Lucas Cranach d. Ä.: Der Baum der Erkenntnis, Ausschnitt des Gemäldes „Paradies“ im Kunsthistorischen Museum, Wien
Antoinismus[1] oder Antoinistischer Kult ist die Bezeichnung einer religiösen, heilenden und spiritistisch orientierten Bewegung. Die religiöse Bewegung zählt in Deutschland zu den Heilersekten[2] und wurde 1910 von Louis-Joseph Antoine in Belgien gegründet. In Frankreich wurde die Einstufung des antoinistischen Kultes als Sekte[3] im Parlamentsbericht von 1995 von Soziologen kritisiert, während sie in Belgien als gemeinnützige Organisation anerkannt worden ist. Ihr Wahrzeichen ist „Der Baum der Erkenntnis von der Sicht des Bösen“[4]. Als ein struktureller Theosoph (er bezeichnete sich selbst als den Gründer des „Neuen Spiritualismus“) war Antoine offen gegenüber allen Arten religiöser Doktrin. Seine Lehre: Alle Materie ist Illusion; das Böse existiert nicht aus sich selbst heraus, sondern ist ein Produkt unserer Vorstellung. Das Glück besteht darin, frei von jeglicher Begierde zu sein, die durch den Anblick sich verändernder Gestalten/Formen und Illusionen über die Materie hervorgerufen wird. Von Reinkarnation zu Reinkarnation wird unser Geist eines Tages Freiheit erreichen. Im Wörterbuch der Religionen (Presses Universitaires de France) wird der Antoinismus als eine „Art primitiver Buddhismus“ bezeichnet[5].
Gründung und Entwicklung
Erster antoinistischer Tempel in Jemeppe-sur-Meuse (Provinz Lüttich) 2009
Anfang der 1890er Jahre kehrte Louis-Joseph Antoine von einem Aufenthalt in Russland nach Belgien zurück. Er war von der „Tolstoianischen Lehre“ seines Meisters Graf Lew Nikolajewitsch Tolstoi[6] inspiriert und sammelte eine Anhängerschaft begeisterter Menschen von fast 100 000 um sich. 1896 schrieb er seine Meinung in einem Buch nieder (Kleiner Spiritistischer Katechismus Petit catéchisme spirite)[7] und entdeckte für sich heilende Gaben, er begann viele Schüler zu gewinnen. Schon in kürzester Zeit hatte er Anhänger in Deutschland und in den Vereinigten Staaten von Amerika. Der Antrag an die belgische Regierung den Kult des Antoinismus als Religionsgemeinschaft anzuerkennen wurde negativ beschieden. Die Bewegung wurde schließlich 1910 von Antoine in Jemeppe-sur-Meuse (Stadt Seraing) offiziell ins Leben gerufen.[6] Nach der Verkündigung seiner Glaubenssätze veröffentlichte er drei weitere Bücher, in denen er seinen Glauben erklärte. 1910 weihte er den ersten antoinistischen Tempel in Jemeppe-sur-Meuse ein. Gleichzeitig mit der Entwicklung der Bewegung geriet die Bewegung in den Fokus der Staatsanwaltschaft, Antoine wurde Kurpfuscherei vorgeworfen und er wurde einmalig zu einer Geldstrafe verurteilt. Antoine beschäftigte sich auch als Magnetiseur und behandelte Krankheiten.[6] Der Antoinismus wurde zu einem wallonischen Phänomen und setzt sich nach dem Tod von „Vater Antoine“ fort. Zwischen den beiden Weltkriegen wuchs die Anhängerschaft erheblich an. In der Wallonische Region entstanden 27 Tempel, so nannte man die Versammlungsstätten, den zentralen Versammlungsraum errichtete man in Jemeppe ein. Heute unterhält die Sekte weltweit 64 Tempel verfügt über 40 Lesesäle. Ihre Mitgliederzahl gibt sie mit 200 000 an. In Belgien ist sie vom Staat nicht als Religionsgemeinschaft anerkannt, sie hat ihren Wirkungsschwerpunkt in Frankreich. Sie ist in einer einfachen Gliederung dezentral organisiert[8]. Im Jahre 1912 verstarb Antoine, als Nachfolgerin folgte ihm seine Witwe, die als „Mutter“ bezeichnet wurde. Die zu den Tempeln gehörenden Mitglieder werden von einem Gremium geleitet, sie werden als „Diener“ benannt und von Spenden entlohnt.
Der Gründer
Vater Louis-Joseph Antoine (1912)
Der am 27. Januar 1846 in Mons-Crotteux einem Ortsteil der wallonischen Stadt Fémalle geborene und im katholischen Glauben aufgewachsene Louis-Joseph Antoine[9] war ein frommer Bergmann, der sich zu einem Metallurgisten entwickelte. Seine Eltern waren Martin Joseph Antoine und Marie Catherine Castille (* 1797). Antoine besucht die Mons-Grundschule und lieh sich oft wissenschaftliche Bücher aus. Bereits mit 12 Jahren begann der junge Louis-Joseph mit einer Arbeit im Bergwerk und entwickelte sich zu einem metallurgischen Arbeiter. Im Jahre 1872 heiratete Louis-Joseph Antoine Jeanne Catherine Collon und übersiedelte 1873 nach Deutschland, er zog einige Jahre später nach Warschau und kehrte 1884 nach Belgien zurück, hier ließ er sich in Provinz Lüttich nieder. Er war in Jemeppe-sur-Meuse aktiv am Bau von 20 Arbeiterhäusern beteiligt und vermietete diese. Geistig schöpfte er aus den Schriften des Allan Kardecs (1804–1869) seine Willenskräfte entwickelte er im spiritistischen Glauben, von dem er stark geprägt wurde. In den 1890er Jahren organisierte er die erste spiritistische Gruppe. 1893 kam es zu einem Glaubenskonflikt mit dem Katholizismus, nämlich dann, als 1893 plötzlich sein Sohn starb[10]. Von nun an war er von einer Heilungsmission überzeugt und empfing täglich Dutzende von Patienten, mit denen er den Heilmagnetismus und Gebete praktiziert. Seine medizinischen Ratschläge wurden 1901 zum Gegenstand eines Prozesses, ihm wurde die illegale Ausübung der Medizin vorgeworfen. Im Jahr 1906 distanzierte sich Antoine vom traditionellen Spiritismus und gründete den sogenannten „Neuen Spiritalismus“. Dieser Schritt führte erneut zu gerichtlichen Auseinandersetzungen, bei denen es ihm gelang, die Richter davon zu überzeugen, dass sich seine Tätigkeit auf die Seele und nicht auf den Körper bezog. Anschließend zog er sich für etwa sechs Monate zurück, um die erste Fassung der „Krönung des offenbarten Werkes“ zu verfassen, in der er vor allem seine moralische und spirituelle Lehre darlegte. Er starb am 25. Juni 1912 in Jemeppe-sur-Meuse, in Russland hatte er sich ein Vermögen erworben, welches nun seiner Witwe Catherine (1850–1940) zufallen sollte, noch am Totenbett weihte er sie zur Priesterin seiner Bewegung und setzte sie an die Spitze der Sekte. Sie etablierte einen zentralisierten Kult um die Person ihres verstorbenen Mannes und setzte neue Organisationsregeln ein. Als sie 1940 starb, zeigten sich einige Unterschiede zwischen dem französischen und dem belgischen Antoinismus.
Erleuchtungen
Robert Vivier erwähnt in seiner Biographie von Louis-Joseph Antoine, dass ihm bei der Arbeit im Bergwerk seine Grubenlampe erloschen war. Dieses interpretierte er als ein göttliches Signal, welches ihm befahl den Arbeitsplatz zu wechseln. Er wechselte tatsächlich nach zwei Jahren seinen Arbeitsplatz und war im Bergwerk zu Seraing angestellt. 1866 trat er in Brügge seinen Militärdienst in der belgischen Miliz an, während des Deutsch-Französischen Krieges 1870/71 tötete er versehentlich einen Kameraden. Beim Waffenreinigen hatte sich ein Schuss gelöst, für diese Fahrlässigkeit wurde er zu acht Tagen Einzelhaft verurteilt. Im Verlauf dieser Haftstrafe stellte er viele Überlegungen zum Sinn des Lebens an. Nach seiner Militärzeit arbeitete er als Hammerer, zwischenzeitlich hatte er geheiratet und 1873 kam sein Sohn Louis Martin in Hamborn zur Welt. Dort wurde dieser in der katholischen Kirche des Heiligen Johannes getauft. 1876 kehrte er mit seiner Familie nach Belgien zurück, er kaufte sich ein Pferd und ein Gespann und wurde Gemüsehändler. 1878 begannen die ständigen Bauchschmerzen, die ihn verzweifeln ließen. Erneut verließen die Antoines ihr Heimatland und zogen nach Polen, wo er eine Stellung als Hauer im Stahlwerk Praga erhielt, seine Frau leitete eine Schulkantine. Fünf Jahre später kehrte die Familie nach Belgien zurück und zog schließlich nach Jemeppe-sur-Meuse, dort ließ Antoine etwa zwanzig Arbeiterhäuser bauen. Louis-Joseph Antoine arbeitete zwischendurch für das Versicherungsunternehmen Pariser Union und verkaufte Versicherungen.
Antoinistischer Spiritismus und Heilung
Ein bedeutendes Wesensmerkmal der Antoinisten ist die Ablehnung der tatsächlichen Realität von Krankheiten und Tod abgestritten wird. Krankheit könne allein durch einen starken Glauben beseitigt werden, hierzu bedürfe es keiner Medizin. Im antoinistischen Glauben wird der Tod nicht als endgültiges Ende betrachtet, sondern durch das Konzept der Reinkarnation. Die antoinistische Überzeugung verbindet Elemente des Katholizismus – besonders in moralischen Grundsätzen und Ritualen (von Antoines Ehefrau eingeführt) – mit der Lehre der Reinkarnation als Mittel zur spirituellen Befreiung sowie dem Glauben an geistige Heilung durch starken Glauben und moralischen Fortschritt. Zudem zeigt sie Einflüsse des Spiritismus und der Theosophie, die die materielle Welt als Illusion betrachten. Der Mensch soll das Bewusstsein erreichen, indem er die Illusion der von seiner Intelligenz erzeugten Materie beseitigt. Das Ziel des Lebens ist es, sich dank eines moralischen Fortschritts, der durch „Flüssigkeiten“ (Fluidum) unterstützt wird, aus dem Kreislauf der Reinkarnationen zu befreien. Die in den Tempeln praktizierten Handlungen bestehen aus nur zwei Praktiken: allgemeine Handlungen (bestehen aus einer stillen, meditativen Andacht) und Lesung, die Mitglieder, die sie leiten, tragen einen schwarzen Anzug. Die Tempel sind die Orte der Konsultation eines Heilers, an den sich Menschen mit gesundheitlichen oder moralischen Problemen wenden können. Zu den Feierlichkeiten gehören drei besondere Tage sowie der Weihetag des ersten Tempels und die christlichen Feiertage. Antoine ersann die „Zehn Prinzipien Gottes“, die als Leitlinie der Glaubensgemeinschaft angenommen wurde.
Offenbarung der zehn Prinzipien Gottes durch den Vater
„GOTT SPRICHT:
Erstes Prinzip
Wenn ihr mich liebet
So werdet ihr Niemanden darüber belehren,
Weil ihr wisset, dass ich
Nur im Menscheninnersten wohne.
Ihr könnet nicht bezeugen,
Dass es eine allerhöchste Güte gibt,
Wenn ihr mich von euerm Nächsten absondert.
Zweites Prinzip
Vertrauet nicht auf den, der euch von mir spricht,
Dessen Absicht es wäre, euch zu bekehren;
Wenn ihr jede Glaubenslehre achtet
Und auch Denjenigen, der keinen Glauben hat,
So wisset ihr, ungeachtet eurer Unwissenheit,
Mehr, als er euch sagen könnte.
Drittes Prinzip
Ihr sollet Niemandem Moral zureden;
Dies würde beweisen,
Dass ihr unrecht tut;
Weil die Moral sich nicht mit Worten lehrt
Sondern durch das Beispiel
Und in Nichts ein Uebel zu sehen.
Viertes Prinzip
Saget nie, dass ihr dem Barmherzigkeit, erweiset,
Der euch im Elend zu sein scheint.
Dies würde andeuten
Dass ich unnachsichtig bin, dass ich nicht gut bin,
Dass ich ein schlechter Vater,
Ein geiziger bin,
Der seinen Nachwuchs hungern lässt.
Wenn ihr gegen euern Mitmenschen
Wie ein richtiger Bruder handelt,
So erweiset ihr nur euch selbst Barmherzigkeit,
Das müsset ihr wissen.
Weilnichts gut ist, wenn es nicht auch gegenseitig ist,
Ihm gegenüber
Erfüllet ihr nur eure Pflicht.
Fuenftes Prinzip
Bemühet euch, denjenigen zu lieben, den ihr als
"Euern Feind" ansehet;
Nur, damit ihr euch selbst kennen lernet,
Stelle ich ihn euch auf den Weg.
Aber sehet das Uebel vielmehr in euch, als in ihm
Er wird das höchste Heilmittel dagegen sein.
Sechstes Prinzip
Wenn ihr die Ursache
Euer Leiden kennen wollet,
Die ihr immer mit Recht erduldet,
So werdet ihr sie in der Unvereinbarkeit
Des Verstandes mit dem Gewissen finden,
Denn sie bilden die Grundlage für die Vergleichspunkte.
Ihr könnet selbst nicht das geringste Leiden empfinden,
Dass euch nicht zeigen sollte,
Das der Verstand dem Gewissen entgegensteht.
Das darf nicht ungewusst bleiben.
Siebentes Prinzip
Trachtet darnach, euch davon zu durchdringen;
Denn auch das geringste Leiden verschuldet euer Verstand,
Der immer mehr erfassen will;
Er macht sich aus der Mild eine Höchststellung
Mit dem Willen, sich alles unterzuordnen.
Achtes Prinzip
Lasset euch nicht von euerm Verstand beherrschen,
Der nur sucht, noch immer
Höher zu steigen.
Er tritt das Gewissen mit Füssen,
Behauptet, dass das Irdische
Die Tugenden verleiht,
Während es nur das Elend
Der Seelen in sich birgt, welche ihr
"Verlassene" nennet,
Die nur nachdem Gefallen ihres Verstandes gehandelt haben.
Welcher irregeführt hat.
Neuntes Prinzip
Alles, was euch nützlich ist, für die Gegenwart
Wie auch für die Zukunft,
Wird euch, sofern ihr in Nichts zweifelt,
Als Zugabe verliehen werden.
Haltet Einkehr in euch, ihr werdet euch der Vergangenheit entsinnen,
Ihr werdet zu der Erinnerung kommen,
Dass euch gesagt wurde: "Klopfet an, ich öffne euch
Ich bin in der Selbsterkenntniss".
Zehntes Prinzip
Denket nicht, dass ihr immer etwas Gutes tut,
Wenn ihr einem Bruder Beistand leistet;
Ihr könntet das Gegenteil tun,
Seinen Fortschritt behindern;
Merket wohl, dass eine schwere Prüfung
Eure Belohnung sein wird,
Wenn ihr ihn demütiget, und ihm Achtung gebietet.
Wenn ihr handeln wollet,
So stützet euch nie auf eure Meinung,
Denn sie könnte euch irreführen;
Richtet euch immer nach euerm Gewissen,
Welches euch leiten will; es kann euch nicht täuschen.“
Kleiner Spiritistischer Katechismus (Petit catéchisme spirite) (1896) wurde von Louis-Joseph Antoine in seiner früheren spiritistischen Phase verfasst. Dieses Werk spiegelt die damals praktizierte spiritistische Lehre wider, die im heutigen Antoinismus keine Gültigkeit mehr besitzt.
Die Offenbarung umfasst drei Teile: „Die Offenbarung durch den Vater“, „Die Krönung des offenbarten Werkes“ (in einem Band) und „Die Entwicklung der Lehre des Vaters“ (separater Band).
Mehrere Broschüren
Antoinistische Heilungsreligion
Zu den sogenannten „Heilungsreligionen“ gehören neben dem Antoinismus die Christliche Wissenschaft und die Scientology. Die allgemeinen Handlungen im Antoinismus sind einfache, stille Rituale, die Meditation und Gebet mit Autosuggestion verbinden. Sie dienen der geistigen Heilung und moralischen Entwicklung. Im Gegensatz zur Christian Science lehnt der Antoinismus die moderne Medizin nicht ab, sondern sieht Heilung als spirituellen Prozess, der ergänzend zur medizinischen Behandlung wirkt. Sie konzentrieren sich auf „Regeneration des Selbst“ als Mittel zur Heilung. Sie sind ebenfalls dadurch gekennzeichnet, dass ihre Gründer unter somatischen Krankheiten, Antoine klagte seit 1878 unter chronischen Bauchschmerzen, litten. Diese Erkrankungen waren die Auslöser und standen am Beginn der religiösen Suche. Die Heilpraktiken stellen sich in der Präsenz eines Therapeuten in den Ritualen dar und sind durch die Sorge um den Körper gekennzeichnet. Das Ziel der selbsternannten Therapeuten ist die Aufrechterhaltung von Erlösung, Heilung und Gesundheit. Als Grundstein ihrer Überzeugungen ist der Glaube an einer neuen Befreiung des Heiligen Geistes, die sich durch Symbole, Wunder und Heilungen manifestiert.[12]
Tempel in Belgien und Frankreich (Auswahl)
Tempel in Verviers (1914)
Tempel in Forest bei Brüssel (1916)
Tempel in Lüttich (1917)
Tempel in Nandrin (1927)
Tempel in Spa (1931)
Tempel in Paris (1913)
Tempel in Monaco (1913)
Tempel in Vichy (1920)
Tempel in Tours (1921)
Tempel in Villeurbanne (1921)
Tempel in Aix-les-Bains (1924)
Tempel in Bordeaux (1964)
Tempel in Toulouse (1993)
Die Gerichtsprozesse
Antoine gab zu Lebzeiten zwar an, eine besondere spirituelle Mission zu haben, jedoch gibt es keine gesicherten Belege dafür, dass er behauptete, von Christus persönlich auf die Erde gesandt worden zu sein, um die Religion von „Schlacken“ zu reinigen. Das belgische Episkopat stand ihm und der Bewegung zunächst kritisch gegenüber. In Windeseile hatte sich schon bald eine große Gemeinde von Anhängern angesammelt und die belgische Kirchenleitung erkannte diese zunächst als eine ordentliche Religionsgemeinschaft an. Antoine entwickelte sich zu einem Wunderheiler, seine Anhänger behaupteten, dass er nicht nur Menschen, sondern auch Tiere heilen könne. 1901 und 1907 wurde er vor Gericht gestellt, sowohl der Klerus als auch die juristischen Medizinbehörden klagten ihn an. Da der Religionsgründer keine Gelder vereinnahmte, konnte die belgische Regierung nicht gegen ihn vorgehen.[13] Begleitet wurde Antoine von seinem Neffen Pierre Dor (1862–1947), der an den Offenbarungen seines Onkels teilnahm. Später distanzierte sich Dor von Antoine und entwickelte seine eigene Richtung, in der er sich selbst als Christus betrachtete. Diese Unterschiede führten zu einem Bruch zwischen beiden. Im Gegensatz zu Antoine nahm er für seine angeblichen Wunderheilungen Geld entgegen, welche das Einschreiten der Finanzbehörden nach sich zog. Schließlich verwendete Dor nicht das Geld für die Gemeinden und für wohltätige Zwecke, sondern verprasste das Geld in ausschweifenden Feiern und der Gesellschaft von willigen Frauen[13]. Das Brüsseler Strafgericht verurteilte den Gauner zu mehrjähriger Gefängnisstrafe, stellte ihn jedoch, da eine Fluchtgefahr gegenwärtig nicht vorhanden war, vorläufig auf freien Fuß. Die antoinistische Religion in Belgien hatte anfänglich das Misstrauen des Episkopats auf sich gezogen, hat sich jedoch als eigenständige Glaubensgemeinschaft etabliert und besteht trotz rückläufiger Anhängerschaft bis heute fort. Die Religion seines Neffen verschwand mit ihm[13]. Im Jahre 1914 zwei Jahre nach dem Tod Antoins kam es erneut und zum wiederholten Male zu einem gerichtlichen Prozess gegen Pierre Dor.[14] Im Gegenteil, weitere Prozesse gegen die antoinistische Bewegung unterblieben, da sie sich zunehmend etablieren konnte.
Literatur
L’Unitif. Bulletin du Culte Antoiniste. Numéro 3 & 6. Série A. Édite et Imprimé par le Culte Antoiniste. Siège et Administration: Jemeppe-sur-Meuse, Belgique [ohne Jahr]. Gr.-8°. [240 x 157 mm]. 16 S. & 16 S. In 2 Heften. OBrosch. [9]
Régis Deicquebourg, Les Antoinistes, Paris-Turnhout, Brépols, 1993.
↑Definition Antoinismus. Auf: educalingo (Wörterbuch Französisch) [1], aufgerufen am 28. März 2020
↑Anja Gollan, "Geistheilung" aus rechtlicher Sicht. Auf: sekteninfo NRW @1@2Vorlage:Toter Link/sekten-info-nrw.debillboard.com (Seite nicht mehr abrufbar, festgestellt im Oktober 2022. Suche im Internet Archive) (Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.)
↑Sekten in Frankreich, Geschrieben von: Herbert Raab, 20. Dezember 1995, Übersetzung des französischen Sektenberichtes von Herbert Raab auf Grundlage der englischen Fassung. NATIONALVERSAMMLUNG VERFASSUNG VOM 4. OKTOBER 1958, ZEHNTE LEGISLATURPERIODE, S. 54 Archivierte Kopie (Memento des Originals vom 8. August 2014 im Internet Archive) Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.sektenausstieg.net
↑Antonistischer Kult - Einweisung Archivierte Kopie (Memento des Originals vom 9. Oktober 2020 im Internet Archive) Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/sites.google.com
↑Christiaan Vonck (Rektor, Fakultät für Vergleichende Religionswissenschaft), Scientology und Religion, Anmerkungen 5., „Etwas vom Antoinismus“, Antwerpen, Belgien, 1996 [2], in: Aksakov, Aleksandr N.,Psychische Studien: monatliche Zeitschrift vorzüglich der Untersuchung der wenig gekannten Phänomene des Seelenlebens, aufgerufen am 28. März 2020
↑ abcFranz Freudenberg: Etwas vom Antoinismus. In: Psychische Studien. 38. Jahrgang, Nr.5. Verlag Oswald Mutze, Leipzig 1911, S.304–311 (Digitalisat [abgerufen am 2. April 2020]).
↑Petit catéchisme spirite pour servir à l'instruction des enfants & des personnes ne connaissant pas le spiritisme[3]
↑Definition Antoinismus[4], aufgerufen am 25. März 2020
↑Antoinistischer Kult – Biographi des Vaters - Archivierte Kopie (Memento des Originals vom 9. Oktober 2020 im Internet Archive) Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/sites.google.com
↑Definition Antoinismus [5], aufgerufen am 28. März 2020
↑OFFENBARUNG DER ZEHN PRINZIPIEN GOTTES DURCH DEN VATER veröffentlicht um 23.03.2010, 16:15 von Guillaume Chapheau [aktualisiert: 06.06.2010, 13:51 ], aufgerufen am 28.03.2020 Archivierte Kopie (Memento des Originals vom 9. Oktober 2020 im Internet Archive) Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/sites.google.com
↑Ilario Rossi. In: Martin Baumann, Jörg Stolz (Hrsg.) Eine Schweiz viele Religionen Risiken und Chancen des Zusammenlebens, 20. Religiöse Pluralität, Medizin und Gesundheit, Heilungsreligionen, S. 341 [6], aufgerufen am 28. März 2020
↑ abcDas Ende vom Lied. Ruhmloser Abschluß des „Antoinismus“ in Belgien. In: Freie Presse für Texas, April 04, 1917 [7], S. 3
↑Das Ende vom Lied. Ruhmloser Abschluß des „Antoinismus“ in Belgien. In: Freie Presse für Texas, April 04, 1917 [8], S. 3
Ein Äon (griech.: αἰών (aiṓn), Zeitalter) ist in der neureligiösen Lehre Thelema ein 2160 Jahre dauernder Zeitabschnitt der Menschheitsgeschichte.
Lehre von den Äonen
Aleister Crowley, Verfasser des für Thelema wichtigen Buches Liber AL vel Legis, postulierte vier nach den ägyptischen Gottheiten Isis, Osiris, Horus und Maat benannte Äonen. Gleichzeitig bedeute das Entstehen des Buches im Jahr 1904 den Beginn eines neuen Äons, den des Horus. Eine Verwendung ägyptischer Götter gab es auch im Hermetic Order of the Golden Dawn, dem Crowley angehörte.
Übersicht
Isis-Aeon
Osiris-Aeon
Horus-Aeon
Maat-Aeon
2420 v. Chr. bis 260 v. Chr.
260 v. Chr. bis 1900 n. Chr.
1900 n. Chr. bis 4060 n. Chr.
4060 n. Chr. bis 6170 n. Chr.
Frühlingspunkt im Sternbild Widder
Frühlingspunkt im Sternbild Fische
Frühlingspunkt im Sternbild Wassermann
Frühlingspunkt im Sternbild Steinbock
Polytheismus
Monotheismus
Deus est Homo
?
Alles ist Eins
zweiwertige Logik
mehrwertige Logik
?
Die Äonen
Isis-Äon
Der Isis-Äon ist der Äon des Matriarchats. Weltanschauliche Merkmale sind unter anderem der Glaube, in der eigenen Sippe wiedergeboren zu werden, und der Ahnenkult als Basis der religiösen Vorstellungen. Die Welt (Natur) gilt als heilig. Die Erde als die Große Mutter garantiert die Wiedergeburt und Ernährung allen Lebens. Sie ist die eine Urgöttin, die andere Urgöttin ist die kosmische Göttin als Schöpferin des Universums. Beide sind allerdings nur zwei Aspekte einer Dreifaltigen Göttin, die nie ganz voneinander getrennt sind. Der Gegenpart und Gefährte der Großen Göttin ist ein Heros oder Gehörnter Gott. Es handelt sich um sakrale Gesellschaften.
Osiris-Äon
Der Osiris-Äon, bekannt auch als das Fischezeitalter, ist der Äon des Patriarchats. Es gibt zahlreiche Pantheon-Vorstellungen mit einer dominierenden männlichen Gottheit, im Judentum und Christentum wird an einen transzendenten Gottvater geglaubt (während im Islam die Darstellung Gottes als „Vater“ strikt abgelehnt und kompromisslos zwischen Vater und Schöpfer unterschieden wird). Ebenso ist Osiris der Gott des Todes, der unmittelbar mit dem Leid in Verbindung gebracht wird. Siehe auch den Wechsel des Isis- und des Osirisäons unter Achsenzeit.
Horus-Äon
Der Horus-Äon, bekannt auch als das Wassermannzeitalter, ist der Äon des Kindes. Wie in Magick beschrieben geht es in diesem Äon nicht um den Glauben an einen Gott oder Gottheiten, sondern um Gewissheit, die wissenschaftlich erforscht werden soll mit dem Ziel, selbst Gott zu werden bzw. mit der Gottheit zu verschmelzen.
Der Äon der Maat
Im Liber AL vel Legis (AL III:34) wird angedeutet, dass ein anderer Gott kommen wird, der Horus ablöst. Aleister Crowley vermutete, der nächste Äon sei der der Maat, der Göttin der Gerechtigkeit. Aus diesem Grund war er der Meinung, man sollte schon jetzt nach der Gerechtigkeit als Ideal streben.[1]
Charles Stansfield Jones (Frater Achad) erklärte 1948 den Äon des Horus für beendet und war der Meinung, der Äon der Maat habe begonnen. Seine Schriften über die Maat wurden nie verlegt und sind, weil er von den meisten Thelemiten nicht ernst genommen wurde, in Vergessenheit geraten.
1974 channelte Maggie Ingalls (Nema Andahadna) das Liber Pennae Praenumbra. Darin wird der Äon der Maat und IPSOS als Wort für diesen Äon verkündet. Sie schickte den Liber Pennae Praenumbra an Kenneth Grant, welchen er dann in sein Werk Outside The Circles Of Time einfließen ließ, da er darin „einen Schlüssel zum transäonischen Verständnis der Magie“ sah. Grant, Oberhaupt des Typhonischen Orden (damals Typhonian O.T.O.), erklärte, die Äonen seien nicht als linear und aufeinanderfolgend zu verstehen, sondern existierten parallel, so dass man sie durch verschiedene Bewusstseinszustände erfahren kann.[2]
Literatur
Aleister Crowley: ausgewählte Schriften 1 – Jenseits des Golfes. Kersken-Canbaz (1984), ISBN 3-89423-009-6
Die Archeosophie oder „Wissenschaft der Prinzipien“ ist eine esoterisch-christliche Lehre, entwickelt vom italienischen Esoteriker Tommaso Palamidessi (1915–1983) Ende der 1960er Jahre.
Archeosophie
Das deutsche Wort Archeosophie ist die Übersetzung von Archeosofia, ein von Tommaso Palamidessi[1] geprägtes Wort, was etymologisch vom Griechischen abstammt: ἀρχή, archḗ, was „Gott/Prinzip der Prinzipien“ bedeutet, und σοφία, sophía, was „Weisheit/Wissenschaft“ (italienisch sapienza) entspricht, also „Wissenschaft der Prinzipien“[2], den 1. Korintherbrief (1. Korinther 2,6–16 ELB) des heiligen Paulus aufgreifend.
Bevor er zur Formulierung der Archeosophie kam, studierte und schrieb Palamidessi über Alchemie, die Kabbala, Yoga und Astrologie. Er behandelt diese und andere Themen und führt sie mit dem Christentum in der archeosophischen Lehre zusammen. Der Autor vertritt die Ansicht, dass jede Religion ein Strahl einer einzigen, unveränderlichen göttlichen Offenbarung ist, die den Männern und Frauen zu verschiedenen Zeiten, in wiederholten Anläufen und je nach der Mentalität des Ortes und dem Alter des Volkes zuteilwurde. Die Archeosophie ist eine eklektische Form der christlichen Esoterik, die ihre Lehren nicht nur aus den okkulten Traditionen des Westens (Theosophie, Hermetik, Kabbala, Alchemie und Astrologie), sondern auch aus dem indischen Tantrismus und dem Christentum der orthodoxen Kirche bezieht. Wichtig ist auch die Tradition der Kirchenväter der vorkonziliaren Kirche, wie Clemens von Alexandrien und Origenes, die in der frühchristlichen Theologie lehrreiche Erkenntnisse aus der Gnosis, der Hermetik und dem Orient zusammenführten und eine esoterische Exegese des biblischen Textes auf mehreren Ebenen begründeten.
Die Archeosophie wird vom Autor als das Bindeglied zwischen der westlichen und der östlichen Tradition beschrieben[3], das die verschiedenen spirituellen Disziplinen in sich vereint. Für Palamidessi kann die Archeosophie jedoch nicht als ein Kompendium oder eine bloße Synthese betrachtet werden, sondern vielmehr als eine Offenbarung, die für die heutige Zeit geeignet ist, eine Zeit, in der die Notwendigkeit entstanden ist, Glauben und Wissenschaft zu verbinden[4]. Die Archeosophie wird von Tommaso Palamidessi auch als eine Philosophie a posteriori[4] betrachtet.
Archeosophie als experimentelle Methode
In seinen Schriften bezeichnet Palamidessi die Archeosophie als eine Philosophie a posteriori[4]. Die Archeosophie wird von ihrem Autor als eine „rein spirituelle Methode“ gesehen und als eine „Erfahrung, die durch die Ausübung zahlreicher Formen der Askese auf die ersten Prinzipien zurückgeht“[4]. In den Heften der Archeosophischen Schriftenreihe sind 'Experiment', 'Erfahrung', 'Experimentator' Leitbegriffe. Das Feld der Experimente ist weit und bietet verschiedene Arten von Untersuchungen an: „von den parapsychologischen Experimenten der Erinnerung an vergangene Leben bis zu den transzendenten metaphysischen der Erfahrungen der Mysterien des Heiligen Grals“[5]. So legt die Archeosophie größten Wert auf die Untersuchungen ihrer Experimentatoren[6]. Konkret gesagt: Palamidessi selbst schlägt denjenigen, die sich auf den archeosophischen Weg machen wollen, drei praktische Experimente vor, nämlich die Erinnerung an vergangene Leben, das Heraustreten aus dem Körper und eine besondere Form der Prophetie, die „ultraphanisch“ (= Licht aus dem Jenseits)[4] genannt wird. Diese Experimente sollten dazu führen, dass im Experimentator die Überzeugung vom Überleben der Seele nach dem Tod reift und damit auch die Notwendigkeit, mit den archeosophischen Studien und der Askese fortzufahren.
Archeosophie als Lehre
Die archeosophischen Lehrinhalte sind klar strukturiert durch die Hefte der Archeosophischen Schriftenreihe, d. h. thematische Monografien, die die Studien, Forschungen, Experimente und Ergebnisse des Autors enthalten und den Studierenden und Experimentatoren zur Verfügung gestellt werden. Jedes Heft weist eine Struktur auf, die gekennzeichnet ist durch: einen einleitenden Vergleich des Themas mit den verschiedenen religiösen Lehren u. a. durch eine historische Betrachtung, eine analytische Untersuchung des Themas, eine Beschreibung der vom Autor durchgeführten Experimente und ihrer Ergebnisse, eine illustrative Beschreibung des Experiments und Anweisungen, um dieses selbst durchzuführen. Palamidessi eröffnet dem Leser auf diese Weise einen Weg der Kenntnis von sich selbst, dem Kosmos und Gott.[5]
Mit den Worten des Autors: Die Archeosophie erleichtert „die Erkenntnis der höheren Welten durch die Entwicklung neuer als spirituell definierter Sinne im Menschen.“[7]
Theologie
Apophatismus und kosmischer Illusionismus
Der archeosophischen Lehre liegt die Annahme zugrunde, dass alles, was im Universum existiert, von Gott abstammt, dem höchsten Motor des kosmischen Lebens, der zugleich immanent, transzendent und persönlich ist[6]. Die Themen des christlich orthodoxen Apophatismus aufgreifend, wird die göttliche Essenz zwar als unerkennbar, aber gleichzeitig als die einzige Realität betrachtet, aus der alle Welten entstehen und lebendig werden[6].
Die Geschöpfe verfügen über ein einziges Mittel, nämlich zu behaupten, dass Gott nicht ist, bzw. wissen zu können, dass Er mit keinem Bild, keinem Geschöpf vergleichbar oder gleichzusetzen ist, noch irgendein Wort Sein Wesen ausdrücken kann.[8]
Wenn Gott die einzige Realität ist, sind die Phänomene nach dieser Ansicht nichts anderes als Erscheinungen und Bewusstseinszustände können als Effekt einer illusorischen und temporären Fragmentierung des einen, von Gott geschaffenen Geistes gesehen werden.
Wir haben es zu tun mit einer absoluten, transzendenten, unerschaffenen Realität, die Gott ist, und mit einer relativen, kontingenten, geschaffenen Realität oder dem Einen Geist, von dem alle Geister im gesamten Kosmos geschaffene Lichtpunkte sind, Punkte geistiger Essenz, die Essenz des Einen Geistes von Adam. Illusorische Punkte, vom Geist erzeugte Ideen und Gedanken, die, wenn Gott wollte, sogar im Nichts verschwinden könnten, da sie aus dem Nichts ins Leben gerufen wurden.[8]
Das Problem der möglichen Beziehung zwischen der absoluten Gottheit, die ungreifbar und transzendent ist, mit der Menschheit und dem materiellen Universum, das dem zeitlichen und illusorischen Werden unterworfen ist, wird von Palamidessi durch drei grundlegende Konzepte gelöst, die gleichzeitig von der Kabbala, der orthodoxen Theologie und dem östlichen Christentum und der altüberlieferten Theosophie[6] aufgegriffen werden, nämlich:
Das Tzimtzum, ein Konzept, das typisch für das lurianische kabbalistische System des sechzehnten Jahrhunderts ist.
Die 'unerschaffenen göttlichen Energien', erörtert vom orthodoxen Theologen und Heiligen Gregorios Palamas.
Das Konzept der Sophia, das von Jakob Böhme im 14. Jahrhundert behandelt und später von orthodoxen Theologen wie Wladimir Solowjow und Pawel Florenski aufgegriffen wurde.
Die Genesis enthüllt
In Erweiterung der Vision des heiligen Gregorios Palamas und der für die kabbalistische Tradition typischen Lehre der Sephiroth hält Palamidessi das Konzept der 'göttlichen unerschaffenen Energien' für maßgeblich als ordnende Kräfte, dank derer die Verbindung zwischen den Geschöpfen und dem Unendlichen Gott möglich ist, verstanden als eine verborgene Gottheit von unmittelbarer Natur.
Die Sephiroth werden als göttliche Vermittlungskräfte zwischen Gott und der Schöpfung intuitiv erfasst; Zahlen, Kräfte, durch die das Absolute sich äußert und manifestiert.[9]
In der archeosophischen Lehre wird die Schöpfung durch den Rückzug des Absoluten aus Sich in Sich Selbst herbeigeführt und hinterlässt so einen leeren und leblosen Raum, der geeignet ist, das grundlegende Substrat der Schöpfung zu werden. In Abgrenzung zu den pantheistischen Visionen, die für die indische Esoterik oder einige Zweige der Kabbala typisch sind, betont Palamidessi sorgfältig seine christliche Perspektive und erklärt, dass Gott nach diesem Rückzug in einem Akt der Liebe einen Teil seiner Gegenwart in Form von Lichtern (den göttlichen unerschaffenen Energien) in den entstandenen Raum projiziert, wozu jedoch das Eingreifen eines schöpferischen fiat hinzukommt, um das bereits im göttlichen Geist vorhandene Idealmodell in die Tat umzusetzen[5]. Diese Lichter oder Sephiroth seien nicht alle in gleicher Weise beteiligt, wie es in einigen Abhandlungen gnostischen und theosophischen Charakters beschrieben wird, aber einigen von ihnen wird eine größere Bedeutung beigemessen; insbesondere die zweite Sephira, Chokmah (die Weisheit), die bereits im Alten Testament erwähnt wird, wird wegen ihrer engen Beziehung zur schöpferischen und organisierenden Tätigkeit Gottes als besonders wichtig angesehen[6].
Als die Dreifaltigkeit die Welt aus dem Nichts erschaffen wollte, machte sie ihre unerschaffene Energie, das zweite ihrer zehn Lichter, das die esoterische Tradition Israels Chokmah oder unerschaffene Weisheit nennt, schöpferisch aktiv; die Sephira Chokmah machte in Zusammenarbeit mit dem Logos oder der Weisheit Gottes in der Ebene von Assiah (Welt der Schöpfung) das wirksam, was die Offenbarung als Sophia, geschaffene Weisheit, Erstgeborene unter allen Geschöpfen, bezeichnet[10].
Mann und Frau werden von der Archeosophie als ein Spiegelbild oder Abbild der Göttlichkeit betrachtet, weil sie den Einfluss dieser unerschaffenen Energien spüren. Das liegt an den Abdrücken, die in den feinstofflichen Körpern in Form von Wirbeln spiritueller Energie eingeprägt sind, den sogenannten Chakren der hinduistischen Tradition, die von Palamidessi als Kraftzentren definiert werden.
Die Sophiologie
Palamidessi integriert in sein theologisches und kosmologisches System die Figur der Sophia, die bereits in der orthodoxen Theologie von Vladimir Lossky, Paul Evdokimov, Wladimir Solowjow und Sergei Bulgakow bekannt war, und stellt eine asketische Methodik vor, die es dem Mann und der Frau ermöglicht, mit dieser kosmogonischen Persönlichkeit in Kontakt zu treten.
Bevor er dazu kommt, dem Leser die praktischen Anweisungen und die Meditationstechnik zu beschreiben, die in der Begegnung mit Sophia gipfelt, untersucht Palamidessi alle Nuancen des theologischen Konzepts der 'Sophia' und vertieft insbesondere die Beziehung, die zwischen dieser spirituellen Entität, der Weltseele, der Jungfrau Maria und der universellen Kirche hergestellt wird[6].
Er unterscheidet zunächst drei Arten von Weisheit: (1) eine erzeugte Weisheit, ein Aspekt der Weisheit Gottes, der (wie bereits von Origenes behauptet) mit dem Logos, d. h. dem Christus, identifizierbar ist, (2) eine ausgeströmte Weisheit, die mit der Sephira Chokmah zusammenfällt, und (3) eine geschaffene Weisheit, verstanden als 'Die Weisheit', als das erste unter den Geschöpfen, das Instrument der Schöpfung der Welt, welches die Materie der manifesten Welt durchdringt und belebt, dabei jedoch transzendent bleibt. Drei 'Sophien' als drei Aspekte derselben göttlichen Weisheit, von der die geschaffene Weisheit das ewige Vorbild ist, nach dem die Seele der Welt streben muss.
Sophia ist die ideale Seele der Welt, geschaffen und durchdrungen von der Göttlichkeit, in Erwartung, dass die andere Seele der Welt, die durch den adamischen Irrtum und die adamischen Involution gefallen ist, sich zur höchsten Vollkommenheit erhebe und in bestimmter Weise mit Ihr identifiziere. [...] Die geschaffene Weisheit ist nicht die Seele der Welt, sondern ihr nachzuahmendes Vorbild, und ich betone noch einmal, damit kein Missverständnis entsteht: die Idee Sophia ist vollkommen, es ist die Seele der Welt, die sich so vervollkommnen muss, dass sie sie nachahmt.[10]
Nach der archeosophischen Vision ist die Weltseele ein kosmisches Geschöpf im Werden, ausgestattet mit Intellekt, Willen und Eros, eine lebendige Entität, die sich aus Materie und ätherischer, astraler und mentaler Energie zusammensetzt und die Individuen und individuellen Seelen durchdringt, welche die Erde bevölkern. Dieses Geschöpf, das nicht 'Sophia' ist, leidet und wartet darauf, von der Sündenlast der Unordnung und Unvollkommenheit befreit zu werden, genauso, wie es der heilige Paulus in seinem Brief an die Römer beschreibt: „Denn wir wissen, dass die gesamte Schöpfung bis zum heutigen Tag seufzt und in Geburtswehen liegt ... und wartet auf das Offenbarwerden der Kinder Gottes.“
Die Erlösung der Weltseele ist in der Tat jener Transformationsprozess, der sie dazu bringen wird, mit ihrem idealen Vorbild, das 'Sophia' ist, übereinzustimmen.
Der Prozess der Erlösung dreht sich vollständig um die Figur von Jesus Christus und der Jungfrau Maria. Wenn 'Sophia' den Archetyp der Weltseele darstellt, wird Marias Rolle die der Vermittlerin zwischen diesen beiden Entitäten[10]. Für einen archeosophischen Christen wird die Jungfrau Maria zur Mutter schlechthin, in der ab dem Moment der Geburt des Erlösers in ihr 'Sophia' wohnt. Maria ist also „die erste Monadenbildnerin der Weltseele, die ewige Maria im Gebet vor dem adamischen Fall und nach dem Fall, bei der Geburt, dem Leiden und dem Tod ihres Sohnes Jesus Christus, jetzt und in Ewigkeit“[10].
Palamidessi schlägt eine besondere Form der Meditation auf das Herzzentrum vor, um diese spirituelle Entität höchstpersönlich zu erleben, mit ihr einen Kontakt herzustellen und im Herzen die „übernatürliche Gnade der Sophia, wie sie es für Böhme, Solowjow, Bulgakow war“,[10] wahrzunehmen.
Die Christologie
In der archeosophischen Lehre nimmt die Figur Christi einen zentralen Platz ein. Christus wird als „die letzte Manifestation Gottes“[5] oder „der letzte Messias, der auf die Erde kam“[11], betrachtet. Palamidessi versteht die Offenbarung Gottes an den Menschen als fortschreitend und vorangebracht durch die Inkarnation des immer gleichen Avatars, des Christus oder Wortes, der mehrfach und an verschiedenen Orten und zu verschiedenen Zeiten wiederkehrt, um zu den Menschen in einer Sprache zu sprechen, „die der Mentalität des jeweiligen Volkes und der jeweiligen Zeit entspricht“[12]. Die Linie der Avatare entspricht dabei der des Ordens von Melchisedek[13], der biblischen Gestalt, die Abraham und Sarah segnet. Er ist Stammvater des Geschlechts Davids, von dem die genealogische Linie abstammt, die zur Geburt von Jesus Christus führt.
Die Bewegung der Herabkunft des Avatars bzw. der Göttlichkeit, die sich dem Menschen offenbart, um ihn zur Weiterentwicklung zu bringen, korrespondiert für die Archeosophie mit einer Aufstiegsbewegung des Menschen, der sein Bewusstsein erhebt und den Pfad der Askese beschreitet, der zur Göttlichkeit führt[13]. Denn ab dem Moment des Kommens des Christus in der Gestalt Jesus und nach dem Opfer auf dem Berg Golgatha hat sich das Schicksal des Menschen unwiderruflich verändert, weil sich in seinem Herzen[14], dem theophanischen Ort, die christliche Gegenwart befindet.
Der Christ hat das Privileg, sich in der Atmosphäre, in der geistigen Aura des Christus, in seinem „Mystischen Leib" zu befinden, weil in den Menschen Jesus das Wort eingedrungen ist. Es steckt aber noch mehr dahinter. Christus ist jetzt eine mit anwesende Kraft in der gesamten Menschheit, unabhängig vom Getauft sein oder Nicht getauft sein, das sei hierbei betont. Wir sind alle „Christophoren", das bedeutet Träger Christi, Träger eines latenten Lichtes, eines Lichtes, das uns entlang des evolutionären Weges zu Gott leuchten will.[11]
Der Zweck der mystischen Askese ist es, durch Meditation[15], insbesondere durch die Kardiognosis[16], mit diesem Prinzip in Beziehung zu treten.
Anthropologie
Reinkarnation, feinstoffliche Körper und okkulte Zentren
Das archeosophische Denken geht davon aus, dass Männer und Frauen mit einer unsterblichen Seele ausgestattet sind, die der Geburt des physischen Körpers vorherbestehend ist und mit dem Begriff 'Ego' definiert wird. Dieser Teil des Menschen ist also unsterblich, hält dem Kreislauf der Reinkarnationen stand, unterliegt aber den Gesetzen des Karmas und der Seelenwanderung. Palamidessi behandelt in seinem fünften Heft der Archeosophischen Schriftenreihe „Die Erinnerung an vergangene Leben und ihre Technik“[17] die Reinkarnation und die Erinnerung an vergangene Leben als eine für jedermann experimentierbare Technik. Nach Palamidessi war der Glaube an die Reinkarnation im frühen Christentum weit verbreitet und wurde von den Kirchenvätern wie Clemens von Alexandrien, Origenes, Pantaenus und dem heiligen Gregor von Nyssa geteilt.
Die Struktur des Ichs: die drei unsterblichen Prinzipien
Der unsterbliche Teil, definiert als 'Ego' oder Individualität, setzt sich wiederum aus einer Dreiheit verschiedener Prinzipien zusammen. Daher ist nach der archeosophischen Lehre der Teil, der Reinkarnationen überdauert, einer und dreieiner. Diese unsterblichen Prinzipien werden genannt: Geist, Emotionale Seele, Erosdynamische Seele.[18] Die menschliche Dreifaltigkeit findet eine klare Verbindung mit der göttlichen Dreifaltigkeit, wonach der Vater dem Geist, der Sohn der Emotionalen Seele und der Heilige Geist der Erosdynamischen Seele entspricht.
Das 'Ego' drückt sich durch verschiedene feinstoffliche Körper aus, die sich gegenseitig durchdringen und mit dem physischen Körper ein Ganzes bilden; sie haben durch Gravitationszentren (Chakren oder Kraftzentren) genaue Entsprechungen in jedem feinstofflichen Körper bis hin zu einer anatomischen Entsprechung im physischen Körper.
Die feinstofflichen Körper von Mann und Frau sind: der Ätherkörper, der Astralkörper und der Mentalkörper. Diese durchdringen den physischen Körper und sind alle voneinander abhängig:
Der Geist benutzt den Mentalkörper als Vehikel und macht sich im physischen Körper bemerkbar. Der Geist ist die Quelle der edelsten Fähigkeiten, wie „Wille, Intellekt, Gedächtnis, Intuition der Ewigen Wahrheiten, religiöse und barmherzige Liebe“.[18]
Die Emotionale Seele benutzt den Astralkörper als ihr Vehikel. Die Emotionale Seele ist „rational und regelt Gefühl, Vorstellungskraft, Moral, Gedächtnis und Leidenschaft“.[18]
Die Erosdynamische Seele benutzt den Ätherkörper oder das Ätherische Doppel als ihr Vehikel. Die erotische oder erosdynamische Seele ist „das Gravitationszentrum, das der erotisch psychischen Sphäre innewohnt, die generativ und mit einer eigenen Dynamik ausgestattet ist, die sich auf die vegetativen Funktionen des physischen Körpers und seine Lebensenergien auswirkt“.[18]
Die unsichtbare Konstitution
Die Archeosophie sieht den Menschen als ein komplexes Gebilde, das aus einer Reihe von feinstofflichen Körpern besteht, von denen die vergänglichen folgende sind:
Erosdynamische Seele (ein von Palamidessi selbst geprägter Begriff)[25].
In diesen drei unsterblichen Prinzipien, die zusammen mit dem Kausalkörper den Kern des Egos[26] bilden, fußt die Funktionsweise der drei oben aufgeführten unsichtbaren Körper, wobei der Geist mit dem Mentalen, die Seele mit dem Astralen und die erosdynamische Seele mit dem Ätherischen in Beziehung steht.[26]
Sie entsprechen auch bestimmen 'okkulten' Zentren des Menschen (Chakren) und sind bei der asketischen Praxis durch die Meditation auf diese Zentren wahrnehmbar. Insbesondere wäre der Geist mit dem Stirnzentrum (zwischen den Augenbrauen gelegen), die Seele mit dem kardialen Zentrum (in der Nähe des Herzens) und die erosdynamische Seele mit dem basalen Zentrum (an der Basis der Wirbelsäule) verbunden.[26]
Der Mensch ist für Palamidessi durch das Gesetz der Metempsychose (Seelenwanderung) ein Geschöpf in ständiger Evolution: Mit seinem eigenen Kausalkörper würde der Mensch in der Tat durch die Kette der Reinkarnationen gehen, gebunden durch sein eigenes Karma. In Palamidessis Vorstellung sehnt der Mensch sich nach dem formlosen Absoluten, das jenseits der Welt der Phänomene beheimatet ist, einem Absoluten, das Macht, Weisheit und Liebe ist.
Für Palamidessi ist das Hauptinstrument der Evolution die Askese, verstanden als eine kontinuierliche Übung, ein Kampf um die innere Vervollkommnung, eine Schulung des spirituellen Menschen, der seine seelischen Prinzipien harmonisieren und in Übereinstimmung mit ihren archetypischen und göttlichen Vorbildern bringen will. Nach Palamidessi bringt die Askese das Geschöpf dem Schöpfer näher und begünstigt den Prozess der Vergöttlichung, den die orientalischen Kirchenväter Theosis nennen; sie würde auch, auf einer anderen Ebene, das Aufblühen der so genannten 'spirituellen Sinne' (Hellsehen, Hellhören, Erinnerungen an vergangene Leben) begünstigen.
Die Lehre vom Schwellenwächter
In der archeosophischen Lehre ist der Schwellenwächter[27] eine Gedankenform. Er ist mit dem Individuum verbunden und reflektiert wie ein Spiegel[6] die Wirkungen seiner Handlungen und Gedanken und bringt somit seine Neigungen und den Grad seiner moralischen Entwicklung genau zum Ausdruck. In der archeosophischen Eschatologie stellt der Schwellenwächter für das Individuum die Möglichkeit dar, ein anderes Selbst zu erschaffen, indem es durch sein Wirken direkt ein neues Bild modelliert. Dieses Bild stellt den Archetyp des zukünftigen Auferstehungskörpers dar, des Körpers, der für das Leben in den kommenden Zeiten geeignet sein wird. Dieser Modellierungsmechanismus ist derselbe, der in früheren Phasen der Evolution den Menschen dazu brachte, den heutigen physischen Körper mit der Konstitution der feinstofflichen Körper zu bilden[18]. Der Wächter begleitet das Individuum in seinen aufeinanderfolgenden Reinkarnationen und trägt dazu bei, den neuen Körpern im Moment der Wiedergeburt auf der Erde eine spezifische Prägung zu geben[8]. Das Ziel der Evolution des Individuums besteht eben darin, im Laufe der Reinkarnationen, den eigenen Wächter in ein perfektes engelsgleiches Bild zu verwandeln[27].
Der Mensch kann seinen eigenen Wächter in bestimmten Momenten, die mit der Entwicklung des Individuums verbunden sind, erleben, zum Beispiel beim Heraustreten aus dem Körper[4], einem asketischen Phänomen, bei dem sich der geistige Teil des Individuums freiwillig vom physischen Teil trennt. Solche Begegnungen sind symptomatische Erscheinungen, die dem Asketen die Merkmale seines Evolutionsweges anzeigen[27]. Die Vision des Wächters erinnert den Einzelnen an die vom heiligen Paulus im Brief an die Epheser (Eph. 4, 20-24) beschriebene Notwendigkeit, sich des alten Menschen zu entledigen, um ihn durch den neuen Menschen zu ersetzen: „Ihr aber habt den Christus nicht so kennengelernt. Ihr habt ihn doch gehört und seid in ihm gelehrt worden, wie es Wahrheit in Jesus ist: dass ihr, was den früheren Lebenswandel angeht, den alten Menschen abgelegt habt, der sich durch die betrügerischen Begierden zugrunde richtet, dagegen erneuert werdet in dem Geist eurer Gesinnung und den neuen Menschen angezogen habt, der nach Gott geschaffen ist in wahrhaftiger Gerechtigkeit und Heiligkeit.“
Der Mann, die Frau und die Askese des Paares
Innerhalb der archeosophischen Lehre hat das Thema der Beziehung Mann-Frau und insbesondere die Rolle der weiblichen Figur im spirituellen Kontext seit den ersten Veröffentlichungen in den sechziger Jahren[6] eine relevante Bedeutung:
Für die Archeosophie bewahrt die Frau [...] den Abdruck der göttlichen Mutterschaft in sich. Die Frau ist ein geistiges Wesen, eine geistige Kraft, die der des Mannes entspricht.[28]
Ausführlich bringt Palamidessi die archeosophische Vision der Frau in seinem zweiten Heft zum Ausdruck: Die Einweihung für die Frau und das weibliche Adeptat[28]. Nach Palamidessi wird der Ursprung der Geschlechter von Moses auf den Seiten der Genesis unter der scheinbaren Einfachheit eines Mythos verborgen. In dieser Vision, die noch vor Raum und Zeit angesiedelt ist, brauchte der mit einer immensen schöpferischen Kraft ausgestattete androgyne Adam-Eva, zum Voranschreiten im Evolutionsprozess, eine Bewusstwerdung. Diese konnte durch seine „weibliche, anziehende“ Seite[6] stattfinden. Aus dieser Urspaltung kommend, hat die Frau, Spiegelbild des Ewig-Weiblichen, innere Eigenschaften, Emotionen, Intellekt, die sie vom Mann unterscheiden.
Die Psychologie der Frau zeichnet sich durch die Tiefe und Kraft der Gefühle aus. Das deckt sich mit ihrer Neigung zu tiefster Vertrautheit, zur Spiritualität, mit dem sehnlichen Wunsch, zu pflegen, zu helfen, für andere da zu sein. Es ist offensichtlich, dass diese angeborene Begabung in den Dienst des eigenen und des religiösen Lebens der anderen gestellt werden kann.[28]
Palamidessi wiederholt in seinen archeosophischen Schriften, dass der Weg des Priestertums und der Initiation sowohl für Männer als auch für Frauen offen ist, so wie es auch in der Vergangenheit der Fall war, zum Beispiel in der pythagoräischen Schule oder der christlichen Schule des Didaskaleion, in denen Frauen zu den Kulthandlungen und zur Feier der Mysterien zugelassen waren. In der archeosophischen Lehre wird das Prinzip der Askese zu zweit hervorgehoben:
Für beide muss die Begegnung mit der Brautseele stattfinden. Der Herr schuf männliche und weibliche Seelen, damit sie, indem sie sich gegenseitig lieben, Ihn lieben.[28]
Diese Paaraskese, die in der christlichen Mystik namhafte Vertreter hatte, findet ihren natürlichen Kontext in der Einrichtung des Ehesakraments[6], dem Palamidessi ein eigenes Heft der Archeosophischen Schriftenreihe widmet[29].
Das christliche Totenbuch
Das Christliche Totenbuch von Palamidessi ist eine Abhandlung und ein liturgisches Brevier zur Begleitung der Seele des Verstorbenen in der Post-Mortem-Phase, in Übereinstimmung mit den Hinweisen und Geboten der buddhistischen Kultur, die im sogenannten tibetischen Totenbuch zusammengefasst sind. Außerdem viele der charakteristischen Themen der Ars Moriendi des christlichen Mittelalters aufgreifend und überarbeitet in einer modernen Fassung nach der Lehre der Archeosophie, wird dieses Buch als Handbuch zur Vorbereitung auf die Tage nach dem physischen Tod vorgeschlagen. Ein großer Teil der Hinweise im Buch ist der Hilfe gewidmet, die den Sterbenden angeboten werden soll, durch Vorschläge und Gebete, die ihnen helfen können, die Momente des Todeskampfes zu überstehen und sich auf den Moment des Übergangs vorzubereiten. Tatsächlich bietet dieses Buch nach Ansicht von Palamidessi eine nützliche Anleitung für die Mühen des gesamten Lebens, um die idealen Bedingungen für einen 'guten Tod' vorzubereiten. Palamidessi nennt es:
[...] ein lebendiges Brevier, weil es von qualifizierten Souffleuren - Eingeweihten, Personen im Besitz paranormaler Fähigkeiten oder zumindest mit einem großen wohltätigen Geist ausgestattet - benutzt wird, um die Seele des Verstorbenen zu leiten, damit sie die Prüfungen des Jenseits bestehen kann, in Übereinstimmung mit dem Grad ihrer im Leben erreichten moralischen Perfektion.[8]
Nach Palamidessis Vorstellung löst sich der Mensch, der aus einem physischen Körper und verschiedenen feinstofflichen Körpern (Äther-, Astral-, Mental-, Kausalkörper) besteht, als solcher im Moment des Todes auf und die Gesamtheit der feinstofflichen Körper verlässt den physischen Körper. Sobald das bewusste Prinzip, das aus dem Körper heraustritt, das blendend weiße Licht der Auferstehung Christi erkennt und umarmt, rettet es sich selbst, indem es ins Paradies zieht und so dem Kreislauf der Reinkarnationen entkommt. Wenn dieses Erkennen nicht geschieht, überlebt das Bewusstsein in den verschiedenen Ebenen des Jenseits, aber verwirrt, vernebelt, und es befindet sich wie in einer Art Traum[8]. Palamidessi spricht mit einem der tibetischen Literatur entnommenen Ausdruck von einem 'Dämmerzustand', in dem der Verstorbene:
[...] andere reale Seelen und auch halluzinatorische, symbolische Personen und Situationen sieht, die von der Vorstellungskraft des geistigen Verstandes geschaffen werden[8].
Diese Aufenthaltsorte im Jenseits entsprechen dem, was das traditionelle Christentum als 'Hölle', 'Fegefeuer' und 'Paradies' bezeichnet und bilden den 'Zwischenzustand', in dem der Verstorbene ohne jeglichen Bezug umherwandert und sich manchmal wünscht, in den physischen Körper zurückzukehren. Dies ist der Zustand derer, die Hilfe, die geistigen Beistand brauchen. Die Aufforderungen, die man im christlichen Totenbuch findet, sind eine Einladung, das göttliche Licht zu erkennen und sich darin zu fixieren, sich nicht mehr mit der irdischen Persönlichkeit zu identifizieren, mit den psychischen Überresten, die mit ihr verbunden sind und im Jenseits weiterwirken. Die Reise ins Jenseits beinhaltet manchmal Visionen von Dingen, Orten, Menschen und Wesen, die nicht real sind, sondern vom Verstand geschaffene Symbole, Illusionen, die so trügerisch sind, dass sie den Reisenden in gefährliche Abgründe ziehen.
Das persönliche Ich eines jeden Individuums stirbt also auf der Erde, um nach einer Zeit der Abbuße im Jenseits wiedergeboren zu werden und sich in einem kontinuierlichen Prozess des Werdens erneut auf den Weg zu machen zu einer Wiedergeburt auf der Erde; es sei denn, es ist fähig, den Kreislauf der Wiedergeburt zu durchbrechen, d.h. den geschlossenen existentiellen Kreislauf, außerhalb dessen sich das Reich Gottes befindet, zu verlassen.
Spirituelle Askese
Die sieben von der Archeosophie vorgeschlagenen Formen der Askese
Die Archeosophie versteht sich als eine esoterische Lehre christlicher Inspiration, die sich hauptsächlich auf die Askese stützt, die ihr Dreh- und Angelpunkt ist[6]. Palamidessi selbst definiert die Archeosophie in seinen Schriften als eine „Philosophie a posteriori“[11], bei der der theoretische Aspekt immer durch das Experiment bestätigt und bezeugt wird.
Die Askese, kontinuierliche Übung und notwendig, um sich spirituell zu erheben, wird wie folgt definiert:
Jener innere Prozess, jenes Ringen, das die menschliche Person fordert, sich zu vervollkommnen und die Stufen zur Vereinigung mit Gott zu erklimmen.[11]
Die Archeosophie schlägt eine „integrale Askese“ vor, die die körperliche und geistige Verfassung des Menschen gleichermaßen berücksichtigt[6] und eine Reihe von parallelen Wegen unterscheidet, die von Palamidessi synthetisiert in sieben Punkten aufgelistet werden:
Innerhalb dieser Askese bietet die Archeosophie einen Lehrweg aus Praktiken und Übungen an, die verschiedene Techniken beinhalten, darunter die Meditation auf Symbole und die Traumsteuerung, um den Zustand zu erreichen, der als „ewiges Wachen“[6] definiert wird.
Mystische Askese und Kardiognosis
1969 hat Tommaso Palamidessi innerhalb der Archeosophie einen mystischen und asketischen Weg begründet, den er in seinem 11. Heft der Archeosophischen Schriftenreihe dargelegt hat: „Die Mystische Askese und die Herzmeditation“[4]. Das zentrale Thema des Heftes ist die Kardiognosis, d. h. die „Erkenntnis des metaphysischen Herzens“ nach den Techniken und Erfahrungen der großen Heiligen der katholischen Kirche und des orthodoxen Hesychasmus, überarbeitet und wiederbelebt in einer Weise, die der heutigen Gesellschaft entspricht. Da die asketischen und mystischen Techniken im Allgemeinen für Mönche gedacht sind, die von der Welt zurückgezogen leben, so „ist die Situation für die Familienmutter, die mit Kindern und Haushaltspflichten belastet, oft gesundheitlich zerstört und entmutigt ist, anders und sogar dramatisch; ganz anders ist auch der Zustand der Tochter, des Bruders, der Schwester, die für die Bedürfnisse der Familie sorgen; ganz anders als der des Mönchs ist der Zustand des Familienvaters, sei er Arbeiter, Bauer, Angestellter, Selbständiger; ganz anders ist der Zustand der Studenten und Soldaten in der modernen Zeit“[14]. Vor dem Hintergrund dieser Idee stellt Palamidessi die archeosophischen Techniken zur Erlangung der Kardiognosis vor, „um die ersten erbaulichen Begegnungen mit dem 'Inneren Licht' und den ersten wirklichen Dialog mit der Weisheit im Geheimen des eigenen Herzens zu erleben“, nach einer Erfahrung, die „so wunderbar“ ist, „dass sie uns vermuten lassen kann, dass wir nichts anderes mehr brauchen“[14].
Die künstlerische Askese
In ihrem integralen System setzt die Archeosophie auch die Kunst als eine Form und einen Weg der Askese ein. Nach Palamidessi ist Kunst die „Darstellung der äußeren Wirklichkeit der Dinge, die zur mineralischen, pflanzlichen, tierischen und menschlichen Welt gehören, verklärt in Schönheit durch das Genie des Künstlers“. Durch die Kunst kann der Asket die Welt neu erschaffen. Auf diese Weise übt der Künstler eine kreative Eigenschaft aus, eine relative Schöpfung im Vergleich zur absoluten Schöpfung des Schöpfers. Wenn der Künstler auf seiner mystischen Suche der Kontemplation des Wahren die innere spirituelle Wahrheit durchscheinen zu lassen weiß, dann wird eine solche künstlerische Arbeit ein Element der Annäherung an Gott darstellen[6]:
Kunst ist eine unbewusste Suche nach dem höchsten Künstler, von dem die wunderbaren Bilder der Natur, der Galaxien, der Sonnensysteme, des Spiels der Energien, der Manifestation des mineralischen, pflanzlichen, tierischen, menschlichen, übermenschlichen Lebens immer ausgegangen sind. Der Künstler sucht Gott, weil er intuitiv erfasst, dass er eine gewisse Verwandtschaft mit ihm hat, und deshalb trägt er das im Geist eingeprägte Bild weiter.[30]
Bei seiner kreativen Tätigkeit formt der Künstler ein inneres Bild, das dann in der physischen Umsetzung seiner Arbeit zum Leben erwacht. Die Qualitäten des Werkes sind völlig abhängig von den Neigungen des Autors, d. h. von seiner geistigen Entwicklung:
Die Kunst ist hochwertig und vollkommen in einem superlativen Sinn, wenn sie nicht nur die physischen Bedürfnisse des ästhetischen Sinnes, die Gesetze der formalen Schönheit, die getreue Darstellung der äußeren Realität und des Lebens und die Bedürfnisse der Menschheit befriedigt, sondern die innere geistige Wahrheit, die nicht offensichtliche Realität der Dinge, die tiefere Wirklichkeit, die in der Welt ausgedrückte Freude des Schöpfergottes, seine Schönheit und seinen anziehenden Zauber, die Manifestation der göttlichen Kraft und Energie in der Schöpfung der Welt der Phänomene ausdrückt.[30]
Ikonographie
Der Tradition nach ist die Herstellung einer Ikone viel mehr als die Herstellung eines Gemäldes. Wird das traditionelle Verfahren befolgt, offenbart sich die Ikone als ein mächtiges asketisches Werkzeug.
(Die Ikone ist) ein kostbares Instrument der sakralen Kunst, das der Askese dient: ihre symbolischen Farben und ihr bildlicher Kanon bilden eine ästhetische Wissenschaft zur Selbstüberwindung und vollkommenen Nachahmung Christi.[30]
Die Wirksamkeit bei der Realisierung der Ikone für asketische und liturgische Zwecke erfordert, dass sich der Maler in einem Zustand der 'Heiligkeit' befindet, um dem Bild seine psychische Aufladung übertragen zu können. Auf diese Weise wirkt die Ikone genau wie ein Spiegel, der die Energie des Asketen, der sie in einem Zustand der Empfänglichkeit für das Göttliche anfertigte, absorbiert und sie dann an den Betrachter zurück reflektiert, der innehält, um sie zu bewundern oder darüber zu meditieren.[6] Zusätzlich zu dieser grundlegenden Bedingung besteht die Notwendigkeit, Gesetze in Bezug auf die Farben und die heilige Geometrie zu befolgen, die auf unveränderlichen Prinzipien beruhen und im ästhetischen Kanon der orthodoxen Ikonographie zu finden sind. Indem die Ikone einer besonderen liturgischen Weihe unterzogen wird und so die „göttlichen unerschaffenen Energien“ in sie eindringen können, wird sie zu einem „zeitlichen Spiegel der Ewigkeit“, zu einem theophanischen Gefäß der göttlichen Gegenwart. Die Askese der Herstellung und der Meditation von Ikonen wird 'Ikonognosis' genannt und entspricht dem westlichen Äquivalent der Methode des Mandalas:[6]
Die Ikone hat eine didaktische Funktion, sie ist eine ständige Erinnerung an Gott, an seine Energien, an Christus, an den Heiligen Geist, an die Jungfrau, an Sophia, und an den Wunsch, sie nachzuahmen. Ihre Symbole zu fixieren bedeutet, mit ihren Archetypen in Resonanz zu treten und ihre segensreichen Einflüsse zu empfangen [...]. Die Ikone kann als eine Burg der Meditation betrachtet werden, ein magischer Kreis, ein mächtiges Mittel, auf das man seinen physischen Blick und sein geistiges Auge fixieren kann, um sich von der profanen Welt zu isolieren und in die heilige Welt einzutreten.[30]
Musik und Melurgie
Die Kunst der Musik, in der richtigen Weise eingesetzt, kann auch das mystische und initiatische Erwachen des Asketen unterstützen.
Noten, melodische Kompositionen und Akkorde sollen die sieben psychischen Zentren, welche weitgeöffnete Augen und lauschende Ohren sind, um die übersinnlichen Welten zu sehen und die Stimmen der Heiligen zu hören, zum Erwachen anregen.[31]
Diese Art der Arbeit wird durch die „Melurgie“ gefördert, eine Methode, die bereits zur Zeit der vorchristlichen und christlichen Mysterienschulen bekannt war und praktiziert wurde. Sie basiert auf esoterischen Prämissen, insbesondere auf dem Wissen um mikro-makrokosmische Wechselwirkungen[6].
Die Melurgie geht über den gewöhnlichen religiösen Gesang hinaus, wie perfekt er auch sein mag [...]. Die Melurgie ist archeosophisch und als solche Musik esoterisch, das heißt sie kennt und erweckt die Beziehungen zwischen den modulierten und harmonisierten Klängen der diatonischen Tonleiter und den verschiedenen geheimen Teilen des Menschen, von seinen körperlichen Organen, der Haut, dem Atem bis zu den feinstofflichen Energiekörpern [...], wie dem Ätherkörper, dem Emotionalkörper, dem Mentalkörper bis zum Ich (Ego), das aus Seele, Eros und Geist besteht, sowie den sieben wesentlichen Zentren des Kausalkörpers, dem Instrument des Ichs (Ego). Die Melurgie wirkt, wenn der Mensch sich zurückzieht und bei ihrem Erklingen im Geheimen zum Vater im Himmel betet. Dabei korrigiert der melodische Klang die Dissonanzen zwischen ihm und dem Archetypus der Menschheit, welche erlöst wurde durch das Opfer des Gott-Menschen, dem Archetypus oder Weltseele, Sophia, der geschaffenen Weisheit.[6]
Gemäß der Archeosophie ist mittels der melurgischen Arbeit die Abstimmung auf die kosmische Oktave notwendig, mit der sich die menschliche Seele im Wissen um die unsichtbaren Verbindungen zwischen den Klängen und den verschiedenen Ebenen der Realität in Einklang bringen soll.
Definitionen der Archeosophie
Tommaso Palamidessi (1915-1983)
aus: Tommaso Palamidessi: Archaische Tradition und Grundlagen der archeosophischen Initiation, 1968
Archeosophie ist integrales Wissen, sie ist archaische Weisheit oder mit anderen Worten die 'Wissenschaft der Prinzipien' sie leitet sich von den griechischen Worten archè, 'Prinzip', und sofìa, 'Weisheit', ab.
Die Archeosophie ermöglicht durch die Entwicklung neuer als geistig definierter Sinne im Menschen die Erkenntnis der höheren Welten.
Die Archeosophen bilden in der modernen Welt der wissenschaftlichen, philosophischen, religiösen, künstlerischen, politischen und philologischen Kultur eine freie und freiwillige Bruderschaft von Menschen verschiedenen Geschlechts, die das Leben des Geistes in sich selbst und in der Gesellschaft kultivieren wollen, und zwar auf der Grundlage einer integralen Kenntnis der physischen und geistigen Welt.
Die Archeosophie war und ist, bevor sie zu einer Lehre wurde, eine Erfahrung, die durch die Praxis zahlreicher Formen der Askese auf die ersten Prinzipien zurückführt [...]. Eine der Erfahrungen dieser Askese ist der freiwillige Scheintod, die Dissoziation oder das Heraustreten des energetischen Menschen aus dem physischen Körper, um die verschiedenen Ebenen oder Welten und ihre Hüter und Bewohner zu besuchen, zu erforschen und bewussten Kontakt mit ihnen aufzunehmen: eine Dissoziation oder eine Hin- und Rückreise bei vollem Bewusstsein.
Die Archeosophie ist daher eine Philosophie a posteriori, denn die ihren Gruppen angehörenden Experimentatoren haben die wahren psychobiophysischen und spirituellen Methoden entdeckt und erlernt, um die Stufen der verschiedenen und zahlreichen Initiationen eine nach der anderen zu durchlaufen.
Werke des Autors: 'Hefte der Archeosophischen Schriftenreihe'
Originaltitel
Deutsch
Tradizione arcaica e fondamenti dell’iniziazione Archeosofica, 29 settembre 1968;
Die archaische Tradition und die Grundlagen der archesophischen Initiation
L‘iniziazione per la donna e l’adeptato femminile, 26 ottobre 1968;
Die Initiation für die Frau und das weibliche Adeptat
Gli scopi dell’Ordine iniziatico Loto+Croce, 22 maggio 1969;
Die Ziele des initiatischen Ordens Lotus+Kreuz
Introduzione ai Misteri Maggiori e Minori, 6 aprile 1969;
Einführung in die kleineren und größeren Mysterien
La memoria delle vite passate e sua tecnica, 4 ottobre 1968;
Die Erinnerung an vergangene Leben und ihre Technik
Come sdoppiarsi e viaggiare nei mondi soprasensibili, 1969;
Wie man aus dem Körper heraustritt und in den übersinnlichen Welten reist
Diventare medium ad alto livello ultrafanico, 16 febbraio 1969;
Medium werden auf hoher ultraphanischer Ebene
La costituzione occulta dell’uomo e della donna, 16 febbraio 1969 [1979];
Die okkulte Beschaffenheit des Mannes und der Frau
Guida all’astrazione, concentrazione e meditazione, 7 novembre 1969;
Anleitung zur Abstraktion, Konzentration und Meditation
I guardiani delle soglie e il cammino evolutivo, 15 novembre 1969;
Die Hüter der Schwellen und der evolutionäre Weg
L’ascesi mistica e la meditazione sul cuore, 1 novembre 1969;
Die mystische Askese und die Herzmeditation
La meditazione sulla sfera sessuale e l’ascesi, 3 novembre 1970
Die Meditation über die sexuelle Sphäre und die Askese
Dinamica respiratoria e l’ascesi spirituale, 16 febbraio 1979;
Atemdynamik und spirituelle Askese
La via dei simboli e la trasmutazione spirituale, 6 agosto 1978;
Der Weg der Symbole und die spirituelle Umwandlung
Risveglio e sviluppo dei centri di forza (I-II), s.d. 31 marzo 1974;
Erweckung und Entwicklung der Kraftzentren
Educazione fisica e ginnastica psicosomatica, s.d.;
Sport und psychosomatische Gymnastik
Regime alimentare e dietetica dell’iniziato, 7 marzo 1980
Ernährungsweise und Diätetik des Eingeweihten
Esperienza Misterica del santo Graal, 16 ottobre 1970
Mysterienerfahrung des Heiligen Grals
Il problema esoterico dei sessi, il matrimonio ed i figli, 28 maggio 1972;
Das esoterische Problem der Geschlechter, die Ehe und die Kinder
Le basi dell’astrologia iniziatica personale, 15 settembre 1975;
Die Grundlagen der persönlichen initiatischen Astrologie
Elementi della tradizione kabbalistica, s. d.;
Elemente der kabbalistischen Tradition
Alchimia teorica e pratica ermetica, s.d.;
Theoretische Alchemie und praktische Hermetik
L’ascesi artistica i colori e la pittura, (I-IV), s.d. 1971;
Die künstlerische Askese, die Farben und die Malerei (I-IV)
Il canto, la poesia, la melurgia, la danza e la catarsi
(Trattato di musica e melurgia Archeosofica), s. d.;
Der Gesang, die Poesie, die Melurgie, der Tanz und die Katharsis
(Abhandlung zur Archesophischen Musik und Melurgie)
Lingue sacre, grammatica jeratica e parole teurgiche, s.d.;
Heilige Sprachen, hieratische Grammatik und theurgische Worte
La spiritualità dei numeri sacri, 22 agosto 1982;
Die Spiritualität der Heiligen Zahlen
Storia del cristianesimo esoterico, s.d. 1983;
Die Geschichte des esoterischen Christentums
Commento esoterico ai quattro evangeli, 15 giugno 1972;
Der esoterische Kommentar zu den vier Evangelien
Il labirinto dei sogni e la veglia perenne, 11 giugno 1978;
Das Labyrinth der Träume und das immerwährende Wachen
Dizionario enciclopedico di Archeosofia, 16 febbraio 1979;
Enzyklopädisches Wörterbuch der Archeosophie
Gli esercizi spirituali quotidiani dell’Archeosofo, 6 maggio 1979;
Die täglichen geistigen Übungen des Archeosophen
Piccolo erbario medicinale, 16 febbraio 1979;
Kleines Heilpflanzenbuch
Metapsichica e spiritismo pratico, 27 giugno 1971;
Metaphysik und praktischer Spiritismus
Le meraviglie della radiestesia, 1971;
Die Wunder der Radiästhesie
Il libro cristiano dei morti, s.d. 1967;
Das christliche Totenbuch
Manuale di ipnomagnetismo curativo, 1979;
Handbuch des heilenden Hypnomagnetismus
La trasmutazione del cuore nei santi della chiesa, 24 aprile 1971
Die Transmutation des Herzens bei den Heiligen der Kirche
Bibliografie
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C. Gatto Trocchi: Magia ed esoterismo in Italia, Milano: Mondadori, 1990, S. 142–145.
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Introvigne, Massimo, PierLuigi Zoccatelli (Hrsg.): Associazione Archeosofica, in: Enciclopedia delle religioni in Italia, Torino: Elledici, 2013, S. 978–980.
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Zoccatelli, PierLuigi: Tommaso Palamidessi, l'Archeosofia, e lo studio dell'esoterismo, in: The Journal of CESNUR, Volume 4, Issue 1 January-February 2020 zum Artikel.
Lullo, Virginia: Tommaso Palamidessi (1915-1983).Cenni biografici e opere del fondatore dell'Archeosofia, in: The Journal of CESNUR, Volume 4, Issue 1 January-February 2020 zum Artikel.
Corradetti, Daniele: L'Archeosofia e la metafisica sperimentale di Tommaso Palamidessi, ovvero la pratica spirituale, in: The Journal of CESNUR, Volume 4, Issue 1 January-February 2020 zum Artikel.
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↑Palamidessi, T.: Trattato di musica e melurgia arcehosofica, Archeosofica.
Hameed Ali Almaas (von arabisch ألماس 'almas „Diamant“, geb. 1944 als Abdul Hameed Al Ali (arabisch عبدال حميد أل علي) in Kuwait) ist ein kuwaitisch-US-amerikanischer Schriftsteller und spiritueller Lehrer. Er ist das spirituelle Oberhaupt der von ihm gegründeten Ridhwan-Schule. Diese betont das spirituelle Prinzip einer rigorosen (Selbst-)Erforschung (englischinquiry; vergleiche Gnothi seauton). Sein Ansatz zur spirituellen Entwicklung beruht unter anderem auf Erkenntnissen aus der Psychologie und therapeutischen Verfahren und wird als der „Diamantansatz“ (englischDiamond Approach) bezeichnet.
Al Ali studierte zunächst Physik bis zur Promotion, unterbrach diese dann aber für seine Spiritualität. In den 1960er Jahren kam er über das Esalen-Institut in Kontakt zu Claudio Naranjo, der zeitweise sein spiritueller Lehrer war. Wie Naranjo ist er ein Vertreter des Enneagramm.
Leben und Wirken
Al Ali lebte bis zu seinem achtzehnten Lebensjahr in Kuwait. Wo er in einer traditionellen islamischen Familie aufwuchs.[1] Im Alter von 18 Monaten erkrankte er an Kinderlähmung (Poliomyelitis) und nutzt seither eine Gehhilfe zu seiner Fortbewegung.[2] Im Jahre 1963 zog Al Ali in die USA, um an der University of California in Berkeley zu studieren. Al Ali arbeitete an seiner Promotion in der naturwissenschaftlichen Disziplin Physik, als es zu einem Wendepunkt in seiner Biographie kam, der ihn dazu brachte, die psychologischen und spirituellen Aspekte der „menschlichen Natur“ zu hinterfragen. Al Ali gab das Studium auf, denn, so habe er festgestellt, dass ihm die Wissenschaft keine Antworten auf die „tiefen Fragen des Lebens“ böte.
Er besuchte in den späten 60er Jahren einen Workshop am Esalen-Institut in Big Sur, Kalifornien, wo er dann, in der Folge, mit verschiedenen angebotenen Disziplinen in Kontakt kam. Im Jahre 1971 schloss er sich einer bestehenden Gruppe an, die vom chilenischen Psychiater Claudio Naranjo in Berkeley unterrichtet wurde. Die Arbeit war eine Mischung aus Körperarbeit, Gestalttherapie, Meditationspraktiken und dem Persönlichkeitstypisierungssystem Enneagramm. Das Esalen-Institut brachte durch seinen Versuch eine Verbindung zwischen den östlichen und westlichen Philosophien und Denkschulen zu errichten sowie seinen experimentellen und didaktischen Workshops einen stetigen Zustrom von interessierten und inspirierten Philosophen, Psychologen, Künstlern und religiösen Denkern hervor.[3]
Struktur der Wirklichkeit, „Diamond Approach“
Almaas anhaltendes Interesse an den psychologischen und spirituellen Aspekten im menschlichen Leben und der „wahren Natur der Realität“ führte ihn, mit weiteren Akteuren, zur Schaffung und Entwicklung des „Diamond Approach“ (deutsch „diamantener Ansatz“).[4] Karen Johnson, Linda Krier und Faisal Muqaddam (* 1946) u. a. m. waren Mitgestalter aus dieser Zeit.[5]
Der Diamond Approach verwendet Methoden, die seine Gründer von Claudio Naranjo gelernt hatten. Claudio Naranjo war ein Schüler von Oscar Ichazo, brachte einen Teil von Ichazos Lehren in eine breitere Leserschaft.
Der „Diamant-Ansatz“ folgt einem synkretistischen Ansatz, in ihm wird die Wirklichkeit aus drei Elementen bestehend betrachtet:
Göttliche/Sein/Geist,
Seele/Selbst und
Welt/Kosmos.
Das „Sein“ wird als die innere Quelle und wahre Natur der Wirklichkeit verstanden, die im Mittelpunkt der großen spirituellen Traditionen des Ostens und des Westens steht und als Dharmakaya, Shunyata, Brahman oder Tao bekannt ist.
Das „Sein“ wird als aus fünf gleichzeitig entstehenden „grenzenlosen Dimensionen“ bestehend verstanden: „göttliche Liebe“, „reine Präsenz“, „nicht-konzeptuelles Bewusstsein“, der „Logos“ und das „Absolute“.[6]
Unter „Seele“ wird das individuelle Bewusstsein verstanden, das die Welt mit dem Sein verbindet, eine Idee, die in der alten chinesischen Philosophie zu finden ist. Der „Diamond Approach“ geht davon aus, dass die Seele als lebendige Präsenz erfahren werden kann, die die Gedanken, Gefühle und Empfindungen enthält, die üblicherweise als unser „Selbst“ bezeichnet werden.
Unter „Welt“ wird die äußere Manifestation der Wirklichkeit verstanden, die Vielzahl der physischen Formen, die allen Menschen vertraut sind.
„Essenz“ und ihre Aspekte
Während die meisten spirituellen Wege das Sein als universell begreifen, widmet sich der Diamant-Ansatz, auf eine individuelleren Art der „Seinserfahrung“ große Aufmerksamkeit, die auch als „Essenz“ bezeichnet wird. Das „Konzept der Essenz“ ähnelt der hinduistischen Idee des Atman. Während das Sein die wahre Natur der gesamten Realität ist, ist die „Essenz“ der Teil davon, der die wahre und persönliche Natur der Seele bildet. Sie soll als substantielle, fließende Präsenz erfahrbar sein, die sich in verschiedene Qualitäten oder Aspekte differenzieren kann, wie etwa Mitgefühl, Stärke, Wille, Freude, Frieden, Liebe, Wert, Menschlichkeit, Persönlichkeit, Identität und Raum.[7]
Theorie der „Löcher“
Während sich die „Seele“ entwickelt, stünde sie vor einer doppelten Herausforderung: Sie müsse lernen, in der Welt zu funktionieren und gleichzeitig mit dem Geist verbunden zu bleiben. Aus verschiedenen Gründen, einige davon sind angeboren, andere umweltbedingt, entfremde sich der Mensch langsam von seiner „Essenz“ insbesondere durch die Entwicklung fester Wahrnehmungs- und Verhaltensmuster, die gemeinhin als Persönlichkeit oder Ego bezeichnet werden. Jedes dieser Muster oder Ego-Strukturen trenne den Menschen von einem bestimmten wesentlichen Aspekt. Mit anderen Worten, es ist um das „Loch“ (englischtheory of holes) dieses Aspekts herum aufgebaut. Indem der Aspirant seine Struktur sowohl kognitiv als auch erfahrungsmäßig erforscht, würde er schließlich mit dem „Loch“ konfrontiert werden und indem er hindurchginge, würde der verlorene Aspekt zurückgewonnen werden.[8]
Präsenz und Untersuchung des Selbst
Die als „Präsenz“ (englischpresence) bezeichnete Praxis basiert auf zwei Methoden: Der Aspirant lernt, seinen Körper (vor allem Arme und Beine) kontinuierlich zu spüren und konzentriert seine Aufmerksamkeit regelmäßig auf einen Punkt im Bauch, der als „Kath-Zentrum“ bezeichnet wird (in der chinesischen Philosophie als Dantian und in der japanischen Kultur als Hara bekannt). Diese Methoden sollen der Person helfen, sich stärker im Körper und in der physischen Realität zu verankern und mit der Zeit auch die Fähigkeit zu entwickeln, sich selbst als Präsenz der „Essenz“ zu erfahren.
Der „Diamond-Ansatz“ konzentriert sich auf die Praxis der „Untersuchung des Selbst“ (englischinquiry‚Untersuchung‘ ‚Befragung‘ ‚Ermittlung‘), der Erfahrung und der Wahrnehmung. „Inquiry“ beantwortet die von Sokrates gestellte Frage: „Wie wird das, worüber man nichts weiß, zum Gegenstand seiner Untersuchung gestellt?“ (Platon, Apologie des Sokrates 23b, 29b). Der Aspirant beginnt mit dem Wunsch, es herauszufinden, indem man eine Frage lebt, während man Vorurteile, Voraussetzungen und Erwartungen hinsichtlich der Art dessen, was man lernen kann, erkennt und sich stattdessen auf seine unmittelbare oder gegenwärtige Erfahrung konzentriert. Obwohl in den Texten Almaas nicht explizit darauf hingewiesen wird, ähnelt die Technik des „Inquiry“ der Praxis von Edmund Husserls „transzendentaler phänomenologischer Reduktion oder Epoche“ oder der psychodynamischer Erforschung von Sigmund Freud. Wobei das „Inquiry“ als Untersuchungsprozess über die bloße Versprachlichung hinausgeht. Ein wichtiges Aspekt des „Inquiry“ besteht darin, dass der Aspirant lernt, sich sowohl des Inhalts der Erfahrung (Emotionen, Gedanken, Empfindungen) als auch der Einstellungen und Reaktionen darauf bewusst zu werden. Auf diese Weise würde die Subjekt-Objekt-Dichotomie überwunden werden und der Aspirant lernte, mit sich selbst in Beziehung zu treten, ohne innere Spaltungen erzeugen zu müssen.
Beim Praktizieren des „Inquiries“ geht es darum, der Wahrheit der inneren Welt mit freundlicher Neugier und Interesse auf eine unmittelbar erfahrbare Weise zu erkunden.
In der zentralen Übung verwendet der Aspirant verschiedene Meditationspraktiken und beginnt mit einer Konzentrationsmeditation, um dauerhaft mit seiner inneren Welt in Austausch treten zu können.
Ridhwan-Schule
Die Ridhwan-Schule ist ein lockerer Zusammenschluss spiritueller Gruppen, die 1976 von Almaas gegründet wurden. Die Schule widmet sich der Lehre des Diamond Approach. Sie hat ihren Sitz hauptsächlich in Berkeley, Kalifornien und Boulder, Colorado, mit weiteren Gruppen in ganz Nordamerika und in Teilen Europas und Australiens. Almaas ist das spirituelle Oberhaupt der Schule und die einzelnen Gruppen werden von qualifizierten Ridhwan-Lehrern unterrichtet. Der Name der Schule leitet sich vom arabischen Wort für „Zufriedenheit“ (arabisch إشباع 'iishbae) ab:
Ridhwan ist eine Art Zufriedenheit, die entstünde, wenn der Mensch befreit ist. Die Persönlichkeit würde einen Zustand der Zufriedenheit erreichen, wenn sie frei wäre. Damit würde die Persönlichkeit selbst frei von Leiden und Konflikten werden.
Die Schule lehnt dabei „schnelle Lösungen“ und Abschlüsse ab und die Aspiranten oder Schüler sind für einen unbestimmten Zeitraum mit Lernen und innerer Arbeit beschäftigt. Während einige „innere Arbeit“ (oder „spirituelle Arbeit“) als Therapie bezeichnen, macht Almaas mehrere wichtige Unterscheidungen zwischen Therapie und spiritueller Arbeit.[9]
Rezensionen
Mit den Arbeiten von Almaas setzten sich weitere spirituellen Lehrer und Forscher wie u. a. John Welwood, Gabor Maté, Jack Kornfield und Ken Wilber auseinander.[10]
Werke (Auswahl)
The Elixir of Enlightenment. Red Wheel Weiser, Newburyport, Massachusetts 1984, ISBN 978-0-87728-613-4.
Essence: The Diamond Approach to Inner Realization. Red Wheel Weiser, Newburyport, Massachusetts 1986, ISBN 0-87728-627-2.
Essence with The Elixir of Enlightenment: The Diamond Approach to Inner Realization. Weiser Books, Newburyport, Massachusetts 1998, ISBN 1-57863-044-4.
Facets of Unity: The Enneagram of Holy Ideas. Shambhala Publications, Boulder, Colorado 2000, ISBN 978-0-936713-14-4.
Luminous Night's Journey: An Autobiographical Fragment. Shambhala Publications, Boulder, Colorado 2000, ISBN 978-0-936713-08-3.
The Inner Journey Home: Soul's Realization of the Unity of Reality. Shambhala Publications, Boulder, Colorado 2004, ISBN 978-1-59030-109-8.
Runaway Realization. Shambhala Publications, Boulder, Colorado 2014, ISBN 978-1-61180-202-3.
The Alchemy of Freedom. Shambhala Publications, Boulder, Colorado 2017, ISBN 978-1-61180-446-1.
Keys to the Enneagram: How to Unlock the Highest Potential of Every Personality Type. Shambhala Publications, Boulder, Colorado 2021, ISBN 978-1-61180-943-5.
zusammen mit Karen Johnson: The Power of Divine Eros. Shambhala Publications, 2013, ISBN 978-1-61180-083-8.
deutsche Übersetzungen (Auswahl)
Enneagramm – Der Schlüssel zum Erwachen. J. Kamphausen Verlag, Bielefeld 2023, ISBN 978-3-95883-598-6.
Forschungsreise ins innere Universum. Arbor Verlag, Freiburg 2021, ISBN 978-3-86781-150-7.
In die Tiefe des Seins. Aurum Verlag, Bielefeld 2017, ISBN 978-3-89901-274-3.
Das Elixier der Erleuchtung. Arbor-Verlag, Freiamt 2007, ISBN 978-3-936855-63-0.
Facetten der Einheit. J. Kamphausen, Bielefeld 2004, ISBN 978-3-933496-85-0.
Literatur
John V. Davis: Ecopsychology, transpersonal psychology, and nonduality. International Journal of Transpersonal Studies (2011) 30(1-2), 137–147, doi.org/10.24972/ijts.2011.30.1-2.137
Kelley Parke: Internal Family Systems and the Diamond Approach: A Dialogical Comparative Analysis. California Institute of Integral Studies, 2018
John V. Davis: The Diamond Approach: An Introduction to the Teachings of A. H. Almaas. Publications, Boulder, Colorado 2021, ISBN 978-1-61180-904-6
deutsche Ausgaben
John V. Davis: Liebe zur Wahrheit. Eine moderne Weisheitsschule: Der Diamond Approach von A. H. Almaas. Kamphausen, Bielefeld 2002, ISBN 978-3-933496-65-2
Gary Nixon, Brian Theriault: Nondual Psychotherapy and Second Stage Sexual Addictions Recovery: Transforming “Master of the Universe” Narcissism into Nondual Being. Int J Ment Health Addiction (2012) 10:368–385 DOI:10.1007/s11469-011-9366-x
132: A.H. Almaas. 28. Juni 2016, The One You Feed, Practical Wisdom For A Better Life, auf oneyoufeed.net [7]
Fotografien von A.H. Almaas, auf coachesrising.com [8]; [9]
Einzelnachweise
↑Richard Smoley: The Diamond Approach: The Gnosis Interview with A.H. Almaas. Gnosis Magazine, Fall 1992, auf diamondapproach.org [1]
↑Tony Schwartz: Uncovering The Essential Self. New Age Journal. (Mai/Juni 1995), auf diamondapproach.org [2]
↑Jeffrey Kripal, Glenn W. Shuck (Hrsg.): On The Edge Of The Future: Esalen And The Evolution Of American Culture. Indiana University Press, 2005, ISBN 0-253-21759-8.
↑Tony Schwartz: Uncovering The Essential Self. New Age Journal. (Mai/Juni 1995), auf diamondapproach.org [3]
Der Antike Orden der Bruderschaft der Freigärtner oder ursprünglich ye Fraternitie of Gardiners East Lothian, wie sie sich im ältesten Protokoll vom 16. August 1676 nennt, wurde in Haddington gegründet. Sie ist ein brüderlicher Zusammenschluss, der sich von Schottland nach England, Irland und in die britischen Kolonien ausgebreitet hat. Die modernen Freigärtner aus Schottland sind nicht mit den preußischen Freigärtnern zu verwechseln.
Die Freigärtnerlogen existierten parallel zur Freimaurerei. Die moderne Freigärtnerei (1676) ist älter als die moderne Freimaurerei (1717). Sowohl die Freimaurerlogen als auch die Freigärtnerlogen enthielten von Beginn an Klauseln, die es Berufsfremden und Nichthandwerkern ermöglichten, Mitglied zu werden. Diese Mitglieder bezeichnete man entweder als spekulative Mitglieder oder als Gentlemen-Mitglieder.
Bei den Freigärtnern war zudem klar geregelt, dass der Mitgliedsbeitrag für Berufsgärtner niedriger als der Beitrag aller anderen Berufsgruppen und Nichthandwerker zu sein hatte.[1] Sie waren im Wesentlichen demokratisch organisiert.[2] Die Logenkasse (Box genannt), in der sich Logengelder und Logenpapiere befanden, wurde einer regelmäßigen und akribischen Prüfung unterzogen.[3]
Geschichte
17. Jahrhundert
Der Wunsch der schottischen Freigärtner des 17. Jahrhunderts, sich zu organisieren, scheint hauptsächlich mit dem wachsenden Interesse des lokalen Adels an der Renaissance und an Landschaftsgärten zusammenzufallen, der den Bedarf an Berufsgärtnern zunehmen ließ.[4] Die meisten frühen Regeln befassen sich mit den praktischen Aspekten der Gartenarbeit, sowie mit der Streuung von Informationen innerhalb der Freigärtnerlogen bezüglich spekulativ-spirituellem sowie fachlichem Wissen. Einige soziale Regeln sehen unter anderem vor, wie Spenden und Geldbeiträge verwendet werden sollen, um z. B. notleidenden Witwen, Waisen und Armen zu helfen. Die 15 Pflichten (Interjunctions[5] genannt), die dem Protokoll von 1676 beigefügt sind, zeigen außerdem, dass sehr viel Wert auf gutes Betragen, Benehmen und gute Sitten gelegt wird.
18. Jahrhundert
Um 1715 wurde in Dunfermline eine zweite Freigärtnerloge gegründet, die von zwei Mitgliedern der örtlichen Aristokratie, dem Earl of Moray und dem Marquess of Tweeddale, stark gefördert und unterstützt wurde. Ihre veröffentlichte Chronik enthielt eine Mitgliederliste, in der ein Duke, ein Marquess, sechs Earls, sieben Lords, acht Ritter und Hunderte von Offizieren, Ministern, Anwälten und anderen Landbesitzern und Lairds aufgelistet waren.[6]
Die beiden Mutterlogen in Haddington und Dunfermline erweiterten ihren Rekrutierungsbereich erheblich, aber ohne die Gründung neuer Freigärtnerlogen. Erst 1796 wurden drei neue Freigärtnerlogen gestiftet: in Arbroath, Bothwell und Cumbnathan.
19. Jahrhundert
Es gab mehrere Bestrebungen, sich stadtübergreifend zusammenzuschließen; jedoch blieben einige der älteren Freigärtnerlogen bewusst unabhängig. Zu einer gemeinsamen Verwaltung oder zu einer Großloge der Freigärtner kam es erst 1849 in Penicuik.[7] Es wurden drei Freigärtnerlogen in den USA gegründet: die Ash-Loge in New Jersey, die First-Thistle-Loge in New York und die Lonaconing-Thistle-Loge in Maryland. Die Freigärtner dehnten sich von Schottland in die ehemaligen Kolonien aus.
Mitte des 19. Jahrhunderts zählte die Freigärtner-Bruderschaft Tausende von Mitgliedern. Auf dem Höhepunkt gab es allein in der Region Lothian über 10.000 Freigärtner, die mehr als 50 Freigärtnerlogen angehörten. Nur zum Vergleich: Lothian ist ein Gebiet südlich von Edinburgh von 1.725 km² Größe, d. h. ein Gebiet, das halb so groß ist wie die Insel Mallorca.[8]
20. Jahrhundert
Im 20. Jahrhundert fielen die meisten Mitglieder den beiden Weltkriegen zum Opfer. Die Gesamtmitgliederzahlen waren schließlich zu gering, um zu überleben.
1911 wurde zudem in Großbritannien ein nationales Gesetz eingeführt, das den Staat zur Sozialversorgung seiner Bürger verpflichtete. Daraufhin trafen sich im gleichen Jahr die Großloge und einige unabhängige Freigärtnerlogen. 1939 wurde das Protokoll der Haddington-Freigärtnerloge ausgesetzt, zum ersten und einzigen Mal in ihrer Geschichte. Trotz der Rekrutierung neuer Mitglieder erklärten die Haddington-Freigärtner am 22. Februar 1953 ihre Auflösung.[9]
1956 wurde schließlich der Stammsitz der schottischen Großloge von Penicuik in Schottland nach Kapstadt in Südafrika verlegt. Ende der 1960er Jahre waren die Freigärtnerlogen in Großbritannien als Organisation nahezu ausgestorben. Außerhalb der britischen Inseln – besonders in Südafrika und Australien – existierte und florierte die organisierte Freigärtnerei aber weiter.
21. Jahrhundert
In Australien schlossen sich 1866 die Freigärtnerlogen zum Grand United Order of Free Gardeners zusammen. Über 140 Jahre lang blühten und gediehen sie auf dem australischen Kontinent. Jedoch traf sie 2006 ein bitterer Schicksalsschlag. Aus einem Bericht der Australian Prudential Regulatory Authority (APRA) vom September des Jahres 2006 geht hervor, dass festgestellt wurde, dass die Standards für Genossenschaften nicht mehr mit dem alten Steuerrecht vereinbar waren.[10] Es waren schließlich die gleichen Gründe, die bereits ein halbes Jahrhundert zuvor zum Niedergang der Freigärtnerei in Großbritannien geführt hatten. Dennoch waren sie für eine Wiederbelebung der Freigärtnerei in Großbritannien mitverantwortlich, denn sie hatten sich vier Jahre zuvor auf Spurensuche nach ihren eigenen Ursprüngen nach Schottland begeben.
Zwischen den Jahren 2000 und 2002 unternahmen Freigärtner aus Südafrika und Australien den Schritt, die Freigärtner-Bruderschaft in Schottland wiederzubeleben. Glücklicherweise trafen sie auf ehemalige Freigärtner. 2002 etablierten schottische, englische, australische und südafrikanische Freigärtner eine Stiftung zur Förderung und Wiederbelebung der Freigärtnerei in Großbritannien. Ziel der Stiftung ist es, die Wiederbelebung und Bewahrung der Freigärtnerei sowie ihrer Zeremonien, spekulativen Erkenntnisse, Geheimnisse, ihres spirituellen Wissens und ihres Brauchtums.
Freigärtnerei heute
Die Freigärtnerloge The Countess of Elgin trug die Matrikelnummer 105 der alten Großloge (1849). Daraufhin erhielt sie die Matrikelnummer 3, denn sie gehörte zu den drei Gründerlogen der neuen Großloge, die sich aus der alten herausgebildet hatte und heute gemeinhin New Order 2002 genannt wird. Die drei Gründerlogen des New Order 2002 sind Caledonian Thistle Lodge No. 1 (2002/Edinburgh), Cianalas Lodge No. 2 (2002/Brora) und The Countess of Elgin Lodge No. 3 (2002/Kirkcaldy). Die neue Großloge hat bis heute 33 Freigärtnerlogen gegründet, nämlich in Schottland, England, USA, Wales, Monaco, Frankreich, Australien, Spanien, Belgien und auf den Philippinen sowie in Deutschland.[11]
Am 17. März 2020 wurde in Schwetzingen die Freigärtnerloge Carl Theodor zum goldenen Garten e. V. gegründet. Sie ist die allererste Freigärtnerloge Deutschlands. Sie ist gemeinnützig, im Vereinsregister eingetragen und steht mit der ältesten schottischen Tradition der Freigärtnerei von 1676 in direkter Verbindung. Sie erhielt von der neuen Großloge die Matrikelnummer 30.[12]
Die erste Freigärtner-Großloge[13] wurde am 14. Mai 2023 in Schwetzingen gegründet und am 10. November 2023 deren Groß-Bewahrer installiert. Traditionsgemäß sind dies immer acht Bewahrer in den Einzellogen und acht Groß-Bewahrer in der Großloge. Dabei versteht sich aber die Freigärtnerei als ein Orden und in der Großloge verbleibt nur der administrative und repräsentative Charakter der Freigärtnerei.
Geistige Inhalte
Freigärtner sehen unter anderem im Garten einen spirituellen Zugang zu sich selbst. Die Idee der Freigärtner nimmt insbesondere Bezug auf den biblischen Paradiesgarten sowie auf die Pflege des Erdbodens, was metaphorisch mit der Kultivierung des Geistes, der Seele und der Tugenden gleichgesetzt wird. Ihre Haltung entspricht einer tiefen Zuneigung gegenüber dem Schöpfer, der Schöpfung, der Natur und dem Menschen. Die Berufung auf den Paradiesgarten, aber auch auf den Lebensbaum, der mitten im Paradiesgarten steht, stellt eine bewusste Verbindung zur jüdisch-christlichen Mystik, der Kabbala dar.
Die vier Grade der Freigärtner
Die Zeremonien der Freigärtner nehmen Bezug auf die biblische Geschichte des Gartens Eden. Adam wird bei den Freigärtnern als erster Urahn der Freigärtner verehrt. Folglich liegt die Bibel auf dem Altar beim Buch Genesis bei Kapitel 2, Vers 15 aufgeschlagen. Es wird in Deutschland, Kanada, der Schweiz und Australien der vierte Grad bearbeitet und in den drei erstgenannten werden auch Frauen aufgenommen. In Belgien und UK erfolgt allmählich auch eine Öffnung gegenüber Frauen, wobei dort nur drei Grade bearbeitet werden.
1. Grad = Freigärtner-Lehrling
Der erste Grad handelt von der biblischen Geschichte über den Garten Eden und über den Fall des Menschen, der zur Verbannung aus dem Garten führte.[14]
Es werden zudem die symbolischen Werkzeuge der Freigärtner vorgestellt: Winkelmaß, Zirkel und das Gärtnermesser.
Interessant in diesem Grad ist, dass seine Erkenntnis darin liegt, dass das ursprüngliche Geheimnis der Schöpfung Adam und Eva zugleich anvertraut wurde, was dem Vers 15 des 2. Kapitels der Genesis entspricht. Denn die Trennung des Menschen in Mann und Frau erfolgte später, nämlich erst ab dem Vers 18 ff. des 3. Kapitels.
2. Grad = Freigärtner-Mitbruder
Der zweite Grad schlägt eine Brücke vom Garten Eden zu Noah und seiner Arche. Noah war nach der Sintflut nicht nur der erste Patriarch seiner achtköpfigen Familie, sondern auch der ganzen Menschheit. Er wird darum bei den Freigärtnern als der zweite Urahn der Freigärtner betrachtet.
Die Zeremonie des zweiten Grades führt den Freigärtner auf eine Reise vom Garten Eden über andere Gärten zum Garten Gethsemane. Sie sollen ihm als Vorbilder eines mit der Natur verbundenen Lebens dienen.
3. Grad = Freigärtner-Meister
Der dritte Grad konzentriert sich auf König Salomo, der den Freigärtnern als dritter Urahn der Freigärtner gilt. König Salomo war ein Wissender und Gelehrter, der auch Kenntnis über allerlei Bäume, Sträucher und Pflanzen hatte.[15] Er war nicht nur für den Tempelbau verantwortlich, sondern auch für das Anlegen des königlichen Gartens, aus dem allerlei Räucherwerk, Weihrauch, Harze und Öle für den Tempeldienst gewonnen wurden.
4. Grad = Freigärtner-Alt-Meister
Der vierte Grad konzentriert sich auf Jesus von Nazareth, der den Freigärtnern als der letzte Urahn der Freigärtner gilt. Der Garten Gethsemane wird erneut thematisiert und dort wurde er nach seiner Auferstehung von Maria Magdalena mit dem Gärtner des Gartens verwechselt[16]; was wiederum einen Bezug zum Paradiesgarten[17] setzt, denn der Freigärtner hat den zukünftigen Paradiesgarten in sich selbst anzulegen, d. h. die freigärtnerischen Tugenden in sich zu kultivieren.
Zeremonielle Bekleidung der Freigärtner
Auf dem Schurz sind vier Symbolgruppen angebracht. Auf der überhängenden Lasche befinden sich das allsehende Auge Gottes sowie die drei symbolischen Werkzeuge: Zirkel, Winkelmaß und Gärtnermesser, die im I. Grad näher erläutert werden. Das Auge ist als Symbol der göttlichen Allgegenwart zu verstehen, denn der Glaube an eine göttliche Weltordnung ist eine Voraussetzung für die Aufnahme in die Freigärtnerei. Gott wird unter dem Begriff Des großen Gärtners des Universums verehrt.[18]
Die räumliche Trennung der oberen, ersten Symbolgruppe auf der Lasche vom restlichen Schurz soll auf die Transzendenz des oberen Bereiches hindeuten. Der untere Bereich des Schurzes beherbergt drei Symbolgruppen:
Die vier Buchstaben P, G, H, E,
die vier Buchstaben S, O, N, A und
die Arche Noah, den Regenbogen und die Taube mit dem grünen Olivenzweig im Schnabel.
Die erste Buchstabengruppe auf den Schurzen bezieht sich auf die vier Flüsse, die mitten im Paradiesgarten entspringen: Pischon, Gihon, Hiddekel (Tigris) und Euphrat. Sie können als Hüllworte für die vier Freigärtner-Tugenden interpretiert werden: Liebe, Weisheit, Harmonie und Wahrheit. Denn die vier Flüsse fließen von der Mitte des Paradiesgartens in die Außenwelt und sollen damit die vier Freigärtner-Tugenden in die Welt tragen.
Die nächste Buchstabengruppe S, O, N, A steht für Salomo, Noah und Adam. Ihre Reihenfolge ist nicht chronologisch und der Buchstabe O steht nicht für eine biblische Person, sondern für den Olivenzweig oder den Olivenbaum. Während der biblische Baum der Erkenntnis des Guten und Bösen als Apfelbaum missinterpretiert wurde, wird der zweite Baum mitten im Paradiesgarten zumeist als Olivenbaum gedeutet.[19]
Die Arche Noah, der Regenbogen und die Taube mit dem grünen Olivenzweig im Schnabel bilden die unterste, vierte vierer Symbolgruppe. Die drei Symbole spielen auf drei Stellen des Alten Testaments an und auf die Verheißung einer neuen Weltordnung.[20]
Freigärtnerlogen in Europa, USA und auf den Philippinen
Folgende Freigärtnerlogen existieren seit Gründung der neuen Großloge am 12. Oktober 2002 (genannt New Order 2002) in Europa und in den USA:
Nr. 1 – Caledonian Thistle, Edinburgh (gegründet 2002 in Schottland)
Nr. 2 – Cianalas, Brora (gegründet 2002 in Schottland)
Nr. 3 – The Countess of Elgin, Kirkcaldy bzw. Loge Nr. 105 (gegründet 2002 in Schottland)
Nr. 4 – Adelphi Bluebell, Uddingston (gegründet 2002 in Schottland)
Nr. 5 – Cheshire Bluebell, Cheshire (gegründet 2003 in England)
Nr. 6 – Eden, Leuchars (gegründet 2003 in Schottland)
Nr. 7 – Ayrshire Bluebell, Ayrshire (gegründet 2004 in Schottland)
Nr. 8 – Virginia Bluebell, Strasburg, Virginia (gegründet 2004 in den USA)
Nr. 9 – Spagyria Bluebell, Davisburg, Michigan (gegründet 2010 in den USA)
Nr. 10 – Mormond Hill Bluebell, Strichen (gegründet 2011 in Schottland)
Nr. 11 – Buckeye Bluebell, Ohio (gegründet 2012 in den USA)
Nr. 12 – Spoonwood, Pennsylvania (gegründet 2012 in den USA)
Nr. 13 – Hanging Gardens of Babylon Lodge, London (gegründet 2013 in England)
Nr. 14 – Flower of the Forth Bluebell, Stirling (gegründet 2013 in Schottland)
Nr. 15 – Cenhinen, Wales (gegründet am 18. April 2015 in London)
Nr. 16 – Sorbus Bristoliensis, Bristol (gegründet in Wales)
Nr. 17 – Garden of England, Strood in Kent (gegründet in England)
Nr. 18 – Metatron, Monte Carlo (gegründet in Monaco)
Nr. 19 – St. James Bluebell, Coat Bridge (gegründet in Schottland)
Nr. 20 – English Rose, Essex (gegründet in England)
Nr. 21 – Parc Floral D’Apremont, Paris (gegründet in Frankreich)
Nr. 22 – Sunflower, Brisbane (gegründet in Australia)
Nr. 23 – Jardin de San Pantoleon de Losa, Burgos (gegründet in Spanien)
Nr. 24 – Garden of Eden, Treherbert im Rhonda Valley (gegründet in Wales)
Nr. 25 – Jardin du Moulin de Feline, Lyon (gegründet in Frankreich)
Nr. 26 – Lennox Thistle, Dumbarton (gegründet in Schottland)
Nr. 27 – Fleur de vie, Boussu (gegründet in Belgien)
Nr. 28 – Les Jardins de Gasteiz, (gegründet in Spanien)
Nr. 29 – Sampaguita, Quezon City (gegründet 2020 auf den Philippinen)
Nr. 30/1 – Carl Theodor zum goldenen Garten, Schwetzingen (gegründet 2020 in Deutschland)
Nr. 30/2 – Zum goldenen Olivenzweig (gegründet 30. August 2022 in Zürich, Schweiz)
Nr. 30/3 – Mount of Olives Free Gardeners Lodge (gegründet 2023 in Edmonton, Kanada)
Nr. 31 – Kaningag, Cebu City (gegründet 2020 auf den Philippinen)
Nr. 32 – St. Andrew Bluebell, East Kilbride (gegründet 2020 in Schottland)
Nr. 33 – Ylang-Ylang, Manila (gegründet 2020 auf den Philippinen)
Nr. 35 – Oldrich Oak Lodge, Prag (gegründet in Tschechien)
Nr. 36 – Fleur de Lis, Cainta (gegründet auf den Philippinen)
Nr. 37 – Les Jardins de l’Aljambra, Granada (gegründet in Spanien)
Nr. 38 – Lambago Lodge, Mindanao (gegründet auf den Philippinen)
Nr. 39 – La Vigne et le Ble, Durbuy (gegründet in Belgien)
Nr. 40 – Rose and Bluebell, Sutton, Surrey (gegründet in England)
Nr. 41 – Ordre des Francs Jardiniers de France, Paris (gegründet in Frankreich)
Nr. 42 – I Giardini del Melograno, Pisa (gegründet in Italien)
Nr. 43 – Acacia Lodge, Zamboanga City, Mindanao (gegründet 5. Mai 2022 auf den Philippinen)
Nr. 44 – Car Linnaeus, Stockholm (gegründet 22. April 2023 in Schweden)
Nr. 46 – Mother Ignacia Lodge, Quezon City (gegründet auf den Philippinen)
Literatur
Robert L. D. Cooper. Cracking the Freemason's Code: The Truth About Solomon's Key and the Brotherhood, Rider, 5. Oktober 2006, London, 272 Seiten ISBN 978-1-84604-049-8
Robert L.D. Cooper. The Origin and History of the Order of Free Gardeners, Quatuor Coronati Lodge, No.2076 (2000) ISBN 0-907655-47-5
Robert L. D Cooper. Freemasons, Templars and Gardeners ANZMRC (Melbourne 2005) ISBN 0-9578256-2-5
W. Gow. A Historical Sketch from the Records of the Ancient Society of Gardeners, Dunfermline (1910)
↑ Homepage Freigärtnerloge Carl Theodor zum goldenen Garten e.V. (aufgerufen am 14. April 2020) - Geschichte der Freigärtner
↑Interjunctions for ye Fraternitie of the Gardiners of East Lothian. 16. August 1676.
↑Robert L.D. Cooper. The Origin and History of the Order of Free Gardeners, Quatuor Coronati Lodge, No.2076 (2000). S. 112
↑Cracking the Freemason's Code: The Truth About Solomon's Key and the Brotherhood, Rider, 5. Oktober 2006, London, S. 165.
↑Interjunctions for ye Fraternitie of the Gardiners of East Lothian. 16. August 1676.
↑Cracking the Freemason's Code: The Truth About Solomon's Key and the Brotherhood, Rider, 5. Oktober 2006, London, S. 166.
↑Cracking the Freemason's Code: The Truth About Solomon's Key and the Brotherhood, Rider, 5. Oktober 2006, London, S. 164: By 1849, twenty Lodges were known to exist, and on 6 November 1849 a meeting was held at Lasswade, Midlothian, to which all known Lodges were invited, with the intention of establishing a Grand Lodge.
↑Ende des 19. Jahrhunderts wurden Zweigstellen für Frauen und Jugendliche eröffnet. Ganz ähnlich, wie das bei der Freimaurerei war: Shriners, DeMolay, Eastern Star usw.
↑Cracking the Freemason's Code: The Truth About Solomon's Key and the Brotherhood, Rider, 5. Oktober 2006, London, S. 184: The order could not survive, as the destinies of the Lodges of Dunfermline and Haddington, legally terminated in 1953, prove.
↑vgl. 1. Buch Moses 2,15: Und Gott der HERR nahm den Menschen und setzte ihn in den Garten Eden, dass er ihn baute und bewahrte.
↑vgl. 1. Buch Könige 5,13: Und er redete von Bäumen, von der Zeder an auf dem Libanon bis an Isop, der aus der Wand wächst. Auch redete er von Vieh, von Vögeln, von Gewürm und von Fischen.
↑Der englische Name für Gott lautet The Great Gardener of the Universe, abgekürzt: TGGOTU.
↑vgl. Johannes 20,15: Spricht er zu ihr: Weib, was weinest du? Wen suchest du? Sie meint, es sei der Gärtner, und spricht zu ihm: Herr, hast du ihn weggetragen, so sage mir, wo hast du ihn hin gelegt, so will ich ihn holen.
↑vgl. 1. Buch Moses 7,1-10 (Sintflut), 1. Buch Moses 8,6-12 (Taube mit Ölzweig) und 1. Buch Moses 9,8-17 (Regenbogen).