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Übersterblichkeit

Noir24admin Sterben 22. Juni 2026
Vergleich der tatsächlichen täglichen Todesfälle in Spanien (in rot) mit den erwarteten Todesfällen (in schwarz, mit dem Konfidenzband in grau), von Anfang Jan. 2018 – Ende Apr. 2020. Deutlich sichtbar: zwei Grippewellen jeweils zu Jahresbeginn, und bedeutende Übersterblichkeit im April 2020 während der COVID-19-Pandemie in Spanien

Übersterblichkeit (englisch excess mortality) bezeichnet in der Demografie eine erhöhte Sterberate (Mortalität) im Vergleich zu empirischen Daten oder anders gewonnenen Erwartungswerten. Untersterblichkeit bezeichnet entsprechend eine im Vergleich verringerte Sterberate.[1][2][3]

Varianz

Für die Jahre 2000 bis 2015 liegen für Deutschland endgültige Sterbezahlen für jeden einzelnen Tag vor,[4] in jedem einzelnen Jahr lag das Tagesminimum zwischen 1855 und 2080 Toten/Tag, das Tagesmaximum zwischen 2575 und 3488 Toten/Tag, womit innerhalb dieser 16 Jahre das Tagesminimum bei 1855 Toten/Tag, das Tagesmaximum bei 3488 Toten/Tag lag.

Innerhalb eines jeden Jahres sterben in Deutschland während der Winterzeit deutlich mehr Menschen als während der Sommerzeit. Die Extrema sind Februar und August: Der Februar liegt 9 % über dem Durchschnitt, der August 7 % unter dem Durchschnitt.[5]

Hintergrund

Die Sterberaten beziehen sich auf eine bestimmte Bevölkerungsgruppe und eine bestimmte Zeitspanne. Vergleichsgröße ist ein entsprechender Mittelwert von Daten aus der Vergangenheit oder von einer anderen Bevölkerungsgruppe. Die Bevölkerungsgruppe kann z. B. die Gesamtbevölkerung eines Landes oder einer anders definierten Region sein, und/oder eingeschränkt auf eine Teilgruppe, die durch Alter, Geschlecht, Lebensweise, Vorerkrankungen etc. definiert ist. In Therapiestudien vergleicht man eine Behandlungsgruppe mit einer Kontrollgruppe. Größere Gruppen erlauben genauere zahlenmäßige Vergleiche der Sterblichkeit, weil der Unsicherheitsbereich aufgrund zufälliger statistischer Schwankungen sich weniger stark auswirkt. Allerdings sagen die Ergebnisse dann auch nur über die Durchschnittswerte einer größeren Anzahl Menschen oder während einer längeren Zeitspanne etwas aus. Beispiele für verwendete Zeitspannen sind Tage, Wochen usw., aber auch Kriegszeiten, Pandemien, eine „Influenza-Saison“, eine Kältewelle oder eine Hitzewelle.

Übersterblichkeit im Vergleich zum Bevölkerungsdurchschnitt bei gleichem Lebensalter zeigt sich z. B. bei Übergewichtigen[6], Rauchern und Kranken.

Aus Vergleichen der Übersterblichkeit von verschiedenen Bevölkerungsgruppen und Zeiten versucht man Aufschluss darüber zu gewinnen, welche Faktoren die Sterblichkeit wie stark beeinflussen.

Seit Ende der 2000er-Jahre überwacht das Euromomo die Exzessmortalität großer Teile Europas in inzwischen 18 europäischen Staaten sowie zwei deutschen Bundesländern fortlaufend und zeitnah. Das am Statens Serum Institut in Kopenhagen angesiedelte Projekt publiziert einen wöchentlichen Lagebericht und wissenschaftliche Artikel.[7] Euromomo arbeitet mit Poisson-verteilten und trendbereinigten Basiswerten als Bezugsgröße und modelliert diese „Baseline“ im Jahresgang durch eine Sinuskurve.[8] Die jährlichen Grippe- und Hitzewellen und im Jahr 2020 besonders die beiden bisherigen Wellen der Covid-19-Pandemie sind deutlich sichtbar.[9]

Für 2020/2021 differenzierte das deutsche Statistische Bundesamt die Sterblichkeit vor und nach Einsetzen der Pandemie in Deutschland.[10][11] Auch Ende des Jahres 2022 konnte eine COVID-19-bedingte Übersterblichkeit in Deutschland festgestellt werden, obwohl in den Vergleichszeitraum der vier Vorjahre 2018 bis 2021 bereits zwei Pandemiejahre mit erhöhter Sterblichkeit eingehen.[12]

Eine im Juni 2021 veröffentlichte Studie von Autoren aus Israel und Deutschland zeigt auf, welche Probleme beim Versuch bestehen, die COVID-19-bedingte Übersterblichkeit zuverlässig weltweit in 103 Ländern/Regionen zu beschreiben, da die jeweils vorliegende Datenbasis von vielen Unsicherheiten geprägt ist.[13]

Weblinks

Wiktionary: Übersterblichkeit – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
  • Euromomo European monitoring of excess mortality for public health action
  • Laufende Erfassung der Todesfälle beim Bundesamt für Statistik der Schweiz
  • Arbeitsgemeinschaft Influenza beim Robert Koch-Institut (RKI) in Deutschland
  • Diagnostisches Influenzanetzwerk Österreich der MedUni Vienna in Österreich
  • Covid-19: Deutlicher Anstieg der Todesfälle im März. ASTAT untersucht Auswirkungen von COVID-19 auf die Gesamtsterblichkeit in Südtirol. In: Südtirol News. Athesia Druck GmbH, 25. Mai 2020, abgerufen am 12. Juli 2020. 
  • FAZ.net vom 6. Januar 2021: Interview mit einem Fachmann des Statistischen Bundesamtes zur Übersterblichkeit seit Beginn der zweiten COVID-19-Welle in Deutschland (siehe auch COVID-19-Pandemie in Deutschland#Statistiken und Fallzahlen)
  • David Adam: Die wahre Zahl der Coronapandemie-Toten. In: Spektrum.de, 24. Januar 2022; Original: The pandemic’s true death toll: millions more than official counts. In: Nature, 18. Januar 2022.

Einzelnachweise

  1. ↑ Amt für amtliche Veröffentlichungen der Europäischen Gemeinschaften (Hrsg.): Atlas zur Sterblichkeit in der Europäischen Union. Kapitel 7 Typologien der Sterblichkeit nach Todesursachen. 2002, ISBN 92-894-3726-X (europa.eu [PDF; abgerufen am 28. Juni 2020]). 
  2. ↑ Elisabeth Gaber, Mitarbeit Manfred Wildner: Sterblichkeit, Todesursachen und regionale Unterschiede. Hrsg.: Robert Koch-Institut und Statistisches Bundesamt. 2011, ISBN 978-3-89606-211-6 (Online [PDF; abgerufen am 27. Juni 2020]). 
  3. ↑ Sarah Nowotny: Polen verzeichnet eine «Untersterblichkeit». Mitten in der Corona-Pandemie. Schweizer Fernsehen, 21. Mai 2020, abgerufen am 28. Juni 2020. 
  4. ↑ destatis
  5. ↑ bestattungen.de
  6. ↑ Gerhard Trott, Universität Bielefeld: Der Effekt des Alters auf die Übersterblichkeit bei Übergewicht. Informationsdienst Wissenschaft, 29. April 1999, abgerufen am 27. Juni 2020. 
  7. ↑ Reports and scientific publications. Liste veröffentlichter Berichte zur Übersterblichkeit. Euromomo, abgerufen am 27. Juni 2020. 
  8. ↑ Methods. Erläuterung der Methode. Euromomo, abgerufen am 28. Juni 2020: „The main mortality pattern in European countries is a Poisson distributed time series following a trend and in some cases a sine cycle of a period of one year. During winter and summer, that process is modified by additional factors mainly related to winter infections such as influenza and summer heat waves leading to yearly excess of deaths of variable amplitude.“ 
  9. ↑ euromomo: Graphs and maps – Last updated on week 01, 2021. Januar 2021, abgerufen am 11. Januar 2021. 
  10. ↑ Sterbefallzahlen im Dezember 2020: 29 % über dem Durchschnitt der Vorjahre. Auf: destatis.de vom 29. Januar 2021.
  11. ↑ Statistisches Bundesamt: Sonderauswertung zu Sterbefallzahlen 2020 bis 2022. 1. Dezember 2022, abgerufen am 6. Januar 2023. 
  12. ↑ Statistisches Bundesamt: Sterbefallzahlen im November 2022 um 7 % über dem mittleren Wert der Vorjahre. In: Pressemitteilung Nr. 552. 20. Dezember 2022, abgerufen am 6. Januar 2023. 
  13. ↑ Ariel Karlinsky, Dmitry Kobak: Tracking excess mortality across countries during the COVID-19 pandemic with the World Mortality Dataset. In: eLife. Band 10, 30. Juni 2021, S. e69336, doi:10.7554/eLife.69336, PMID 34190045, PMC 8331176 (freier Volltext). 



🔮 Noir24 Archiv-Hinweis

Dieser Eintrag basiert auf dem Artikel Übersterblichkeit aus der freien Enzyklopädie Wikipedia. Der Text steht unter der Lizenz Creative Commons Attribution-ShareAlike 4.0 International und ist frei verfügbar.

Unverweslichkeit

Noir24admin Sterben 22. Juni 2026
Mumie der heiligen Sr. Virginia Centurione Bracelli

Unverweslichkeit wird in einigen religiösen Traditionen den sterblichen Überresten bzw. der Reliquie verschiedener Heiliger zugeschrieben. In der römisch-katholischen sowie der orthodoxen hagiografischen Tradition wird ein sehr guter Erhaltungszustand eines Leichnams auf göttliches Eingreifen zurückgeführt.

Religiöse Verehrung

Mehrere Ganzkörperreliquien werden in einem der "Unverweslichkeit" zugeschriebenen Zustand der Verehrung dargeboten. Diese wird als übernatürliches Phänomen verstanden. Indem Gottes Schöpfermacht den natürlichen Prozess der Verwesung des menschlichen Leichnams verhindere oder verzögere, bestätige er die Heiligkeit des Toten.[1] Biblischer Hintergrund dieser Anschauung ist vor allem Ps 16,10 EU, wie er u. a. in Apg 2,27 EU zitiert wird: „noch lässt du deinen Frommen die Verwesung schauen.“[2]

In der römisch-katholischen Kirche wird Unverweslichkeit seit dem Mittelalter als göttliches Zeichen betrachtet.[3] Als ein für die Heiligsprechung relevantes Wunder gilt sie jedoch nicht.

In den orthodoxen Kirchen ist bei einer beträchtlichen Anzahl von Heiligen, deren Unverweslichkeit Bestandteil der Verehrung. Verschiedene Legenden erzählen von der wunderhaften Auffindung solcher Reliquien.

Natürliche Mumifikation und menschliches Tun

Mumifikation (im Gegensatz zur menschlich herbeigeführten Mumifizierung) ist ein natürlich ablaufender Prozess einer langfristigen Leichenkonservierung, der je nach Umgebungsbedingungen auf unterschiedliche Weise abläuft. Bei Wachsleichen ist fehlender Sauerstoff der entscheidende Faktor für einen ausbleibenden Verwesungsprozess. Kühle, feuchte und wenig belüftete Bestattungsorte begünstigen diesen Vorgang.[4] Trockenmumien entstehen durch eine schnelle Austrocknung des Leichnams.

Bei einigen der unverwesten Leichname, die sich in Reliquienschreinen befinden, sind Gesicht und Hände mit Wachsnachbildungen bedeckt, beispielsweise bei der heiligen Bernadette. Das Gesicht von Padre Pio wird von einer Silikonmaske verdeckt, die nach einer Fotografie aus dem Jahr 1968 entstand.[5][6][7] Der Leichnam von Papst Johannes XXIII. wurde durch chemische Verfahren konserviert und überdauert durch den Luftabschluss in einem dreifach versiegelten Sarg bis heute.

Beispiele

Orthodoxe Tradition

Reliquien der hll. Antonius, Johannes und Eustathius in der orthodoxen Kirche Heilig Geist in Vilnius
  • Spyridon
  • Dionysos von Zakynthos

Römisch-katholische Tradition

  • Bernadette Soubirous
  • María de León Bello y Delgado
  • Catherine Labouré
  • Cäcilia
  • Caterina de’ Ricci
  • Katharina von Siena
  • Klara von Montefalco
  • Koloman
  • Cuthbert
  • Didakus von Alcala (San Diego de Alcala)
  • Etheldreda
  • María de Jesús de Ágreda
  • Josaphat
  • Mafalda von Portugal
  • Maria vom göttlichen Herzen
  • Maria Magdalena von Pazzi
  • Rita von Cascia
  • Rosa von Viterbo
  • Scharbel Machruf

Bildergalerie

  • Die heilige Zita
    Die heilige Zita
  • Die heilige Catherine Labouré in der Rue du Bac, Paris
    Die heilige Catherine Labouré in der Rue du Bac, Paris
  • Die ehrwürdige Dienerin Gottes María von Ágreda
    Die ehrwürdige Dienerin Gottes María von Ágreda
  • Die Dienerin Gottes Sr. María de León Bello y Delgado im Kloster der hl. Katharina von Siena in San Cristóbal de La Laguna auf Teneriffa
    Die Dienerin Gottes Sr. María de León Bello y Delgado im Kloster der hl. Katharina von Siena in San Cristóbal de La Laguna auf Teneriffa
  • Die heilige Bernadette Soubirous in der Kapelle des Klosters Saint-Gildard, Nevers
    Die heilige Bernadette Soubirous in der Kapelle des Klosters Saint-Gildard, Nevers

Literatur

  • Arnold Angenendt: Corpus incorruptum. Eine Leitidee der mittelalterlichen Reliquienverehrung. In: Saeculum. Bd. 42, Nr. 3/4, 1991, S. 320–348.
  • Joan Carroll Cruz: The Incorruptibles: A Study of the Incorruption of the Bodies of Various Catholic Saints and Beati. Rockford (Illinois) 1977, ISBN 978-0-89555-066-8
  • Marco Frenschkowski: Die Unverweslichkeit der Heiligen und der Vampire: Eine Studie über kulturelle Ambivalenz. In: Christoph Augustynowicz, Ursula Reber (Hrsg.): Vampirglaube und magia posthuma im Diskurs der Habsburgermonarchie. Lit, Wien u. a. 2011, ISBN 978-3-643-50320-6, S. 53–68

Weblinks

Commons: Unverweslichkeit – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. ↑ Joan Carroll Cruz, The Incorruptibles: A Study of the Incorruption of the Bodies of Various Catholic Saints and Beati, Tan Books, Charlotte, 2012
  2. ↑ Bei Luthers Übersetzung von griech. „hosios“ (eigentlich „fromm“) mit „Heiliger“ – so auch in der King-James-Bibel: “neither wilt thou suffer thine Holy One to see corruption” – spielt die Vulgatafassung des Psalmworts eine Rolle: „non dabis sanctum tuum videre corruptionem“.
  3. ↑ Arnold Angenendt: Geschichte der Religiosität im Mittelalter. Primus-Verlag, Darmstadt, 2., überarb. Aufl. 2000, ISBN 3-89678-172-3, S. 692.
  4. ↑ Keine Ruhe für die Toten vom 12. Dezember 2009 Christian-Albrechts-Universität zu Kiel, aufgerufen am 17. März 2022
  5. ↑ Body of saint Padre Pio exhumed, on display in Italy. Los Angeles Times, 25. April 2008, abgerufen am 25. Juni 2011. 
  6. ↑ Thousands queue to see corpse of Padre Pio. The Independent, 25. April 2008, abgerufen am 25. Juni 2011. 
  7. ↑ Urte Krass: Kontrollierter Gesichtsverlust. Padre Pio und die Fotografie. In: Zeitschrift für Ideengeschichte, Heft IV/2 (2010), S. 95 f.



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Würdetherapie

Noir24admin Sterben 22. Juni 2026

Wesentliches Ziel der palliativen Betreuung ist es, die Würde von schwerstkranken und sterbenden Menschen zu achten und zu fördern. Die Würdetherapie (Dignity Therapy) ist eine psychotherapeutische Kurzintervention für Patienten im Endstadium einer lebensbedrohlichen Erkrankung (z. B. bei Krebs). Sie strebt an, psychosoziale, spirituelle und existentielle Belastungen von Kranken zu vermindern sowie ihr Empfinden von Würde, Sinnhaftigkeit und Zielgerichtetheit zu stärken. Die Patienten werden zu einem Lebensrückblick angeleitet als Beitrag zu einer umfassenden Todesvorbereitung. Zum Abschluss wird dem Patienten ein zusammenfassendes „Generativitäts-Dokument“ übergeben. Die Würdetherapie wurde vom kanadischen Psychiater Harvey M. Chochinov und seiner Forschungsgruppe (2005)[1] entwickelt und empirisch breit untersucht. Sie gehört zu den sinnorientierten Interventionen in der Psychoonkologie.[2]

Das Würde-Modell von Chochinov

Aufrechterhaltung von Lebensqualität und Würde sind – neben der ausreichenden Behandlung von Schmerzen und anderen belastenden Symptomen – wesentliche Ziele der Palliative Care.[3] Konfrontiert mit ihrem Tod beschäftigen sich Menschen oft mit psychosozialen, spirituellen oder existentiellen Fragen. Dazu gehören nach Irvin D. Yalom (1989)[4] Tod, Freiheit und Verantwortung, Isolation sowie Lebenssinn. Die Beeinträchtigung des Würdeerlebens kann schwerwiegende psychische Folgen haben. Menschen am Lebensende erfahren dann oft Depression, Angst, verstärkten Todeswunsch, Hoffnungslosigkeit, das Gefühl, anderen eine Last zu sein, sowie eine geringere allgemeine Lebensqualität.[1]

Chochinov und Mitarbeiter (2002)[5] haben ein empirisches „Würde-Modell der Palliative Care“ entwickelt, das von der Perspektive der betroffenen Personen ausgeht. Patienten mit stark fortgeschrittener Krebserkrankung, die kognitiv nicht beeinträchtigt waren, wurden ausführlich befragt, wie sie Würde definieren, welche Faktoren ihr Würdeempfinden unterstützten bzw. verminderten, und ob ein Leben ohne Würde noch lebenswert für sie sei. Die das Würdeerleben der Kranken beeinflussenden Faktoren werden eingeteilt in die drei Kategorien krankheitsbezogene Faktoren, Würde bewahrende psychische Funktionen und soziale Faktoren (s. Tab. 1).

Würde – Kategorien, Themen und Unterthemen
krankheitsbezogene Faktoren Würde bewahrende psychische Funktionen soziale Faktoren
Grad der Unabhängigkeit hinsichtlich
  • kognitive Leistungsfähigkeit
  • Alltagsbewältigung

Symptombelastung durch

  • körperliche Belastungen
  • psychische Belastungen: Unsicherheit in medizinischen Fragen; Angst vor dem Tod
Würde bewahrende Perspektiven
  • Kontinuität des Selbst
  • Aufrechterhalten von Rollen
  • Generativität/Vermächtnis
  • Bewahrung von Stolz
  • Hoffnung
  • Autonomie/Kontrolle
  • Akzeptierung
  • Resilienz/Kampfgeist

Würde bewahrendes Verhalten

  • Leben im Hier und Jetzt
  • Aufrechterhaltung von Normalität
  • Streben nach spiritueller Stärkung
  • Privatsphäre
  • Soziale Unterstützung
  • Pflegerische Grundhaltung
  • Anderen eine Last sein
  • Sorgen um die Zukunft der Angehörigen

Tab. 1 Würde-Modell von Chochinov u. a. (2002)[5][6]

Negative Ausprägungen der krankheitsbezogenen Faktoren (z. B. Schmerzen, abnehmende Unabhängigkeit) und der sozialen Faktoren (z. B. Aufhebung der Privatsphäre, Gefühl für andere eine Last zu sein) haben einen unterminierenden Einfluss auf das Würdeempfinden. Gegen diese negativen Einflüsse stellen die Würde bewahrenden Funktionen (Perspektiven und Verhaltensweisen) einen Puffer dar; sie stützen das Würdeempfinden. – Für alle drei Kategorien werden Empfehlungen für die palliative Betreuung formuliert. Bezüglich der krankheitsbezogenen Faktoren kann Würde durch sorgfältiges Management physischer und psychischer Symptome, durch Schmerzbehandlung, Aufklärung u. a. gestärkt werden. Soziale Würde kann durch Sicherstellung der Privatsphäre, Stärken der sozialen Unterstützung, respektvolle pflegerische Grundhaltung u. a. erhalten werden. Zur Förderung der Würde bewahrenden Perspektiven wurde die Würdetherapie entwickelt.[1]

Konzept der Würdetherapie

Der Patient wird zu einem Lebensrückblick eingeladen, wobei die Erinnerungen an positive Aspekte des eigenen Lebens im Vordergrund stehen sollen. Das Gespräch wird durch neun Leitfragen vorstrukturiert, die vorwiegend auf die Würde bewahrenden Perspektiven zielen (s. Tab. 2). Betont wird der Aspekt der Generativität. Diese wird als die Fähigkeit verstanden, „die nächste Generation anzuleiten, [und] beinhaltet, wie Patienten Kraft oder Trost finden können im Wissen, dass sie etwas Dauerndes und Transzendentes nach ihrem Tod hinterlassen werden.“[7] „Generativität“ ist im Entwicklungsmodell von Erik H. Erikson (1966)[8] die Entwicklungsaufgabe des mittleren Erwachsenenalters. Das Konzept wird hier bis zum Lebensende ausgedehnt.[9] Sechs der neun Fragen beziehen sich direkt auf die Angehörigen des Patienten.

  1. Erzählen Sie mir etwas über Ihre Lebensgeschichte, besonders die Teile, an die Sie sich am meisten erinnern oder die Sie für die wichtigsten halten. Wann fühlten Sie sich am lebendigsten?
  2. Gibt es bestimmte Dinge, die Ihre Familie über Sie wissen und an die sie sich besonders erinnern soll?
  3. Welche sind die wichtigsten Positionen, die Sie in Ihrem Leben innehatten (in der Familie, im Beruf, in der Gemeinde u. a.)? Weshalb waren diese so wichtig für Sie und was glauben Sie, in diesen Rollen erreicht zu haben?
  4. Was sind Ihre wichtigsten Leistungen und worauf sind Sie am meisten stolz?
  5. Gibt es besondere Dinge, die Sie Ihren Angehörigen dringend noch sagen möchten oder die Sie gerne noch einmal sagen möchten?
  6. Was sind Ihre Hoffnungen und Träume für Ihre Angehörigen?
  7. Was haben Sie über das Leben gelernt, das Sie anderen mitgeben möchten? Welchen Ratschlag oder welche Leitlinien möchten Sie weitergeben an Ihren … (Sohn, Tochter, Ehemann, Ehefrau, Eltern oder an andere)?
  8. Gibt es Worte oder sogar Unterweisungen, die Sie Ihrer Familie übergeben möchten, um dieser zu helfen, sich auf die Zukunft vorzubereiten?
  9. Gibt es noch andere Dinge, die Sie in dieses bleibende Dokument einschliessen möchten?

Tab. 2 Leitfragen der Würdetherapie (Chochinov u. a. 2005)[1][6][10]

Insgesamt sind 3 – 4 Sitzungen innerhalb von etwa 10 Tagen vorgesehen. In einer Vorbereitungssitzung werden die Leitfragen mit dem Patienten besprochen. Dann wird er in ein bis zwei einstündigen Sitzungen ausführlich dazu interviewt. Die Sitzungen werden auf Tonband aufgenommen und transkribiert. Der Text wird vom Therapeuten in eine lesbare Form mit chronologischer Reihenfolge gebracht. In einer weiteren Sitzung wird der gesamte Text vorgelesen. Sätze, die einem Angehörigen Leid zufügen könnten, werden mit dem Patienten besprochen und von diesem ggf. verändert. Zuletzt wird das abgeschlossene „Generativitäts-Dokument“ in mehrfacher Ausfertigung dem Patienten überreicht, der es wie ein Vermächtnis Personen seiner Wahl übergeben oder hinterlassen kann.[1]

Zwei Text-Ausschnitte zeigen, wie Teilnehmer sich mit dem bevorstehenden Tod auseinandersetzen und welchen Stellenwert Familie und Generativität für sie haben. Eine 56-jährige Kranke: »Am meisten möchte ich meine Familie wissen lassen, dass es für mich in Ordnung ist zu sterben und dass sie weitermachen müssen. […] Die Therapie zeigte mir, ich bin nicht der Krebs, ich existiere noch hier. Ich bin dafür so dankbar, denn ich hatte mich verloren. […] Es half mir tatsächlich, mich zu erinnern, wer ich bin.«[7] Eine 61-jährige Kranke: »Diese Erfahrung hat mir geholfen, mich in mich selbst zu vertiefen und mehr Sinn in meinem Leben zu sehen. Ich freue mich darauf, sie mit meiner Familie zu teilen. Ich zweifle nicht, dass sie erhellend für sie sein wird.«[1]

Empirische Forschung zur Würdetherapie

(1) Patienten, die an der Würdetherapie teilgenommen haben, berichten durchgehend hohe Zufriedenheit und Gewinn für sich selbst und für ihre Familien, darunter ein erhöhtes Gefühl von Würde, Lebenssinn und Zielgerichtetheit.[1] In einer Randomisiert kontrollierten Studie wurden Patienten mit Krebserkrankung im Endstadium per Zufall einer von drei Behandlungen zugewiesen: „Dignity therapy“, „Client centered care“ und „Standard palliative care“. Sie wurden jeweils zu Beginn und nach Abschluss der Behandlung mit psychologischen Fragebogentests (z. B. Depression, Suizidalität, Angst) untersucht. Die drei Gruppen zeigten in den Testwerten keine signifikanten Unterschiede.[7] Positive Auswirkungen der Würdetherapie auf körperliche, emotionale oder psychische Symptome sind bisher erst teilweise nachgewiesen (s. Sammelreferat von Fitchett u. a. 2015).[11]

(2) In Generativitäts-Dokumenten, die inhaltsanalytisch ausgewertet wurden,[12] brachten fast alle Patienten als lebensbestimmenden Wert die „Sorge für die Familie“ zum Ausdruck, seltener die Werte „Freude“ und „für andere da sein“. Die Erinnerungen bezogen sich etwa gleich häufig auf die eigene Person (indem sie z. B. eine „persönliche moralische Norm“ ausdrücken) und auf Bezugspersonen (indem sie z. B. ein „positives Gefühl von oder gegenüber einer anderen Person“ ausdrücken). Familie und soziale Beziehungen sind für die Patienten sehr bedeutsam.

(3) Etwa ein Jahr nach dem Versterben des Patienten nahmen in einer Befragung Angehörige zur Würdetherapie sehr positiv Stellung.[13] Danach erhöhte die Teilnahme beim Patienten u. a. das Gefühl von Würde und half ihm, sich auf den Tod vorzubereiten. Eine Tochter äußerte: »Mutter war emotional extrem verschlossen und hatte grosse Schwierigkeiten, ihre Gefühle auszudrücken. [Das Interview] gab ihr eine Gelegenheit, dies zu tun, ohne sich verletzlich zu fühlen.« Die Angehörigen stellten zudem positive Auswirkungen auf sich selber fest. Das Generativitäts-Dokument half ihnen während der Zeit der Trauer, und es würde weiterhin eine Quelle des Trostes für ihre Familien und sie selber sein. Eine Witwe: »Ich denke, die Würdetherapie verhalf ihm wahrhaftig zu dem Gefühl, etwas nützliches zu tun und einen Teil von sich selbst hinterlassen zu können. Das wiederum hat mir und den Kindern geholfen, denn es ist fast so, als erhielten wir mit seinen Worten ein besonderes Geschenk, das wir Zeit unseres Lebens haben werden.« Die Teilnahme wirkte förderlich auf die Beziehung von Patient und Angehörigen.

(4) Die Anwendbarkeit der Würdetherapie wurde auch bei pflegebedürftigen Personen in einer Langzeit-Einrichtung erprobt (mittleres Alter 80 Jahre), und zwar sowohl bei kognitiv intakten als auch bei kognitiv beeinträchtigten, dementen Personen.[14] Bei letzteren wurde die Würdetherapie teils mit Beteiligung von Angehörigen durchgeführt, teils in Stellvertretung durch Angehörige. Die Leitfragen wurden entsprechend umformuliert. Die Würdetherapie erwies sich für diese beiden Gruppen als gut durchführbar. Die Angehörigen brachten für die dementen Bewohner teilweise andere Inhalte zum Ausdruck als die kognitiv intakten Bewohner für sich selber. Angehörige und ausgewählte Pflegekräfte, die das Generativitäts-Dokument erhalten hatten, bewerteten die Therapie vor allem für sich selbst als positiv.

(5) Eine adaptierte Fassung der Würdetherapie wurde erfolgreich in Dänemark erprobt. Die Leitfragen wurden leicht erweitert.[15]

Ähnliche Ansätze

(1) Der Kurzzeit-Lebensrückblick (Short-Term Life-Review, Ando u. a. 2010)[16] ist eine vergleichbare psychotherapeutische Intervention in zwei Sitzungen für krebskranke Patienten im Endstadium. Er wurde in Japan entwickelt. Zielsetzung ist, dass der Patient eine Kontinuität des Selbst von der Vergangenheit bis zur Gegenwart erlebt, die Vollendung des Lebens akzeptiert und Zufriedenheit mit seinem Leben erreicht. In der ersten Sitzung erinnert sich der Patient anhand von acht Leitfragen an Ereignisse seines Lebens und integriert sie. Der Therapeut stellt dann ein „Album“ her mit Schlüsselwörtern aus dem Interview, die sich sowohl auf positive als auch negative Elemente beziehen, und reichert es mit Fotografien und Zeichnungen aus Büchern und Zeitschriften an. In der zweiten Sitzung betrachten Patient und Therapeut gemeinsam das Album. Adressat des Albums ist der Patient, der im Gefühl für den Wert seines Lebens gestärkt werden soll und der es immer wieder betrachten kann.

(2) Die Beziehungsdynamik zwischen einem todkranken Menschen und seinen Angehörigen wurde von Elisabeth Kübler-Ross (1926–2004; 1971)[17] sowie von Anne-Marie Tausch (1925–1983) & Reinhard Tausch (1921–2013; 1985)[18] ausführlich beschrieben. Hilfreich ist das direkte und offene Gespräch von Krankem und Angehörigen über den bevorstehenden Tod, über Ängste, Sorgen, Wünsche und Bedürfnisse aller Beteiligten. Dadurch können der Kranke und seine Angehörigen das Sterben eher akzeptieren. Nach Einschätzung der von Tausch & Tausch befragten Angehörigen und Helfer hatte nur etwa die Hälfte der Sterbenden „sich mit seinem Tod auseinandersetzen und ihn annehmen“ können (S. 83). In der Würdetherapie kommt die Beziehung von Patient und Angehörigen über das Thema der Generativität zur Sprache. Die Teilnahme begünstigt einen offenen Austausch von Patient und Angehörigen (s. o.).

(3) In afrikanischen Ländern gibt es sehr viele Kinder und Jugendliche, von denen einzelne oder beide Eltern HIV-infiziert, an AIDS erkrankt oder daran verstorben sind. Betroffene Frauen in einer Nicht-Regierungs-Organisation in Uganda haben begonnen, betroffenen Familien Wissen und Bewältigungsfähigkeiten zu vermitteln. Dazu gehört auch eine Anleitung zum Verfassen eines „Memory Book“ (Erinnerungsbuch) über die Geschichte der Eltern und der Familie, das den Kindern übergeben werden soll.[19] Das Memory Book – ein Heft mit Texten, Dokumenten, Fotos – kann Lebenshilfe und wertvollster Besitz für das Kind sein.[20] Für verwaiste Kinder werden vergleichbare Workshops durchgeführt, in denen sie angeleitet werden, ein „Hero Book“ (Lebensbuch) über sich selbst zu verfassen. Die Hero Books werden anderen Kindern zugänglich gemacht und wirken somit generativ.[21] Im „Memory Box Programme“ in Südafrika werden alle Erwachsenen einer Familie (z. B. auch Großeltern) und die Kinder einbezogen. Unter Anleitung eines „memory facilitators“ werden Erinnerungsstücke zusammengetragen, Fotos gemacht, Texte verfasst und ein gemeinsames Interview zum Leben der erkrankten bzw. verstorbenen Person geführt. Die Memory Box wird der Familie bzw. den Kindern übergeben.[22] Memory Books und Memory Boxes sind Generativitäts-Dokumente. Die Mütter und Eltern, die mit der Lebensbedrohung konfrontiert sind, geben etwas Wertvolles an ihre Kinder weiter, durch das diese ermutigt und in ihrer Identitätsbildung unterstützt werden.

(4) Besondere Generativitäts-Dokumente wurden von Randy Pausch – einem US-amerikanischen Professor für Informatik – geschaffen. Nachdem bei ihm im Alter von knapp 46 Jahren die Diagnose Bauchspeicheldrüsenkrebs gestellt worden war, hielt er ein knappes Jahr später am 18. September 2007 seine akademische „Last Lecture“ mit dem Titel „Really Achieving Your Childhood Dreams“ (Deine Kindheitsträume wirklich wahr werden lassen) und veröffentlichte sie in erweiterter Form.[23] Er hat mit seiner Familie Reisen und Ausflüge unternommen und auf Video aufgenommen. Diese Aufnahmen – auch die von der Last Lecture – sollten seinen drei kleinen Kindern ein reichhaltiges und dauerhaftes Bild ihres Vaters vermitteln.

Siehe auch

  • Biografiearbeit
  • Lebensrückblickstherapie
  • Palliative Care
  • Psychoonkologie
  • Sterben

Einzelnachweise

  1. ↑ a b c d e f g H. M. Chochinov, T. Hack u. a.: Dignity therapy: A novel psychotherapeutic intervention for patients near the end of life. In: Journal of Clinical Oncologie. 23, 2005, S. 5520–5525.
  2. ↑ A. Mehnert, K. Braack, S. Vehling: Sinnorientierte Interventionen in der Psychoonkologie. In: Psychotherapeut. 56, 2011, S. 394–399.
  3. ↑ Deutsche Gesellschaft für Palliativmedizin e. V., Deutscher Hospiz- und Palliativ-Verband e. V., Bundesärztekammer (Hg): Charta zur Betreuung schwerstkranker und sterbender Menschen in Deutschland. 2015.
  4. ↑ I. D. Yalom: Existentielle Psychotherapie. Edition Humanistische Psychologie, Köln 1989.
  5. ↑ a b H. M. Chochinov, T. Hack, S. McClement u. a.: Dignity in the terminally ill: A developing empirical model. In: Social Science and Medicine. 54, 2002, S. 433–443.
  6. ↑ a b A. Schramm, D. Berthold, M. Weber, J. Gramm: Eine psychologische Kurzintervention zur Stärkung von Würde am Lebensende. In: Z Palliativmedizin. 15, 2014, S. 99–101.
  7. ↑ a b c H. M. Chochinov, L. J. Kristjanson, W. Breitbart u. a.: Effect of dignity therapy on distress and end-of-life experience in terminally ill patients: A randomised controlled trial. In: The Lancet Oncology. 12 (8), 2011, S. 753–762.
  8. ↑ E. H. Erikson: Wachstum und Krisen der gesunden Persönlichkeit. In: ders Identität und Lebenszyklus. Suhrkamp, Frankfurt am Main 1966, S. 55–122. (amer. 1950)
  9. ↑ F. Höpflinger: Generativität im höheren Lebensalter. Generationensoziologische Überlegungen zu einem alten Thema. In: Z Gerontologie Geriatrie. 35, 2002, S. 328–334.
  10. ↑ S. Forstmeier: Lebensrückblick bei Anpassungsproblemen und Lebenskrisen. In: A. Maercker, S. Forstmeier (Hrsg.): Der Lebensrückblick in Therapie und Beratung. Springer, Heidelberg 2013, S. 86–105; hier 102 ff.
  11. ↑ G. Fitchett, L. Emanuel u. a.: Care of the human spirit and the role of dignity therapy: A systematic review of dignity therapy research. In: BioMed Central BMC Palliative Care. 14, 2015, S. 8.
  12. ↑ T. F. Hack, S. E. McClement, H. M. Chochinov u. a.: Learning from dying patients during their final days: Life reflections gleaned from dignity therapy. In: Palliative Medicine. 24(7), 2010, S. 715–723.
  13. ↑ S. McClement, H. M. Chochinov, T. Hack u. a.: Dignity therapy: Family member perspectives. In: Journal of Palliative Medicine. 10(5), 2007, S. 1076–1082.
  14. ↑ H. M. Chovinov, B. Cann u. a.: Dignity therapy: A feasibility study of elders in long-term care. In: Palliative and Supportive Care. 10, 2012, S. 3–15.
  15. ↑ L. J. Houmann, H. M. Chochinov, L. J. Kristjanson u. a.: A prospective evaluation of Dignity Therapy in advanced cancer patients admitted to palliative care. In: Palliative Medicine. 28, 2014, S. 448–458.
  16. ↑ Michiyo Ando, Tatsuya Morita et al.: Efficacy of short-term life-review interviews on the spiritual well-being of terminally ill cancer patients. In: Journal of Pain and Symptom Management. Band 39, Nr. 6, Juni 2010, S. 993–1002 (Online [PDF; 167 kB; abgerufen am 30. August 2021]). 
  17. ↑ E. Kübler-Ross: Interviews mit Sterbenden. Kreuz, Stuttgart 1971. (Droemer Knaur, München 2001; amer. 1969)
  18. ↑ A.-M. Tausch, R. Tausch R: Sanftes Sterben. Was der Tod für das Leben bedeutet. Rowohlt, Reinbek 1985.
  19. ↑ A. Biryetega: The memory project in Uganda. In: Medicus Mundi Schweiz MMS Bulletin. 97, 2005, S. 30–33.
  20. ↑ P. Schnirch: Seitenweise Liebe. Memory Books für AIDS-Waisen. In: Süddeutsche Zeitung. 6. Dezember 2010.
  21. ↑ J. Morgan: "I am a hero, I will survive." The 10 Million Hero Book Project. In: Medicus Mundi Schweiz MMS Bulletin. 97, 2005, S. 11–17.
  22. ↑ P. Denis, N. Makiwane: Stories of love, pain and courage: AIDS orphans and memory boxes. In: Oral History. 31, 2003, S. 66–74.
  23. ↑ R. Pausch, J. Zaslow: Last Lecture. Die Lehren meines Lebens.Bertelsmann, München 2008, S. 22.



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Sterben für Beginner

Noir24admin Sterben 22. Juni 2026
Film
Titel Sterben für Beginner
Produktionsland Deutschland
Originalsprache Deutsch
Erscheinungsjahr 2024
Länge 90 Minuten
Produktions­unternehmen Producers at Work
Stab
Regie Christian Klandt
Drehbuch Benedikt Gollhardt
Produktion Tobias Stille,
Christian Popp
Musik Johannes Repka
Kamera René Gorski
Schnitt Julia Steinke
Besetzung
  • Edin Hasanović: Eric
  • Max Hubacher: Alex Weber, später Alexander Weber-Lowien
  • Svenja Jung: Karla Lowien
  • Peter Kurth: Volker Mutz
  • Luna Jordan: Anita
  • Steffi Kühnert: Birgit Weber
  • Wolfram Koch: Paul Weber
  • Rike Eckermann: Doris
  • Martina Schöne-Radunski: Manuela
  • Mélanie Fouché: Sophya
  • Mex Schlüpfer: Sinan
  • Roland Wolf: Hedis Sohn
  • Adolfo Assor: Totengräber
  • Paul Schlase: Pfleger
  • Dela Dabulamanzi: Alissa Groth
  • Jasmin Mehling: Krankenschwester Diane
  • Gerdy Zint: Vater
  • Maya Morgeneyer: kleines Mädchen

Sterben für Beginner ist ein deutscher Fernsehfilm aus dem Jahr 2024 von Regisseur Christian Klandt mit Edin Hasanović, Max Hubacher und Svenja Jung. Das Drehbuch von Benedikt Gollhardt basiert auf dem Sachbuch The End von Eric Wrede.[1][2] Die Premiere der Tragikomödie war am 31. August 2024 am Festival des deutschen Films, wo der Film mit dem Publikumspreis ausgezeichnet wurde.[2][3][4]

Handlung

Eric erfährt, dass sein bester Freund Alex einen Hirntumor hat. Karla, die Freundin von Alex, ist schwanger. Nachdem Eric seinen Job als Musikmanager im Streit mit Sophya gekündigt hat, kommt er bei einem Bestattungsunternehmen vorbei, wo im Schaukasten eine freie Stelle beworben wird. Eric stellt sich bei Bestatter Volker Mutz, dessen Nichte Anita ebenfalls im Unternehmen tätig ist, vor und erhält die Stelle auf Probe. Während Eric in seiner Tätigkeit die Aufgabe sieht, den Trauernden zu helfen, versucht Mutz stets, diesen das teuerste Sargmodell zu verkaufen. Neuerungen wie Kreativbestattungen steht er ablehnend gegenüber.

Der Befund im Krankenhaus ergibt, dass der Hirntumor bösartig und inoperabel ist; Alex soll eine Bestrahlung und Chemotherapie erhalten. Von Eric wünscht er sich, dass er ihn persönlich bestattet. Außerdem hat Karla die Hebamme abgesagt, weil sie nach Neuseeland der Work-Life-Balance wegen auswandern möchte. Eric vermittelt ihr darauf die Hebamme Manuela von der Geburtsstation, die er von einem One-Night-Stand kennt. Alex nimmt ein Video für sein ungeborenes Kind auf. Obwohl ihm Heirat zu spießig war, macht er Karla einen Heiratsantrag und die beiden heiraten. Auf der Hochzeit kommt es zum Streit zwischen den Eltern von Alex, Birgit und Paul Weber, sowie Karla über die Frage, ob Alex in Berlin bestattet werden soll oder bei den Eltern in Landau.

Zwischen Eric und Mutz kommt es ebenfalls zum Streit. Eric meint, es müsse im Unternehmen menschlicher zugehen. Mutz entgegnet darauf, dass er sich mit Monatsende ein Bestattungsunternehmen suchen könne, bei dem es menschlicher zugehe. Alex stirbt schließlich zu Hause im Beisein von Karla, Eric und seinen Eltern. Eric fährt Alex im offenen Sarg mit dem Leichenwagen von Mutz durch Berlin. Die Frage nach dem Bestattungsort ist weiterhin ungeklärt. Die Nacht verbringt Eric im Leichenwagen neben der Leiche von Alex; am nächsten Morgen wird er von einer berittenen Polizistin geweckt, die ihn zum Bestattungsunternehmen begleitet.

Die Urne mit der Aufschrift Alexander Weber-Lowien wird in Berlin beigesetzt. Eric gräbt diese in der Nacht wieder aus und übergibt sie den Eltern von Alex. Einen Teil der Asche gibt er in einer Flasche an Karla. Eric verspricht, die Urne nach dem Tod der Eltern von Alex wieder abzuholen und die Asche zusammenzuführen. An seinem letzten Probetag eröffnet Mutz Eric, dass die Kunden ihn mochten. Das Institut leitet Mutz seit 45 Jahren und er steht kurz davor, es zu schließen. Obwohl er ihn eine Menge Geld und Nerven gekostet hat, bietet Mutz Eric an, seine Nachfolge anzutreten, da Anita dies nicht möchte. Anita soll bleiben und unkündbar sein, Mutz möchte zehn Prozent von den Einnahmen, außerdem soll eine spätere Bestattung von Mutz nach seinem Willen erfolgen.

Produktion und Hintergrund

Die Dreharbeiten fanden unter dem Arbeitstitel The End vom 12. September bis zum 12. Oktober 2023 in Berlin statt.[2] Produziert wurde der Film von Producers at Work (Produzenten Tobias Stille und Christian Popp) im Auftrag des ZDF.[1][2]

Die Kamera führte René Gorski, die Musik schrieb Johannes Repka, die Montage verantwortete Julia Steinke und das Casting Mai Seck. Das Kostümbild gestaltete Elisa Cappell, das Szenenbild Gabriele Wolff, den Ton Magnus Pflüger und die Maske Helen Laitzsch und Franziska Hüchelheim.[2]

Veröffentlichung

Premiere war am 31. August 2024 am Festival des deutschen Films, wo der Film mit dem Publikumspreis ausgezeichnet wurde.[2][3]

Auf ZDF.de wurde der Film am 23. April 2025 veröffentlicht, die Erstausstrahlung im ZDF erfolgte am 5. Mai 2025.[5]

Rezeption

Heike Hupertz schrieb in der Frankfurter Allgemeine Zeitung, dass der Film zum Mitfühlen einlade, aber nicht nötige und nicht kitschig sei. Er könne uns helfen, bessere Sterbe- und Trauerbegleiter zu sein. Der Cast spiele superb, und die Idee, den Bestatter Eric und nicht das Paar Alex und Karla ins Zentrum des Films zu stellen, funktioniere.[6]

Jan Freitag schrieb auf tagesspiegel.de, dass der Titel Programm sei im Spannungsfeld unserer westlich-industrialisierten Zivilisation, die das Sterben und seine Verwaltung weitestgehend vor den Lebenden verbirgt. Der anrührende Mix aus Familiendrama und Freundschaftsfeier, Milieu- und Gesellschaftsstudie hätte einerseits durchaus mehr Zeit verdient. Andererseits komme er auch in 90 Minuten perfekt auf den Punkt, der da lautet: Pietät kann heilsam sein.[7]

Rainer Tittelbach vergab auf tittelbach.tv 5,5 von 6 Sternen. In dem umsichtig, unaufdringlich und ästhetisch zeitgemäßen Film vom Umgang mit dem Tod mit großartiger Besetzung stehe endlich einmal der gewöhnliche Tod und nicht die medial bevorzugte gewaltsame Variante des Sterbens im Mittelpunkt.[8]

Filmdienst.de bewertete die Produktion mit 3,5 von 5 Sternen und bezeichnete diese als dramatische Komödie mit extrem unterschiedlichen Tonlagen zwischen Lockerheit und Ernst, die ausgezeichnete Darsteller und pointierte Dialoge glaubwürdig in der Balance halten könnten. Bemerkenswert sensibel gelinge auch die unverklärte, aber mit viel Respekt umgesetzte Annäherung an das Thema Tod.[9]

Oliver Armknecht (sieben von zehn Punkte) meinte auf film-rezensionen.de, dass der Film zu einer Entdeckungsreise werde, die vielleicht keine festen Antworten gibt, aber dazu aufmuntere, eigene zu suchen.[10]

Auszeichnungen und Nominierungen

Festival des deutschen Films 2024

  • Auszeichnung mit dem Rheingold Publikumspreis[4]

Biberacher Filmfestspiele 2024

  • Auszeichnung mit dem Fernseh-Biber[11]

Günter-Rohrbach-Filmpreis 2025

  • Nominierung für den Günter-Rohrbach-Filmpreis (Shortlist)[12]
  • Auszeichnung mit dem Preis des Oberbürgermeisters (Christian Klandt und Benedikt Gollhardt)[13]

Televisionale 2025[14]

  • Nominierung für den Fernsehfilmpreis der Deutschen Akademie der Darstellenden Künste
  • Nominierung für den VFF FernsehfilmMusikPreis
  • Auszeichnung mit dem 3satPublikumspreis[15]

Weblinks

  • Sterben für Beginner bei IMDb
  • Sterben für Beginner bei crew united
  • Sterben für Beginner auf zdf.de

Einzelnachweise

  1. ↑ a b The End. In: producersatwork.com. Abgerufen am 30. Juli 2024. 
  2. ↑ a b c d e f Sterben für Beginner bei crew united, abgerufen am 30. Juli 2024.
  3. ↑ a b Sterben für Beginner. In: festival-des-deutschen-films.de. Abgerufen am 30. Juli 2024. 
  4. ↑ a b Birgit Baltes: Neuer Besucherrekord beim 20. Festival des deutschen Films in Ludwigshafen. In: swr.de. 9. September 2024, abgerufen am 9. September 2024. 
  5. ↑ Sterben für Beginner. In: zdf.de. Abgerufen am 20. März 2025. 
  6. ↑ Heike Hupertz: „Sterben für Beginner“ im ZDF: Er war mal Grufti. In: faz.net. 23. April 2025, abgerufen am 23. April 2025. 
  7. ↑ Jan Freitag: ZDF-Film „Sterben für Beginner“ : Der Club der fröhlichen Bestatter. In: tagesspiegel.de. 23. April 2025, abgerufen am 23. April 2025. 
  8. ↑ Rainer Tittelbach: Sterben für Beginner. In: tittelbach.tv. Abgerufen am 24. April 2025. 
  9. ↑ Sterben für Beginner. In: Lexikon des internationalen Films. Filmdienst, abgerufen am 24. April 2025. 
  10. ↑ Oliver Armknecht: Sterben für Beginner. In: film-rezensionen.de. 5. Mai 2025, abgerufen am 5. Mai 2025. 
  11. ↑ Gerd Mägerle: 46. Biberacher Filmfestspiele: Diese Filme erhalten die begehrten Biber. In: Schwäbische Zeitung. 3. November 2024, abgerufen am 4. November 2024. 
  12. ↑ Shortlist für Günter Rohrbach Filmpreis steht. In: sr.de. 12. September 2025, abgerufen am 12. September 2025. 
  13. ↑ Das sind die diesjährigen Gewinner des Günter Rohrbach Filmpreises. In: sr.de. 7. November 2025, abgerufen am 8. November 2025. 
  14. ↑ Jochen Müller: „Polizeiruf 110 – Der Wanderer zieht von dannen“ eröffnet TeleVisionale. In: the-spot-mediafilm.com. 1. Oktober 2025, abgerufen am 1. Oktober 2025. 
  15. ↑ "Sterben für Beginner" gewinnt den 3satPublikumspreis 2025. In: presseportal.de. 5. Dezember 2025, abgerufen am 6. Dezember 2025. 
  • Weitere Filmlinks:
  • filmportal.de: Link |
  • TMDb: Link |
  • Letterboxd: Link |
  • Moviepilot: Link |



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Thalaikoothal

Noir24admin Sterben 22. Juni 2026

Ein Thalaikoothal ist ein alter indischer Brauch und eine Tötungsmethode des aktiven Senizids. Nur in einer Region des indischen Bundesstaats Tamil Nadu, im Distrikt Virudhunagar, kam es früher offen und heute im Geheimen bei bettlägerigen oder todkranken Menschen zum Senizid durch das thalaikoothal (thalai = Kopf; koothal = ein Bad geben), das von Angehörigen ausgeführt wurde.[1]

Über den Ursprung der alten Sitte ist wenig bekannt, deshalb wird von einer Position angenommen, es handele sich um eine Reaktion auf wirtschaftliche Veränderungen seit 1950. Die Sichtweise der Anthropologie nimmt dagegen einen uralten Brauch an, über dessen Ursprung nur spekuliert werden kann.[2] Aufgedeckt wurde das thalaikoothal erstmals durch die indische Journalistin Pramila Krishnan ab dem Jahr 2010.[3]

Fachwissenschaftliche Behandlung erfuhr das Thema erstmals durch zwei Juristen: 2012 durch M. Priyamvadha, Assistenz-Professorin für Kriminologie an der Universität von Madras[4] und 2014 durch die indische Assistenz-Professorin Pyali Chatterjee.[5] In diesem alten Ritual, das heute verfassungswidrig ist, wird der Sterbeprozess durch ein ausgedehntes morgendliches kaltes Sesamöl-Bad des Kopfes eingeleitet, was Wärmeverlust bedeutet und mit dem Einflößen großer Mengen frischen Kokoswassers aus den grünen Früchten eine Lungenentzündung, Dysfunktion des Stoffwechsels und Nierenversagen nach sich zieht. Der Tod tritt in ein bis zwei Tagen ein.

Sofern das Ölbad nicht zum Tod führt oder das Opfer sich wehrt, können ihm die Angehörigen auch ein Stück Holz in den Mund stoßen oder den Mund mit Schlamm verkleben. Ein letztes Tötungsverfahren ist so viel Milch bei zugehaltener Nase in den Mund zu trichtern, bis das Opfer aspiriert und erstickt.[6] Die Angehörigen stehen um den Sterbenden herum, lassen einen Sing-Sang hören und beginnen mit der Vorbereitung der Beerdigung.[7]

Heute werden in manchen Fällen der alten Sitte des Ölbads bestimmte Giftdrogen hinzugefügt, um den Tod zu beschleunigen. Lakshmi Subramanian, Journalistin der Zeitung The Week, merkt dazu an: “They are given valium tablets, pesticides, sleeping pills and injections when the oil bath fails to take their lives” (Wenn das Ölbad nicht den Tod herbeiführt, verabreicht man ihnen Valium-Tabletten, Pestizide, Schlaftabletten oder Spritzen).[8]

Ob solche Medikamentengaben, insbesondere durch Spritzen, ein Teil des alten Brauchs sind, darf bezweifelt werden. Offensichtlich hat sich auf den alten Brauch eine schnellere Variante der Tötung aufgesetzt oder diesen Brauch sogar verdrängt. Chatterjee macht die übergroße Armut der Menschen dafür verantwortlich, dass sie das thalaikoothal durchführten.[9]

In der Regel hatten die alten Menschen in den Brauch eingewilligt, weil sie sich als Last für die Kinder und Familien empfanden, doch es kam oder kommt vor, dass sich Alte dem thalaikoothal entziehen und flüchten.[10]

Mehrere Dokumentar- oder Spielfilme greifen das Thema thalaikoothal auf. Der Spielfilm K.D. von 2019 erzählt unter der Regie von Madhumitha ein Roadmovie über die Begegnung des 80-jährigen Karuppu Durai (K.D.), der vor dem thalaikoothal geflohen ist, mit dem jungen elternlosen Straßenjungen Kutty.[11]

Einzelnachweise

  1. ↑ Mother, shall I put you to sleep? – tehelka.com (englisch), abgerufen am 21. Januar 2021
  2. ↑ Raimund Pousset (2018): Senizid und Altentötung – Ein überfälliger Diskurs. Wiesbaden: Springer VS.
  3. ↑ Journalist of the month: Pramila Krishnan | International Journalists’ Network (englisch), abgerufen am 22. März 2021
  4. ↑ M. Priyamvadha (2019): A social-cultural inspection on the killing of elderly people in Tamil Nadu. In: Journal of Humanities and Social Science Studies. 1(6), pp. 69–76
  5. ↑ Pyali Chatterjee (2014): Thalaikoothal. The Practice of Euthanasia in the Name of Custom. European Researcher, 2014, Vol. 87, Is. 2, pp. 2005–2012. DOI:10.13187/er.2014.87.2005 (Abruf am 21. Januar 2021)
  6. ↑ Thalaikoothal: A Ritual to murder your parents. – Munit Vikram (englisch), abgerufen am 21. Januar 2021
  7. ↑ Thalaikoothal: A Heinous Custom To Kill The Elderly (englisch), abgerufen am 21. Januar 2021
  8. ↑ Soumya Mathew (2016): A report on Thalaikoothal, a ritual of killing the elderly, practiced in the rural pockets of Virudhunagar district, Tamil Nadu. Abruf am 21. Januar 2021
  9. ↑ Pyali Chatterjee (2017): The Customary Practice of Senicide. With Special Reference to India. Grin-edition. Abruf am 21. Januar 2021
  10. ↑ No mercy killing, this – The Hindu (englisch), abgerufen am 21. Januar 2021
  11. ↑ Trailer zum Film bei Youtube, abgerufen am 21. Januar 2021



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  1. Sterbekerze
  2. Sterbekommunion
  3. Sterbekreuz
  4. Säuglingssterblichkeit

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