Zahl enthalten ist, und von dem Irenäus noch wußte, daß es Nero war.“[25]

Robert Graves deutet in seinem Buch The White Goddess die römische Schreibweise der Zahl (DCLXVI) ebenfalls als Hinweis auf Nero, jedoch als Notarikon des Satzes Domitius Caesar legatos Xti violenter interfecit (lateinisch für Kaiser Domitius tötete gewaltsam die Gesandten Christi). Nero trug den Namen Domitius vor seiner Adoption durch Kaiser Claudius.[26]

Thomas Witulski bezieht die Zahl des Tieres statt auf Nero auf Hadrian: Traianus Hadrianus (Diese Schreibweise des Namens ist auf Münzen belegt[27]), griechisch Τραιανός Άδριανός, hebräisch טרינוס אדרינוס (Trinus 'Adrinus). In Addition ergeben die Zahlenwerte der hebräischen Buchstaben die Summe 666.[28] Implizit identifiziert Johannes damit den amtierenden Kaiser Hadrian mit der Figur des Nero redivivus.[29]

Heinrich Kraft bezieht in seinem Kommentar die Zahl des Tieres auf Kaiser Nerva und zieht dazu Vers 17,10 EU heran, wo auf die kurze Übergangszeit zwischen der Herrschaft Domitians und der Trajans angespielt sei, was wiederum zur Abfassung des Buches während dieser Zeit – zwischen Sommer 97 und Frühjahr 98 – passen würde.[30]

Im April 2016 wartete Hans Taeuber vom Institut für Alte Geschichte der Universität Wien mit der Lösung Trajan auf, wobei er ein isosephisches Rätsel annimmt. Marcus Ulpius Traianus, so der volle Name von Trajan, wurde bis jetzt nicht angenommen, da das Sigma am Ende von „Ulpius“ als 200 gewertet wurde und sich daraus nicht 666 ergab. Aufgrund von verschiedenen Schreibweisen kann das Schluss-Sigma jedoch auch einen anderen Wert erhalten und so mit dem Wort Ulpius 666 erreicht werden. Sollte diese Deutung zutreffen, wäre auch die Offenbarung des Johannes 2 Jahrzehnte jünger als bisher angenommen.[31]

Moderne Deutungen

Im Internet werden vielfältige Deutungen zur Untermauerung diverser Verschwörungstheorien verbreitet. Diese Spekulationen verbinden durch umfangreiche Rechnungen und Wortumstellungen die Zahl 666 mit allen möglichen Namen, etwa Adolf Hitler (Summe des Nachnamens durch Zuweisung von a=100, b=101, c=102…), Henry Kissinger, Ronald Wilson Reagan (wegen der jeweils sechs Buchstaben pro Namen), Bill Clinton oder Barack Obama.[32]

Nach einer unter Evangelikalen und Rechtsesoterikern verbreiteten Verschwörungstheorie ist die Zahl in den Strichcodes enthalten, mit denen üblicherweise Waren ausgepreist werden, in Debit- und Kreditkarten, Personalausweisen sowie in implantierten Mikrochips, mit denen in der Neuen Weltordnung alle Menschen gekennzeichnet werden.[33]

Satanismus

Die Inventarnummer 666 der Stele

Zentrale Bedeutung hat diese Zahl im Denken des englischen Okkultisten Aleister Crowley. Crowley bezeichnete sich selbst als τὀ μέγα θήριον (griechisch: Das Große Tier, Offb 13,1ff EU) der Johannes-Offenbarung und pflegte für seine Anhänger in Briefen mit 666 zu signieren, der ‚Zahl des Tieres. Den Text seines Liber AL vel Legis will er durch Offenbarung empfangen haben, nachdem er sich im Jahr 1904 im Ägyptischen Museum in Kairo mit der Stele des Anchefenchons beschäftigt hatte, welche die Inventarnummer 666 trug.

Am 6. Juni 2006 hielt die Church of Satan in Los Angeles die erste öffentliche satanische Messe seit 40 Jahren ab. Das Datum entspricht der Zahl des Tieres, 666, aus der biblischen Offenbarung. Das Ritual, das auf den in der Satanischen Bibel und den Satanischen Ritualen beschriebenen Riten basiert.[34]

Kunst und Kultur

Musik

Besondere Bedeutung erfährt die Zahl 666 in der Heavy-Metal-Subkultur, wie in The Number of the Beast auf dem gleichnamigen Album von Iron Maiden oder auf dem Album Metal on Metal von Anvil aus dem Jahr 1982, teils im Death Metal und ganz besonders im Black Metal. Die griechische Progressive-Band Aphrodite’s Child veröffentlichte 1972 ein Doppelalbum mit Musik von Vangelis zur Johannesoffenbarung mit dem Titel 666. Die US-amerikanische Nu-Metal-Band Slipknot veröffentlichte 2001 auf ihrem Album Iowa den Song The Heretic Anthem, bei dem Corey Taylor „If you’re 555, then I’m 666“ singt.

Auch in jüngerer Zeit wird die Zahl von Musikern verwendet. Die Band HIM veröffentlichte eine EP mit dem Titel 666 Ways to Love und spielte das Lied Your Sweet Six Six Six auf ihrem Album Greatest Lovesongs Vol. 666. Am 6. Juni 2006 kam die Single Cult vom Album Christ Illusion der amerikanischen Thrash-Metal-Band Slayer heraus, auf dessen Cover ein verstümmelter Jesus Christus mit der Zahlenfolge 666 auf der Brust zu sehen ist. Auch die Alternative-Rock-Band Billy Talent veröffentlichte 2007 ein Live-Album unter dem Titel Billy Talent 666 live. Im März 2020 veröffentlichte die deutsche Thrash-Metal-Band Kreator die Single 666 – World Divided, auf der die Zahl 666 als Symbol für einen nahenden Weltuntergang verwendet wird.

Bildende Kunst

In einer apokalyptischen Zeichnung von Keith Haring taucht die 666 als Kennzeichen eines gehörnten weltzerstörenden Wesens auf, das in einer Hand ein Dollarzeichen, in der anderen eine Rakete hält.

Siehe auch

  • Liste besonderer Zahlen
  • Malzeichen des Tieres
  • Gematrie

Literatur

  • Bibeltext der Offenbarung, Kapitel 13 nach Lutherbibel (1984), kath. Einheitsübersetzung, Greek NT (altgriechisch) (weitere Übersetzungen bei bibleserver.com).
  • Peter Corssen: Noch einmal die Zahl des Tieres in der Apokalypse. In: Zeitschrift für die neutestamentliche Wissenschaft und die Kunde des Urchristentums. 3. Jg., 1902, S. 238–242.
  • Peter Corssen: Zur Verständigung über Apok 13,18. In: Zeitschrift für die neutestamentliche Wissenschaft und die Kunde des Urchristentums. 4. Jg., 1903, S. 264–267.
  • Peter Corssen: Die Entstehung der Zahl 666 II. In: Zeitschrift für die neutestamentliche Wissenschaft und die Kunde des Urchristentums. 5. Jg., 1904, S. 86–88.
  • Otto Böcher: Die Johannesapokalypse (= Erträge der Forschung. 41). 4. Auflage. Wiss. Buchgesellschaft, Darmstadt 1998, (Seiten 84–87 zur 666).
  • Jürgen Roloff: Die Offenbarung des Johannes (= Zürcher Bibelkommentare, AT. 18). Theologischer Verlag, Zürich 1984, ISBN 3-290-14735-5 (Seiten 144–145 zur 666).
  • Peter J. Williams: P115 and the Number of the Beast. Tyndale Bulletin, 58. Jg., 2007, S. 151–153.
  • Thomas Witulski: Die Johannesoffenbarung und Kaiser Hadrian. Studien zur Datierung der neutestamentlichen Apokalypse. Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 2007, ISBN 978-3-525-53085-6.

Weblinks

Commons: Number of the Beast – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
  • Auslegung des theologischen Laien Ulli Scherhaufer der Siebenten-Tags-Adventisten mit einer für diese Glaubensgemeinschaft typisch antipapistischen Deutung der 666.
  • Mathematische Besonderheiten der „Beast Number“ (engl.)

Einzelnachweise

  1. ↑ Simon Singh: Homer Simpson's scary maths problems. BBC News, 31. Oktober 2013, abgerufen am 31. März 2024 (englisch). 
  2. ↑ Martin Gardner: Denkspiele von anderen Planeten. Hugendubel, 1986, ISBN 3-88034-295-4. 
  3. ↑ Clifford A. Pickover: Dr. Googols wundersame Welt der Zahlen, München, dtv, 2005, ISBN 3-423-34177-7, S. 9
  4. ↑ Offb 13,18 ELB – Revidierte Elberfelder Bibel (1985)
  5. ↑ Ulrich B. Müller: Die Offenbarung des Johannes (= Ökumenischer Taschenbuch-Kommentar zum Neuen Testament, Bd. 19). Gütersloher Verlagshaus, Gütersloh 1984, S. 249.
  6. ↑ 30. Kapitel: Über die Zahl 666 und den Namen des Antichrist, das Ende seiner Herrschaft und seinen Tod. Gegen die Häresien 30,1. Universität Freiburg (Schweiz), archiviert vom Original am 18. September 2012; abgerufen am 8. April 2023. 
  7. ↑ Vgl. Wilhelm Bousset, Die Offenbarung Johannis, 6. Auflage, Göttingen 1906, S. 59.
  8. ↑ The Other Number of the Beast: 616. Centre for the Study of Ancient Documents Oxford, archiviert vom Original am 1. März 2000; abgerufen am 8. April 2023 (englisch). ; vgl. auch David C. Parker, A new Oxyrhynchus Papyrus of Revelation: P115 (P. Oxy. 4499), in: New Testament Studies 46. Jg., 2000, S. 159–174 zum Papyrus insgesamt. Parker hält die Lesart 616 für nicht ursprünglich (S. 170).
  9. ↑ Vgl. G. K. Beale, The Book of Revelation, Grand Rapids 1999, S. 72 und K. Bodner, B. Strawn, Solomon and 666 (Revelation 13.18). New Testament Studies 66, 2020, 299–312.
  10. ↑ Adv. haer. („Gegen die Häresien“), V 28,2f.; 29,2.
  11. ↑ Adv. haer. („Gegen die Häresien“), V 30,2f.
  12. ↑ Wilhelm Bousset, Die Offenbarung des Johannis, Göttingen 1906, S. 49.
  13. ↑ Wilhelm Bousset, Die Offenbarung des Johannis, Göttingen 1906, S. 64.
  14. ↑ Jessalynn Bird, Edward Peters, James M. Powell (Hrsg.): Crusade and Christendom. Annotated Documents in Translation from Innocent III to the Fall of Acre, 1187–1291. University of Pennsylvania Press, Philadelphia 2013, ISBN 978-0-8122-4478-6, S. 108 f.
  15. ↑ Vgl. Wilhelm Bousset, Die Offenbarung Johannis, Göttingen 1906, S. 79.
  16. ↑ Vgl. die Ausgabe von Rogner&Bernhard, München 1972, S. 2496: „Das sind sechshundert vnd sechs vnd sechzig jar. So lange stehet das weltliche Bapstum.“
  17. ↑ Vgl. Wilhelm Bousset, Die Offenbarung Johannis, Göttingen 1906, S. 84 mit Verweis auf die Lutherausgabe von Walch, Bd. IX, S. 2816.
  18. ↑ Vgl. Wilhelm Bousset: Die Offenbarung Johannis, Göttingen 1906, S. 85.
  19. ↑ Vgl. Wilhelm Bousset: Die Offenbarung Johannis. Göttingen 1906, S. 88.
  20. ↑ Vgl. Wilhelm Bousset, Die Offenbarung Johannis, Göttingen 1906, S. 105f. Dort auch die Werke der oben angeführten Exegeten.
  21. ↑ Als Beispiele für Isopsephie seien genannt: Jean François Boissonade de Fontarabie (1774–1857), Anecdota II 459, wo z. B. errechnet ist, daß die Worte θεός – ἅγιος – ἀγαθός alle den Zahlenwert 284; Paulus = σοφία den Zahlenwert 781 habe. Corssen nennt (in Noch einmal…, S. 241) ein antikes Beispiel der Isopsephie bei Berossos.
  22. ↑ Kritische Diskussion Corssens bei Bousset, Offenbarung S. 371.
  23. ↑ Vgl. Böcher, Die Johannesapokalypse, S. 87.
  24. ↑ Friedrich Engels: Das Buch der Offenbarung 1883, MEW 21:14 f.
  25. ↑ MEW 21:13
  26. ↑ Robert Cavendish: Die schwarze Magie, Verlag Richard Schikowski, Berlin 1980, ISBN 3-87702-048-8, S. 145.
  27. ↑ Witulski: Die Johannesoffenbarung und Kaiser Hadrian, Göttingen 2007, S. 52.
  28. ↑ Witulski: Die Johannesoffenbarung und Kaiser Hadrian, Göttingen 2007, S. 236, 349.
  29. ↑ Witulski: Die Johannesoffenbarung und Kaiser Hadrian, Göttingen 2007, S. 236 f.
  30. ↑ Kraft: Die Offenbarung des Johannes, Handbuch zum NT 16a, Tübingen 1974, S. 222.
  31. ↑ Forscher wollen das „Untier“ hinter der Zahl 666 identifiziert haben. In: derstandard.at. 11. April 2016, abgerufen am 11. April 2016. 
  32. ↑ Michael J. Gorman: Reading Revelation Responsibly. Uncivil Worship and Witness. Following the Lamb into the New Creation. Cascade Books, Eugene 2011, S. 126 f.
  33. ↑ Andrew Schulman: Identification Cards. In: Peter Knight (Hrsg.): Conspiracy Theories in American History. An Encyclopedia. ABC Clio, Santa Barbara/Denver/London 2003, Band 1, S. 333; Michael Barkun: A Culture of Conspiracy. Apocalyptic Visions in Contemporary America. 2. Auflage. University of California Press, Berkeley 2013, S. 45 und 79.
  34. ↑ Los Angeles CityBeat - The Devil's Advocates. Archiviert vom Original am 23. Dezember 2008; abgerufen am 7. Dezember 2025 (englisch). 

Anmerkung

  1. ↑ רומיית hat keinen klaren hebräischen Sinn: es ähnelt Wörtern mit der Bedeutung „römisch“, רומי heißt „römisch“ maskulinum, רומית „römisch“ femininum, also „die römische“, meist ist damit die „römische Sprache“, also Latein, gemeint.
Normdaten (Sachbegriff): GND: 4180595-1 (GND Explorer, lobid, OGND, AKS) | LCCN: sh85123065



🔮 Noir24 Archiv-Hinweis

Dieser Eintrag basiert auf dem Artikel Sechshundertsechsundsechzig aus der freien Enzyklopädie Wikipedia. Der Text steht unter der Lizenz Creative Commons Attribution-ShareAlike 4.0 International und ist frei verfügbar.

Satanismus

Noir24admin Satanismus 21. Juni 2026
Satanist ist eine Weiterleitung auf diesen Artikel. Zum Album siehe The Satanist.
Das nach unten weisende Pentagramm wird häufig als Symbol für Satanismus verwendet

Unter den Begriff Satanismus werden verschiedene Bewegungen zusammengefasst, die sich positiv auf Satan bzw. auf das gesellschaftlich als das Böse angesehene beziehen. Sie stehen nicht unbedingt miteinander in Verbindung. Als literarische Strömung ist Satanismus seit dem 17., als religiöse Bewegung seit dem frühen 18. Jahrhundert belegt. Man unterscheidet in der Regel zwei Richtungen des Satanismus. Der „traditionelle“ (theistische) Satanismus beinhaltet das Verehren von Gottheiten. Darin gilt das Kriterium, dass die Figur Satans mehr oder weniger im Mittelpunkt steht. Beim „modernen“ Satanismus hingegen wird ein atheistischer und rationalistischer Standpunkt vertreten. Kleinster gemeinsamer Nenner zahlreicher Richtungen des modernen Satanismus ist hierbei der Anthropozentrismus, im Besonderen die Betonung der Freiheit des Menschen. Damit steht der Satanismus vor allem im Gegensatz zu religiösen Strömungen, die die Vorherbestimmung und Unvollkommenheit des Menschen betonen. Eine Vermischung des traditionellen Satanismus und modernen Satanismus ist trotz alldem möglich. In der Öffentlichkeit wird Satanismus vor allem als Gegenstand von Schauergeschichten, Sensationsjournalismus und Verschwörungstheorien wahrgenommen.

Ursprünge

Der Begriff Satanismus bezieht sich etymologisch auf „Satan“ und damit auf den Kulturraum der monotheistischen Religionen Judentum, Christentum und Islam. Allerdings geht die Idee einer dualistisch angelegten Welt, in der ein sehr stark vereinfachter Kampf zwischen Gut und Böse ausgefochten wird, auf ältere Religionen wie den Zoroastrismus zurück. Im Zentrum dieses Glaubens steht der Schöpfergott Ahura Mazda gegen Ahriman. Gnostische Strömungen übernahmen diesen Dualismus. Ein Motiv des modernen Satanismus – die Vergöttlichung des Menschen („Deus est homo“) – findet sich etwa auch bei gnostischen Schlangenkulten der Antike (Ophiten). Sie schimmert in dem Satz „Ihr werdet sein wie Gott und wissen, was gut und böse ist“ (Gen 3,5 LUT) durch.

Judentum

Satan (hebr. שטן) bedeutet ‚Anfeinder‘, ‚Gegner‘ und ‚Widersacher‘. Im Judentum ist Satan derjenige, der die Seite der Anklage am Richterstuhl Gottes vertritt (Sach 3 EU). Dies verdeutlicht zugleich seine untergeordnete Funktion: Er handelt im Auftrag Gottes.

Diese Auffassung lebt weiter in der Person des Advocatus Diaboli, der diese Funktion bei Verhandlungen am Stuhl Petri ausführt. Im Buch Hiob wird Satan als einer der Söhne Gottes bezeichnet, der in der Hierarchie der Engel so weit oben stand, dass er Zutritt zu Gottes Hofstaat hatte (Hi 1,6 ff. EU). Eine polarisierende Deutung der Welt als ein Kampf Gut gegen Böse entstand später aus anderen religiösen Strömungen (persische und babylonische Religionen) in der jüdischen Kultur und war zunächst wenig bedeutsam. Theologisch relevant wurde sie mit dem aufkommenden Christentum.

Satan wurde erst in späteren jüdischen Mythologien wie dem, nach Otto Eißfeldt auf vor 63 v. Chr. datierten,[1] apokryphen Äthiopischen Buch Henoch als gefallener Engel beschrieben, der sich zusammen mit seinen Anhängern gegen Gottes Willen auflehnte und zur Strafe auf die Erde verbannt wurde (1. Henoch 52,3; 53,6).

Christentum

Der Begriff des Teufels im Neuen Testament ist ursprünglich griechisch Διάβολος, Diàbolos, ‚der Verleumder‘, ‚Durcheinanderwerfer‘, ‚Verwirrer‘, was sich von Διά-βαλλειν, dia-balläin, ‚durcheinanderwerfen‘, herleitet, seltener die griechische Umschrift des hebräischen Wortes Satan mit Σατανας, Satanás. Das Wort personifiziert das Böse in seiner religiösen Funktion des Versuchers, wie es beispielhaft das Bild der Schlange im Paradies darstellt (Gen 3,1–15 LUT). Im Christentum wird der Teufel als Gegner und Widersacher (hebräisch: Satan) des christlichen Gottes angesehen. Seine Rebellion endet in der endgültigen Niederlage, im ewigen Feuersee (Offb 20,10 EU). Während im Laufe der Jahrhunderte alle nichtchristlichen („heidnischen“) Religionen in Europa von den Christen verdrängt wurden, erhielt der Teufel eine Vielzahl von Beinamen und neuen Gesichtern, da man die alten Gottheiten zu Feinden Gottes erklärte: eine der bekannteren Darstellungen ist die des bockbeinigen Hirtengottes Pan.

Islam

Dem Islam ist die Vorstellung vom Iblis, einem Schaitan (arab.: الشيطن), also einem von Allah abgewandten Wesen, als Widersacher Gottes oder eine Art Kräfte-Gegenpols fremd. Das Prinzip Gut gegen Böse als Gegenkräfte ist hier nicht anwendbar. Denn nur Allah ist der absolut Mächtige, Iblis ist einzig Versucher der Menschen, dem Allah eine Frist gesetzt hat. Iblis ist nicht allmächtig, doch gefährlich für die Menschen, solange sie wanken und sich Allah nicht vertrauensvoll zuwenden: „Der Satan stachelt zwischen ihnen (zu Bosheit und Gehässigkeit) auf. Er ist dem Menschen ein ausgemachter Feind.“ (Sure 17:53) Folglich gibt es im Islam in der Regel keine Sekten oder Glaubensrichtungen, die sich mit Satan auseinandersetzen. Nach Sure 7:12 wurde Satan aus Feuer, Adam aus Ton geschaffen. Die Sure weist mehrere Satane den Ungläubigen zu, welche diese beschützen und zu Irrtümern verführen sollen (Sure 7:27). Die über Satan verhängte Todesstrafe, weil er im Paradies Adam und Eva verführte, wurde ausgesetzt und findet nach islamischer Vorstellung erst beim Jüngsten Gericht statt (Sure 7:24–25). Die symbolische Steinigung Satans nach der Rückkehr vom Berg Arafat in Mina östlich von Mekka ist eins der traditionellen Rituale der islamischen Pilgerfahrt.

Satanismus in der Literatur

Anfänglich war Satanismus eine von England ausgehende literarische Strömung, die sich mit dem Bösen integrativ auseinandersetzte. Als Begründer gilt John Milton (1608–1674). Seine Dichtung Paradise Lost (1667), in der erstmals in der Literaturgeschichte ein Satan beschrieben wird, der dem Menschen seine Potentiale bewusst machen soll, zu Wissen und Göttlichkeit zu gelangen, enthält den Satz: Better to reign in hell than to serve in heaven („Lieber in der Hölle herrschen als im Himmel dienen“). Die bekanntesten Vertreter sind der englische Dichter William Blake (1757–1827) sowie die französischen Dichter Marquis de Sade[2] (1740–1814) und Charles Baudelaire[2][3][4] (1821–1867). Baudelaire sah nach dem Sündenfall „keine direkte Verbindung mehr nach oben“ und das Heil in einer hyperconscience dans le mal (‚Überbewusstsein im Bösen‘) „vor allem bezüglich der Sexualität“[3]; seine manichäische Haltung zum Bösen mit seiner Ästhetik des Hässlichen fand 1857 Ausdruck im Gedichtband Les Fleurs du Mal (dt. Die Blumen des Bösen). Marquis de Sades Hauptwerk dieser Richtung Les 120 Journées de Sodome ou l’École du Libertinage (dt. Die 120 Tage von Sodom) wurde erst 1904 herausgeben, aber bereits im Jahr 1785 verfasst. In England griff Lord Byron (1788–1824) diese Ideen mit Childe Harold’s Pilgrimage 1812 und Der Korsar 1814 auf; sein von Miltons Satan inspiriertes[5] Drama Cain aus dem Jahr 1821 gilt als das erste satanistische Werk der Weltliteratur. E.T.A. Hoffmann (1776–1822) als Hauptvertreter der sogenannten Schwarzen Romantik in Deutschland ist Autor des 1815/16 herausgegebenen fantastischen Romans Die Elixiere des Teufels. 1865 erregte Giosuè Carducci (1835–1907), der spätere italienische Literatur-Nobelpreisträger von 1906, mit seiner Inno a Satana (Hymne an Satan) Aufsehen.

In seinem 1917 geschriebenen Roman Demian thematisiert Hermann Hesse den Satanismus und lässt einen Protagonisten unter anderem aussprechen: „Also müsse man entweder einen Gott haben, der auch Teufel sei, oder man müsse neben dem Gottesdienst auch einen Dienst des Teufels einrichten.“ Und: „Ich habe Kulte begangen, für die ich Jahre von Zuchthaus absitzen müßte, wenn man davon wüßte.“[6]

Satanismus in der medialen Darstellung

Freimaurer beten Baphomet an. Illustration aus einer Schmäh-Veröffentlichung Leo Taxils

Mediale Darstellungen von Satanismus stützen sich oft auf verbreitete Klischees wie Tier- und Menschenopfer beziehungsweise Ritualmorde im Zusammenhang mit Schwarzen Messen, ohne dafür konkrete Beweise vorlegen zu können.[7] Bei diesen Berichten werden auch okkultistische Gruppierungen ohne Bezug zum Satanismus, wie der Ordo Templi Orientis, genannt.[7] Teilweise werden auch Kriminalfälle wie der Mordfall von Sondershausen als satanistisch motiviert dargestellt.

Häufig werden auch „sexuelle Ausschweifungen“ und „perverse“ sexuelle Praktiken als Bestandteil von Satanismus und satanischen Messen angesehen. Die Schwarze Messe im The Black Book of Satan des Order of Nine Angles (ONA) beispielsweise beinhaltet Hostienfrevel durch Ejakulation auf die Hostie und eine Orgie. In The Black Book of Satan III ist auch eine zusätzliche Version für Homosexuelle zu finden. Toleranz gegenüber Homosexualität zeigen auch Äußerungen von Peter H. Gilmore[8] und Anton Szandor LaVey[9] von der Church of Satan, für die das Sexualleben des Einzelnen ausschließlich dessen Privatsache ist[10] und die Mitgliedschaft von Homosexuellen wie Oliver Fehn[11] und Marc Almond.[12][13][14][11] Im Gegensatz dazu stehen wiederum die homophoben Ansichten von Kerry Bolton[9] und entsprechende Äußerungen zahlreicher Black-Metal-Musiker.

Ab 1885 veröffentlichte der Franzose Léo Taxil die Verschwörungstheorie, die Freimaurer wären in Wahrheit Satanisten. In ihren Logenhäusern würden sie regelmäßig sexualmagische Orgien und Schwarze Messen zelebrieren, ihr oberster Chef erhalte seine Anweisungen von Luzifer persönlich. Diese und andere wüste Behauptungen verbreitete er in mehreren Büchern und in der Broschürenserie Le Diable au XIXe siècle („Der Teufel im 19. Jahrhundert“), von der 240 Titel erschienen. 1897 gestand Taxil öffentlich ein, dass er sich den ganzen Schwindel nur ausgedacht hatte.[15] In der Gegenwart ist der Mythos über satanistische, pädophile Freimaurerzirkel, die sich gegen die Bevölkerung verschworen hätten, in den Verwörungserzählungen der QAnon-Bewegung, welche als rechtsextrem eingestuft wird, wieder zu finden.[16]

Seit den 1960er Jahren wurde von Vertretern der Religiösen Rechten in den USA der Verdacht verbreitet, Rockmusik sei satanisch und würde durch offene oder subliminale Botschaften Jugendliche zu Unzucht, Rebellion und anderem sündigem Verhalten bewegen. Der Prediger Mike Adams behauptete in diesem Zusammenhang etwa, 70 Prozent der Rockmusiker wären homosexuell und hunderte Teenager würden in jedem Jahr unter dem Einfluss satanischer Rockmusik Suizid begehen. Der britische Religionswissenschaftler Christopher Partridge erkennt in diesen Behauptungen die typischen Argumentationsmuster einer Verschwörungstheorie, nämlich dass nichts so scheine, wie es sei, es keinen Zufall gebe und alles miteinander verbunden sei. Verbreitet wurde behauptet, bestimmte Lieder enthielten Rückwärtsbotschaften, die von Satanisten oder gar von Satan selbst stammten. Auf Grundlage dieser Behauptungen wurde die Band Judas Priest 1990 verklagt, zwei Jugendliche durch geheime Botschaften in ihrem Lied Better By You, Better Than Me von ihrem Album Stained Class von 1978 in den Selbstmord getrieben zu haben. Die Band wurde freigesprochen.[17]

In den 1980er und 1990er Jahren war in den Vereinigten Staaten die Annahme verbreitet, Kinder würden in großer Zahl von Mitgliedern satanistischer Sekten rituell missbraucht. Auslöser war 1980 der Bestseller Michelle Remembers, in dem die Autorin angab, mittels Hypnotherapie Erinnerungen an Vergewaltigungen und Folterungen zurückerlangt zu haben, die sie seit ihrem fünften Lebensjahr von Mitgliedern der Church of Satan erlitten habe.[18] 1987 schockierte ein Prozess die amerikanische Öffentlichkeit, in dem es um einen Satanistenring von 100 Lehrern und Erziehern ging, die insgesamt 360 Kinder der McMartin Preschool in Manhattan Beach, Kalifornien, missbraucht haben sollten. In der zweiten Hälfte der 1980er Jahre wurden immer mehr Fälle ritueller Gewalt an Einrichtungen der Kinderbetreuung aktenkundig: Lehrer, Sozialarbeiter, Therapeuten und Polizisten, die in Fortbildungsseminaren über rituelle Gewalt geschult worden waren, entdeckten mittels suggestiver Befragungsmethoden immer neue Fälle. Es entstand eine anti-satanistische „Moral Panic“, eine Massenhysterie, vergleichbar dem Hexenglauben des europäischen Mittelalters.[19] Die Annahme, es gäbe ein großes Netzwerk satanistischer Gruppen, die rituelle Gewalt an Kindern ausüben und jährlich bis zu 60.000 Menschen töten würden,[20] wurde von einer breiten Koalition von fundamentalistischen Christen, Feministinnen, Ärzten, Polizisten und Sozialarbeitern getragen.[21] Seitdem die Angeklagten im McMartin-Prozess wegen erwiesener Unschuld freigesprochen worden waren und der Wahrheitsgehalt von Michelle Remembers in Zweifel gezogen worden war,[22] ging der Glaube an massenhaften satanistischen Kindesmissbrauch Mitte der 1990er Jahre rasch wieder zurück. Heute werden die Berichte darüber auf Erinnerungsverfälschungen, Verschwörungstheorien und den Einfluss von Kinofilmen wie Rosemaries Baby oder Der Exorzist zurückgeführt.[23]

Satanismus wird auch als rechtsextreme Ideologie dargestellt.[24][25] Die antichristliche Ideologie sei zugleich antisemitisch und die sozialdarwinistische Position biete „extreme Nähen“ zu einem religiös begründeten „faschistischen Menschen- und Weltbild“.[25] Im Gegensatz dazu bezeichnet Fehn Satanisten als rationale Freidenker.[11] Die Church of Satan, der er angehört, ist offiziell apolitisch; in ihrem Text Church of Satan Policy on Politics heißt es:

“Our members span an amazing political spectrum, which includes but is not limited to: Libertarians, Liberals, Conservatives, Republicans, Democrats, Reform Party members, Independents, Capitalists, Socialists, Communists, Stalinists, Leninists, Trotskyites, Maoists, Zionists, Monarchists, Fascists, Anarchists, and just about anything else you could possibly imagine.”

– Church of Satan: Church of Satan Policy on Politics[26]
Symbol des Order of Nine Angles

Allerdings wird rechtsextremes und rechtsesoterisches Gedankengut seit den 1990er Jahren von einzelnen Gruppierungen mit satanischen Inhalten verknüpft. Vorreiter war hier der ONA, der Adolf Hitler in seiner Mass of Heresy anruft und den Nationalsozialismus als „(neben traditionellem Satanismus) einzig wahre Häresie“ bezeichnet, die nach einer „Revolution der Seele, einem Triumph des Willens und einer Rückkehr von rassischem Stolz und [rassischer] Pflicht“ rufe.[27] In dessen Tradition stehen unter anderem die Gruppierungen The Black Order und Order of the Left Hand Path/Ordo Sinistra Vivendi von Kerry Bolton, der ein Adept des ONA war,[28][29][30][31] die Fraternitas Loki,[32][31] The Joy of Satan[31] und der White Order of Thule.[31][30] Der Schwarze Orden von Luzifer des Schweizers Sartorius, der seine Wurzeln im Gegensatz zum ONA im „modernen“ Satanismus von LaVey und Aquino hat,[33] beruft sich wiederum auf die Ansichten Karl Maria Wiliguts.[33][34]

Satanismus als Philosophie und Religion

Geschichte

Die Anfänge des Satanismus werden im manichäisch-gnostischen Dualismus gesehen, der eine prinzipielle „Gleichrangigkeit von Gott und Teufel“ annahm. Einige gnostische Gruppierungen sollen Satan angebetet haben, damit er ihnen nicht schade.[4] Für einen real existierenden Satanismus in Mittelalter und Frühneuzeit vor dem Hintergrund der Verfolgung von Ketzern und der zahlreichen Hexenverbrennungen dieser Epoche gibt es zum gegenwärtigen Zeitpunkt der Forschung keinerlei Anhaltspunkte. Die Annahme eines im Sinne des Satanismus organisierten Hexenkultes wird von Historikern meist abgelehnt.[4] Es finden sich jedoch Hinweise auf einen echten Satanismus im Prozess gegen Gilles de Rais[4], in dem sich „das Destruktive des Satanismus in extremer Weise konzentriert hat […], auch wenn die Quellen über ihn von keinen ausgedehnten Teufels-Ritualen berichten“.[35]

In der Zeit der Romantik versuchte Robert Southey, seinen Gegner Lord Byron zu diskreditieren, und prägte in diesem Zusammenhang das Schlagwort der Satanic School.[36][37]

Das Siegel des Baphomet, eine im Satanismus häufig verwandte Variation des Drudenfußes. In der Umschrift steht in hebräischer Schrift „Leviathan“.

Eine erste Erscheinung des Satanismus ist ansatzweise der Hellfire Club im England des 18. Jahrhunderts. Satanistische Tendenzen finden sich „[u]nbestreitbar […] im Okkultismus des 19. Jahrhunderts, offenbar als Reaktion auf den als banal empfundenen, fortschrittsgläubigen Materialismus dieser Epoche, der die orthodoxe Gläubigkeit weitgehend ablehnte, aber dennoch ‚dunkle Mysterien‘ verlangte“.[4] Frankreich, das mit Individuen wie Éliphas Lévi eine Pionierrolle für den Okkultismus hatte,[38] wird als „Brutstätte des modernen Satanismus“ angesehen[4] und der Dichter Baudelaire als wichtige Figur dieses modernen Satanismus[3][39][40] und „vielleicht […] erste voll bewußte Persönlichkeit in der Geschichte des Satanskultes“[41] bezeichnet, wobei die Bezeichnung als „moderner Satanismus“ hier noch eine andere Bedeutung hat als bei LaVeys späterer Auslegung. Im 20. Jahrhundert gründeten sich zahlreiche weitere Vereinigungen. Der britische Magier Aleister Crowley wird oftmals als Satanist eingestuft,[42] war allerdings ein wichtiger Vorreiter des modernen Satanismus. Die Verbindung von Satanismus und der auf Crowley zurückgehenden neureligiösen Bewegung Thelema wurde durch den britischen Schriftsteller Dennis Wheatley geprägt.

Ein wirklich praktizierter Satanskult lässt sich erst in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts nachweisen.[43] Bis in die 1960er Jahre hinein gab es keine eigene satanistische Tradition, auf die sich die Anhänger dieser Weltanschauung beziehen konnten. Alle Veröffentlichungen zum Thema stammten nach Darstellung des amerikanischen Religionswissenschaftlers J. Gordon Melton bis dahin ausschließlich von entschiedenen Gegnern des Satanismus, in der Hauptsache von konservativen Christen. Obwohl diese niemals an Schwarzen Messen teilgenommen hatten, beschrieben sie sie dennoch wiederholt in großem Detailreichtum. An diesen nicht-satanistischen Quellen orientierten sich über zwei Jahrhunderte alle Versuche, satanistische Gemeinschaften zu konstituieren.[44] Das änderte sich 1966, als Anton Szandor LaVey die Church of Satan gründete und den Satanismus als Erster öffentlich zu einem eigenständigen achristlichen Religionssystem machte. Dabei verband er religiöse Rituale mit burlesker Religionsparodie.[45] Seine Satanische Bibel (1968) wurde inhaltlich in großen Teilen bereits von Crowley und dem sozialdarwinistischen Buch Might is Right (1896), dessen unbekannter Autor unter dem Pseudonym Ragnar Redbeard firmiert, vorweggenommen. Satan „ist hier nicht der mittelalterliche Gottseibeiuns mit der Mistgabel, sondern das Prinzip ‚Lust‘ und ‚unbedingte Freiheit‘ – das auf links gedrehte ‚peace, love and happiness‘ von LaVeys Hippie-Nachbarn im San Francisco der sechziger Jahre“[46] Stattdessen vertritt diese Kirche eine atheistische Philosophie und bestreitet die „Wirklichkeit einer jeglichen spirituellen Existenz“; die von ihr aufgegriffenen Aspekte der Ritualmagie werden entsprechend als „selbst-veränderndes Psychodrama […], um sich von aufgestauten Gefühlen zu befreien“ und „fast ein Ersatz für Psychotherapie“ erklärt, das keine Glaubenselemente enthalte.[47] Er „wollte, dass Satanismus ein Werkzeug ist, um das Leben eines jeden Satanisten zu verbessern“, und die Church of Satan „sollte das Mittel sein, um diese Philosophie so originalgetreu wie möglich zu verbreiten“.[47] Andere Strömungen innerhalb des Satanismus lehnen LaVeys Auslegung ab, weil sie „sehr menschlich“ sei,[48] besage, dass „die einfachste Hausfrau Satanist sein kann“[48][46] und es für die meisten Personen sehr einfach sei, den Inhalten zuzustimmen[48], sie „nahezu universell lesbar“ seien[46], und erkennen sie nicht als satanistisch an.[49] LaVey habe nie die dunkle Seite des Lebens praktisch zu erfahren oder Böses zu praktizieren versucht.[50] Stattdessen verbreite die CoS „eigentlich nichts anderes als magisch verbrämten Hedonismus. Aus Crowleys tiefsinnigem ‚Do what thou wilt‘ mache sie ein plattes ‚Do as you like‘. Die Satanskirche wendet sich gegen Puritanismus in jeder Form, aber auch gegen Mystik und Drogengebrauch (sehr zum Unterschied von Crowley). Ihre Sozialmoral ist machiavellistisch, ihr Weltbild kynisch-epikuräisch. Bei ihrer Magie handelt es sich um ein geschickt zusammengestelltes Arsenal von Techniken der Verhaltenstherapie, die LaVey ungeniert zu Höchstpreisen vermarktet.“[51] Die Church of Satan fand zahlreiche prominente Unterstützer und Anhänger und ist „längst Pop“.[52] Entsprechend gilt es als „‚Verdienst‘ der Church of Satan, dem Satanismus den Nimbus des Elitären genommen und ihn im gottlosen Kapitalismus verankert zu haben, weshalb die magische Konkurrenz sie gern als okkulten Drive-in belächelt“.[46] Von der Church of Satan spaltete sich 1975 nach internen Streitigkeit der Temple of Set ab, der von traditionellen Satanisten ebenfalls nicht anerkannt wird.[49][53] Obwohl sich herausstellte, dass „Legende und Wirklichkeit in LaVeys bunter Biographie nicht übereinstimmen“, wurde der Mythos um seine Person dadurch „kaum angekratzt“.[47] Nach LaVeys Tod 1997 kam es zu vier Jahre andauernden Streitigkeiten um seine Nachfolge; der Journalist Lawrence Wright äußerte, die Church of Satan habe keine Zukunft, „es sei denn, es käme eine Figur mit ähnlichem Charisma daher“. 2001 wurde Peter H. Gilmore der neue Hohepriester der Kirche.[54]

In den 1970er Jahren soll der Order of Nine Angles gegründet worden sein. Dieser bezeichnete sich als erste Gruppierung in seinen Schriften als Vertreter eines traditionellen Satanismus.[55][56][57] Diese Bezeichnung steht nicht für Satanismus im traditionellen Sinne der Verehrung eines realen Satans, sondern für eine vom ONA behauptete geheime Tradition über mehrere Generationen; diese Behauptung wird jedoch angezweifelt.[55] Für den ONA geht traditioneller Satanismus weit über die Befriedigung des Lustprinzips hinaus und beinhaltet Selbstbeherrschung, Selbstüberwindung und kosmische Weisheit.[58] Seine Vorstellung von Satanismus ist pragmatisch mit einem Schwerpunkt auf der Evolution des Individuums durch gefährliche Situationen.[58] Die Bezeichnung als „traditioneller Satanismus“ wird aber auch unabhängig vom ONA von zahlreichen theistischen Satanisten verwandt[55], andere bevorzugen die Bezeichnung „theistischer Satanismus“, auch zur Abgrenzung vom ONA.[55]

Satanismus in Musik und Subkulturen

Vielen Subkulturen und Musikrichtungen wird nachgesagt, ihre Szenegänger würden dem Satanismus frönen, wobei entweder den Musikern ein Pakt mit dem Teufel oder die Verwendung von Rückwärtsbotschaften vorgeworfen wird oder man sich darunter unwissentlich Jugendsatanismus vorstellt. Dies ist jedoch in den allermeisten Fällen vollkommen falsch.

Die Gothic-Subkultur findet sich wohl am häufigsten mit diesem Vorurteil konfrontiert. Das Kokettieren der Goths mit satanischer und dunkler Ästhetik – Petruskreuze (das auf dem Kopf stehende Kreuz ist nicht zwangsläufig antichristlich), Pentagramme und andere okkulte Symbole als Schmuck, schwarze Gewänder, düstere Musik – wird als Ausdruck einer Geisteshaltung oder gar Bestätigung für kultische Aktivitäten überbewertet. Die evangelische Informationsstelle Relinfo urteilt im Zusammenhang mit den Gruftis, einer Splitterkultur der Gothic-Szene: „Zwar trifft es zu, dass manch ein ‚Gruftie‘ sich satanistisch weiterbildete und/oder von satanistischen Zirkeln angeworben wurde, den meisten ‚Grufties‘ war Satan aber kein Anliegen. Ihr Outfit und ihre Praktiken entsprangen vielmehr einer morbiden Grundstimmung, die das einigende Element der ‚Gruftie‘-Szene darstellte. Inzwischen sind die Grufties im Gegensatz zum Jugendsatanismus praktisch verschwunden, was deutlich belegt, dass der Zusammenhang der beiden Phänomene ein gar so enger nicht gewesen sein kann.“[59] Die Texte der Musik der Gothic-Kultur geben hier mehr Aufschluss über eine introvertierte Gefühlswelt von Melancholie und Weltschmerz.

Auch die Metal-Subkultur bedient sich stellenweise satanistischer Symbole. Mit welcher Häufigkeit und Ernsthaftigkeit, hängt ausgesprochen stark davon ab, in welcher Subszene des Metal man sich bewegt. In den meisten Subszenen werden, entgegen allen Vorurteilen, tatsächlich nur sehr selten satanistische Symbole verwendet, und entsprechendes Gedankengut ist mitunter gar nicht präsent. Meist dient satanische Symbolik im Metal ausschließlich der Provokation[60][61][62][63] und Rebellion und der Betonung der eigenen Freiheit[61].[63] In der Subszene des Death Metal ist eine antichristliche bis satanische Symbolik vereinzelt vorzufinden, was in erster Linie jedoch mit dem Ziel einer künstlerisch inspirierten (manchmal auch kommerziell kalkulierten) Provokation geschieht. Die Black-Metal-Szene hingegen ist über den Satanismus definiert.[64][65][66][67][68] Hier versuchen sich Bands wie Gorgoroth gegenseitig zu übertrumpfen in ihrem Gebrauch gewalttätiger, dämonischer und aggressiv antichristlicher Themen. Dabei spielen nicht nur die Musik und die Texte eine Rolle, sondern auch eine extrem übertriebene, dramatische Bühnenperformanz, bei der unter anderem Schafskadaver und gefesselte nackte Frauen zum Einsatz kamen.[69]

Satanismus findet sich auch in der Industrial-Subkultur, wo sich einzelne Musiker mit Okkultismus und Satanismus beschäftigen; einige Musiker wie Reverend Thomas Thorn (The Electric Hellfire Club)[70] und Boyd Rice[71][72] sind Mitglieder der Church of Satan.

Nachweisbar ist auch ein so genannter Jugend-Satanismus. Hierbei handelt es sich um ein Phänomen nicht oder nur locker organisierter Jugendlicher in der Protest- und Selbstfindungsphase, denen es nicht um eine geschlossene Sinngebung geht. Vielmehr setzen sie sich nach eigenem Gutdünken aus medial vorgefundenen Versatzstücken versuchsweise Überzeugungen und Praktiken zusammen (so genannte „Sinn-Bricolage“), was den Bedeutungsverlust des Religiösen in der modernen Welt spiegelt. Einzelfälle dieses Jugend-Satanismus, etwa Friedhofsschändungen, erhalten durch oft reißerisch überzeichnete Darstellungen in den Medien Aufmerksamkeit, teilweise sind sie sogar für den Mediengebrauch inszeniert.[73]

Satanistische Organisationen

  • Church of Satan
  • Misanthropic Luciferian Order
  • Order of Nine Angles
  • Temple of Set
  • The Satanic Temple

Literatur

Primärliteratur

  • Frater Eremor: Im Kraftstrom des Satan-Set – Der Pfad der dunklen Einweihung. Second Sight Books.
  • Frank Lerch: Ouroboros Files. Lübeck 2002, ISBN 3-89094-353-5.
  • Ragnar Redbeard, Anton Szandor LaVey (Vorwort): Might is Right. Die Philosophie der Macht, Edition Esoterick, Siegburg 2004, ISBN 3-936830-15-0.
  • Anton Szandor LaVey: Die Satanische Bibel u. Rituale. ISBN 3-935684-05-3.

Sekundärliteratur

  • Gavin Baddeley: Lucifer Rising. London 1999, ISBN 0-85965-280-7; 2001, ISBN 3-935684-02-9.
  • Stephen Flowers: Lords of the Left-Hand Path. Smithville, Texas 1997, ISBN 1-885972-08-3.
  • Karl R. H. Frick: Satan und die Satanisten I–III. Satanismus und Freimaurerei – Ihre Geschichte bis zur Gegenwart. II Marix Verlag GmbH, Wiesbaden 2006, ISBN 978-3-86539-069-1.
  • Andreas Huettl, P.-R. König: Satan – Jünger, Jäger und Justiz. Kreuzfeuer Verlag, Großpösna 2006, ISBN 3-937611-01-0.
  • James R. Lewis: Who Serves Satan? An demographic and Ideological Profile. In: Marburg Journal of Religion 6, H. 2 (2001), S. 1–25 (online; PDF; 235 kB).
  • Michael Moynihan, Didrik Søderlind: Lords of Chaos. Satanischer Metal – Der blutige Aufstieg aus dem Untergrund. ISBN 3-936878-00-5.
  • Elaine Pagels: Satans Ursprung. Suhrkamp, 1998.
  • Joachim Schmidt: Satanismus – Mythos und Wirklichkeit. Marburg 2002. ISBN 3-927165-66-2.

Weblinks

Commons: Satanismus – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Wikiquote: Satanismus – Zitate
  • Berichte aus okkulten Organisationen – Phantasie oder Wirklichkeit
  • Geht die Jugend zum Teufel? Jugendsatanismus – Mythos und Realität
  • Jugendsatanismus – Zwischen Verharmlosung und Überbewertung
  • Jan Poetke: Satanismus in Großbritannien (Memento vom 20. März 2007 im Internet Archive)
  • Zeitgenössischer Satanismus, Artikel von Dagmar Fügmann im Historicum.net/Hexenforschung

Einzelnachweise

  1. ↑ Otto Eissfeldt: The Old Testament, Oxford 1974, S. 619.
  2. ↑ a b Gerhard Zacharias: Satanskult und Schwarze Messe. Ein Beitrag zur Phänomenologie der Religion. 2. Auflage. Limes Verlag, Wiesbaden 1970, S. 126.
  3. ↑ a b c Josef Dvorak: Satanismus. Geschichte und Gegenwart. Eichborn, Frankfurt am Main 1989, S. 239–245.
  4. ↑ a b c d e f Satanismus. In: Hans Bidermann (Hrsg.): Handlexikon der magischen Künste. Von der Spätantike bis zum 19. Jahrhundert. 2., verbesserte und wesentlich vermehrte Auflage. Akademische Druck- und Verlagsanstalt, Graz 1973, ISBN 3-201-00851-6, S. 439 f. 
  5. ↑ Josef Dvorak: Satanismus. Geschichte und Gegenwart. Eichborn, Frankfurt am Main 1989, S. 200.
  6. ↑ Hermann Hesse: Demian. Die Geschichte von Emil Sinclairs Jugend. Suhrkamp Taschenbuch, Frankfurt am Main 1974 (Erstveröffentlichung 1925).
  7. ↑ a b Andreas Huettl, P.-R. König: Satan – Jünger, Jäger und Justiz. Kreuzfeuer Verlag, Großpösna 2006, Seitenzahlen fehlen.
  8. ↑ Peter Howard Gilmore: A Map for the Misdirected. Abgerufen am 12. Februar 2010 (englisch). 
  9. ↑ a b Diane Vera: “Fight dem back!” (FDB) – Religious intolerance in the name of opposing “Nazi scum”. 2006, abgerufen am 12. Februar 2010 (englisch). 
  10. ↑ Draconis Blackthorne: LaVey: Everything You Ever Wanted To Know About Sorcery … Abgerufen am 12. Februar 2010 (englisch). 
  11. ↑ a b c Anne Richter: „Marc Almond ist auch Satanist“ – Queer.de. 12. Februar 2008, abgerufen am 1. Februar 2010. 
  12. ↑ Marc Almond. Archiviert vom Original (nicht mehr online verfügbar) am 22. Juli 2012; abgerufen am 1. Februar 2010 (englisch). 
  13. ↑ Boyd Rice Interview from Bizarre. Archiviert vom Original (nicht mehr online verfügbar) am 4. Oktober 2007; abgerufen am 1. Februar 2010 (englisch). 
  14. ↑ Max Dax: Marc Almond: „Ich musste Dinge sagen wie ‚Heil Satan!‘“ In: Die Welt. 22. Juli 2007, abgerufen am 1. Februar 2010. 
  15. ↑ Thierry Rouault: Léo Taxil et la franc-maçonnerie satanique. Analyse d'une mystification. Camion blanc, Paris 2011.
  16. ↑ Juan Moreno: Pädophile, Satanisten und der Deep State. In: Der Spiegel. 19. September 2020, abgerufen am 17. Juni 2021. 
  17. ↑ Christopher Partridge: Popular Music, Conspiracy Culture, and the Sacred. In: Asbjørn Dyrendal, David G. Robertson, Egil Asprem (Hrsg.): Handbook of Conspiracy Theory and Contemporary Religion. Brill, Boston/Leiden ISBN 978-90-04-38150-6, S. 180–206, hier S. 187 ff.
  18. ↑ Michelle Smith und Lawrence Pazder: Michelle Remembers. Pocket Books, New York 1980.
  19. ↑ Mary De Young: The Day Care Ritual Abuse Moral Panic. McFarland, Jefferson, NC 2004.
  20. ↑ Jason Lee: Satanic Ritual Abuse. In: Peter Knight (Hrsg.): Conspiracy Theories in American History. An Encyclopedia. ABC Clio, Santa Barbara, Denver und London 2003, Bd. 2, S. 642 f.
  21. ↑ James R Lewis: Satanism and Ritual Abuse. In: derselbe (Hrsg.): The Oxford Handbook of New Religious Movements. Oxford University Press, Oxford 2004, S. 235.
  22. ↑ Debbie Nathan und Michael R. Snedeker: Satan's Silence. Ritual Abuse and the Making of a Modern American Witch Hunt. Basic Books, New York 1995; Kerr Cuhulain: Michelle Remembers. Rezension vom 8. Juli 2002 auf witchvox.com (online (Memento vom 25. Mai 2006 im Internet Archive), Zugriff am 1. Februar 2013).
  23. ↑ James R Lewis: Satanism and Ritual Abuse. In: derselbe (Hrsg.): The Oxford Handbook of New Religious Movements. Oxford University Press, Oxford 2004, S. 233. Jason Lee: Satanic Ritual Abuse. In: Peter Knight (Hrsg.): Conspiracy Theories in American History. An Encyclopedia. ABC Clio, Santa Barbara, Denver und London 2003, Bd. 2, S. 642.
  24. ↑ Rainer Fromm: ZDF.de – Satanismus. 21. Mai 2004, archiviert vom Original (nicht mehr online verfügbar) am 4. Juni 2004; abgerufen am 1. Februar 2010. 
  25. ↑ a b Aspekte vom 21. Mai 2004. 2004, abgerufen am 1. Februar 2010. 
  26. ↑ Church of Satan: Church of Satan Policy on Politics. Abgerufen am 1. Februar 2010 (englisch). 
  27. ↑ Temple 88: Newsletter I. (PDF) S. 182, archiviert vom Original (nicht mehr online verfügbar) am 20. September 2008; abgerufen am 5. Juli 2010 (englisch): „National Socialism (with the esoteric exception of Traditional Satanism) is the only real Heresy in existence, since it is based solely on the highest ideals of Honour, Loyalty and Duty, championed over and above selfish individual pursuits. It calls for a revolution of the Soul; a Triumph of the Will; a return of racial pride and defiance – of all that epitomizes the genuine Western ethos. It is a form than cannot be bought by The System, and thus the only option for the latter is to jail or kill National Socialist, and smash through innumerable legislative variations National Socialist influence, naturally dormant in the Western – or Aryan – people. It is the inly form which frightens The System, and is thus the only form capable of achieving System Breakdown.“ 
  28. ↑ Jacob Christiansen Senholt: The Sinister Tradition. Political Esotericism & the Convergence of Radical Islam, Satanism and National Socialism in the Order of the Nine Angles. University of Århus, Århus November 2009, S. 36 (scribd.com [abgerufen am 17. April 2010]). 
  29. ↑ Jacob Christiansen Senholt: The Sinister Tradition. Political Esotericism & the Convergence of Radical Islam, Satanism and National Socialism in the Order of the Nine Angles. University of Århus, Århus November 2009, S. 39 (scribd.com [abgerufen am 17. April 2010]). 
  30. ↑ a b Jacob Christiansen Senholt: The Sinister Tradition. Political Esotericism & the Convergence of Radical Islam, Satanism and National Socialism in the Order of the Nine Angles. University of Århus, Århus November 2009, S. 40 (scribd.com [abgerufen am 17. April 2010]). 
  31. ↑ a b c d JRW: The Order of Nine Angles in Historical, and Esoteric, Context. (PDF) 2009, archiviert vom Original (nicht mehr online verfügbar) am 21. Juli 2011; abgerufen am 26. Januar 2010 (englisch). 
  32. ↑ Jacob Christiansen Senholt: The Sinister Tradition. Political Esotericism & the Convergence of Radical Islam, Satanism and National Socialism in the Order of the Nine Angles. University of Århus, Århus November 2009, S. 38 (scribd.com [abgerufen am 17. April 2010]). 
  33. ↑ a b Georg Schmid: Schwarzer Orden von Luzifer, abgerufen am 10. Oktober 2012.
  34. ↑ Prior Satorius: Die schwarze Sonne Satans, abgerufen am 10. Oktober 2012.
  35. ↑ Gerhard Zacharias: Satanskult und Schwarze Messe. Ein Beitrag zur Phänomenologie der Religion. 2. Auflage. Limes Verlag, Wiesbaden 1970, S. 98.
  36. ↑ Uttara Natarajan: The Romantic Poets. A Guide to Criticism. Blackwell Publishing, S. 167.
  37. ↑ Andrew Rutherford: Byron. A Critical Study. Stanford University Press, Stanford, California 1961, S. 218.
  38. ↑ Nicholas Goodrick-Clarke: The Western Esoteric Traditions: A Historical Introduction. Oxford University Press, New York 2008, ISBN 978-0-19-532099-2, S. 192 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche). 
  39. ↑ Jethro Bithell: Modern German Literature 1880–1950. John Dickens % Co Ltd., Northampton 1968, S. 70.
  40. ↑ Ruben van Luijk: Sex, Science, and Liberty: The Resurrection of Satan in Nineteenth-Century (Counter) Culture. In: Per Faxneld, Jesper Aagaard Petersen: The Devil’s Party: Satanism in Modernity. Oxford University Press, Oxford 2013, S. 42.
  41. ↑ Gerhard Zacharias: Satanskult und Schwarze Messe. Ein Beitrag zur Phänomenologie der Religion. 2. Auflage. Limes Verlag, Wiesbaden 1970, S. 129.
  42. ↑ Joachim Schmidt: Satanismus: Die Religion des Ego – Die First Church of Satan und der Temple of Set. In: Connection, 1995.
  43. ↑ Joachim Schmidt: Satanismus. In: Metzler Lexikon Religion. Gegenwart – Alltag – Medien. J.B. Metzler, Stuttgart/Weimar 2005, Bd. 3, S. 239.
  44. ↑ J. Gordon Melton: Encyclopedic Handbook of Cults in America. Garland, New York/London 1992, S. 109.
  45. ↑ Hugh Urban: New Age, Neopagan, and New Religious Movements. Alternative Spirituality in Contemporary America. University of California Press, Berkeley 2015, ISBN 978-0-520-96212-5, S. 179 (abgerufen über De Gruyter Online).
  46. ↑ a b c d Melanie Aschenbrenner: Sympathie für den Teufel? In: Metal Hammer, Dezember 2007, S. 81.
  47. ↑ a b c LaVeys Nachfolger. Magus Peter H. Gilmore. In: Metal Hammer, Dezember 2007, S. 83.
  48. ↑ a b c Michael Moynihan, Didrik Søderlind: Lords of Chaos: The Bloody Rise of the Satanic Metal Underground. Feral House, Venice 1998, S. 196.
  49. ↑ a b MLO. Misantropiska Lucifer Orden. In: Jon Kristiansen: Metalion: The Slayer Mag Diaries. Bazillion Points Books, Brooklyn, NY 2011, S. 548–551.
  50. ↑ A Brief History Of The Order of Nine Angles. (PDF) Order of Nine Angles, archiviert vom Original (nicht mehr online verfügbar); abgerufen am 25. Oktober 2012. 
  51. ↑ Josef Dvorak: Satanismus. Geschichte und Gegenwart. Eichborn, Frankfurt am Main 1989, S. 94.
  52. ↑ Melanie Aschenbrenner: Sympathie für den Teufel? In: Metal Hammer, Dezember 2007, S. 80.
  53. ↑ Stephen Brown: The Satanic Letters of Stephen Brown: St. Brown to Dr. Aquino (Memento vom 20. September 2008 im Internet Archive) (PDF; 4,2 MB), 9. September 103 yf [1993], abgerufen am 25. Oktober 2012.
  54. ↑ Melanie Aschenbrenner: Sympathie für den Teufel? In: Metal Hammer, Dezember 2007, S. 82.
  55. ↑ a b c d Diane Vera: What is “traditional Satanism”? Abgerufen am 5. Februar 2010 (englisch). 
  56. ↑ Geifodd ap Pwyll: A Glossary For Devil Worshipers. 2006, abgerufen am 5. Februar 2010 (englisch). 
  57. ↑ Excerpts from the original alt.satanism FAQ. Abgerufen am 5. Februar 2010 (englisch). 
  58. ↑ a b Nicholas Goodrick-Clarke: Black Sun: Aryan Cults, Esoteric Nazism and the Politics of Identity. New York University Press, New York, London 2003, ISBN 0-8147-3155-4, S. 218 (englisch, eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche). 
  59. ↑ Georg Otto Schmid: Geht die Jugend zum Teufel? Jugendsatanismus – Mythos und Realität. Relinfo, 1998, abgerufen am 30. August 2012. 
  60. ↑ “[King] Diamond represents one of the only performers of the ’80s Satanic Metal who was more than just a poseur using a devilish image for shock value.” Michael Moynihan, Didrik Søderlind: Lords of Chaos, First Edition, Feral House 1998, ISBN 0-922915-48-2, S. 15 f.
  61. ↑ a b Benjamin Hedge Olson: I am the black wizards: multiplicity, mysticism and identity in black metal music and culture. Bowling Green State University, Mai 2008, S. 13.
  62. ↑ “Slayer also reveled in Satanic imagery more than any other North American band of their time. However, like Venom, Slayer’s Satanism was almost exclusively for show and provocation. Singer Tom Araya is, in fact, a professed Catholic and his explanations of his musical forays into Satanism are confusing at best.” Benjamin Hedge Olson: I Am the Black Wizards: Multiplicity, Mysticism and Identity in Black Metal Music and Culture. Bowling Green State University, Mai 2008, S. 17.
  63. ↑ a b Benjamin Hedge Olson: I Am the Black Wizards: Multiplicity, Mysticism and Identity in Black Metal Music and Culture. Bowling Green State University, Mai 2008, S. 25.
  64. ↑ Arthur: Interview with WATAIN. Archiviert vom Original (nicht mehr online verfügbar) am 31. Dezember 2007; abgerufen am 1. Februar 2010 (englisch). 
  65. ↑ Stewart Voegtlin: TheLeftHandPath.com – Interview: Ofermod. 14. November 2008, abgerufen am 1. Februar 2010 (englisch). 
  66. ↑ The Holy Union of OFERMOD. Archiviert vom Original (nicht mehr online verfügbar) am 5. März 2007; abgerufen am 1. Februar 2010 (englisch). 
  67. ↑ Esa Lahdenpera: Mayhem. Northern Black Metal Legends. In: Kill Yourself!!! Magazine. Nr. 4, 1995, S. 43 (Mayhem (Memento vom 7. Februar 2012 im Internet Archive) [abgerufen am 24. Januar 2013]). 
  68. ↑ Bård G. Eithun: Interview 7 mit Euronymous von Mayhem. In: Orcustus. Abgerufen am 1. Februar 2010 (englisch). 
  69. ↑ Hugh Urban: New Age, Neopagan, and New Religious Movements. Alternative Spirituality in Contemporary America. University of California Press, Berkeley 2015, ISBN 978-0-520-96212-5, S. 192 f. (abgerufen über De Gruyter Online).
  70. ↑ The Electric Hellfire Club bei MySpace. Archiviert vom Original (nicht mehr online verfügbar) am 29. September 2011; abgerufen am 16. Oktober 2015 (englisch). 
  71. ↑ The Black Pimp Speaks. 2003, archiviert vom Original (nicht mehr online verfügbar) am 17. Juli 2011; abgerufen am 1. Februar 2010 (englisch). 
  72. ↑ My Dinner With Bob Larson. Archiviert vom Original am 6. Juni 2011; abgerufen am 1. Februar 2010 (englisch). 
  73. ↑ Joachim Schmidt: Satanismus. In: Metzler Lexikon Religion. Gegenwart – Alltag – Medien. J.B. Metzler, Stuttgart/Weimar 2005, Bd. 3, S. 239 f.
Normdaten (Sachbegriff): GND: 4051735-4 (GND Explorer, lobid, OGND, AKS)



🔮 Noir24 Archiv-Hinweis

Dieser Eintrag basiert auf dem Artikel Satanismus aus der freien Enzyklopädie Wikipedia. Der Text steht unter der Lizenz Creative Commons Attribution-ShareAlike 4.0 International und ist frei verfügbar.

Seite 4 von 4

  • 1
  • 2
  • 3
  • 4

» Marlon & Zoe – Wenn die Dunkelheit Code schreibt und Legenden zum Leben erwachen. «


Startseite Impressum Datenschutz Kontakt Netiquette

© 2026 Noir24 / Demon Nights TV. Alle Rechte in der Dunkelheit reserviert.

  • Noir24
  • Noir24 Netzwerk
  • Noir24 Wiki
  • Noir24 Media