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Dhyana

Noir24admin Hinduismus 21. Juni 2026
Buddha in Meditationshaltung (dhyanamudra), Gandhara-Kunst, (1.–4. Jh.)
Vishnu in Meditation (10.–12. Jh.)
Jain-Tirthankara in Meditationshaltung, Indien (18. Jh.)

Dhyana (Sanskrit, n., ध्यान, dhyāna, Meditation; vgl. Pali: Jhāna, oft als Glühen, Brennen übersetzt) bezeichnet in der indischen Yoga-Philosophie die höheren Bewusstseinszustände der Meditation oder der Versenkung. Dhyana lässt sich als ein Erfahrungsakt der reinen Beobachtung beschreiben, bei der das menschliche Ego und seine Gedanken keine Rolle mehr spielen; der Zustand der Zeitlosigkeit und der kosmischen Verbundenheit wird erfahrbar.

Verwendung des Begriffes im Hinduismus

Der Begriff ist in allen Werken zu finden, die sich mit Meditation beschäftigen, unter anderen in den Upanischaden, in der Bhagavad Gita und in den Yogasutras des Patanjali.

Dhyana ist die 7. Stufe des Raja Yoga und folgt auf Pratyahara und Dharana. Die achte und letzte Stufe wird als Samadhi bezeichnet. Patanjali erklärt in seinem im Yogasutra (3.1–2), dem Leitfaden für Yoga, den Unterschied: „Das Fixieren des Geistes an eine Stelle ist Dharana (Konzentration). Das beständige Fließen einer einzigen Vorstellung dorthin ist Dhyana.“

Verwendung des Begriffes im Buddhismus

Der Begriff lautet im Buddhismus Jhana, wo er verschiedene Zustände bezeichnet, die durch ein Sammeln der Achtsamkeit (Pali: Sati; Sanskrit: smṛti स्मृति) erlangt werden können. In dieser Hinsicht werden die acht Jhanas wie unten angeführt weit verbreitet als Stufen der Konzentration angesehen, während welcher bestimmte geistige Fähigkeiten (wie z. B. die Tätigkeit der sechs Sinne) nicht mehr vorhanden sind. Nach Verbreitung des Buddhismus in China wurde daraus das chinesische Chan, was dann später im Japanischen zu Zen, in Korea „Seon“ und in Vietnam „Thien“ wurde. Auf Tibetisch heißt Dhyana „bsam gtan“.

Die acht Jhānas

Im Pali-Kanon, etwa im Anupada Sutta[1], werden die Elemente der acht Jhanas aufgezählt.

Die vier feinkörperlichen Jhanas (rūpajjhāna) werden so genannt, weil sie im Körper lokalisierbar sind und Entsprechungen im Alltagserleben haben:

  • Pathamajjhāna – Hinwendung des Geistes
  • Dutiyajjhāna – innere Beruhigung
  • Tatiyajjhāna – Gleichmut
  • Catutthajjhāna – Reinheit der Achtsamkeit

Diese vier Jhānas werden in der Mahā-Assapura Sutta (Majjhima-Nikaya 39) in den Versen 15 bis 18 wie folgt beschrieben:

15. „Nachdem er diese fünf Hindernisse überwunden hat, die Unvollkommenheiten des Herzens, die die Weisheit schwächen, tritt er ganz abgeschieden von Sinnesvergnügen, abgeschieden von unheilsamen Geisteszuständen, in die erste Vertiefung ein, die von anfänglicher und anhaltender Hinwendung des Geistes begleitet ist, und verweilt darin, mit Verzückung und Glückseligkeit, die aus der Abgeschiedenheit entstanden sind.“

16. „Wiederum, ihr Bhikkhus, tritt ein Bhikkhu mit der Stillung der anfänglichen und anhaltenden Hinwendung des Geistes (zum Meditationsobjekt) in die zweite Vertiefung ein, die innere Beruhigung und Einheit des Herzens ohne anfängliche und anhaltende Hinwendung des Geistes enthält, und verweilt darin, mit Verzückung und Glückseligkeit, die aus der Konzentration entstanden sind.“

17. „Wiederum, ihr Bhikkhus, tritt ein Bhikkhu mit dem Verblassen der Verzückung, in Gleichmut verweilend, achtsam und wissensklar, voll körperlich erlebter Glückseligkeit, in die dritte Vertiefung ein, von der die Edlen sagen: 'Glückselig verweilt derjenige, der voll Gleichmut und Achtsamkeit ist', und verweilt darin.“

18. „Wiederum, ihr Bhikkhus, tritt ein Bhikkhu mit dem Überwinden von Glück und Schmerz und dem schon früheren Verschwinden von Freude und Trauer, in die vierte Vertiefung ein, die aufgrund von Gleichmut Weder-Schmerzhaftes-noch-Angenehmes und Reinheit der Achtsamkeit in sich hat, und verweilt darin.“

Arūpajhāna

Die vier formlosen oder die-Körperlichkeit- überwindenden Jhanas sind die folgenden:

  • ākāsanañcayatana – Raumunendlichkeit : Der Meditierende entdeckt, dass kein Objekt existiert, sondern nur leerer unbegrenzter Raum
  • Viññānañcâyatana – Bewusstseinsunendlichkeit : Raum hat keine Existenz. Es verbleibt die Wahrnehmung von unbegrenztem Bewusstsein.
  • ākiñcaññâyatana – Leerheit : Es existiert kein Bewusstsein, sondern nur Leerheit.
  • Nevasaññā-nasaññayatana – Es verbleibt Weder-Wahrnehmung-noch-Nichtwahrnehmung

Nirodha Samāpatti

Nach dem Überwinden des achten Jhānas gelangt man in den Zustand der Erlöschung von Wahrnehmung und Empfindung (pi. saññāvedayitanirodham). Im Majjhima-Nikaya steht hierzu:

„Wiederum, ihr Bhikkhus, mit dem völligen Überwinden des Gebiets von Weder-Wahrnehmung-Noch-Nichtwahrnehmung trat Sariputta in das Erlöschen von Wahrnehmung und Empfindung ein und verweilte darin. Und seine Triebe wurden aufgehoben, indem er mit Weisheit sah. Er trat achtsam aus jenem Erreichungszustand heraus. Nachdem er das getan hatte, betrachtete er die vergangenen Zustände, die aufgehört und sich verändert hatten, folgendermaßen: ‚Diese Zustände treten also tatsächlich in Erscheinung, nachdem sie vorher nicht vorhanden waren; nach ihrem Vorhandensein zerfallen sie‘. In Bezug auf jene Zustände verweilte er, ohne angezogen zu werden, ohne abgestoßen zu werden, unabhängig, ungebunden, frei, losgelöst, mit einem unbeschränkten Herzen. Er verstand: ‚Es gibt nichts mehr jenseits davon‘, und mit der Pflege jenes Erreichungszustands bestätigte er, daß es nichts mehr gibt.“[1]

Dhyanamudra

Zu den Handhaltungen (mudras) Buddhas gehört bereits in den frühesten Darstellungen seiner Person in der Gandhara-Kunst (1.–4. Jahrhundert) auch die Meditationshaltung (dhyanamudra), bei der die geöffneten und nach oben weisenden Handflächen im Schoß ineinandergelegt sind – die rechte Hand stets zuoberst. Diese Darstellungsweise wurde in der Jainistischen Kunst zur zentralen Ausdrucksform für die zumeist sitzenden Tirthankaras erhoben.

Siehe auch

  • Samma Samadhi

Literatur

  • Henepola Gunaratana: The Jhānas in Theravāda Buddhist Meditation. Buddhist Publication Society, Kandy, Sri Lanka 1988. ISBN 955-24-0035-X (Online)
  • Henepola Gunaratana: A Critical Analysis of the Jhanas in Theravada Buddhist Meditation. (Dissertationsschrift) The American University Library, Washington D.C. 1980. (Online; PDF; 1,4 MB)
  • Richard Shankman: The Experience of Samadhi: An In-depth Exploration of Buddhist Meditation. Shambhala Publications 2008. ISBN 978-1-59030-521-8.
  • Ayya Khema: Die Kunst des Loslassens. Der Weg der meditativen Vertiefungen, Jhana-Verlag; Auflage: 2. (22. Dezember 2011). ISBN 978-3931274337
  • The buddha on higher states of consiousness, Wheel Publivcation 189/190
  • The Jhanas , Ajahn Brahmavamso, Buddhist Fellowship

Weblinks

Wiktionary: Dhyana – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
  • Nyānatiloka Mahāthera: Buddhistisches Wörterbuch – Jhana, Nirodha samāpatti
  • Buddhagosa – Visuddhi Magga X, Historischer Kommentar zu den formlosen Sammlungen
  • Ajahn Brahm : The Jhanas

Einzelbelege

  1. ↑ a b Anupada Sutta (Majjhima Nikaya 111). Übersetzungen: Bhikkhu Mettiko (de.); Thanissaro Bhikkhu (englisch)



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Dieser Eintrag basiert auf dem Artikel Dhyana aus der freien Enzyklopädie Wikipedia. Der Text steht unter der Lizenz Creative Commons Attribution-ShareAlike 4.0 International und ist frei verfügbar.

Diya (Öllampe)

Noir24admin Hinduismus 21. Juni 2026
Eine simple irdene Diya während des Diwali-Festes in Haryana.

Eine Diya (Hindi दीया dīyā; auch Divaa, Deepa, Deepam oder Deepak) ist eine einfache handgefertigte Öllampe aus Ton oder Kupfer. Als Brennstoff kommen vorwiegend einfache Pflanzenöle und Ghee zur Verwendung, der Docht besteht in der Regel aus einem handgewickelten Baumwollfaden.

Ihren Ursprung haben Diyas in Indien, wo sie einerseits in einfachen Behausungen als preiswerte Lichtquelle eingesetzt werden, andererseits in der kupfernen Ausführung in Tempeln zum Einsatz kommen, wo sie auch während der Pujas zeremoniell angezündet werden. In vielen indischen Haushalten ist zudem eine Diya vorhanden, die vor dem Altar des Hausgottes allmorgendlich angezündet wird.

Während des mehrtägigen hinduistischen Lichterfestes Diwali werden in Indien vor allem in der ländlichen Region viele Häuser ausschließlich mit Diyas beleuchtet, wohingegen in Städten heutzutage elektrische Lampen und Lichterketten dominieren. Hintergrund ist die Annahme, dass die Gottheiten Lakshmi und Ganesha nur jene Häuser besuchen, die gut beleuchtet sind[1].

Auch in anderen Religionen wie dem Sikhismus oder Jainismus spielen Diyas als zeremonielle Lichtquelle eine Rolle. Im Buddhismus kommen sogenannte Butterlampen zur Anwendung, anstelle von Pflanzenölen wird hier die namensgebende Yakbutter verwendet.

Weblinks

Wiktionary: Diya – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Einzelnachweise

  1. ↑ Lichterfest Diwali bei „The Colors Of India“ (engl.)



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Dama (Sanskrit)

Noir24admin Hinduismus 21. Juni 2026

Der Sanskritbegriff Dama (दम) nimmt eine sehr wichtige Position im Yoga ein und kann mit Sinneskontrolle wiedergegeben werden.

Etymologie

Das männliche Substantiv Dama (दम) hat folgende Bedeutungen: Selbstbestimmung, Selbstkontrolle, Zurückhaltung, Bestrafung, Buße und Haus, Heim. Ein Dama ist ein Angehöriger einer unangesehenen Mischkaste. Das Adjektiv dama bedeutet bezähmbar, bezwingbar, unterdrückbar.

Dama sollte nicht mit Dāma दाम (Reif, Girlande) oder mit dhama धम (blasen, schmelzen) verwechselt werden. Dhāma धाम heißt halten, tragen.

Definition

Schwäne (Cygnus olor) – Symbole für Reinheit und Transzendenz im Vedanta

Adi Shankara definiert Dama im Tattva Bodhaḥ folgendermaßen:

„Damaḥ kaḥ ? Cakṣurādibāyendriyanigrahaḥ“

„Was ist Dama ? Es ist die Kontrolle der externen fünf Sinnesorgane“

Beschreibung

Für jemanden, der seinen Geist unter Kontrolle gebracht hat, ist es eine natürliche Konsequenz, dass er auch seine grobstofflichen Sinne beherrschen lernt. Dama folgt somit auf Shama. Nach Shama bildet es den zweiten der sechs inneren Reichtümer (Shat-sampat) im Yoga.

Dama kann aber auch unabhängig von Shama agieren. Es ist durchaus möglich, dass jemand seine Kontrolle über den Geist plötzlich verliert, jedoch nicht seine Selbstbeherrschung. Ein Gefühl der Wut mag zwar in einem aufsteigen, diese Aufwallung muss aber nicht unbedingt von bösen Worten begleitet werden.

Die Sinne sind fünf an der Zahl – Augen (Sehen), Ohren (Hören), Nase (Riechen), Zunge (Schmecken), sowie Hände, Füße und Haut (Tasten). Die Augen gelüstet immer bestimmte Dinge zu sehen. Dem vergleichbar haben auch die anderen vier Sinne eine ihnen innewohnende Leidenschaft. Eine Leidenschaft entsteht aus unkontrollierbaren Wünschen, die einen überkommen und von einem Besitz ergreifen. Diese Wünsche stehen am Anfang eines langwierigen Prozesses, der damit endet, dass ihnen schließlich stattgegeben wird. Vergleichbar mit Krankheiten, von denen wir nichts wissen und die sich erst später in unserem Körper manifestieren, schleichen sie sich allmählich in uns ein.

Mustangs im US-Bundesstaat Utah

Die Sinne sind von Natur aus nach außen gerichtet. Wie Wildpferde rennen sie ihren jeweiligen Objekten hinterher, einer nach dem anderen, manchmal auch alle zugleich. Ihr Strom will nicht abreißen und sie lassen dem Geist keine Minute in Ruhe. Die Zunge will köstliche Speisen schmecken oder einfach weiter schwätzen. Die Augen wollen Fernseh schauen. Die Hände sind ruhelos und so fort. Die Sinne machen keinen Unterschied zwischen Nützlichem und Angenehmen. Sie sind Konsumenten und füttern den Geist mit ungesunden und unerwünschten Sinneseindrücken.

Dama heißt die Sinne zu dressieren, ganz ähnlich der Dressur eines Wildpferdes. Ein disziplinierter Lebensstil und gesunde Gewohnheiten sind dabei sehr behilflich. Die Sinne müssen trainiert werden, guten Gepflogenheiten zu folgen und bei Herausforderungen oder Versuchungen dennoch die Kontrolle zu behalten. Ein wohlerzogenes Kind wird bei Anfeindungen keine harten Worte fallen lassen, da es sie gar nicht kennt. Sollten diese sich aber dennoch in seinem Wortschatz finden, so wird es vermeiden sie auszusprechen.

Werden die Sinne mit Vehemenz oder unter Angsteinflößung kontrolliert, so wird der Geist hiergegen rebellieren oder abschweifen und über anderweitige Vergnügungen brüten. Bezeichnenderweise denken Menschen an Fastentagen mehr an gutes Essen und machen ihr Defizit gleich am Tag danach durch ein üppiges Fest wieder wett ! Eine gesunde Praxis der Sinneskontrolle (Dama) sollte die Geisteskontrolle (Shama) unterstützen und umgekehrt.

Eine hilfreiche Methode ist die sogenannte «Quarantäne». Gemeint ist hiermit, an einem ruhigen Ort mit nur wenig Ablenkungen zu leben. Damit soll aber nicht gesagt sein, dass eine Reduzierung sinnlicher Attraktionen einen automatisch von all diesen frei werden lassen. Der Vorgang ist vielmehr vergleichbar mit einem Kettenraucher, der seine schlechte Angewohnheit aufgeben will. Dies kann nur in den seltensten Fällen von heute auf morgen gelingen. Viel praktikabler und erfolgversprechender ist eine stufenweise Reduzierung der täglichen Dosis und einen Ersatz des schädlichen Nikotins durch harmlosere Substanzen. Die Kontrolle der Sinne und ihre Lösung von ihren Objekten ist ein diskreter und schwieriger Vorgang, der mit großer Vorsicht aber keinesfalls abrupt erfolgen sollte.

Bedeutung

Dama ist im Vedanta neben Shama, Uparati, Titiksha, Samadhana und Shraddha der zweite der sechs inneren Reichtümer (Shat-sampat). Im Yoga ist seine Beherrschung eine fundamentale Voraussetzung. Diese sechs inneren Reichtümer sind ihrerseits neben Viveka (Unterscheidungsvermögen), Vairagya (Loslassen) und Mumukshutva (Streben nach Befreiung) Teil des Sadhana chatushtaya, dem vierfachen spirituellen Weg der Selbstkontrolle, der Säuberung, der Läuterung und der Öffnung unserer Existenz für das Göttliche.

Quellen

  • Adi Shankara: Tattva Bodhaḥ. 
  • Swami Krishnananda: Spiritual Aspiration and Practice, Chapter 6: The Six Treasures. Hrsg.: The Divine Life Society. 



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Danda (Keule)

Noir24admin Hinduismus 21. Juni 2026
Die Artikel Danda (Keule) und Gada (Keule) überschneiden sich thematisch. Informationen, die du hier suchst, können sich also auch im anderen Artikel befinden.
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Hanuman (Sandelholz) mit Keule

Ein Danda (Sanskrit दण्ड IAST daṇḍá) ist eine Schlagwaffe, eine Keule, von der viele unterschiedlichen Ausführungen überliefert und in der Literatur beschrieben sind. Der Sanskritbegriff daṇḍá hat mehrere Bedeutungen. Im Kontext dieses Beitrags bedeutet er „Stock“. Im Hinduismus ist eine Keule, auch Gada (Sanskrit गदा IAST gadā) genannt, ein kennzeichnendes Attribut mehrerer Gottheiten wie z. B. Lord Vishnu oder Lord Hanuman. Im tantrischen Buddhismus ist es ein Kultgegenstand für rituelle Handlungen und ein Attribut von zornvollen Gottheiten, den Dharmapalas. Die häufigste Form ist hier die mit einem Schädel am oberen Ende (tibetisch ཐོད་འབྱུག་ Wylie thod dbyug).

Herkunft

Die Herkunft und Geschichte dieser zeremoniellen Waffe reicht weit in die indische Vergangenheit zurück. Der indische Historiker Gopinatha Rao beschreibt eine einfache Keule aus einem menschlichen Oberarm- oder Schenkelknochen, auf den ein menschlicher Totenschädel befestigt wurde[1]. Er weist darauf hin, dass diese „merkwürdige Waffe“, wie er sie nennt, wohl aus sehr alten Zeiten überliefert sein muss. Wie bei vielen rituellen „Waffen“ war der Ursprung wohl eine Nahkampfwaffe. Andere Literaturstellen leiten eine Herkunft vom Khatvanga der Kapalika Yogins ab.

Eine Vorform kann auch der von Mahakala geschwungene, von Lord Shiva übernommene Dreizackstab[2] sein. Über den praktischen Gebrauch eines Danda, in welchen Zeremonien er verwendet wurde, und wie er gehandhabt wurde, ist wenig dokumentiert.

Darstellung

Todesgott Yama mit Skelett-Keule
Todesgott Yama schwingt einen Yama-Danda

Im tantrischen Buddhismus ist die häufigste dargestellte Form eines Danda die einer Schädel-Keule, mit einem menschlichen, meist stilisierten Totenschädel an der Spitze und einem Halbvajra an beiden Enden. Der ca. 25 bis 50 cm lange Schaft ist vorwiegend aus Holz oder auch Metall. Unter dem Schädel kann noch ein weißes, flatterndes Seidenband angeknotet sein. Oben auf dem Schädel kann anstelle eines Halbvara auch ein Dreizack montiert sein. Andere Formen zeigen statt des Schädels z. B. ein stilisiertes Skelett oder einen stilisierten menschlichen Körper. Henss (siehe Literatur unten) zeigt Abbildungen von mehreren weiteren Varianten.

Die Schädel-Keule wird häufig in Verbindung mit dem zornvollen Todesgott Yama dargestellt, und dort auch als „Yama-Danda“ tituliert[3]. Sie zählt auch zu den magischen Waffen der tibetischen Schutzgöttin Pelden Lhamo.

Symbolik

Die Schädel-Keule sollte, wie andere magische Waffen, allen schlechten Einflüssen widerstehen und diese zerstören, und geistige Verunreinigungen wie die Drei Geistesgifte in vollkommenes Bewusstsein verwandeln. Als Waffe unterwirft sie auch alle Dämonen und kann die boshaften Geister aller drei Reiche (Erde, Himmel und Unterwelt) besiegen. In Darstellungen wird sie meist mit der rechten Hand geschwungen. Im vor-buddhistischen Indien galt die einfacher geformte Keule (siehe Hanuman oben) als Symbol der Macht weltlicher Herrschaft, oder zeigte einen hochrangigen religiösen Status an.

Literatur

  • Robert Beer: The Handbook of Tibetan Buddhist Symbols, Serindia Publications Inc., Chicago 2003, ISBN 1-932476-03-2, S. 137
  • Michael Henss: Buddhist Ritual Art of Tibet, Arnoldsche Art Publishers, Stuttgart 2020, ISBN 978-3897905672, S. 196

Einzelnachweise

  1. ↑ T.A.Gopinatha Rao, Elements of Hindu Iconography Vol.One, Part 1, Motilal Publishers, Madras 1914, ISBN 81-208-0876-2, Kap.2 S. 7
  2. ↑ Gerd-Wolfgang Essen, Tsering Tashi Thingo: Die Götter des Himalaya (Tafelband), Prestel Verlag, München 1989, ISBN 3-7913-0994-3, S. 216
  3. ↑ Museum für Asiatische Kunst Berlin: TIBET-Klöster öffnen ihre Schatzkammern, Hirmer Verlag, München 2006, ISBN 978-3-88609-566-7, S. 377



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Darshan

Noir24admin Hinduismus 21. Juni 2026
Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Zur israelischen Rechtsanwältin und Menschenrechtsaktivistin siehe Nitsana Darshan-Leitner.

Darshan oder Darshana (Sanskrit, n., दर्शन, darśana, für Betrachtung, Beobachtung, Zusammentreffen, Philosophie; von drish sehen) auch als die sechs Sichtweisen Shaddarshanas (Sanskrit षड्दर्शन ṣaḍdarśana; die sechs (ṣaṭ) Sichtweisen (darśana)) ist ein Wort von großer Bedeutungsvielfalt, das in spirituellen Zusammenhängen vielfach im Hinduismus, aber auch im Buddhismus Verwendung findet.

So steht es im Hinduismus für die Sicht und Vision des Heiligen und Göttlichen (segensreicher Anblick eines Gottes oder Heiligen). Unter Darshana z. B. wird das offizielle Treffen von Schülern und Meister verstanden, zu dem die Schüler vom Meister eingeladen werden. Es kann aber auch das sich Versenken beim Betrachten eines Götterbildes bedeuten. Letztere Bedeutung ist im heutigen Sprachgebrauch des Hindi am häufigsten. Im Zusammenhang mit Mata Amritanandamayi wiederum bedeutet Darshan die Umarmung durch den Guru.

Fromme Hindus gehen in den Tempel, um die Sicht eines Gottes durch ein Symbol oder eine Statue, in der die geistige Anwesenheit der Gottheit angenommen wird, zu erlangen, in diesem Sinne auch eine Segnung durch die Gottheit. Darshan kann jedoch auch durch eine Vision der Gottheit bei Gebet oder der Meditation empfangen werden. Auch eine lebendige Person, die als Inkarnation der Gottheit angesehen wird, wie z. B. ein Avatara, kann Darshan geben.

Der Begriff wird auch im Sinne von „Ansicht“ oder „Anschauungsweise“ verstanden, und somit stellt jedes Darshana einen Versuch dar, zu zeigen, wie die Welt von einem gewissen Standpunkt aus gesehen werden kann. Die Systeme der klassischen indischen Philosophie werden deshalb als „Darshanas“ bezeichnet.

Die einzelnen Darshanas haben sich erst im Laufe der Zeit entwickelt. So bildeten die ersten vier Darshanas zunächst eine Einheit, deren Teile sich durch divergierende Überlegungen zu eigenständigen Systemen entwickelten. Die Anschauungen der beiden letzten Systeme, Nyaya und Vaisheshika, gehören einer späteren Entwicklungsstufe an, wurden jedoch mit den ursprünglichen Überlegungen auf vielfache Weise verknüpft.

Um in diesem Zusammenhang die sechs orthodoxen von den heterodoxen Systemen Buddhismus, Charvaka und Jainismus bzw. deren philosophischen Zweigen abzugrenzen, die im Gegensatz zu ersteren die Autorität des Veda, der heiligen indischen Texte, nicht anerkennen, werden von orthodoxer Seite häufig die adjektivischen Zusätze „astika“ (orthodox) und „nastika“ (heterodox) verwendet. Zudem hat sich im hinduistischen Sprachgebrauch der Sammelbegriff „Shad Darshanas“ für die sich auf den Veda berufenden philosophischen Traditionen etabliert (Sanskrit: „shad“ = sechs).

Unterrichtsszene (darshan) an der Plattform des Lakshmana-Tempels im Tempelbezirk von Khajuraho. Einige der sitzenden Schüler tragen Kniebänder als Konzentrationshilfen.

Sechs Darshanas

Die sechs orthodoxen Darshanas – geordnet nach ihrer historischen Entwicklung – lauten:

  • Mimansa
  • Vedanta
  • Samkhya
  • Yoga
  • Nyaya
  • Vaisheshika

Die Metaphysik der beiden letzten Systeme ist praktisch die gleiche und dies führte dazu, dass sie zeitweilig zu einem System verschmolzen wurden, das als Nyaya-Vaisheshika bezeichnet wird.

Literatur

  • Cornelia Mallebrein: Darshan. Blickkontakte mit indischen Göttern. Die ländliche und tribale Tradition. (Veröffentlichungen des Museums für Völkerkunde Berlin, Neue Folge 67, Fachreferat Süd- und Südostasien), Berlin 1998, ISBN 978-3-88609436-3

Siehe auch

  • Satsang

Weblinks

Wiktionary: Darshan – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
Normdaten (Sachbegriff): GND: 7743217-4 (GND Explorer, lobid, OGND, AKS)



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  1. Brahmachari
  2. Chakra
  3. Chandogya-Upanishad
  4. Bhavanga

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