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Avatara

Noir24admin Hinduismus 21. Juni 2026

Avatara (Sanskrit, m., अवतार, avatāra, wörtlich: „Abstieg“, von ava- „hinab“ und tṝ „überqueren“) bezeichnet im Hinduismus die Manifestation des höchsten Prinzips (Brahman) oder einen göttlichen Aspekt, der die Gestalt eines Menschen oder Tieres annimmt. Avatara bezieht sich immer auf den Gott selbst oder seine Kraft (Chit-Shakti), die sich in einer besonderen gottgeweihten Seele (Atman) manifestiert bzw. zu dieser Seele hinabsteigt. In der Theosophie bezeichnet Avatara allgemein die Inkarnation des Göttlichen.

Verwendung

In den Schriften erscheint der Begriff des Avatara im Ramayana, in der Bhagavad Gita,[1] im Bhagavatapurana und in vielen anderen, z. T. daraus abgeleiteten, Texten. Die Aufgabe des Avatar oder Avatara ist, der Menschheit in ihrem Streben zum Brahman hin Wegbereiter, Vorbild und Lehrer zu sein. Krishna sagt dies in der Bhagavad Gita deutlich:

„Denn immer, wenn die Frömmigkeit hinschwinden will, o Bharata,
Ruchlosigkeit ihr Haupt erhebt, dann schaffe ich mich selber neu.
Zum Schutz der guten Menschen hier und zu der Bösen Untergang.
Die Frömmigkeit zu fest’gen neu, entsteh’ in jedem Alter ich. („Alter“ meint „Weltzeitalter“)“

– Bhagavad Gita, Vierter Gesang, Vers 7 ff.

Rama wird dabei als Avatara am Übergang vom Tretayuga (silbernes Zeitalter) zum Dvaparayuga (bronzenes Zeitalter), Krishna als Avatara am Übergang vom Dvaparayuga zum Kaliyuga (eisernes Zeitalter, Jetztzeit) verstanden. So sind die großen Avataras nicht nur als Beschützer der Gottergebenen und der Tugend, sondern auch in Bezug auf die Schöpfungsenergie als Transformatoren des Bewusstseins des Wesens und der Wesen eines ganzen Zeitalters zu sehen. Es gibt zwei Arten von Avataras: den durch eine Frau geborenen und den elternlosen Anupadaka. Der von den Hindus als erhaltender Gottesaspekt gesehene Vishnu hat sich im Laufe der Zeitalter zehnfach als Avatara inkarniert. Die zehn Avataras werden in verschiedenen Kapiteln des Bhagavatapurana, des Agni Purana, und des Ramayana (Valmiki) beschrieben, von denen Rama und Krishna am bekanntesten sind. Über die Identität des neunten Avataras herrscht Unklarheit. Meist wird hier Buddha angegeben, dessen Lehre die Dämonen in die Irre führen sollte. Andere benennen Balarama, den Bruder Krishnas. Die Aufzählung von zehn Avataras hat sich populär durchgesetzt, auch wenn einige Puranas 25 (Bhagavata) oder 26 (Devi Bhagavatam) nennen. Diese gelten jedoch nicht alle als vollständige (Purna-)Avataras, sondern stellen Teil-(Amsha-)Avataras dar.

Eine Vielzahl indischer Gurus werden in Indien als Avataras verehrt. Zu den bekanntesten Gurus außerhalb Indiens zählen Sri Sathya Sai Baba und Sri Mata Amritanandamayi Devi.

Im ehemaligen Königreich Nepal galt auch der jeweilige König als Inkarnation Vishnus.

Arten von Avataren laut Gaudiya-Vaishnava-Tradition

  • Sowohl Purna- als auch Amsha-Avataras zählen zu der primären Gruppe der Svarupa-Avataras:
    • In den Purna-Avataras – dazu zählen Narasimha, Rama und Krishna – sind alle Kräfte und Qualitäten Vishnus inkarniert.
    • In den Amsharupa-Avataras manifestiert sich Mahavishnu nur zum Teil. Dazu zählen Matsya, Kurma, Varaha und Vamana.
  • Daneben gibt es noch die Shakti-Avesha-Avataras (auch nur Avesha-Avatara genannt). Hier steigt Vishnu nicht selbst herab, sondern sendet seine Kraft oder Macht (Chit-Shakti) wie im Falle Parashuramas oder Buddhas zu einem hochstehenden Rishi, damit dieser in seinem Dienst eine bestimmte Mission erfüllen kann. Wenn aber Vishnu persönlich in einer seiner Seinsformen unmittelbar in einen Bhakta oder Rishi eingeht und sich mit diesem identifiziert, nennt man ihn Bhagavad-Avesha-Avatara (auch Amsha-Avesha-Avatara).

Kritik

Der Philosoph Madhva widerspricht dieser Abstufung und bezeichnet alle Avataras in Kraft und Qualität als gleichwertig. Sowohl Madhva als auch Ramanuja sehen in Krishna einen Avatara Vishnus, während Chaitanya, Nimbarka und Vallabhacharya Krishna als höchste Gottheit selbst ansehen, der unmittelbar aus dem höchsten Reich Goloka Avatara wurde, aber gleichzeitig auch der Avatara sein soll, von dem alle anderen Avataras direkt oder indirekt ausgehen. Madhva sieht auch Siddhartha Gautama als einen Avatara Vishnus an.[2] Ihm zufolge habe Vishnu, in Gestalt von Siddhartha, Dämonen mit einer Botschaft in die Irre führen wollen, deren wahrer Sinngehalt später den Devas erklärt worden sei.[3]

Deutung

Der Yogi Aurobindo[4] sah in den zehn Avataren ein Symbol der Evolution, die dem involvierten[5] Göttlichen folgt; vom Tier (Varaha, Matsya) über den Halbmenschen (Narasimha) und den kleinen Menschen (Vamana) zum kriegerischen (Parashurama), zum gesetzestreuen (Rama), zum alle Gegensätze umfassenden (Krishna) und schließlich zur Entwicklung des Übermenschen mit dem zehnten Avatar Kalki.

Siehe auch

  • Zehn Avataras

Weblinks

Commons: Avatara – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Wiktionary: Avatara – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Quellen

  1. ↑ Bhagavad Gita, Kapitel 4, Vers 5
  2. ↑ Helmuth von Glasenapp: Madhva’s Philosophie des Vishnu-Glaubens; mit einer Einleitung über Madhva und seine Schule. Ein Beitrag zur Sektengeschichte des Hinduismus. In: Geistesströmungen des Ostens. Band 2. Schroeder, Bonn / Leipzig 1923, S. 1–2.
  3. ↑ Anusha Sudindra Rao: Of Deities and Demons: Madhva’s Doctrine of Hierarchy in the Mahābhāratatātparyanirṇaya. University of Calgary, Calgary 2019, S. 59–62. Auf UCalgary.ca (PDF; 735,5 kB, englisch), abgerufen am 28. April 2022.
  4. ↑ Siehe: Letters on Yoga, Vol. I, The Purpose of Avatarhood, S. 402 The Hindu procession of the ten Avatars is itself, as it were, a parable of evolution. (Memento vom 13. März 2007 im Internet Archive)
  5. ↑ Siehe: Letters on Yoga, Vol. I, The Purpose of Avatarhood, S. 402 The Hindu procession of the ten Avatars is itself, as it were, a parable of evolution. (Memento vom 13. März 2007 im Internet Archive): The involution is of the Divine in the Inconscience and it is done by the interposition of intermediate planes (overmind etc., mind, vital – then the plunge into the Inconscient which is the origin of matter). But all that is not a process answering to the evolution in the inverse sense – for there is no need for that, but a gradation of consciousness which is intended to make the evolution upwards possible.



🔮 Noir24 Archiv-Hinweis

Dieser Eintrag basiert auf dem Artikel Avatara aus der freien Enzyklopädie Wikipedia. Der Text steht unter der Lizenz Creative Commons Attribution-ShareAlike 4.0 International und ist frei verfügbar.

Babaji

Noir24admin Hinduismus 21. Juni 2026
Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Babaji (Begriffsklärung) aufgeführt.

Babaji (Sanskrit und Hindi) ist die Anrede für einen ‚verehrten Vater‘, ähnlich dem deutschsprachigen ‚Hochwürden‘:
Mit Baba (Vater) kann jeder Mönch angesprochen werden, die Nachsilbe -ji bedeutet besondere Verehrung.

Wichtige Vertreter der Titulatur

  • Ohne Beiwörter bezeichnet dieser Titel vor allem den mythischen Guru Mahavatar Babaji Maharaj.

Andere Träger dieses Titels sind:

  • Hariakhan Babaji Maharaj (aufgetreten 1861–1924), bekannt unter mehreren Bezeichnungen;
  • Mahavatar Haidakhan Babaji (aufgetreten 1970–1984) sowie
  • eine Vielzahl von Yogis, die in den Schriften des Hinduismus Erwähnung fanden.[1][2][3]

Einzelnachweise

  1. ↑ Siehe dazu beispielsweise Yogananda: Autobiographie eines Yogi. 2001, ISBN 0-87612-087-7, S. 386: „…werden religiöse Lehrer erwähnt […] bei keinem von diesen handelt es sich um Mahavatar Babaji, den Guru von Lahiri Mahasaya.“
  2. ↑ Demgegenüber behaupten Autoren wie Baba Hari Dass: Hariakhan Baba, Known, Unknown. 1975, OCLC 1959307, dass es sich bei den oben ausdrücklich genannten sehr wohl um Reinkarnationen derselben Wesenheit handle.
  3. ↑ Zu Hariakhan Babaji Maharaj.



🔮 Noir24 Archiv-Hinweis

Dieser Eintrag basiert auf dem Artikel Babaji aus der freien Enzyklopädie Wikipedia. Der Text steht unter der Lizenz Creative Commons Attribution-ShareAlike 4.0 International und ist frei verfügbar.

Belur Math

Noir24admin Hinduismus 21. Juni 2026
Haupttempel von Belur Math

Belur Math (Bengalisch: বেলুড়মঠ, beluṛmaṭh) ist eine hinduistische Klosteranlage (Math) im Norden Haoras, einer Nachbarstadt von Kolkata. Sie wurde 1899 als Sitz der zwei Jahre zuvor von Vivekananda gegründeten Ramakrishna-Mission etabliert und ist ebenfalls Sitz des Mönchordens Ramakrishna Math.

Der Komplex besteht aus einer großen Gebetshalle (Haupttempel) mit Ramakrishna-Statue. Das äußere Erscheinungsbild vereint Elemente einer Kirche wie auch einer Moschee, der völlig leere Innenraum wird von vielen Besuchern zu Meditationszwecken genutzt. Hinzu kommen zahlreiche kleine Tempel und Schreine. Auf dem Gelände befinden sich hinter dem Haupttempel die Verwaltungsgebäude der ansässigen Organisationen sowie Wohnhäuser der Mönche.

Es gibt eine ständige Fährverbindung von Belur Math zum etwas flussaufwärts auf der anderen Seite des Gangesarmes Hugli gelegenen Dakshineshwar, dem Kali-Tempel und Wohnsitz Ramakrishnas.

Weblinks

Commons: Belur Math – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
  • Belur Math (offizielle Website des Ramakrishna-Ordens)

22.63239788.356518Koordinaten: 22° 37′ 56,6″ N, 88° 21′ 23,5″ O




🔮 Noir24 Archiv-Hinweis

Dieser Eintrag basiert auf dem Artikel Belur Math aus der freien Enzyklopädie Wikipedia. Der Text steht unter der Lizenz Creative Commons Attribution-ShareAlike 4.0 International und ist frei verfügbar.

Bhagvan

Noir24admin Hinduismus 21. Juni 2026
Bhagwan ist eine Weiterleitung auf diesen Artikel. Zur Person Bhagwan Shree Rajneesh siehe Osho.

Bhagvan, auch Bhagwan oder Bhagavan (Sanskrit, m., भगवत्, bhagavat, Nom./Vok. Sing.: bhagavan), ist in Indien der Ausdruck für Gesegneter, Erhabener, Gott, Herr, Glücklicher, Verehrungswürdiger, Liebenswerter.[1]

Bedeutungen

Das Wort Bhagavat steckt u. a. in Ausdrücken wie Bhagavata und Bhagavad Gita, übersetzt „der Gesang Gottes“, wobei sich „Bhagvan“ auf Krishna bezieht.

Im Hinduismus ist Bhagvan ein Ehrentitel für religiöse Lehrer, der im Laufe der Geschichte vielen spirituellen Meistern zukam und auch heute noch Verwendung findet. Im Buddhismus gilt Bhagvan als der erste Beiname Buddhas zur Kennzeichnung seines Status. Im Jainismus wird Bhagvan auf dieselbe Weise für Mahavir verwendet.[2]

Bhagwan-Sekte

Als Bhagwan wurde der Gründer der Neo-Sannyas-Bewegung besonders in den 1970er Jahren im Westen bekannt. Bhagwan Shree Rajneesh, kurz Bhagwan, nannte er sich etwa 17 Jahre lang, während seiner Zeit als spiritueller Lehrer in Puna und danach. Sein bürgerlicher Name war Rajneesh Chandra Mohan. In jungen Jahren wechselte er den Namen mehrmals. In seiner Lehre und den Aschrams und Kommunen seiner Bhagwan-Sekte spielten Meditation und Freie Liebe eine wichtige Rolle. In den Kommunen waren Nacktheit und Sex alltäglich. Kinder wurden von den Eltern getrennt. Viele minderjährige Mädchen wurden von Erwachsenen missbraucht und vergewaltigt. Zahlreiche arbeiteten in der Prostitution und finanzierten den Luxus des Gurus. Er besaß unter anderem mehr als 90 Rolls-Royce. 1989, ein Jahr vor seinem Tod 1990, nahm er den unverfänglichen Namen Osho an. Seine Schriften wurden nach seinem Tod entsprechend angepasst und weiterhin erfolgreich vermarktet.[3]

Trivia

Eine Komposition des Gitarristen Peter Horton aus dem Jahr 1979 trägt den Titel Bhagavan.[4]

Namensträger

  • Jai Bhagwan (* 1985), indischer Boxer
  • Rajesh Anand Bhagwan, mauritischer Politiker

Literatur

  • Leela Goldmund: Wenn ich groß bin, bin ich erleuchtet: Oshos vergessene Kinder, Sparkys Edition Verlag Kommunikation Romer; Neuauflage des Werkes „Insektenglück“ (1. Mai 2024), ISBN 978-3-949768-23-1
  • Leela Goldmund: Aufgewacht im Hier und Jetzt: Oshos vergessene Kinder, Books on Demand 1. Edition (30. Mai 2024), ISBN 978-3-7597-1995-9

Einzelnachweise

  1. ↑ Arthur Anthony Macdonell: Macdonell Wörterbuch Sanskrit-Englisch. Archiviert vom Original (nicht mehr online verfügbar) am 10. Dezember 2012; abgerufen am 14. März 2023. 
  2. ↑ Bhadrabahu Vijay: Bhagwan Mahavir. Archiviert vom Original (nicht mehr online verfügbar) am 1. Juli 2008; abgerufen am 14. März 2023. 
  3. ↑ Kai Strittmatter, Thomas Schuler: Bhagwans verlorene Kinder, Süddeutsche Zeitung, 8. Februar 2025, S. 13 ff.
  4. ↑ Siegfried Schwab (Hrsg.): Guitar Special: Guitarissimo (Peter Horton, Siegfried Schwab). Melos, München 1981, S. 8 f.



🔮 Noir24 Archiv-Hinweis

Dieser Eintrag basiert auf dem Artikel Bhagvan aus der freien Enzyklopädie Wikipedia. Der Text steht unter der Lizenz Creative Commons Attribution-ShareAlike 4.0 International und ist frei verfügbar.

Aschram

Noir24admin Hinduismus 21. Juni 2026
Ashram ist eine Weiterleitung auf diesen Artikel. Zur israelischen Rhythmischen Sportgymnastin siehe Linoy Ashram.
Der Sabarmati-Aschram in Ahmedabad, in dem Gandhi gelebt hat

Aschram (Schreibweise auch Ashram,[1] nach englisch ashram) bezeichnet ursprünglich die Einsiedelei eines indischen Asketen, heute jedoch meist ein klosterähnliches Meditationszentrum in Indien oder einen Ort, an dem Anhänger einer spirituellen Lehre leben und sich unterweisen lassen.[2][3]

Den spirituellen Leiter und Führer eines Aschrams nennt man Guru. Daneben gibt es noch die Yogis, die Vorträge halten, Bhajans singen, Mantras rezitieren und Gebete sprechen.

Etymologie

Das Wort stammt aus dem Sanskrit: आश्रम (āśrama, Maskulinum oder Neutrum) ist eine Wortbildung zu śrama,[3] das so viel bedeutet wie „Anstrengung“.[4] Das Wort Aschram bedeutet sinngemäß „Ort der religiösen Bemühung“.[5]

Das Wort āśrama steht im Sanskrit auch für „Stadium im Leben eines Brahmanen“.[6] In diesem Fall lässt sich āśrama übersetzen als „Periode der religiösen Bemühung“.[5] Die vier Lebensstadien (Aschramas) eines Brahmanen sind: der Brahmacharin (Schüler), der Grihastha (Haushalter), der Vanaprastha (sich in die Waldeinsamkeit Zurückziehender) und der Sannyasin (die Erleuchtung Suchender).[6] In der dritten Lebensstufe lebt der Brahmane als Einsiedler im Wald und meditiert. Hieraus ergibt sich die ältere Wortbedeutung von Aschram im Sinne von „Einsiedelei eines indischen Asketen“.

Wortgebrauch im Deutschen

Die Wortverlaufskurven beim Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache zeigen, dass das Wort Aschram bzw. Ashram bis 1971 in Zeitungstexten nur vereinzelt vorkam. In den Jahren 1979 bis 1981 stieg der Wortgebrauch plötzlich stark an und fiel dann schroff ab. Danach nahm das Wortvorkommen bis 2010 wieder stetig zu, abgesehen von kurzfristigen Schwankungen. Aus der Grafik geht auch hervor, dass in den meisten Jahren Ashram die häufigere Schreibweise in Zeitungstexten war.[7]

Das erste starke Aufkommen der Wortverwendung im Zeitraum 1979 bis 1981 deutet auf einen Zusammenhang mit Berichten über den indischen Guru Chandra Mohan Jain (1931–1990) hin, der ab den 1970er Jahren Bhagwan und kurz vor seinem Tod Osho genannt wurde. Bhagwan gründete seinen ersten Ashram in Poona im Jahr 1974. Sehr bald reisten immer mehr Anhänger aus dem Westen für kürzere oder auch jahrelange Aufenthalte nach Poona und berichteten in der Heimat über ihre Erlebnisse, so auch Jörg Andrees Elten mit seinem Bestseller Ganz entspannt im Hier und Jetzt! Tagebuch über mein Leben mit Bhagwan in Poona (1979). Im Jahr 1981 zog Bhagwan in die USA um.[8] Bei Antelope in Oregon bauten seine Anhänger in kurzer Zeit eine Stadt auf, in der rund 7000 Menschen lebten.[9] Diese Bhagwan-Kommune ging 1985 in diversen Skandalen unter und löste sich auf.[10]

Anhänger Bhagwans bzw. Oshos gründeten weltweit zahlreiche Meditationszentren.[10] Inoffiziell wurden derartige Zentren wegen ihres spirituellen Bezugs zu Indien gelegentlich Ashram genannt. Dasselbe gilt für einzelne Meditations- oder Yogazentren in westlichen Ländern, die keinen Bezug zu Osho haben. Das Wort Ashram bezieht sich daher nicht mehr ausschließlich auf Meditationszentren in Indien.[11]

Der größte Ashram in Europa ist das Yoga-Vidya-Zentrum in Bad Meinberg. Der Ashram besteht im Wesentlichen aus vier großen Hochhäusern einer ehemaligen Kurklinik. In dem Aschram lebten 2023 rund 360 Menschen[12].

Bekannte Aschrams in Indien

  • in Agra, der Aschram der Radhasoami Satsangis
  • in Ahmedabad der Sabarmati-Aschram (auch Harijan-Aschram genannt), von 1918 bis 1930 Wohnsitz Mohandas Gandhis
  • in Amritapuri, von Mata Amritanandamayi gegründet
  • in Bengaluru, Internationales Zentrum der Art of Living Foundation[13]
  • in Coimbatore, das Isha Yoga Center, von Sadhguru Jaggi Vasudev gegründet
  • in Kurisumala (Distrikt Kottayam, Kerala), ein „christlicher Aschram“ (Abtei Kurisumala)
  • in und bei Mount Abu, Rajasthan, Nordindien, das Hauptzentrum der Brahma Kumaris World Spiritual University, von Mitgliedern und Gästen Madhuban genannt[14]
  • in Puducherry der Sri Aurobindo Ashram, von Aurobindo und Mira Alfassa gegründet
  • in Pune (Maharashtra), von Bhagwan Shree Rajneesh gegründet
  • in Rishikesh (Uttarakhand), gegründet von Maharishi Mahesh Yogi, bekannt durch den Aufenthalt der Beatles 1968
  • in Tiruvannamalai der Sri Ramana Ashram, entstanden durch Ramana Maharshi
  • bei Wardha im Bundesstaat Maharashtra der Sevagram-Aschram, ebenfalls von Mohandas Gandhi gegründet

Weblinks

Commons: Ashrams – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Wiktionary: Aschram – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Einzelnachweise

  1. ↑ Duden online: Ashram
  2. ↑ Duden online: Aschram
  3. ↑ a b Vgl. Wiktionary: आश्रम in Hindi und Sanskrit (englisch)
  4. ↑ Online Etymology Dictionary: ashram (englisch)
  5. ↑ a b Vgl. Duden, Großes Wörterbuch der deutschen Sprache: Ashram, zitiert bei wissen.de
  6. ↑ a b Vgl. Wiktionary: Bedeutungen von आश्रम im Sanskrit (englisch), siehe Bedeutung 2.
  7. ↑ Verlaufskurven: Vorkommen von Aschram und Ashram im DWDS-Zeitungskorpus dwds.de
  8. ↑ Bhagwan Shree Rajneesh (Memento des Originals vom 25. Februar 2019 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/oregonhistoryproject.org oregonhistoryproject.org
  9. ↑ Rajneeshees oregonencyclopedia.org
  10. ↑ a b Carsten Holm: Esoterik: Im Bann des Weißbarts spiegel.de, 26. Mai 2012.
  11. ↑ Von wegen Indien. OMMM my God: Ein Ashram mitten in Bayern! stern.de, 26. Juni 2018.
  12. ↑ Ashram im Teutoburger Wald: Eine andere Welt – DW – 09.04.2023. Abgerufen am 16. Februar 2025. 
  13. ↑ Art of Living International Center, Bengaluru bangaloreashram.org
  14. ↑ The Brahma Kumaris Story: Brahma Kumaris World Spiritual University brahmakumaris.org



🔮 Noir24 Archiv-Hinweis

Dieser Eintrag basiert auf dem Artikel Aschram aus der freien Enzyklopädie Wikipedia. Der Text steht unter der Lizenz Creative Commons Attribution-ShareAlike 4.0 International und ist frei verfügbar.

  1. Ashvamedha
  2. Astralleib
  3. Apasmara
  4. Artha

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» Marlon & Zoe – Wenn die Dunkelheit Code schreibt und Legenden zum Leben erwachen. «


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