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Kryptozoologie

Noir24admin Kryptozoologie 21. Juni 2026
Verbreitung angeblicher Sichtungen des Bigfoot im Jahr 2009.

Die Kryptozoologie (altgriechisch κρυπτός kryptós „verborgen, geheim“, ζῷον zóon „Tier, lebendes Wesen“ und λόγος lógos „Lehre“) befasst sich mit Kryptiden, das sind Tierarten, für deren Existenz es nur schwache und zweifelhafte Belege gibt, beispielsweise in Legenden und in der Folklore, aus angeblichen Augenzeugenberichten oder Fußspuren sowie aus (meist verschwommenen) Fotos oder Filmen. Eine Tierart, die angeblich als Fabelwesen verkannt wird, bezeichnen Kryptozoologen als Kryptid und verbinden mit dieser Bezeichnung die Vermutung, dass die Art noch unentdeckt sei.

Von der wissenschaftlichen Zoologie wird die Kryptozoologie als Pseudowissenschaft eingeordnet;[1][2][3] im akademischen Bereich befassen sich Volkskunde und Mythologie mit solchen Wesen.

Namensgebung

Die Bezeichnung Kryptozoologie wurde in den 1940er- und 1950er-Jahren von Ivan T. Sanderson und Bernard Heuvelmans geprägt. Aufgrund seiner zentralen Stellung wird Heuvelmans oft als „Vater der Kryptozoologie“ bezeichnet.[4] Schon vor Verwendung der Bezeichnung Kryptozoologie hatten sich jedoch bereits andere Personen mit dem Thema beschäftigt, beispielsweise Charles Fort.[5]

Die Kryptozoologie unterteilt sich u. a. in die Dracontologie,[6] die sich mit Wasserkryptiden, also Seeungeheuern, beschäftigt (z. B. Ogopogo oder Seeschlange), die Hominologie,[7] die nach Affenmenschen wie Yeti und Orang Pendek sucht, sowie in die Mythologische Kryptozoologie,[8] die über die Entstehungsgeschichte von Fabelwesen spekuliert.

Kryptobotanik,[9] deren Repräsentanten z. B. nach menschenfressenden Pflanzen suchen, und Kryptozoologie werden manchmal als Kryptobiologie[10] zusammengefasst.

Vereinigungen von Kryptozoologen

Die 1982 gegründete und seit etwa 2004 inaktive International Society of Cryptozoology (ISC)[11] setzte sich dafür ein, dass die Kryptozoologie als seriöse Wissenschaft anerkannt würde. Im deutschsprachigen Raum übernahm diese Aufgabe von seiner Gründung 2005 bis zur Auflösung 2008 der Verein für kryptozoologische Forschung. Seit 2016 existiert das Netzwerk für Kryptozoologie in Deutschland (Cryptozoology Network)[12] als loser Zusammenschluss von an wissenschaftlicher Kryptozoologie Interessierten und Autoren. Autoren aus dem Netzwerk geben seit 2021 das Jahrbuch für Kryptozoologie heraus.

Kryptiden

Schematische Darstellung der verschiedenen Formen, in denen das Ungeheuer von Loch Ness gesichtet wird.

Kryptozoologen suchen nach Großtieren, die wie Mothmen, Chupacabras oder Werwölfe nicht in die existierenden Klassifikationsschemata zu passen scheinen. Daneben gibt es allerdings viele Kryptiden, bei denen es sich um Verwandte von bekannten Arten handeln soll, etwa Marozi und afrikanischer Zwergelefant.

Kryptozoologen gehen auch Spuren nach, die auf ein Überleben von als ausgestorben geltenden Arten hindeuten könnten. Man hofft also auf den sogenannten Lazarus-Effekt. Neben Dinosauriern wie Mokele-Mbembe sind das etwa der Beutelwolf und der Moa. Entsprechend dem in der Kryptozoologie weit verbreiteten prehistoric-survivor-Paradigma[13] wird beispielsweise das Ungeheuer von Loch Ness als Plesiosaurier oder Basilosaurus erklärt.

Als Kryptiden gelten auch „normale“ Arten, wenn sie in Gegenden gesichtet werden, in denen sie üblicherweise nicht vorkommen. Zu diesen sogenannten out-of-place-sightings[14] gehören etwa British Big Cats.

Auch die Bestie des Gévaudan – eine historische Begebenheit in Südfrankreich – kann als Gegenstand der Kryptozoologie angesehen werden.

Siehe auch

  • Kryptospezies

Literatur

Aus kryptozoologischer Sicht
  • Chad Arment: Cryptozoology. Science & Speculation. Coachwhip Publications, Landisville PA 2004, ISBN 1-930585-15-2.
  • Loren Coleman, Jerome Clark: Cryptozoology A to Z. The Encyclopedia Of Loch Monsters, Sasquatch, Chupacabras, and other Authentic Mysteries of Nature. Fireside, New York NY 1999, ISBN 0-684-85602-6.
  • Lothar Frenz: Riesenkraken und Tigerwölfe. Auf den Spuren der Kryptozoologie (= Rororo 61625 rororo science). Rowohlt-Taschenbuch-Verlag, Reinbek bei Hamburg 2003, ISBN 3-499-61625-4.
  • Bernard Heuvelmans: On the Track of Unknown Animals. Translated from the French by Richard Garnett. Revised, 3rd English Edition. Kegan Paul International, London 1995, ISBN 0-7103-0498-6. (Erste Auflage: 1958)
  • Ingo Krumbiegel: Von neuen und unentdeckten Tierarten. Kosmos – Gesellschaft der Naturfreunde Frank’sche Verlagsbuchhandlung, Stuttgart 1950.
  • Michael Newton: Encyclopedia of Cryptozoology. A Global Guide to hidden Animals and their Pursuers. Mcfarland & Co Inc, Jefferson NC 2005, ISBN 0-7864-9756-4.
  • Karl P. N. Shuker: The Beasts that hide from Man. Seeking the World's last undiscovered Animals. ParaView Press, New York NY 2003, ISBN 1-931044-64-3.
  • Manfred Reitz: Rätseltiere: Krypto-Zoologie – Mythen, Spuren und Beweise. S. Hirzel Verlag GmbH, 2005, ISBN 978-3-7776-1358-1.
Aus wissenschaftlicher und skeptischer Sicht
  • John Conway, C. M. Kösemen, Darren Naish: Cryptozoologicon. Band 1. Irregular Books, S. l. 2013, ISBN 978-1-291-62153-2.
  • Richard Ellis: Seeungeheuer. Mythen, Fabeln und Fakten. Birkhäuser, Basel u. a. 1997, ISBN 3-7643-5422-4.
  • Daniel Loxton, Donald R. Prothero: Abominable Science! Origins of the Yeti, Nessie, and other Famous Cryptids. Columbia University Press, New York NY u. a. 2013, ISBN 978-0-231-15320-1.
  • Ulrich Magin: Trolle, Yetis, Tatzelwürmer. Rätselhafte Erscheinungen in Mitteleuropa (= Beck’sche Reihe. 1004). C. H. Beck Verlag, München 1993, ISBN 3-406-37394-1.
  • Benjamin Radford, Joe Nickell: Lake Monster Mysteries. Investigating the World's Most Elusive Creatures. The University Press of Kentucky, Lexington KY 2006, ISBN 0-8131-2394-1.
  • Brian Regal: Searching for Sasquatch. Crackpots, Eggheads, and Cryptozoology (= Palgrave Studies in the History of Science and Technology.). Basingstoke, Palgrave Macmillan 2013, ISBN 978-1-137-34943-9.

Weblinks

Commons: Kryptozoologie – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Wiktionary: Kryptozoologie – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
  • Kryptozoologie-Online – Auf der Suche nach verborgenen Tieren
  • Centre for Fortean Zoology (CFZ) (Organisation hauptberuflicher Kryptozoologen in Großbritannien.)
  • Journal of Cryptozoology (Kryptozoologisches Magazin mit Peer-Review-Verfahren.)
  • Netzwerk für Kryptozoologie

Belege

  1. ↑ Robert T. Carroll: The Skeptic's Dictionary. 1994–2009 : “Cryptozoology is, literally, the study of hidden animals. [...] It is not a recognized branch of the science of zoology. [...] Since cryptozoologists spend most of their energy trying to establish the existence of creatures, rather than examining actual animals, they are more akin to psi researchers than to zoologists.”
  2. ↑ Ben S. Roesch, John L. Moore: Cryptozoology. In: Michael Shermer (Hrsg.): The Skeptic Encyclopedia of Pseudoscience. Band 1. ABC-CLIO, Santa Barbara CA u. a. 2002, ISBN 1-57607-653-9, S. 71–78, hier S. 71: “Cryptozoology ranges from pseudoscientific to useful and interesting, depending on how it is practiced.”
  3. ↑ Spektrum.de - Lexikon der Biologie - Kryptozoologie: „Die Kryptozoologie ist somit keine wissenschaftlich anerkannte Disziplin (Pseudowissenschaft) – auch wenn nicht ausgeschlossen werden kann, daß ihre Vertreter durch Zufall das eine oder andere unbekannte ‚normale‘ Tier entdecken mögen.“
  4. ↑ Kryptozoologie-Online: Heuvelmans, Bernard
  5. ↑ Jeffrey Andrew Weinstock: The Ashgate Encyclopedia of Literary and Cinematic Monsters. 2. Auflage. Routledge, London, New York 2016, ISBN 978-1-317-04426-0, S. 105 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche). 
  6. ↑ Kryptozoologie-Online: Dracontologie
  7. ↑ Kryptozoologie-Online: Hominologie - Ein taxonomischer Überblick
  8. ↑ Ein eher seltener Begriff. Verwendet etwa bei: Michael Schneider: Auf der Spur des Unbekannten. Die phantastische Welt der Kryptozoologie. Twilight-Line GbR, Krombach 2009, ISBN 978-3-941122-48-2, S. 31 ff., (Online Zugriff auf googlebooks.de)
  9. ↑ Archive for the „Cryptobotany“ auf www.cryptomundo.com (englisch).
  10. ↑ Etwa von: Taylor Reints: An Introduction to Cryptobiology (unexplained-mysteries.com 2013) (Memento vom 24. Januar 2016 im Internet Archive)
  11. ↑ Kryptozoologie-Online: International Society of Cryptozoology (ISC)
  12. ↑ https://netzwerk-kryptozoologie.de/, ausgelesen am 11. Dezember 2022
  13. ↑ Sharon Hill: Prehistoric Survivors? They Are Really Most Sincerely Dead. 2014 (englisch).
  14. ↑ Michael Schneider: Auf der Spur des Unbekannten. Die phantastische Welt der Kryptozoologie. Twilight-Line GbR, Krombach 2009, ISBN 978-3-941122-48-2, S. 39 ff. (Onlinezugriff auf googlebooks.de)
Normdaten (Sachbegriff): GND: 4589471-1 (GND Explorer, lobid, OGND, AKS)



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Seeungeheuer

Noir24admin Kryptozoologie 21. Juni 2026
Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Zum US-amerikanischen Animationsfilm siehe Das Seeungeheuer
Darstellung eines Kraken aus 20.000 Meilen unter dem Meer.
Zusammenfassende Darstellung von Seeungeheuern aus der Carta Marina

Mit dem Begriff Seeungeheuer werden mythische, im Wasser lebende Ungeheuer bezeichnet. Viele Beschreibungen von Seeungeheuern beziehen sich auf Wesen, deren Existenz bisher nicht nachgewiesen wurde. Einige Schilderungen können aber auf übertriebene Beschreibungen von Lebewesen wie Walen, Teufelsrochen, Riesenkalmaren oder Koloss-Kalmaren zurückgeführt werden.[1][2] Die marinen Ungeheuer werden im Vergleich zu anderen Meeresbewohnern meistens als besonders groß und als Seeleuten gegenüber feindlich gesinnt dargestellt[2.1]. Historische Schilderungen zeigen riesige Lebewesen, die Schiffe angreifen, Seeleute verschlingen oder Wasser spucken.

Hintergrund

Der Ursprung der Seeungeheuer-Mythen ist meist nicht bekannt. Es existiert aber eine Vielzahl schriftlicher Überlieferungen zumeist von Seefahrern, in denen Begegnungen mit vermeintlichen Seeungeheuern geschildert werden. Der schwedische Geistliche Olaus Magnus stellte 1555 in seinen Werken Carta Marina und Historia de gentibus septentrionalibus zahlreiche Seeungeheuer in Wort und Bild dar, deren Beschreibung von späteren Autoren übernommen wurde. So finden sich Magnus’ Seeungeheuer beispielsweise auch in Conrad Gessners bedeutendem Werk Historia Animalium.[2.2]

Einige Augenzeugenberichte von Seeungeheuern können auf übertriebene Beschreibungen von realen Lebewesen wie Walen oder Riesenkalmaren zurückgeführt werden. Trotz reichlicher und teilweise glaubhafter Beschreibungen von beispielsweise Seeschlangen konnte die Existenz dieser Wesen nicht nachgewiesen werden. So konnten Kadaver-Funde, die zunächst für Überreste von Seeschlangen gehalten wurden, als Überreste von Riesenhaien oder Riemenfischen identifiziert werden.[2.3] Die Kryptozoologie beschäftigt sich mit Hinweisen auf die Existenz von bisher nicht nachgewiesenen Spezies wie zum Beispiel Seeungeheuern.

Historische Beschreibungen und Schilderungen

Darstellung einer Seeschlange von Hans Egede

Einige historische Seekarten wie die Carta marina oder mittelalterliche enzyklopädische Werke wie der Liber Floridus wurden mit Darstellungen von Seeungeheuern und Drachen verziert.[3] Die Berichte von Seereisenden über solche Wesen sind aber über lange Zeiträume in unterschiedlichen Kulturen erhalten.

  • Im Alten Testament wird Jona von einem großen Fisch verschlungen.
  • Avienus berichtet in seinem Werk Ora maritima von dem karthagischen Seefahrer Himilkon von „Monstern aus der Tiefe“ (Ora maritima 117-29).
  • Olaus Magnus beschreibt 1555 in seinem Werk Historia de gentibus septentrionalibus das „größte und monströseste Geschöpf des Indischen Ozeans“. Es sei etwa 100 Meter lang und „äußerst grausam“ gewesen. Es habe Schiffe angegriffen, indem es große Mengen Wasser auf Schiff und Besatzung gespien habe. Außerdem habe es versucht, Schiffe zum Kentern zu bringen, indem es sich auf Bug oder Heck warf.[2.4]
  • Die Besatzung der HMS Squirrel (1582) unter Humphrey Gilbert soll 1583 auf ihrer Rückreise von Neufundland ein löwenähnliches Ungeheuer mit „glaring eyes“ gesichtet haben.[4]
  • Der „Apostel der Grönländer“ Hans Egede beschreibt 1729 in Det gamle Grønlands nye Perlustration eine riesige wasserspeiende Seeschlange, die Tatzen und eine von Muscheln bedeckte Haut besessen haben soll. Das Ungeheuer soll drei- bis viermal länger als das Schiff und dabei in der Lage gewesen sein, sich mit den Körperenden weit aus dem Wasser aufzurichten.[2.5][5]
  • Der Walfänger Monongahela soll im Südpazifik, laut einem 1852 erschienenen Brief des Kapitäns, eine riesige Seeschlange erlegt haben. Das Wesen soll sich mit wellenförmigen Bewegungen durch das Wasser bewegt haben, über 30 Meter lang gewesen sein und einen langen, flachen Kopf mit scharfen Zähnen besessen haben. Die Überreste des beschriebenen Wesens verschwanden samt Schiff und Besatzung spurlos.[2.6]
  • John Oliver La Gorce beschreibt 1919 in einem Artikel für National Geographic, wie ein Teufelsrochen die Ankerkette eines Schiffes mit seinen Tentakelhörnern gepackt und die Ankerkette mit Anker und Schiff auf das Meer hinaus gezogen haben soll. Die Beschreibung ist als unglaubwürdig zu beurteilen und vermutlich darauf zurückzuführen, dass zu diesem Zeitpunkt nur sehr wenig über Teufelsrochen bekannt war.[2.7]

Bekannte Seeungeheuer

Meeresungeheuer

  • Cadborosaurus ("Caddy")
  • Ketos aus der Perseus-Sage
  • Leviathan
  • Midgardschlange
  • Riesenkraken
  • Seeschlangen
  • Die Sirenen aus Homers Odyssee
  • Skylla und Charybdis in Homers Odyssee
  • Umibōzu

Ungeheuer in Binnengewässern

In den Mythen und Sagen vieler Völker kommen in Seen, seltener auch in Flüssen, marine Ungeheuer vor. Eines der bekanntesten Monster in einem Binnengewässer ist das Ungeheuer von Loch Ness. Weitere See-Ungeheuer sind:

  • Bessie
  • Champ
  • Igopogo
  • Kelpies
  • Kusshie
  • Lagarfljótwurm
  • Lariosauro, Comer See
  • Manipogo
  • Mhorag
  • Mokele-Mbembe
  • Nahuelito
  • Ogopogo
  • Selma
  • Storsjöodjuret
  • Totasee-Monster

Aus Literatur und Pop-Kultur

  • Der weiße Hai
  • Godzilla
  • Moby-Dick
  • Wesen aus dem Cthulhu-Mythos

Literatur

  • Richard Ellis: Seeungeheuer – Mythen, Fabeln und Fakten. Birkhäuser Verlag AG, Basel 1997, ISBN 3-7643-5422-4.
  • P. Werner Lange: Seeungeheuer – Fabeln und Fakten. VEB F.A. Brockhaus Verlag, Leipzig 1980.
  • A. C. Oudemans: The Great Sea-Serpent. Coachwhip Publishing, 2007, ISBN 1-930585-36-5.
  • Ernst Probst: Seeungeheuer – 100 Monster von A bis Z. GRIN-Verlag, München 2013, ISBN 978-3-656-50349-1.
  • Chet van Douzer: Seeungeheuer und Monsterfische – Sagenhafte Kreaturen auf alten Karten. Verlag Philipp von Zabern, ISBN 978-3-8053-4859-1

Weblinks

Commons: Seeungeheuer – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Wiktionary: Seeungeheuer – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
  • Dracontologie

Einzelnachweise

  1. ↑ Maren Peters: So wahr sind die Legenden von Seeungeheuern. Welt Online, 20. Februar 2009, abgerufen am 3. August 2012: „Doch in den Legenden steckt ein wahrer Kern.“ 
  2. ↑ Richard Ellis: Seeungeheuer - Mythen, Fabeln und Fakten. Birkhäuser Verlag AG, Basel 1997, ISBN 3-7643-5422-4.
    1. ↑ 8,13
    2. ↑ 42–45
    3. ↑ 342ff
    4. ↑ 13
    5. ↑ 47
    6. ↑ 63–64
    7. ↑ 14–15
  3. ↑ Ute Schneider: Die Macht der Karten. Eine Geschichte der Kartographie vom Mittelalter bis heute. 2., überarbeitete Auflage. Primus Verlag, Darmstadt 2006, ISBN 3-89678-292-4.
  4. ↑ Edward Haies: Sir Humphrey Gilbert’s Voyage To Newfoundland, 1583 Dort im fünften Abschnitt nach der Notiz Footnote 11: Stephen Parmenius
  5. ↑ Ellis, R. 1998. The Search for the Giant Squid. The Lyons Press.



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Allghoi Khorkhoi

Noir24admin Kryptozoologie 21. Juni 2026
Künstlerische Darstellung

Der Allghoi Khorkhoi (mongolisch олгой-хорхой olgoi-chorchoi, deutsch ‚Darmwurm‘, auch bekannt als Mongolischer Todeswurm) ist ein Kryptid, dessen Existenz bisher unbestätigt ist.

Er soll in der Wüste Gobi unter der Erdoberfläche leben.

Beschreibung

Laut Beschreibungen Einheimischer hat die Kreatur:

  • einen wurmförmigen, weichen, dicken Körper, der zwischen 60 und 120 cm lang ist
  • eine glatte, leuchtend rote Haut, die bei Gefahr Blasen bildet.

Nach Berichten von Nomaden, die rund um die Wüste Gobi leben, lebt der Allghoi Khorkhoi unter der Erde. Wird er aber von etwas angelockt – er soll auf die Farbe Gelb reagieren – bewegt er sich knapp unter der Erdoberfläche auf sein Opfer zu, streckt dann den Oberkörper an die Oberfläche und beginnt sich aufzublähen. Dadurch bilden sich viele kleine Blasen auf seiner Haut, aus denen ein Gift gespritzt wird, das so tödlich ist, dass es einen Mann und sogar ein Kamel bei bloßer Berührung sofort töten kann. Andere sprechen auch vom Tod durch elektrische Schläge.

Schilderungen und Nachforschungen

In der ganzen Gegend um die Wüste Gobi ist die Geschichte eines kleinen Jungen bekannt, der im Freien mit einer gelben Spielzeugkiste gespielt habe, worauf ein Wurm in seine Kiste gekrochen und der Junge an einer versehentlichen Berührung mit dem Wurm gestorben sei. Die Eltern sollen den Wurm daraufhin verfolgt haben, wurden aber dabei angeblich ebenfalls von ihm getötet.

Ein westlicher Forscher, der in jüngerer Zeit dem Todeswurm nachspürte, war der tschechische Autor Ivan Mackerle, der sich bereits mit der Suche nach Nessie einen Namen gemacht hatte. Er erfuhr die Geschichten über den Allghoi Khorkhoi zufällig durch eine mongolische Studentin und machte sich auf zur Wüste Gobi, um dort weitere Nachforschungen anzustellen. Dies erwies sich aber als äußerst schwierig, da – nach seiner Darstellung – die meisten Mongolen Angst hatten, über den Todeswurm zu sprechen. Außerdem behauptet er, das damalige kommunistische Regime habe jegliche Berichte über den Allghoi Korkhoi unterdrückt. Erst 1990, nach dem Fall des Kommunismus, will Mackerle besagte Geschichten erfahren haben. Tatsache ist aber, dass die Legende vom Olgoj-Chorchoi (dies ist die über das Russische in lateinische Buchstaben vermittelte, etwas eigenwillige Transkription des mongolischen Namens für den „Todeswurm“ aus den 1950er-Jahren) keineswegs so unbekannt geblieben ist, wie es Ivan Mackerle glauben machen will. Bereits in den 40er-Jahren des zwanzigsten Jahrhunderts war sie Gegenstand einer gleichnamigen Erzählung des russischen Science-Fiction-Autors Iwan Jefremow. Jefremow, der in seinen jungen Jahren als Paläontologe selbst die Mongolei und die Gobi bereist hatte, betonte in einer späteren Stellungnahme den phantastischen Charakter der Erzählung. Es handelt sich also nicht um einen Tatsachenbericht. Er wies aber darauf hin, dass der Erzählung ein unter den Araten, also unter den nomadisierenden Viehzüchtern rund um die Wüste Gobi, verbreiteter und weithin ernst genommener Volksglaube zugrunde liegt. In den 1950er-Jahren wurde die Erzählung auch ins Deutsche übertragen und in der DDR mehrfach publiziert (s. u.). Etwas später, Anfang der 1960er Jahre, befasste sich der russische Biologe und Autor Igor Akimuschkin in dem Buch Es gibt doch Fabeltiere! ebenfalls mit diesem Thema. Auch in dem sowjetischen Science-Fiction-Klassiker der Brüder Strugazki „Atomvulkan Golkonda“ (Verlag Kultur und Fortschritt Berlin, Ausgabe 1961) findet der Olgoi-Chorchoi (im Buch so geschrieben) Erwähnung, als einer der sowjetischen Venus-Kosmonauten von einem Erlebnis erzählt, das er als Geologe in der Wüste Gobi hatte. Darin wird Jefremows Werk erwähnt und der Umstand, dass der Olgoi-Chorchoi das einzige Festland-Tier sei, „das mit Elektrizität ausgestattet ist“. Als einer der ersten Ausländer dürfte indessen der Amerikaner Roy Chapman Andrews von dem „Todeswurm“ erfahren haben. Andrews war ein Zoologe und Paläontologe, der durch die Dinosaurierausgrabungen zwischen 1920 und 1925 während der von ihm geführten Innerasienexpedition in der Wüste Gobi weltberühmt wurde. Unter anderem entdeckte man unter seiner Leitung bei Schabarach Usu (den ‚Flammenden Klippen‘) erstmals komplette Sauriergelege sowie die Überreste der später aus Jurassic Park so berühmt gewordenen Velociraptoren. Ihm wurde, wie man in seinem berühmten Expeditionsbericht nachlesen kann, der Name des Olgoj-Chorchoi als Allergorhai-horhai mitgeteilt. Auch von Roy Chapman Andrews sind Bücher auf Deutsch erschienen, so z. B. Dinosaurier in der Gobi (s. u.).

Versuche des Existenznachweises und Einordnungsversuch

Die Existenz des Allghoi Khorkhoi ist höchst zweifelhaft, vor allem in der beschriebenen Form. Trotz des angeblich wurmförmigen Aussehens dürfte es sich, falls er wirklich existieren sollte, schwerlich um einen Wurm handeln. Im heißen, trockenen Klima der Wüste Gobi könnte ein Lebewesen, das ähnlich wie ein Wurm aufgebaut ist, niemals überleben; es würde schnell austrocknen, da Würmer keine Flüssigkeit speichern können. Wenn man den Allghoi Khorkhoi einer der Zoologie bekannten Spezies zuordnen müsste, entspräche er am ehesten der Wüstentodesotter (Acanthophis pyrrhus). Von dieser in Australien vorkommenden dicken Schlange gibt es rötliche Variationen. Sie lebt in heißen, trockenen Gebieten und besitzt ein überaus potentes Gift, das für Menschen sehr gefährlich ist, wenn es in die Blutbahn eindringt. Am wahrscheinlichsten ist deshalb: Entweder lebt in der Wüste Gobi eine bisher unentdeckte Schlangenart mit einem der Todesotter ähnlichen Erscheinungsbild, deren Gefährlichkeit durch Übertreibungen und Aberglauben aufgebauscht wurde, oder dieses Wesen muss gänzlich der Fantasie der dort ansässigen Nomaden entsprungen sein, im Versuch, unerklärliche Tode oder tabuisierte Morde zu erklären. Dass der Allghoi Khorkhoi so existiert, wie er beschrieben wird, kann zwar nicht völlig ausgeschlossen werden, ist aber in zoologischer Hinsicht äußerst unwahrscheinlich.

Variation des Namens

Die nachstehenden Literaturverweise und Links sind nur ein Bruchteil der verfügbaren Beschreibungen. Für weitere Recherchen muss man berücksichtigen, dass der Name des „Todeswurmes“ von verschiedenen Autoren auf sehr unterschiedliche Weise transkribiert wird. Neben der als Bezeichnung des vorliegenden Artikels benutzten Schreibweise findet man unter anderem:

  • Олгой-Хорхой (mongolisch)
  • Olgoj-Chorchoi
  • Olgoi-Khorkhoi
  • Allergorhai-horhai (am., s. o.)
  • olgoj chorchoj (tschech.)
  • olgoï-khorkhoï (franz.)
  • Олгой-Хорхой (russ.)
  • Olgoi-jorjoi (span.)

Es ist sehr wahrscheinlich, dass weitere Schreibweisen existieren. Mit den Buchstabenkombinationen Ch bzw. Kh ist hier der deutsche Ach-Laut gemeint.

Literatur

  • Iwan Jefremow: Tod in der Wüste. In: Iwan Jefremow (Hrsg.): Das Observatorium von Nur-i-Descht (= Die kleine Jugendreihe). Jg. 2. Kultur und Fortschritt, Berlin 1951, S. 41–62 (russisch: Olgoj-Chorchoi (Олгой-хорхой).). 
  • Igor Akimuschkin: Es gibt doch Fabeltiere. Leipzig 1963 (russisch: Следы невиданных зверей.). 
  • Roy Chapman Andrews: Auf der Fährte des Urmenschen. Abenteuer und Entdeckungen dreier Expeditionen in die mongolische Wüste. Brockhaus, Leipzig 1927. 
  • Roy Chapman Andrews: Dinosaurier in der Gobi. Brockhaus, Leipzig 1951. 

Weblinks

  • Science Fiction in der DDR u. a. Werke von I. Jefremow
  • Mitteilung zum Allghoi Khorkhoi (frz.)
  • Olgoï-Chorchoï (frz.)



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Goblin

Noir24admin Kryptozoologie 21. Juni 2026
Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Goblin (Begriffsklärung) aufgeführt.
Künstlerische Darstellung eines Goblins aus dem 21. Jahrhundert (von Warhammer Fantasy inspiriert)

Goblin ist die englische Bezeichnung für kleine, meist bösartige und grotesk hässliche Plagegeister oder Gespenster.

Wie bei den Zwergen und Kobolden in Sage und Märchen schwanken die Größenangaben für Goblins stark, zwischen wenigen Zoll bis Kindergröße. Ebenso verfügen sie oft über Zauberkräfte. In der Folklore werden den Goblins zuweilen die freundlichen und hilfsbereiten, aber neckischen Hobgoblins oder Hobs entgegengestellt, die, wie die Brownies, den Heinzelmännchen ähnlich sind. In der modernen Fantasy werden die Goblins zumeist als wahlweise technologisch hochentwickelte oder aber sehr primitive Rasse beschrieben, die eine große Neigung zu Grausamkeit und suizidalem Verhalten gepaart mit einer gewissen Verrücktheit aufweist.

Etymologie

Die Herkunft und Bedeutung des englischen Wortes goblin ist unsicher; wahrscheinlich ein Lehnwort aus dem Altfranzösischen (gobelin). In der Chronik des Ordericus Vitalis aus dem 12. Jahrhundert wird ein gobelinus erwähnt, ein Geist, der das Gebiet von Évreux heimsuchte. Möglicherweise besteht ein Zusammenhang mit dem deutschen Wort Kobold, oder dem spätlateinischen cabalus, welches seinerseits auf Griechisch kobalos („Schurke“, „Spitzbube“) zurückgeht, oder mit dem Personennamen Gobel.[1]

Rezeption

Darstellung eines Goblins auf der Titelseite von Robin Goodfellow: His Mad Pranks and Merry Jests (1629)

Im Werk William Shakespeares (Die lustigen Weiber von Windsor, Ein Sommernachtstraum) sind Hobgoblins feenartige Wesen. Oberons schelmischer Hofnarr Puck bevorzugt für sich selbst jedoch die Bezeichnung Robin Goodfellow, denn die zeitgenössischen Puritaner in England unterschieden schon nicht mehr zwischen guten und bösen Goblins. Für sie waren alle diese Geister teuflische Wesen, die in der Ikonographie des antiken Pan oder der Satyrn dargestellt wurden.

In der englischen Theaterkomödie The Goblins von John Suckling (1638) andererseits bezeichnet der Titel eine Bande edler Räuber, die sich als Teufel verkleiden, um nach Art eines Robin Hood für Gerechtigkeit zu sorgen und das Land mit ihren Streichen überziehen.

John Milton charakterisiert den Goblin in seiner Schäferdichtung L’Allegro (1645) als fleißigen Hausgeist, der bei der Hausarbeit und bei der Ernte hilft, aber von großer Statur ist, behaart und stark, ähnlich wie ein Wilder Mann.

In John Bunyans puritanischen Erbauungsschrift Pilgerreise zur seligen Ewigkeit (1678) werden Hobgoblins hingegen, zusammen mit Satyrn und Drachen, als Bewohner der Höllengrube erwähnt.

Im Laufe des 19. Jahrhunderts wurden Goblins und Hobgoblins beliebte Figuren in Märchen- und Kinderbüchern. Christina Rossettis vielschichtiges Gedicht Goblin Market (1859) schildert sie als heimtückische, verräterische Wesen, die jungen Mädchen köstliche (aber verbotene?) Früchte aufdrängen, deren Verzehr zu geistiger Umnachtung und Tod führt.

George MacDonald beschrieb die Goblins in seinem Kinderbuch The Princess and the Goblin (1872, deutsch: Die Prinzessin und die Kobolde) als scheußliche und missgebildete Kreaturen, die seit Jahrhunderten in Höhlen und Bergwerken im Gebirge hausen. Sie ertragen kein Sonnenlicht mehr und auch keinen Gesang, hassen die Menschen und versuchen diese zu unterwerfen. Diese Darstellung wurde zu einem wichtigen Einfluss für die Gestaltung der Orks im Werk J.R.R. Tolkiens und in der späteren Fantasy-Literatur und Rollenspielen. Zunächst konzipierte Tolkien die Hobgoblins als eine größere, stärkere und gefährlichere Abart der kleinen Goblins, aber im Rahmen seiner weiteren Folklorestudien wurde ihm klar, dass der ursprüngliche Sprachgebrauch eher das Gegenteil nahelegt. So ersetzte er Goblin und Hobgoblin weitgehend durch die Bezeichnungen Ork bzw. Uruk-hai, während Goblins und Hobgoblins weiterhin als kleinere Unterart Erwähnung finden (im Deutschen als Bilwis oder Bilwismensch übersetzt.)

In Fantasy-Spielen wie Dungeons & Dragons, World of Warcraft oder Warhammer Fantasy werden Goblins häufig als bösartige kleine Ungeheuer mit grüner Haut und großen Nasen dargestellt, die einzeln schwach sind und gerne auf Heimtücke und ihren Erfindergeist zurückgreifen. Als schwache Monster gehören sie oft zu den ersten Gegnern, denen ein Held in Fantasy-Spielen begegnet.

In Joanne K. Rowlings Harry-Potter-Romanen erscheinen Goblins (in den deutschen Übersetzungen: „Kobolde“) als hässliche, kleinwüchsige Männchen mit langen Fingern, die als unfreundliche und knickerige Bankiers die Zauberer-Bank „Gringotts“ leiten. In kilometerlangen Tunneln und Verliesen unterhalb von London horten sie unermessliche Schätze.

In Terry Pratchetts Scheibenwelt-Roman Steife Prise sind die Goblins eine wegen ihrer Hässlichkeit, ihres Geruchs und ihrer wenig bekannten kulturellen Fähigkeiten unterdrückte Spezies, die zum Tierreich gerechnet wird. Im Verlauf der Handlung stellt sich dieses Bild als grob vereinfachend und verfälschend heraus. Am Ende werden die Goblins neben Zwergen, Trollen und anderen typischen Fantasy-Gestalten als weitere den Menschen ähnliche und ihnen rechtlich gleichgestellte Spezies anerkannt.

Weblinks

Commons: Goblins – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. ↑ The Online Etymology Dictionary



🔮 Noir24 Archiv-Hinweis

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Fliegender Holländer (Sage)

Noir24admin Kryptozoologie 21. Juni 2026

Die Sage vom Fliegenden Holländer handelt von einem Kapitän, der durch einen Fluch dazu verdammt worden ist, bis zum jüngsten Tag mit seinem Gespensterschiff auf dem Meer umherzuirren, ohne in einen Hafen einlaufen oder Erlösung im Tod finden zu können.

Die Ursprünge der Sage sind nicht bekannt. Die frühesten schriftlichen Versionen stammen aus dem 18. Jahrhundert. Im 19. Jahrhundert wurde der Sagenstoff von zahlreichen Autoren aufgegriffen. Eine der bekanntesten Gestaltungen ist Richard Wagners Oper Der Fliegende Holländer, die 1843 in Dresden uraufgeführt wurde.

An Bord der Flying Dutchman (Illustration von Johannes Gehrts, 1887)

Motive der Sage

Inwiefern der Fliegende Holländer eine Sage oder ein literarischer Stoff ist, ist kaum abzugrenzen. Dass die Sage in der mündlichen Überlieferung der Seefahrer wurzelt und somit eine Art Seemannsgarn darstellt, wird angenommen.

Kern der Sage ist ein Kapitän, der durch eigene Schuld einen Fluch auf sich lädt. Dieser zwingt ihn dazu, bis zum Tag des Jüngsten Gerichts weiterzusegeln, falls er nicht durch einen besonderen Umstand Erlösung findet. Zwischen der Figur des Kapitäns und dem Schiff wird häufig kaum unterschieden, es ist also unklar, ob der Kapitän „Fliegender Holländer“ genannt wird oder ob es der Name des Schiffes ist.

In konkreten Gestaltungen ist der Fliegende Holländer meist ein niederländischer Kapitän des 17. Jahrhunderts, der beim Versuch, das Kap der Guten Hoffnung zu umschiffen, schwört, bis zum Jüngsten Tag zu segeln, wenn es sein muss. Dies tritt darauf auch ein.

Erweitert wird die Geschichte durch die Möglichkeit der Erlösung: Alle sieben, zehn oder hundert Jahre darf der verfluchte Kapitän an Land. Wenn er dort eine Frau findet, die ihn aufrichtig und treu liebt, so würde er Erlösung finden. Das hat zunächst den Charakter einer unmöglichen Bedingung, die den Kapitän zu ewiger Irrfahrt verdammen soll. Erst in späteren Gestaltungen wird das Motiv (vor allem bei Wagner) zentral und die Erlösung durch Liebe verwirklicht: Der Fliegende Holländer findet eine treue Seele von Frau, die sich für ihn opfert, und darf mit ihr in den Himmel aufsteigen.

Ein Sondermotiv stellen die Briefe dar: Manchmal lässt der Fliegende Holländer ein Beiboot zu Wasser und eine Geisterhand überstellt Briefe, die – wie sich später herausstellt – sich alle an längst Verstorbene richten. Die Briefe muss man besonders behandeln (an den Mast nageln, verbrennen etc.), weil sonst ein Unglück geschieht. Überhaupt gilt die Begegnung mit dem Fliegenden Holländer als düsteres Omen und kündet den Untergang des eigenen Schiffs oder wenigstens ein bevorstehendes großes Unglück für dessen Mannschaft an.

Das Schiff des Fliegenden Holländers selbst soll unglaubliche Fähigkeiten besitzen. So soll es gegen den Sturm, bei absoluter Flaute oder auch rückwärts segeln können. Es erscheint in der Luft schwebend oder taucht plötzlich aus den Tiefen des Meeres auf. Die Segel sind blutig rot oder erscheinen rot wie von Glut angestrahlt, oder es tanzen Elmsfeuer geisterhaft um den Mast und der Rumpf ist schwarz wie die Hölle. Von der Besatzung ist niemand zu sehen oder man sieht ihre Leichen an Deck oder sie besteht aus lebenden Toten.

Wurzeln der Sage

Kap der Guten Hoffnung und Kapkolonie

Kap der Guten Hoffnung

Die Sage vom Fliegenden Holländer scheint von Anfang an am Kap der Guten Hoffnung lokalisiert zu sein.

Die Gewässer am Kap der Guten Hoffnung, genauer die Gewässer zwischen Cape Point und Kap Agulhas, wo der kalte Benguelastrom aus dem Südatlantik auf den warmen Agulhasstrom des Indischen Ozeans trifft, galten für die Segelschifffahrt als ausgesprochen gefährliche Gegend. Allein in der Tafelbucht (nordwestlich vom Kap der Guten Hoffnung) fanden Taucher mehr als 300 Segelschiffsrümpfe. Am Kap ragt zudem der Tafelberg direkt aus dem Meer über 1000 Meter empor, was gefährliche Fallböen erzeugt. Die von Osten kommenden Segelschiffe verwechselten manchmal das östlich des Kaps der Guten Hoffnung gelegene Cape Hangklip mit Cape Point, das auf der gleichen Halbinsel wie das Kap der Guten Hoffnung liegt und mit ihm gemeinsam den geographischen Punkt markiert, ab dem die Schiffsroute wieder nach Norden führt. So segelten die Schiffe nordwärts in die Bucht zwischen den Kaps, die daraufhin den Namen False Bay (deutsch: Falsche Bucht) erhielt.

Von Mai bis Oktober herrscht Regenzeit. Von Oktober bis April wehen die gefürchteten Southeaster. Die zeitgenössischen Segelschiffe waren nicht in der Lage, gegen den Wind Raum zu gewinnen, was zu zermürbendem, teilweise wochenlangem Kreuzen führte, ein Umstand, der jedem Seemann wohlbekannt war, was zusammen mit der Tücke der Gewässer, den Unbilden der Stürme etc. dazu geführt haben könnte, dass das Kap zur Heimat des Fliegenden Holländers wurde. Für eine solche Herleitung spricht, dass auch in den Gewässern am Kap Hoorn, die ähnlich gefährlich waren, Berichte vom Fliegenden Holländer lokalisiert worden sind, vor allem nach Eröffnung des Suezkanals 1869, als die Fahrt um das Kap der Guten Hoffnung an Bedeutung verlor und dafür das Kap Hoorn zum prominentesten Gefahrenpunkt der Seefahrt wurde.

Vasco da Gama

Außerdem ist das Kap der Guten Hoffnung mit dem Namen Vasco da Gamas verknüpft, der vielleicht als Urbild des Holländers gedient haben könnte. Da Gama gelang es 1497, das Kap zu umschiffen und so den Seeweg nach Indien zu öffnen. Die Darstellung da Gamas in den frühen Berichten, so in Gaspar Correias Lendas da India (1551) und in den Lusiaden des Luís de Camões, könnte Grundlage für die Identifizierung gewesen sein. So wird in der Chronik Lendas da India ausführlich von einer angeblichen Meuterei auf Vasco da Gamas Schiffen berichtet. Die Besatzung habe nicht weitersegeln wollen. Da Gama habe sich die Navigationsmittel der Seeleute ausliefern lassen und über Bord geworfen, Steuermann und Schiffsmeister in Ketten legen lassen und ausgerufen, er brauche weder Schiffsmeister noch Steuermann. Gott sei von nun an der Steuermann.[1] Auch wenn da Gama ein düster-herrischer Charakter gewesen sein mag, so ist die Meuterei nicht historisch und die Dämonisierung da Gamas nicht berechtigt. Weitere motivgeschichtliche Wirkungen hat es jedenfalls nicht gegeben und der verfluchte Kapitän ist in der Überlieferung kein Portugiese, sondern ein Holländer.[2]

Als Kapitän des Fliegenden Holländers wird konkret Bernard Fokke genannt, ein niederländischer Ostindienfahrer des 17. Jahrhunderts. Er war damals bekannt für die unglaubliche Geschwindigkeit, mit der er von den Niederlanden nach Java fuhr. Er legte die Strecke regelmäßig so schnell zurück, dass man ihm schon einen Bund mit dem Teufel nachsagte. Als er von seiner letzten Fahrt nicht zurückkehrte, ging man davon aus, dass er nun als Fliegender Holländer im Auftrag des Teufels die Meere kreuzen müsse.

Auch die anderen aus der Überlieferung bekannten Namen des Fliegenden Holländers sind typisch niederländisch: Vanderdecken, Tyn van Straten, van Diemen, van Evert, van Halen.[3] In Zusammenhang mit der Lokalisierung am Kap ergibt das auch Sinn, da die Niederländer im 17. Jahrhundert die Seefahrt zu dominieren begannen und sich bedeutende Kapitel der niederländischen Geschichte am Kap abspielten. 1652 wurde dort die niederländische Kapkolonie gegründet, 1806 endete die niederländische Herrschaft, das Kap wurde britisch, und etwa zur gleichen Zeit tauchte auf See angeblich der gespenstische Holländer auf. Der Zusammenhang zwischen dem Niedergang niederländischer Herrschaft und dem Erscheinen des Holländers wurde von Washington Irving explizit hergestellt und auf das Ende von Nieuw Nederland in Nordamerika analog übertragen.

Geister- und Phantomschiffe

Geisterschiffe sind auf See gefundene Schiffe ohne oder mit toter Besatzung. Sie waren und sind keine Seltenheit. In der Vergangenheit rafften Pest, Skorbut und Seuchen ganze Schiffsbesatzungen dahin. Aus Angst vor Ansteckungen wurden Seuchenschiffe in keinem Hafen aufgenommen. Überlebende Mannschaftsmitglieder mochten vorbeifahrende Schiffe um Hilfe anrufen, die suchten aber aus Angst vor der Seuche eilig das Weite. Schließlich, wenn alle gestorben waren, trieb so ein „Geisterschiff“ auf unbestimmte Zeit kreuz und quer über die Meere, eine unheimliche Erscheinung für jeden, dem es begegnete. Aus mehreren solcher Geisterschiffe könnte sich die Sage vom Fliegenden Holländer kondensiert haben.

Dass solche treibenden Wracks keine Seltenheit waren, ist durch viele Quellen belegt; beispielsweise zählte man in einem Jahresbericht von 1869 214 Schiffe, die verlassen auf See umhertrieben.[4]

Luftspiegelungen auf See[5]

Eine weitere mögliche Wurzel für die Überlieferung vom Fliegenden Holländer kann die Sichtung von Phantomschiffen sein. In diesem Zusammenhang entsteht ein Phantomschiff durch die verzerrte Abbildung eines realen Schiffes in einer Luftspiegelung. Durch eine solche Luftspiegelung an einer Grenzfläche kalter und warmer Luft kann zum Beispiel das Abbild eines tatsächlich weit hinter dem Horizont befindlichen Schiffes in der Nähe erscheinen, dazu noch phantastisch verzerrt. Bei einem Segelschiff etwa könnten die Segel zerfetzt und die Gestalt des Schiffes in dauernder, wallender Umformung befindlich erscheinen. In dem Augenblick, in dem sich die Ausformung der Grenzfläche vielleicht nur um ein Weniges ändert, würde das Phantomschiff verschwinden, sich somit buchstäblich in Luft auflösen.

Dass Luftspiegelungen besonders gehäuft auf See dort auftreten, wo kalte auf warme Meeresströmungen treffen (und damit kalte auf warme Luftmassen), und dass diese Bedingungen am Kap der Guten Hoffnung ideal erfüllt sind, passt in das Bild.

Wahre Begebenheiten als Ursprünge der Sage

Berichte über Sichtungen von Geisterschiffen wie dem Fliegenden Holländer gibt es seit dem 19. Jahrhundert. In der Folge werden daher chronologisch eine Reihe von Sichtungen aufgeführt, wobei klar sein muss, dass selbst ein zeitgenössischer Beleg keine Gewähr für Faktizität bieten muss.

HMS Leven 1823

Am 6. April 1823 wurde vor der südafrikanischen Küste von HMS Leven unter Kommando von Kapitän W. F. Owen, auf der Reise von Algoa Bay nach Simons’s Bay, das Begleitschiff Barracouta in 2 Meilen Entfernung gesichtet und durch Eigenarten der Takelung eindeutig identifiziert. Man beobachtete, wie die Barracouta ein Boot zu Wasser ließ, kam aber nicht in ihre Nähe. Später stellte sich heraus, dass die Barracouta zu diesem Zeitpunkt 300 Meilen entfernt war und in jener Nacht kein Boot wasserte. Der anonyme Verfasser des Berichts führt weiter drei eigene Sichtungen von Phantomschiffen an, darunter eine ganz typische in einem Sturm.[6]

Joseph Somers 1857

Am 29. Februar 1857 soll die Joseph Somers vor der Insel Tristan da Cunha im südlichen Atlantik eine nahe Begegnung mit dem Fliegenden Holländer gehabt haben, einschließlich der geisterhaften Erscheinung seines Kapitäns. Kurz darauf sei an Bord ein Feuer ausgebrochen, dem mehrere Seeleute zum Opfer fielen.[7]

General Grant 1866

Der Schiffbruch der General Grant erregte seinerzeit vor allem durch die Leiden und die dramatischen Umstände, die zur Rettung der wenigen Überlebenden führten, weltweites Aufsehen. Hinzu kam, dass die General Grant eine erhebliche Menge Gold mit sich führte. Vielleicht zieht diese Dramatik die Sagenbildung an, jedenfalls soll man unmittelbar, bevor die General Grant am 13. Mai 1866 an die Felsen der Küste von Auckland Island getrieben wurde, an Bord den Fliegenden Holländer gesichtet haben. Woher dieser Bericht stammt, bleibt unklar. Zur Sagenbildung trug wohl auch bei, dass mehrere Versuche, die Ladung der General Grant zu bergen, teils tragisch scheiterten und bis heute erfolglos blieben.[8]

HMS Inconstant 1881

Die wohl bekannteste angebliche Sichtung des Fliegenden Holländers erfolgte am 11. Juli 1881 von Bord der HMS Inconstant,[9] einer Fregatte der britischen Marine, vor der australischen Küste auf der Fahrt von Melbourne nach Sydney, nach Passieren der Bass-Straße. Zur Bekanntheit der Sichtung trägt vor allem die Prominenz der Zeugen bei, da die britischen Prinzen George (der spätere König Georg V.) und Albert an Bord der Bacchante ihre Marineausbildung als Midshipmen absolvierten. In seinem Tagebuch schreibt Prinz George:

Um 4 Uhr früh erschien vor unserem Bug der Fliegende Holländer. Ein seltsames rotes Licht wie von einem glühenden Geisterschiff, vor dem sich Masten, Spieren und Segel der etwa 200 Yards entfernten Brigg klar abzeichneten, als sie von Backbord sich näherte. Der wachhabende Offizier auf der Brücke sah sie ganz deutlich, ebenso der Achterdecks-Fähnrich, der sogleich auf das Vordeck geschickt wurde. Doch als er dort ankam, war von einem körperhaften Schiff nichts zu sehen, nicht eine Spur, weder nah noch fern bis zum Horizont hin, da die Nacht klar und die See ruhig war. Insgesamt 13 Personen sahen das Schiff. … Um 10 Uhr 45 stürzte der Matrose, der in der Frühe den Fliegenden Holländer gesichtet hatte, von der Saling der Vor-Marsstenge und wurde völlig zerschmettert.[10]

Zwei andere Schiffe des Verbandes, die HMS Cleopatra und die HMS Tourmaline sollen das rote Licht ebenfalls bemerkt haben. Dieses Zeugnis scheint gewichtig und wird praktisch immer zitiert, wenn von Sichtungen des Fliegenden Holländers die Rede ist. Ein entsprechender Eintrag im Logbuch der Inconstant ist zwar nicht bekannt und Prinz George war damals gerade erst 16 Jahre alt, eine aus der Luft gegriffene Darstellung wäre aber kaum zeitnah mit offizieller Unterstützung publiziert worden.

Orkney Belle 1911

Im Januar 1911 soll der Fliegende Holländer von der Mannschaft der Orkney Belle, eines schottischen Walfängers, vor Island gesichtet worden sein. Man hörte dreimal eine Glocke schlagen, dann wendete das Geisterschiff nach steuerbord und verschwand. 1914 soll die Orkney Belle als eines der ersten britischen Schiffe im Ersten Weltkrieg von der deutschen Marine versenkt worden sein.[11]

HMS Jubilee 1942

Am 3. August 1942, 21 Uhr soll der Fliegende Holländer der HMS Jubilee begegnet sein, die auf dem Weg zur britischen Marinebasis in Simon’s Town bei Kapstadt war. Sowohl der 2. Offizier Davies als auch der 3. Offizier Nicholas Monsarrat sahen einen Schoner, der unter vollen Segeln lief, obwohl Windstille herrschte. Um eine Kollision zu vermeiden, musste die Jubilee ausweichen. Monsarrat war ein bekannter Autor von Seegeschichten und verwertete sein Erlebnis in der Romanreihe The Master Mariner, von der vor seinem Tod nur der erste Band Running Proud (1978) erscheinen konnte.[12]

Straat Magelhaen 1959

Der vorerst letzte Bericht über eine Sichtung stammt von der Straat Magelhaen, einem niederländischen Frachter, in der Nacht des 7./8. Oktober 1959. Der Kapitän P. Algra und sein zweiter Offizier wollten dem unter vollen Segeln fahrenden Fliegenden Holländer begegnet sein, wobei ein Mann am Steuerrad des Geisterschiffes klar zu sehen war. Kurz bevor es zu einer Kollision gekommen wäre, verschwand das Schiff.[12][13]

Gestaltungen der Sage

Literatur

Bekannteste Gestaltung ist zwar die Oper Der Fliegende Holländer von Richard Wagner, die am 2. Januar 1843 in Dresden uraufgeführt wurde, für die Entwicklung des Stoffes waren aber literarische Gestaltungen maßgeblich.

Frühe Berichte

Die ersten Hinweise erscheinen in Reiseberichten und Seemannserinnerungen des späten 18. Jahrhunderts. Jeffrey Baron de Raigersfeld berichtet, er habe 1787 den Fliegenden Holländer selbst gesehen und die Sage gehört, dass es einer von zwei holländischen Ostindienfahrern sei, die sich gegenseitige Hilfe in Not versprochen hatten. Der Kapitän des verfluchten Schiffes hatte dieses Versprechen gebrochen und müsse nun zur Warnung endlos über die Meere segeln.[14] Bei dem französischen Admiral Augustin Jal erscheint ein tyrannischer Kapitän, der um 1800 um jeden Preis das Kap umrunden will, einen unwilligen Matrosen über Bord wirft und zur Strafe von Gott verdammt wird.[15] Beide Berichte erscheinen aber erst in den 1830er Jahren.

Lyrische Gestaltungen

In der Literatur erscheint das gespenstische Schiff mit dem verfluchten Kapitän 1798 in der Ballade The Rime of the Ancient Mariner von Samuel Taylor Coleridge. Der titelgebende alte Seemann lädt Fluch und Strafe auf sich, als er einen Albatros mutwillig erschießt, und erst als er die Schönheit der Schöpfung erkennt, darf er wieder an Land, muss aber jedem, dem er begegnet, den begangenen Tiermord beichten.

In den folgenden Jahren erscheinen im angelsächsischen Raum eine Reihe lyrischer Werke mit Gespensterschiffen: In John Leydens Verserzählung Scenes of Infancy (1803) ist es ein Sklavenschiff, auf dem die Pest ausgebrochen ist, das in keinem Hafen mehr Aufnahme findet und daher für immer über die Meere treibt, in gleißendes Licht gehüllt und mit Gespenstern als Mannschaft. Er ergänzt in einer Fußnote, dass unter Seeleuten der Glaube verbreitet sei, dass an der Südspitze Afrikas das Aufkommen schwerer Stürme durch das Erscheinen eines Geisterschiffes namens Fliegender Holländer angekündigt werde:

Tief in der Nacht der glosende Leib eines mit geblähtem Toppsegel rasch mitten hinein in den Wind fliegenden Schiffes. Die Mannschaft hatte sich in der Frühzeit der Seefahrt, so nimmt man an, eines üblen Frevels schuldig gemacht, war mit der Pest geschlagen worden […] und dazu verdammt, noch immer das Meer zu befahren, das ihr Untergang war, bis die Zeit ihrer Buße vorbei ist.[16]

Leydens Freund Walter Scott greift das auf und erweitert es in Rokeby (1813).[17] Weitere Begegnungen mit unheimlichen Schiffen finden sich in Thomas Campbells The Spectre Boat (1822), The Death-Boat of Heligoland und Richard Henry Danas The Buccaneer.

1804 hatte Thomas Moore in einer Fußnote seines Gedichts Written on passing Dead-man’s Island in the Gulf of St. Lawrence den Fliegenden Holländer als Inspiration für die Beschreibung eines düster-gespenstischen Schiffes in seinem Gedicht benannt. Dort heißt es:

Fast gliding along, a gloomy bark
Her sails are full, though the wind is still,
And there blows not a breath her sails to fill.

Vanderdecken’s Message Home

Im Jahr 1821 erscheint die erste Prosafassung, die alle Grundmotive der Sage abdeckt, in Blackwood’s Edinburgh Magazine.[18] Als Autor wurde inzwischen ein gewisser John Howison (fl. 1821–59), Angehöriger der East India Company, identifiziert.[19] In dieser als Bericht eines Augenzeugen gehaltenen Erzählung ist der Name des Fliegenden Holländers Vanderdecken und sein Schiff ein holländischer Kauffahrer aus Amsterdam, das 70 Jahre zuvor einen ganzen Tag lang versucht hatte, um das Kap zu kommen. Am Abend wurde es von einem anderen Schiff angerufen und gefragt, ob es nicht besser sei, in die Bucht zu laufen, worauf der Kapitän antwortete:

Ich will auf ewig verdammt sein, wenn ich das tue, und wenn ich bis zum Jüngsten Tag hier herumkreuzen muss.[20]

Was natürlich auch prompt in Erfüllung ging. Das Schiff des Erzählers begegnet dem Fliegenden Holländer in stürmischer See, der Holländer lässt ein Beiboot zu Wasser und einer der Männer aus dem Beiboot kommt an Bord des Schiffs des Erzählers. Er erscheint als ganz gewöhnlicher Seemann, hält ein paar Briefe in der Hand und bittet, diese nach Amsterdam zu bestellen. Man antwortet ihm, das hätte wohl nicht viel Sinn, da die Empfänger wohl lange schon tot seien. Darauf zeigt sich der Matrose und die anderen Männer im Beiboot sehr betrübt und von Heimweh zerrissen. Nun wird zu jedem einzelnen Brief, den der Matrose bestellt haben will, ihm gesagt, warum das nicht mehr möglich sei. Zum Schluss legt der grausam enttäuschte Matrose den Packen Briefe, den niemand annehmen will, auf das Deck und verschwindet. Die Briefe werden schließlich über Bord gespült, worüber man allgemein sehr erfreut ist. Der Titel der Erzählung ist „Vanderdeckens Brief oder Die Dauerhaftigkeit natürlicher Zuneigung“ („Vanderdecken’s Message Home. Or the Tenacity of Natural Affection“), und der Aufbau der Erzählung legt nahe, dass sie genau darauf abzielt, die Haltbarkeit von Emotionen und Affekten über Zeit und Verdammnis hinaus am Beispiel des Fliegenden Holländers Vanderdecken, der so gerne sein Weib wieder gesehen und ihr die versprochenen Spiegel für das Wohnzimmer gebracht hätte, zu exemplifizieren.

Diese kleine Novelle erschien bereits 2 Monate später ohne Herkunftsangabe in deutscher Übersetzung im Stuttgarter Morgenblatt für gebildete Stände.[21] Es dürfte damit die erste Publikation der Holländersage im deutschen Sprachraum sein.[22]

Washington Irving

1822 erschien in Washington Irvings Geschichtensammlung Bracebridge Hall die Kurzgeschichte The Storm-Ship.[23] Darin erzählt Irving eine Geschichte aus der Zeit, als New York noch eine holländische Kolonie war und Neu-Amsterdam hieß. In diesem verschlafenen Nest wird eines Tages ein Schiff gesichtet, das mit vollen Segeln gegen den Wind den Hudson hinauf läuft und weder auf Anruf noch auf Kanonenbeschuss reagiert. Die Kanonenkugel scheint durch dieses Schiff einfach hindurch zu fliegen.

Das Schiff verschwindet schließlich, wird aber in den folgenden Wochen immer wieder im Unterlauf des Hudson gesichtet. Hans van Pelt, ein alter Holländer, der auch die Kolonie am Kap der Guten Hoffnung kennt, meint, es sei der Fliegende Holländer, der nun nach Amerika gekommen sei, nachdem er am Kap einen Hafen zu finden aufgegeben habe. Andere meinen, das Schiff sei die Half Moon unter dem Kommando von Henry Hudson, der 1609 im Auftrag der Ostindien-Kompanie eine Nordwestpassage nach China suchen sollte.[24]

Die Sichtungen wurden mit der Zeit seltener, hörten aber nie ganz auf, und man meinte, dass sie ein schlechtes Omen seien, das auf das Ende der niederländischen Kolonien an der Ostküste Amerikas hinwies.

Wilhelm Hauff

Illustration zu Wilhelm Hauffs Märchen Die Geschichte von dem Gespensterschiff
→ Hauptartikel: Die Geschichte von dem Gespensterschiff

1826 veröffentlichte Wilhelm Hauff Die Geschichte von dem Gespensterschiff in seinem Almanach auf das Jahr 1826. In seiner Erzählung transponiert Hauff das Motiv vom verfluchten Kapitän und seiner untoten Mannschaft in einen orientalisch-islamischen Kontext.[25]

In der Rahmenerzählung der Karawane berichtet der Erzähler Achmet die Begegnung mit dem verfluchten Schiff als eigenes Erlebnis: Aus einem Schiffbruch kann Achmet sich mit einem Diener als einzige Überlebende auf dieses Schiff retten, dessen Besatzung aus Leichen besteht, die sich nicht von der Stelle bewegen lassen. Der Leichnam des Kapitäns aber ist mit einem Nagel durch den Kopf an den Mastbaum geheftet. In der folgenden Nacht verfallen die Geretteten in einen lähmenden Schlaf, in dem sie Geräusche von Tritten und Waffengeklirre zu hören meinen und als der Diener für einen Augenblick erwacht, sieht er den Kapitän und den Steuermann lebendig in der Kajüte sitzen, singend und trinkend. In der folgenden Nacht gelingt es ihnen, wach zu bleiben, indem sie Koranverse beten und dazu einen Spruch aufsagen, den der Diener Ibrahim von seinem Großvater kannte.

Das hilft. Aus einer Nebenkammer beobachten sie Kapitän und Steuermann sich in einer fremden Sprache streitend, gefolgt von Kampfgeräuschen an Deck. Am anderen Tag ist alles wieder so wie es war. Zudem scheint über Nacht die Mannschaft die bei Tag gesegelte Strecke wieder zurückzusegeln. Um das zu verhüten, umwickeln sie zur Nacht die eingezogenen Segel mit Koranversen und dem Zauberspruch auf Pergament und segeln bei Tag in die Richtung, in der sie Land vermuten. Am sechsten Tag erreichen sie so die indische Küste und gehen nah einer Stadt an Land. In der Stadt suchen sie einen weisen Mann auf. Der rät ihnen, die Toten an Land zu bringen, was auch gelingt, indem man sie samt den Planken unter ihnen aus dem Deck sägt. An Land gebracht, zerfallen sie sogleich zu Staub. Schließlich ist nur noch der Kapitän an Bord, da der Nagel auf keine Weise sich aus dem Mast lösen lässt.

Aber sobald der weise Alte ihm etwas Erde auf das Haupt gestreut und einen Zauberspruch gemurmelt hat, schlägt der Kapitän die Augen auf und berichtet nun, was den Fluch über ihn, sein Schiff und seine Mannschaft brachte: Sie waren Seeräuber gewesen und der frevelhafte Mord an einem frommen Derwisch hatte dessen Fluch auf sie gebracht, nicht leben und sterben zu können, bis sie ihr Haupt auf die Erde legen. Nach dem Mord war eine Meuterei ausgebrochen, in der alle umkamen, jedoch in der Nacht erwachten sie alle zu untotem Leben und mussten immer wieder die Ereignisse der Mordnacht wiederholen. Nachdem er seinen Bericht gegeben hat, stirbt der Kapitän und zerfällt auch zu Staub. Achmet aber nimmt die Schätze des Schiffes und kehrt zweimal so reich als zuvor nach Basora zurück.

Edward Fitzball

Frontispiz von Isaac Robert Cruikshank zu Edward Fitzballs The Flying Dutchman

Das erste Schauspiel, das den Fliegenden Holländer auf die Bühne brachte, war The Flying Dutchman; or, The Phantom Ship von Edward Fitzball, auch bekannt als „The Terrible Fitzball“ wegen seiner Vorliebe für schaurige Sujets und Grand-Guignol-Effekte.[26] Das Stück hatte am 1. Januar 1827 im Londoner Adelphi Premiere und kann dort von Heinrich Heine gesehen worden sein, der im April 1827 nur einige Straßen weiter wohnte.[27] Die Musik stammte von George Rodwell, damals Direktor des Adelphi.

Bei Fitzball wird der Holländer Vanderdecken von Rockalda, dem bösen Geist der Meerestiefe, verflucht und darf nur alle 100 Jahre an Land. In der Eingangsszene gewährt die Meerhexe Rockalda dem Holländer Audienz in ihrer Grotte und gestattet ihm den Landgang, zusätzlich Unsichtbarkeit und Unverwundbarkeit. Dort soll er eine Braut finden, die ihm dann die nächsten 100 Jahre als Weib und der Meerhexe als Sklavin dienlich sein würde. Die Brautschau wird erschwert durch den Umstand, dass der Holländer an Land Schweigen bewahren muss.

Als Opfer ausersehen ist Lestelle Vanhelm, Nichte von Kapitän Peppercoal, die im Turm eines Schlosses am Kap der Guten Hoffnung zusammen mit ihrer Gesellschafterin Lucy wohnt. An der Wand ihres Zimmers hängt ein Gemälde des jungen Vanderdecken, datiert 1727 (also genau 100 Jahre vor der Londoner Premiere). Als ihr zukünftiger Ehemann ist Mynherr Peter Von Bummel aus Amsterdam ausersehen, Lestelle hat aber bereits ein heimliches Liebesverhältnis mit dem hübschen Leutnant Mowdrey und Lucy hat sich derweil in Mowdreys Begleiter Toby Varnish, einen Maler, verliebt.

Als in der Folge die drei Bewerber, Von Bummel, Mowdrey und Vanderdecken sich in dem Turm Stelldicheins geben, ist einiges Potential vorhanden für Verwirrung, Verwechslung und auch Verkleidung, da Lestelle in einer Truhe das Kleid von dessen letzter Braut findet.[28] Dieses Potential darf sich auch entfalten, mit reichlich Theaterdonner und Bühneneffekte, auf deren Bereitstellung die Bühnentechnik des Adelphi ausgelegt war. Dazu gehörten sogar elektrische Effekte mit Voltaischen Säulen, wodurch Vanderdecken aus seinem Finger einen „Zauberstrahl“ springen lässt.

Schließlich wird Lestelle von Vanderdecken entführt und in eine Meerhöhle gebracht, wo sie sich in das mystische Buch der Meerhexe eintragen soll, um auf 100 Jahre Sklavin zu sein. Mowdrey kommt hinzu, kann aber mit seinem Schwert gegen den unverwundbaren Vanderdecken nichts ausrichten, der im Augenblick des Triumphes ausruft: „Stirb! Sterblicher!“ – und eben dadurch besiegt ist, denn er hat sein Schweigen gebrochen. Die Liebenden Lestelle und Mowdrey sollen aber bis zu Vanderdeckens Wiederkehr in der Höhle eingeschlossen bleiben. Aus diesem Gefängnis kann keiner sie retten, außer einem auf See geborenen Sohn eines Seemanns. Glücklicherweise ist Toby Varnish genau das. Varnish kommt in die Höhle und steckt mit seiner Fackel das Zauberbuch an. Vanderdecken versinkt, alle sind gerettet und das Stück endet.[29]

Eine weitere Bühnenbearbeitung des Stoffes, The Flying Dutchman; or The Spectral Ship von Douglas William Jerrold, erschien 1829.

Heinrich Smidt

Heinrich Smidt ist es zu danken, dass der Pudel nicht nur im Faust, sondern auch an Bord des Fliegenden Holländers einen Platz fand. 1825 fasste er den Inhalt seines 1822 erschienenen Gedichts Der ewige Segler folgendermaßen zusammen:

Die Holländer erzählen: einer ihrer Landsleute […] sey aus Ostindien zurückgekehrt, habe aber den Ort seiner Bestimmung, Amsterdam […] nicht erreichen können weil ohne Aufhören ein contrairer Wind geweht habe. Nach zwanzigwöchentlichem Umhertreiben habe er sich und sein ganzes Schiff verflucht und der Hölle zugeeignet, und geschworen, er wolle sein ganzes Leben im Ocean zubringen. Plötzlich erhob sich ein Sausen und Brausen, es war wie finstre Nacht; die Schiffsleute wurden den Augen des Schiffers entrückt, und durch die Vorsehung in ihr Vaterland versetzt; nur er blieb zurück, ein ewiger Spielball der Elemente. Mit ihm ein großer, weißer Pudel. Dieser sitzt immer aufrecht bei seinem Herrn am Steuerruder, ein Platz, den dieser nie verläßt. Unaufhaltsam treibt Sturm und Wetter ihn von Land zu Land, von Küste zu Küste; und wenn er landen will führt ihn ein pfeilschneller Sturm von dannen. Eingehüllt in einen schwarzen Mantel und unbedeckten Hauptes starrt er in die dunkle Nacht hinaus:
„So haben, bei schauriger Winde Weh’n,
Ihn oftmals die Söhne des Meeres gesehn.“[30]

Smidt hat das Motiv des Gespensterschiffes mehrfach gestaltet, so auch in der ebenfalls unter dem Titel Der ewige Segler erschienenen Novelle (1828 in Seegemälde). Darin soll ein liebendes Paar, Elise und ihr Kapitän Milton, vom Vater an der Heirat gehindert werden. Elise schwört, sich vom Kreidefelsen in Dover zu stürzen, falls sie nicht ihren Milton bekommt, dieser verschwört sich darauf, er wolle dann „ewig umherirren im öden Gewässer des wilden Oceans“,[31] und wird so zum Fliegenden Holländer. Außerdem erscheinen Gespensterschiffe in Smidts Erzählungen Der Geister-Lootse und Das Todtenschiff, beide in Seemanns-Sagen und Schiffer-Märchen (1835).[32]

Heinrich Heine

Im Werk von Heinrich Heine erscheint der Fliegende Holländer zweimal. Das erste Mal 1827 ganz beiläufig in einem Satz in Die Nordsee,[33] das zweite Mal im 7. Kapitel des 1834 erschienenen Fragments Memoiren des Herren von Schnabelewopski. Dort steht:

„Die Fabel von dem Fliegenden Holländer ist euch gewiss bekannt. Es ist die Geschichte von dem verwünschten Schiffe, das nie in den Hafen gelangen kann, und jetzt schon seit undenklicher Zeit auf dem Meere herumfährt. Begegnet es einem anderen Fahrzeuge, so kommen einige von der unheimlichen Mannschaft in einem Boote herangefahren und bitten, ein Paket Briefe gefälligst mitzunehmen. Diese Briefe muss man an den Mastbaum festnageln, sonst widerfährt dem Schiffe ein Unglück, besonders wenn keine Bibel an Bord oder kein Hufeisen am Fockmaste befindlich ist. Die Briefe sind immer an Menschen adressiert, die man gar nicht kennt, oder die längst verstorben, so dass zuweilen der späte Enkel einen Liebesbrief in Empfang nimmt, der an seine Urgroßmutter gerichtet ist, die schon seit hundert Jahren im Grabe liegt. Jenes hölzerne Gespenst, jenes grauenhafte Schiff führt seinen Namen von seinem Kapitän, einem Holländer, der einst bei allen Teufel geschworen, dass er irgendein Vorgebirge, dessen Namen mir entfallen, trotz des heftigen Sturms, der eben wehte, umschiffen wollte, und sollte er auch bis zum Jüngsten Tag segeln müssen. Der Teufel hat ihn beim Wort gefasst, er muss bis zum Jüngsten Tage auf dem Meere herumirren, es sei denn, dass er durch die Treue eines Weibes erlöst werde.“[34]

Im Anschluss berichtet der Erzähler von einem Theaterbesuch, wo er ein Stück über den Fliegenden Holländer sah, sowie über eine pikante Bekanntschaft, die er dort machte. Das Stück endet, indem die Braut des Holländers sich von einem Felsen stürzt und der Holländer durch dieses Liebesopfer erlöst ist und mit seinem Schiff versinkt. Heine kommentiert:

„Die Moral des Stückes ist für die Frauen, daß sie sich in acht nehmen müssen, keinen Fliegenden Holländer zu heuraten; und wir Männer ersehen aus diesem Stücke, wie wir durch die Weiber, im günstigsten Falle, zugrunde gehn.“[35]

Wilpert vermutet Heines Quelle in einer Binnenerzählung des seinerzeit recht bekannten und von Heine gelesenen Studentenromans Karl Bertholds Tagebuch von Martin Hieronymus Hudtwalcker (1826), die im Wesentlichen den Inhalt von Vanderdecken’s Message Home wiedergibt.[36] Die Übereinstimmungen der Beschreibung des im Schnabelewopski geschilderten Stückes mit dem Stück von Fitzball sind allerdings auch bemerkenswert.[27] In der von Heine erzählten Handlung des fiktiven Stücks darf der namenlose Holländer alle 7 Jahre an Land. Bei einem solchen Aufenthalt lernt er einen Schotten kennen und trifft dessen Tochter, die recht erschrocken ist, denn sie besitzt als Erbstück ein Gemälde, „ein getreues Konterfei des Fliegenden Holländers, wie man ihn vor hundert Jahr in Schottland gesehen“,[37] und der Überlieferung nach sollen die Frauen der Familie sich vor Männern hüten, die dem Porträt gleichsehen – was für den Holländer natürlich zutrifft. Der Holländer aber ist – ganz anders als Fitzballs alles im Umkreis behexender Vanderdecken – durchaus von gesittetem Auftreten und setzt eher auf Empathie. Er berichtet, wie er

„[…] auf der unermeßlichen Wasserwüste die unerhörtesten Leiden erdulden müsse, wie sein Leib nichts anderes sei als ein Sarg von Fleisch, worin seine Seele sich langweilt, wie das Leben ihn von sich stößt und auch der Tod ihn abweist: gleich einer leeren Tonne, die sich die Wellen einander zuwerfen und sich spottend einander zurückwerfen, so werde der arme Holländer zwischen Tod und Leben hin und her geschleudert, keins von beiden wolle ihn behalten; sein Schmerz sei tief wie das Meer, worauf er herumschwimmt, sein Schiff sei ohne Anker und sein Herz ohne Hoffnung.“[38]

Damit hat er Erfolg, denn auf die Frage „‚Katharina, willst du mir treu sein?‘, antwortet sie entschlossen: ‚Treu bis in den Tod.‘“ Später wird sie das einlösen und den Holländer durch ihren Opfertod retten.

Während 1821 der Fliegende Holländer noch ganz unbekannt war, sodass z. B. der deutsche Übersetzer von Vanderdecken’s Message Home von einem „Fliegenden Hollandfahrer“ sprach, kann Heine 1834 die Sage als allgemein bekannt voraussetzen. Dennoch hat das relativ beiläufige Erscheinen des Holländers bei Heine zur allgemeinen Bekanntheit im deutschen Sprachraum wesentlich beigetragen.

Insbesondere auf die Gestaltung durch Richard Wagner hatte die heinesche Handlungsskizze direkten und prägenden Einfluss.[39] Dieser Einfluss wird von Wagner selbst 1843 noch ausdrücklich anerkannt: „Besonders die von Heine erfundene, echt dramatische Behandlung der Erlösung dieses Ahasverus des Ozeans gab mir alles in die Hand, diese Sage zu einem Opernsujet zu benützen.“ 1871 nennt er den Stoff „die von Heine einem holländischen Theaterstücke gleichen Titels entnommene Behandlung“,[40] greift also die heinesche Fiktion eines in Amsterdam gesehenen Stückes auf und entzieht Heine zugleich die zuvor anerkannte Autorschaft, wohl vor dem Hintergrund von Wagners zunehmendem Antisemitismus.

Frederick Marryat

„Fliegender Holländer“ in Terneuzen, im Hintergrund das Denkmal

Von Frederick Marryats 1839 erschienenem Roman The Phantom Ship[41] erschienen im gleichen Jahr noch drei unterschiedliche deutsche Übersetzungen und Marryats Roman wurde in der Folge im deutschen Sprachraum populärer als im englischen.

Bei Marryat hat der aus Terneuzen in Holland stammende Vanderdecken bei dem Versuch, das Kap der Guten Hoffnung zu umsegeln, zunächst den widerspenstigen Lotsen über Bord geworfen und dann beim Kreuz Christi geschworen, bis an den Jüngsten Tag sein Vorhaben nicht aufzugeben. Vanderdeckens Sohn Philip erfährt nun von seiner im Sterben liegenden Mutter, dass der Vater erlöst werden könne, wenn jemand die Reliquie des Heiligen Kreuzes zu ihm an Bord bringe, was der treue Sohn fortan zu seiner Lebensaufgabe macht. Diesem Vorhaben stellt sich das Gespenst des Lotsen entgegen. Nach mehreren Versuchen und Schiffbrüchen gelingt es dem Sohn, an Bord des Gespensterschiffes zu kommen, wo er zusammen mit seinem Vater Erlösung und Ruhe findet.[42]

Marryats Roman ist auch die Grundlage dafür, dass Terneuzen sich als Geburtsstadt des Fliegenden Holländers betrachtet und das entsprechend touristisch verwertet.

Weitere literarische Gestaltungen

Die literarischen Gestaltungen der Sage vom Holländer sowie des Stoffs des Gespensterschiffes sind im 19. Jahrhundert sehr zahlreich, vor allem im Gedicht und dort besonders in Ballade und Versepos, und finden Nachfolger bis in die Gegenwart. Zu nennen sind unter anderen:

  • 1830 Joseph Christian von Zedlitz Das Geisterschiff, Ballade[43]
  • 1834 Alexander von Sternberg Der fliegende Holländer, Novelle (in Novellen Bd. 4)
  • um 1836 Oskar Ludwig Bernhard Wolff Der fliegende Holländer
  • 1837 Annette von Droste-Hülshoff Der Strandwächter am deutschen Meere und sein Neffe vom Lande, Ballade
  • 1837 Niklas Müller Das Geisterschiff (in: Lieder)
  • um 1840 Adolf von Tschabuschnig Das Geisterschiff, Ballade
  • 1839 William Johnson Neale The Flying Dutchman, Roman
  • 1840 Theodor Fontane Das Gespensterschiff
  • 1840 Friedrich Brunold Das Totenschiff (in: Romanzen und Lieder)
  • 1841 Robert Eduard Prutz Allerseelen (in: Gedichte)
  • 1843 Moritz Graf von Strachwitz Das Geisterschiff
  • 1858 Henry Wadsworth Longfellow The Phantom Ship (in: The Courtship of Miles Standish and Other Poems)
  • 1859 Edmund Hoefer Das schwarze Schiff, Erzählung
  • 1871 Albert Emil Brachvogel Der fliegende Holländer, Roman
  • 1872 Henry Wadsworth Longfellow The Ballad of Carmilhan (in: Tales of a Wayside Inn, II)
  • 1873 Anton Ohorn Der fliegende Holländer, Versepos
  • 1888 William Clark Russell The Death Ship, Roman
  • 1892 Julius Wolff Der fliegende Holländer, Versepos 1892[44]
  • 1894 George Griffith The true fate of the Flying Dutchman, Erzählung
  • 1896 Henry A. Hering The crew of the Flying Dutchman, Erzählung
  • 1911 Georg Heym Der fliegende Holländer, Gedicht (in: Der ewige Tag)
  • 1919 Lulu von Strauß und Torney Schiff Ahoi!, Ballade (in: Reif steht die Saat)
  • 1930 Martinus Nijhoff De vliegende Hollander
  • 1956 Karl Friedrich Kohlenberg Ich runde das Kap. Die Chronik des fliegenden Holländers.
  • 1966 Marie Luise Kaschnitz Schiffsgeschichte, Erzählung (in: Ferngespräche)
  • 1968 Gabriel García Márquez Die letzte Reise eines Gespensterschiffes (Originaltitel: El ultimo viaje del buque fantasma)
  • 1991 Tom Holt Flying Dutch, Roman
  • 2001 Gerhard Ortinau Die Nacht des schlaflosen Kellners, Theaterstück
  • 2005 Manuel Vázquez Montalbán El barco fantasma

Musik

  • Richard Wagner: Der fliegende Holländer (1840–1841, UA: 2. Januar 1843 Königlich Sächsisches Hoftheater Dresden. Überarbeitet 1852 (Zürich) und 1864 (München))
  • Pierre-Louis Dietsch: Le vaisseau fantome, Paris, 1842
  • Achim Reichel: Der Fliegende Holländer (1977) aus dem Album Klabautermann
  • Jethro Tull: Stormwatch (1979), #25. in England
  • Dieter Thomas Heck: Die Fahrt der Queen Anne aus dem Album Es ist Mitternacht, John
  • Lack of Limits: The Dutchman’s Curse
  • Iron Maiden: Rime Of The Ancient Mariner
  • Zed Yago: From over Yonder (1988)
  • Carach Angren: Death Came Through A Phantom Ship (2010)
  • Philipp Polzin (Musik, Buch, Liedtexte) / Christian D. Dellacher (Musik, Orchestrierung und Arrangements) / Daniel Werner (Grundkonzept, Art-Work): Der fliegende Holländer – Das Musical (konzertante UA: 23. Februar 2018, Klaus-von-Bismarck-Saal WDR Funkhaus Wallrafplatz Köln)[45][46]

Bildende Kunst

The Flying Dutchman von Albert Pinkham Ryder, Smithsonian American Art Museum, Washington, D.C.
  • 1869 Der fliegende Holländer, Gemälde von Heinrich Spieß
  • 1887 The Flying Dutchman, Gemälde von Albert Pinkham Ryder
  • 1890 Fliegender Holländer, Gemälde von Hermann Hendrich
  • 1892 Der fliegende Holländer, Gemälde von Johan Jacob Benetter
  • 1908 The Flying Dutchman, Gemälde Louis Michel Eilshemius
  • 1913 Der fliegende Holländer, Gemälde von Anton Hackenbroich

Film und Fernsehen

Kulisse der Flying Dutchman aus Fluch der Karibik im Disney-Resort Castaway Cay
  • 1918 Der fliegende Holländer, Stummfilm mit Olga Desmond
  • 1951 Pandora und der Fliegende Holländer, mit James Mason und Ava Gardner
  • 1964 Der fliegende Holländer, Opernverfilmung von Joachim Herz (DDR 101 min[47])
  • 1976 The Flying Dutchman (deutsch: Das Geisterschiff), Folge 7 der 3. Staffel der Serie Im Land der Saurier[48]
  • 1995 De vliegende Hollander, niederländischer Film von Jos Stelling (NL 140 min[49])
  • 2001 The Mathematic of Tears, Folge 12 der 1. Staffel der Serie Gene Roddenberry's Andromeda[50]
  • 2006 Pirates of the Caribbean – Fluch der Karibik 2
  • 2007 Pirates of the Caribbean – Am Ende der Welt
  • 2017 Pirates of the Caribbean – Salazars Rache

Comic und Zeichentrick

Donald Duck

1959 erschien der Fliegende Holländer in der Donald-Duck-Geschichte „Der Fliegende Holländer“ von Carl Barks (Originaltitel: The Flying Dutchman).[51] Onkel Dagobert hat für 1000 Taler die Logbücher einer holländischen Schifffahrtslinie erworben, wo er Hinweise auf das Schiff Fliegender Holländer findet, das mit einer Ladung Goldbarren verschollen ist, worauf sich Dagobert zusammen mit Donald und den Neffen auf Schatzsuche macht. Nachdem durch einen Navigationsfehler zunächst das Hauptkabel des afrikanischen Invasionsabwehralarmdienstes gehoben wurde, macht man sich erneut auf die Suche und steuert nach Süden, Richtung Antarktis. In stürmischer Nacht sehen die Ducks dann selbst den Holländer mit blutroten Segeln gegen den Wind durch die Wolken fliegen, worauf Dagobert und Donald etwas mulmig wird. Tatsächlich wird durch Donalds Tollpatschigkeit der Kompass zerstört und das Schiff treibt orientierungslos im Nebel. Ein Blitz schlägt in das Steuerrad, der Proviant wird knapp und es wird immer kälter, derweil nähert man sich der Position, an der Dagobert den Fliegenden Holländer lokalisiert zu haben meint. Dort findet sich das uralte Schiff denn auch, eingefroren in einen Eisberg. Die Ducks können nicht nur das Gold bergen, sondern auch einen Kompass und ein Steuerrad und so wieder nach Hause steuern.

SpongeBob

In der Fernsehserie SpongeBob Schwammkopf erscheint der Holländer als grünlich leuchtender Geist ohne Füße, statt Schuhen trägt er daher – gelegentlich – eine große Socke.[52]

Weitere Anspielungen und Bezüge:

  • in der Fernsehserie The Simpsons: Das von Captain MacAllister geleitete Fischrestaurant in Springfield heißt „The Frying Dutchman“ („Der frittierende Holländer“).[53]
  • in der Serie Käpt’n Balu und seine tollkühne Crew, in der Folge „Beckys schönster Traum“ als Captain Stansbury
  • in der Anime-Serie One Piece, Erstauftritt Episode 525

Sonstiges

  • Flying Dutchman – Segelbootklasse, 1951 entwickelt, 1960–1992 olympisch

Literatur

  • Wolfgang Biesterfeld: Fliegender Holländer. In: Kinder- und Jugendliteratur. Ein Lexikon. Hrsg. v. Kurt Franz, Günter Lange, Franz-Josef Payrhuber. Meitingen: Corian. Teil 6: Themen/Motive/Stoffe. 42. Ergänzungs-Lieferung Februar 2015, S. 1–19.
  • J. Q. Davies: Melodramatic Possessions: The Flying Dutchman, South Africa, and the Imperial Stage, ca. 1830. In: Opera Quarterly, Band 21, 2005, Nr. 3, S. 496–514, doi:10.1093/oq/kbi058, oxfordjournals.org
  • Manfred Frank: Die unendliche Fahrt. Die Geschichte des Fliegenden Holländers und verwandter Motive. Reclam, Leipzig 1995, ISBN 3-379-01537-7.
  • Olaf Fritsche: Gibt es Geisterschiffe wirklich? – Die Wahrheit hinter den Meeres-Mythen. Rowohlt Taschenbuch Verlag, Reinbek 2018, ISBN 978-3-499-63253-2.
  • Helge Gerndt: Fliegender Holländer und Klabautermann. Sagengestalten der See. Göttingen 1971, ISBN 3-509-00533-3.
  • Gernot Giertz (Hrsg.): Vasco da Gama. Die Entdeckung des Seewegs nach Indien. Ein Augenzeugenbericht 1497–1499. Thienemann, Stuttgart 2002, ISBN 3-522-61070-9.
  • Gerrit Kalff: De Sage van den Vliegenden Hollander. Naar behandeling, oorsprong en zin onderzocht. Thieme, Zutphen 1923. (Breit angelegte Stoffsammlung mit psychoanalytischer Deutung.)
  • Gero von Wilpert: Die deutsche Gespenstergeschichte. Motiv, Form, Entwicklung (= Kröners Taschenausgabe. Band 406). Kröner, Stuttgart 1994, ISBN 3-520-40601-2, S. 278–303.
  • Burkhardt Wolf: Kap der Stürme. Der Fliegende Holländer und die Irrfahrten maritimer Globalisierung. In: Hannah Baader und Gerhard Wolf (Hrsg.): Das Meer, der Tausch und die Grenzen der Repräsentation. Diaphanes, Zürich/Berlin 2010, S. 357–377.

Weblinks

Wikisource: Fliegender Holländer – Quellen und Volltexte
Commons: Fliegender Holländer – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
  • Briefmarkenmotive mit dem Fliegenden Holländer

Einzelnachweise

  1. ↑ Gaspar Correa: The Three Voyages of Vasco da Gama and his Viceroyalty. From the „Lendas da India“. Übers. v. Henry E. J. Stanley. London 1869, S. 63
  2. ↑ Wilpert: Gespenstergeschichte. 1994, S. 283
  3. ↑ Gerndt: Fliegender Holländer und Klabautermann. 1971, S. 107
  4. ↑ Lloyd’s Record of Losses – Schwarzbuch; Lloyd’s Buch der Schiffsverluste Jahrgangsbuch 1869, 1892, 1893, 1912, 1932
  5. ↑ Die in dem Stich gezeigte Vergrößerung in horizontaler Richtung (beim rechten Schiff) ist in der Realität äußerst unwahrscheinlich.
  6. ↑ Army and navy chronicle, and Scientific repository. Band 3, Nr. 26, S. 406, Digitalisathttp://vorlage_digitalisat.test/1%3D%7B%7B%7B1%7D%7D%7D~GB%3DZKZLAAAAYAAJ~IA%3D~MDZ%3D%0A~SZ%3DPA406~doppelseitig%3D~LT%3D~PUR%3D
  7. ↑ Margaret Baker: Folklore of the sea. David & Charles, Newton Abbot 1979, S. 59
  8. ↑ Malcolm Archibald: Sixpence for the wind. A knot of nautical folklore. Whittles, Latheronwheel 1999, S. 110
  9. ↑ Es wird öfters fälschlich behauptet, die Sichtung sei an Bord der HMS Bacchante erfolgt. Tatsächlich hielt sich Prinz George zu diesem Zeitpunkt vorübergehend an Bord der HMS Inconstant auf.
  10. ↑ At 4 a.m. the Flying Dutchman crossed our bows. A strange red light as of a phantom ship all aglow, in the midst of which light the masts, spars, and sails of a brig 200 yards distant stood out in strong relief as she came up on the port bow, where also the officer of the watch from the bridge clearly saw her, as did the quarterdeck midshipman, who was sent forward at once to the forecastle; but on arriving there was no vestige nor any sign whatever of any material ship was to be seen either near or right away to the horizon, the night being clear and the sea calm. Thirteen persons altogether saw her … At 10.45 a.m. the ordinary seaman who had this morning reported the Flying Dutchman fell from the foretopmast crosstrees on to the topgallant forecastle and was smashed to atoms. The Cruise of Her Majesty’s Ship „Bacchante“, 1879-1882. Compiled from the private journals, letters and note-books of Prince Albert Victor and Prince George of Wales, with additions by J. N. Dalton. London 1886, Bd. 1, S. 551, Digitalisathttp://vorlage_digitalisat.test/1%3D%7B%7B%7B1%7D%7D%7D~GB%3D~IA%3Dcruisehermajest01georgoog~MDZ%3D%0A~SZ%3Dn597~doppelseitig%3D~LT%3D~PUR%3D
  11. ↑ John Harding: Sailing’s strangest moments. Robson, London 2004, S. 14
  12. ↑ a b John Harding: Sailing’s strangest moments. Robson, London 2004, S. 15
  13. ↑ The Nautical magazine. Bd. 183/4 (1960), S. 46. Die Meldung des Vorfalls erfolgte am 21. Oktober.
  14. ↑ Jeffrey Baron de Raigersfeld: The Life of a sea officer. Privatdruck, ca. 1830. Neuauflage: Cassell, London 1929
  15. ↑ Augustin Jal: Scènes de la vie maritime. 1832
  16. ↑ „At dead of night, the luminous form of a ship glides rapidly, with topsails flying, and sailing straight in the wind’s eye. The crew of this vessel are supposed to have been guilty of some dreadful crime, in the infancy of navigation; and to have been stricken with pestilence […] and are ordained still to traverse the ocean on which they perished, till the period of their penance expire.“ Digitalisathttp://vorlage_digitalisat.test/1%3D%7B%7B%7B1%7D%7D%7D~GB%3D~IA%3Dscenesinfancyde00leydgoog~MDZ%3D%0A~SZ%3Dn88~doppelseitig%3D~LT%3D~PUR%3D
  17. ↑ Canto II,11
  18. ↑ Blackwood’s Edinburgh Magazine Bd. 9 (1821), Nr. 50, S. 127–131, Digitalisathttp://vorlage_digitalisat.test/1%3D%7B%7B%7B1%7D%7D%7D~GB%3D~IA%3Dblackwoodsmagazi09edinuoft~MDZ%3D%0A~SZ%3D125~doppelseitig%3D~LT%3D~PUR%3D
  19. ↑ Alan Lang Strout: A Bibliography of Articles in Blackwood’s Magazine 1817–1825. 1959, S. 78
  20. ↑ „May I be eternally damned if I do, though I should beat about here till the day of judgment.“ Blackwood’s Edinburgh Magazine 9, 50, S. 128
  21. ↑ „Vanderdeckens Botschaft in die Heimath, oder die Gewalt der Verwandtenliebe.“ In: Morgenblatt für gebildete Stände, Nr. 165–167 (Juli 1821)
  22. ↑ Johannes Barth: Neues zum Fliegenden Holländer. In: Fabula, Bd. 35 (1994), Heft 3/4, S. 311
  23. ↑ Washington Irving: The Storm-Ship. In: (ders.): Bracebridge Hall Bd. 2, 1822
  24. ↑ Nieuwe Wereldt ofte Beschrijvinghe van West-Indien, uit veelerhande Schriften ende Aen-teekeningen van verscheyden Natien. Bonaventure & Abraham Elseviers, Leiden 1625, S. 83
  25. ↑ Wilpert: Gespenstergeschichte. 1994, S. 288–290
  26. ↑ Larry Stephen Clifton: The terrible Fitzball: the melodramatist of the Macabre. Bowling Green 1993, S. 130 ff., 181
  27. ↑ a b J. Q. Davies: Melodramatic Possessions. In: Opera Quarterly Bd. 21 (2005), Nr. 3, S. 496
  28. ↑ Der Turm ist jeweils der Schauplatz von Vanderdeckens 100-jähriger Brautsuche.
  29. ↑ Frederick Burwick: „Der fliegende Holländer“, als er noch lustig war. In: Daniel Fulda, Antje Roeben, Norbert Wichard (Hrsg.): „Kann man denn auch nicht lachend sehr ernsthaft sein?“ Sprachen und Spiele des Lachens in der Literatur. de Gruyter, Berlin / New York 2010, S. 19–28
  30. ↑ Fußnote zu Der ewige Segler in dem Sammelband Poetische Versuche, 1825, lesekost.de (Memento vom 26. Februar 2015 im Internet Archive)
  31. ↑ Seegemälde 1828, S. 94
  32. ↑ Wilpert: Gespenstergeschichte. 1994, S. 290
  33. ↑ „die Geschichte vom Fliegenden Holländer, den man im Sturm mit aufgespannten Segeln vorbeifahren sieht und der zuweilen ein Boot aussetzt, um den begegnenden Schiffern allerlei Briefe mitzugeben, die man nachher nicht zu besorgen weiß, da sie an längst verstorbene Personen adressiert sind.“ Die Nordsee. 3. Abteilung. In: Reisebilder. Zweiter Teil. 1827. Siehe Heinrich Heine: Werke und Briefe. Band 3. 2. Auflage. Berlin/Weimar 1972, S. 100, zeno.org.
  34. ↑ Heinrich Heine: Werke und Briefe. Band 4. 2. Auflage. Berlin/Weimar 1972, S. 79, zeno.org
  35. ↑ Heinrich Heine: Werke und Briefe in zehn Bänden. Band 4. 2. Auflage. Berlin/Weimar 1972, S. 83, zeno.org
  36. ↑ Wilpert: Gespenstergeschichte. 1994, S. 290 f.
  37. ↑ Heine: Werke und Briefe. Band 4. 2. Auflage. Berlin/Weimar 1972, S. 80
  38. ↑ Heine: Werke und Briefe. Band 4. 2. Auflage. Berlin/Weimar 1972, S. 81.
  39. ↑ Wilpert: Gespenstergeschichte. 1994, S. 291 ff.
  40. ↑ Richard Wagner: Autobiographische Skizze. Fassung 1843 bzw. 1871. Zitiert Wilpert: Gespenstergeschichte. 1994, S. 297.
  41. ↑ E.L. Carey & A. Hart, London 1839, 3 Bde.; Erstdruck als Fortsetzungsroman in The New Monthly Magazine (März 1837 bis August 1839)
  42. ↑ Wilpert: Gespenstergeschichte. 1994, S. 300
  43. ↑ Joseph Christian von Zedlitz Das Geisterschiff (Memento vom 24. April 2014 im Internet Archive)
  44. ↑ projekt-gutenberg.org
  45. ↑ Philipp Polzin, Christian D. Dellacher und Daniel Werner: Der fliegende Holländer – Das Musical. Abgerufen am 27. Februar 2018. 
  46. ↑ Carmen Braun: Video: Musical – Der Fliegende Holländer. 13. Mai 2017 (wdr.de [abgerufen am 27. Februar 2018]). 
  47. ↑ Der fliegende Holländer bei IMDb
  48. ↑ Land of the Lost: Flying Dutchman (1976) bei IMDb
  49. ↑ De vliegende Hollander bei IMDb
  50. ↑ "Andromeda" – The Mathematics of Tears bei IMDb
  51. ↑ U. a. in: Die tollsten Geschichten von Donald Duck – Sonderheft Bd. 39 (1974). Original: Uncle Scrooge 25 (May 1959), siehe Uncle Scrooge: The Flying Dutchman
  52. ↑ Flying Dutchman im SpongeBob-Wiki
  53. ↑ The Frying Dutchman im Simpsons Wiki
Normdaten (Sachbegriff): GND: 4149127-0 (GND Explorer, lobid, OGND, AKS)



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Dieser Eintrag basiert auf dem Artikel Fliegender Holländer (Sage) aus der freien Enzyklopädie Wikipedia. Der Text steht unter der Lizenz Creative Commons Attribution-ShareAlike 4.0 International und ist frei verfügbar.

  1. Gargoyle (Fabelwesen)
  2. Globi
  3. Feldgeister
  4. Fenixmännlein

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