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Blick in die Ewigkeit

Noir24admin Esoterik 22. Juni 2026

Blick in die Ewigkeit: Die faszinierende Nahtoderfahrung eines Neurochirurgen (englischer Originaltitel: Proof of Heaven: A Neurosurgeon’s Journey into the Afterlife) ist der Titel eines sehr bald nach Veröffentlichung aufsehenerregenden und teilweise als pseudowissenschaftlich kritisierten Buches des Neurochirurgen Eben Alexander, in dem er ein von ihm erlebtes Nahtoderlebnis beschreibt und interpretiert. Das Buch wurde trotz aller Kritik ein Bestseller. Die Beschreibung der Erlebnisse weist in mancherlei Punkten Besonderheiten gegenüber der Mehrzahl sonst berichteter Nahtoderlebnisse auf. Kritik kam auch von fachlich-medizinischer Seite.[1][2]

Das äußere Ereignis

Alexander beschreibt sich zunächst als konventionell gläubigen, aber ansonsten naturwissenschaftlich, rational und skeptisch denkenden Menschen. Mit Nahtoderlebnissen hatte er sich vor seinem eigenen nie auseinandergesetzt, da er sie für eine Illusion des in Not geratenen Gehirns hielt.

Am 10. November 2008 erkrankt er schlagartig an einer extrem seltenen bakteriellen Meningitis, die zu einer vollständigen Vereiterung seines Neokortex führt. Seine Überlebenschancen sinken trotz Behandlung dramatisch bis hin zur medizinischen Unwahrscheinlichkeit, während er sieben Tage im Koma liegt. Während dieser Zeit sind immer Angehörige an seinem Bett, halten seine Hand, reden mit ihm und beten. Seine Frau schaltet ein befreundetes Medium ein, das versucht, mit ihm mental in Kontakt zu treten. Nach sieben Tagen klingt die Erkrankung ebenso plötzlich ab, wie sie aufgetreten war. Nach einer Phase der Rehabilitation wird er wieder völlig gesund. Sein Fall ist belegt und gilt als einzigartig in der medizinischen Literatur.[3]

Das innere Erlebnis

Im Koma hat er drei sich wiederholende Erlebnisse. Das erste ist das Gefühl, in einer Art braunem Gelee, das von Wurzeln oder Adern durchzogen ist, zu sein. Gesichter von ächzenden und stöhnenden Tieren tauchen auf, wurmähnliche Wesen schlängeln sich an ihm vorbei. Er hat kein Zeitgefühl und auch kein Bewusstsein seiner Identität und empfindet diesen Zustand zunächst als normal. In der Ferne hört er ein ständiges, zunehmendes metallisches Hämmern. Es umgibt ihn ein Geruch nach Blut, Kot und Erbrochenem. Allmählich empfindet er diesen Ort als unangenehm und bekommt Angst. Er nennt diese Phase die „Regenwurmperspektive“.

Irgendwann hört er eine Melodie und ein Licht senkt sich auf ihn herab. Im Zentrum des Lichts befindet sich eine Öffnung, durch die er hindurchgezogen wird. Er sieht unter sich die Erde in einem paradiesischen Zustand: idyllische Landschaften, glückliche Menschen und Tiere. Dann erscheint eine schöne junge Frau, mit der er auf dem Flügel eines Schmetterlings in einer Woge von Millionen von Schmetterlingen fliegt. Diese Frau übermittelt ihm drei Botschaften: „Du wirst für immer zutiefst geliebt und geschätzt.“ – „Du hast nichts zu befürchten.“ – „Du kannst nichts falsch machen.“[4] Über sich sieht er einen dunkelblauen Himmel mit rosa Wolken und durchsichtigen Kugeln, die er als Engel interpretiert und die ein hymnisches Geräusch erzeugen. Er stellt Fragen und erhält unmittelbare Antworten, die nicht als Worte, sondern als Gedanken erscheinen. Diese Phase nennt er den „Übergang“.

Eine Stufe weiter erlebt er eine „gewaltige Leere (…) vollkommen dunkel, unermesslich groß, aber auch unendlich tröstlich.“[5] Neben sich fühlt er eine lebendige, strahlende Lichtkugel. Er hat das Gefühl, die Anwesenheit eines „allumfassenden“ Wesens wahrzunehmen, das er abwechselnd „Gott“ oder auch „das Om“ nennt. Da das Om aber zu unermesslich ist, fungiert die Lichtkugel als eine Art Mittler. Gleichzeitig ist die Lichtkugel aber auch das Mädchen mit dem Schmetterling. Das Om hat personalen Charakter und Eigenschaften wie „(…) Wärme, Mitgefühl, Pathos …, ja sogar Humor und Ironie.“[6] Das Om teilt ihm mit, dass es unzählige Universen gebe, die alle als Zentrum die Liebe hätten und durch eine göttliche Realität verbunden seien. Diese Phase nennt Alexander das „Zentrum“.

Eine Weile ist es ihm möglich, willkürlich zwischen den drei Phasen zu wechseln, dann wird ihm der Zutritt zum „Übergang“ verwehrt und er erfährt, dass er zurückmuss.

Bis 2007 versucht Alexander, der als Kind adoptiert wurde, Kontakt zu seiner leiblichen Mutter herzustellen, was ihm zunächst verwehrt wird, dann aber gelingt. Er erfährt, dass er weitere leibliche Geschwister hat, darunter eine schon jung verstorbene Schwester. Als er später ein Foto von ihr durch seine leibliche Mutter zugeschickt bekommt, erkennt er in ihr das Mädchen aus dem „Übergang“.

Deutung des Erlebnisses durch den Autor

Alexander sieht sein Erlebnis als eine religiöse Erfahrung, auch wenn er den Bezug auf eine bestimmte Religion vermeidet. Als er schon im Koma lag, soll er plötzlich „Gott hilf mir!“ gerufen haben, und sein erstes Wort nach dem Aufwachen sei „Danke!“ gewesen. Am Tag, als er ins Krankenhaus eingeliefert wird, setzt ein für die Jahreszeit und die Region um Virginia untypischer Regen ein, der genau so lange andauert, wie er im Koma liegt. Die Ursache seiner Erkrankung und die spontane Heilung können medizinisch nicht geklärt werden. Der behandelnde Arzt nimmt im Anhang des Buches dazu Stellung.[7]

Nach Alexander ist alles Bewusstsein oder Geist, die Existenz nur eine Hervorbringung dieses Geistes. Das Gehirn erzeugt nicht den Geist, sondern fungiert als eine Art Filter, der die Wahrnehmung verengt und so das Bewusstsein zwingt, sich zwischen Gut und Böse zu entscheiden. Die Willensfreiheit ist Teil eines notwendigen Wachstumsprozesses. Jeder Mensch wird dabei von einem Kugelwesen beobachtet und begleitet. Das Postulat der Quantenmechanik, dass Beobachter und Beobachtetes miteinander verbunden sind, die Beobachtung das Beobachtete verändert, sieht er als naturwissenschaftliche Entsprechung seiner Erfahrung, dass alles miteinander verbunden ist und es die Trennung zwischen Subjekt und Objekt nicht gibt. Das Gleiche gelte für die Tatsache, dass Elementarteilchen miteinander verbunden sind, obwohl eine kausale Verbindung nicht besteht. Alexander zieht auch die bisher unbekannte Dunkle Materie und Dunkle Energie in seine Betrachtung mit ein. Er sieht es als seine Mission an, seine Erfahrungen weiterzugeben, und hat dafür die Organisation „Eternea“ gegründet.[8]

Form

Die Darstellung des Buches ist populärwissenschaftlich aufgemacht. Dabei werden jedoch anstelle naturwissenschaftlicher Erklärungen solche bevorzugt, die zum vorab festgelegten Erklärungsmuster eines Lebens nach dem Tod passen,[9][10] so dass das Buch eher der Pseudowissenschaft zuzuordnen ist. Kapitel mit äußerem und innerem Ereignis wechseln sich ab und sollen Spannung erzeugen, ebenso wie die gesamte Erzählstruktur auf Spannungselemente setzt. Zum erzählenden Charakter gehören auch zahlreiche Ausschmückungen, Wetter- und Landschaftsbeschreibungen und häufige wörtliche Rede. Zwei Anhänge und eine umfangreiche Literaturliste ergänzen die persönliche Darstellungsform.

Ausgaben

  • Amerikanische Originalausgabe: Proof of Heaven. Simon & Schuster, New York 2012.
  • Deutsche Ausgabe: Blick in die Ewigkeit. Die faszinierende Nahtoderfahrung eines Neurochirurgen. 11. Auflage. Ansata, München 2013, ISBN 978-3-7787-7477-9.

Weblinks

  • Nahtod-Bücher: Blick in die Ewigkeit von Eben Alexander – Der Spiegel
  • Sieben Tage im Koma: Die betörende Nahtoderfahrung eines Hirnexperten – Welt
  • Nach dem Tod ist vor dem Tod
  • Nahtod-Serie Teil 2 – „Ich traf meine verstorbene Schwester“ | Leben & Wissen | bild.de

Einzelnachweise

  1. ↑ Esquire Unearths 'Proof Of Heaven' Author's Credibility Problems, abgerufen am 7. November 2023 (englisch)
  2. ↑ Dr. Eben Alexander Proof of Heaven Investigation - Proof of Heaven Factual Omissions, abgerufen am 7. November 2023 (englisch)
  3. ↑ Eben Alexander: Blick in die Ewigkeit, Ansata Verlag 2012, S. 131 f.
  4. ↑ Eben Alexander: Blick in die Ewigkeit, Ansata Verlag 2012, S. 63
  5. ↑ Eben Alexander: Blick in die Ewigkeit, Ansata Verlag 2012, S. 71 ff.
  6. ↑ Eben Alexander: Blick in die Ewigkeit, Ansata Verlag 2012, S. 73
  7. ↑ Eben Alexander: Blick in die Ewigkeit, Ansata Verlag 2012, S. 249 ff.
  8. ↑ Eternea
  9. ↑ Why a Near-Death Experience Isn’t Proof of Heaven - Scientific American, abgerufen am 7. November 2023 (englisch)
  10. ↑ Eben Alexander: Blick in die Ewigkeit, Ansata Verlag 2012, z. B. S. 116 ff.



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Blume des Lebens

Noir24admin Esoterik 22. Juni 2026
Die Blume des Lebens

Die Blume des Lebens ist ein Ornament auf einem sechseckigen Ausschnitt eines Dreiecksgitters. An jedem Gitterpunkt schneiden sich Kreise bzw. Kreisbögen um die sechs benachbarten Gitterpunkte, sodass benachbarte Gitterpunkte durch Linsen verbunden sind, neunzig an der Zahl.

Konstruktion mit dem Zirkel als Folge von Kreisen mit gleichem Radius: Mittelpunkt des zweiten Kreises auf der Kreislinie des ersten Kreises, Mittelpunkt der folgenden Kreise auf Schnittpunkten der vorangehenden

An jedem inneren Gitterpunkt berühren sich sechs Linsen wie Blütenblätter, was der modernen Esoterik (New Age) die Bezeichnung Blume des Lebens nahelegte. Darauf, dass das Ornament schon früher so genannt worden wäre, gibt es keinen Hinweis.

Vorkommen des Ornaments in Architektur und Kunst

Neoassyrische Türschwelle, Louvre[1][2]
Osireion, Abydos, Ägypten
Leonardo da Vincis Darstellung des Ornaments (Codex Atlanticus, fol. 309v)

Ornamente, die der „Blume des Lebens“ gleichen oder ähneln, sind in Kirchen, Tempeln, Profanbauten, Grabanlagen, Kunstobjekten und Manuskripten zu finden.

Naher Osten

Eine der ältesten derzeit bekannten Darstellungen der Grundstruktur als sich wiederholendes Muster findet sich auf einer 2,07 × 1,26 m großen Türschwelle aus dem Palast von König Aššur-bāni-apli in Dur Šarrukin aus dem Jahr 645 v. Chr., die heute in der assyrischen Abteilung des Louvre gezeigt wird.[2][1] Weitere Exemplare werden im British Museum gezeigt.[3] Die Ornamentik der Türschwellen hatte vermutlich in den angrenzenden Räumen ausgelegte Teppiche zum Vorbild;[1][4] für eine darüber hinausgehende kultische oder religiöse Bedeutung finden sich keine Anzeichen.

Gelegentlich als Beleg für die Verwendung des Ornaments seit altägyptischer Zeit angeführte Darstellungen finden sich in etwa 4 m Höhe auf Pfeilern des Osiris-Heiligtums in Abydos (Ägypten).[5] Dort wurden seit dem Altertum eine ganze Reihe von Graffiti in unterschiedlichen Sprachen (u. a. altgriechisch, koptisch) angebracht,[6] weshalb die in diesem Umfeld vorgefundenen Blumen des Lebens nicht älter einzuschätzen sind als jene (zumal solche Ornamentik in der altägyptischen Kultur unüblich war).[4] Sie werden daher zumeist analog zu nahebei stehenden altgriechischen Graffiti in die ersten nachchristlichen Jahrhunderte datiert, als eine teilweise Verschüttung der Tempelanlage eine Anbringung ohne Leiter oder Gerüst gestattet haben dürfte. Für Graffiti spricht auch die unauffällige dünne Linienführung.[4] Vom Stil her ist auch eine islamische Herkunft um 1200 n. Chr. möglich.[4][7] Auch eine Hinzufügung im 20. Jahrhundert ist nicht auszuschließen, zumal Margaret Murrays ausführliche Auflistung der Graffiti[6] von 1904 sie nicht erwähnt.

Europa

Klosters Preveli, Kreta

In Europa sind solche Ornamente beliebte Motive aus der Volkskunst des 17. und 18. Jahrhunderts. So findet sich beispielsweise in der Pfarrkirche Altenkirchen auf Rügen im Chor über dem Altar das Ornament als Stern an den Himmel gemalt. Ebenso sind die Balken zahlreicher Fachwerkhäuser in der Altstadt von Straßburg mit dem Ornament verziert. Auch im Silberschatz von Kaiseraugst auf Platte 85 findet es sich.[8]

Im Kloster Preveli auf Kreta ist es auf beiden Seiten der zweischiffigen Kapelle zu finden, in der Londoner Westminster Abbey im Cosmati-Mosaik aus dem 13. Jahrhundert.[9] Weitere Fundstellen gibt eses in den Ruinen von Kabile sowie in Weliki Preslaw in Bulgarien.

Leonardo da Vinci beschäftigte sich mit der Form und den mathematischen Proportionen des Ornaments,[10] ohne jedoch das Ornament eigens zu benennen.[11]

China

Eine mit diesem Ornament bedeckte Kugel findet sich unter der Pfote des männlichen Wächterlöwen am Tor der Höchsten Harmonie zur Verbotenen Stadt in Peking. Andere Wächterlöwen in dieser Anlage halten Kugeln, die mit ähnlichen, aber vom Konstruktionsprinzip abweichenden hexagonalen Mustern bedeckt sind, ohne dass eine besondere Bedeutungszuweisung für diese unterschiedliche Ornamentik bekannt ist.

Andere Fundstellen

Im Hazara-Rama-Tempel im indischen Hampi ist das Ornament auf diversen Säulen und Architraven zu sehen. Weitere Fundstellen gibt es in Masada in Israel sowie im peruanischen Cusco.

Kugel unter der Pfote eines Wächterlöwen in der Verbotenen Stadt in Peking, China

Esoterik

In der modernen Esoterik wird die Blume des Lebens als Schutzamulett, zur „Belebung“ von Wasser,[12] zur „Entstörung“ von Innenräumen und zum Schutz vor „Elektrosmog“ propagiert. Eine Zuschreibung religiöser Bedeutung erfolgte vor allem durch den Autor Drunvalo Melchizedek,[13] der ein zweibändiges Werk zu dem Thema veröffentlichte.[14]

Weblinks

Commons: Blume des Lebens – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise

  1. ↑ a b c Georges Perrot, Charles Chipiez: A History of Art in Chaldæa and Assyria, vol. 1, London 1884, S. 240, online auf Project Gutenberg (abgerufen am 7. Januar 2014)
  2. ↑ a b Louvre Inventar-Nr. AO 19915
  3. ↑ Door-sill (Museum number 118913). British Museum, abgerufen am 24. Juni 2021 (englisch). 
  4. ↑ a b c d Alan Geal: Aux armes · symbolism: notes. 2010, abgerufen am 5. Januar 2014 (englisch). 
  5. ↑ David Furlong: The Osirion and the Flower of Life. In: davidfurlong.co.uk. Abgerufen am 8. November 2015 (englisch). 
  6. ↑ a b Margaret Alice Murray: The Osireion at Abydos, London 1904, S. 35 ff., hier online (abgerufen am 5. Januar 2014)
  7. ↑ Peter J. Lu, Paul J. Steinhardt: Decagonal and Quasi-Crystalline Tilings in Medieval Islamic Architecture. Science 315, 1106 (2007), Abstract online
  8. ↑ Hans Ulrich Instinsky: Der spätrömische Silberschatzfund von Kaiseraugst. Mainz 1971
  9. ↑ The Cosmati Pavements in Westminster Abbey. Abgerufen am 14. September 2013.
  10. ↑ Ladislao Reti (Hrsg.): Leonardo. Forscher, Künstler, Magier. GLB Parkland Vlgsges.mbH, 2. Auflage 1999, ISBN 978-3880598584
  11. ↑ Leonardo da Vinci: Codex Atlanticus, fol. 307r–309v
  12. ↑ Julian Aé: Optimierungswahn: Die Auferstehung des Wassers. welt.de, 13. Dezember 2019, abgerufen am 13. Dezember 2019.  Kritischer Zeitungsartikel, hinter Bezahlschranke.
  13. ↑ Wolf Schneider: Kleines Lexikon esoterischer Irrtümer: Von Astrologie bis Zen. Gütersloher Verlagshaus 2008, Seite 60, ISBN 978-3-579-06522-9
  14. ↑ Drunvalo Melchizedek: Die Blume des Lebens. Burgrain 2004, 2 Bände: ISBN 978-3-929512-57-1, ISBN 3-929512-63-7



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Breema

Noir24admin Esoterik 22. Juni 2026

Die Entwicklung von Breema begann 1980 in einer Gruppe von mehreren Personen, die aus verschiedenen Schulen der Körperarbeit kamen, in Oakland (USA). Sie baut auf deren Wurzeln auf, ist aber in ihrer Ausrichtung und Weiterentwicklung unabhängig von ihnen. Ziel dieser Methode ist die „Präsenz“ des Praktizierenden. In einer solchen Atmosphäre der Präsenz soll neben dem Praktizierenden auch dem Klienten das Erleben der Einheit von Körper, Verstand und Gefühlen ermöglicht werden.

Die Methode ist wissenschaftlich nicht belegt.

Grundlagen

Die Breema-Körperarbeit besteht aus Einzel- und Partnerübungen, die bekleidet auf einer weichen Unterlage am Boden durchgeführt werden. Sie umfassen Elemente wie Strecken, Lehnen, Streichen, Halten, sowie eine Vielfalt von spielerischen, rhythmischen Bewegungen, die mit dem ganzen Körper ausgeführt werden. Hierbei soll die die Verbindung, die die ausführende Person zum eigenen Körper hat, eine bedeutende Rolle spielen. Der Verstand des oder der Praktizierenden, der gewöhnlich mit Benennen, Vergleichen, Beurteilen usw. beschäftigt ist, bekommt in der Übung die Aufgabe, den eigenen Körper zu registrieren. Dadurch soll das Denken in das leibliche Geschehen eingebunden und das Gegenwartserleben verstärkt werden, statt das Erleben zu kommentieren.[1]

Die neun Prinzipien

  • Der Körper ist bequem
  • Nichts extra
  • Bestimmtheit und Sanftheit
  • Ganze Beteiligung
  • Gegenseitige Unterstützung
  • Keine Beurteilung
  • Einziger Moment – Einzige Aktivität
  • Keine Eile – Keine Unterbrechung
  • Keine Kraftanstrengung

(Quellen: [2][3][4])

Ziele

Jede Bewegung in jeder Sequenz erfordert die Anwendung aller oben genannten neun Prinzipien. Mit dem Praktizieren jeder beliebigen Sequenz soll allmählich jedes der Prinzipien entdeckt werden. Breema sieht sich als eine unterstützende Methode zur Erfahrung dieser universellen Prinzipien und deren Anwendung auf jede sonstige Tätigkeit im Leben. Durch das Erleben des Augenblicks und der eigenen Präsenz wird eine schrittweise Selbstdistanzierung („Disidentifikation“) von der Identifikation mit den jeweiligen Gedanken und Gefühlen angestrebt.[1] Breema ist keine systematisch vorgehende Technik mit einem zugrundeliegenden therapeutischen Persönlichkeits-, Krankheits- und Beziehungsmodell.

Weblinks

  • Breema Center (Oakland, USA)

Einzelnachweise

  1. ↑ a b M. Angermayr (2009): Dasein-Atmen-Achtsamkeit Existenzanalyse und vorreflexives leibliches Erleben. Existenzanalyse 26/2/2009, S. 99–104.
  2. ↑ J. Schreiber (2008): Breema und die neun Prinzipien der Harmonie. Breema Center Publishing, Oakland, USA.
  3. ↑ J. Schreiber; D. Berezonsky (2003): Selbst-Breema – Übungen für ein harmonisches Leben. Richard Pflaum Verlag, München, Bad Kissingen, Berlin, Düsseldorf, Heidelberg.
  4. ↑ D. Ehl, P. Schneider (2002): Breema. In: R. Dornieden (Hrsg.): Wege zum Körperbewusstsein. Pflaum Verlag, München.



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Belebtes Wasser

Noir24admin Esoterik 22. Juni 2026
Belebtes Wasser aus Österreich, das u. a. nach Taiwan exportiert wird: Ein bei Vollmond abgefüllter Liter kostet rund das Dreifache von belebtem Wasser ohne Vollmondabfüllung.
Laden für levitiertes Wasser in Kassel

Belebtes Wasser, auch als levitiertes, vitalisiertes, informiertes, strukturiertes, hexagonales oder Granderwasser bezeichnet, ist Wasser, das laut der Behauptung seiner Hersteller und Vermarkter auf verschiedene Weisen behandelt wurde und dadurch für etliche Einsatzzwecke „verbessert“ worden sein soll. Hinweise auf tatsächliche Veränderungen des Wassers gibt es nicht.[1] Außerdem gibt es Produkte, die mit dem Versprechen vermarktet werden, dass sie es den Verbrauchern ermöglichen, selbst belebtes Wasser herzustellen, wobei unter anderem behauptet wird, die „hexagonale Struktur“ von Leitungswasser sei zerstört worden und lasse sich mit einem „Wasserenergetisierer“ wieder herstellen.[2]

In der Schweiz ist es seit 1999 verboten, mit einer therapeutischen Wirkung des Wassers zu werben. In Österreich darf Granderwasser (benannt nach Johann Grander) gemäß einem Gerichtsurteil aus dem Jahr 2006 als „aus dem Esoterik-Milieu stammender parawissenschaftlicher Unfug“ bezeichnet werden.[3][4]

„Belebung“

Viele Maßnahmen zur angeblichen Belebung von Wasser werden mit dem österreichischen Parawissenschaftler Johann Grander verknüpft, der eigene Methoden und Geräte dazu entwickelt hat. Exemplarisch wird im Folgenden „Granderwasser“ thematisiert, die wissenschaftlichen Widerlegungen lassen sich jedoch auch auf ähnliche Konzepte übertragen.

Historische Vorläufer (Entwicklung)

Folgende Entwicklungen werden von Vertretern der Theorie im Zusammenhang gesehen:

  • In der Fünf-Elemente-Lehre des Daoismus, die unter anderem in der traditionellen chinesischen Medizin von Bedeutung ist, wird jedem Element eine Eigenschaft zugeschrieben und die Wechselwirkung mit einem weiteren Element beschrieben. Daraus wird ein Wechselwirkungskreislauf abgeleitet: „Holz nährt Feuer, Feuer nährt Erde, Erde nährt Metall, Metall nährt Wasser, und Wasser nährt wiederum Holz.“[5]
  • Hildegard von Bingens Edelsteinwasser: Im vierten Buch ihrer Physica beschreibt sie die Wirkung von 24 Steinen auf den menschlichen Körper, aber auch die Schädlichkeit anderer Steine. Hierbei ist dezidiert keine Belebung des Wassers gemeint, jedoch schrieb sie den Steinen eine Wirkung zu, die über Wasser in den Körper eingeleitet werde.[6]
  • Im 20. Jahrhundert erforschte der österreichische Förster und Parawissenschaftler Viktor Schauberger die „spezielle Energie des Wassers“. Schauberger berief sich hierbei vor allem auf die dem Wasser eigene positive Wirkung hoher Dichte, wenn es bei niedriger Temperatur eingesetzt wird. Ferner berief er sich auf das Prinzip des hohen sich entfaltenden Energiegehalts von Wasser im Zusammenhang mit zykloider („gesetzmäßiger“) Bewegung. „Niedrige Temperatur und gesetzmäßige Bewegung waren seiner Meinung nach auch die Bedingungen dafür, daß das Wasser seine Trag- und Sogkraft bewahren konnte.“[7] Für seine Hypothesen fehlt jegliche wissenschaftliche Bestätigung. Unbestritten ist seine erfolgreiche Tätigkeit bei der Konstruktion von Holzschwemmanlagen.

Sogenannte Wasserbelebung nach Grander

Eine Flasche Granderwasser

Ein von dem 2012 verstorbenen Nordtiroler Unternehmer Johann Grander gegründetes Unternehmen bietet Wasser an, das an einem mit sogenanntem „Informationswasser“ gefüllten Metallzylinder (meist aus Kupfer) vorbeifließt. Dadurch soll es in seiner „Struktur“ verändert werden und besondere, nicht näher beschriebene Eigenschaften erhalten. Angeblich soll ein Glas mit Granderwasser durch solche „Informationsübertragung“ auch das Wasser in einem danebenstehenden Glas so verändern können, dass es die Eigenschaften von Granderwasser bekommen soll.

Grander gab an, die Anweisungen zur Entwicklung des Granderwassers von Gott bekommen zu haben: „…der die Entstehung von Granderwasser auf seine guten Verbindungen zu Gott zurückführt, Antwort auf seine Fragen ‚von oben‘ bekam und von sich selbst behauptete, ein anderer Mensch zu sein, seit ihm vor 30 Jahren Jesus Christus erschienen sei“.[8]

Grander und die kommerziellen Vertreter seiner Produkte versprechen zudem etliche pseudowissenschaftliche physikalische und biologische Wirkungen, die derart behandeltes Wasser angeblich habe. So werden beispielsweise positive Wirkungen auf Ernährung, Getreideanbau und Gesundheit versprochen. Es gibt jedoch keine wissenschaftlichen Studien und keine empirischen Hinweise, die den Nachweis erbringen oder nahelegen, dass derartig behandeltes Wasser die behauptete Wirkung hätte.

Charakteristisch für die Kommunikationspolitik des Grander-Unternehmens ist die Vorgehensweise, die beworbenen Wirkungen nie direkt anzuführen, sondern ausschließlich indirekt über ausgewählte Kundenrückmeldungen, sogenannte Testimonials, herauszustellen. Beispiele dieser Kundenreferenzen sind über mehrere Branchen hinweg ersichtlich.[9]

Das Unternehmen Grander machte 2010 mit dem Vertrieb von Wasserbelebungsgeräten und Utensilien in Verbindung mit dem Granderwasser einen Jahresumsatz von etwa 16 Millionen Schweizer Franken, etwa 12,7 Millionen Euro.[10] Die Jahresumsätze des Unternehmens sind seit 2008 stark rückläufig. Die Rechercheplattform Addendum berichtet von einem Umsatzrückgang von 13 auf 8 Millionen Euro bis 2018.[11] Die Süddeutsche Zeitung beziffert den Jahresumsatz im Juli 2023 mit 6 Millionen Euro.[12]

Angebliche Wirkungen und ihre Bewertung

Keine der von Grander oder seinen Kunden behaupteten Wirkungen konnte reproduzierbar nachgewiesen werden. Auf der Internetseite von Grander werden einzelne vorwissenschaftliche und wissenschaftliche Arbeiten vorgestellt: eine Diplomarbeit, eine Dissertation[13] und eine Studie.[14]

Die folgenden Aussagen wurden naturwissenschaftlich widerlegt:

  • Wasserbelebung habe eine entgiftende Wirkung. Hierzu die österreichische Bundesanstalt für Wassergüte in ihrem Gutachten 1993 wörtlich: „Granderwasser hat keinerlei entgiftende Wirkung. Anders lautende Behauptungen, wie die zuvor von Grander-Vertretern getroffene Aussage (Zitat Gutachten: ‚Das Gerät »Wasserbelebung 380« bewirkt laut Angabe der Vertreter der Umwelt-Vertriebs-Organisation eine Entgiftung von kontaminierten Wässern‘) sind falsch.“[15]
  • Wasserbelebung bzw. Wasserenergetisierung habe eine bakterientötende Wirkung. In der Zusammenfassung seiner Diplomarbeit schreibt Rudolf Hammer dazu: „Die Ergebnisse zeigen, dass eine generelle Wirksamkeit der Wasserenergetisierungsgeräte der Hersteller UVO KG und Naturkraft Biotechnologie GmbH im mikrobiologischen Bereich der Trinkwasserhygiene besonders im Hinblick auf eine mikrobizide bzw. desinfizierende Wirkung nicht gegeben ist.“[16][17]
  • Eine bereits vorhandene Verkeimung werde sich reduzieren, sodass man das „belebte“ Wasser bei Leitungen, die lange keinen Durchfluss hatten, einsetzen kann. Bei Schwimmbädern könne man den Chlorzusatz reduzieren.[18] Auch an Müllkippen befindliche Teiche wurden angeblich bereits so behandelt. Eine mikrobizide oder desinfizierende Wirkung ist jedoch nachweislich nicht gegeben.[16]
  • Die Oberflächenspannung des Wassers werde herabgesetzt.[19][20] Dies könne in Wäschereien ausgenutzt werden, wobei beispielsweise der Waschmitteleinsatz wesentlich herabgesetzt werde. Auch Autowaschanlagen seien ein Einsatzgebiet. Diese Behauptung stützt sich auf eine Diplomarbeit von Klaus Faißner, bei der das „belebte“ Wasser durch einen Weichmacher enthaltenden Gummigartenschlauch floss, die Vergleichsmuster aber nicht, was einen methodischen Fehler darstellt. Die Messdaten konnten nicht reproduziert werden. Moderne Waschmittel können zudem sehr gering dosiert werden und haben in Verbindung mit zeitgemäßen Anlagen immer noch vertretbare Waschergebnisse. Weder der pH-Wert noch die Leitfähigkeit oder der Sauerstoffgehalt werden durch die „Belebung“ verändert,[19] die Wasserhärte ebenfalls nicht.[21]
  • Belebtes Wasser sei „energiereicher“ und soll deshalb weniger UV-Strahlung absorbieren. Dieser Zusammenhang wurde in der Berner Fachhochschule im Jahr 2005 widerlegt.[21]
  • Als Zusatz in Heiz- oder Kühlanlagen sollen Ablagerungen in Leitungen und Kühltürmen verhindert werden. Dies würde zunächst eine Senkung der Wasserhärte bedingen, die jedoch erwiesenermaßen nicht stattfindet.[21]
  • Belebtes Wasser wirke sich positiv auf das Wachstum von Pflanzen aus. Hintermann und Basler 1998 dazu: „Granderwasser hat keinen Einfluss auf das Pflanzenwachstum, ebensowenig wie andere ‚esoterische‘ Verfahren.“[22] „Weder das Versuchsgerät ‚Flexibler Wasserbeleber’ der Firma Innutec (Grander) noch der physikalische Wasseraufbereiter Aquavital erzielte die versprochenen Resultate.“[19]

Zu den folgenden Aussagen sind keine direkten Untersuchungen bekannt:

  • Das Wasser werde „in einen Zustand höherer Ordnung versetzt“. Vorgebliche Funktionsweise: In diesen Geräten ist eine kleine Menge Granderwasser eingeschweißt. Das „belebte“ Wasser kommt also nie in Berührung mit dem zu veredelnden Leitungswasser, dem Wasser werde nichts hinzugefügt und nichts weggenommen. Dennoch wird behauptet, das durch das Gerät hindurchfließende Leitungswasser werde durch die Grander-Technologie in einen Zustand höherer Ordnung versetzt. Dies widerspricht dem Zweiten Hauptsatz der Thermodynamik, wonach in einem geschlossenen adiabatischen System die Entropie nicht abnehmen und das System ohne Energiezufuhr daher nur in einen Zustand niedrigerer Ordnung übergehen kann.
  • Bäckereien benötigten für den gleichen Teig und dieselbe Menge Brot weniger Wasser, und das so hergestellte Brot bliebe länger frisch. Auch diese Wirkung ist sehr unwahrscheinlich, da der pH-Wert, die Leitfähigkeit und der Sauerstoffgehalt durch die „Belebung“ nicht verändert werden[19] und auch die Wasserhärte nicht verändert wird.[21]
  • Die Haltbarkeit des Wassers werde ohne Qualitätsverlust um einige Jahre verlängert, weshalb angeblich auch große Mineralwasserabfüller ihr Wasser damit behandeln.

2019 verbreitete die Firma Grander über die eigene Website sowie über eine PR-Seite im Kitzbüheler Anzeiger die Meldung, die Wirksamkeit des Granderwassers sei nun wissenschaftlich nachgewiesen.[23] Der Physiker Florian Aigner beurteilte die Meldung kritisch: Der veröffentlichte Artikel habe keinen Bezug zu den vom Unternehmen aufgestellten Behauptungen der „Wasserbelebung“.[24]

Im Dezember 2019 wurde das Unternehmen für sein „Lebenswerk“ mit dem Negativpreis Goldenes Brett vorm Kopf ausgezeichnet.[25]

Naturwissenschaftliche Einschätzung

Wasserbelebungsmodul für Hauptwasserleitungen

Wassermoleküle sind Dipolmoleküle und liegen im flüssigen Wasser nicht frei und voneinander unabhängig vor, sondern sind über Wasserstoffbrückenbindungen vernetzt. Dadurch bilden sich auch größere kurzlebige Einheiten, sogenannte „Wassercluster“.

Vom belebten Wasser sagen die Hersteller, dass dessen Information verändert sei, indem die Cluster beispielsweise durch Wasserwirbel „umstrukturiert“ würden. Worin genau diese Veränderung bestehen soll und welche Strukturen was auslösen würden, wird von den Herstellern nicht definiert bzw. als „nicht bekannt“ deklariert.

Wasserstoffbrückenbindungen existieren jedoch immer nur für sehr kurze Zeit und brechen innerhalb von Picosekunden wieder auf, während sich an anderen Bindungsstellen genauso rasch wieder neue Brücken und somit neue Cluster bilden.[26] Experimentell ist die extreme Kurzlebigkeit der Mikrostrukturen im Wasser auch an der Rotationsdiffusion des Wassers zu erkennen (die regellose, durch Zufallsbewegungen erzeugte Änderung der Richtung der Symmetrieachsen der Wassermoleküle in der Flüssigkeit, deren charakteristische Zeiten ebenfalls im Picosekundenbereich liegen).[27] Diese speziellen Eigenschaften des Wassers sind der Grund für seine zahlreichen Anomalien.

Eine bleibende Umstrukturierung der Cluster ist wegen der Kurzlebigkeit jeder einzelnen Wasserstoffbrückenbindung unmöglich.

Weitere Wasserbelebungs-Hypothesen

  • Die angebliche Entdeckung des französischen Virologen Luc Montagnier, dass Lösungen mit DNS eines Virus oder eines Bakteriums „Radiowellen im Niedrigfrequenzbereich ausstrahlen“ und diese Radiowellen das Wasser auch nach zahlreichen Verdünnungen beibehalte, konnte sich in der Wissenschaftsgemeinde nicht durchsetzen.[28]
  • Jacques Benveniste, ein französischer Mediziner, veröffentlichte 1988 in der Zeitschrift Nature Ergebnisse, nach denen hochgradig verdünnte Antigene über einen „Gedächtniseffekt“ des Wassers Leukozyten beeinflussen. Diese Effekte ließen sich allerdings nicht reproduzieren[29][30] und selbst Benveniste gelang es unter Aufsicht des Nature-Chefredakteurs John Maddox und des amerikanischen Pseudowissenschaften-Gegners James Randi nicht, diese Effekte zu reproduzieren.[31]
  • Masaru Emoto nahm an, dass Wasser verbale Botschaften aufnimmt, und behauptete, dies über Fotografien von gefrorenen Wassertropfen belegen zu können. Emotos Annahmen stehen in erheblichem Widerspruch zu bestehenden Erkenntnissen der Wasserchemie und -physik. Insbesondere seine Methodik kann nach den für die Wissenschaft geltenden Qualitätsanforderungen nicht bestehen. Da sich seine vermeintlichen Erkenntnisse weder logisch noch empirisch nachvollziehen lassen, werden seine Ideen von der Fachwelt nicht ernst genommen.[32][33] 2003 bot die James Randi Educational Foundation Emoto 1 Million US-Dollar, wenn er die Ergebnisse seiner Studien in einem Doppelblindversuch reproduzieren könne.[34]

Juristische Auseinandersetzungen

  • Die Firma Rayonex Biomedical vertrieb hochpreisige Geräte für Heilpraktiker zur Stimulierung der menschlichen Regulationsmechanismen mit Programmen zu Wasserenergetisierung, Ozonschutz, Tinnitus, Lern- und Konzentrationsstörungen und vielen anderen Einsatzgebieten. Die Werbung mit Masaru Emotos unbelegter Theorie der Informationsspeicherung von Wasser, erkennbar durch die Kristallstruktur von Eis, und ebensolche Effekte der vertriebenen Geräte wurde neben vielen anderen Aussagen unter Androhung von 250.000 Euro Ordnungsgeld oder an den Geschäftsführern zu vollziehender Ordnungshaft bis zu 6 Monaten vom Landgericht Dortmund untersagt.[35]
  • In Neuseeland wurde der Vertreiber für Granderwasser wegen Irreführung der Verbraucher zu einer Strafe und zu Schadenersatz von umgerechnet rund 77.000 Euro verurteilt.[36] Die urteilende Richterin bezeichnete die entsprechenden Produkte als Quacksalberei und Pseudowissenschaft.
  • Die Bezeichnung „aus dem Esoterik-Milieu stammender, parawissenschaftlicher Unfug“ für Granderwasser ist laut dem Oberlandesgericht Wien sachlich begründet, ebenso wie der Vorwurf, dass „Menschen, die an gefährlichen Krankheiten wie etwa Borreliose oder Krebs leiden, möglicherweise leichtgläubig auf dringend notwendige medizinische Behandlung verzichten und auf die Wirkung des Wunderwassers vertrauen“.[37] Der Vorwurf des Betrugs war nicht haltbar, weil aufgrund des dreimonatigen Rücktrittsrechts der Käufer von Grander-Utensilien eine Bereicherungsabsicht, ein Tatbestandsmerkmal des Betrugs, nicht zu erkennen war.[37]
  • Dem Hersteller Biopol wurde 2009 vom Landgericht Ansbach unter Androhung von 250.000 Euro Ordnungsgeld untersagt, mit der Belebung von Wasser durch die Geräte Travel und Magnum zu werben. Dies betraf insbesondere die Mauertrockenlegung, aber auch die behauptete Zuführung von ursprünglicher, natürlicher „Information“ an Trinkwasser und somit medizinische, gustatorische, radiologische Effekte, Kalkdeaktivierung und die angebliche Leistungsverbesserung von Treibstoff.[38]
  • Dem Unternehmen DWDL wurde 2010 vom Landgericht Bielefeld untersagt, mit der Veränderung von Wasser durch Magnetfelder zu werben.[39]
  • Der Hersteller Tennant vertrieb 2013 Scheuersaugmaschinen mit angeblicher Wasseraktivierung und der Werbeaussage, dass das aktivierte Wasser kein zusätzliches Reinigungsmittel benötige. Dies wurde 2013 vom Landgericht Stuttgart unter Androhung von 250.000 Euro Ordnungsgeld untersagt, 41.209,67 Euro nebst Zinsen mussten an Kärcher geleistet werden.[40]
  • In Österreich gab es ab März 2018 heftige Auseinandersetzungen über die Anwendung pseudowissenschaftlicher und esoterischer Produkte und Methoden in Krankenhäusern wie des Granderwassers, der „energetischen Reinigung“ oder sogenannter „Geo Waves“. Die Verantwortlichen eines derartigen Auftrags für das Krankenhaus Nord in Wien waren heftiger Kritik ausgesetzt, die Präsidentin des Obersten Sanitätsrats ist zurückgetreten.[41] In einem Bericht der Tageszeitung Der Standard darüber heißt es: „Andere Landeskliniken setzen stolz auf Grander-Wasser. Das Landesklinikum Baden etwa machte dazu 2006 sogar eine Aussendung zum ‚energetisierten‘ Grundwasser in seiner Einrichtung. Auch im Landesklinikum Deutschlandsberg fließt Grander-Wasser durch die Leitungen. Im Spital in Steyr wurde um 2017 auch noch auf der Website explizit darauf hingewiesen, dass Grander-Wasser angeboten wird, dieser Satz ist aber mittlerweile von der Website verschwunden.“[42]

Belebter Schnee

Von einigen Unternehmen wird auch eine „Energetisierung“ oder „Belebung“ des Schnees durch speziell behandeltes Wasser für Schneekanonen angeboten.[43][44][45] Einige Unternehmen bieten auch Verfahren an, die durch „Elektrosmogentstörung und Wasseraktivierung“ die Struktur des Kunstschnees der des Naturschnees angleichen sollen.[46] Aus wissenschaftlicher Sicht sind diese Behauptungen unbelegt, ihnen wird mit denselben Argumenten wie bei der „Wasserbelebung“ widersprochen.[47]

Literatur

  • Helge Bergmann: Granderwasser: Warum so viele irren. In: Skeptiker, 1/2018, S. 20–23.
  • Klaus Roth: H2O – Jo mei! – vitalisiert, verwirbelt, levitiert, energetisiert, informiert und anti‐entropisch, in: Chemie in unserer Zeit, April 2013, doi:10.1002/ciuz.201300626 (Roth führt mehrere Konzepte auf und stellt sie vor).
  • Pia Lamberty, Katharina Nocun: Gefährlicher Glaube. Die radikale Gedankenwelt der Esoterik. Quadriga Verlag 2022, ISBN 978-3-86995-111-9, S. 14–39.

Weblinks

  • Wunder oder Wucher? In: wasserschwindel.wordpress.com. Erich Eder, abgerufen am 6. März 2020. 
  • Stephen K. Lower: Structured Water Pseudoscience and Quackery. In: chem1.com. Simon Fraser University. (englisch)
  • Markus Fischer, Ilka Haase, Sascha Rohn: Unser Wasser zwischen Wissenschaft und Hokuspokus, 27. Oktober 2011, Food & Health Academy public (WiSe 11/12), Universität Hamburg Lecture2Go
  • Grander-Wasser in bayerischen Gemeinden, BR Fernsehen, Quer, 17. Februar 2022
  • Abkassieren mit “belebtem” Wasser? Der Fall Grander, Science Cops, WDR/Quarks, 18. Februar 2022, (Podcast)
  • MEGA: Grander macht vor Gericht auf dicke Hose auf YouTube, 8. Oktober 2024, abgerufen am 9. Oktober 2024 (deutsch).

Einzelnachweise

  1. ↑ Helge Bergmann: Wasser, das Wunderelement? Wahrheit oder Hokuspokus. John Wiley & Sons, 2011, ISBN 978-3-527-32959-5, S. 234 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche). 
  2. ↑ Carolin Sage: Hexagonales Wasser – Humbug mit Heilsversprechen. In: medwatch.de. 27. März 2023, abgerufen am 16. Mai 2023. 
  3. ↑ Erich Eder: Angeklagt – Grander gegen Eder. In: Skeptiker. Nr. 21, Januar 2008, S. 15–17 (Digitalisathttp://vorlage_digitalisat.test/1%3Dhttps%3A%2F%2Fhomepage.univie.ac.at%2Ferich.eder%2Fwasser%2Fskeptiker012008.pdf~GB%3D~IA%3D~MDZ%3D%0A~SZ%3D~doppelseitig%3D~LT%3D~PUR%3D [abgerufen am 28. Juni 2018]). 
  4. ↑ Christian Kreil: Der Unfug Granderwasser: Von Jesus inspiriert, von Esoterikern abkassiert. In: derstandard.at. 12. März 2018, abgerufen am 28. Juni 2018. 
  5. ↑ Wilhelm Mertens, Helmut Oberlack: Qigong. Gräfe Und Unzer, 2015, ISBN 978-3-8338-4697-7, S. 9 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche). 
  6. ↑ Hildegard von Bingen: Physica (Liber simplicis medicinae). Buch 4: De Lapidibus. 
  7. ↑ Olof Alexandersson: Lebendes Wasser. Ennsthaler Gesellschaft m.b.H & Co KG, Steyr 2003, ISBN 978-3-85068-377-7, S. 20. 
  8. ↑ Zitat der Aussage Granders am 13. Mai 2005 vor dem Bezirksgericht Kitzbühel; ähnlich im Interview der ORF-Sendung „Report“ am 1. Juli 2008
  9. ↑ Die GRANDER Wasserbelebung | Referenzberichte aus allen Branchen. Video des Herstellers mit Erfahrungsberichten von Anwendern der Grander-Technologie in privaten und professionellen Bereichen. In: vimeo.com. Grander, 2018, abgerufen am 25. September 2024. 
  10. ↑ Peter Basler: Grander-Wasser: Steuergeld für «Wundermittel». Mit Ausschnitt aus der SFR-Sendung Kassensturz (ca. 9 Minuten). In: sfr.ch. 25. Mai 2010, abgerufen am 7. Dezember 2020. 
  11. ↑ Christian Kreil: Granders Geheimnis gelüftet: Magnetische Wasserbehandlung steckt hinter der Belebung. In: derstandard.at. 19. Februar 2020, abgerufen am 7. August 2023. 
  12. ↑ Titus Arnu: Eine einträgliche Quelle. In: sueddeutsche.de. 14. Juli 2023, abgerufen am 7. August 2023. 
  13. ↑ vgl. Krista Federspiel, Christian Laimer: Hokuspokus an der Wiener Boku. In: Falter. Nr. 10, 2014 (Volltext auf „skeptiker.at“ (Memento vom 14. April 2019 im Internet Archive)). 
  14. ↑ Externe Forschungsprojekte. Untersuchungen und Studien. In: grander.com. Abgerufen am 30. Januar 2020. 
  15. ↑ Gutachten über die Wirkung des Geräts „Wasserbelebung 380“ der Umwelt-Vertriebs-Organisation auf Testwässer. Bundesanstalt für Wassergüte, Österreich, 25. Juni 1993, abgerufen am 13. März 2011 (PDF-Datei auf der Webseite Was ist dran am Granderwasser?). 
  16. ↑ a b Rudolf Hammer: Untersuchung von Effekten in energetisiertem Wasser unter Berücksichtigung ausgewählter mikrobiologischer, physikalischer und pflanzenphysiologischer Aspekte. In: Diplomarbeit am Institut für Hygiene und Medizinische Mikrobiologie, Abteilung für Wasserhygiene, Universität für Bodenkultur Wien. Januar 2004, abgerufen am 26. Oktober 2014. 
  17. ↑ Studie über Wasserbelebung. In: Konsument. Nr. 6/2004, Mai 2004 (konsument.at [abgerufen am 16. Dezember 2019]). 
  18. ↑ Grander Schwimmbad Journal, S. 4. (PDF-Datei; 1,9 MB) Grander, archiviert vom Original am 24. Januar 2011; abgerufen am 26. Oktober 2014 (online abgerufen am 13. August 2012). 
  19. ↑ a b c d Doris Kitzmüller: Mythen des Wassers – Wissenschaftliche Untersuchungen von „belebtem“ Wasser anhand der Grandertechnologie und Aquavital. (PDF; 1,82 MB) Fachbereichsarbeit aus Chemie. In: Website der Universität Wien. 2006, abgerufen am 21. Dezember 2022. 
  20. ↑ Klaus Faißner: Diplomarbeit zur Grander-Wasserbelebung. Frohnleiten 2000
  21. ↑ a b c d Philippe Boss, Daniel Christen: Versuchsbericht Granderwasser: UV-Absorption/Wasserhärte. Vergleich der UV-Absorption und der Gesamtwasserhärte von Grander- und normalem Wasser. (PDF-Datei; 705 kB) Berner Fachhochschule Technik und Informatik, Fachbereich Chemie, Burgdorf, 2005, abgerufen am 13. März 2011. 
  22. ↑ K. Hintermann, P. Basler: Verbesserung des Rebenwachstums mit alternativen Methoden. In: Schweizerische Zeitschrift für Obst- und Weinbau. Nr. 13, 1998, ISSN 1023-2958, S. 326–329 (Zusammenfassung (Memento vom 11. Dezember 2008 im Internet Archive) [abgerufen am 28. Oktober 2022]). 
  23. ↑ Theoretische Grundlagen der GRANDER®-Wasserbelebung wissenschaftlich nachgewiesen. In: grander.com. 2. November 2019, abgerufen am 4. Mai 2020.
  24. ↑ Bernd Harder: „Granderwasser“ jetzt bewiesen – oder eher doch nicht? In: GWUP. 14. Dezember 2019, abgerufen am 25. Januar 2020. 
  25. ↑ Homöopathie-Unternehmen erhält das Goldene Brett vorm Kopf. In: derstandard.at. 13. Dezember 2019, abgerufen am 13. Dezember 2019.
  26. ↑ Frank N. Keutsch, Richard Saykally: Water clusters: Untangling the mysteries of the liquid, one molecule at a time In: Proceedings of the National Academy of Sciences USA. 2001:98:10533-10540. doi:10.1073/pnas.191266498 (englisch)
  27. ↑ Felix Franks: Water a matrix of life. 2. Auflage, RSC Paperbacks, Cambridge 2000, S. 28. ISBN 0-85404-583-X. (englisch)
  28. ↑ Nobel laureate gives homeopathy a boost. In: theaustralian.com. 5. Juli 2010, abgerufen am 27. September 2021 (englisch). 
  29. ↑ S. J. Hirst, N. A. Hayes, J. Burridge, F. L. Pearce, J. C. Foreman: Human basophil degranulation is not triggered by very dilute antiserum against human IgE. In: Nature. Bd. 366, S. 525–527, PMID 8255290 (englisch)
  30. ↑ J. H. Ovelgonne, A. W. Bol, W. C. Hop, R. van Wijk: Mechanical agitation of very dilute antiserum against IgE has no effect on basophil staining properties. In: Experientia. Bd. 48(5), S. 504–508, PMID 1376282 (englisch)
  31. ↑ J. Maddox, J. Randi, W. W. Stewart: „High-dilution“ experiments a delusion (etwa: „Hoch-Verdünnungs“-Experimente (sind) eine Täuschung). In: Nature. Bd. 334, S. 287–291, PMID 2455869 (englisch)
  32. ↑ Klaus Bachmann: Wasser. H2O ist nicht zu fassen: Wie Forscher versuchen, die Rätsel des exzentrischen Elements zu entschlüsseln. In: Geo. Jg. 31, Heft 7/2006, ISSN 0342-8311.
  33. ↑ Xiao Feng Pang: Water – Molecular Structure and Properties. World Scientific, New Jersey u. a. 2014, ISBN 978-981-4440-42-4. (englisch)
  34. ↑ Chiropractic Crackup, Talking to Water, Sylvia Emerges!, Bidlack's Lumps, An MS Miracle, and a Korean Magic Stone … In: archive.randi.org. 23. Mai 2003, abgerufen am 3. Dezember 2019 (englisch, Online-Newsletter der James Randi Educational Foundation). 
  35. ↑ Landgericht Dortmund: Urteil vom 24. Juni 2004 – Az. 8 O 212/04. Openjur, 22. Dezember 2009, abgerufen am 26. Oktober 2014. 
  36. ↑ Living Water quackery results in $136,000 payout. Neuseeländische Commerce Commission, 26. Juli 2005, abgerufen am 17. September 2018 (englisch). 
  37. ↑ a b Urteil des Oberlandesgerichts Wien Az. 4 R 1/06f vom 17. August 2006 (PDF-Datei; 583 kB)
  38. ↑ Landgericht Ansbach: Urteil vom 23. Januar 2014 – Az. 5 HK O 1/09. Openjur, 23. Januar 2014, abgerufen am 26. Oktober 2014. 
  39. ↑ Landgericht Bielefeld: Urteil vom 6. April 2010 – Az. 15 O 221/08. Openjur, 6. April 2010, abgerufen am 26. Oktober 2014. 
  40. ↑ Landgericht Stuttgart: Urteil vom 14. Juni 2013 – Az. 5 31 O 52/11 KfH. Openjur, 14. Juni 2013, abgerufen am 26. Oktober 2014. 
  41. ↑ Energetiker-Affäre am KH Nord: Präsidentin des Sanitätsrats tritt zurück. In: derstandard.at. 20. März 2018, abgerufen am 21. März 2018. 
  42. ↑ David Krutzler: KAV gab bereits vor Jahren „energetische Leistungen“ in Auftrag. In: derstandard.at. 20. März 2018, abgerufen am 21. März 2018. 
  43. ↑ Florian Freistetter: Energetisierter und belebter Schnee rettet den Wintertourismus! In: derstandard.at. 19. Januar 2016, abgerufen am 25. Mai 2018. 
  44. ↑ Anton Rainer: Verpulvert. In: tageszeitung.it. 30. November 2015, abgerufen am 27. Januar 2020.
  45. ↑ Titus Arnu: Zauber-Schnee. In: sueddeutsche.de. 27. Januar 2016, abgerufen am 23. März 2020 (Anmeldung erforderlich).
  46. ↑ Florian Freistetter: Kunstschnee mit belebtem Wasser hält länger? Wie ein wissenschaftliches Experiment NICHT durchgeführt werden sollte. In: scienceblogs.de. 3. Januar 2013, abgerufen am 13. November 2018. 
  47. ↑ Ulrich Berger: Belebter Schnee mit ESO- … sorry … ERSO-Austria. In: scienceblogs.de. 3. Januar 2013, abgerufen am 19. April 2018. 
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Stephan Berndt

Noir24admin Esoterik 22. Juni 2026

Stephan Berndt (geboren 1961 in Hamburg) ist ein deutscher Autor, der schwerpunktmäßig zu den Themen Prophezeiungen und Zukunft publiziert. Dabei konzentriert er sich auf Europa und insbesondere den deutschsprachigen Raum. Die Vorhersagen des bekannten bayrischen Hellsehers Alois Irlmaier, über den Berndt auch eine Biographie verfasst hat, nehmen dabei eine Schlüsselrolle ein. Einige seiner Bücher gelten als Bestseller.[1]

Leben und Wirken

Laut eigenen Angaben befasst sich Berndt seit ca. 1990 mit Hellsehern und ihren Voraussagen zur Zukunft Europas. Um einzelne Aussagen schnell und genau untersuchen und miteinander vergleichen zu können, legte er 1993 eine entsprechende Datenbank mit rund 5000 Einzelvoraussagen von etwa 250 Sehern aus 11 Jahrhunderten an.[2] Im selben Jahr veröffentlichte er sein erstes Buch Zukunftsvisionen der Europäer.

Nach einer weiteren Publikation 1997 kam es im Zuge der apokalyptischen Erwartungen vor der Jahrtausendwende[3] zu einem verstärkten Interesse an der Thematik, so dass er häufiger als Experte für Prophezeiungen interviewt wurde.[4] Dabei hatte Berndt jedoch den Eindruck, dass es weniger um ein echtes Interesse an den prophezeiten Ereignissen gehe, sondern eher darum, ihn und die Prophetie an sich ins Lächerliche zu ziehen.[2]

In der Folge konzentrierte er sich stärker auf die alternativen Medien und war beispielsweise mehrfach bei Welt-im-Wandel.tv oder QS24 zu Gast. Auch betreibt er auf YouTube einen Kanal[5], auf dem er sowohl vortragsartige Inhalte, als auch eher künstlerische Musik-Video-Verarbeitungen veröffentlicht. Es geht dabei in der Regel um aktuelle politische oder gesellschaftliche Entwicklungen und deren Einordnung im Hinblick auf die prophezeiten Szenarien.

Neben seinen 13 bereits veröffentlichten Büchern hat er laut eigenen Angaben ein weiteres verfasst, für das er bislang keinen Verlag finden konnte. Thematisch soll es darin um Nationalsozialismus und Okkultismus gehen.[6]

Das prophezeite Szenario

Kurz und vereinfachend zusammengefasst läuft es bei dem von Berndt herausgearbeiteten Szenario auf eine gesellschaftliche und wirtschaftliche Krise hinaus, die sich über längere Zeit zuspitzt und schließlich von einem großen und kurzen Krieg abgelöst wird. Den Höhepunkt stellt ein Naturereignis dar, die sogenannte dreitägige Finsternis. Im Anschluss kommt es zu einer kulturellen Regeneration in Europa und insbesondere im deutschsprachigen Raum.

Der Ablauf in den wichtigsten Punkten im Überblick:[7]

  • voran geht eine lange Phase des Wohlstands, der gesellschaftlichen Liberalisierung[8] und der Einwanderung
  • es kommt zu Wirtschaftskrise, Inflation, Finanzkrise
  • politische Instabilität und bürgerkriegsähnliche Unruhen an mehreren Orten in Europa[9]
  • zeitgleich auch Krieg im nahen Osten, weitere internationale Spannungen
  • ein Anschlag auf New York City
  • eine große Friedensbewegung, ein Attentat auf einer Friedenskonferenz
  • es kommt zu einem überraschenden Angriff aus dem Osten
  • einige Wochen später ereignet sich eine Naturkatastrophe bisher unbekannten Ausmaßes
  • im Anschluss gelingt es den europäischen Truppen, den Krieg für sich zu entscheiden[10]
  • eine gute Zeit folgt, in Europa gibt es eine Rückbesinnung auf Christentum und Monarchie[11]
  • Deutschland wird zu einem kulturellen und spirituellen Kraftzentrum

Seine Bücher sind deutlich detaillierter, beispielsweise geht es um konkret genannte Wetterbedingungen im Vorfeld des Krieges oder Gebiete, die gemäß der Vorhersagen als sicher angesehen werden können.

Für das Szenario und die von ihm verwendeten Quellen verwendet Berndt oftmals den Begriff der traditionellen europäischen Prophetie. Dabei geht es ihm in erster Linie um eine Abgrenzung vom New Age, das die alten Prophezeiungen i. d. R. als ungültig betrachtet, da diese im neuen Zeitalter keine Gültigkeit mehr hätten.[12]

Privates

Zunächst hatte Berndt eine Laufbahn als Softwareentwickler eingeschlagen und wurde in den frühen 1980er Jahren ein Anhänger Oshos.[13] Über seinen allgemeinen Kulturpessimismus kam er schließlich mit der Prophetie in Kontakt und fand in deren Erforschung seine Berufung.[14] 1999 zog er von Hamburg nach München, da er bereits mit dem Eintreten des Szenarios rechnete.[15] Dort wirkte er längere Zeit und ist mittlerweile im Berchtesgadener Land ansässig.[16]

Veröffentlichungen

  • Zukunftsvisionen der Europäer. Die Blaue Eule, Essen 1993, ISBN 3-89206-567-5.
  • Prophezeiungen zur Zukunft Europas. Eine Analyse von 250 Quellen. Reichel Verlag, Weilersbach 1997, ISBN 3-926388-40-4.
  • Prophezeiungen. Alte Nachricht in neuer Zeit. Reichel Verlag, Weilersbach 2001, ISBN 3-926388-60-9.
  • Prophezeiungen zur Zukunft Europas und reale Ereignisse. Reichel Verlag, Weilersbach 2007, ISBN 978-3-926388-82-7.
  • Alois Irlmaier. Ein Mann sagt, was er sieht. Der Seher - die Prophezeiungen - neueste Recherchen. Reichel Verlag, Weilersbach 2009, ISBN 978-3-941435-01-8.
  • Hellseher und Astrologen im Dienste der Macht. Die geheimen Einflüsse auf Politiker und Herrscher. Ares Verlag, Graz 2011, ISBN 978-3-902732-11-8.
  • Was will Putin? Wie durch Desinformation ein großer Konflikt in Europa provoziert werden soll. Kopp Verlag, Rottenburg 2015, ISBN 978-3-86445-257-4.
  • Countdown Weltkrieg 3.0 - Das erscheinen der letzten Vorzeichen. Kopp Verlag, Rottenburg 2015, ISBN 978-3-86445-214-7.
  • Refugium. Sichere Gebiete nach Alois Irlmaier und anderen Sehern. Reichel Verlag, Weilersbach 2016, ISBN 978-3-946433-30-9.
  • 3 Tage im Spätherbst. Wie Hellseher weltweit seit Jahrhunderten eine 3-tägige Finsternis für unsere Zeit vorhersehen. Kopp Verlag, Rottenburg 2017, ISBN 978-3-86445-475-2.
  • Neustart. Visionen und Prophezeiungen über Europa und Deutschland nach Crash, Krieg und Finsternis. Reichel Verlag, Weilersbach 2018, ISBN 978-3-946959-13-7.
  • Wenn Beteigeuze explodiert. Die letzten Vorzeichen für das, was keiner glaubt. Reichel Verlag, Weilersbach 2021, ISBN 978-3-946959-81-6.
  • Putins Tsunami-Bombe: Was uns droht, wenn wir keinen Frieden mit Russland hinbekommen. Kopp Verlag, Rottenburg 2025, ISBN 978-3-98992-140-5.

Weblinks

  • Von Berndt betriebene Seite zu den Prophezeiungen zur Zukunft Europas (derzeit inaktiv)
  • Von Berndt betriebene Seite zur Alois Irlmaier
  • Berndts YouTube-Kanal Bernies Ausguck
  • Mehrere Interviews mit Berndt in der Mediathek von Welt im Wandel

Anmerkungen und Einzelnachweise

  1. ↑ Reichel Verlag: Autorenprofil Stephan Berndt. Abgerufen am 14. August 2025 (deutsch). 
  2. ↑ a b Stephan Berndt: Alois Irlmaier: ein Mann sagt, was er sieht: der Seher - die Prophezeiungen - neueste Recherchen. Reichel Verlag, Weilersbach 2009, ISBN 978-3-941435-01-8, S. 11. 
  3. ↑ Nicole Adolph: Apokalypse 2000: Sekten im Weltuntergangs-Fieber. In: Der Spiegel. 28. Dezember 1999, ISSN 2195-1349 (spiegel.de [abgerufen am 12. August 2025]). 
  4. ↑ Roger Thiede: Wird 1999 unser Schicksalsjahr? In: Focus Online. 28. Dezember 1998, abgerufen am 12. August 2025. 
  5. ↑ Bernies Ausguck. Abgerufen am 12. August 2025 (deutsch). 
  6. ↑ tvberlin: Wer war Alois Irlmaier und was hat er vorhergesagt? | Der Sinn des Lebens | QS24. 31. Mai 2023, abgerufen am 25. September 2025. 
  7. ↑ Stephan Berndt: Countdown Weltkrieg 3.0: das Erscheinen der letzten Vorzeichen: die Prophezeiungen und Visionen der Hellseher erfüllen sich. 3. Auflage als Sonderausgabe. Kopp Verlag, Rottenburg 2022, ISBN 978-3-86445-407-3, S. 39 ff., 152 ff. und 274 ff. Fehler in Vorlage:Literatur – *** Parameterproblem: Dateiformat/Größe/Abruf nur bei externem Link
  8. ↑ Berndt bezieht sich hier auf Irlmaier, der konkret von Glaubensabfall und Sittenverderbnis spricht.
  9. ↑ Paris und Rom werden als Zentren hervorgehoben, aber auch der deutschsprachige Raum soll betroffen sein.
  10. ↑ Die USA scheinen nicht vor Ort involviert zu sein.
  11. ↑ Wobei unklar ist, in welcher Form, vermutlich auf die eine oder andere Weise reformiert.
  12. ↑ Stephan Berndt: Refugium: sichere Gebiete nach Alois Irlmaier und anderen Sehern. 4. Auflage. Reichel Verlag, Regensburg 2022, ISBN 978-3-946433-30-9, S. 11. Fehler in Vorlage:Literatur – *** Parameterproblem: Dateiformat/Größe/Abruf nur bei externem Link
  13. ↑ blaupause. tv: Im Gespräch mit Stephan Berndt - Europäische Prophezeiungen - blaupause.tv. 23. April 2022, abgerufen am 25. September 2025. 
  14. ↑ Welt im Wandel.TV: Die Prophezeiungen und Visionen des Hellsehers Alois Irlmaier. 22. März 2016, abgerufen am 25. September 2025. 
  15. ↑ Energie & Outdoor Chiemgau / Energie & Vorsorge: Special! Vorhersagen Alois Irlmaier mit Stephan Berndt - Originallänge. 6. Mai 2025, abgerufen am 25. September 2025. 
  16. ↑ Kilian Pfeiffer: Hellseher hat Hochkonjunktur: Berchtesgadener Buchautor über Alois Irlmaier und dessen Vorhersagen. 3. April 2022, abgerufen am 12. August 2025. 
Normdaten (Person): GND: 113531311 (lobid, GND Explorer, OGND, AKS) | LCCN: nb2006017191 | VIAF: 42517683 | Wikipedia-Personensuche
Personendaten
NAME Berndt, Stephan
KURZBESCHREIBUNG deutscher Autor
GEBURTSDATUM 1961
GEBURTSORT Hamburg



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  1. Baron du Potet
  2. Otto Wilhelm Barth
  3. Astrologischer Zwilling
  4. Außerkörperliche Erfahrung

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