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Entenwick

Noir24admin Kryptozoologie 21. Juni 2026
Darstellung des Entenwick am Schloss Sachsenheim.

Entenwick oder Klopferle ist der Name eines Kobolds, der mit dem Schicksal der Familie von Sachsenheim verbunden ist, auf deren Schloss er auch gewohnt haben soll.

Es heißt, dass er ein aus dem Himmel verstoßener Engel sei und eine Vogelstimme habe. Er hatte sich aber nicht versündigt wie die anderen Gefallenen und hoffte so, dass ihm Gnade gewährt würde. So versteckte er sich mehr denn tausend Jahre in einem Grashalm im Moor und wartete auf eine sich bietende Gelegenheit. Schließlich kam er einem Diener hinterherfolgend nach Sachsenheim, wo er, der Zimmerischen Chronik zufolge, sich auch sehr nützlich machte:

Alle dienstbarkaiten und was im schloß zu thuon gewest, das hat er ganz williglichen, so im ds befolchen worden, verricht. Er hat den Leuten vorgezündt mit liechter, kartenspill und anders, was er gehaißen worden, gebracht. Solchs hat man im Luft sehen daher geen und niemands, der das getragen, sehen künden. Keiner hat ine nie greifen künden. So bald er in ain gemach kommen, hat er gleich anfanhen zu reden; da er aber schon stillgeschwigen, hat man doch gemerkt, das er vorhanden, an dem, das mertails denen, so in selbigem gemach, der attem etwas hat kürzer wellen werden. Alle gebett, was man ime vorgesprochen, das hat er nachgesagt, auch den glauben und das vatterunser, ohne die wort, und füer uns nit in böse versuchung, sondern erlös uns von allem übel!' die hat er geschwigen und nit sagen wellen.

Er wird als fürchterlich anzusehen beschrieben, so wollte einst der Herr Reinhard von Sachsenheim den Kobold einmal sehen und obwohl der Geist ablehnte, drängte der Herr ihn, bis er ihm seinen Arm zeigte:

Der war mit langen spitzen am ellenbogen und duch auß, die finger aber an der handt auch spitzig und greulich und die farb so erschrockenlich, mit ploe und blutfarb und gelen spreckln also vermischt, das ich von dem edelman selbs gehört, das er all sein tag ellender und greuslicher anblick nie gesehen hab.

Als der Herr Reinhard auf Drängen seiner Freunde alsbald den gräßlichen, aber dennoch hilfsbereiten, Geist beschwören und bannen ließ, verhängte dieser einen Fluch über das Geschlecht der Sachsenheim, der das Ende der Familie bedeuten sollte. Bereits kurz darauf brannte das gesamte Anwesen vollständig nieder:

Und nit allain ist das schloß Sachsenhaim, darvon die edelleut iren stammen und namen, verbrunen, als ain warhaftigs präsagium und ain vorbott künftigs übels, sonder auch das uralt geschlecht ist in wenig jaren abgestorben, welches doch bei unsern vorfarn in hochem ansehen gewesen, und hat fürnem leut in der ritterschaft und allen adellichen sachen gehapt.

Siehe auch

  • Liste von Fabelwesen
  • Kobold

Literatur

  • Zimmerische Chronik
  • Leander Petzoldt: Kleines Lexikon der Dämonen und Elementargeister, 3. Auflage, Beck, München 2003, ISBN 3-406-49451-X, Seite 65–66



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Dieser Eintrag basiert auf dem Artikel Entenwick aus der freien Enzyklopädie Wikipedia. Der Text steht unter der Lizenz Creative Commons Attribution-ShareAlike 4.0 International und ist frei verfügbar.

Erdmantje

Noir24admin Kryptozoologie 21. Juni 2026

Die Erdmantjes, auch Eerdmantjes (ostfriesisch: eerdmantjes[1]), sind Figuren der friesischen Mythologie.[2]

Der ostfriesische Schriftsteller Albrecht Janssen verfasste nach der Sage das gleichnamige Kunstmärchen[3] im Jahr 1926. Demnach lebten die Erdmantjes im Plytenberg in Leer und bewachten dort das Gold und das Grab des letzten Friesenkönigs Radbod.[4] Nachts halfen sie den Menschen und erledigten unerkannt Arbeiten, bis eines Tages ein Bauer den Schatz rauben wollte und ein Loch in den Hügel grub. Den Erdmantjes gelang es nicht, den Menschen zu vertreiben, daher beschlossen sie,[5] über die Ems zu fliehen. Als der Bauer mit seiner Beute nach Hause fahren wollte, erschien ein Wasserkerl bei der Überfahrt einer Brücke, und dieser zog ihn mitsamt dem Schatz von König Radbod in den Fluss.

Literatur

  • Ilona Elisabeth Schwartz: Deutsche Mythen, Sagen und Legenden, 2013, ISBN 978-3-8476-3869-8 [2]
  • Dietmar Damwerth: Sagen und Märchen aus Ostfriesland, 1997, S. 124 ff, ISBN 3-88042-782-8 [3]

Einzelnachweise

  1. ↑ Suche nach eerdmantjes (frs>de). In: Oostfräisk Woordenbauk – Ostfriesisches Wörterbuch. Onno Dirk Feldmann, abgerufen am 13. November 2024. 
  2. ↑ J. ten Doornkaat Koolman: Wörterbuch der ostfriesischen Sprache. Verlag von Herm. Braams, Norden 1879, S. 403, Einträge erd-mantje, erdmantjes pipen, abgerufen am 27. Januar 2016.
  3. ↑ Erdmantjes (Albrecht Janßen) leer.de
  4. ↑ NDR: Die NDR Quizshow: Die Leuchte des Nordens. 400 Fragen für pfiffige Ratefüchse, Schlütersche Verlagsgesellschaft, 2005, S. 179, ISBN 978-3-89993-713-8[1]
  5. ↑ Erdmantjes (Albrecht Janßen) / Stadt Leer (Ostfriesland). Abgerufen am 24. Mai 2022. 



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Dieser Eintrag basiert auf dem Artikel Erdmantje aus der freien Enzyklopädie Wikipedia. Der Text steht unter der Lizenz Creative Commons Attribution-ShareAlike 4.0 International und ist frei verfügbar.

Fanferlüsch

Noir24admin Kryptozoologie 21. Juni 2026

Fanferlüsch (von französisch Fanfreluche = Flitterkram) ist der Name einer bösen Fee aus der Mythologie, der sich vorwiegend in literarischen Werken aus der Zeit der Aufklärung findet. Fanferlüsch wird beschrieben als kleine, nur eine Hand hohe Fee, trägt ein Kleid von Schmetterlingen, ein Paar Stiefeln von Nussschalen und einen Kranz von Dornblüten und reitet auf drei Binsen.[1]

Literarisches Auftreten der Figur

Christoph Martin Wieland schreibt 1764 in seinem Werk Die Abentheuer des Don Sylvio von Rosalva:

  • „Fanferlüsch ist eine von den schlimmsten und rachgierigsten Feen, die jemals gewesen sind, und ihre Macht ist nicht geringe;“ (2. Buch, 4. Kap.).
  • „Ganz gewiß ist es die boshafte Fanferlüsch, die ihre (seine Tante, Anm.) Gestalt angenommen hat …“ (2. Buch, 4. Kap.).
  • „aber die grausame Fanferlüsch hatte ihr auch die Sprache geraubt, und sie konnte nichts hervor bringen als einen Seufzer …“ (1. Buch, 10. Kap.).

Böse Feen

Bis zur Romantik beherrschten die guten Feen (Esterelle, Maliure oder Melusine) die Geschichten, sie galten als ewig jung, schön und meisterlich in den weiblichen Künsten. Gut und edel wie sie waren, wendeten sie ihre Zauberkräfte immer als Segen an und beschützten einzelne Menschen. Sie standen den bösen Hexen entgegen. Später tauchten die ersten bösen Feen auf, zu denen vor allem Fanferlüsch und Karabossa gehörten.[2] Sie galten nicht nur als hässlich, sondern vollführten böse Zauber und ihre Macht war nicht selten größer. Die alte, übergangene Fee im Märchen verflucht Dornröschen zum Tod.

Rezeption

  • Fanfreluche, Komische Oper in drei Akten, 1883, Musik von Gaston Serpette, Libretto von Paul Burani
  • Fanfreluche, eine Puppe aus der französischen Comicreihe „Bob et Bobette“ (ab 1948)
  • Kanadische Kinderfernsehserie Fanfreluche (1968–1971), in der eine Puppe gleiches Namens den Zuschauern Märchen und Legenden erzählt. Wenn ihr eine Geschichte nicht gefällt, begibt sie sich in die Geschichte, um den Ausgang nach ihren Wünschen zu ändern.
  • Kanadische Rennpferd Fanfreluche (1967–1999)

Weblinks

  • Christoph Martin Wieland: Der Sieg der Natur über die Schwärmerei oder Die Abenteuer des Don Sylvio von Rosalva. Eine Geschichte worin alles Wunderbare natürlich zugeht
    • Digitalisat. zeno.org
    • Volltext online im Projekt Gutenberg

Einzelnachweise

  1. ↑ Fanferlüsch. In: Heinrich August Pierer, Julius Löbe (Hrsg.): Universal-Lexikon der Gegenwart und Vergangenheit. 4. Auflage. Band 6: Europa–Gascogne. Altenburg 1858, S. 105 (Digitalisat. zeno.org). 
  2. ↑ Fee. In: Heinrich August Pierer, Julius Löbe (Hrsg.): Universal-Lexikon der Gegenwart und Vergangenheit. 4. Auflage. Band 6: Europa–Gascogne. Altenburg 1858, S. 157–158 (Digitalisat. zeno.org). 



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Feldgeist

Noir24admin Kryptozoologie 21. Juni 2026

Weiterleitung nach:

  • Korndämon



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Elbst

Noir24admin Kryptozoologie 21. Juni 2026

Der Elbst ist ein Wassergeist, der in einem Bergsee bei Seelisberg in der Schweiz hausen soll. Vermutlich ist der Name abgeleitet vom Wort Alb oder Alp.

Er wird beschrieben als treibendes Holz, wie Baumstämme oder eine Insel, die an der Oberfläche treibt und er soll Menschen in die Tiefen ziehen. Doch er kann durchaus auch andere Gestalten annehmen, wie die einer Schlange, eines Drachen, einer schwarzen Sau, eines Fisches, eines Feuerrades, einer feurigen Kugel und dergleichen. Auf jeden Fall soll sein Erscheinen immer als böses Omen gedeutet werden. Der Ratsschreiber Renward Cysat beschrieb den Elbst wie folgend: Da hatt man zuo underschydenlichen Zythen vnd noch jüngst Anno 1585 jn demselbigen Sew by hällem tag gsehenzwey Gespenst umher schwümmen unglycher Form...jetzt wie ein gross Sagholz, jetzt wie ein Höwburde.

Weblink

  • Der Elbst. in Josef Müller: Sagen aus Uri Band 2, Hrsg. Hanns Bächtold-Stäubli, Basel 1926–1945, S. 276–281 (bei zeno.org)

Literatur

  • Leander Petzoldt: Kleines Lexikon der Dämonen und Elementargeister, 3. Auflage München 2003, Seite 61, ISBN 3-406-49451-X



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  1. Enerbanske
  2. Engel
  3. Dokkaebi
  4. Ebu Gogo

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» Marlon & Zoe – Wenn die Dunkelheit Code schreibt und Legenden zum Leben erwachen. «


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