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Traumyoga

Noir24admin Traum 22. Juni 2026

Das Traumyoga (Sanskrit: svapnadarśana; tib.: rmi lam) ist zum einen Bestandteil der „Sechs Yogas von Naropa“ und damit eine aus dem buddhistischen Vajrayana stammende Praxis, zum anderen gibt es eine eigenständige Übertragung zu Traumyoga innerhalb des tibetischen Bön. Traumyoga dient dazu, während des Traumschlafs einen wachen Bewusstseinszustand aufrechtzuerhalten und die Fähigkeit zu erwerben, die Traumgeschehnisse gezielt zu lenken (→ Klartraum). Inzwischen sind Anleitungstexte zum Traumyoga auch in westliche Sprachen übersetzt worden.

Luzides Träumen

Ein geübter Traumyoga-Praktizierender wird sich während des Träumens bewusst, dass er träumt. Er erlebt die Trauminhalte bewusst und kann auf die Handlung seiner Träume Einfluss nehmen. Während diesem luziden Bewusstseinszustand ist er sich ferner der "irrealen" und flüchtigen Natur des Traums bewusst. Im Buddhismus gibt das Traumyoga dem Übenden die Möglichkeit, spirituelle Praxis während (Traumschlaf)-Phasen zu üben, welche vom spirituellen Standpunkt betrachtet gewöhnlich nutzlos im Zustand der Unwissenheit verstreichen. Eine Luzidität während der Tiefschlafphase ist verbunden mit dem Yoga des Klaren Lichts.

Techniken

Man lenkt das Bewusstsein während der Einschlafphase auf spezielle Energiezentren (Chakren) des Körpers und visualisiert dort farbiges Licht oder mystische Silben (Sanskrit Bija). Die Einschlafphase kann zusätzlich genutzt werden für die Anwendung weiterer tantrischer Techniken wie Mantra-Rezitation oder Visualisierung von Meditationsgottheiten. Die korrekte Praxis erfordert eine Einweihung und die sorgfältige Anleitung durch einen Vajrayana-Meister, der innerhalb einer Überlieferungslinie zur Weitergabe dieser Übung befugt ist. Das oben erwähnte Yoga des Klaren Lichts ist hingegen mit der Dzogchen-Praxis verbunden.

Zweck und grundlegende Sichtweise im Traumyoga

Im buddhistischen Traumyoga geht es nicht um die Inhalte von Träumen im Sinne von „Traumdeutung“, sondern um geistige Klarheit während sonst unbewusster Phasen. Das Endziel ist die Erfahrung der Buddhanatur, der wahren Natur des Geistes.

Die gewöhnliche Lebenswirklichkeit betrachtet der tantrische Buddhismus als „illusionär“, einem Traum ähnlich. Man kann das Erscheinen der Phänomene im Wachzustand, gemäß dieser Sichtweise, als kollektiven Traum bezeichnen. Die Phänomene des Wachzustandes erscheinen in der Wahrnehmung ähnlich wie die Phänomene im Traum, werden aber vom gewöhnlichen Betrachter irrigerweise nicht als letztlich unwirklich erkannt, sondern als aus sich selbst heraus (inhärent) bestehende Phänomene identifiziert.

Das Klarträumen dient dazu, in allen Phasen der Lebenswirklichkeit die Traumähnlichkeit, oder klassisch buddhistisch ausgedrückt, die Leerheit (Shunyata) des eigenen Selbst (der persönlichkeits-konstituierenden Faktoren, Skandhas) und aller Phänomene zu erkennen. Daher haben vertiefte Erfahrungen im nächtlichen Klarträumen Einfluss auf die Wahrnehmung der Phänomene im Wachzustand am Tag. So sind die Techniken des Klarträumens ein Teilaspekt einer umfassenden spirituellen Erleuchtungspraxis. Darüber hinaus ermöglicht die Luzidität im Traum, Meditationspraktiken zu üben. Das ist nicht zuletzt deshalb vorteilhaft, weil die Beschränkungen durch den physischen Körper wegfallen und es leichter ist, bestimmte Ergebnisse zu erhalten.

Ein weiterer Zweck ist die Vorbereitung auf den Tod. Der Grundgedanke ist, dass Träume den Prozessen des Sterbens und dem Geschehen im Nachtodzustand (Bardo) substanziell ähneln. Die Erfahrung von der Traumähnlichkeit der Phänomene zu Lebenszeiten dient dazu, die mitunter erschreckenden Visionen im Sterben und im Nachtodzustand als illusionär zu erfahren, und so die wirkliche Natur des Geistes zu erkennen und Befreiung vom Daseinskreislauf zu erlangen.

Siehe auch

  • Klartraum
  • Traumtagebuch

Literatur

  • Namkhai Norbu: Traum-Yoga – Träume bewußt lenken – der tibetische Weg zu Klarheit und Selbsterkenntnis. O.W.Barth-Verlag, Bern-München-Wien 1998, ISBN 3-502-62481-X (Übersetzung der 1. Auflage von Dream Yoga and the Practice of Natural Light)
  • Namkhai Norbu: Der Zyklus von Tag und Nacht – Die praktischen Übungen des Ati-Yoga. Diederichs Verlag, München 1998, ISBN 3-424-00964-4
  • Namkhai Norbu Rinpoche: Dream Yoga and the Practice of Natural Light. Snow Lion Publications, Ithaca N.Y. 2002 (2. erw. Aufl.), ISBN 1-55939-161-8
  • Tenzin Wangyal Rinpoche: Übung der Nacht – Tibetische Meditationen in Schlaf und Traum. Diederichs Verlag, 2001, ISBN 3720521893
  • Tenzin Wangyal Rinpoche: The Tibetan Yogas of Dream and Sleep. Snow Lion Publications, Ithaca N.Y. 1998, ISBN 1-55939-101-4 (Englische Ausgabe von "Übung der Nacht")
  • Francisco Varela: Traum, Schlaf und Tod – Grenzbereiche des Bewußtseins, Diederichs, 1998, ISBN 3-42401-388-9
  • Gyatrul Rinpoche: Ancient Wisdom: Nyingma Teachings on Dream Yoga, Meditation, and Transformation. Snow Lion Publications Ithaca N.Y. 1993
  • Swami Sivananda Radha: Praxis des Traum-Yoga. Freiburg im Breisgau 1996

Weblinks

  • Was ist Traum Yoga? Leitfaden für Praktiken und Vorteile
  • Tenzin Rinpoche, Stanford University: Dream Yoga: Lucid dreaming from the Bön Buddhist tradition of Tibet auf YouTube



🔮 Noir24 Archiv-Hinweis

Dieser Eintrag basiert auf dem Artikel Traumyoga aus der freien Enzyklopädie Wikipedia. Der Text steht unter der Lizenz Creative Commons Attribution-ShareAlike 4.0 International und ist frei verfügbar.

Wahrtraum

Noir24admin Traum 22. Juni 2026

Der Wahrtraum bezeichnet eine Art von Traum, dessen Inhalt reale Ereignisse behandelt, und der im Rahmen psychoanalytischer Begrifflichkeit unverschlüsselt ist und daher keiner „Traumdeutung“ bedarf. Er soll durch ein intensives Erleben geprägt sein und als zurückblickender oder vorausschauender Wahrtraum auftreten können. Wahrträume sind Gegenstand esoterischer und parapsychologischer Diskussion.

Verbreitung

Soziologische Studien zeigen, dass jeder Dritte von Wahrträumen berichten kann. Soziodemografische Merkmale wie Bildung und Religionszugehörigkeit der Personen spielen keine Rolle. Lediglich das Lebensalter wirkt sich signifikant aus, wobei jüngere Menschen diesen Phänomenen gegenüber offener sind. Eine objektive Unterscheidung zwischen Wahrträumen und „gewöhnlichen“ Träumen können solche Felduntersuchen jedoch nicht leisten.

Abgrenzung

Zunächst wird ein Traum als Wahrtraum bezeichnet, wenn er dem Träumenden etwas über seine konkrete Lebenssituation aussagt. Er zeichnet sich weiterhin durch den Eindruck eines realen Erlebens aus, wie es sonst nur im Wachzustand erfahren wird. Der Träumer betrachtet ein Geschehen, gegebenenfalls auch aus der Perspektive einer anderen Person oder der Vogelperspektive, das in knappen und eindringlichen Bildern ein dringendes Problem oder eine Lösung darstellt. Die eigentliche Bedeutung und insbesondere die Abgrenzung zu „gewöhnlichen“ Träumen mit symbolischen Inhalten kann nur der Betroffene selbst – eventuell mithilfe eines erfahrenen Begleiters – erkennen.

Eine qualitative, wissenschaftliche Untersuchung ist – abgesehen von soziologischen Studien – sehr problematisch, da sich eine experimentelle Situation kaum herstellen lässt. Eine klinische Forschung scheidet damit aus; über neurologische Ursachen und Wechselwirkungen lässt sich nur spekulieren. Dass physiologisch messbare Veränderungen den Wahrtraum vom „gewöhnlichen“ Traum abheben würden, ist nicht belegt.

Die quantitative Überprüfung der Inhalte des Wahrtraumes, wie der überprüfbare, tatsächliche Eintritt eines vorhergesagten Ereignisses sollte sich signifikant von einer Zufallsverteilung unterscheiden. Dieser Ansatz ist jedoch problematisch, da

  • die Datenbasis, also die Anzahl der überprüfbaren Ereignisse, gering ist
  • der Eintritt eines Ereignisses auch graduell geschehen kann,
  • der zeitliche Horizont oft nicht festgelegt ist und
  • die Einflüsse einer bewussten Herbeiführung ausgeschlossen sein müssten.

Bedeutung

C.G. Jung bezeichnete Ereignisse, die in einem engen zeitlichen und inhaltlichen Zusammenhang auftreten, aber nicht kausal aufeinander einwirken, als Synchronizität. Der scheinbar zufällige Zusammenhang erschließt sich demnach für den Einzelnen erst durch einen ganz persönlichen „Sinn-Zusammenhang“. Den akausalen und ganzheitlichen Ansatz lehnt ein Großteil der Wissenschaft ab.

Retrospektiver Wahrtraum

Ein retrospektiver, zurückschauender Wahrtraum lässt bereits vergangene Ereignisse im Traum erleben. Eine tiefenpsychologische Erklärung dafür ist, dass der Träumende im Schlaf unklare oder ihn verfolgende Themen oder Fragen aus der Vergangenheit kompensatorisch verarbeitet und dabei neue Erkenntnisse und Antworten gewinnt, die sich bei einer nachträglichen Überprüfung im Wachzustand als zutreffend herausstellen.

Prospektiver Wahrtraum

Ein prospektiver, vorausschauender Wahrtraum lässt zukünftige Ereignisse im Traum erleben. Der Träumende soll im Schlaf auf „unbewusstes Wissen“ zugreifen und daraus eine zutreffende Vorhersage extrapolieren können.

Andererseits kann auch das Prinzip der selbsterfüllenden Prophezeiung zur Erklärung prospektiver Wahrträume herangezogen werden.

Telepathischer Wahrtraum

Ein so genannter „telepathischer Wahrtraum“ soll gegenwärtige, aber örtlich entfernte Ereignisse, wie beispielsweise einen Unfall eines Angehörigen, als Traumerleben zeigen.

Kulturelle Aspekte

Der Wahrtraum hatte in verschiedenen Kulturen wie im alten Ägypten eine gewisse gesellschaftliche Bedeutung. Die Tradition des Islam kennt den prophetischen Traum als ruya sahdiqa (wörtl.: wahres Gesicht). Auch die apokalyptischen Visionen des Propheten Daniel im gleichnamigen Buches des alten Testamentes werden oft als Wahrträume bezeichnet.

Literatur

  • Eberhard Bauer, Michael Schetsche (Hrsg.): Alltägliche Wunder. Erfahrungen mit dem Übersinnlichen. Wissenschaftliche Befunde. Würzburg: ERGON Verlag 2003, ISBN 3-89913-311-0
  • Margit Haupt: Das Buch der Träume: Was Ihre Träume Ihnen sagen wollen. Scherz, Bern 2003, ISBN 3-502-12301-2
  • David Ryback, Letitia Sweitzer: Wahrträume. Ihre transformierende und übersinnliche Kraft. Schirner Verlag, Darmstadt 2005. ISBN 3-89767-462-9

Weblinks

Wiktionary: Wahrtraum – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
  • Studie - Übersicht
Normdaten (Sachbegriff): GND: 4531123-7 (GND Explorer, lobid, OGND, AKS)



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Werner Zurfluh

Noir24admin Traum 22. Juni 2026

Werner Zurfluh (* 21. Juli 1945 in Basel; † 23. Mai 2008) war ein Schweizer Bewusstseins- und Klartraum-Forscher.

Leben

Werner Zurfluh ist in Basel aufgewachsen und studierte ab 1965 Biologie, Physik und Chemie, anschließend Ethnologie sowie Analytische Psychologie am C.G. Jung-Institut. Daneben unterrichtete er an einem privaten Gymnasium als Biologielehrer; später arbeitete er als Lektor und Übersetzer für den auf Grenzwissenschaften und Esoterik spezialisierten Schweizer Ansata-Verlag.

1980 traten die ersten Anzeichen seiner Krankheit auf; 1987 wurde ihm die Diagnose Multiple Sklerose gestellt. Infolge einer schweren Infektion, nach zwei Wochen Koma, hatte er eine Nahtod-Erfahrung. Er begann danach, nunmehr auf einen Rollstuhl angewiesen, all seine Traumprotokolle aufzuarbeiten und nebst vielen weiteren Dokumenten – Essays, Bildern oder einem Briefwechsel mit Michael Ende – auf seiner Website zu publizieren. Seit 1997 lebten er und seine Frau in Arosa.

Ab 2007 wurden seine Beschwerden so massiv, dass er bis zu seinem Tod im folgenden Jahr nicht mehr schreiben und lesen konnte.

Werke

  • Quellen der Nacht. Luzides Träumen und Reisen außerhalb des Körpers. Neue Dimensionen der Selbsterfahrung. Ansata, Interlaken 1983; 3. Auflage 1996
  • Märchen als Schlüssel zu den Quellen der Nacht. Wolkentor, Geesthacht 1984, ISBN 3-922554-04-0

Weblinks

  • Werner Zurfluh: Über den Zaun Eigene Webpräsenz mit zahlreichen unveröffentlichten Dokumenten
  • Nachruf von Linard Bardill
  • Literatur von und über Werner Zurfluh im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
Normdaten (Person): GND: 11585147X (lobid, GND Explorer, OGND, AKS) | LCCN: no2010209074 | VIAF: 52430073 | Wikipedia-Personensuche
Personendaten
NAME Zurfluh, Werner
KURZBESCHREIBUNG Schweizer Bewusstseins- und Klartraum-Forscher
GEBURTSDATUM 21. Juli 1945
GEBURTSORT Basel
STERBEDATUM 23. Mai 2008



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Traumkraut

Noir24admin Traum 22. Juni 2026
Traumkraut
Systematik
Familie: Korbblütler (Asteraceae)
Unterfamilie: Asteroideae
Tribus: Heliantheae
Untertribus: Galinsoginae
Gattung: Calea
Art: Traumkraut
Wissenschaftlicher Name
Calea ternifolia
Kunth.
Blätter von Calea ternifolia

Traumkraut (Calea ternifolia, Syn.: Calea zacatechichi) auch Aztekisches Traumgras oder Bitterkraut genannt, ist eine Pflanzenart aus der Familie der Korbblütler (Asteraceae). Die Pflanze ist im tropischen und subtropischen Mittelamerika heimisch und besitzt psychoaktive Eigenschaften.

Beschreibung

Das Traumkraut ist eine einjährige bis ausdauernde krautige Pflanze, die Wuchshöhen von bis zu 3 m erreicht. Die Stängel sind teils weich behaart.

Die meist spitzen bis zugespitzten Blätter sind eiförmig bis eilanzettlich oder elliptisch und gegenständig angeordnet. Sie weisen oberseits eine charakteristische dreizählige, eingeprägte Nervatur auf. Der mehr oder weniger behaarte Blattstiel ist fehlend oder bis 1 cm lang. Die am Rand entfernt und grob gezähnte bis gesägte, teils feinstachelige, Blattspreite ist bis 12 cm lang und bis 7 cm breit. Die Blätter sind unterseits, aber manchmal auch oberseits, klebrig-drüsig wie die Blattstiele. Oberseits sind sie kahl und etwas rau, unterseits mehr oder weniger behaart.

Die schirmtraubigen, corymben und gestielten Blütenstände der Pflanze sind achsel- oder endständig und die Blüten sind weißlich bis cremefarben gefärbt. Die Pseudanthien sind klein, mit bis zu 5–15 Blüten und wenigen, unscheinbaren und weiblichen und oft klebrig-drüsigen Zungenblüten mit ausgebildeter Zunge. Die oft klebrig-drüsigen, zwittrigen Röhrenblüten mit zurückgelegten, eilanzettlichen Lappen sind mit vorstehender, gelblicher Antherenröhre mit zweiästigem Griffel mit zurückgelegten Ästen. Der Blütenboden ist klein und konisch und es sind an den Blüten mehrere Spreuschuppen vorhanden. Der mehr oder weniger behaarte und schmal trichterförmige Hüllkelch ist vier bis sechsreihig und außen drüsig. Die schwärzliche Achäne mit Pappus und Karpopodium ist 2 bis 3 mm lang.

Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 19.

Vorkommen

Das Traumkraut kommt zwischen Mexiko und Kolumbien natürlich vor. Am häufigsten sieht man das Traumkraut im mexikanischen Hochland von Oaxaca, Veracruz, Chiapas, Morelos und Jalisco, aber auch im Flachland der Halbinsel Yucatán. Gelegentlich tritt die Pflanze als Unkraut auf. Dennoch ist das Traumkraut vergleichsweise schwierig zu kultivieren, die Vermehrung erfolgt über Stecklinge.

Inhaltsstoffe

Traumkraut enthält verschiedene Sesquiterpenlactone (Zacatechinoloid, Germacren und Caleocromen), die für den bitteren Geschmack verantwortlich sind.[1][2] Weitere Inhaltsstoffe sind Flavone und ein bisher nicht identifiziertes Alkaloid. Des Weiteren wurden Furanon-artige Heliangolide wie 8β-Angeloyloxy-9α-hydroxycalyculatolid in der Pflanze nachgewiesen.[3] Noch ist nicht ausreichend erforscht, welcher Stoff für die psychoaktive Wirkung verantwortlich ist. Der Wirkstoff ist in Wasser und Alkohol löslich, was wässrige und alkoholische Auszüge ermöglicht.

Verwendung

Von indianischen Kulturen in Mittelamerika ist die Verwendung von Calea ternifolia zur Einleitung von Klarträumen bekannt. Es wird in diesen Kulturen auch genutzt, um medizinische Probleme mit dem Hormonsystem oder dem Verdauungstrakt zu beheben.[4][5] Von den Chontal-Indianern aus Oaxaca wird die Pflanze genutzt, um wahrsagerische Visionen zu erhalten. Sie bezeichnen die Pflanze als thle-pela-kano, das Blatt Gottes. Um wahrsagerische Träume zu erhalten, nehmen die Chontal-Indianer eine „handvoll Blätter“. L. Mayagoitia et al. schätzen diese Dosis auf ungefähr 60 Gramm frischer Blätter bzw. 1 Gramm getrocknete Blätter pro Kilogramm Körpergewicht. Diese werden als Tee konsumiert oder geraucht.[6]

Die Wirkstoffe des Aztekischen Traumgrases sind möglicherweise halluzinogen und gelten als schwach giftig. 2016 wurde gezeigt, dass ein Methanolextrakt von C. ternifolia nephrotoxische (nierenschädigende) Eigenschaften an proximalen HK-2-Tubuluszellen in vitro aufweist. Ob die Calea-Inhaltsstoffe giftige Eigenschaften an Organen oder im menschlichen Körper (in vivo) aufweisen, muss zukünftige Forschung zeigen.[7] Der genaue Wirkmechanismus der Calea-Sesquiterpenlactone ist bisher (Stand: 2008) nicht aufgeklärt. Der Konsum der Blätter erhöht die Reaktionszeit sowie die Häufigkeit von erinnerbaren Träumen.[6]

Rechtslage

Deutschland, Österreich, Schweiz

In der Bundesrepublik Deutschland, der Republik Österreich und der Schweiz gibt es keine Calea ternifolia betreffende gesetzliche Regelung.

USA

In Louisiana (USA) ist Calea ternifolia illegal, wenn sie für den Konsum vorgesehen ist.

Polen

In Polen sind seit März 2009 jegliche Pflanzenteile illegal.

Literatur

  • L. Mayagoitia, J. L. Díaz, C. M. Contreras: Psychopharmacologic analysis of an alleged oneirogenic plant: Calea zacatechichi. In: Journal of ethnopharmacology. Band 18, Nummer 3, Dezember 1986, S. 229–243, ISSN 0378-8741. PMID 3821139. doi:10.1016/0378-8741(86)90002-4.
  • Wink, Michael; Ben-Erik van Wyk; Coralie Wink, Handbuch der giftigen und psychoaktiven Pflanzen, Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft, Stuttgart, 2008. ISBN 3-8047-2425-6
  • Beschreibung bei Tropicos.
  • James R. Wussow, Lowell E. Urbatsch, Gene A. Sullivan: Calea (Asteraceae) in Mexico, Central America, and Jamaica. In: Systematic Botany. Vol. 10, No. 3, 1985, S. 241–267, doi:10.2307/2418590.
  • James Richard Wussow: A Systematic Study of the Mexican, Central American, and Jamaican Species of the Genus Calea. Dissertation, Louisiana State University and Agricultural & Mechanical College, 1981, online (PDF; 6,8 MB), bei LSU Digital Commons, Louisiana State University Research, abgerufen am 25. Oktober 2018.

Weblinks

Commons: Calea ternifolia – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien
  • Calea ternifolia bei KEW Science, abgerufen am 25. Oktober 2018.

Einzelnachweise

  1. ↑ Hankui Wu, Frank Fronczek u. a.: Antileishmanial Germacranolides from Calea zacatechichi. In: Planta Medica. 77, 2011, S. 749, doi:10.1055/s-0030-1250584.
  2. ↑ Ihl-Young Lee, Frank R. Fronczek u. a.: New Germacranolides From Calea ternifolia and the Molecular Structure of 9α-Hydroxy-11,13-Dihydro-11α,13-Epoxyatripliciolide-8β-O-[2-Methylacrylate]. In: Journal of Natural Products. 45, 1982, S. 311, doi:10.1021/np50021a012.
  3. ↑ Nikolaus H. Fischer, Ihl-Young Lee u. a.: Three New Furanone-type Heliangolides from Calea ternifolia and the Molecular Structure of 8β-Angeloyloxy-9α-hydroxycalyculatolide. In: Journal of Natural Products. 47, 1984, S. 419, doi:10.1021/np50033a004.
  4. ↑ J. L. Díaz: Ethnopharmacology and taxonomy of Mexican psychodysleptic plants. In: Journal of psychedelic drugs. Band 11, Nummer 1–2, 1979 Jan-Jun, S. 71–101, PMID 392121.
  5. ↑ Maciej Sałaga, Jakub Fichna, Katarzyna Socała, Dorota Nieoczym, Mateusz Pieróg: Neuropharmacological characterization of the oneirogenic Mexican plant Calea zacatechichi aqueous extract in mice. 
  6. ↑ a b L. Mayagoitia, J. L. Díaz, C. M. Contreras: Psychopharmacologic analysis of an alleged oneirogenic plant: Calea zacatechichi. In: Journal of ethnopharmacology. Band 18, Nummer 3, Dezember 1986, S. 229–243, ISSN 0378-8741. PMID 3821139. doi:10.1016/0378-8741(86)90002-4.
  7. ↑ M. E. Mossoba, T. J. Flynn, S. Vohra, P. Wiesenfeld, R. L. Sprando: Evaluation of "Dream Herb,", for Nephrotoxicity Using Human Kidney Proximal Tubule Cells. In: Journal of toxicology. Band 2016, 2016, S. 9794570, doi:10.1155/2016/9794570, PMID 27703475, PMC 5040790 (freier Volltext).
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Traumsequenz

Noir24admin Traum 22. Juni 2026

Eine Traumsequenz stellt eine Abfolge von Träumen über mehrere Nächte mit deren Bearbeitung im Wachzustand dar.

Konflikte, die den Träumer auch tagsüber über Tage und Monate beschäftigen, führen zu "Traumserien", in denen unterschiedliche Aspekte des Problems bearbeitet werden. Der zugrundeliegende Konflikt wird als Fokalkonflikt bezeichnet, um den sich Träume gruppieren, die auf ähnliche Situationen in der Vergangenheit des Träumers aufmerksam machen und zu einer Problemlösung beitragen sollen.

Ohne Durcharbeitung im Wachen würde der nächtlichen Traumarbeit ein zu viel an Problemlösungskompetenz unterstellt.




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