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Astomi

Noir24admin Kryptozoologie 21. Juni 2026
Homo Astomus und Homo Brachystomus in der Physica curiosa (1662) des Caspar Schott

Die Astomi (oder Astomoi;[1] von altgriechisch α-στόμα „Mund-los“) sind eines der sogenannten Wundervölker der Antike und des Mittelalters. Die Astomi sind, wie ihr Name schon sagt, Menschen ohne Mund. Sie sind wahrscheinlich über die indische Mythologie in die Literatur der westlichen Welt gelangt.

Beschreibung

Plinius der Ältere beschreibt 77 n. Chr. in seinem Werk Naturalis historia („Naturgeschichte“) die Astomi. Er erwähnt sie im Buch VII, das von der Anthropologie handelt:

“Megasthenes gentem inter Nomadas Indos narium loco foramina tantum habentem, anguium modo loripedem, vocari Sciratas. ad extremos fines Indiae ab oriente circa fontem Gangis Astomorum gentem sine ore, corpore toto hirtam vestiri frondium lanugine, halitu tantum viventem et odore, quem naribus trahant. nullum illis cibum nullumque potum, radicum tantum florumque varios odores et silvestrium malorum, quae secum portant longiore itinere, ne desit olfactus; graviore paulo odore haut difficulter exanimari.”[2]

Das Siedlungsgebiet der Astomi liegt laut Plinius an den Quellen des Flusses Ganges in Indien. Ihre Körper sind vollständig behaart. Sie bedecken sie mit dem Laub der Bäume. Die Astomi brauchen keine Nahrung. Auch trinken sie nicht. Die Astomi ernähren sich ausschließlich durch den Geruch von Blumen, Wurzeln und Früchten, den sie über ihre Nasen einatmen. Wenn sie auf weite Reisen gehen, nehmen sie laut Plinius wilde Äpfel mit, mit deren Geruch sie sich begnügen.

Plinius erwähnt Megasthenes, der in seiner Indika schreibt, dass man sie leicht mit einem strengen Geruch töten kann. Bei Megasthenes (zitiert nach Strabon) sind die Astomi zahm (ἡμεροι). Sie leben vom Geruch geräucherten Fleisches sowie dem Duft der Früchte und Blumen.

Die Astomi werden auch bei Solinus und Aulus Gellius erwähnt.

Bei Jehan de Mandeville leben die Astomi auf der kleinen Insel Pitan. Sie sind klein vom Wuchs „aber nicht kleiner als die Pygmäen“. Wenn sie weite Reisen unternehmen, leben sie vom Geruch der Äpfel. Sie tragen sie bei sich, weil sie ansonsten sterben.[3]

Weblinks

Commons: Astomi – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
  • Plinius-Stelle in englischer Übersetzung

Einzelnachweise

  1. ↑ Karl Ernst Georges: Astomi. In: Ausführliches lateinisch-deutsches Handwörterbuch. 8., verbesserte und vermehrte Auflage. Band 1: A–H. Hahnsche Buchhandlung, Hannover 1913, Sp. 658 (Digitalisat. zeno.org). 
  2. ↑ la.wikisource.org (Übersetzung von Johann Daniel Denso: „An den äußersten Grenzen Indiens, um die Quelle des Ganges, lebte das Volk der Astomer (sic!), hätte kein Maul, sei ganz nackend und bekleide sich mit der Wolle des Baumlaubes, lebte bloß vom Atemholen und dem Geruche, welchen es durch die Nase in sich zöge. Sie haben keine Speise und keinen Trank: bloß den mannigfaltigen Geruch von Wurzeln und Blumen, und von wilden Äpfeln, welche sie auf einer weitern Reise, damit es ihnen an Geruche nicht fehle, mit sich führen: von stark riechenden Dingen hätten sie leichtlich den Tod.“ Seite 247.)
  3. ↑ Astomi. (Memento vom 29. Oktober 2006 im Internet Archive) eaudrey.com, Dave’s Mythical Creatures and Places (englisch).



🔮 Noir24 Archiv-Hinweis

Dieser Eintrag basiert auf dem Artikel Astomi aus der freien Enzyklopädie Wikipedia. Der Text steht unter der Lizenz Creative Commons Attribution-ShareAlike 4.0 International und ist frei verfügbar.

Aswang

Noir24admin Kryptozoologie 21. Juni 2026

Ein Aswang (oder Asuwang) ist ein leichenfressendes Wesen der philippinischen Mythologie. In anderen Gebieten ist der Aswang eine vampirähnliche Kreatur, die mit ihrer langen, dünnen und hohlen Zunge die Babys im Mutterleib einer schlafenden Schwangeren aussaugt.

Der Mythos des Aswang ist besonders in den Regionen der westlichen Visayas verbreitet. Zudem wird erzählt, dass diese Wesen gerne kleine Kinder verspeisen sollen. Die bevorzugten Körperteile sind dabei die Leber und das Herz. Andere lokale Bezeichnungen für eine solche Gestalt, speziell in Capiz, sind Tik-tik und Wak-wak.

Grundlagen

Der Glaube an einen Aswang ist vor allem in den Visayas und hier besonders in den westlichen Provinzen wie Capiz, Iloilo und Antique sehr gegenwärtig. Dort werden die Geschichten über Aswangs allerdings nicht nur wegen ihres Unterhaltungswertes weitergegeben. Mütter erzählen ihren Kindern diese Schauergeschichten, um sie davon abzuhalten, des Nachts auf der Straße herumzustrolchen.

Die Bezeichnung Aswang wird zeitweise auch allgemein für alle Typen von Manananggals (Vampirwesen), Formwandler, Werwölfe und Monster verwendet. Ein Aswang wird dabei oft mit einem Manananggal gleichgesetzt, obwohl beide unterschiedlich sind. Einige Wesensmerkmale und Eigenschaften des Aswang variieren von Volksgruppe zu Volksgruppe. Sie leben dem Vernehmen nach üblicherweise in der Nähe von Bergen und halten sich von Städten fern. Aswang besitzen tagsüber ein menschliches Erscheinungsbild und können dem männlichen oder weiblichen Geschlecht angehören, wobei sie in den meisten Gebieten vornehmlich als Frauen auftreten. Damit stehen sie in einer Beziehung zu den indischen Rakshasas, die mit der Ausbreitung der hinduistischen Mythologie nach Indonesien gelangten. Verwandte mythische Figuren sind die Penanggalan und die Krasue in Thailand. In persisch-arabischen Mythen kommt ein leichenfressender Ghul vor.

Capiz

Die Provinz Capiz auf der Insel Panay ist auf den Philippinen eine Hochburg der Geschichten über Aswangs, sowie anderer sagenumwobener und mystischer Gestalten, wie Kobolde, Ghule, Manananggals, riesige Pferdemenschen (Tikbalang) und anderer Monster, die man sich dort erzählt und die die lokalen Boulevardblätter füllen. Capiz wird, ungerechterweise, nachgesagt, unzählige Aswangs und Hexenzirkel zu beherbergen, da viele abergläubische Leute in dieser Region nach wie vor an die Existenz dieser Geschöpfe glauben. Aus diesem Grund werden oft Fenster und ganze Räume mit Knoblauchzwiebeln behangen, mit Weihwasser präpariert und mit weiteren Utensilien geschmückt, die diese bösen Kreaturen abwehren sollen.

Gestalt und Eigenschaften

Ein Aswang ist am Tag ein normales Mitglied der Gesellschaft, das als Metzger, Bestatter oder Totengräber einer regelmäßigen Arbeit nachgeht, dessen Tätigkeit jedoch in Zusammenhang mit totem Fleisch steht. In den meisten Regionen taucht ein Aswang jedoch in weiblicher Gestalt auf. Das Markenzeichen oder die Besonderheit eines Aswangs, das ihn von anderen mythologischen Gestalten der Philippinen unterscheidet, ist seine Neigung, den gestohlenen Kadaver verschwinden zu lassen, indem er in den Stamm einer Bananenstaude das Abbild des Kadavers einritzt.

Aswangs haben in ihrer menschlichen Gestalt ein zeitloses Erscheinungsbild, sie zeigen ein ruhiges, scheues und eigentümliches Verhalten. Üblicherweise streift der Aswang in der Dunkelheit umher und sucht nach einer Möglichkeit, in Häuser zu gelangen, in denen ein Leichnam aufgebahrt ist, da er dessen toten Körper zu stehlen versucht. In anderen Geschichten saugen Aswangs das Blut ungeborener Kinder aus dem Uterus der schlafenden Mutter. Nach einer solchen Mahlzeit ist der Bauch des Ungeheuers so dick, wie der einer Hochschwangeren. Gleichsam populär ist der Glaube, ein Aswang könne den Schatten eines Menschen auflecken, woraufhin der Betroffene stirbt.

Sie können durch zwei Zeichen von normalen Menschen unterschieden werden. Zum einen besitzen sie blutunterlaufene Augen, was die nächtelange Suche nach Opfern mit sich bringt. Zum anderen erscheint die Bildreflexion, die man in seinen Augen erblickt, angeblich auf dem Kopf stehend.

Laut der Überlieferungen verfügt der Aswang über die Möglichkeit, sich von einem Menschen in ein Tier und zurück zu verwandeln. Aswangs haben die Fähigkeit, die Gestalt anderer Tiere annehmen zu können, wie Hunde, Katzen, Fledermäuse und Schlangen. Ein Aswang kann sich weiterhin in ein Schwein oder einen schwarzen Vogel verwandeln. Während ihrer nächtlichen Aktivitäten sind ihre Füße angeblich nach hinten gerichtet und ihre Zehnägel stehen ab.

Abarten

Tik-tik und Wak-wak

Eine Abwandlung des Aswang ist der Tik-tik, der sich bei Nacht in einen großen Vogel oder eine Fledermaus verwandelt. Der Tik-tik streunt danach in dieser Gestalt herum und sieht sich nach schlafenden schwangeren Frauen um. Hat er sein Opfer entdeckt, lässt er sich nieder und streckt seinen sehr langen hohlen Rüssel in die Gebärmutter. Dort leckt er das Baby, um es zu töten, wobei ein Laut zu vernehmen ist, der sich nach tik-tik anhört.

In manchen Erzählungen ist der Tik-tik ein Vertrauter des Aswangs, der die Leute durch sein tik-tik-Geräusch verwirren soll. Wenn sich der Aswang in der Nähe befindet, wird der Laut leiser, so dass man denken soll, der Aswang wäre noch weit weg.

Auf Cebu ist für eine solche Kreatur der Begriff Wak-wak oder Wuk-wuk geläufig. Die Legenden über den Wak-wak und den Tik-tik sind nahezu dieselben, nur dass man sich von dem Wak-wak erzählt, er würde bei seiner Verwandlung in eine Vogelform seinen unteren Körperteil abwerfen, so wie der Manananggal, ein anderes Vampirwesen der philippinischen Mythologie. Der Schrei eines Nachtvogels, der sich nach "wuk-wuk-wuk" anhört, wird als der Ruf dieses Monsters angesehen und löst bei abergläubigen Dorfbewohnern Angst aus. Wie der Tik-tik wird der Schrei des Wak-wak leiser, je näher der Aswang herankommt.

Agitot und Sigbin

In Panitan (Panit'an) Capiz, gibt es darüber hinaus die Sage von dem Dangga oder Agitot. Diese Abart des Aswang hat einen amüsanten Aspekt, denn man sagt über ihn, er hätte die Gestalt eines hübschen homosexuellen Mannes, der in der Nacht wie ein Vampir Frauen jagt, um ihr frisches Blut zu trinken.

Ein anderer Vertrauter ist der Sigbin oder Zegben. Über ihn heißt es, er wäre eine andere Erscheinungsform des Aswang während andere Abergläubige behaupten, es würde sich bei ihm um einen Gefährten des Tik-tik handeln. Sein Aussehen scheint dem Chupacabra Mittelamerikas und dem Tasmanischen Teufel zu gleichen, mit Ausnahme des fleckigen Fells. Angeblich verfügt dieses Geschöpf über ein breites Maul mit langen Fangzähnen.

Abwehrmöglichkeiten

Es wird behauptet, man kann die Anwesenheit eines Aswang mittels einer Flasche eines bestimmten Öls erkennen, das aus gekochten und abgegossenen Kokosnussfleisch extrahiert und mit verschiedenen Pflanzenhalmen vermischt wird, wobei besondere Gebete aufgesagt werden müssen. Kommt der Aswang näher oder umstreift in der Nacht das eigene Haus, dann soll das Öl anfangen zu kochen oder aufzuschäumen. Die Reaktion dauert so lange an, bis sich der Aswang wieder entfernt hat.

Eine sehr effektive Waffe gegen diese Geschöpfe ist laut dem Volkstum das Buntot Pagi, eine kleine Stachelpeitsche. Diejenigen, die tapfer genug sind, einem Aswang im Kampf gegenüberzutreten, können ebenso ein glänzendes Schwert aus reinem Silber oder ein Bildnis eines alten Weibes (einer Großmutter) verwenden, um dieses Wesen zu vertreiben. Der Mythos, dass silberne Waffen bösartige Kreaturen zu verjagen vermögen, wurde vermutlich der westlichen Legendenwelt entnommen. Handelt es sich bei dem Aswang um einen Agitot, so kann man diese Untiere durch eine frisch zubereitete Samenflüssigkeit aufhalten, die dem Agitot in den Weg geschüttet oder gewischt wird. Der Agitot wird die Flüssigkeit auflecken, bevor er sein Opfer weiter verfolgt.

Eine weitere Abwehrmöglichkeit ist das Werfen von Salz, das die Haut des Aswang, aufgrund der reinigenden Fähigkeit, die den Salzkristallen in der Hexenkunst nachgesagt werden, verbrennen wird. Mit "Salz" ist dabei eine Kombination von verschiedenen Alkalisalzen gemeint, nicht Tafelsalz alleine. Hypochlorite und andere Salzarten haben hingegen wohl den gleichen Effekt in Bezug auf einen Aswang.

Berichte und Darstellungen

Wie die Geschichten über UFOs, sind Schilderungen über Aswangs eine der beliebtesten Artikel in Sensationsblättern und Boulevardzeitungen auf den Philippinen. Dies gilt insbesondere, wenn dabei Grabraubungen, Kindesentführungen und Menschen mit exzentrischen oder eigentümlichen Eigenarten sowie andere unerklärbare Begebenheiten im Spiel sind. Es ist bei diesen Geschichten zu beachten, dass es in den Provinzen nach wie vor zahlreiche abergläubige Menschen gibt, die noch immer von der Existenz dieser Gestalten überzeugt sind.

Buch, Film, Fernsehen und Games

  • Science-Fiction-Fernsehserie: Freaky Links Sender: FOX

In der kurzlebigen Fernsehserie Freaky Links bekommen es die Protagonisten in einer Episode mit einem Aswang zu tun. Unabsichtlich wird die Inkarnation dieser Kreatur aus einer mysteriösen Box befreit. Ohne eine Gestalt zu haben, macht sie sich im Schatten verbleibend auf und wandert auf der Suche nach Opfern umher. Anstatt tote Körper zu entwenden, stiehlt diese Kreatur den Schatten der Menschen und damit deren Lebenskraft.

  • Buch: One! Hundred! Demons!, Autorin: Lynda Barry

In Lynda Barrys Buch One! Hundred! Demons! (Ein! Hundert! Dämonen!) befasst sich ein Kapitel mit Aswangs. In ihrer Version ist der Aswang während des Tages ein Hund, dessen Hinterbeine länger sind als die vorderen. Während der Nacht verwandelt es sich in eine Frau, die ihre Beine abwirft und auf der Suche nach Beute umherfliegt.

  • Film: Aswang (USA 1992), Regie: Wrye Martin, Barry Poltermann

In dem amerikanischen Horrorfilm Aswang (anderer Titel: The Unearthing), geht es um eine junge ledige, schwangere Frau, der eine Offerte unterbreitet wird, die sie nicht ablehnen kann. Ihr wird von einem jungen reichen Mann, Mr. Peter Null, angeboten, gegen einen großen Geldbetrag seine Frau zu mimen, weil dies der Wunsch seiner sterbenden Mutter wäre. Was sie nicht weiß, ist, dass es sich bei dem Mann und seiner Familie um menschliche Fassaden von Aswangs handelt, die es auf ihr Baby abgesehen haben. Die Aswangs in diesem Film laben sich an ungeborenen Föten, deren Blut sie mit ihrer langen röhrenförmigen Zunge auflecken.

  • Mystery-Serie: Lost Girl (seit 2010–2015), Produktionsunternehmen: Prodigy Pictures, Shaw Media

In der Folge 1x06 Was giftig ist, isst man nicht kommt eine Aswang vor. Dieses Volk ernährt sich von menschlichen Leichen, welche vom örtlichen Bestattungsunternehmen geliefert werden. Wegen ihres starken Immunsystems können sie auch problemlos schwer verseuchte Nahrung, z. B. durch Ebola oder Pest, zu sich nehmen. Dadurch wird auch die weitere Verbreitung solcher Krankheiten eingeschränkt.

  • Grimm: 03x14 "Die Opfergabe", NBC (7. März 2014)

Im Zentrum dieser Folge der Mythen- und Märchenserie Grimm steht ein Aswang im Mittelpunkt des Geschehens. Detective Burkhardt und Griffin helfen einer schwangeren Frau die von einem Aswang angegriffen wurde. Die Frau war mit ihrem Mann auf Anraten eines Polizeikollegen von Dt. Burkhardt von den Philippinen nach Portland gezogen.

  • Buch: Torn into Pieces (Oktober 2021), Autorin: Mo Schneyder

Die deutsch-philippinische Autorin Mo Schneyder beschreibt in ihrer auf Deutsch erschienen Gothic Novel "Torn into Pieces" einen Aswang, speziell einen Manananggal, der Menschen die inneren Eingeweide und auch einen ungeborenen Fötus aus dem Körper einer Schwangeren mit seiner langen Zunge aussaugt. Der aus den Philippinen gekommene Aswang treibt sein Unwesen auf einem Château in Frankreich.

  • Buch: AERA 2 - Die schwärzeste Macht (März 2022), Autor: Markus Heitz

In Markus Heitz Buch AERA 2 (Die schwärzeste Macht) wird ein Aswang als Racheengel (Seraph) ausgegeben, im Kampf und Intrigen verschiedener Gottheiten. In dieser Version ist der Aswang ein Gestaltenwandler, der mal als Wolf, mal als engelsähnliches Flügelwesen agiert. Es wird getötet durch Durchtrennen des Rückgrats. Im Buch wird verwiesen auf die Philippinen als den Ursprung der Aswang.

Videospiel: Phasmophobia, Herausgeber: Kinetic Games

Im Rahmen des Alan Wake Events am 12. Mai 2026 wurden auch zwei neue Geister in diesem Spukspiel eingeführt, darunter auch der Aswang.

Weitere Gestalten

  • Manananggal
  • Multo
  • Kapre
  • Tikbalang
  • Mantahungal
  • Nuno sa Punso
  • Kataw
  • Bungisngis
  • Bakonawa
  • Tahamaling
  • Ada
  • Batibat
  • Sigbin
  • Buso
  • Pugot

Literatur

  • Borrmann, Norbert: "Lexikon der Monster, Geister und Dämonen", Berlin, 2000, ISBN 3-89602-233-4
  • Bunson, Matthew: "Das Buch der Vampire", München 1993, ISBN 3-453-18839-X

Weblinks

Commons: Aswang – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
  • Wanda Albano: What is an Aswang? In: wisegeek.com. 16. Mai 2024; abgerufen am 5. September 2024 (englisch). 
  • Oliver M. Mendoza: Aswangs in Western Visayas. In: iloilocityboy.blogspot.com. 2. Juni 2006; abgerufen am 5. September 2024 (englisch). 
  • Legazpi's account (Memento vom 17. August 2005 im Internet Archive)
  • Aswang bei IMDb
  • Medienmeldung über eine Aswang-Attacke (Memento vom 26. Dezember 2007 im Internet Archive)
  • Aswang in der Encyclopedia Mythica
  • The Claveria Heritage - Aswang



🔮 Noir24 Archiv-Hinweis

Dieser Eintrag basiert auf dem Artikel Aswang aus der freien Enzyklopädie Wikipedia. Der Text steht unter der Lizenz Creative Commons Attribution-ShareAlike 4.0 International und ist frei verfügbar.

Kinderschreckfigur

Noir24admin Kryptozoologie 21. Juni 2026
Lorentz Schultes: Der Kinderfresser, Flugblattausschnitt (17. Jahrhundert)
Abraham Bach: Der Kindleinfresser, Flugblatt (2. Hälfte des 17. Jahrhunderts)
Abraham Bach: Der Mann mit dem Sack, Flugblatt (2. Hälfte des 17. Jahrhunderts)
Kindlifresserbrunnen in Bern

Eine Kinderschreckfigur ist eine fiktive Figur, mit der Kindern Angst eingejagt werden soll.

Eltern, Großeltern, Ammen oder andere Kinder erzählten Kindern seit vielen Jahrhunderten von solchen Gestalten. Klassisch ist das Motiv des „Kinder-Mitnehmens“, bei dem den Kindern damit gedroht wird, dass die Schreckfigur kommen und sie „holen“ würde, wenn sie nicht brav wären. Ebenfalls wird oft mit Figuren gedroht, die Kinder „auffressen“.

Dies dient einerseits dazu, die Kinder mit gruseligen Geschichten zu unterhalten, zum anderen aber auch dazu, sie einzuschüchtern und gehorsam zu machen (z. B. zu bewirken, dass sie nachts still im Bett bleiben oder sich von gefährlichen Orten wie Gewässern fernhalten). Kinderschreckfiguren kommen in Sagen, Märchen und Gruselgeschichten vor (siehe auch Ammenmärchen), werden aber auch außerhalb der Literatur verwendet – beispielsweise in Form einer Drohung.

Von den typischen Kinderschreckfiguren sind Schreckgestalten abzugrenzen, die weniger speziell zum Ängstigen von Kindern erfunden wurden und an die die Menschen zum Teil auch als Erwachsene noch glauben. Dazu zählen beispielsweise Fabelwesen wie Aufhocker, Kobolde, Trolle, Hexen, Teufel, Geister und Gespenster.

Kinderfolklore

Die Schreckgestalten hatten auch ihren festen Platz in der Kinderfolklore (soziale Übertragung von Kindern an Kinder, also nicht hauptsächlich über Erwachsene). Bisweilen treiben Kinder untereinander Scherze mit solchen Schreckfiguren. Sie sind aus Kinderspielen (z. B. Wer hat Angst vorm Schwarzen Mann?), Gedichten, Geschichten, Märchen und Kinderliedern (z. B. dem Lied vom Bi-Ba-Butzemann) bis heute noch bekannt. Hier wird oftmals die Angst vor diesen Figuren spielerisch sublimiert.

Kinderbücher

Auch haben viele Kinderbuchautoren des 20. Jahrhunderts die Figuren aufgegriffen und literarisch in „liebe“ Sympathiefiguren umgewandelt, um Kindern die Angst vor ihnen zu nehmen. Ein beliebtes Mittel dazu ist, die Furchtgestalten selbst als Kinder mit Ängsten und Problemen darzustellen. Die bekanntesten Werke dieser Art stammen von Otfried Preußler, zum Beispiel Das kleine Gespenst oder Die kleine Hexe. Weitere Beispiele dieses Kinderbuchgenres sind Der kleine Vampir von Angela Sommer-Bodenburg und Alle meine Monster von Thomas Brezina.

Noch weiter wird die didaktische Umkehr im Bilderbuch Wo die wilden Kerle wohnen von Maurice Sendak vorangetrieben: Dort gelingt es dem unartigen Max in einem Traum die Schreckgestalten zu zähmen, indem er ihnen in die Augen starrt. Die Wilden Kerle krönen daraufhin Max zu ihrem König und er schickt sie ohne Essen ins Bett. Als Max die Wilden Kerle alleine zurücklässt, versuchen sie ihm wieder Furcht einzujagen, aber er zeigt sich nicht beeindruckt und kehrt nach Hause zurück, wo das Essen noch auf ihn wartet.

In vielen der Mut-Mach-Geschichten sind die Schreckfiguren selbst hilfsbedürftige Wesen. So kultiviert das Mädchen Zeralda in einem Bilderbuch von Tomi Ungerer den kinderfressenden Riesen, indem sie wunderbare Gerichte zubereitet, die so viel schmackhafter sind als Menschenfleisch, sodass der Riese seine Essgewohnheiten bald ändert, und beide am Schluss sogar heiraten. Sophiechens Riese von Roald Dahl stellt sich gar als Außenseiter heraus, der sich lieber von Kotzgurken und Blubberwasser ernährt, als Menschenfleisch zu fressen. Hier ist Sophiechen gefordert, dem armen Riesen zu helfen, sich gegen die anderen Riesen zu behaupten, bei denen es sich wiederum um klassische Schreckfiguren handelt.

Bekannte Kinderschreckfiguren

Für unartige Kinder

„Der Kinderfresser“ (Holzschnitt, Original handkoloriert), gedruckt bei Albrecht Schmid seel. Erben, Augsburg, c. 1750
Buhmann
Der Buhmann (auch Bullemann[1]) hat sich in der deutschen Sprache eingebürgert und bezeichnet etwa gleichbedeutend mit dem „Sündenbock“ eine Person, der – gänzlich unverdient oder in unverhältnismäßigem Ausmaß – von einer Mehrheitsmeinung Schuld zugeschoben wird.
Butzemann
Der Butzemann ist eine gespensterhafte, kobold- oder zwergenartige Figur, die vorwiegend aus dem süddeutschen und schweizerischen Raum bekannt ist. Erst in neuerer Zeit taucht diese Figur hauptsächlich als Kinderschreckfigur auf.
Busebeller
Der Busebeller wird als große, dunkle Gestalt beschrieben, die, so der Volksglaube, in Ostfriesland ihr Unwesen treibt.
Knecht Ruprecht
Knecht Ruprecht, auch Rupperich, Hans Muff[2] oder Krampus, ist der finstere Begleiter des Nikolaus, der unartigen Kindern mit einer Rute droht, bzw. damit, dass er sie in seinen Sack oder seine Kiepe steckt und mitnimmt. Eine Besonderheit dieser Kinderschreckfigur ist, dass sie nicht nur in mündlichen und schriftlichen Geschichten und Bildern, sondern in Form verkleideter Erwachsener alljährlich in der betreffenden Jahreszeit sichtbar in Erscheinung tritt.
Mummelratz
In Zentralthüringen werden Kinder vor dem Mummelratz gewarnt, der sie bei unartigem Verhalten oder an gefährlichen Orten holt. Er wird zumeist als schwarzer, vermummter Mann beschrieben. In und um Gotha ist bis heute die redensartliche Drohung „... sonsd hold dech dar Mummlratz!“ bekannt.[3]
Popelmann
Der im Sudetenland bekannte Popelmann und seine Gefährtin Popelhole verschleppen unartige Kinder in ihren Sumpf.
Schwarzer Mann
Der schwarze Mann ist im gesamten deutschsprachigen Gebiet und weit darüber hinaus bekannt. Je nach Region und Zeit verband man mit ihm unterschiedliche Erscheinungsbilder, wie z. B. eine düstere, schattenhafte Gestalt, einen Mann mit schwarzer Kleidung oder den Tod als anthropomorphes Wesen. Der schwarze Mann ist auch aus dem Kinderspiel „Wer hat Angst vorm schwarzen Mann?“ bekannt.[4] Darin tritt er nicht nur als Kinderschreck in Erscheinung, sondern als Verkörperung des (Schwarzen) Todes, der „bis in die Gegenwart hinein im kollektiven Gedächtnis präsent geblieben ist“.[5]

„Kinder ihrerseits ziehen nicht nur im Märchen aus, um das Fürchten zu lernen. So korrespondierte beispielsweise dem erwachsenen Schreckbild vom ‚schwarzen Mann‘ schon lange das die Angstlust herbeirufende Fangspiel Wer fürchtet sich vorm schwarzen Mann?, bei dem die Kinder der Bedrohung lauthals ein trotziges "Niemand!" entgegenrufen, um dann wegzulaufen.“

– Karl W. Bauer, Germanist an der Justus-Liebig-Universität Gießen[4]

Weitere „allgemeine“ Schreckfiguren sind der Kindermitnehmer, der Kinderfresser, der Böse Onkel und Franz Karl Ginzkeys Hatschi Bratschi.

Für Daumenlutscher

Schneider mit der Schere
Eine Kinderschreckfigur aus der Literatur (dem Bilderbuch Struwwelpeter), die dem daumenlutschenden Kind die Daumen abschneidet.

Für Kinder, die nicht ins Bett wollen

Nachtbock[6]
Eine Kinderschreckfigur in ziegenbockähnlicher Tiergestalt, die in der Nacht zu Kindern kommt, die nicht ruhig sind oder schlafen. Mit dem Nachtbock wurde auch Kindern gedroht, die nachts noch im Freien unterwegs waren.
Nachtgiger
Der in Franken bekannte Nachtgiger holt nachts Kinder, die frech oder noch alleine unterwegs sind.
Nachtkrabb
Der Nachtkrabb, teilweise als riesiger, schwarzer Rabe gedacht, greift sich Kinder, die sich nach Einbruch der Dunkelheit noch im Freien aufhalten, und fliegt mit ihnen so weit fort, dass sie ihr Zuhause nie mehr wiederfinden.
Sandmann
Der Sandmann war eine Kinderschreckfigur, die den Kindern, die nicht schlafen wollten, Sand in die Augen streute. Der literarische Höhepunkt dieser Figur war in E.T.A. Hoffmanns Der Sandmann zu lesen. Seit der TV-Sendung Unser Sandmännchen, welche kurz vor dem Zubettgehen ausgestrahlt wird, verbinden Kinder im deutschsprachigen Raum den Sandmann nicht mehr mit etwas Schrecklichem.

Weitere Schreckfiguren der Nacht sind der Bummelux oder Bullerlux, in Zentralthüringen die Nachtraben, in Schwaben das Boggaraule und im Hunsrück die Naachseil (Nachteule).

Warnung vor gefährlichen Orten

Böser Wolf
Wölfe waren in früheren Jahrhunderten eine durchaus reale Gefahr, vor der man sich in Wald und Flur in Acht nehmen musste. Davon ausgehend entwickelte sich „der Wolf“ auch zu einer beliebten Kinderschreckfigur. Klassischerweise diente er dazu, Kinder davor zu ängstigen, allein in den Wald zu gehen. Der Wolf findet sich in vielen Märchen (z. B. Rotkäppchen).
Stoßbube
Der Stoßbube kommt besonders im süddeutschen Raum vor. Er schleicht sich heimlich an Kinder heran, die zu dicht an Abgründen stehen, und stößt sie hinunter. Mit der Gestalt des Stoßbuben sollen Kinder davon abgehalten werden, sich zu dicht an tiefe Abgründe zu wagen.
Wassermann
Der Wassermann, Nix, Nöck oder Neck ist ein im Binnenland meist als böse beschriebener Wassergeist. Kindern wurde gedroht, dass der Wassernöck sie durch Geschenke anlocke, dann ins Wasser (meist in Teiche oder Tümpel) zöge und dort ihre Seelen gefangenhalte.
Hakemann
Der Hakemann gehört zu den Wassermännern, ist aber ein Mischwesen aus Mensch und Fisch. Er zieht nichtschwimmende Kinder mit einem Haken in Gewässer, damit sie ertrinken und von ihm gefressen werden. In Franken ist er als Hägglmoo bekannt.

Warnung vor Anpflanzungen

Korndämonen (ein von Wilhelm Mannhardt eingeführter Sammelbegriff) sollten Kinder von Kornfeldern fernhalten:

  • Der Roggenwolf, eine Variante des bösen Wolfs
  • Die Roggenmuhme
  • Der Kornmann

Ähnliche Schreckfiguren sind der Schlurger und der Rebhansel, die Kinder von Weinbergen fernhalten sollten.

Warnung vor Fremden

Fremder Mann
Der fremde Mann tritt oft mit einer giftgrünen Hose und einem schwarzen Mantel in Erscheinung. Er ist eine bekannte Kinderschreckfigur im Westen Österreichs.

Andere Länder

Im englischsprachigen Kulturraum ist der Bogeyman (auch Boogeyman geschrieben) bekannt, vermutlich eine Entsprechung zum deutschen Butzemann. Auch der Oger ist als menschenfressende Schreckfigur vor allem im englischen Sprachraum bekannt. Die US-amerikanische Kinderfolklore kennt darüber hinaus auch weibliche Schreckfiguren: die blutrünstige Bloody Mary, die erscheinen soll, wenn man ihren Namen dreimal vor einem Spiegel ausspricht sowie die Zahnfee. In Frankreich gibt es den monsieur du grenier, le croque-mitaine und le Bonhomme sept-heures, in Spanien kennt man el Coco. In Russland werden die Kinder mit babaj (auch babajka genannt) eingeschüchtert. Er wird als ein alter Mann beschrieben, der vor dem Haus lauert und unartige Kinder in einem Sack wegbringt.

Der schwarze Mann wird in Ungarn mit dem Mumus (Mume) gleichgestellt. In Irland heißt er Fear dubh,[7] in Frankreich L'homme noir, in Italien L'umo nero, in Rumänien Omul negru. Im estnischen Volksglauben ist er als Must mees[8] bekannt.

Zwarte Piet

Zwarte Piet (Schwarzer Peter, engl. Black Peter) ist eine Gestalt der niederländischen (und flämischen) Folklore, die u. a. 1766 in Pieter Nieuwlands De bespookte Waereld ontspookt und 1777 in einer Neuauflage des Etymologicum Teutonicae Linguae von Cornelis Kiel – neben Poltergeist, Nachtmahr und Klabautermann – als Schreckgestalt Erwähnung findet.[9][10] Der Zwarte Piet wird vereinzelt mit dem Teufel gleichgestellt[11] oder als Geistwesen[12] und koboldgestaltiger Unhold[13] beschrieben. Erhalten hatte sich die Figur im anglo-amerikanischen Raum in dem Kinderfangspiel Black Peter.[14]

Eine Gleichsetzung von Zwarte Piet mit Knecht Ruprecht als Gehilfe des Sinterklaas erfolgte erst im späten 19. Jahrhundert.[15] In dieser Form ist der Zwarte Piet Teil des niederländischen Nikolausbrauchtums.

Siehe auch

  • Specht

Literatur

  • Richard Barber, Anne Riches: A dictionary of fabulous beasts. Boydell Press, Woodbridge 2001, ISBN 0-85115-685-1 (Nachdr. d. Ausg. London 1971).
  • Alexander Eliot: Mythen van de mensheid. Kosmos, Amsterdam 1977, ISBN 90-215-0652-1.
  • Theo Schildkamp: Das große Buch der Wunderwesen („Wonderwezens“). Stalling Verlag, Oldenburg 1981, ISBN 3-7979-1704-X.

Weblinks

Commons: Oger – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. ↑ Bullemann. Abgerufen am 19. März 2021. 
  2. ↑ Hans Muff. In: Grenzecho.net. 30. November 2018, abgerufen am 6. Juni 2022. 
  3. ↑ Goth’sche Redensarten und Spruchweisheiten auf www.echt-gothsch.de
  4. ↑ a b Karl W. Bauer: Freut euch und lacht! Dafür ist's gemacht. Zur Produktion des Affektiven in Heinrich Hoffmanns Struwwelpeter. In: Hugh Ridley, Sabine Strümper-Krobb: Sentimente, Gefühle, Empfindungen. Zur Geschichte und Literatur des Affektiven von 1770 bis heute. Verlag Königshausen & Neumann, Würzburg 2003, ISBN 3-8260-2263-7, S. 104.
  5. ↑ Achim Landwehr: Das Verschwinden der Pest. Soziale und kulturelle Konsequenzen in Europa um 1700. In: Wolfgang Benz (Hrsg.), Georg Iggers (Hrsg.): Zeitschrift für Geschichtswissenschaft (ZfG). Band 54, Metropol Verlag, Berlin 2006, ISSN 0044-2828, S. 761.
  6. ↑ Anmerkung: Es gibt auch einen Käfer, der außer seinem Namen nichts mit dieser fiktiven Schreckfigur zu tun hat, den Bleichen Alteichen-Nachtbock aus der Familie der Bockkäfer.
  7. ↑ Harvey O'Brien: The Real Ireland. The Evolution of Ireland in Documentary Film. Manchester University Press, Manchester und New York, 2004, ISBN 0-7190-6906-8, S. 140.
  8. ↑ Johann Heinrich Rosenplänter: Beiträge zur genauern Kentniss der esthnischen Sprache. Dritter Teil, Reval, in der Bornwasserschen Buchhandlung, Bernau 1817, S. 61
  9. ↑ Pieter Nieuwland: De bespookte Waereld ontspookt. De Duivel geroskamt, en het Euangelie van den Spinnerok weerlegt. Amsterdam 1766, S. 30.
  10. ↑ Cornelis Kiel, Gerard van Hasselt: Etymologicum Teutonicae Linguae. Sive Dictionarium Teutonico-Latinum. Traiecti Batavorum, APVD Roelandvm de Meyere, Utrecht 1777, S. 20.
  11. ↑ Antonie Niermeyer: Verhandeling over het booze wezen in het bijgeloof onzer natie eene bijdrage tot de kennis onzer voorvaderlijke mythologie. Arjen Wijnands, Rotterdam 1840, S. 22, 25, 29, 46.
  12. ↑ Nicolaas Westendorp: Over het Gebruik der Noordsche Mythologie. In: Verhandeling over de vraag. Eene beknopte voordragt van de Noordsche Mythologie. 1826, S. 196.
  13. ↑ Dudley Costello: A Tour Through the Valley of the Meuse. With the Legends of the Walloon Country and the Ardennes. Chapman & Hall, London 1846, S. 69.
  14. ↑ Iona Archibald Opie, Peter Opie: Black Peter. In: Children's Games in Street and Playground. At the Clarendon Press, Oxford 1969, S. 130–131.
  15. ↑ Alfons de Cock, August Gittée, Karel Maria Polydoor de Mont: Nederlandsch Tijdschrift voor Volkskunde. Band 10, Algemene Boekhandel van Adolphe Hoste, Gent 1898, S. 186.



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Acephale (Volk)

Noir24admin Kryptozoologie 21. Juni 2026
Acephale aus der Weltchronik von Hartmann Schedel. 1493.

Acephale (auch Blemmier) sind ein kopfloses Fabelvolk, das seit der Antike in Literatur und Kunst vorkommt und im Mittelalter sehr populär wurde. Man stellte sich solche monströsen Menschenrassen (auch Wundervölker, lat. monstra) an den Rändern der Ökumene, vor allem in Indien und Afrika, vor.

Äußeres

Spätmittelalterliche Acephale aus der Kirche in Dalbyneder. 1511.
Acephale aus der Cosmographia von Sebastian Münster (1550)
Kirchenschrank von Gothems Kirche (Gotland)

Acephale haben eine menschliche Gestalt, doch sind sie kopflos und tragen ihr Gesicht auf der Brust, bzw. auf den Schultern. Neben unbehaarten Acephalen werden auch solche mit Fell beschrieben und dargestellt.[1] Diese Darstellung kommt vor allem im Spätmittelalter auf. Durch das Fell rücken die Acephalen in die Nähe der wilden Männer, die im späten Mittelalter ebenfalls häufig dargestellt wurden. Auch bekleidete Acephale kommen, wenn auch sehr selten, vor.[2] Häufig sind Acephale bewaffnet, so tragen sie beispielsweise einen Knüppel, einen Speer oder Schwert und Schild.[3] In der Kirchenkunst ist nicht immer klar, ob es sich um einen Acephalen handelt.[4] Neben den eigentlichen Kopflosen gibt es Fabelwesen, die oft als Blemmier kategorisiert werden, aber eigentlich als Kopffüßer zu bezeichnen wären.[5]

Name

Acephale werden zwar in vielen Texten erwähnt, aber häufig einfach ohne Nennung eines Namens beschrieben.[6] Wenn sie benannt werden, werden verschiedene Bezeichnungen verwendet. Plinius der Ältere erwähnt Kopflose an zwei Stellen. In Buch V seiner Naturalis historia nennt er kopflose Blemmyas und in Buch VII ein Volk, das er als oculos in umeris bezeichnet.[7] Daneben kommt auch die Bezeichnung epiphagi vor.[8] Eine Unterscheidung in verschiedene Einzelvölker ist zwar möglich, doch anhand der Beschreibungs- und Darstellungspraxis schwierig und wenig sinnvoll. Die Bezeichnung Acephale kann als Überbegriff verwendet werden. In der Sekundärliteratur werden sie auch als Blemmier (Blemmyer, Blemnier etc.) bezeichnet.

Kultur

Über Kultur und Eigenschaften der Acephalen ist wenig bekannt. Evagrius Scholasticus erwähnt, dass das Volk der blemmyae zwischen der Mitte des 3. und dem 5. Jahrhundert christliche Siedlungen in Nordafrika angegriffen habe. Das passt zur Darstellungsweise als kriegerisches Volk.

Verbindung zur Realität

Es wird vermutet, dass die Vorstellung von den kopflosen Kriegern auf ein afrikanisches Volk zurückzuführen ist, das körperhohe, bemalte Schilde verwendete, hinter denen Kopf und Körper nicht zu erkennen waren.[9] Interessant ist der Zusammenhang mit den Blemmyern, einem antiken Nomadenstamm in Nubien. Daneben wird, wie bei allen sogenannten Wundervölkern aus Antike und Mittelalter, seit der frühen Neuzeit immer wieder der Vergleich mit Fehlbildungen gezogen.[10]

Acephale in anderen Traditionen

Schon in griechischen Papyri der Spätantike wurden Acephale beschrieben und gezeichnet. Nachdem hier zunächst ein Acephale als Gott und Schöpfer verehrt wurde, wird er später als Dämon Phonos verteufelt.[11] Dieses Motiv hat sich laut Karl Preisendanz aber nicht nennenswert verbreitet. Vielmehr weist er als Vorlage für die späteren Acephalenerzählungen die Verbreitung des Motivs eines kopflosen Widergängers aus, der nach dem Tod ruhelos umherwandelt. Leopold Kretzenbacher nennt in diesem Zusammenhang die kopflosen Brezoglavci aus der slowenischen Tradition. Sie wurden vielfach als die Seelen der ungetauften Kinder verstanden.[12]

Deutung in Antike und Mittelalter

Die Acephalen werden zwar häufig genannt, doch nur selten allegorisch gedeutet. Daher konnten sie in starkem Maße umgedeutet werden. Aufgrund dessen können für die Acephalen nur Auslegungsbeispiele genannt werden. Die Auslegung bezieht sich immer auf die prägenden Eigenschaften des jeweiligen Wundervolkes. Bei den Acephalen sind das die Kopflosigkeit und ihre kriegerische Veranlagung. Als gefürchtete Feinde wurden sie in einer Handschrift um 1400 dargestellt.[13]

Interessant in diesem Zusammenhang ist auch das Bild eines urinierenden oder onanierenden Acephalen in Kundby aus dem 16. Jahrhundert. Christoph Daxelmüller sieht die Deutung des Wesens allerdings darin ergründet, dass sie in der mittelalterlichen Kunst „zur Dämonendarstellung schlechthin“ geworden seien.[14]

Die Kopflosigkeit weist häufig auf einen Mangel an geistigen Fähigkeiten hin. In diesem Zusammenhang wird die Bibelstelle Phil. 3, 19 relevant, da die Acephalen als Beispiel für „Personen, die ihrem Bauch das Denken überlassen“ gelten können.[15] Das geht sogar so weit, dass sie in einer spätmittelalterlichen Variante des Liber de monstruosis hominibus mit Anwälten verglichen werden, die ein überhöhtes Honorar fordern, um sich damit die Bäuche zu füllen.[16] Eine völlig andere Deutung nimmt dagegen die Gesta Romanorum vor. Hier gelten die Kopflosen als Sinnbild der Demut.

Siehe auch

  • Akephalos
  • Blemmyer
  • Bauchgesicht

Literatur

  • John Block Friedman: The Monstrous Races in Medieval Art and Thought. Cambridge, Massachusetts/London 1981.
  • Katrin Kröll/Hugo Steger (Hrsg.): Mein ganzer Körper ist Gesicht. Groteske Darstellungen in der europäischen Kunst und Literatur des Mittelalters. (Rombach Wissenschaft – Reihe Litterae, Band 26) Freiburg im Breisgau 1994.
  • Claude Lecouteux: Les monstres dans la littérature allemande du moyen âge. Contribution à l’étude du merveilleux médiéval. 3 Bände (I Etude, 2 Dictionnaire, III Documents) (Göppinger Arbeiten zur Germanistik Nr. 330 I -III) Göppingen 1982.
  • Salome Zajadacz-Hastenrath: Fabelwesen. In: Otto Schmitt (Hrsg.): Reallexikon zur deutschen Kunstgeschichte. 61. Lieferung, VI. Band. München 1978.

Einzelnachweise

  1. ↑ U. a. bei Honorius Augustodunensis und Konrad von Megenberg, abgebildet in den Kirchen in Dalbyneder und Råby in Århus.
  2. ↑ z. B. Mosaikfußboden in der Kirche San Columbano in Bobbio, Kirche in Dalbyneder, Handschrift Cotton Vitellius A.XV. London, British Library MS. fol.102v.
  3. ↑ Knüppel in Dalbyneder, Speer in Voldby und Nørre Saltum, Schwert und Schild in Bobbio.
  4. ↑ So z. B. Kirche in Brageac in Frankreich
  5. ↑ Siehe z. B. @1@2Vorlage:Toter Link/w1.1396.telia.comInternetseite über dänische Kalkmalereien (Seite dauerhaft nicht mehr abrufbar, festgestellt im August 2024. Suche im Internet Archive)
  6. ↑ So beispielsweise im LucidariusI.53, S. 24.
  7. ↑ Plinius: Naturalis historia, Buch V, 44 und 46, und Buch VII, 23.
  8. ↑ So z. B. bei Thomas von Cantimpré. Vgl. Zajadacz-Hastenrath Sp.748 und 751.
  9. ↑ So z. B. Friedman 1981 S.25.
  10. ↑ Vgl. hierzu Ph. J. Plendl: Die Symmelie (Sirenomelie) bei Mensch und Tier.
  11. ↑ K. Preisendanz: „Akephalos“. Sp.211–216. Er erläutert auch das Verständnis von dem Sonnengott Osiris als Acephale.
  12. ↑ L. Kretzenbacher: Kynokephale Dämonen südosteuropäischer Volksdichtung. Vergleichende Studien zu Mythen, Sagen, Maskenbräuchen um Kynokephaloi, Werwölfe und südslawische Pesoglavci. (Beiträge zur Kenntnis Südosteuropas und des Nahen Orients, Band 5) München 1968. S. 5.
  13. ↑ Antechrist aus Bayern. Die Acephalen gehören hier zu den „Hilfstruppen“ der Gog und Magog, die am Tag des jüngsten Gerichtes über die Menschheit herfallen. Vgl. Kästner S. 230 Fn. 36.
  14. ↑ Christoph Daxelmüller: Das Fromme und das Unfromme. Der Körper als Lernmittel und Lernbild in der spätmittelalterlichen „Volks“frömmigkeit. In Kröll S. 107–129.S.126
  15. ↑ Phil. 3, 19: „deren [d. i. der Feinde Gottes] Ende Verderben, deren Gott der Bauch und deren Ehre in ihrer Schande ist, die auf das Irdische sinnen.“
  16. ↑ Thomas von Cantimpré, Abschrift mit Ergänzungen aus dem 14. Jh. MS, Paris, bibl. nat. fr. 15106 mit Miniaturen. Vgl. Rudolf Wittkower: Die Wunder des Ostens: Ein Beitrag zur Geschichte der Ungeheuer. In: ders. (Hrsg.): Allegorie und der Wandel der Symbole in Antike und Renaissance. Köln 2002. S. 87–150. S. 112 Fn. 122.



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Alocer

Noir24admin Kryptozoologie 21. Juni 2026
Alocer

Alocer (auch: Allocen, Allocer, Alloces, Alloien oder Alocas) ist ein Großherzog der Unterwelt, der die Geheimnisse der Astronomie und der Freien Künste lehrt. Er wird als Ritter mit glühenden Augen auf einem Pferd dargestellt und hat 36 Legionen unter seinem Befehl. (Quelle: Die Kinder Lucifers)

In der Ars Goetia wird er als Herzog der unhimmlischen Engel, der die Astronomie und allgemeine Wissenschaften lehrt beschrieben.

Nach der Demonolatry-Liste ist er ein großer Herzog der Hölle und einer der 72 Geister des Solomon.




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  2. Theriokephalie
  3. Fabelwesen

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