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Goodbye June (Film)

Noir24admin Sterben 22. Juni 2026
Film
Titel Goodbye June
Produktionsland Vereinigtes Königreich
Originalsprache Englisch
Erscheinungsjahr 2025
Länge 116 Minuten
Altersempfehlung ab 13 (AT)[1]
Produktions­unternehmen Working Title Films
Stab
Regie Kate Winslet
Drehbuch Joe Anders
Produktion
  • Kate Solomon
  • Kate Winslet
Musik Ben Harlan
Kamera Alwin H. Küchler
Schnitt Lucia Zucchetti
Besetzung
  • Helen Mirren: June Cheshire
  • Timothy Spall: Bernie Cheshire
  • Kate Winslet: Julia „Jules“
  • Toni Collette: Helen
  • Johnny Flynn: Connor
  • Andrea Riseborough: Molly
  • Stephen Merchant: Jerry
  • Fisayo Akinade: Angel
  • Jeremy Swift: Dr. David Titford
  • Raza Jaffrey: Dr. Simon Khal
  • Benjamin Shortland: Benji
→ Synchronisation →

Goodbye June ist ein britischer Spielfilm aus dem Jahr 2025 von und mit Kate Winslet in ihrem Regiedebüt nach einem Drehbuch ihres Sohnes Joe Anders. Helen Mirren übernahm die Titelrolle, in weiteren Rollen sind Toni Collette, Andrea Riseborough und Timothy Spall zu sehen.[2][3]

Handlung

June Cheshire ist die Mutter von vier erwachsenen Kindern. Kurz vor Weihnachten bricht sie beim Teekochen zusammen und muss ins Krankenhaus eingeliefert werden. Der bei ihr und ihrem Ehemann Bernie lebende gemeinsame Sohn Connor informiert seine Schwestern Julia und Molly, die sich auf den Weg ins Krankenhaus machen. Die dritte Schwester, die schwangere Yoga-Lehrerin Helen, wird von Julia benachrichtigt. Helen setzt sich in ein Flugzeug und kommt einige Zeit später nach.

Von Dr. David Titford und Dr. Simon Khal wird der Familie nach einer Operation eröffnet, dass sich Junes Krebserkrankung nach rund dreijährigem Kampf weiter ausgebreitet hat, es zeichnet sich ab, dass sie bald sterben wird. Das in etwas mehr als zwei Wochen stattfindende Weihnachtsfest wird sie vermutlich nicht mehr erleben. Mit dem Palliativteam bestehend aus Connor und Jenny hatte sie ihre Optionen bereits zuvor besprochen. Betreut wird June unter anderem von Pfleger Angel und Schwester Nancy.

Nachdem die Wohnung von June, Bernie und Connor unter Wasser steht, weil Bernie in der Aufregung vergessen hatte, das Wasser abzudrehen, diskutieren die Geschwister, ob ihre Mutter nach ihrer Entlassung bei Molly oder Julia untergebracht werden soll. June entscheidet sich allerdings dafür, im Krankenhaus zu bleiben. Nach einem Streit zwischen Molly und Julia erstellt Molly einen Plan, wer von den beiden zu welchen Zeiten ihre Mutter besuchen darf, sodass sie sich nicht begegnen müssen. Nach einem Gespräch mit ihrer Mutter über das ungeborene Kind realisiert Helen, dass ihr Kind im Gegensatz zu den Kindern von Molly und Julia keine Großmutter haben wird. Helen gesteht Julia, dass sie sich von ihrem Partner Matt bereits vor einiger Zeit getrennt hat. Vater des Kindes ist Gustav, der allerdings keine Verantwortung für das Kind übernehmen möchte und bereits zuvor als Samenspender bei einer anderen Bekannten diente.

Als June von Mollys Besuchsplan erfährt, lässt June Molly und Julia zu sich ins Krankenhaus kommen. Mit den beiden schreibt sie in einem Brief an das ungeborene Kind von Helen, dass die beiden Töchter Helen und ihr Kind unterstützen werden und sie die beiden liebt, und noch mehr, wenn sich diese vertragen. Molly gesteht ihrer großen Schwester, dass sie als Kind genauso sein wollte wie Julia und sich verlassen fühlte, als diese ausgezogen ist, als Molly 13 war. Julia ihrerseits beneidet ihre kleine Schwester darum, dass sie mit Jerry einen Ehemann hat, der für sie und ihre Kinder da ist, während Julias Partner Tom in der Welt unterwegs ist und sie sich alleine um ihre Kinder kümmern muss. Außerdem lastet sehr viel Druck auf ihr, weil sie viele Probleme der Familie alleine stemmen musste und Schuldgefühle hat, weil sie nicht genügend Zeit für ihre Kinder aufbringen kann. Nach einer Aussöhnung beschließen Molly und Julia, dass sie das Weihnachtsessen gemeinsam zubereiten, zur Freude ihrer Mutter.

Connor wirft seinem Vater unangemessenes Verhalten angesichts des bevorstehenden Todes seiner Frau vor und fragt ihn, ob er sie überhaupt noch liebt. Bernie verabschiedet sich darauf in ein Pub, wo er auf einer Bühne den Gästen erzählt, dass er ein schlechter Vater und zuletzt kein guter Ehemann war, bevor er das Lied Georgia on My Mind zum Besten gibt, wobei er das Wort Georgia teilweise durch June ersetzt. Bernie wird dabei von Connor beobachtet, Vater und Sohn nähern sich darauf wieder an.

Zu Weihnachten führen Junes Kinder und Enkelkinder für sie ein Krippenspiel im Krankenzimmer auf. Die Familie stellt schließlich fest, dass June während der Aufführung für immer eingeschlafen ist. Im darauffolgenden Jahr feiert die Familie Weihnachten gemeinsam. Helen ist mittlerweile Mutter eines Kindes, für June wurde ein Platz am Tisch freigehalten und Bernie erhebt das Glas auf June. Währenddessen wird der Brief von June an ihren Enkel vorgelesen, den sie nicht mehr kennengelernt hat.

Synchronisation

Die deutsche Synchronisation übernahm die VSI Synchron GmbH. Das Dialogbuch schrieb Verena Ludwig, Dialogregie führte Klaus Bauschulte.[4]

Rolle Darsteller Synchronsprecher[4]
June Helen Mirren Karin Buchholz
Julia „Jules“ Kate Winslet Ulrike Stürzbecher
Helen Toni Collette Christin Marquitan
Molly Andrea Riseborough Maria Koschny
Alfie James Trevelyan Buckle Wanja Gisbertz
Ben „Benji“ Benjamin Shortland Keanu Peters
Bernard „Bernie“ Timothy Spall Tobias Lelle
Billy Dexter Saville Liya Tolaz
Connor Johnny Flynn Tim Schwarzmaier
Dr. David Titford Jeremy Swift Hans Hohlbein
Dr. Simon Khal Raza Jaffrey Viktor Neumann
Ella Flora Jacoby Richardson Asya Tolaz
Jerry Stephen Merchant Alexander Doering
Pfleger Angel Fisayo Akinade Jeremias Koschorz
Sydney Nancy Hannan Rosa Blankenburg
Tibalt Elias Whittaker Lilia Peters

Produktion und Hintergrund

Der Film wurde von Working Title Films produziert, als Produzenten fungierten Kate Solomon und Kate Winslet.[5][3] Die Dreharbeiten fanden an 35 Drehtagen ab März 2025 statt.[6]

Die Kamera führte Alwin H. Küchler, die Musik schrieb Ben Harlan, die Montage verantwortete Lucia Zucchetti. Das Production-Design gestaltete Alison Harvey und das Kostümdesign Grace Clark.[3][2]

Schauspielerin Kate Winslet gab mit diesem Film ihr Regiedebüt, das Drehbuch schrieb ihr Sohn Joe Anders.[7][8] Die Grundidee entstand durch Winslets eigene Erfahrung, nachdem sie ihre Mutter 2017 nach einer Krebserkrankung verlor.[6] In den USA erhielt der Film ein R-Rating.[5]

Veröffentlichung

Premiere war am 3. Dezember 2025 im Curzon Mayfair Cinema in London.[9][10] Am 12. Dezember 2025 kam der Film in den USA und im Vereinigten Königreich in ausgewählte Kinos.[7][5]

Auf Netflix wurde der Film am 24. Dezember 2025 veröffentlicht.[11]

Rezeption

Am 26. Dezember 2025 waren 37 der 57 bei Rotten Tomatoes aufgeführten Kritiken positiv.[5]

Lutz Granert vergab auf filmstarts.de 3,5 von 5 Sternen. Das sehr persönliche Regiedebüt von Kate Winslet mit einem spielfreudigen Ensemble erzähle eine tragische weihnachtliche Familiengeschichte, die streckenweise tief berühre und Kitsch weitestgehend ausspare. Der mitunter etwas sehr grelle Humor passe allerdings nicht so ganz zur Besinnlichkeit der Festtage.[12]

Filmdienst bezeichnete die Produktion als berührenden Weihnachts-Familienfilm jenseits jeden Wohlfühlkitschs, der nah und unprätentiös an den hervorragend gespielten Figuren bleibe und feinfühlig deren emotionalen Reaktionen auf den nahenden Tod und aufeinander auslote. Dabei würden in das schmerzhafte Sterbedrama-Thema auch tragikomische Töne einfließen, die nicht wie künstliche Aufheller wirkten, sondern sich stimmig aus den markanten Charakteren ergeben.[3]

Oliver Armknecht vergab auf film-rezensionen.de fünf von zehn Punkten. Das Drama locke mit einem prominenten Ensemble. Doch das versammelte schauspielerische Talent könne die diversen inhaltlichen Schwächen nicht ausgleichen: Die Figuren schwankten zwischen nichtssagend und überzeichnet, langjährige Probleme würden auf Knopfdruck gelöst, dazu gebe es Kitsch.[13]

Jonas Schilberg (33 von 100 Punkte) kritisierte auf filmpluskritik.com, dass die Dialoge nicht überzeugten. Augenzwinkernde Ansätze würden verschenkt. Ob dieses Werk auch ohne seine prominenten Stars Aufmerksamkeit bekommen hätte, sei kaum vorstellbar.[14]

Literatur

  • 2026: Patrick Heidmann: Goodbye June. in: epd Film 1/26: S. 26–27

Weblinks

  • Goodbye June bei Netflix
  • Goodbye June bei IMDb
  • Goodbye June in The Movie Database

Einzelnachweise

  1. ↑ Goodbye June bei Netflix
  2. ↑ a b Goodbye June. In: fernsehserien.de. Abgerufen am 13. November 2025. 
  3. ↑ a b c d Goodbye June. In: Lexikon des internationalen Films. Filmdienst, abgerufen am 19. Dezember 2025. 
  4. ↑ a b Goodbye June (2025). In: Deutsche Synchronkartei. Abgerufen am 25. Dezember 2025. 
  5. ↑ a b c d Goodbye June. In: Rotten Tomatoes. Fandango, abgerufen am 26. Dezember 2025 (englisch). 
  6. ↑ a b Sumiko Wilson: Meet Our Winter Cover Star: Kate Winslet. In: smagazineofficial.com. 4. November 2025, abgerufen am 13. November 2025. 
  7. ↑ a b "Goodbye June": Kate Winslet Regiedebüt basiert auf einem Skript ihres Sohnes. In: gala.de/SpotOnNews. 28. August 2025, abgerufen am 13. November 2025. 
  8. ↑ Hilary Lewis: Kate Winslet to Make Directorial Debut With ‘Goodbye June’ for Netflix. In: hollywoodreporter.com. 16. Februar 2025, abgerufen am 13. November 2025 (englisch). 
  9. ↑ Kate WinsletIm Partnerlook mit Sohn auf dem roten Teppich. In: stern.de. 4. Dezember 2025, abgerufen am 4. Dezember 2025. 
  10. ↑ Kate Winslet: Seltener Red-Carpet-Auftritt mit ihrem Sohn. In: gala.de. 4. Dezember 2025, abgerufen am 4. Dezember 2025. 
  11. ↑ Goodbye June. In: filmstarts.de. Abgerufen am 13. November 2025. 
  12. ↑ Lutz Granert: Goodbye June. In: filmstarts.de. Abgerufen am 18. Dezember 2025. 
  13. ↑ Oliver Armknecht: Goodbye June. In: film-rezensionen.de. 25. Dezember 2025, abgerufen am 25. Dezember 2025. 
  14. ↑ Jonas Schilberg: Goodbye June - Kritik: Schmalziger als jeder Krapfen. In: filmpluskritik.com. 23. Dezember 2025, abgerufen am 25. Dezember 2025. 
  • Weitere Filmlinks:
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Kindersterblichkeit

Noir24admin Sterben 22. Juni 2026
Der Mecklenburger Müller Kohne verlor 1604 innerhalb von nur zwei Wochen neun seiner Kinder. Auf dem zum Andenken gestifteten Epitaph sind die Kinder mit weißen Totenhemden dargestellt.

Kindersterblichkeit beziffert den Anteil der Kinder, die im Zeitraum der ersten fünf Lebensjahre sterben, bezogen auf 1000 Lebendgeburten. Die Sterblichkeit im ersten Lebensjahr bezeichnet man als Säuglingssterblichkeit. Laut UNICEF ist Mangelernährung die Hauptursache für Kindersterblichkeit.

In Deutschland betrug die Kindersterblichkeit 2006 3,8 pro 1000 Lebendgeburten,[1] in Österreich 3,6 pro 1000 Lebendgeburten.[2] Für die Schweiz wird die Zahl für 2008 auf etwa 4 geschätzt.[3]

Ursachen

Perinatale Komplikationen sind Hauptursache für die Kindersterblichkeit. Diese steht vor allem in Entwicklungsländern zu über 50 % in Zusammenhang mit Mangelernährung. In Subsahara-Afrika verursachen auch Malaria und Aids einen großen Teil der Kindersterblichkeit.[4] Nach Angaben von UNICEF sind Durchfall und Pneumonien für fast ein Drittel der Todesfälle bei unter Fünfjährigen weltweit verantwortlich, das entspricht über zwei Millionen Toten. 90 % dieser Todesfälle ereignen sich in Subsahara-Afrika und Südasien.[5]

Historische Entwicklung

Bei Jäger-und-Sammler-Gesellschaften und bis weit in die historische Zeit hinein lag die Sterblichkeit so hoch, dass etwa 27 % der Kinder das erste Jahr nicht überlebten, 47 % starben vor Erreichen der Pubertät.[6]

Anteil lebend geborener Kinder, die starben, bevor sie fünf Jahre alt wurden

Im Mittelalter war die Kindersterblichkeit in Europa sehr viel höher als heute. Das Lexikon des Mittelalters gibt an, dass mehr als die Hälfte der Kinder keine 14 Jahre alt wurden. Seit dem Beginn der Aufklärung ist die Sterblichkeit von Kindern rapide gesunken. Die Kindersterblichkeit in den reichen Ländern liegt heute weit unter einem Prozent. In der frühen Neuzeit war die Kindersterblichkeit sehr hoch; in Schweden starb im 18. Jahrhundert jedes dritte Kind und in Deutschland im 19. Jahrhundert jedes zweite Kind.[7]

Mit dem Rückgang der Armut und zunehmendem Wissen und Angebot im Gesundheitswesen sank die Kindersterblichkeit weltweit sehr schnell: von 18,2 % im Jahr 1960 auf 4,3 % im Jahr 2015.[7] Die Anstrengungen im Rahmen der Millenniums-Entwicklungsziele der Vereinten Nationen unterstützten diesen Prozess.

Die langfristige Entwicklung hat Ähnlichkeit mit anderen Bereichen des gesellschaftlichen Fortschritts. So gab es beispielsweise seit der Aufklärung ebenfalls große Verbesserungen bei Lebenserwartung, Alphabetisierung, Sicherheit und auch weniger Kriege.

Entwicklung in Deutschland

Im Jahre 1870 starben in Deutschland fast 250 von 1000 Kindern.[8] Dabei gab es starke regionale Unterschiede. So lag im 19. Jahrhundert die Sterblichkeit in der Donauregion bei etwa 35 %, in Südbaden, der Rheinebene und Nord-Württemberg bei unter 20 %. Zu beachten ist bei diesen Zahlen auch, dass die statistische Erfassung ungenau ist. So war etwa der Erfassungszeitraum nicht immer mit den ersten fünf Lebensjahren definiert, oder aus religiösen Gründen wurden tot geborene Kinder als nachgeburtliche Sterbefälle deklariert.[9]

Häufigste Todesursache war dabei Durchfall, wobei vor allem Kinder gefährdet waren, die nicht gestillt wurden. Ärmere Gesellschaftsschichten hatten dabei eine höhere Sterblichkeit als reiche.[4]

Entwicklung der Kindersterblichkeit in Deutschland (Tode pro 1000 Geburten)[10]

Die Kindersterblichkeit in Deutschland sank bis 1910 auf etwa 160, 1930 auf unter 100 und 1970 auf etwa 25.[8] Ursache für den Rückgang waren der wachsende Wohlstand, konsequentes Stillen sowie beratende, soziale und hygienische Maßnahmen und auch die Kinderheilkunde. Der Rückgang ab 1970 ist zu einem großen Teil auf eine Weiterentwicklung der Geburts- und Perinatalmedizin zurückzuführen.[4]

In Deutschland gibt es regionale Unterschiede bei der Säuglingssterblichkeit. Im Jahre 2004 starben in Nordrhein-Westfalen 5 Kinder pro 1000 Geburten, wobei im Bundesland selbst eine Ungleichverteilung von 3,3 im Rhein-Sieg-Kreis bis 8,7 in Gelsenkirchen zu verzeichnen war. Auch gab es Unterschiede nach der Staatsangehörigkeit. So starben in Nordrhein-Westfalen 4,6 Kinder pro 1000 Geburten von Eltern deutscher Staatsangehörigkeit, aber 11,1 von Eltern mit ausländischer Staatsangehörigkeit. In Baden-Württemberg und Bayern betrug die Sterblichkeit 3,4.[4]

Kindersterblichkeit weltweit

Kindersterblichkeit 2016 (Tode pro 1000 Geburten)[11]
Kindersterblichkeitsrate (Tode pro 1000 Geburten)

Nach Angaben von UNICEF aus dem Jahr 2009 starben damals pro Jahr 8,8 Millionen Kinder unter fünf Jahren, viele davon an Unterernährung oder Krankheiten, die leicht zu verhindern/behandeln wären. Allein 40 % aller Todesfälle ereigneten sich in den ersten 28 Lebenstagen. Lungenentzündung, Durchfall und Malaria sind die häufigsten Krankheiten. Bis 2012 sank die Zahl auf etwa 6,6 Millionen Kinder unter fünf Jahren.[12] 44 Prozent davon verstarben in den ersten 28 Lebenstagen. Die häufigsten Todesursachen waren Geburtskomplikationen, Pneumonie, Diarrhoe und Malaria.

Die geringste Kindersterblichkeit gibt es laut der WHO trotz großer Schwankungen zwischen den Ländern in der Europäischen Region. Hier kommen auf 1000 Lebendgeburten 7,9 Todesfälle innerhalb der ersten fünf Lebensjahre (2010).[13] Die meisten Kindertode werden in Afrika südlich der Sahara und in Südasien verzeichnet, wobei in fünf Ländern etwa die Hälfte aller Todesfälle registriert werden: Indien, Nigeria, die Demokratische Republik Kongo, Pakistan und Äthiopien. In allen diesen Ländern gibt es große Unterschiede im Gesundheitszustand der Bevölkerung – sowohl zwischen ländlichen und städtischen Gebieten als auch zwischen Arm und Reich.

Jedoch gibt es auch Fortschritte. In einigen der ärmsten Länder konnten bedeutende Erfolge erzielt werden. So konnte beispielsweise Malawi seine Kindersterblichkeitsrate innerhalb von 20 Jahren um fast die Hälfte senken. Maßnahmen waren: Erhöhung der Anzahl von Hebammen, eine wesentlich verbesserte Impfungsquote und Investitionen in eine verbesserte Kinderernährung.[14]

In Venezuela hingegen stieg die Kindersterblichkeit im Jahr 2016 wegen der schweren Versorgungskrise nach jahrelanger Misswirtschaft um mehr als 30 %.[15]

Siehe auch

  • Liste der Länder nach Kindersterblichkeitsrate

Weblinks

Commons: Kindersterblichkeit – Sammlung von Bildern und Videos
Wiktionary: Kindersterblichkeit – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
  • CIA World Fact Book 2013: Kindersterblichkeit nach Ländern
  • Todesursachen von Kindern in den USA 1996 Altersgruppe 1–4 Jahre (englisch)
  • Millennium Development Goals:Child Mortality – Todesursachen und Häufigkeit in Entwicklungsländern (englisch)
  • UNICEF Deutschland: Zahl kindlicher Todesfälle sinkt erstmals unter 10 Millionen

Fußnoten

  1. ↑ START INS LEBEN – Einflüsse aus der Umwelt auf Säuglinge, ungeborene Kinder und die Fruchtbarkeit (PDF; 2,2 MB). Umweltbundesamt, abgerufen am 26. Sept. 2008.
  2. ↑ @1@2Vorlage:Toter Link/www.goeg.atGesundheit Österreich GmbH, Leistungsfähigkeit des österreichischen Gesundheitssystems im Vergleich, Juli 2008, S. 12 (Seite nicht mehr abrufbar, festgestellt im Juni 2021. Suche im Internet Archive)
  3. ↑ Infant mortality rate. (Memento des Originals vom 7. Februar 2018 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.cia.gov In: cia.gov. 4. Sept. 2008.
  4. ↑ a b c d Oliver Razum, Jürgen Breckenkamp: Kindersterblichkeit und soziale Situation. Ein internationaler Vergleich. In: Deutsches Ärzteblatt. Köln 43.2007, 104.
  5. ↑ Pneumonia and diarrhoea. Tackling the deadliest diseases for the world’s poorest children (PDF; 5,9 MB).
  6. ↑ Anthony A. Volk, Jeremy A. Atkinson: Infant and child death in the human environment of evolutionary Adaptation. In: Evolution and Human Behavior 34,3 (Mai 2013) S. 182–192.
  7. ↑ a b Child Mortality - Our World in Data, Kindersterblichkeit, 1751–2013. Die Daten stehen unter der Lizenz Creative Commons BY license., abgerufen am 2. Mai 2019
  8. ↑ a b Kindersterblichkeit und soziale Situation. Ein internationaler Vergleich. In: aerzteblatt.de. Dtsch. Arztebl. 43.2007, 104, A-2950 / B-2599 / C-2520.
  9. ↑ Stefanie Kölbl: Dissertation – Das Kinderdefizit im frühen Mittelalter – Realität oder Hypothese? Geowissenschaftliche Fakultät der Eberhard-Karls-Universität, Tübingen 2004, S. 29–30. (PDF-Datei; 3,3 MB).
  10. ↑ World Population Prospects – Population Division – United Nations. Abgerufen am 26. November 2017. 
  11. ↑ https://data.worldbank.org/indicator/SH.DYN.MORT?most_recent_value_desc=false
  12. ↑ Committing to Child Survival: A Promise Renewed Progress Report 2013.
  13. ↑ Demografischer Wandel, Lebenserwartung und Mortalitätstrends in Europa: Faktenblatt (PDF; 1,1 MB).
  14. ↑ 20 Jahre Kinderrechte (Memento des Originals vom 4. Juli 2010 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.unicef.de (PDF; 135 kB).
  15. ↑ Ministerin wegen Zahlen zur Kindersterblichkeit in Venezuela entlassen. In: aerzteblatt.de. 12. Mai 2017, abgerufen am 18. Februar 2024. 
Normdaten (Sachbegriff): GND: 4136497-1 (GND Explorer, lobid, OGND, AKS)



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Fachzentrum Trauerseelsorge des Bistums Limburg

Noir24admin Sterben 22. Juni 2026
Kirche St. Michael von Südwesten
Logo des Fachzentrums Trauerseelsorge St. Michael
Logo der Begräbniskirche St. Michael
Logo des Bistums Limburg

Das Fachzentrum Trauerseelsorge des Bistums Limburg ist eine sogenannte Profilkirche des Bistums Limburg. Das zentrale Ziel der Arbeit des Zentrums ist ein versöhnter Umgang mit Abschied, Sterben und Tod auf der Grundlage christlicher Hoffnung auf Auferstehung.[1] Darüber hinaus wurden in der Kirche des Zentrums bis zum Beginn des Umbaus in eine Begräbniskirche auch regelmäßige Gottesdienste gefeiert. Auch nach dem Umbau sollen noch Gottesdienste zusätzlich zu den Trauerfeiern in der Kirche stattfinden, regelmäßige Eucharistiefeiern kann es jedoch nicht geben, da das Zentrum keinen eigenen Priester mehr hat. Während des Umbaus findet Freitags ein Wortgottesdienst für Trauernde in der Kapelle des Zentrums statt. Das Zentrum befindet sich in Frankfurt-Nordend in einem Wohngebiet.

Geschichte

Ort des Taufgedenkens im Eingangsbereich
Ort des Totengedenkens im Altarraum
Kapelle im Fachzentrum Trauerseelsorge

2004 führte der damalige Bischof des Bistums Limburg Franz Kamphaus eine Visitationsreise durch die Kirchengemeinden in Frankfurt am Main durch. Ein Ergebnis war mit Blick auf die Großstadt Frankfurt, wie eine Metropole mit dem Sterben und dem Tod umgeht und wie Christen besondere Zeichen setzen können.[2] Am 15. Januar 2007 unterzeichnete Bischof Franz Kamphaus die Urkunde über die Errichtung eines Zentrums für Trauerseelsorge in der ehemaligen Pfarrkirche St. Michael im Frankfurter Stadtteil Nordend. Diese Urkunde wurde zum 1. Juli 2007 wirksam.[3]

Das Zentrum ist eine pastorale Einrichtung des Bistums[3] in Verantwortung des Bereiches Pastoral und Bildung (Stand: 9/2025).[4] Verantwortet wurde das Angebot bis 2019 von einem Pfarrer der Priestergemeinschaft Oratorium des Heiligen Philipp Neri und einer Ordensschwester der Congregatio Jesu und seit dem 1. Januar 2020 von der Pastoralreferentin Verena Maria Kitz. 2020 begann ein Transformationsprozesses zur Umstrukturierung in dem Bistum Limburg. Im August 2024 erfolgte die Umbenennung des „Zentrums für Trauerseelsorge“ in „Fachzentrum Trauerseelsorge“. Die inhaltliche Ausrichtung blieb jedoch unverändert. Es erfolgte eine Anpassung an neue Begrifflichkeiten in Folge des Transformationsprozesses. Frau Kitz begleitet die Planungen für die erste Urnenbegräbniskirche im Bistum Limburg und arbeitete in Kooperation mit der Stadtkirche an der Neuformatierung des Konzeptes des Zentrums für Trauerpastoral.[5] Es war die erste Einrichtung dieser Art in Deutschland.

Zum 28. Juli 2023 wurde durch den Bischof von Limburg Georg Bätzing die Kirche St. Michael und ihre Altäre profaniert.[6] Im Laufe des Jahres 2025 begann die bauliche Umgestaltung der Kirche zu der ersten Begräbniskirche für Urnen in Hessen mit 2500 Begräbnisplätzen.[7][8][9]

Programm

Das Angebot des Hauses ist christlich geprägt, richtet sich jedoch an Menschen aller Konfessionen, Weltanschauungen und Kulturen. Das Team veröffentlicht halbjährlich ein Programm. Das Zentrum bietet Seelsorge und Beistand im Sterben und bei Todesfällen; Sterbebegleitung; Begleitung für Hinterbliebene in Einzel- oder Gruppengesprächen; Informationsveranstaltungen über Abschied, Vergänglichkeit, Sterben und Tod und die Qualifizierung ehrenamtlicher Mitarbeiter. Es ist ein Ort des Totengedenkens im persönlichen Gebet oder der Fürbitte in Gemeinschaft im Gottesdienst. Intern und extern werden Vorträge und Seminare zu Themen wie der Bestattungskultur, Patientenverfügung oder Klagelieder angeboten. Es gibt Rundgänge über Friedhöfe in Frankfurt und Umgebung. Als Fachstelle des Dezernats Pastorale Dienste im Bischöflichen Ordinariat des Bistums Limburg werden kirchliche Interessen und Positionen im Bereich der Trauerpastoral formuliert. Das Zentrum besitzt eine kleine Kapelle als Raum zur Abschiedsnahme, in dem auch Aufbahrungen möglich sind. Für Beerdigungsveranstaltungen steht ein Saal zur Verfügung. Eine Fachbibliothek umfasst die Themengebiete Trauerpastoral mit dem Schwerpunkt Trauerbegleitung und Bestattungskultur. Die Kirche ist an Nachmittagen stundenweise zur Andacht geöffnet.

Umgestaltung

Die Umwandlung der Gemeindekirche in die Kirche des Zentrums für Trauerseelsorge führte in ihrem Inneren zu zwei liturgischen Akzentsetzungen: Es wurden ein Ort des Taufgedenkens und ein Ort des Totengedenkens eingerichtet. Der Ort des Taufgedenkens umfasste einen Taufbrunnen, der am Schnittpunkt der Laufachsen der beiden Eingänge aufgestellt wurde. Dieser wurde durch eine Stele aus Stein ergänzt, die als Kerzenständer für die Osterkerze diente und an der Stelle des alten Taufbeckens aufgestellt wurde. Das Bodenmosaik von Ludwig Becker wurde von der Kirche in den Eingangsbereich des Zentrums transferiert. Der Ort des Totengedenkens lag vor dem Altarraum zwischen den ersten Bankreihen und bestand aus einer in den mit Schiefer belegten Boden eingefügten und von vier Kerzenleuchtern umstandenen Platte aus Sandstein. Auf dieser lag das Totenbuch mit den Namen der Verstorbenen aus der Pfarrei St. Michael (bis 2007) bzw. St. Josef. Bei Requien oder Abschiedsfeiern konnte hier der Sarg bzw. Blumen und Kerzen platziert werden. Ein von Georg Meistermann für die 2005 abgerissene Kirche St. Raphael in Berlin-Gatow geschaffenes Glasfenster wurde 2012 in der Kapelle des Zentrums für Trauerseelsorge neben der Kirche eingebaut.

Bei dem Umbau zur Begräbniskirche im Jahr 2025 für 2500 Urnen[10] erfolgt eine Umgestaltung des Innenraums in neun große und zwei kleinere offene Kreise, die sich in dem langgezogenen Raum verteilen. Darüber hinaus entstehen runde Sitzbereiche auf dem Vorplatz der Kirche und zwei kreisförmige Urnenwände sowie das „Ewigkeitsgrab“ im Kirchgarten nach einem Entwurf des Architektenbüros Meixner, Schlüter und Wendt.[11] bei der Umgestaltung bleibt der lichterfüllte hohe Raum erhalten. Die Urnenplätze werden in 2,50 Meter hohen offenen Ringen angelegt, die ein Motiv des ursprünglichen Architekten der Kirche Rudolf Schwarz aufgreift. Die Öffnung stellt ein Schwelle vom Weltlichen zum Ewigen, zwischen Diesseits und Jenseits dar. Die unterschiedlich weiten Zylinderfragmente sind entlang der von dem Taufbrunnen und dem Altar bestimmten Längsachse angeordnet. Die Figur von Kreis und Zylinder taucht auch in den Außenbereichen in den kreisförmigen Sitzbereichen auf.[12] In den Urnenwänden aus Beton werden die Urnen in Kammern aus Holz bestattet. Die Umrisse der Urnen sind Milchglasscheiben zu erkennen. Nach einer 15-jährigen Ruhezeit soll die Asche aus den Urnen im angeschlossenen Trauergarten einen Platz finden. Die Begräbniskirche soll feste Öffnungszeiten haben, bei denen immer eine Ansprechperson vor Ort ist. Gegenüber dem Eingangsbereich wird sich ein neu gestalteter Gesprächsraum befinden. Angemessene Kulturveranstaltungen wie Konzerte, Lesungen und Theateraufführungen sind geplant.[13] Anfang November 2025 war eine Eröffnung der Begräbniskirche für das erste Quartal 2026 geplant. Die Kosten für die letzte Ruhestätte wurden zu diesem Zeitpunkt auf weniger als 3000 € angesetzt. Die Kirche hat als Begräbniskirche eine eigene Friedhofssatzung und gilt damit offiziell als Friedhof.[14]

Kirche und Pfarrgemeinde

Das Zentrum befindet sich auf dem Gemeindegebiet der Pfarrei St. Josef Frankfurt am Main, die seit dem 1. Januar 2015 eine Pfarrei neuen Typs ist, in deren Gemeindegebiet sich vier Kirchen als sogenannte Kirchorte und zwei Kirchen als sogenannte Profilkirchen befinden. Eine dieser Profilkirchen ist die zum Zentrum gehörende Kirche St. Michael, die für die Veranstaltungen und Gottesdienste des Zentrums genutzt wurde. Die Gebäude wurden bis 2019 von der Stadtkirche Frankfurt am Main verwaltet. Die Kirche und das Fachzentrum sind seit der Umstrukturierung zu dem Fachzentrum Trauerseelsorge zum 1. Januar 2020 in der Zuständigkeit und Verwaltung des Bistums.

Die Kirche war darüber hinaus Filialkirche der Pfarrei St. Josef mit noch rege Zusammenarbeit besteht. Jetzt befindet sie sich in direkter Trägerschaft des Bistums Limburg. Zu der Pfarrgemeinde St. Josef gehören seit 2020 nur noch der Philipp Neri Saal, die Bücherei der Pfarrei und eine kleine Küche.

Verkehrsanbindung

Die Kirche St. Michael ist von den Haltestellen Nibelungenplatz/FH und Münzenberger Straße der Linie 18 in der Friedberger Landstraße und von der Haltestelle Nibelungenplatz/FH der Omnibus-Linien 30 und 32 in wenigen Minuten zu Fuß zu erreichen.

Siehe auch

  • Liste der Friedhöfe in Frankfurt am Main

Weblinks

Commons: Fachzentrum Trauerseelsorge des Bistums Limburg – Sammlung von Bildern
  • Fachzentrum Trauerseelsorge. Katholische Kirche - Bistum Limburg. Bistum Limburg Bischöfliches Ordinariat, 2024, abgerufen am 19. Juni 2025 (deutsch, Website der Trauerkirche St. Michael Frankfurt am Main). 
  • Urnenbeisetzungen: Begräbniskirche St. Michael Frankfurt am Main. Katholische Kirche - Bistum Limburg. Bistum Limburg Bischöfliches Ordinariat, 2024, abgerufen am 3. November 2025 (deutsch, Website der Begräbniskirche St. Michael Frankfurt am Main). 
  • Nachbarn im Jenseits – Die Begräbniskirche in Frankfurt. In: hr2-Kultur. Hessischer Rundfunk, 2. November 2025, abgerufen am 3. November 2025 (deutsch, Podcast aus der Reihe hr2 Camino).  Download. (MP3; 23,9 MB; 26:10 min.) In: https://hrardmediathek-a.akamaihd.net. 2. November 2025, abgerufen am 3. November 2025 (deutsch). 
  • St. Josef Frankfurt. Katholische Kirche - Bistum Limburg. Katholische Kirchengemeinde St. Josef Frankfurt am Main, 2025, abgerufen am 19. Juni 2025 (deutsch, Website der Pfarrei St. Josef Frankfurt am Main). 

Einzelnachweise

  1. ↑ St. Michael. Katholische Kirche - Bistum Limburg. Bistum Limburg Bischöfliches Ordinariat, 2024, abgerufen am 13. Juni 2024 (deutsch, Website der Trauerkirche St. Michael Frankfurt am Main). 
  2. ↑ Sonja Thelen: Trauer trifft jeden. Frankfurter Rundschau, 25. November 2011, archiviert vom Original (nicht mehr online verfügbar) am 27. August 2014; abgerufen am 13. Juni 2024 (deutsch). 
  3. ↑ a b Dekret des Bischofs Franz Kamphaus vom 15.01.2007. Veröffentlicht im Amtsblatt des Bistums Limburg 2007 Nr. 2 vom 01.02.2007 Nr. 448: Urkunde über die Errichtung der Profilkirche "St. Michael - Zentrum für Trauerpastoral", Frankfurt am Main. In: Webseite der Pfarrgemeinde St. Josef Frankfurt. Bistum Limburg Bischöfliches Ordinariat, 1. Februar 2007, abgerufen am 13. Juni 2024 (deutsch). 
  4. ↑ Organigramm Bischöfliches Ordinariat Bistum Limburg. (PDF; 123 kB) In: Internetauftritt des Bistums Limburg. Bistum Limburg Bischöfliches Ordinariat, 1. Juli 2025, abgerufen am 1. September 2025 (deutsch). 
  5. ↑ Bistum Limburg Bischöfliches Ordinariat: Unser Team. Wir bieten Ihnen Hilfe und Begleitung in der Trauer. In: Webseite des Fachzentrums Trauerseelsorge. 2024, abgerufen am 16. April 2025 (deutsch). 
  6. ↑ Amtsblatt des Bistums Limburg Nr. 1. (PDF; 7,6 MB) Katholische Kirche - Bistum Limburg. Verlag des Bischöflichen Ordinariats Limburg, 2. Januar 2023, abgerufen am 4. November 2025 (deutsch, S. 181; Nr. 107 Profanierung der Kirche St. Michael in Frankfurt und der in ihr befindlichen Altäre). 
  7. ↑ Die Begräbniskirche. Unsere Kirche wird im Lauf des Jahres 2025 zu ersten Urnenbegräbniskirche Hessens umgestaltet. Sie bietet Platz für 2500 Urnen in ästhetischer, würdevoller Umgebung der denkmalgeschützten Kirche von Rudolf Schwarz. In: Webseite des Fachzentrums Trauerseelsorge. Bistum Limburg Bischöfliches Ordinariat, 2024, abgerufen am 16. April 2025 (deutsch). 
  8. ↑ Bautagebuch. Die Umbauarbeiten unserer Kirche St. Michael zur ersten Begräbniskirche Hessens haben begonnen. In unregelmäßigen Abständen geben wir hier einen kleinen Einblick in den Baufortschritt. In: Webseite des Fachzentrums Trauerseelsorge. Bistum Limburg Bischöfliches Ordinariat, 2024, abgerufen am 16. April 2025 (deutsch). 
  9. ↑ Jenny Tobien: Neue Form der Bestattung: Erste Urnenkirche in Frankfurt. In der denkmalgeschützten Kirche St. Michael in Frankfurt soll eine Urnenbegräbniskirche entstehen. Es ist nach Angaben des Bistums Limburg die erste in Hessen. Nicht nur Katholiken können sich dort bestatten lassen. In: hessenschau.de. Hessischer Rundfunk, 26. November 2023, abgerufen am 16. April 2025 (deutsch). 
  10. ↑ red: Der Umbau läuft. Platz für 2500 Urnen in der Trauerkirche St. Michael. In: Bornheimer Wochenblatt. Jahrgang 29, Nr. 8. Pressehaus Bintz-Verlag GmbH & Co. KG, Offenbach 22. Februar 2025. 
  11. ↑ Wie eine Umarmung. Hier entsteht Hessens erste Begräbniskirche wie eine schützende Umarmung. Ab Ende 2025 bietet unsere Kirche St. Michael Platz für 2500 Urnen, erste Interessenten gibt es bereits. Das Bistum Limburg ist Träger des Projekts, realisiert wird es gemeinsam mit dem Zentrum für Trauerseelsorge und der Pfarrei St. Josef, Bornheim. In: Webseite des Fachzentrums Trauerseelsorge. Bistum Limburg Bischöfliches Ordinariat, 2024, abgerufen am 16. April 2025 (deutsch). 
  12. ↑ Meixnet Schlüter Wendt: Begräbniskirche St. Michael. Frankfurt am Main, 2024. In: Webseite des Architekturbüros. 2024, abgerufen am 16. April 2025 (deutsch). 
  13. ↑ red: Baulärm für die ewige Ruhe. Im Nordend entsteht Hessens erste Begräbniskirche. In: Bornheimer Wochenblatt. Jahrgang 29, Nr. 16. Pressehaus Bintz-Verlag GmbH & Co. KG, Offenbach 19. April 2025. 
  14. ↑ Anne-Katrin Hochstrat: Hessens erste Begräbniskirche: Ein Ort für die Ewigkeit. Die katholische Kirche Sankt Michael mitten in Frankfurt wird für Gottesdienste nicht mehr gebraucht. Doch statt sie zu verkaufen und zu entweihen, hat sich das Bistum Limburg für eine andere Lösung entschieden: In Zukunft finden dort Urnenbestattungen statt. In: hessenschau.de. Hessischer Rundfunk, 2. November 2025, abgerufen am 3. November 2025 (deutsch). 
St. Hildegard Limburg an der LahnSt. Bonifatius Frankfurt-Sachsenhausen
Logo Bistum Limburg Maria-Hilf, Wiesbaden-Nordost
Heilig-Kreuz Frankfurt-BornheimSt. Michael Frankfurt-Nordend
Profilkirchen des Bistums Limburg

Jugendkirchen (2005):
Jugendkirche Crossover (in: St. Hildegard, Limburg an der Lahn) | Jugendkirche Jona (in: St. Bonifatius, Frankfurt-Sachsenhausen)
Jugendkirche Kana (in: Maria-Hilf, Wiesbaden-Nordost) 

Weitere Themenkirchen: Meditationskirche und Trauerkirche:
ehemalige Einrichtung: Heilig-Kreuz – Zentrum für christliche Meditation und Spiritualität (2007 bis 2025, in: Heilig-Kreuz, Frankfurt-Bornheim)
aktuelle Einrichtung: Fachzentrum Trauerseelsorge des Bistums Limburg und Begräbniskirche (ab 2007 bzw. 2026, in: St. Michael, Frankfurt-Nordend)

Weitere Einrichtungen:
Fachzentrum Spiritualität des Bistums Limburg (Namensänderung vorgesehen)

50.131178.69685Koordinaten: 50° 7′ 52,2″ N, 8° 41′ 48,7″ O




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Darwin Award

Noir24admin Sterben 22. Juni 2026

Der Darwin Award, deutsch Darwinpreis, ist ein sarkastischer Negativpreis, der von Biologiestudenten der Stanford University in den 1990er Jahren initiiert wurde. Er wird an Menschen verliehen, die sich auf Grund einer bemerkenswerten Fehleinschätzung oder eines besonders unüberlegten Missgeschicks selbst töteten, tödlich verunglückten oder sich zumindest unfruchtbar machten und so dafür sorgten, dass ihre Gene nicht an Nachkommen weitergegeben wurden. Eine gewisse Schadenfreude bei der Darstellung ist Teil des Konzepts.

Eine deutsche Webseite unter dem Namen „Darwinpreis, Verlierer im Roulette des Lebens“ beruft sich auf das amerikanische Vorbild.[1]

Idee, Ablauf, Kriterien

Die Initiatoren des Awards hatten den Gedanken, dass ein durch eigene Dummheit vermehrungsunfähiges Individuum seiner Art einen Gefallen tue, wenn es die weitere Verbreitung des eigenen Erbguts verhindere.[2] Die Mitinitiatorin und mittlerweile Hauptverantwortliche Wendy Northcutt bezeichnet den Darwin Award als einen Preis für alle, die dazu beitrügen, dass sich der Genpool der Menschheit verbessere, indem sie sich daraus entfernten.[3] Der Name bezieht sich auf Charles Darwin, bedeutender Beiträger zur Evolutionstheorie.

Ein möglicher Kandidat für den Award muss auf Grund einer bemerkenswerten Fehleinschätzung oder eines besonders unüberlegten Missgeschicks gestorben sein oder unfruchtbar geworden sein. Er muss dies selbst herbeigeführt haben, wobei es keine weiteren Todesopfer gab. Er muss urteilsfähig gewesen sein (keine Kinder oder Menschen mit geistigen Störungen) und das Ereignis muss bestätigt oder zumindest plausibel sein. In der ersten Buchausgabe der Darwin Awards waren auch Geschichten aus dem Bereich moderne Sagen enthalten.

Die Begebenheiten werden auf einer Website vorgestellt, wo online über den oder die jeweiligen Gewinner des Jahres abgestimmt wird.[4]

Geschichte

Die Darwin Awards sind eine Idee von Biologiestudenten der Stanford University in Kalifornien. Sie sammelten skurrile Fälle und Anekdoten und präsentierten sie auf einer Website der Universität. Nachdem die Seite sehr populär geworden war, wurde sie ausgelagert.

Die studierte Molekularbiologin und Neurowissenschaftlerin Wendy Northcutt, Mitinitiatorin der Awards, rief die Website darwinawards.com ins Leben und ist inzwischen Hauptverantwortliche des Projekts. Sie verfasste mehrere Bücher zum Thema und gab ihren regulären Beruf auf.[5]

Heute werden täglich neue Fälle eingestellt und von einer weltweiten Fan-Gemeinde diskutiert und beurteilt. Die Darwin Awards nehmen mittlerweile einen festen Platz in der Popkultur Nordamerikas ein. Über 1.000 Personen wurde der Preis verliehen.[5] Eine Auswertung der Geschlechterverteilung der Preisträger bis 2014 ergab, dass deutlich mehr Männer (89 %) als Frauen mit dem Darwin-Preis ausgezeichnet wurden.[6]

In Deutschland wurde 1997 in der Zeitschrift Spiegel Special über den Preis berichtet.[7] Durch einen Artikel im Nachrichtenmagazin Der Spiegel im Januar 1998 erlangte er eine größere Bekanntheit.[8]

Vergebene Darwin Awards (Auswahl)

Jahr Ort Vorfall Quelle
1990 Washington, USA Bei einem bewaffneten Raubüberfall auf einen Waffenladen schoss der Täter um sich, jedoch war unter anderem ein Polizist im Geschäft. Der Räuber wurde getötet, sonst wurde niemand verletzt. Er wurde als erste Person mit dem Darwin Award ausgezeichnet. [9]
1993 Toronto, Kanada Ein Rechtsanwalt warf sich gegen ein Fenster im 24. Stock eines Hochhauses, um die Stabilität der Fensterscheiben zu demonstrieren. Der Fensterrahmen gab jedoch nach und der Anwalt stürzte aus dem Gebäude. Er starb beim Aufprall unmittelbar. [10][11]
1997 Sorocaba, Brasilien Ein 25-jähriger Fahrradfahrer überquerte das Rollfeld eines brasilianischen Flughafens ohne das landende Flugzeug zu bemerken, weil er Musik auf seinem Walkman hörte. Das Flugzeug erfasste ihn und er starb. [12]
2004 Chiayi, Taiwan Zwei Studenten aus Taiwan wollten ihre Rangordnung ermitteln und um die Gunst einer Frau kämpfen. Um festzustellen, wer mutiger sei, fuhren sie mit ihren Motorrollern aufeinander zu, wobei derjenige, der zuerst ausweichen würde, verlieren sollte. Da keiner nachgab, starben beide an den Folgen des frontalen Zusammenpralls. Die Frau gab anschließend an, dass sie an keinem der beiden Interesse gehabt hatte. [13][14]
2008 Sauze d’Oulx, Italien Drei möglicherweise alkoholisierte Freunde montierten die Polsterung einer Sicherheitsabsperrung am unteren Rand einer Skipiste ab und rodelten auf dieser den Berg hinunter. Als sie auf die jetzt nicht mehr gepolsterte Sicherheitsabsperrung auftrafen, starb einer der drei. [15][16]
Florida, USA Ein Autofahrer, der sich während eines Staus erleichtern wollte, sprang über eine Leitplanke. Er übersah, dass sich direkt dahinter eine Schlucht befand. Er stürzte hinein und starb. [17]
2009 North Carolina, USA Eine 50-jährige Frau fuhr bei starkem Regenfall in eine aus diesem Grund polizeilich gesperrte Straße und stürzte mit ihrem Mofa in einen kleinen Fluss. Kurz nachdem sie von einem Polizisten gerettet worden war, sprang sie erneut in den Fluss und ertrank. Ihre Mutter vermutete, dass sie ihr Mofa bergen wollte. [18]
Dinant, Belgien Zwei Einbrecher wollten einen Geldautomaten aufsprengen und benutzten dazu so viel Sprengstoff, dass das gesamte Gebäude über ihnen einstürzte. Sie starben. Da sich außer ihnen niemand im Gebäude befand, gab es keine weiteren Todesopfer. [19]
2010 Daejeon, Südkorea Ein 40-jähriger Rollstuhlfahrer war erbost, weil die Aufzugtüren sich direkt vor ihm geschlossen hatten. Mit seinem Elektrorollstuhl fuhr er wütend mehrfach gegen die Aufzugtür. Diese gab nach und der Mann stürzte mit dem Rollstuhl vornüber in den Schacht. [3][20]
2012 Edremit, Provinz Balıkesir, Türkei Um ihr Feriendomizil vor Einbrechern zu sichern, hatten eine deutsche Rentnerin und ihr türkischer Mann, ein Maschinenbauingenieur in Rente, eine Selbstschussanlage gebaut. Die Fußmatte vor der Haustür aktivierte beim Betreten ein oberhalb der Tür installiertes Gewehr. Als das Paar einmal vergaß, die Anlage vor dem Betreten des Hauses abzuschalten, wurde der Mann von fünf Kugeln getroffen, seine Frau von dreien. Beide starben. [21][22]
2014 London, England Ein junges Pärchen hatte intensiven Sex auf einem Balkon. Die Frau saß dabei auf dem Geländer. Beide stürzten aus dem 6. Stock in die Tiefe und starben. [23][24]
2018 Andamanen, Indien John Allen Chau ließ sich illegal von Fischern auf die North Sentinel Island bringen. Er wollte die dort lebenden Sentinelesen trotz Kontaktverbot der indischen Regierung christlich missionieren. Chau versuchte mehrfach die Insel zu betreten und wurde, nachdem er Warnschüsse der Einheimischen ignoriert hatte, von diesen mit Pfeilen erschossen. [25][26]
2019 Fuji, Japan Der 47-jährige Tetsu Shiohara bestieg den höchsten Berg Japans außerhalb der offiziellen Wandersaison, unpassend ausgerüstet und bekleidet. Er übertrug seinen Aufstieg im Schnee in einem Livestream. Er erklärte seinen Zuschauern unter anderem, wie gefährlich die Gegend sei. Kurz darauf verlor er den Halt und stürzte in den Tod. [27][28][29]

Rezeption

Im Jahr 2002 erschien ein Hörbuch, in dem sich Hella von Sinnen und Dirk Bach ausgewählte, mit einem Darwin Award ausgezeichnete Begebenheiten auf heitere Weise vorlesen.[30]

Die Filmkomödie The Darwin Awards (2006) beruht teilweise auf den realen ausgezeichneten Fällen.

Siehe auch

  • Liste ungewöhnlicher Todesfälle
  • Liste der von ihren eigenen Erfindungen getöteten Menschen
  • 1000 Wege, ins Gras zu beißen, Dokusoap, 2008–2012

Literatur

  • Wendy Northcutt:
    • Die Darwin Awards die skurrilsten Arten, zu Tode zu kommen (= Goldmann, 45375). Goldmann, München 2003, ISBN 3-442-45375-5.
    • Neue Darwin Awards die skurrilsten Arten, zu Tode zu kommen (= Goldmann, 45376). Goldmann, München 2003, ISBN 3-442-45376-3.
    • Neueste Darwin Awards die skurrilsten Arten, zu Tode zu kommen (= Goldmann, 45881). Goldmann, München 2005, ISBN 3-442-45881-1.
    • Die Darwin-Awards: die skurrilsten Arten, zu Tode zu kommen (= Goldmann, 47517). Übersetzt von Almuth Dittmar-Kolb. Neuveröffentlichung, 1. Auflage, Goldmann, München 2011, ISBN 978-3-442-47517-9.

Weblinks

  • Darwin Awards
  • Deutsche Übersetzung, bis 2000
  • Darwinpreis.de, bis 2022

Einzelnachweise

  1. ↑ DarwinPreis.de Verlierer im Roulette des Lebens Darwinpreis, abgerufen am 12. November 2021.
  2. ↑ Darwin Awards. Auf: darwinawards.com; zuletzt abgerufen am 21. September 2020.
  3. ↑ a b Frank Preuß: Darwin Award für tödliche Dummheit. In: Westdeutsche Allgemeine Zeitung. Funke Mediengruppe, 9. Januar 2011, abgerufen am 4. November 2021. 
  4. ↑ Darwin Awards. Auf: darwinawards.com; zuletzt abgerufen am 21. September 2020.
  5. ↑ a b What a Way to Go: Woman Who Created the Darwin Awards Wants to be a Winner Someday (engl.) Berkley University, abgerufen am 4. November 2021.
  6. ↑ Lendrem, B.; Lendrem, D.; Gray, A.; Isaacs, J. (2014): The Darwin Awards: sex differences in idiotic behaviour (engl.) BMJ 2014;349:g7094 doi:10.1136/bmj.g7094.
  7. ↑ Tod, wo ist dein Stachel? Die unglaublichsten Unfälle der Welt in Spiegel Special 9/1997 vom 1. September 1997.
  8. ↑ Preise: Nackt im Löwengehege in Der Spiegel 2/1998 vom 5. Januar 1998.
  9. ↑ Wrong Time, Wrong Place. 1990 Darwin Award Winner (engl.), abgerufen am 4. November 2021.
  10. ↑ Der Tod hat seinen Preis (Memento vom 8. März 2010 im Internet Archive) (auf: web.de, abgerufen am 18. Dezember 2009).
  11. ↑ Lawyer Aloft. 1993 Darwin Award Winner (engl.), abgerufen am 4. November 2021.
  12. ↑ Darwin Award 1997: No Bike Lane at the Airport (engl.), abgerufen am 4. November 2021.
  13. ↑ Die Top Ten der Darwin-Award-Gewinner, Big.fmabgerufen am 4. November 2021.
  14. ↑ Rutting Contest. 2004 Darwin Award Winner (engl.), abgerufen am 4. November 2021.
  15. ↑ Wenn Dummheit tödliche Folgen hat, Rheinische Post, abgerufen am 4. November 2021.
  16. ↑ On the Piste. 2008 Darwin Award Winner (engl.), abgerufen am 4. November 2021.
  17. ↑ Dying To Go. 2009 Darwin Award Winner (engl.), abgerufen am 4. November 2021.
  18. ↑ Double Dip. 2009 Darwin Award Winner (engl.), abgerufen am 4. November 2021.
  19. ↑ Crushing Debt. 2009 Darwin Award Winner (engl.), abgerufen am 4. November 2021.
  20. ↑ Angry Wheelchair Man. 2010 Darwin Award Winner (engl.), abgerufen am 4. November 2021.
  21. ↑ Liebling, hast Du die Selbstschussanlage ausgestellt? Darwinpreis, abgerufen am 12. November 2021.
  22. ↑ Ferienhaus Eigene Selbstschussanlage tötet deutsch-türkisches Rentnerpaar, Spiegel, abgerufen am 12. November 2021.
  23. ↑ Beim Feiern in LondonTeenager stürzen beim Sex vom Balkon – und sterben, Focus, abgerufen am 4. November 2021.
  24. ↑ La Petite Mort. 2014 Darwin Award Winner (engl.), abgerufen am 4. November 2021.
  25. ↑ Le Monde, AFP: Américain tué par la tribu des Sentinelles: l’Inde appelée à laisser le corps sur l’île. In: LeMonde.fr. 28. November 2018, abgerufen am 5. Februar 2019 (französisch).
  26. ↑ The Missionary Position. 2018 Darwin Award Winner (engl.), abgerufen am 4. November 2021.
  27. ↑ Japanese hiker SLIPPED from top of Mt. Fuji on LIVE STREAM, YouTube, abgerufen am 4. November 2021.
  28. ↑ Pinnacle Of Stupidity. 2020 Darwin Award Winner (engl.), abgerufen am 4. November 2021.
  29. ↑ Auf Fuji verstorbener YouTuber gewinnt Darwin Award (engl.) Sumikai. Aktuelle Nachrichten aus Japan, abgerufen am 4. November 2021.
  30. ↑ Wendy Northcutt: Die Darwin Awards. 2 CDs: Für die skurrilsten Arten, zu Tode zu kommen. Hoffmann und Campe, 2002, ISBN 978-3-455-30267-7.



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Die vier letzten Dinge

Noir24admin Sterben 22. Juni 2026
Hieronymus Bosch, Die sieben Todsünden und die vier letzten Dinge, Detail: Tod
Hieronymus Bosch, Die sieben Todsünden und die vier letzten Dinge, Detail: Gericht
Hieronymus Bosch, Die sieben Todsünden und die vier letzten Dinge, Detail: Himmel
Hieronymus Bosch, Die sieben Todsünden und die vier letzten Dinge, Detail: Hölle

Die vier letzten Dinge (lat. quattuor novissima), auch die letzten Dinge (griech. ta eschata) sind Gegenstand der Eschatologie des Christentums. Die vier letzten Dinge werden in der Ordnung genannt, in der sie eintreten: Tod – Gericht – Himmel oder Hölle.[1]

Theologische Quellen und Entwicklungen

Das Apostolische Glaubensbekenntnis benennt ebenfalls die letzten Dinge, allerdings in anderer Reihenfolge und ohne die Hölle ausdrücklich zu nennen. Im zweiten Glaubensartikel über Jesus Christus heißt es: „gekreuzigt, gestorben und begraben, hinabgestiegen in das Reich des Todes, am dritten Tage auferstanden von den Toten, aufgefahren in den Himmel; […] von dort wird er kommen, zu richten die Lebenden und die Toten.“ Am Ende des Glaubensbekenntnisses wird der Glaube an die Auferstehung der Toten und das ewige Leben bekannt.

Nach Hans-Martin Barth war Martin Luther „mehr an der Auferweckung und an der Seligkeit des einzelnen Glaubenden interessiert als am Geschick der Menschheit oder gar der Zukunft des Alls.“ Auch die Frage nach dem Gericht sei für ihn zunächst zurückgetreten, weil sie sich sozusagen durch die Rechtfertigung erledigt habe. Wie sich die einzelnen Elemente der Eschatologie einander zuordnen, habe für Luther kein Problem dargestellt.[2]

In der Darstellung des christlichen Glaubens bei Friedrich Schleiermacher kommt den Lehren von den letzten Dingen nicht „der gleiche Werth“ zu „wie den bisher behandelten Lehren“.[3]

Der Katechismus der Katholischen Kirche behandelt im Ersten Teil, zweiten Abschnitt, Artikel 12 "Ich glaube das ewige Leben", KKK 1020–1060 die Punkte:[4]

  1. Das besondere Gericht
  2. Der Himmel
  3. Die abschließende Läuterung – das Purgatorium
  4. Die Hölle
  5. Das Letzte Gericht
  6. Die Hoffnung auf den neuen Himmel und die neue Erde

Künstlerische Rezeption

Bildende Kunst

  • In den vier Ecken des Werkes Die sieben Todsünden von Hieronymus Bosch sind die vier letzten Dinge dargestellt (siehe Bilder rechts)
  • Die vier letzten Dinge von Raphael Sadeler, um 1600, Serie von Kupferstichen, je 17 × 11 cm, Staatliche Graphische Sammlung München
  • Darstellung am Fürstenberg-Grabmal im Paderborner Dom, ca. 1616 (H. Gröninger)
  • Die vier letzten Dinge in der Benediktinerabtei Weltenburg bei Kelheim von den Brüdern Asam (1745)
  • Josef Stammel hat die vier letzten Dinge als überlebensgroße Standfiguren dargestellt.[5] Die ca. 1755–1760 geschaffene Figurengruppe befindet sich in der Stiftsbibliothek Admont (Steiermark),[6] dem größten klösterlichen Bibliothekssaal der Welt, und zählt zu den besten Werken des alpenländischen Barockskulptur.
  • Symbolische Darstellung der vier letzten Dinge am Chorgestühl der Abteikirche des Klosters Bronnbach (1778)

Musik

  • Joseph Leopold Eybler: Die vier letzten Dinge. Oratorium (1810)
  • Louis Spohr: Die letzten Dinge. Oratorium (1826)
  • Barry Jordan: Last things (for large orchestra) (1990/91) für großes Orchester
  • Horst Lohse: Die vier letzten Dinge (Quasi una Sinfonia da Requiem) (1996/97) für Orgel und großes Orchester

Literarische Verarbeitung

  • Angelus Silesius: Sinnliche Beschreibung der vier letzten Dinge (1675)
  • F. K. Waechter: Die letzten Dinge in siebenundsiebzig Stücken. Theaterstück (1992)
  • Andrew Taylor: Die vier letzten Dinge (2002). ISBN 3-552-04987-8

„Und denkst nit an dein eigen Schuldbuch,
Das du mußt vor den Richter bringen,
Wenns kommt zu den vier letzten Dingen?“

– Hugo von Hofmannsthal: Des Schuldknechts Weib in dem Theaterstück Jedermann

Literatur

  • Romano Guardini: Die letzten Dinge. Die christliche Lehre vom Tode, der Läuterung nach dem Tode, Auferstehung, Gericht und Ewigkeit. Werkbund Verlag, Würzburg 1940; Neuauflage: (= Topos Taschenbücher 461), Topos Verlagsgemeinschaft (Matthias-Grünewald-Verlag), Mainz 8. Auflage 2008, ISBN 978-3-8367-0461-8.
  • Karl Lehmann, Leo Scheffczyk, Rudolf Schnackenburg, Hermann Volk: Vollendung des Lebens – Hoffnung auf Herrlichkeit. Matthias-Grünewald Verlag, Mainz 1979, ISBN 3-7867-0804-5.
  • Lutz Malke: Zur Ikonographie der „Vier letzten Dinge“ vom ausgehenden Mittelalter bis zum Rokoko. In: Zeitschrift des Deutschen Vereins für Kunstwissenschaft. NF Bd. 30, 1976, ISSN 0044-2135, S. 44–66.
  • Marius Reiser: Die Letzten Dinge im Licht des Neuen Testaments. Patrimonium-Verlag, Heimbach/Eifel 2013, ISBN 3-86417-018-4.
  • Meinolf Schumacher: Ein Kranz für den Tanz und ein Strich durch die Rechnung. Zu Oswald von Wolkenstein „Ich spür ain tier“ (Kl 6). In: Beiträge zur Geschichte der deutschen Sprache und Literatur. Bd. 123, Nr. 2, 2001, ISSN 0005-8076, S. 253–273, doi:10.1515/bgsl.2001.2001.123.253.
  • Meinolf Schumacher: Gemalte Himmelsfreuden im Weltgericht. Zur Intermedialität der Letzten Dinge bei Heinrich von Neustadt. In: Michael Scheffel, Silke Grothues, Ruth Sassenhausen (Hrsg.): Ästhetische Transgressionen. Festschrift für Ulrich Ernst zum 60. Geburtstag (= Schriftenreihe Literaturwissenschaft. Bd. 69). WVT – Wissenschaftlicher Verlag Trier, Trier 2006, ISBN 3-88476-792-5, S. 55–80, Digitalisat.
  • Stefan von Kempis (Hrsg.): Eintauchen in die Weite des Seins. Päpste über Tod und ewiges Leben. Katholisches Bibelwerk, Stuttgart 2018, ISBN 978-3-460-32162-5.

Einzelnachweise

  1. ↑ Siehe z. B. Heinrich Schmid, Die Dogmatik der evangelisch-lutherischen Kirche. Dargestellt und aus den Quellen belegt, Gütersloh 1983, 10. Auflage, ISBN 3-579-04101-0, S. 394–411.
  2. ↑ Hans-Martin Barth, Die Theologie Martin Luthers. Eine kritische Würdigung. 1. Auflage, Gütersloh 2009, ISBN 978-3-579-08045-1, S. 501.
  3. ↑ Friedrich Schleiermacher, Der Christliche Glaube nach den Grundsätzen der evangelischen Kirche im Zusammenhang dargestellt, Band II (1831), Berlin, 7. Auflage 1960, S. 559.
  4. ↑ Katechismus der Katholischen Kirche (1997) vatican.va
  5. ↑ Josef Stammel – Vier Letzte Dinge stiftadmont.at
  6. ↑ Skulpturen und Reliefs in der Stiftsbibliothek Admont stiftadmont.at

Weblinks

Commons: Die vier letzten Dinge – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Normdaten (Sachbegriff): GND: 4117375-2 (GND Explorer, lobid, OGND, AKS)



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  1. Elisabeth Kübler-Ross – Dem Tod ins Gesicht sehen
  2. Ars moriendi
  3. Come See Me in the Good Light
  4. Sterben

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