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Sterbekerze

Noir24admin Sterben 22. Juni 2026
Marienaltar (Conrad von Soest): Detail der mittleren Tafel, Der hl. Johannes reicht Maria die Sterbekerze

Die Sterbekerze gehört zum Brauchtum der katholischen Kirche. Sie brennt am Bett des Sterbenden, vor allem beim Empfang der Wegzehrung. Neben der Taufkerze, der Kommunionkerze sowie der Brautkerze bzw. deren Entsprechungen bei der Ordensprofess und der Jungfrauenweihe ist sie eine der Kerzen, die ein wichtiges Ereignis des Lebens begleiten.

Künstlerische Darstellungen der Sterbekerze sind häufig mit dem Tod der Gottesmutter Maria verbunden, so auf dem Marienaltar des Conrad von Soest von 1420, wo der Apostel Johannes der Mutter Jesu die Sterbekerze reicht. Im Deckengewölbe der Kirche von Vrå wird die Seele des die Sterbekerze haltenden Mannes von einem Teufel von einem Aufstieg in den Himmel zunächst behindert, der rettende Erzengel Michael – die zentrale Figur beim Partikulargericht mit der Seelenwägung – ist jedoch schon mit gezücktem Schwert zu ihrer Rettung zur Stelle.

Literatur

  • Leopold Kretzenbacher: Sterbekerze und Palmzweig-Ritual beim „Marientod“. Zum Apokryphen in Wort und Bild bei der koimesis, dormitio, assumptio der Gottesmutter zwischen Byzanz und dem mittelalterlichen Westen. Österreichische Akademie der Wissenschaften, Wien 1999, ISBN 978-3-7001-2846-5.
  • Sterbekerze. In: Meyers Großes Konversations-Lexikon. 6. Auflage. Band 18: Schöneberg–Sternbedeckung. Bibliographisches Institut, Leipzig / Wien 1909, S. 942 (Digitalisat. zeno.org). 
  • Sterbekerze. In: Zentralinstitut für Sepulkralkultur Kassel (Hrsg.): Großes Lexikon der Bestattungs- und Friedhofskultur. Wörterbuch zur Sepulkralkultur. Band 1: Volkskundlich-kulturgeschichtlicher Teil. Von Abdankung bis Zweitbestattung. Thalacker Medien, Braunschweig 2002, ISBN 3-87815-173-X, S. 290.
Normdaten (Sachbegriff): GND: 4599813-9 (GND Explorer, lobid, OGND, AKS)



🔮 Noir24 Archiv-Hinweis

Dieser Eintrag basiert auf dem Artikel Sterbekerze aus der freien Enzyklopädie Wikipedia. Der Text steht unter der Lizenz Creative Commons Attribution-ShareAlike 4.0 International und ist frei verfügbar.

Sterbekommunion

Noir24admin Sterben 22. Juni 2026
Viaticum ist eine Weiterleitung auf diesen Artikel. Zum Album von Esbjörn Svensson Trio siehe Viaticum (Album), zum Viaticum peregrinantis siehe Ibn al-Dschazzar.
Viaticum, Henryk Siemiradzki, 1889

Sterbekommunion bezeichnet den Empfang der Kommunion in der Sterbestunde. Sie wird auch Wegzehrung (lateinisch: Viaticum) genannt. Im römischen Ritus der katholischen Kirche wird sie dem Sterbenden innerhalb oder außerhalb der Feier einer heiligen Messe gereicht.

Ablauf

Bei einer Feier der heiligen Messe im Beisein des Kranken, etwa im Krankenzimmer, kann die Wegzehrung unter den Gestalten von Brot und Wein empfangen werden. Falls der Sterbende die Kommunion nicht unter der Gestalt des Brotes empfangen kann, kann er auch nur die Kelchkommunion empfangen. Die Teilnehmer an dieser heiligen Messe können ebenfalls unter beiden Gestalten kommunizieren. Auch ohne Messfeier soll die Wegzehrung möglichst im Rahmen eines Wortgottesdienstes gespendet werden. Er beginnt mit Schuldbekenntnis und Vergebungsbitte. Es folgen eine Schriftlesung, das Glaubensbekenntnis und Fürbitten. Die Spendung der Wegzehrung wird mit dem Beten des Vaterunser eingeleitet.

Hat jemand, der in Lebensgefahr schwebt, an dem Tag bereits kommuniziert, so kann er die heilige Kommunion ein zweites Mal als Wegzehrung empfangen. Gegebenenfalls können mit der Wegzehrung auch die Sakramente der Buße und der Krankensalbung gespendet werden. Hat der Sterbende das Sakrament der Firmung noch nicht empfangen, kann es ebenfalls durch den Priester gespendet werden. Die Wegzehrung kann durch Priester, Diakone oder Kommunionhelfer gereicht werden.

Versehgang

In früheren Jahren ging in ländlichen Gebieten der Priester in Begleitung eines Ministranten in Chorkleidung zum Haus des Kranken, um diesen mit den Sakramenten zu „versehen“; man sprach von einem Versehgang. Der Ministrant trug ein Licht und eine kleine Schelle, um Entgegenkommende auf die Gegenwart des Allerheiligsten aufmerksam zu machen.

Heute kommt der Priester meist allein ins Haus. Zur Spendung der Krankensalbung soll sich, wo immer möglich, eine kleine Gemeinde versammeln. Die geweihte Hostie wird in einer Pyxis mitgeführt, das Blut Christi in einem verschließbaren Gefäß.[1] Im Haus des Kranken soll, wenn möglich, ein mit einem weißen Tuch bedeckter Tisch für die heiligen Öle, Kerzen und ein Gefäß mit Weihwasser mit Aspergill oder einem Zweig zum Besprengen mit Weihwasser bereitgestellt werden. Hierzu war vielfach in den Familien eine sogenannte Versehgarnitur mit den nötigen Ausstattungsgegenständen vorhanden.

Geschichte

Bereits das Erste Konzil von Nicäa hatte im Jahr 325 festgestellt, dass die Sterbekommunion niemandem vorenthalten werden dürfe.[2] Seit dem Rituale Romanum von 1614 trat die „Letzte Ölung“ als Sterbesakrament an die Stelle des Viaticums, bis das Zweite Vatikanische Konzil die Sterbekommunion wieder in den Mittelpunkt der Sterbebegleitung stellte.

Die Spendeformel lautete seit dem 12. Jahrhundert:

Accipe, frater (soror), Viaticum Corporis Domini nostri Jesu Christi, qui te custodiat ab hoste maligno, et perducat in vitam aeternam. Amen.
Empfange, Bruder (Schwester), die Wegzehrung des Leibes unseres Herrn Jesus Christus, der dich behüte vor dem bösen Feind und dich geleite ins ewige Leben. Amen.

Ansonsten war der Ritus der Sterbekommunion ab dem Rituale Romanum von 1614 mit dem Ritus der Krankenkommunion identisch.[3]

Literatur

  • Die Feier der Krankensakramente. Die Krankensalbung und die Ordnung der Krankenpastoral in den katholischen Bistümern des deutschen Sprachgebietes. Zweite Auflage. Benziger, Solothurn – Düsseldorf 1994, ISBN 3-545-50631-2.

Einzelnachweise

  1. ↑ Die Feier der Krankensakramente. Die Krankensalbung und die Ordnung der Krankenpastoral in den katholischen Bistümern des deutschen Sprachgebietes. Zweite Auflage. Benziger, Solothurn - Düsseldorf 1994, ISBN 3-545-50631-2, S. 77.
  2. ↑ Heinrich Denzinger: Kompendium der Glaubensbekenntnisse und kirchlichen Lehrentscheidungen. = Enchiridion symbolorum definitionum et declarationum de rebus fidei et morum. Herausgegeben von Peter Hünermann. 43. Auflage. Herder, Freiburg im Breisgau u. a. 2010, ISBN 978-3-451-37000-7, Nr. 129.
  3. ↑ Reiner Kaczynski: Sterbe- und Begräbnisliturgie. In: Hans Bernhard Meyer: Sakramentliche Feiern. Pustet, Regensburg 1984, ISBN 3-7917-0940-2 (Gottesdienst der Kirche, Handbuch der Liturgiewissenschaft, Teil 8), S. 214.



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Sterbekreuz

Noir24admin Sterben 22. Juni 2026
Aufstellkreuz aus der Mitte des 19. Jahrhunderts als Sterbekreuz
Versehgarnitur, links ein Festhaltekreuz als Sterbekreuz, darunter zusammengefaltete Tücher

Das Sterbekreuz ist ein religiöser Gegenstand (Devotionalie) in der katholischen Kirche. Es ist ein Kruzifix, meistens in Form eines Lazaruskreuzes, das dem Sterbenden gezeigt oder (zum Kuss) gereicht wird. Durch den Verweis auf Lazarus soll dem Sterbenden die Verheißung auf die Auferstehung verdeutlicht werden.

Festhaltekreuz

Das Festhaltekreuz steht in der Tradition des Sterbekreuzes, das Schwerkranken in die Hand gegeben wird, wenn der Augenblick des Todes naht. Auch denen, die dem Sterbenden beistehen, soll es eine Hilfe sein.

Aufstellkreuz

Das Aufstellkreuz wird im Zimmer des Sterbenden, meist an seiner Seite aufgestellt, sodass er es immer sehen kann, oft stellt man auch zwei brennende Kerzen neben das Kreuz.[1] Das Kreuz soll dem Sterbenden Mut und Kraft geben. Es bleibt auch beim Toten, wenn er aufgebahrt wird.

Versehgarnitur

Die Versehgarnitur benutzte früher der Priester bei der Spendung der Krankensalbung. Die Garnitur beinhaltet ein Aufstellkreuz, ein Festhaltekreuz und Schälchen für Öl und Reinigung. Sie war oft Bestandteil im Haushalt einer Familie.

Siehe auch

  • Krankensalbung
  • Sterbekerze

Literatur

  • Sterbekreuz. In: Meyers Großes Konversations-Lexikon. 6. Auflage. Band 18: Schöneberg–Sternbedeckung. Bibliographisches Institut, Leipzig / Wien 1909, S. 942 (Digitalisat. zeno.org). 
  • Sterbekreuz. In: Zentralinstitut für Sepulkralkultur Kassel (Hrsg.): Großes Lexikon der Bestattungs- und Friedhofskultur. Wörterbuch zur Sepulkralkultur. Band 1: Volkskundlich-kulturgeschichtlicher Teil. Von Abdankung bis Zweitbestattung. Thalacker Medien, Braunschweig 2002, ISBN 3-87815-173-X, S. 290–291.

Weblinks

  • Sterbekreuze bei museum-digital: Rheinland-Pfalz
  • Sterbekreuze bei museum-digital: Hessen

Einzelnachweise

  1. ↑ Kleines Rituale, S. 75.



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Säuglingssterblichkeit

Noir24admin Sterben 22. Juni 2026
Säuglingssterblichkeitsrate weltweit, 2023
Säuglingssterblichkeitsrate in Europa, 2007
Säuglingssterblichkeit international
(2013)[1]
in Promille
weltweit 38
OECD (2004)[2] 5,70
Japan 1,9
Schweden 2,3
Tschechien 2,5
Österreich 3,1
Deutschland 3,3
Frankreich 3,6
Niederlande 3,8
Großbritannien 3,9
Slowakei 5,5
Russland 8,2
Angola 96

Mit der Säuglingssterblichkeit erfasst man den Anteil der Kinder, die vor Erreichung des ersten Lebensjahres sterben. Man gliedert sie so aus der Kindersterblichkeit aus. Eine hohe Säuglingssterblichkeit ist ein Kennzeichen von Unterentwicklung und in Entwicklungsländern besonders häufig anzutreffen.

Die unterschiedlichen Sterblichkeitsraten bei vergleichbar entwickelten Staaten lassen sich zum Teil auf unterschiedliche Traditionen oder der Akzeptanz der Pränataldiagnostik bzw. Präimplantationsdiagnostik durch Eltern oder den Gesetzgeber[3] zurückführen, aber auch auf verschiedene staatliche Angebote zur Betreuung der Mütter und Neugeborenen.

→ Hauptartikel: Sozial bedingte Ungleichheit von Gesundheitschancen

In den meisten Industrieländern lässt sich eine erhöhte Säuglingssterblichkeit bei sozial benachteiligten Gruppen nachweisen, dazu zählen in Deutschland etwa arme Menschen und Menschen mit Migrationshintergrund.[4] Für diese Säuglingssterblichkeit werden ungenügende Gesundheitsvorsorge während der Schwangerschaft, Fehlernährung und unzureichende Inanspruchnahme von präventiven Gesundheitsleistungen vermutet, ohne damit alle Aspekte abdecken zu können.[5]

In Deutschland sterben mehr männliche als weibliche Säuglinge.[6]

Geschichte

In diesem Artikel oder Abschnitt fehlen noch folgende wichtige Informationen:
Entwicklung in den letzten 100 Jahren
Hilf der Wikipedia, indem du sie recherchierst und einfügst.

Wird die Säuglingssterblichkeit heute üblicherweise in Promille erfasst, so erfolgte dies bis weit ins 20. Jahrhundert aufgrund der damals deutlich höheren Opferzahlen in Prozent. So zeigt eine anlässlich der Gründung eines „Landesausschuß für Säuglings- und Kleinkinderfürsorge in Mecklenburg“ vorgelegte Statistik aus dem Jahr 1917, dass zwischen 1886 und 1910 im Großherzogtum Mecklenburg-Schwerin von den Lebendgeborenen innerhalb des ersten Lebensjahres konstant zwischen 16,2 und 17,1 Prozent starben. Bis zum fünften Lebensjahr starben im gleichen Zeitraum zwischen 21,0 und 24,4 Prozent.[7] Dies bedeutet, dass zu dieser Zeit im ersten Lebensjahr etwa jedes sechste, bis zum fünften etwa jedes vierte Kind starb. Ähnliche Todesraten gab es im gesamten Deutschen Reich.

1908 stellte der Kinderarzt und Sozialhygieniker Hugo Neumann auf Berlin bezogene statistische Daten zur Säuglingssterblichkeit, zur Art der Säuglingsernährung sowie zur Wohnungsgröße als Indikator für den ökonomischen Status der Familie zusammen. Seine Statistik dokumentierte, dass die Säuglingssterblichkeit mit sinkendem ökonomischen Status zunahm und dass zudem eine auf künstlicher Säuglingsnahrung basierende Ernährung in jeder sozialen Schicht mit einer im Vergleich zum Stillen um ein Vielfaches höheren Säuglingssterblichkeit einherging. Mit 23 Prozent am höchsten war in Berlin die Sterblichkeit von Säuglingen, bei denen beide Faktoren zusammentrafen.[8]

Fasst man nach der Studie zu den 1970er Jahren (siehe unten) die wichtigsten Ergebnisse zusammen, so ist die Säuglingssterblichkeit am geringsten, wenn

  • das Kind ehelich ist
  • das Kind bei der Geburt zwischen 3500 und 4500 g wiegt
  • die Mutter etwa 20 bis 35 Jahre alt ist
  • es sich um das erste oder zweite Kind handelt
  • seit der letzten Geburt mindestens etwa 2 Jahre vergangen sind.

Sie ist am größten, wenn

  • das Kind unehelich ist
  • das Kind untergewichtig (unter 2500 g Geburtsgewicht) ist
  • die Mutter noch keine 20 oder über 40 Jahre alt ist
  • es sich um fünfte oder weitere Kinder handelt
  • seit der Geburt des letzten Kindes weniger als 2 Jahre oder mehr als 10 Jahre vergangen sind.

Siehe auch

  • Mortalität
  • perinatale Sterblichkeit

Literatur

  • Prof. Dr. Charlotte Höhn: ENTWICKLUNG DER SÄUGLINGSSTERBLICHKEIT UND IHRE EINFLUSSGRÖSSEN - Ergebnis einer Sonderauszählung für das Jahr 1973, 2020
  • Johannes Korporal et al.: Epidemiologie der Säuglingssterblichkeit. Thieme, 1978.

Weblinks

Commons: Säuglingssterblichkeit – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. ↑ prb.org (Memento des Originals vom 18. Februar 2018 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.prb.org (PDF)
  2. ↑ oecd.org (PDF; 173 kB)
  3. ↑ Tages-Anzeiger: Warum die Kindersterblichkeit in der Schweiz so hoch ist, 4. Mai 2014: Zum Kontext: Durch einen (Teil-)Verzicht auf Diagnostik werden Föten ausgetragen, die auf Grund schwerer Behinderungen noch als Säugling sterben (Aborte gehen nicht in die Statistik ein).
  4. ↑ Antje Richter: Armutsprävention – ein Auftrag für Gesundheitsförderung. In: Margherita Zander: Kinderarmut. VS Verlag für Sozialwissenschaften, Wiesbaden 2005, ISBN 3-531-14450-2, S. 202.
  5. ↑ @1@2Vorlage:Toter Link/www.kinderumweltgesundheit.dekinderumweltgesundheit.de (Seite nicht mehr abrufbar, festgestellt im Mai 2019. Suche im Internet Archive) ( Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.) (PDF).
  6. ↑ Säuglingssterblichkeit in Deutschland nach Geschlecht (1990-2023). Archiviert vom Original am 4. April 2025; abgerufen am 13. Mai 2025. 
  7. ↑ Landesausschuß für Säuglings- und Kleinkinderfürsorge in Mecklenburg (Alexandrawerk und Olagstiftung). Sonderdruck der Redebeiträge anlässlich der Gründung im Frühjahr 1917, Landesbibliothek Mecklenburg-Vorpommern.
  8. ↑ Sigrid Stöckel: Säuglingsfürsorge zwischen sozialer Hygiene und Eugenik. Das Beispiel Berlins im Kaiserreich und in der Weimarer Republik. De Gruyter, 1996, ISBN 3-11-014539-1, S. 114 ff. (ebenfalls Veröffentlichungen der Historischen Kommission zu Berlin, Band 91, 1992).
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Sterbebett

Noir24admin Sterben 22. Juni 2026

Als Sterbebett (oder Todbett) wird das letzte Lager bezeichnet, auf das sich ein schwerkranker oder altersschwacher Mensch zurückzieht, wenn sein Leben zu Ende geht.

Anton von Werner, Kaiser Wilhelm I. auf dem Sterbebett (1888)

Bedeutung

Der Begriff Sterbebett wird häufig in einem symbolhaften Kontext verwendet und verweist auf die unmittelbar vor dem Tod liegende Zeit, in der der Sterbende eventuell noch für ihn bedeutende Dinge erledigt oder empfängt, wie zum Beispiel Erbangelegenheiten oder religiöse Rituale. Manche Sterbende ziehen in der letzten Lebensphase eine Bilanz über Versäumnisse oder Fehler.[1] Angehörigen und Freunden bietet das Sterbebett eine letzte Gelegenheit, den Sterbenden aufzusuchen.

Juristisch können Personen, soweit sie geistig dazu in der Lage sind, bis zum letzten Moment vor dem Tod ihren Nachlass regeln (auch im Rahmen eines sog. Nottestamentes gemäß § 2250 BGB).

Am Sterbebett finden je nach Religionszugehörigkeit unterschiedliche Rituale statt, wie beispielsweise Krankensalbung und Sterbekommunion bei katholischen Gläubigen oder die Ausrichtung des Sterbenden in Blickrichtung nach Mekka bei Muslimen.[2]

Duccio di Buoninsegna: Dormitio (Marientod), 1308/11

Kunst

Das Sterbebett ist ein häufig dargestelltes Motiv der Bildenden Kunst des Mittelalters und der Neuzeit, z. B. in den zahlreichen Darstellungen des Marientods, als Bildmotiv „Am Sterbebett“ des norwegischen Malers Edvard Munch oder die Fotografien und Gemälde von „Bismarck auf dem Sterbebett“.

In der Literatur finden sich detailliert beschriebene Sterbebettszenen (beispielsweise in Thomas Manns Buddenbrooks), auch in einigen Filmen (wie Magnolia) spielt dieses Motiv eine Rolle.

Siehe auch

  • Totenstein
  • Sterbebegleitung
  • Hospiz#Bedeutung für das Leben
  • Palliative Care

Weblinks

Commons: Sterbebett – Sammlung von Bildern
Wiktionary: Sterbebett – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
  • Todbett. Krünitz: Oeconomische Encyclopädie, Bd. 185. S. 489f., Berlin 1844

Einzelnachweise

  1. ↑ Top Five Regrets Of The Dying. englisch, abgerufen am 20. März 2012
  2. ↑ Wenn ein Moslem in der Fremde stirbt. Auf: www.magazin.trauer.de (Memento des Originals vom 21. April 2012 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.magazin.trauer.de, abgerufen am 19. März 2012



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  1. Sterbebettvisionen
  2. Mortalität
  3. Optographie
  4. Rasselatmung

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