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Globster

Noir24admin Kryptozoologie 21. Juni 2026

Als Globster bzw. Blob (englisch: ‚Klumpen‘) bezeichnet man große, knochenlose und gummiartige Kadaver, die an verschiedenen Stellen des Meeres an den Strand gespült wurden. Während diese in kryptozoologischen Theorien als Überreste von Riesenkraken und anderen Kryptiden dargestellt werden, konnten die meisten durch wissenschaftliche Methoden als Überreste von Walen identifiziert werden.

Übersicht

Name Fundjahr Fundort Ursprung Evidenz
Monster von Stronsay 1808 Stronsay, Schottland Riesenhai anatomische Untersuchung[1]
Monster von

St. Augustine

1896 St. Augustine, Florida Wal biochemisch, mikroskopisch[2][3]
Trunko 1924 Margate, Südafrika
Tasmanischer Globster 1960 Tasmanische Westküste, Australien Wal biochemisch, mikroskopisch[3]
Neuseeländischer Globster 1965 Muriwai Beach, Neuseeland Wal Labortests[4]
Gambo 1983 Kotu, Gambia Existenz zweifelhaft
Bermuda Blob 1 1988 Mangrove Bay, Bermuda Wal biochemisch, mikroskopisch[2][3]
Nantucket Blob 1996 Nantucket, Massachusetts Finnwal genetisch, biochemisch, mikroskopisch[3]
Bermuda Blob 2 1997 Bermuda Wal biochemisch, mikroskopisch[3]
Neufundland Blob 2001 Fortune Bay, Neufundland, Kanada Pottwal genetisch[5]
Chilenischer Blob 2003 Los Muermos, Chile Pottwal genetisch, biochemisch, mikroskopisch[3]

Wissenschaftliche Untersuchungen

Eine Gruppe um Sidney K. Pierce von der University of Florida hat in zwei Studien Proben mehrerer Globster untersucht. Alle untersuchten Objekte stellten sich zweifelsfrei als Walüberreste heraus.

1995

Proben vom Bermuda Blob 1 und dem St. Augustine Monster wurden mit denen zweier Fische und je eines Krakens, Kalmars und Wals verglichen. Neben dem Aminosäureprofil wurden auch Untersuchungen mit einem Elektronenmikroskop durchgeführt.

Vergleich der Aminosäuren mehrerer Spezies (in ‰)
Probe Bermuda-
Kadaver

(1988)

St. Augustine-
Kadaver

(1896)

Gewöhnlicher Krake

(Mantel)

Todarodes pacificus

(Mantel)

Karpfen

(Haut)

Wal

(Haut)

Dornhai

(Haut)

Asparaginsäure 52 50 53 58 48 46 43
Threonin 27 28 28 26 25 24 23
Serin 47 45 52 47 43 41 61
Hydroxyprolin 79 54 95 89 82 89 60
Prolin 88 169 101 96 117 128 106
Glutaminsäure 83 82 64 86 69 70 68
Glycin 339 330 324 308 326 326 338
Alanin 113 106 100 89 119 111 106
Valin 25 18 19 21 18 21 25
Cystein 0 0 8 4 0 0 0
Methionin 0 0 6 8 14 5 18
Isoleucin 14 11 22 21 11 11 15
Leucin 32 28 30 32 22 25 25
Tyrosin 0 0 5 5 3 4 3
Phenylalanin 16 14 8 12 14 13 13
Hydroxylysin 13.1 15.3 15.7 16.1 7.1 6 5.5
Lysin 10 0.4 11 15 25 26 27
Histidin 6 4 3 7 5 6 13
Arginin 55 48 58 59 52 50 51

Beide Globster werden mikroskopisch als fast reines Kollagen beschrieben. Das Bindegewebe habe weder die biochemischen Charakteristika, noch die mikroskopische Anordnung, die man bei Wirbellosen, also insbesondere Kraken und Kalmaren, erwarten würde.

Es handle es sich bei beiden um die Haut eines warmblütigen Wirbeltiers, vermutlich die Überreste von Walblubber.[2]

2004

In einer weiteren Untersuchung wurden diverse Globster verglichen, u. a. die des St. Augustine-Kadavers. Neben den Aminosäureprofilen und einer Elektronenmikroskopie wurden die Proben auch genetischen Untersuchungen unterzogen.

Vergleich der Aminosäuren mehrerer Spezies (in ‰)
Probe

(Fundjahr)

Chile

(2003)

St. Augustine*

(1896)

Bermuda 1*

(1988)

Bermuda 2

(1997)

Tasmanien

(1960)

Nantucket

(1996)

Asparaginsäure 28 50 52 42 31 45
Threonin 22 28 27 19 19 23
Serin 40 45 47 36 50 35
Hydroxyprolin 90 54 79 113 84 146
Prolin 213 169 88 182 92 136
Glutaminsäure 63 82 83 62 78 63
Glycin 314 330 339 298 363 280
Alanin 96 106 113 94 133 94
Valin 13 18 25 21 22 22
Cystein 0 0 0 0 0 0
Methionin 4 0 0 3 1 3
Isoleucin 8 11 14 10 11 11
Leucin 25 28 32 23 30 25
Tyrosin 3 0 0 0 0 6
Phenylalanin 12 14 16 12 15 14
Hydroxylysin 11 15 13 26 7 20
Lysin 21 0.4 10 18 12 25
Histidin 6 4 6 0 0 8
Arginin 29 48 55 42 51 45
*Daten von Pierce et al., 1995[2]

Die mikroskopische Struktur aller Blobs wird als fast identisch und fast ausschließlich aus reinem Kollagen bestehend beschrieben, ähnlich dem von Walen. Das Aminosäureprofil stützt diese Aussage. Fast alle Zellen seien der Verwesung zum Opfer gefallen.

Der Globster aus Chile konnte in zwei unabhängigen genetischen Untersuchungen mit 99- bzw. 100-prozentiger Übereinstimmung einem Pottwal zugeordnet werden. Die Probe aus Nantucket weist eine 99-prozentige Übereinstimmung mit einem Finnwal auf. Aus den anderen Proben konnte keine replizierbare DNA für einen Vergleich gewonnen werden.

Die Wissenschaftler identifizieren in der Gesamtschau der genetischen, mikroskopischen und biochemischen Untersuchungen alle sechs Proben zweifellos als verweste Walüberreste.[3]

Das Monster von St. Augustine (1896)

Das Monster von St. Augustine

Am 30. November 1896 fanden zwei Jungen am Strand von St. Augustine einen großen Kadaver. Sie informierten Dr. DeWitt Webb, einen Arzt mit einer Leidenschaft für Naturgeschichte.[6] Das Objekt war ca. 6,4 m lang, 2,1 m breit und 1,4 m hoch, das Gewicht wurde auf 7 Tonnen geschätzt. Die harte, gummiartige Masse zeigte Verwesungserscheinungen, der Prozess schien sich jedoch nach drei Monaten an Land nicht weiter fortzusetzen.[7] Webb erkannte Strukturen, die er für Stümpfe und abgetrennte Arme hielt, und ging davon aus, die Überreste eines gigantischen Oktopus vor sich zu haben.[8]

Er ließ das Tier fotografieren und schickte die Bilder und eine genaue Beschreibung an Joel Asaph Allen von der Harvard University, über eine Antwort ist nichts bekannt. Der Brief wurde dem Weichtierexperten Addison Emery Verrill von der Yale University zugespielt. Dieser hatte sich zuvor intensiv mit Riesenkalmaren beschäftigt und ordnete das Monster von St. Augustine vorläufig ebendiesen zu.[9] Nachdem er weitere Bilder und Beschreibungen von Webb erhalten hatte, revidierte er kurze Zeit später seine Meinung, und klassifizierte es als Octopus giganteus, und spekulierte über eine mögliche Verwandtschaft mit Cirroteuthis, einer Art cirrentragender Kraken.[10]

Wenige Monate später, nach weiterer Korrespondenz mit Webb und dem Erhalt von Gewebeproben, sah Verrill die Überreste eines Wals als "einzig plausible" Erklärung für den Ursprung des Objekts. Er identifizierte das Material als Bindegewebe und nicht, wie bei einem Kopffüßer zu erwarten wäre, als Muskel.[7]

Der Kadaver wurde vor April 1897 vom Strand näher nach St. Augustine geschleppt, um ihn vor weiterer Verwitterung zu schützen.[7] Der weitere Verbleib ist ungeklärt.

Analysen

Wood und Gennaro (1971)

1957 entdeckte Dr. Forrest Glenn Wood, Kurator in einem nahegelegenen Themenpark für Meeressäuger und späterer Mitgründer der International Society of Cryptozoology (ISC), einen Zeitungsschnipsel über das Monster von St. Augustine. Nachdem er erfuhr, dass die Smithsonian Institution eine Gewebeprobe aufbewahrt hatte, konnte er das Museum überzeugen, einen Teil davon an seinen Kollegen Dr. Joseph F. Gennaro Jr., Zellbiologe an der University of Florida, zu schicken.[11]

Gennaro verglich die Gewebeprobe mit Kontrollproben von Kraken und Kalmaren. Einzelne Zellen konnte er nicht ausmachen, anhand der Struktur der Bindegewebsfasern stufte er die Probe jedoch "zweifellos" als von einer Krake stammend ein. Er publizierte seine Ergebnisse in der Märzausgabe des Magazins Natural History.[12]

Mackal (1986)

1987 publizierte der Biologe Roy Mackal,[13] ebenfalls Mitgründer der ISC, eine biochemische Analyse des Aminosäureprofils und der Eisen- und Kupferkonzentrationen der Probe des Kadavers und bekannter Meeressäuger und Kalmare.

Vergleich der Aminosäuren mehrerer Spezies (in Mol-%)
Probe Zügeldelfin St. Augustine-Kadaver Riesenkalmar
(Arm)
Riesenkalmar
(Mantel)
Riesenkalmar
(Flosse)
Beluga
(Haut)
Asparaginsäure 10.5 5.9 10.5 11.7 10.3 10.5
Threonin 4.6 2.5 4.9 5.4 4.8 4.6
Serin 7.1 3.9 6.0 5.8 5.5 8.0
Glutaminsäure 17.7 8.8 14.2 16.6 12.6 16.7
Prolin 4.7 16.8 6.3 4.7 6.5 4.3
Glycin 10.6 34.6 19.2 11.5 20.0 14.2
Alanin 7.5 13.4 8.6 9.5 8.6 7.6
Valin 6.6 2.4 4.8 5.5 5.3 6.4
Methionin 2.2 0.4 1.9 2.2 1.9 2.1
Isoleucin 5.1 1.2 4.9 5.9 5.4 4.
Leucin 10.7 2.9 7.8 10.0 8.1 10.4
Tyrosin 1.2 0.0 0.7 0.6 0.5 1.4
Phenylalanin 3.1 1.5 2.6 3.0 3.2 3.5
Histidin 0.3 0.0 + + 0.2 +
Lysin 1.6 0.0 1.0 0.9 0.8 0.5
Arginin 6.4 5.8 6.6 6.7 6.5 5.2
Hydroxylsin 0.0 0.0 0.0 0.0 0.0 0.0
+: Spuren gemessen, <0,1 Mol-%
Vergleich der Eisen- und Kupferanteile mehrerer Spezies
Probe Zügeldelfin

(Muskel)

St. Augustine-Kadaver Riesenkalmar

(Mantel)

Beluga

(Haut)

Cu (in ppm) 300 60 240 330
Fe (in ppm) 1600 200 560 470
Cu/Fe 0,19 0,30 0,43 0,70

Anhand dieser Ergebnisse stufte er die Probe des "Monsters" als überwiegend kollagenös ein und schloss Blubber "mit Sicherheit" aus. Er vermutete einen bisher unbekannten, riesigen Kopffüßer, vermutlich einen Kraken, als Ursprung.

Weitergehende wissenschaftliche Untersuchungen

Siehe auch: Abschnitt "Wissenschaftliche Untersuchungen"

Pierce et al. konnten in ihren Studien von 1995[14] und 2004[15] nachweisen, dass es sich bei dem St. Augustine-Monster um die Überreste eines Wals handelt.

Globster

Der erste Globster (1960)

An der Westküste Tasmaniens entdeckten im August 1960 der Viehzüchter Ben Fenton und zwei Treiber einen gewaltigen Gewebeberg, der eine Fläche von etwa 6 mal 5,4 Meter bedeckte. Die Masse wog schätzungsweise 5 bis 10 Tonnen.

Monatelang versuchte Fenton Wissenschaftler zu finden, die sich für das Objekt interessierten. Am 7. März 1962 begutachteten es Zoologen. Erstaunlicherweise zeigte die undefinierbare Masse keinerlei Spuren von Verwesung. Die Zoologen waren ratlos, was es sein könnte: Es hatte weder erkennbare Augen, Mund noch Knochen, dafür aber besaß es auf beiden Seiten seines „Vorderteils“ fünf oder sechs Kiemenschlitze. Die Oberfläche des Objekts war mit feinen Haaren bedeckt.

Es wurden verschiedene Untersuchungen angestellt, so vermutete Professor A. M. Clark von der University of Tasmania einen großen Rochen. Andere hielten „Globster“, wie er jetzt hieß, für Überreste eines Meeressäugetieres. Manche vermuteten sogar ein totes Alien. Die australische Regierung erklärte die Masse schließlich für einen toten Wal.

Der zweite Globster (1968)

1968 wurde im Osten der Nordinsel Neuseelands am Muriwai Beach ein ähnliches, 10 Meter langes und 2 Meter hohes Objekt angeschwemmt. Auch hier konnte nicht abschließend geklärt werden, worum es sich handelte.

Der dritte Globster (1970)

1970 wurde, erneut von Ben Fenton, der dritte Globster entdeckt. Er strandete ein paar Meilen südlich von Sandy Cape. Wie Fenton einem Journalisten erzählte, wollte er einen ähnlichen Trubel wie zehn Jahre zuvor vermeiden und suchte deshalb nicht erneut nach interessierten Wissenschaftlern. Daher ist vom dritten Globster fast nichts bekannt.

Der vierte Globster (1997)

1997 wurde an Tasmaniens Küsten wieder ein Globster angeschwemmt. Genau wie bei anderen Globsters hatte die Masse keine Knochen, dafür war sie aber mit feinen Fasern bedeckt. Sie wog vier Tonnen und besaß fuß- oder schwanzartige Vorwölbungen. Untersuchungen haben ergeben, dass es sich hierbei um Wal-Blubber handelte.

Der Blob

1988 fand der Fischer und Schatzjäger Teddy Tucker am Strand der Mangrove Bay von Bermuda eine knochen- und knorpellose weiße Masse. Das 2,5 Meter lange, 1,25 Meter breite und 0,3 Meter hohe Objekt wog schätzungsweise einige tausend Pfund. Tucker schnitt Proben aus der Masse und schickte sie verschiedenen Wissenschaftlern.

Zunächst war man ratlos, worum es sich handeln könnte, bis die Haiexpertin Eugenie Clark von der University of Maryland und einige Kollegen das Monster von St. Augustine untersuchten und mit dem Gewebe von Kopffüßern und Buckelwalen verglichen. Nach elektronenmikroskopischen und biochemischen Versuchen fanden sie heraus, dass die beiden Objekte nicht von Weichtieren stammten. Aber sie gehörten auf keinen Fall der gleichen Art an, so war der Blob wahrscheinlich ein wechselwarmes Tier, der Kadaver von St. Augustine stammte wohl von einem Säugetier.

Ihre Erklärung für Objekte dieser Art war, dass die Knochen der Kadaver sich vom Fleisch gelöst haben und versunken sind und Bakterien alles, bis auf die Kollagenschicht, gefressen hatten.

Hinweise auf riesige Oktopoden

Die Riesenkraken der Bahamas

Die Bewohner der Bahamas erzählen von großen Oktopoden mit bis zu 20 Meter langen Armen.

Ein Amtmann von Andros Island erzählte, er habe mit seinem Sohn gefischt und plötzlich habe etwas kräftig an der Leine gezogen. Als sie den Haken hochzogen, soll ein riesiger Oktopus daran gehangen haben, der sich kurz darauf an ihr Boot heftete und lange dort blieb, bevor er wieder abtauchte.

In den tiefen Abgründen rund um die Insel Andros sollen riesige Kopffüßer leben, die Lusca genannt werden. Der Fischer Sean Ingram erzählte, ein großes Tier habe seine in vielen Metern Tiefe aufgestellten Krabbenfallen angegriffen und zwei zerstört. Das Sonar seines Schiffes zeigte ein etwa 15 Meter großes, pyramidenförmiges Tier, das sich an den Fallen zu schaffen machte.

Auch Jacques Cousteau berichtete von riesigen Oktopoden, die zwischen Florida und den Bahamas leben sollen. Auf einer Expedition wurde eine Kamera ins Wasser gelassen, ein gewaltiges Tier soll die Leine zerrissen haben. Als sie wieder geborgen werden konnte, zeigte sie nur eine undefinierbare Masse aus braunem Fleisch.

Andere Riesenkraken

1835 behauptete der Chirurg Thomas Beale, am Strand einer Insel südlich von Japan von einem riesigen Oktopoden angegriffen worden zu sein.

Literatur

  • Lothar Frenz: Riesenkraken und Tigerwölfe – Auf den Spuren der Kryptozoologie. Rowohlt Taschenbuchverlag, Reinbek bei Hamburg 2003, ISBN 3-499-61625-4. 
  • Steven M. Carr, Heather D. Marshall, K. A. Johnstone et al.: How To Tell a Sea Monster: Molecular Discrimination of Large Marine Animals of the North Atlantic. In: The Biological Bulletin. Band 202, Nr. 1, Februar 2002, S. 1–5, doi:10.2307/1543217. 

Weblinks

  • Floridaglobster auf der Internetpräsenz geister-und-gespenster.de@1@2Vorlage:Toter Link/www.geister-und-gespenster.de (Seite nicht mehr abrufbar, festgestellt im August 2024. Suche im Internet Archive)
  • Globsters – auf www.strangemag.com (englisch)
  • Molecular Discrimination of Large Marine Animals of the North Atlantic – auf www.biolbull.org (englisch)

Quellen

  1. ↑ Daniel Loxton, Donald R. Prothero: Abominable science! origins of the Yeti, Nessie, and other famous cryptids. Columbia university press, New York 2013, ISBN 978-0-231-15320-1, S. 213 ff. 
  2. ↑ a b c d S. K. Pierce, G. N. Smith, T. K. Maugel, E. Clark: On the Giant Octopus ( Octopus giganteus ) and the Bermuda Blob: Homage to A. E. Verrill. In: The Biological Bulletin. Band 188, Nr. 2, April 1995, ISSN 0006-3185, S. 219–230, doi:10.2307/1542087. 
  3. ↑ a b c d e f g Sidney K. Pierce, Steven E. Massey, Nicholas E. Curtis, Gerald N. Smith, Carlos Olavarría, Timothy K. Maugel: Microscopic, Biochemical, and Molecular Characteristics of the Chilean Blob and a Comparison With the Remains of Other Sea Monsters: Nothing but Whales. In: The Biological Bulletin. Band 206, Nr. 3, Juni 2004, ISSN 0006-3185, S. 125–133, doi:10.2307/1543636. 
  4. ↑ 'Whale' of a mystery is solved. In: The Auckland Star. 24. März 1965, S. 1. 
  5. ↑ S. M. Carr, H. D. Marshall, K. A. Johnstone, L. M. Pynn, G. B. Stenson: How To Tell a Sea Monster: Molecular Discrimination of Large Marine Animals of the North Atlantic. In: The Biological Bulletin. Band 202, Nr. 1, Februar 2002, ISSN 0006-3185, S. 1–5, doi:10.2307/1543217. 
  6. ↑ Bess Lovejoy: The Myth of the St. Augustine Monster. In: JSTOR Daily. 31. Mai 2018, abgerufen am 23. Juni 2023 (amerikanisches Englisch). 
  7. ↑ a b c A. E. Verrill: The Florida Sea-Monster. The American Naturalist, 1. April 1897, JSTOR:2453041 (amerikanisches Englisch). 
  8. ↑ Zitiert in A. E. Verrill: The Florida Sea-Monster. The American Naturalist, 1. April 1897, S. 305, JSTOR:2453041 (amerikanisches Englisch). 
  9. ↑ A.E. Verrill: A gigantic cephalopod on the Florida coast. In: Annals and Magazine of Natural History. Band 19, Nr. 110, Februar 1897, ISSN 0374-5481, S. 240–240, doi:10.1080/00222939708680533 (amerikanisches Englisch). 
  10. ↑ A. E. Verrill: Additional information concerning the giant Cephalopod of Florida. In: The American Journal of Science. Fourth Series - Vol. III, Nr. 14. New Haven : J.D. & E.S. Dana, Februar 1897, S. 162 (amerikanisches Englisch, archive.org [abgerufen am 23. Juni 2023]). 
  11. ↑ Forrest Glenn Wood, Joseph F. Gennaro Jr.: An Octopus Trilogy. In: Natural History Magazine. Vol. LXXX, No. 3. The American Museum of Natural History, New York März 1971, S. 14–24, 84–86, S. 218 ff. bzw. 288 ff. im PDF (archive.org [abgerufen am 23. Juni 2023]). 
  12. ↑ Pick from the Past: An Octopus Trilogy. In: Natural History Mag. Abgerufen am 23. Juni 2023 (amerikanisches Englisch). 
  13. ↑ Roy P. Mackal: Biochemical Analyses of Preserved Octopus Giganteus Tissue. In: International Society of Cryptozoology. Vol. 5 - 1986. Allen Press, April 1987, ISSN 0736-7023, S. 55–62 (englisch, afu.se [PDF]). 
  14. ↑ S. K. Pierce, G. N. Smith, T. K. Maugel, E. Clark: On the Giant Octopus ( Octopus giganteus ) and the Bermuda Blob: Homage to A. E. Verrill. In: The Biological Bulletin. Band 188, Nr. 2, April 1995, ISSN 0006-3185, S. 219–230, doi:10.2307/1542087. 
  15. ↑ Sidney K. Pierce, Steven E. Massey, Nicholas E. Curtis, Gerald N. Smith, Carlos Olavarría, Timothy K. Maugel: Microscopic, Biochemical, and Molecular Characteristics of the Chilean Blob and a Comparison With the Remains of Other Sea Monsters: Nothing but Whales. In: The Biological Bulletin. Band 206, Nr. 3, Juni 2004, ISSN 0006-3185, S. 125–133, doi:10.2307/1543636. 



🔮 Noir24 Archiv-Hinweis

Dieser Eintrag basiert auf dem Artikel Globster aus der freien Enzyklopädie Wikipedia. Der Text steht unter der Lizenz Creative Commons Attribution-ShareAlike 4.0 International und ist frei verfügbar.

Jersey Devil

Noir24admin Kryptozoologie 21. Juni 2026
Jersey Devil, Zeichnung aus Philadelphia Evening Bulletin, 1909

Eine bekannte Legende aus dem US-Bundesstaat New Jersey berichtet vom Jersey Devil (engl. Teufel aus (New) Jersey), einem merkwürdigen Mischwesen, das der Legende nach im Süden des Atlantikstaates vorkommt.

Beschreibung

Der Teufel wird häufig als etwa 1,50 Meter große zweibeinige Kreatur mit Hufen, kurzen Armen, einem langen Hals und Flügeln beschrieben, obwohl das Aussehen je nach Geschichte stark variiert. Weitere beschriebene Merkmale sind Ähnlichkeiten mit Hunden oder Pferden, rotglühende Augen, langes Fell oder auch Hörner. Eine besondere Eigenschaft soll ein „unheimlicher, hoher Schrei“ sein.[1]

Legende

Der Legende nach soll der Teufel das 13. Kind von Mrs. Leeds, einer Bewohnerin der Pine Barrens, einer waldreichen Gegend in New Jersey, während des frühen 18. Jahrhunderts gewesen sein. Mrs. Leeds soll bei der Schwangerschaft gesagt haben: „Oh, let this one be a devil!“ („Oh, lasse dieses einen Teufel sein!“). Angeblich soll der „Teufel“ nach der Geburt durch den Kamin entflohen sein.[2]

Es gibt unterschiedliche Varianten der Legende. In einer Version ist der Teufel das Resultat eines Fluches; in einer anderen die Bestrafung dafür, dass Mrs. Leeds nicht vom Quäkertum konvertieren wollte. In wieder einer anderen Version brachte die Mutter den Teufel zur Welt und kümmerte sich um ihn. Nach ihrem Tod soll er in die Sümpfe geflogen sein.[3]

Sichtungen

Kanadakraniche gelten als eine mögliche Erklärung für das Phänomen des Jersey Devils.

Sichtungen des Jersey Devils gab es seit dem 18. Jahrhundert immer wieder; darunter auch Berichte von Prominenten, wie Stephen Decatur oder Joseph Bonaparte. Die bekannteste Reihe von Sichtungen ereignete sich im Januar 1909, als das Wesen von vielen Augenzeugen in der Gegend um Woodbury, aber auch in Pennsylvania und Delaware gesehen wurde. Ebenso wurden hufförmige Abdrücke im Schnee mit dem Teufel in Verbindung gebracht. Die Feuerwehr von West Collingswood soll ihn sogar mit einem Wasserschlauch beschossen haben. Zeitungen berichteten ausführlich über die Ereignisse, viele Geschäfte und Schulen blieben geschlossen. Der Philadelphia Zoo lobte eine Prämie von 10.000 Dollar für denjenigen aus, der den Jersey Devil fängt, was allerdings ohne Erfolg blieb. Seitdem wurden lediglich vereinzelte Sichtungen gemeldet, beispielsweise in den Jahren 1978 und 2008. Es hat einige Fälle gegeben, in denen der Jersey Devil für Todesfälle unter Tieren verantwortlich gemacht wurde, von verletzten Menschen gibt es keine Berichte.[1][3] Bei einer Begegnung in den 1970er Jahren soll eine große, mit krallenartigen Fingernägeln bewehrte Hand die Insassen eines Fahrzeugs mit offenem Beifahrerfenster am Waldrand angegangen sein.[4]

Erklärung

Aufgrund der widersprüchlichen Augenzeugenberichte gibt es keine abschließende Erklärung für das Phänomen. Fotografien gibt es nicht, ebenso wurde nie ein Kadaver gefunden. Als wahrscheinlichste Ursache für Berichte über den Teufel gelten Begegnungen mit dem Kanadakranich, dessen Statur und ausgestoßene Laute der Beschreibung des Jersey Devils ähneln.[1]

Trivia

  • Die Legende inspirierte den Namen der NHL-Eishockeymannschaft New Jerseys, die New Jersey Devils.
  • In der 195. Hörspielfolge[5] der Hörspiel-Serie Die drei ???, taucht der Jersey Devil als gigantische Filmrequisite auf und dient als Sammlerstück in einem privaten Kuriositätenkabinett.
  • Über den Jersey Devil wurde auch ein gleichnamiges Videospiel für die PlayStation veröffentlicht.
  • Der Jersey Devil ist ein Gegner im Videospiel Castlevania: Order of Ecclesia.
  • Auch in der TV-Serie Akte X gab es in der ersten Staffel eine Folge mit dem Titel „Der Teufel von Jersey“ (The Jersey Devil), die allerdings von einem kannibalistischen Wildmenschen handelte und nichts mit dem eigentlichen Jersey Devil zu tun hatte.
  • Ebenfalls gibt es einen Film über die Legende des Jersey Devils aus dem Jahre 1998 mit dem Namen The Last Broadcast. In dem Film handelt es sich um eine gespielte Reportage, bei der zwei Moderatoren der Sendung „Fact or Fiction“ herausfinden wollen, ob der Jersey-Teufel wirklich existiert.
  • Außerdem existiert eine Tomatensorte mit bananenförmigen Früchten mit dem Namen Jersey Devil.
  • Im Jugendbuch "Dark Angel" (dt. Titel: "Wenn er kommt, dann laufen wir") von David Klass wird die Legende vom Jersey Teufel erzählt. Die Figur Troy Hasting identifiziert sich mit ihm und zeichnet ihn, wobei er ihm seine eigenen Augen gibt.
  • Der Jersey Devil war die tragende Figur in dem Film Carny (2009).
  • 2012 erschien der auf der Legende beruhende Horrorfilm Jersey Devil (Originaltitel: The Barrens) von Regisseur Darren Lynn Bousman.
  • Der Jersey Devil taucht als Charakter in dem Videospiel The Wolf Among Us auf.
  • In der siebten Staffel der Serie Supernatural gibt es eine Folge, die vom Jersey Devil handelt.
  • Die Folge "Das Monster von Jersey" (3X13 engl. "Dark Mirror") der Mysteryserie Sleepy Hollow handelt ebenfalls vom Jersey Devil.
  • Der aus New Jersey stammende Rockmusiker Bruce Springsteen hat zu Halloween 2008 den Song „A Night with the Jersey Devil“ online veröffentlicht.
  • In der 9. Folge der 1. Staffel von Futurama („Ein echtes Höllenspektakel“) befindet sich die Roboterhölle (und damit der Sitz des Roboterteufels) in New Jersey.
  • Band 2066 der Heftromanserie Geisterjäger John Sinclair trägt den Titel „Jersey Devil“. Die Geschichte baut auf den oben erwähnten Legenden auf.
  • Der Jersey Devil taucht ebenfalls in einer Episode der Serie American Dragon auf.
  • Im Film Teenage Mutant Ninja Turtles ist der Jersey Devil eins der dreizehn Monster.
  • Das Wappen der USS New Jersey, dem dritten US-Kriegsschiff, das den Namen „New Jersey“ trägt, ist als Teufel stilisiert; das U-Boot trägt den Spitznamen „Devil Fish“.
  • In dem Freizeitpark Six Flags Great Adventure (Jackson, New Jersey) heißt eine Achterbahn "The Jersey Devil Coaster", die auf dem Mythos Jersey Devil basiert.

Weblinks

Commons: Jersey Devil – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
  • Markus C. Schulte von Drach: Der Teufel von Jersey. Süddeutsche.de, 2010
  • New Jersey Historical Society: Legend of the New Jersey Devil, 2000 (englisch)
  • Brian Regal: The Jersey Devil: The Real Story, csicop.org, 2013 (englisch)

Einzelnachweise

  1. ↑ a b c Markus C. Schulte von Drach: Der Teufel von Jersey. Süddeutsche.de, 2010
  2. ↑ Brian Regal: The Jersey Devil: The Real Story, csicop.org, 2013 (englisch)
  3. ↑ a b New Jersey Historical Society: Legend of the New Jersey Devil (Memento des Originals vom 2. September 2014 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.jerseyhistory.org, 2000
  4. ↑ Yael Halon: Man claims to have been attacked by legendary Jersey Devil: 'There was a hand coming through the window'. In: Fox News, 21. Januar 2021, abgerufen am selben Tag.
  5. ↑ Sony Music Entertainment Germany GmbH: Die drei Fragezeichen - Die drei ???: Hörspiel - 195: Im Reich der Ungeheuer - Folge 195. Abgerufen am 29. Oktober 2018. 



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Dieser Eintrag basiert auf dem Artikel Jersey Devil aus der freien Enzyklopädie Wikipedia. Der Text steht unter der Lizenz Creative Commons Attribution-ShareAlike 4.0 International und ist frei verfügbar.

Kongamato

Noir24admin Kryptozoologie 21. Juni 2026
Kongamato künstlerische Darstellung

Der Kongamato („Überwältiger der Boote“) soll ein noch heute in den Jiundu-Sümpfen in West-Zaire (heutige Demokratische Republik Kongo) lebender Flugsaurier sein.

Beschreibung

Der Kongamato soll eine Flügelspannweite von etwa 1,20 bis 2,10 Meter erreichen. Der Flugsaurier besitzt keine Federn, sondern eine glatte rot oder schwarz gefärbte Haut und einen langen Schnabel, gespickt mit Zähnen. Seinen Namen „Überwältiger der Boote“ gaben die Einheimischen dem Tier, da es auf seiner Jagd angeblich die Kanus der Fischer zum Kentern bringe. Außerdem soll das Wesen jedem, der es ansieht, den Tod bringen.

Sichtungen

Der erste Bericht über den Kongamato wurde 1923 von dem britischen Abenteurer Frank H. Melland aufgezeichnet. Der Stamm der Kaonde berichtete dem Briten von dem seltsamen „Dämon der Sümpfe“. Als Melland der einheimischen Bevölkerung Zeichnungen von Flugsauriern zeigte, identifizierten sie diese, angeblich ohne zu zögern, als Kongamato.

Zwei Jahre später berichtet der Pressekorrespondent J. Ward Price aus England von einer unheimlichen Begegnung. Mit dem späteren König Eduard VIII. war er in den damaligen britischen Kolonien in Afrika unterwegs. Während dieser Reise begegneten sie einem Einheimischen, der weit in die gefürchteten Jiundu-Sümpfe vorgedrungen war. Es schien ein Wunder zu sein, dass dieser Mann überhaupt mit dem Leben davongekommen war, denn er war dort attackiert und schwer verletzt worden. Die klaffende Fleischwunde auf seinem Rücken hatte ihm nach seinen Aussagen ein großer Vogel zugefügt, der ihn in den Sümpfen angegriffen hatte. Auffällig war, dass der Verletzte behauptete, der Vogel habe fürchterliche Zähne im Schnabel getragen. Als man dem Verletzten später Bilder prähistorischer Flugsaurier zeigte, ergriff er in Panik die Flucht.[1]

1932 wollen der Naturforscher Gerald Russell und der Anomalistiker sowie Kryptozoologe Ivan T. Sanderson gemeinsam in Kamerun einen Kongamato gesichtet haben.[2] Weitere Sichtungen berichteten der Ingenieur J. P. F. Brown 1956 aus Zaire und ein Ehepaar namens Gregor aus Südrhodesien.

1957 erschien in der Gegend, in der auch Brown seine Flugsaurier gesehen haben will, ein Mann mit schweren Brustverletzungen im Krankenhaus und behauptete in den Bangweulu-Sümpfen von einem großen Vogel angegriffen worden zu sein. Als ihn die Ärzte baten, den Angreifer zu zeichnen, skizzierte er die Umrisse eines Flugsauriers. In den späten 1950er Jahren tauchte auch ein angebliches Foto eines Kongamato auf, das sich jedoch später als Fälschung herausstellte.

Erklärungsversuche

Es könnte sich eventuell um Sichtungen einheimischer Storcharten wie den Schuhschnabel-Storch, der in Zaires Sümpfen lebt, handeln. Allerdings sind keine Fälle bekannt, in denen sich diese Tiere dem Menschen gegenüber aggressiv verhalten hätten.

Nach einer anderen Erklärung könnte es sich um ein noch nicht klassifiziertes großes Fledertier handeln.

Weblinks

  • Kongamato bei Kryptozoologie-Online

Einzelnachweise

  1. ↑ Kryptozoologie Online, unter: Kongamato (Memento des Originals vom 17. Januar 2014 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.kryptozoologie-online.de (abgerufen: 16. Januar 2014)
  2. ↑ Loren Coleman und Jerome Clark, "Cryptozoology A To Z: The Encyclopedia Of Loch Monsters Sasquatch Chupacabras And Other Authentic Mysteries of Nature", Simon and Schuster, 2013, S. 127



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Lagarfljótwurm

Noir24admin Kryptozoologie 21. Juni 2026
Blick auf den Lagarfljót

Der Lagarfljótwurm (isländisch Lagarfljótsormurinn), auch isländisches Wurmmonster genannt, ist ein Tier, das angeblich im Lagarfljót, einem See nahe der isländischen Stadt Egilsstaðir, leben soll. Ähnlich dem schottischen Nessie wird auch der Lagarfljótwurm als eine Art Seeschlange beschrieben, zu deren Länge die Angaben zwischen 10 und 90 Metern variieren. Die Vorstellung vom Lagarfljótwurm geht auf eine Sage zurück, die in Jón Árnasons Sammlung isländischer Volksmärchen und Legenden enthalten ist. Seit dem Jahr 1345 werden Sichtungen des Wurmes in verschiedenen Schriftstücken erwähnt.

Sage

Jón Árnasons zwischen 1862 und 1864 erschienene Sammlung enthält die Geschichte eines Mädchens, das in der Nähe des Lagarfljót wohnte. Es legte eine goldene Brosche zusammen mit einem kleinen Wurm in eine Schachtel, in der Hoffnung, auf diese Weise das Gold zu vermehren. Statt des Goldes wuchs jedoch der Wurm und das Mädchen warf die Schachtel in Panik in den Lagarfljót. Dort wuchs der Wurm weiter, konnte aber von Zauberern an Kopf und Schwanz gekettet auf dem Grund des Sees festgesetzt werden.

Geschichte angeblicher Sichtungen

Orte angeblicher Sichtungen des Lagarfljótwurms
Lagarfljótwurm auf einer Supermarktwand

Im Jahr 1345 wurden Sichtungen des Wurms erstmals niedergeschrieben, 1589 auch vom damaligen Bischof Oddur Einarsson. Im Laufe der Jahrhunderte wurde der Wurm unter anderem als riesiges Monster, das Boote oder sogar Häuser zerstört, oder als Vorbote für kommendes Unglück beschrieben.

Auch im 20. Jahrhundert wurde der Wurm weiterhin angeblich an verschiedenen Orten im und auch am Wasser gesehen. Im Februar 2012 filmte ein Bauer ein großes schwimmendes Objekt in einem in den Lagarfljót fließenden Fluss. Das Video erlangte Bekanntheit im Internet und in internationalen Medien,[1][2] nachdem es vom isländischen Fernsehsender Ríkisútvarpið (RUV) ausgestrahlt worden war.[3]

Mögliche Erklärungen

Da es an einigen Stellen am Grund des Sees zum Austritt von Gas kommt, könnten ungewöhnliche Bewegungen an der Oberfläche entstehen.[4] Eine weitere Theorie sind Bewegungen, die durch Strömungen und Zuflüsse des Sees verursacht werden.[5]

Ehrungen

Auf dem Lagarfljót verkehrte bis vor einigen Jahren das Ausflugsboot Lagarfljótsormurinn, das nach dem Wurm benannt ist.

Literatur

  • East Iceland - The official Tourist Guide, Markadsstofa Austurlands, Icelandic Tourist Board

Einzelnachweise

  1. ↑ ABC Reportage vom 8. Juni 2012 (YouTube-Video)
  2. ↑ Artikel vom 8. Februar 2012 auf dailymail.co.uk
  3. ↑ Video auf RUV
  4. ↑ River Lagarfljot. Nordic Adventure Travel, archiviert vom Original (nicht mehr online verfügbar) am 4. Februar 2012; abgerufen am 2. Oktober 2014 (englisch).  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.nat.is 
  5. ↑ Sveinn Birkir Björnsson: Chasing Monsters in East-Iceland. In: The Reykjavík Grapevine. 9. Mai 2008, abgerufen am 2. Oktober 2014 (englisch). 



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Furia infernalis

Noir24admin Kryptozoologie 21. Juni 2026

Als Furia infernalis beziehungsweise mit den deutschen Namen Höllenfurie, Tollwurm, Brandwurm oder Höllenfliege wurde im 18. und 19. Jahrhundert ein angeblich existierendes kleines Tier bezeichnet, das als Wurm oder Insekt in einigen Gebieten Nordschwedens, Finnlands sowie der baltischen Region Livland vorkommen und durch Beißen oder Stechen schwerwiegende Wunden verursachen sollte. Der Glauben an dieses Tier war vor allem in der Folklore der genannten Regionen weit verbreitet, darüber hinaus liegen jedoch auch Beschreibungen durch verschiedene wissenschaftlich tätige Autoren wie Daniel Solander und Carl von Linné vor. Die Existenz der Furia infernalis wurde jedoch nie bestätigt. Aus heutiger Sicht sind die Symptome, die einer Verletzung durch dieses Tier zugeschrieben wurden, durch andere medizinische Ursachen erklärbar.

Furia infernalis ist der titelgebende Gegenstand einer Geschichte von Ludwig Bechstein.[1]

Beschreibung

Beschreibung der Furia infernalis durch Carl von Linné in seinem Werk Systema Naturæ, Band 1, S. 647 (10. Auflage, 1758)

Die Erstbeschreibung und Benennung der Furia infernalis erfolgte nach den Angaben in Heinrich August Pierers Universal-Lexikon der Gegenwart und Vergangenheit von 1857 durch den schwedischen Botaniker Daniel Solander. Weitere Erwähnungen liegen auch von anderen Autoren vor. So wurde Carl von Linné nach eigenen Angaben 1728 bei einer Exkursion in der Umgebung von Lund von diesem Tier gebissen oder gestochen. Im „Encyclopädischen Wörterbuch der medicinischen Wissenschaften“ von 1830 wurde Linné auch die Benennung als Furia infernalis zugeschrieben.

Die Furia infernalis wurde diesen Berichten sowie Überlieferungen aus dem Volksglauben zufolge als wurm- oder insektenartiges Tier beschrieben, das mikroskopisch klein, nur „wenige Linien“ lang, nicht dicker als ein Haar und ringsum mit feinen Borsten beziehungsweise widerhakenartigen Stacheln besetzt sei. Es sollte auf Bäumen oder in Morastgebieten an Schilfpflanzen leben und vom Wind umhergetrieben werden. Ein Befall bei Menschen und Tieren habe, je nach Darstellung durch Biss, Stich oder Eindringen in die Haut und Muskulatur, zunächst eine unscheinbare, aber an Farbe und Größe zunehmende Hautrötung zur Folge. Im weiteren Verlauf komme es dann zu fürchterlichem Jucken, zu Brandflecken, Halsschmerzen, Zuckungen sowie Ohnmacht und unbehandelt zu einem schmerzhaften Tod. Zur Behandlung empfahl Linné das frühzeitige Herausschneiden der betroffenen Stellen. In der schwedischen Volksmedizin hingegen waren Umschläge mit frischem Käse verbreitet, in die das Tier einziehe.

Die Existenz der Furia infernalis wurde nie bestätigt und bereits von Wissenschaftlern der damaligen Zeit wie Johann Friedrich Blumenbach und Karl Asmund Rudolphi in Frage gestellt. Im 19. und im frühen 20. Jahrhundert nahmen die Autoren verschiedener Nachschlagewerke an, dass es sich bei den Symptomen, die dem Tier zugeschrieben wurden, entweder um schwere Verläufe von Entzündungen nach Insektenstichen oder Verletzungen, von Wundinfektionen beziehungsweise Blutvergiftung, von Furunkeln oder um lokale Symptome von Infektionskrankheiten wie den Blattern oder Milzbrand handeln würde. Weitere Möglichkeiten aus gegenwärtiger Sicht sind eine Raupendermatitis sowie allergische Reaktionen infolge von Insektenstichen.

Literatur

  • Systema Naturae, Band 1, S. 647. Eintrag zur Furia infernalis in Carl von Linnés Systema Naturæ (10. Auflage, 1758).
  • Captain Brooke: On the Furia infernalis. In: The Edinburgh New Philosophical Journal. 1827, S. 39–43; als deutschsprachige Ausgabe: Ueber die Furia infernalis. In: Zeitschrift für die organische Physik. 1827, S. 497–501.
  • Von der Höllenfurie, dem Tollwurme oder Brandwurme (Furia infernalis). In: Encyclopädisches Wörterbuch der medicinischen Wissenschaften. 1830, Band 5, S. 336–338.
  • Furia infernalis. In: Eduard Friedrich Gotthelf Martiny: Naturgeschichte der für die Heilkunde wichtigen Thiere. 1854, S. 560–561.
  • Furie. In: Heinrich August Pierer, Julius Löbe (Hrsg.): Universal-Lexikon der Gegenwart und Vergangenheit. 4. Auflage. Band 6: Europa–Gascogne. Altenburg 1858, S. 799 (Digitalisat. zeno.org). 
  • Höllenfliege. In: Meyers Großes Konversations-Lexikon. 6. Auflage. Band 9: Hautgewebe–Ionĭcus. Bibliographisches Institut, Leipzig / Wien 1907, S. 481 (Digitalisat. zeno.org). 

Weblinks

  • Florian Welle: Der grausige Tollwurm auf sueddeutsche.de, 14. Dezember 2024.

Einzelnachweise

  1. ↑ Gruselkabinett – 177: Furia Infernalis (Hörspiel von 'Titania Medien' nach Ludwig Bechstein). 14. Mai 2022, abgerufen am 26. November 2022. 



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  1. Gambo (Kryptid)
  2. Dover Demon
  3. Drache von Henham
  4. Fear Liath

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