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Edgar Cayce

Noir24admin Esoterik 22. Juni 2026
Edgar Cayce im Oktober 1910, als sein Foto auf der Titelseite der New York Times war.

Edgar Cayce (* 18. März 1877 in Hopkinsville, Kentucky, USA; † 3. Januar 1945 in Virginia Beach, Virginia, USA) war ein US-amerikanisches Medium. Cayce gab Antworten zu Fragen über Themen wie Gesundheit, Astrologie, Reinkarnation und Atlantis, während er in Trance war. Er wurde zum Ende seines Lebens als der „schlafende Prophet“ bekannt. Er arbeitete anfangs als Buchhändler und Fotograf. Seine Publikationen in englischer Sprache umfassen 300 Bände. Heute gibt es Edgar Cayce Center in den USA und 25 weiteren Ländern. Die Zentrale dieser Bewegung ist die Association for Research and Enlightenment (ARE) in Virginia Beach.

Leben

Herkunft und Jugend

Familie von Edgar Cayce
Familie von Edgar Cayce

Edgar Cayce war eines von sieben Kindern des Landwirts Leslie B. Cayce und dessen Frau Carrie.[1]

Bereits in den jungen Jahren wollte Cayce den Menschen „helfen“. Seine Kundschaft nannte ihm dafür den Namen, Ort und Geburtsdatum eines Kranken und Cayce legte sich sodann auf ein Sofa, brachte sich selbst in Trance und begann mit Äußerungen, die die Krankheit und ihre Ursachen überraschend oft exakt dargestellt haben sollen und dann Möglichkeiten zur Heilung angaben. Eine Gehilfin notierte alles, was er unter Trance äußerte. Verstarb der Hilfesuchende während der Trancesitzung, so soll Cayce in dem Moment seines Todes folgendes geäußert haben: „Ich sehe ihn nicht mehr, er ist weg“.

Cayce war von Jugend auf ein sehr gläubiger Mensch. Seine Mitteilungen unter Trance widersprachen teils seiner religiösen Überzeugung. Auf solche Diskrepanzen hingewiesen reagierte er irritiert.

„Parapsychologischer Diagnostiker“

Cayce wurde zu Lebzeiten als „Prophet“, Mystiker, Seher und als hellsichtig bezeichnet. Auf seiner Visitenkarte stand die Bezeichnung psychic diagnostician (sinngemäß: „parapsychologischer Diagnostiker“). Um zu „channeln“, also Botschaften von einer „höheren Ebene“ zu erhalten, begab er sich liegend in einen Trancezustand. Ihm wurden Fragen von Ratsuchenden gestellt, die gewöhnlich nicht mit im Raum waren. Am Beginn von Cayces Karriere als Medium ging es ausschließlich um Fragen zu Gesundheit und Krankheit. Später bezog er Antworten auf Fragen nach früheren Leben und Karma mit ein. Cayce wollte mit seinen Antworten nach eigener Aussage den Ratsuchenden helfen, ein „besseres Leben“ zu führen. Außerdem rief er dazu auf, seine Aussagen zu prüfen, statt sie als unumstößliche Wahrheit anzusehen. Cayce wurden von seinen Anhängern auch die Fähigkeiten des Wahrsagens, der Kontaktaufnahme mit Verstorbenen und des Aurasehens zugeschrieben.

Ehe und Familie

Cayce war ab 1903 mit Gertrude Evans verheiratet. Sie hatten die Kinder Hugh Lynn Cayce (1907–1982), Milton Porter Cayce (*/† 1911) und Edgar Evans (1918–2013).[1][2]

Themen und Aussagen

Cayce begab sich innerhalb von 43 Jahren zwischen 1901 und 1944 schätzungsweise rund 25.000 bis 30.000 mal in Trance; seine Antworten nannte er readings (Lesungen). Bis 1923 wurden die meisten Antworten nicht aufgezeichnet. Derzeit sind rund 14.000 readings verfügbar. Cayce gab an, sich nach einer Trancesitzung nicht mehr an das erinnern zu können, was er gesagt habe. Er erhalte die Informationen über das Unbewusste, das seinem Bewusstsein nicht zugänglich sei. Ab 1923 zeichnete eine Sekretärin die readings auf und Cayces Frau Gertrude Evans leitete die Sitzungen.

Themen der erhaltenen Aufzeichnungen sind unter anderem:

  • Ursprung und Schicksal der Menschheit
„Alle Seelen wurden am Anfang erschaffen und finden nun ihren Weg dahin zurück, von wo sie kamen.“ Cayce glaubte, dass die Seelen mit dem Bewusstsein ihrer Einheit mit Gott geschaffen wurden. Die Erde samt ihren bekannten Grenzen wurde seiner Meinung nach als ein Ort für angemessenes spirituelles Wachstum erschaffen.
  • Reinkarnation
Cayce lehrte die Existenz von Reinkarnation und Karma, allerdings als Instrumente eines liebenden Gottes. Nach Cayce ist der Sinn und Zweck von beidem, dass wir bestimmte spirituelle Lektionen gelehrt bekommen. Außerdem war er der Ansicht, dass Menschen nie als Tiere wiedergeboren wurden bzw. werden, da Tiere laut ihm eher „Gruppenseelen“ als Individualität und Bewusstsein haben. Cayce entwickelte zudem eine sehr komplexe These über die Organisation zwischen Gott und den Seelen, um Grundbedürfnisse zu erfüllen, in Bezug auf Seelen, die durch die Materie überlistet und von dieser abhängig wurden, was nach Cayce für den Lebensraum der Seele nicht geplant war. Cayces Thesen beziehen wohl die theosophischen Lehren der spirituellen Evolution mit ein.
  • Astrologie
Cayce glaubte, dass unsere Seelen oder zumindest Ebenbilder unserer Seelen während ihrer diversen Inkarnationen Zeit auf anderen Planeten verbrachten. Dies nahm er als Begründung dafür, dass die Planeten und ihre Position bei der Geburt eines Menschen Einfluss auf diesen hätten.
  • Jesus und Christus
Gemäß der Neugeist-Bewegung unterschied Cayce zwischen Jesus und Christus. Jesus sei eine normale Seele, die mehrmals inkarnierte (und viele Fehler machte). Christus ist ein Zustand, den Jesus erreicht habe und den auch wir anstreben sollten. Deswegen bezeichnete Edgar Cayce Jesus oft als unseren älteren Bruder.
  • Unbekanntes Leben Jesu
Cayce präsentierte Erzählungen von früheren Inkarnationen Jesu, die sowohl eine Figur aus Atlantis namens Amilius als auch biblische Personen wie Adam, Henoch, Melchisedek, Josua, Asaf und Jehoschua enthielten. Außerdem beschrieb er Jesus als einen Essener, der in seiner Jugend unter anderem auch nach Indien reiste, um die dortigen Religionen zu studieren.
  • Körper, Geist und Seele
Cayce berief sich oft auf diese drei Begriffe oder ihre Synonyme, um die menschliche Beschaffenheit zu beschreiben. „Die Seele ist das Leben. Der Geist ist der Bauherr. Die Physis ist das Resultat.“ Dieses Konzept hat seine Anwendung nicht nur bei der Ganzheit, sondern auch im spirituellen Leben.
  • Meditation
Neben besonderen Meditationstechniken lehrte Cayce insbesondere das Öffnen göttlicher Einflüsse. In seinen Bänden The Search For God (Die Suche nach Gott) schrieb er: „Durch unsere Gebete sprechen wir zu Gott. In der Meditation spricht Gott zu uns.“ Cayces Konzept der Meditation enthielt einige Aspekte aus dem Hinduismus und dem Buddhismus, ähnelte aber mehr den christlichen Versionen der Neugeist-Bewegung.
  • Außersinnliche Wahrnehmung
Cayce akzeptierte psychische Experimente und außersinnliche Wahrnehmung als natürliches Nebenprodukt des Seelenwachstums. Nach ihm spricht Gott in Träumen oder durch Intuition zu uns. Trotzdem hielt Cayce wenig von Spiritismus und Channelling. Er förderte lieber Personen, die den Fokus ihrer Suche auf Jesus richteten.
  • Atlantis
In seinen Readings behauptete Cayce, dass Atlantis existierte. Er beschrieb es als einen großen Kontinent mit fortschrittlicher Technik, der vor ca. 10 Millionen Jahren von den ersten Menschen der Erde besiedelt wurde.[3] Seine Beschreibung hat viel mit den Theorien von Ignatius Donnelly gemeinsam. Nach Cayce war die Gesellschaft von Atlantis in zwei Hauptrassen geteilt. So gab es laut Cayce eine Rasse namens Söhne der Gesetze des Einen (Sons of the Law of One) und eine Rasse mit dem Namen Söhne des Belial. Viele Menschen von heute seien Reinkarnationen von Seelen aus Atlantis. Er selbst hielt sich für einen reinkarnierten Ägypter.[4] Außerdem postulierte Cayce, dass es einen blauen Heilstein atlantischen Ursprungs gebe, der auf einer Insel in der Karibik zu finden sei.[5]

Kritik

Cayces Kritiker bemängelten, dass seine Aussagen meistens aus Anekdoten und Erlebnisberichten bestünden und nichts davon wissenschaftlich belegbar sei. Auf Kritik stieß auch sein Eintreten für verschiedene Formen der Alternativmedizin, die von Gegnern oft als Quacksalberei bezeichnet wurden. Auch seine Anhänger geben zu, dass Cayce manchmal unkonkrete Aussagen machte und mitunter auch völlig daneben lag. Seine Söhne Hugh Lynn und Edgar Evans waren sogar die Mitherausgeber eines Buchs mit dem Titel Outer Limits of Edgar Cayce’s Power, in dem einige Irrtümer ihres Vaters genau beschrieben werden.

Eine der deutlichsten Fehlaussagen war seine Voraussage, dass 1933 ein „gutes Jahr“ sein werde, während es das nicht einmal in den USA war (wenngleich 1933 von Franklin D. Roosevelt der New Deal eingeführt wurde, der allmählich eine Verbesserung mit sich brachte). Eine andere Voraussage besagte, dass China eines Tages „die Wiege des im Alltag angewandten Christentums“ sein werde, was sich zumindest bis zum jetzigen Zeitpunkt nicht ansatzweise bestätigt hat. Seine Anhänger verweisen darauf, dass Cayce dagegen die Great Depression, ein nichtkommunistisches Russland und den Frieden von 1945 vorausgesagt habe.

Kritik kam auch von Seiten konservativer Protestanten und Katholiken, die die Idee der Reinkarnation entschieden ablehnen. Von kirchlicher Seite wird auch bezweifelt, dass Menschen über übernatürliche Fähigkeiten verfügen können. Cayces Geschichtsbild ist mit der heutigen Wissenschaft teilweise unvereinbar. Anhänger versuchen noch heute, seine Ansichten offensichtlich zu vermarkten. Die Zentrale in Virginia Beach wird sehr autoritär geführt. In der sogenannten New-Age-Bewegung hat er fast den Status eines Propheten.

Posthum

Heutzutage werden Cayce und seine Werke vor allem in den USA und in Kanada rezipiert. In 25 Ländern gibt es Edgar-Cayce-Zentren. Die Association for Research and Enlightenment Inc. (ARE) wurde 1947 gegründet. Ihren Hauptsitz hat sie in Virginia Beach, USA.

Publikationen

  • Lytle W. Robinson: Edgar Cayces Bericht von Ursprung und Bestimmung des Menschen. Rückschau und Prophezeiungen des berühmten amerikanischen Sehers. Goldmann, München 1987, ISBN 3-442-11804-2.
  • Die Heilgeheimnisse des schlafenden Propheten. Krankheitssymptome und ihre Überwindung. Goldmann, München 1992, ISBN 3-442-12105-1.
  • Die tausend Leben deiner Seele. Karma und Reinkarnation. Goldmann, München 1993, ISBN 3-442-12107-8.
  • Du weißt, wer du warst. Erkenntnisse über die eigene Wiedergeburt. Goldmann, München 1990, ISBN 3-442-12085-3.
  • Über Sexualität und Erleuchtung. Hrsg. von H. B. Puryear. Goldmann, München 1989, ISBN 3-442-11877-8.
  • Die Geheimnisse des Universums und wie wir sie uns zunutze machen können. Goldmann, München 1993, ISBN 3-442-12103-5.
  • Die Geheimnisse des Bewußtseins. Eine Reise in die unendlichen Dimensionen des unendlichen Geistes. Goldmann, München 1994, ISBN 3-442-12102-7.
  • Suche nach Gott. 2 Bände. Synergia, Darmstadt 2013, ISBN 3-9810894-3-X und 3-9810894-4-8

Trivia

Das Pokémon Abra wurde in der japanischen Version(ケーシィCasey) nach Edgar Cayce benannt.[6]

Literatur

  • Doris Agee: Edgar Cayce on E.S.P. New York 1969.
  • Harmon H. Bro: Edgar Cayce on Dreams. New York 1968.
  • Richard Henry Drummond: Edgar Cayce, Das Leben von Jesus dem Christus. Schirner, Darmstadt 2006, ISBN 3-89767-512-9.
  • Roland M. Horn: Erinnerungen an Atlantis. Unsere geheime Vergangenheit, Edgar Cayce und die Suche nach unseren Ursprüngen. 2. Auflage. Bohmeier Verlag, Lübeck 2001, ISBN 3-89094-317-9.
  • David Wilcock: Der schlafende Prophet erwacht. Die Wiedergeburt des Edgar Cayce. Silberschnur, Güllesheim 2006, ISBN 978-3-89845-148-2.
  • Barbara und Stefanie Piel: Vollwerternährung nach Edgar Cayce. Synergia, Darmstadt 2008, ISBN 978-3-940392-08-4.
  • Harold J. Reilly, Ruth H. Brod: Das große Edgar-Cayce-Gesundheitsbuch. Die verblüffend wirksamen Heilweisen des berühmten amerikanischen Mediums Edgar Cayce. Bauer, Freiburg 1999, ISBN 3-7626-0723-0.
  • Thomas Sugrue: Edgar Cayce. Dell Books, 1957; deutsch: Edgar Cayce. Die Geschichte eines schicksalhaften Lebens. München 1981.
  • Jess Stearn: Der schlafende Prophet – Prophezeiungen in Trance 1911–1998. Ramon F. Keller Verlag, Genf 1967.
  • Jess Stearn: Edgar Cayce, the Sleeping Prophet. London 1968.
  • Gina Cerminara: Erregende Zeugnisse von Karma und Wiedergeburt (= Knaur Esoterik. Band 4111). Knaur, München 1983, ISBN 3-426-04111-1.
  • Kevin J. Todeschi: Edgar Cayce on the Akashic Records. The Book of Life. ARE Press, Virginia Beach 1997, ISBN 0-87604-401-1.

Weblinks

Commons: Edgar Cayce – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
  • Literatur von und über Edgar Cayce im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
  • Internetauftritt von ARE
  • Edgar-Cayce-Freundeskreis Deutschland
  • Das Edgar-Cayce-Portal

Einzelnachweise

  1. ↑ a b Chronology. Association for Research and Enlightenment, archiviert vom Original (nicht mehr online verfügbar) am 27. November 2011; abgerufen am 26. April 2014 (englisch).  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.edgarcayce.org 
  2. ↑ The Virginian Pilot (Nachrufe), 19. Februar 2013
  3. ↑ Edgar Cayce Evans: Das Atlantis-Geheimnis Wilhelm Heyne Verlag, 1990 ISBN 3-453-04518-1
  4. ↑ Rezension: Sachbuch: Der Atlas von Atlantis. ISSN 0174-4909 (faz.net [abgerufen am 21. Oktober 2019]). 
  5. ↑ Rezension: Sachbuch: Der Atlas von Atlantis. ISSN 0174-4909 (faz.net [abgerufen am 21. Oktober 2019]). 
  6. ↑ Abra. Abgerufen am 12. Dezember 2023. 
Normdaten (Person): GND: 118519816 (lobid, GND Explorer, OGND, AKS) | LCCN: n79023104 | NDL: 00435569 | VIAF: 61521633 | Wikipedia-Personensuche
Personendaten
NAME Cayce, Edgar
KURZBESCHREIBUNG US-amerikanischer Seher und Mystiker
GEBURTSDATUM 18. März 1877
GEBURTSORT Hopkinsville, Kentucky
STERBEDATUM 3. Januar 1945
STERBEORT Virginia Beach, Virginia



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Dieser Eintrag basiert auf dem Artikel Edgar Cayce aus der freien Enzyklopädie Wikipedia. Der Text steht unter der Lizenz Creative Commons Attribution-ShareAlike 4.0 International und ist frei verfügbar.

Jean Julien Champagne

Noir24admin Esoterik 22. Juni 2026

Jean Julien Champagne (* 23. Januar 1877 in Paris; † 26. August 1932 ebenda) war ein französischer Alchemist und esoterischer Schriftsteller.

Leben

Im 20. Jahrhundert war er einer der wenigen Alchemisten. Er gilt neben Eugène Canseliet (1899–1982), Jules Violle (1841–1923), Camille Flammarion (1842–1925) und Hilaire de Chardonnet (1839–1924), als einer der Kandidaten für die wahre Identität Fulcanellis.

Zu den Schülern von Jean Julien Champagne gehörten Jules Boucher und Eugène Canseliet. Jean Julien Champagne wurde in Paris auf dem Friedhof Arnomeille-les-Gonesses beigesetzt.

Literatur

Werke

  • Le Mystère des Cathédrales („Das Geheimnis der Kathedralen“), Paris 1926
  • Les Demeures Philosophales („Wohnstätten der Adepten“), Paris 1930

Sekundärliteratur

  • Alexander von Bernus: Das Geheimnis der Adepten, Sersheim 1956
  • Kenneth Rayner Johnson: The Fulcanelli phenomenon: the story of a 20th century alchemist, Jersey 1980

Weblinks

  • Auszug aus dem Buch Les Demeures Philosophales (dt. Übersetzung) (Memento vom 4. Februar 2003 im Internet Archive)
  • Artikel über Eugène Canseliet und Jean Julien Champagne (frz.)
Normdaten (Person): GND: 1069090638 (lobid, GND Explorer, OGND, AKS) | LCCN: n2018044005 | VIAF: 17378357 | Wikipedia-Personensuche
Personendaten
NAME Champagne, Jean Julien
KURZBESCHREIBUNG französischer Alchemist und esoterischer Schriftsteller
GEBURTSDATUM 23. Januar 1877
GEBURTSORT Paris
STERBEDATUM 26. August 1932
STERBEORT Paris



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Louis Charpentier

Noir24admin Esoterik 22. Juni 2026

Louis Charpentier (* 9. Dezember 1905 in Diors; † 20. Mai 1979 in Saint-Benoît-du-Sault[1]) war ein französischer Journalist, Reisender, Schriftsteller und Verleger, der in seinen Büchern pseudowissenschaftliche und okkulte Thesen über unterschiedliche Themen verbreitete. Sein Schwerpunkt war die mystischen und geheimen Bedeutungen von Sakralbauten. Durch die fehlende Methodik und unzureichende Beweise erlangten seine Thesen keine Bedeutung in der akademischen Wissenschaft.[2]

Leben

Es gibt zur Biographie von Louis Charpentier keine verlässlichen Informationen. Auf diversen Websites, welche dem pseudowissenschaftlichen Milieu zugeordnet werden können, finden sich Behauptungen von Charpentiers Durchquerung von Ägypten und dem Libanon, welche er zu Fuß absolviert haben soll. Des Weiteren gibt es Behauptungen, dass er historische Gutachten für öffentliche Institutionen durchgeführt haben soll, was jedoch in Frage zu stellen ist, da es keine Nachweise dafür gibt.[2]

Die Werke, die in der pseudowissenschaftlichen Community am meisten Anklang fanden, waren Bücher über Ur- und Frühgeschichtsforschung. Zu diesen zählen insbesondere seine beiden Werke Les Géants et le Mystère des origines von 1969 (Die Riesen und der Ursprung der Kultur) sowie Le Mystère Basque von 1975 (Das Geheimnis der Basken). Außerhalb der Pseudo- bzw. Parawissenschaft fanden seine Werke keine Rezeption.[2]

Theorien

Charpentier beschäftigte sich unter anderem mit der Geometrie sakraler Bauwerke und stellte hierzu eigene Theorien auf: So wären in Paris und der weiteren Umgebung innerhalb von etwa 100 Jahren elf oder zwölf Kathedralen im gotischen Stil erbaut worden, die allesamt den Namen „Notre Dame de …“ trügen. Verbände man auf einer französischen Landkarte die Standorte der verschiedenen Marien-Kathedralen mit Linien, entsprächen deren Positionen ungefähr denen der Hauptsterne im Sternbild der Jungfrau.[3] In seinem Buch Les Géants et le Mystère des origines postuliert Charpentier, dass in der französischen Urbanistik ein unermessliches Gänsespiel existiere, welches sich spiralförmig entwickele und innerhalb dessen die „Felder“ mit megalithischen Monumenten gekennzeichnet würden, wobei die Orte noch den Namen des Gottes Lugh und seines Paredros Lusine trügen – der Melusine unserer Legenden.[4]

„Sollte Atlantis bestanden haben, lag es im Atlantik, oder es war nicht Atlantis.“

– Louis Charpentier[5]

In seinem Werk Le Mystère Basque befasste sich Charpentier mit den cro-magnoiden Ursprüngen der Basken und Atlantis als Ursprungsort für deren Kultur. Außerdem gehörte er zum Kreis derjenigen Atlantis-Autoren, die, wie beispielsweise Otto Muck (1954), Uwe Topper (1977) und Manfred Hocke (1978) bei ihrer Betrachtung der hellenischen und orientalischen Mythologie zur Auffassung gelangt sind, bei den Giganten und Titanen der alten Überlieferungen handle es sich nicht um „Fabelwesen“, sondern um mythisierte Erinnerungen an prähistorische Populationen riesenhafter, später vergöttlichter Menschenwesen. Ausgehend von seinen Studien zu Basken und Cromagnards stellte er ein prähistorisches Szenario dar, in welchem er das platonische Atlantis als mögliches Kulturzentrum im Atlantik der späten Eiszeit ins Spiel bringt.[5]

Seine parawissenschaftlichen Werke wurden beispielsweise in den 1970er Jahren in Spanien angeboten.[6]

Werke (Auswahl)

  • Die Riesen und der Ursprung der Kultur. Günther-Verlag, Stuttgart 1972, ISBN 3-7746-0091-0.
  • Die Geheimnisse der Kathedrale von Chartres. Gaia-Verlag, Köln 1972, ISBN 3-87732-003-1.
  • Das Geheimnis der Basken. Walter-Verlag, Olten 1977, ISBN 3-530-13300-0.
  • Macht und Geheimnis der Templer: Bundeslade, abendländische Zivilisation, Kathedralen. Walter-Verlag, Olten 1978, ISBN 3-530-13302-7.
  • Santiago de Compostela: Das Geheimnis der Pilgerstrassen. Walter-Verlag, Olten 1979, ISBN 3-530-13303-5.
  • Der Pilgerweg nach Compostela: Spaniens berühmteste Wallfahrtsstraße. Goldmann, München 1979, ISBN 978-3-442-12299-8.

Weblinks

  • Literatur von und über Louis Charpentier im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek

Einzelnachweise

  1. ↑ Eintrag in Catalogue générale der BnF
  2. ↑ a b c Louis Charpentier – Atlantisforschung.de. Abgerufen am 3. Dezember 2023. 
  3. ↑ Das Geheimnis der Kathedrale von Chartres. freimaurer-rapperswil.ch, archiviert vom Original (nicht mehr online verfügbar) am 9. April 2005; abgerufen am 3. Dezember 2023. 
  4. ↑ Les géants et le mystère des origines. livrenpoche.com, 1975, archiviert vom Original (nicht mehr online verfügbar) am 16. September 2016; abgerufen am 3. Dezember 2023 (französisch). 
  5. ↑ a b Louis Charpentier als alternativer Prähistoriker. atlantisforschung.de, 17. April 2019, abgerufen am 3. Dezember 2023. 
  6. ↑ Edición del domingo, 27 octubre 1974, página 58. (PDF) hemeroteca.lavanguardia.com, archiviert vom Original (nicht mehr online verfügbar) am 26. Juli 2012; abgerufen am 3. Dezember 2023 (spanisch). 
Normdaten (Person): GND: 123892481 (lobid, GND Explorer, OGND, AKS) | LCCN: n87144764 | VIAF: 95293691 | Wikipedia-Personensuche
Personendaten
NAME Charpentier, Louis
KURZBESCHREIBUNG französischer Journalist, Schriftsteller und Herausgeber
GEBURTSDATUM 9. Dezember 1905
GEBURTSORT Diors
STERBEDATUM 20. Mai 1979
STERBEORT Saint-Benoît-du-Sault



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Dieser Eintrag basiert auf dem Artikel Louis Charpentier aus der freien Enzyklopädie Wikipedia. Der Text steht unter der Lizenz Creative Commons Attribution-ShareAlike 4.0 International und ist frei verfügbar.

Eugène Canseliet

Noir24admin Esoterik 22. Juni 2026
Eugène Canseliet

Eugène Léon Canseliet (* 18. Dezember 1899 in Sarcelles; † 12. April 1982 in Savignies) war ein französischer Alchemist und esoterischer Schriftsteller.

Leben

Er war ein Schüler von Jean Julien Champagne und hatte einen großen Anteil an der Verbreitung des Mythos des legendenumwobenen französischen Alchemisten und Schriftstellers Fulcanelli, dessen wirkliche Identität bis heute nicht zuverlässig geklärt ist.

Im 20. Jahrhundert war er einer der wenigen Alchemisten. Canseliet gilt neben Jean Julien Champagne (1877–1932), Jules Violle (1841–1923), Camille Flammarion (1842–1925) und Hilaire de Chardonnet (1839–1924), als einer der Kandidaten für die wahre Identität Fulcanellis.

Literatur

Werke

  • Le Mystère des Cathédrales, („Das Geheimnis der Kathedralen“), Paris 1926
  • Les Demeures Philosophales („Alchimie und Spagyrie“), Paris 1930
  • Deux logis alchimiques, en marge de la science et de l'histoire. Paris, Jean Schemit, 1945, in-8, 157 p. Nouvelle édition augmentée à Paris, chez Jean-Jacques Pauvert, 1979, 344 p.
  • Alchimie, études diverses de symbolisme hermétique et de pratique philosophale, Paris, Jean-Jacques Pauvert, 1964, in-8, 285 p. Nouvelle édition revue et augmentée, Paris, Jean-Jacques Pauvert, 1978, 401 p.
  • L'Alchimie et son ″Livre muet" (″Mutus Liber″). Introduction et commentaires par Eugène Canseliet, Paris, Jean-Jacques Pauvert, 1967, in-4, 140 p.
  • L'Alchimie expliquée sur ses textes classiques, Paris, Jean-Jacques Pauvert, 1972, 312 p.

Sekundärliteratur

  • Alexander von Bernus: Das Geheimnis der Adepten, Sersheim 1956
  • Kenneth Rayner Johnson: The Fulcanelli phenomenon: the story of a 20th century alchemist, Jersey 1980

Bibliografie

  • La Tourbe des Philosophes, „Hommage aux 80 ans de Eugène CANSELIET“, n°10, Grenoble, Editions de la Tourbe.

Weblinks

  • Auszug aus dem Buch Les Demeures Philosophales (dt. Übersetzung) (Memento vom 4. Februar 2003 im Internet Archive)
  • Jacques Chancel im Interview mit Eugène Canseliet, vom 23. Juni 1978 (im Auftrag vom französischen Radiosender Radioscopie) (frz.)
  • Artikel über Eugène Canseliet und Jean Julien Champagne (frz.)
  • Canseliet Peint Julien Champagne (frz.)
  • Julien Champagne a l'Index Canseliet (frz.)
  • Champagne au Colloque Canseliet (frz.)
Normdaten (Person): GND: 118870483 (lobid, GND Explorer, OGND, AKS) | LCCN: n86848606 | VIAF: 9844187 | Wikipedia-Personensuche
Personendaten
NAME Canseliet, Eugène
ALTERNATIVNAMEN Canseliet, Eugène Léon
KURZBESCHREIBUNG französischer Alchemist und esoterischer Schriftsteller
GEBURTSDATUM 18. Dezember 1899
GEBURTSORT Sarcelles
STERBEDATUM 12. April 1982
STERBEORT Savignies



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Carpenter-Effekt

Noir24admin Esoterik 22. Juni 2026

Als Carpenter-Effekt (oder ideomotorischer Effekt) wird das Phänomen bezeichnet, dass das Sehen einer bestimmten Bewegung sowie – in schwächerem Maße – das Denken an eine bestimmte Bewegung die Tendenz zur Ausführung ebendieser Bewegung auslöst. Der englische Naturwissenschaftler William Benjamin Carpenter (1813–1885) beschrieb diesen ideomotorischen Effekt zum ersten Mal 1852. Neuere Untersuchungen mit elektrophysiologischen Methoden bestätigten die psycho-motorische Gesetzmäßigkeit (ideomotorisches Gesetz).

Hintergrund

Der Carpenter-Effekt ist ein Teilaspekt des sogenannten ideomotorischen Prinzips, wozu auch das Ideo-Realgesetz gerechnet wird. Es lassen sich „… mit Hilfe der Ableitung der Muskel-Aktionspotentiale nichtbewußte und nicht bis zur sichtbaren Ausführung gelangende schwache Muskelaktivierungen nachweisen, die strukturell im Impulsmuster den wahrgenommenen, vorgestellten bzw. gedachten Bewegungen entsprechen.“[1]

Für viele okkulte Praktiken wie beispielsweise Pendeln, Gläserrücken bzw. Ouija, das Verhalten von Planchette, Wünschelruten und die Gestützte Kommunikation[2] bietet der Carpenter-Effekt eine Erklärung an.

Siehe auch

  • Spiegelneuron
  • Kohnstamm-Effekt

Literatur

  • Winfried Hacker: Allgemeine Arbeits- und Ingenieurpsychologie. Psychische Struktur und Regulation von Arbeitstätigkeiten. Deutscher Verlag der Wissenschaften, Berlin (Ost) 1973.

Weblinks

  • Die Arbeit von Carpenter von 1852 im Originaltext (englisch)

Einzelnachweise

  1. ↑ Hacker, 1973
  2. ↑ harvard.edu: Clever Hands: Uncontrolled Intelligence in Facilitated Communication (Memento vom 11. April 2014 im Internet Archive; PDF; 132 kB, englisch)



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  1. Louis Cattiaux
  2. Buch der Schatten
  3. Builders of the Adytum
  4. Rhonda Byrne

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