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Chupacabra

Noir24admin Kryptozoologie 21. Juni 2026

Der Chupacabra auch Chupacabras (vom Spanischen chupar: „saugen“ und cabra: „Ziege“) geschrieben, ist ein lateinamerikanisches Fabelwesen, das Kleinvieh wie Ziegen oder Schafe gleich einem Vampir in die Kehle beißen und dann das Blut aussaugen soll. Die ersten Berichte kamen 1995 aus Puerto Rico, mittlerweile wird von diesem Phänomen in ganz Lateinamerika bis nach Südkalifornien[1] und Texas[2] berichtet. Der Chupacabra ist ein klassisches Beispiel einer modernen Sage (Urban Legend) und wird gerne von Kryptozoologen zitiert.

Aussehen

Zeichnung eines zweibeinigen Chupacabra.
Foto eines angeblichen vierbeinigen Chupacabra in Florida.

Der Chupacabra wurde zunächst als ein wie ein Känguru auf Hinterbeinen stehendes Wesen von etwa 1,50 m Höhe mit roten Augen beschrieben. Für derartige Wesen konnten aber nie greifbare Beweise erbracht werden. Spätere Sichtungen beschrieben ihn als haarlosen Vierbeiner mit einem Grat aus Stacheln oder Fell entlang des Rückgrats. Für die letztere Variante wurden Kadaver präsentiert, bei denen es sich laut Untersuchungen um mit Räude befallene Kojoten, Wölfe oder Haushunde handelte. Der Chupacabra soll Kleinvieh wie Hühner oder Ziegen angreifen und deren Blut saugen.[3] Generell wird der Chupacabra sehr unterschiedlich interpretiert, doch die momentan häufigste Form ist ein gruselig aussehendes Wesen, das einem haarlosen Wolf ähnelt, wodurch die meisten Chupacabra-Sichtungen auch auf räudige Tiere zurückgehen.

Erklärungen

In Lateinamerika ist die Räude sehr weit verbreitet. Tiere, die befallen sind, haben kaum noch Fell und sehen abgemagert aus. Diese Erscheinung ähnelt zumindest den natürlicheren Formen des Chupacabra, die nicht durch Medien und Geschichten überdramatisiert wurden. Andere Erklärungen könnten Änderungen der Futterzusammensetzung von Raubtieren sein, die sie dazu bringt, Nutztiere anzugreifen. Auch sitzt der Begriff Chupacabra oft recht locker und so werden die verschiedensten unidentifizierbaren Raubtiere (verwesende Katzen, räudige Kojoten, getrocknete Haikadaver) als Chupacabra benannt.[4]

Rezeption

Obwohl das Fabelwesen verhältnismäßig neu ist, gibt es darauf bereits einige popkulturelle Bezüge:

  • In einer Episode der Mysteryserie Akte X verwandelt sich ein Mensch in einen Chupacabra (Episode 4.11: Der Chupacabra).
  • In Bones – Die Knochenjägerin wurde in einer Folge (Episode 6.18: Die fabelhafte Welt des Verbrechens) die Vermutung aufgestellt, dass ein Fernsehmoderator von einem Chupacabra ermordet wurde.
  • Ein Chupacabra ist Schwerpunkt einer Folge der Zeichentrickserie South Park (Episode 16.04: Jewpacabra).
  • Phineas und Ferb nimmt das Thema ebenfalls auf (Folge 5.09a: Jagd auf Chupacabra).
  • In der Serie Grimm (Folge 4.08: Chupacabra) taucht ebenfalls ein Chupacabra auf.
  • Im Streamingdienst Netflix wird 2023 ein Film aus der Kategorie „Familienfilme“ mit dem Titel Chupa angeboten. Ein kleiner Junge (dargestellt von Evan Whitten) erlebt ein Abenteuer in Mexiko mit einem Jungtier eines Chupacabra[5]

Literatur

  • Michael Schneider: Spuren des Unbekannten. Kryptozoologie. Monster, Mythen und Legenden. 2. überarbeitete Auflage. Twilight-Line, Krombach 2008, ISBN 978-3-941122-25-3.
  • Roland M. Horn: Rätselhafte und phantastische Formen des Lebens. Von Vampiren, Mottenmännern, Seeschlangen, Geisterhunden, Yetis, Drachen und Chupacabras. Bohmeier, Lübeck 2002, ISBN 3-89094-348-9.
  • Chris McNab: Mystische Monster. Die unheimlichen Kreaturen aus Legenden, Mythen und Medien. Tosa, Fränkisch-Crumbach 2007, ISBN 978-3-85003-070-0

Weblinks

Commons: Chupacabra – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
  • „Chupacabras; Vampir-Köter in Texas“ auf www.spiegel.de (1. September 2007)
  • Ker Than, Chupacabra Science: How Evolution Made a Mythical Monster, National Geographic vom 30. Oktober 2010.

Einzelnachweise

  1. ↑ Greg Bishop/Joe Oesterle/Mike Marinacci: Weird California, Sterling Publishing, New York/London, 2006, ISBN 978-1-4027-6683-1, S. 97.
  2. ↑ Vampir-Köter in Texas, Spiegel Online vom 1. September 2006.
  3. ↑ Robert Lewis, chupacabra auf britannica.com.
  4. ↑ Chupacabra. In: Netzwerk für Kryptozoologie. Abgerufen am 16. Juni 2023 (deutsch). 
  5. ↑ Chupa bei Netflix, abgerufen am 28. Dezember 2023.



🔮 Noir24 Archiv-Hinweis

Dieser Eintrag basiert auf dem Artikel Chupacabra aus der freien Enzyklopädie Wikipedia. Der Text steht unter der Lizenz Creative Commons Attribution-ShareAlike 4.0 International und ist frei verfügbar.

Brollachan

Noir24admin Kryptozoologie 21. Juni 2026

Der Brollachan (schottisch-gälisch: brollachan, deutsch "etwas Umschlungens, Verstricktes, Verwobenes") ist ein gefürchtetes dämonisches Wesen im schottischen Hochland. Der Brollachan ist gestaltlos und nimmt das Aussehen der Person oder des Gegenstandes an, auf der oder dem er sitzt oder welche/n er berührt. Niemand kennt seine wahre Gestalt. Das einzige, was man von ihm sieht, sind die Augen und der Mund.[1] Des Weiteren kann er nur "ich" oder "du" sagen (schottisch-gälisch: mi-fhèin – "ich selbst" bzw. thu-fhèin – "du selbst"), wodurch es äußerst schwierig ist, mit ihm zu reden.

Etymologie

Der Begriff brollachan kann im Schottisch-Gälischen Unterschiedliches bedeuten. So heißt das männliche Nomen "brollachan" zunächst etwas "Umschlungenes, Verstricktes, Verwobenes". Das Lexem "brollach" dagegen wird mit "Unordnung" sowie "Brust, Busen" übersetzt. So könnte der Begriff auch Bezug darauf nehmen, dass das Wesen Unordnung schafft oder aber mit der Negationspartikel "chan" die Zusammenfügung "brollach+(ch)an" mit der Bedeutung "körperlos, formlos" bildet, was sein gestaltloses Wesen durchaus gut beschreiben würde.[2]

Aussehen und Erscheinung

Das besondere am Brollachan ist, dass er keine Gestalt besitzt, weil er noch so jung ist und noch nicht gelernt hat, wie man eine feste Form beibehält. Er erscheint als dunkle, nebulöse Einheit mit zwei hellen Augen und einem Mund in der Mitte. Angeblich soll man einen Brollachen durch magische Rituale in dieser Form herbeirufen können. Seine Größe variiert von 60 Zentimeter bis zwei Meter. Er ist kein tapferes Wesen und liebt es, sich im Schatten zu verstecken. Er bevorzugt allerdings die kahlen Hügel den dichten Wäldern. Wegen seiner Abstammung von den Fuath, deren Sohn er sein soll, hält er sich oft in der Nähe von Wasser auf.

Auftreten und Verhalten

Der Brollachan soll sich an einsamen Plätzen im schottischen Hochland am Rande der menschlichen Zivilisation aufhalten. Manchmal wird er auch mit dem Kelpie und dem each uisge (Wasserpferd) in Verbindung gebracht. Da er gestaltlos ist, nimmt er oft die Form von anderen Wesen an. Wenn er die Gelegenheit erhält, wird er in jede Kreatur von geeigneter Größe mit seiner formlosen Gestalt eindringen. Eine Person, die von einem Brollachan besessen ist, hat einen dunklen Teint und glühende, rote Augen. Meist fallen diese Menschen durch wildes und unkontrolliertes Verhalten auf, als ob sie versuchen würden, den Eindringling abzuschütteln. Er ist besonders gefährlich für Kinder. Der Brollachan kann sich nicht in einem einzelnen Wesen für eine sehr lange Zeit aufhalten. Durch die Intensität seines Wirkens sterben die Personen innerhalb weniger Tage und er muss einen neuen Wirt finden. Mit Hilfe der Sterbenden lockt er andere Lebewesen in der Nähe an.

Austreibung

Einen Brollachan aus einem Besessenen auszutreiben, ist sehr schwer. Dies kann nur durch traditionelle Kräuter geschehen. Die Austreibung wird durch ritualisierte Gesänge unterstützt. Allerdings ist es äußerst schwierig, die nötigen Kräuter zu erhalten. Man benötigt oftmals die Hilfe anderen magischer Kreaturen. Wenn der Brollachan den Körper eines Besessenen durch Exorzismus verlassen musste, ist er unsagbar gefährlich. Er wird versuchen, in den Exorzisten einzudringen und wenn ihm dies nicht gelingt, wird er ihn verfluchen. Helles Licht ist die beste Art, ihn zu vertreiben. Er fürchtet ebenfalls Feuer trotz seiner Gestaltlosigkeit, da er verbrannt werden kann. Man sollte den Brollachan nicht verletzten oder ihm Schaden zufügen, da dies den zügellosen Zorn seiner Familie auf die Menschen ziehen kann.

Der Brollachan in der Literatur

Geschichten vom Brollachan dienen einem einzigen Zweck in der traditionellen schottischen Hochlandkultur: Sie sollen die Kinder warnen, nicht zu weit den Hof zu verlassen und sie daran hindern, allein durch die dunklen und sumpfigen Gebiete des Hochlandes zu streifen. Des Weiteren sollen sie die Kinder schützen, einsamen Wanderern oder herumstreunenden Tieren zu zutraulich zu begegnen. Die Angst vor dem Brollachan hat wahrscheinlich die Menschen davor geschützt, sich mit Tollwut zu infizieren. Das beschriebene Verhalten der Besessenen erinnert an eine Infektion mit Tollwut. Ein weiterer wichtiger Aspekt ist der Umgang mit Fremden. Auf der einen Seite besteht die Verpflichtung, den Reisenden gastfreundlich aufzunehmen, da er draußen im lebensfeindlichen schottischen Hochland sterben könnte. Andererseits muss jeder Fremde genau beäugt werden, damit er sich nicht als Feind entpuppt. In einigen Geschichten wird dem Brollachan nachgesagt, dass er die Kälte im Körper seines Wirts spürt. Ein Mensch, der einem Brollachan hilft und ihm Wärme und Schutz über Nacht gewährt, wird Dankbarkeit von der Kreatur erhalten und in der Zukunft sicher leben können. Da der Brollachan ein Wesen ist, das von Instinkten geleitet wird, ist es ratsam, sich in der Nacht, in der der Brollachan anwesend ist, zu verstecken.

Aktuelle Romane

  • Kate Lowe veröffentlichte 2016 The Case of the Brollachan (The Riley Pope Case Files Book 3), indem es um die Kryptozoologin Riley Pope geht, die Gestaltenwandler und andere mystische Wesen aufspürt.
  • Peter Gray veröffentlichte 2017 als drittes Buch der Avalon-Serie: James Avalon in The Brollachan.[3] Es handelt sich dabei um einen mysteriösen Kriminalfall aus dem schottischen Hochland, in dem die Sage über die mythologische Figur des Brollachans eine Rolles spielt.

Der Brollachan heute

Obwohl die meisten schottischen Kinder heutzutage in urbanisierten Regionen und Städten leben, wo die alten Geschichten nicht länger weitererzählt werden, halten sich die Geschichten vom Brollachan in den ländlichen Gebieten, die noch die mündliche Erzähltradition pflegen wie früher. Diese Geschichten werden nach wie vor in den nördlichen Regionen erzählt, besonders in den gälischsprachigen Gebieten. Diese Geschichten über den Brollachan entstammen der mündlichen Tradition und sind nur selten in modernen Büchern aufgezeichnet oder in Volksdichtungen dokumentiert worden. Allerdings erscheint die Figur des Öfteren in Fantasy-Büchern und Fantasy-Spielen.[4]

Einzelnachweise

  1. ↑ http://enctype.de/Daemonen/frame.htm
  2. ↑ Malcolm Macleannan: Gaelic Dictionary. A Pronouncing and Etymological Dictionary of the Gaelic Language, Edinburgh 1993, S. 53
  3. ↑ Archivierte Kopie (Memento des Originals vom 21. Februar 2018 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/petergrayauthor.co.uk
  4. ↑ http://www.spookystuff.co.uk/scottish-folklore-brollachan.html

Quellen im Netz

  • http://www.enzyklo.de/Begriff/Brollachan
  • http://www.mythologydictionary.com/brollachan-mythology.html
  • http://www.spookystuff.co.uk/scottish-folklore-brollachan.html

Literatur

  • James MacKillop: A Dictionary of Celtic Mythology, Oxford University Press 2004
  • Malcolm Maclennan: A Pronouncing and Etymological Dictionary of the Gaelic Language. Acair and Mercat Press, Edinburgh 1993, ISBN 1-873644-11-6



🔮 Noir24 Archiv-Hinweis

Dieser Eintrag basiert auf dem Artikel Brollachan aus der freien Enzyklopädie Wikipedia. Der Text steht unter der Lizenz Creative Commons Attribution-ShareAlike 4.0 International und ist frei verfügbar.

Buraq

Noir24admin Kryptozoologie 21. Juni 2026
Darstellung eines Buraq aus dem 17. Jahrhundert

Buraq oder al-Buraq (arabisch البراق, DMG al-burāq; wohl abgeleitet von mittelpersisch bārak, ‚Reittier‘[1]) ist in der islamischen Mythologie ein weißes pferdeähnliches Reittier mit Flügeln und Menschenantlitz, auf dem nach einer legendären Überlieferung der Prophet Mohammed während einer Nacht von der Erde zum Himmel und zurück flog. Auf dem Tier soll er auch mit Erzengel Gabriel auf seiner Nachtreise von Mekka nach Jerusalem geritten sein. Das Tier findet sich auf zahlreichen Darstellungen. Im Türkischen ist das Wort in der Schreibweise Burak auch ein männlicher Vorname.

Da Mohammed auf seiner Reise nach Jerusalem zum Tempelberg zurückgekehrt und sein Reittier an einem eisernen Ring am Fundament des Zweiten Tempels festgemacht haben soll, nennen die Araber die Mauer Buraq (arabisch حائط البراق, DMG Ḥāʾiṭ al-Burāq, wörtlich: „Buraq-Mauer“).

Siehe auch

  • Pegasos (Mythologie)
  • Boragh
  • Al Boraq

Weblinks

Commons: Buraq – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Wiktionary: Buraq – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
  • Gustav Weil (Übersetzer): Das Leben Mohammeds nach Muhammed Ibn Ishâk bearbeitet von Abd el-Malik Ibn Hischâm. Stuttgart 1864. Borak, Seite 196–198.
  • Das geflügelte Maultier „Burak“ im Das grosse Kunstlexikon von P.W. Hartmann.

Einzelnachweise

  1. ↑ Max Meyerhof: Persisch Türkische Mystik. Orient-Buchhandlung Heinz Lafaire, Hannover 1921, S. 29.



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Buschgroßmutter

Noir24admin Kryptozoologie 21. Juni 2026

Weiterleitung nach:

  • Moosweiblein#Buschgroßmutter
  • Wikidata: Buschgroßmutter (Q27698487)



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Busebeller

Noir24admin Kryptozoologie 21. Juni 2026

Der Busebeller[1] (auch: Busabella oder Busebella,[2] Busemann)[3] ist eine ostfriesische Sagengestalt und Kinderschreckfigur. Sie diente dazu, Kindern etwas beizubringen oder von gefährlichen Orten wie etwa tiefen Gewässern fernzuhalten. Eltern drohten ihrem Nachwuchs, dass der Busebeller sie „holen“ oder schlagen würde, wenn sie nicht brav wären oder sich an verbotene Plätze begäben.[2] Daneben wurde oft mit einem Busebeller gedroht, der die Kinder „auffrisst“.[2]

Busebeller ist neben seiner Funktion als Kinderschreck auch eine lokale Bezeichnung für den Teufel und (davon abgeleitet) für ein Unkraut.[2][3]

Das Aussehen des Busebeller

Die Figur des Kinderschrecks war unter verschiedenen Namen weit verbreitet. Hier eine Darstellung von Abraham Bach (Der Mann mit dem Sack) auf einem Flugblatt aus der 2. Hälfte des 17. Jahrhunderts.

Der Busebeller wird häufig als große, dunkle Gestalt beschrieben. Er führt einen Haken mit sich, mit dem er unartige Kinder zu sich zieht und einen Sack, in dem er sie dann mitnimmt. Alternativ trägt der Busebeller eine Rute bei sich, mit der er die Kinder schlägt.[2]

Cirk Heinrich Stürenburg beschreibt den Busebeller in seinem Ostfriesisches Wörterbuch von 1856 als spukhaftes Phantom, ein gespenstisch verkleidetes Subjekt, Popanz, ein Mensch zum Bangemachen.[4]

Auf die Gestalt des Busebeller/Busemann geht auch die ostfriesische Bezeichnung Bussmanns oder Busemanns Förke (d. h. Busemanns Forke) für das Unkraut Dreiteiliger Zweizahn zurück. Bei dieser Frucht sorgt, so der Volksglaube, der Busemann dafür, dass sich dessen mit zwei Grannen versehene Frucht in Gestalt einer zweizinkigen Förke oder Gabel überall selbst aussäen kann.[3]

Namensherkunft

Der Name ist möglicherweise eine Zusammensetzung des Namens Butz (vgl. Butzemann)[5] sowie Beller (= bellen, lärmen).[6]

Jan ten Doornkaat Koolman hält es dagegen auch für möglich, dass der Namensbestandteil Buse identisch mit dem im nordfriesischen Bussemann verwendeten Namensbestandteil Busse-[6] ist. Von diesem Wort nimmt Nicolaus Outzen an, dass es auf die Wikingerzeit zurückgeht und auf den Schiffstyp Busse (Búza) zurückgeht.[7] Dies war ursprünglich ein Kriegsschiff, mit dem die Wikinger an den Küsten ihr Unwesen trieben und Menschen- und Kinderraub betrieben. Die Männer, die dieses Schiff ruderten, nannte man Bussemänner, so dass der Ruf „Der Bussemann kommt!“ die Bewohner der Küsten in Angst und Schrecken versetzte, vor allem aber zur Sorge um Hab und Gut sowie die Angehörigen führte.[6] Bei ihren Raubzügen machten die Wikinger allerhand Lärm. Dies findet auch in dem Verb bussen seinen Ausdruck, das brausen, sausen, stürmen bedeutet[8] und möglicherweise ebenfalls auf die Wikingerzeit zurückgeht. Schließlich sei die Bezeichnung Busebeller von den Schiffsbesatzungen auf einen Wasserkobold übergegangen, der im Wasser sein Unwesen treibt.[6] Etymologisch nahe verwandt sind die Sagengestalten des friesländischen Puk, des englischen Puk, des schwedischen Pocker (= Teufel), des norwegischen Puk beziehungsweise Draugr (ein bösartiger Wassergeist) sowie des isländischen Púki bzw. Púkinn (= „kleiner Teufel“).

Einzelnachweise

  1. ↑ Schreibweise gemäß: Plattdeutsches Wörterbuch für Ostfriesland: Busebeller. Abgerufen am 5. März 2016.
  2. ↑ a b c d e Was ist ein Busebeller und warum werden Kinder vor ihm gewarnt? Gesellschaft für deutsche Sprache; abgerufen am 6. März 2017.
  3. ↑ a b c Töchterschullehrer Martini: Volkstümliche ostfriesische Bezeichnungen in der Botanik. (Manuskript eines am 4. März 1907 gehaltenen Vortrags) In: 92. Jahresbericht der Naturforschenden Gesellschaft in Emden 1906–1907. Emden 1907. S. 25 (Textarchiv – Internet Archive).
  4. ↑ Cirk Heinrich Stürenburg: Ostfriesisches Wörterbuch. Aurich 1857. (Reprint: Leer 1972) S. 28; archive.org.
  5. ↑ Klaus Beitl; Bernd Rieken, Michael Simon (Hrsg.): Untersuchungen zur Mythologie des Kindes (= Mainzer Beiträge zur Kulturanthropologie/Volkskunde). Münster 2007. ISBN 978-3-8309-1809-7, S. 180.
  6. ↑ a b c d Jan ten Doornkaat Koolman: Wörterbuch der ostfriesischen Sprache. 3 Bände. 1879/1884. (Reprint: Wiesbaden, 1968). S. 260.
  7. ↑ Nicolaus Outzen: Glossarium der friesischen Sprache, besonders in nordfriesischer Mundart. Kopenhagen 1837, S. 86; archive.org.
  8. ↑ Otto Buurman: Hochdeutsch-plattdeutsches Wörterbuch. (PDF; 5,7 MB) Auf der Grundlage ostfriesischer Mundart in 12 Bänden. 1993 neu herausgegeben vom Verein „Oostfreeske Taal“. Band 12, S. 188.



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  1. Aufhocker
  2. Baldanders
  3. Befana
  4. Blemmyer

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