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Kartik

Noir24admin Hinduismus 21. Juni 2026

Kartika (Hindi: कातिक Kātik oder कार्तिक Kārtik, Bangla: কার্ত্তিক Kārtik) ist ein Monat des hinduistischen Lunisolarkalenders, des bengalischen Solarkalenders, des indischen Nationalkalenders, des tamilischen Kalenders und des nepalischen Vikram Sambat, der etwa Mitte Oktober / Anfang November entspricht. Der Monat beginnt im hinduistischen Kalender mit dem Eintritt der Sonne in ein neues Tierkreiszeichen und endet mit dem Tag vor Neumond. Der Monat ist nach dem Gott Kartikeya (auch Skanda oder Murugan genannt), dem Sohn von Shiva und Parvati, benannt.[1]

Bedeutung und religiöse Praxis

Kartik gilt im Hinduismus als besonders heiliger Monat und ist mit einer Vielzahl spiritueller Praktiken, Fasten, Ritualen und Festen verbunden. In vielen hinduistischen Traditionen wird er als einer der günstigsten Monate für religiöse Handlungen angesehen. Es ist üblich, während dieses Monats tägliche rituelle Bäder (besonders im Ganges oder anderen heiligen Flüssen) durchzuführen, zu fasten, und sich intensiv dem Gebet, der Japa-Meditation und der Verehrung Gottes zu widmen.[2]

Religiöse Feste im Kartik-Monat

Mehrere wichtige hinduistische Feste fallen in den Monat Kartik, darunter:

  • Diwali (Deepavali): Das Lichterfest, eines der bekanntesten und bedeutendsten Feste im Hinduismus, findet am Neumondtag (Amavasya) des Monats Kartik statt. Es symbolisiert den Sieg des Lichts über die Dunkelheit und des Guten über das Böse.
  • Govardhan Puja: Gefeiert am Tag nach Diwali, erinnert dieses Fest an Krishnas Erhebung des Govardhan-Hügels zum Schutz der Bewohner von Vrindavan.
  • Raksha Bandhan: Ein Fest, das die Geschwisterliebe zwischen Brüdern und Schwestern feiert.
  • Kartik Purnima: Der Vollmondtag dieses Monats gilt als besonders heilig. Gläubige nehmen ein rituelles Bad, besuchen Tempel und führen Lampenzeremonien durch. In einigen Regionen wird dieser Tag mit der Geburt von Lord Kartikeya oder auch mit dem Avatar Matsya von Vishnu in Verbindung gebracht.
  • Tulsi Vivaha: Eine symbolische Hochzeit zwischen der heiligen Tulsi-Pflanze (eine Inkarnation der Göttin Lakshmi) und dem Gott Vishnu, meist zwischen dem 11. und 15. Tag des Monats gefeiert.

Regionale Bedeutung

In Nordindien, insbesondere in der Vaishnava-Tradition, ist der Monat Kartik auch als Damodar-Monat bekannt und wird Krishna als Damodara gewidmet. In dieser Zeit werden oft abendliche Lampenzeremonien (Deep Daan) durchgeführt, und viele Gläubige rezitieren täglich das Damodar-Ashtakam.

In Tamil Nadu ist der Monat unter dem Namen Karthigai bekannt, und das Karthigai Deepam-Fest wird mit dem Anzünden von Lampen gefeiert.

In Nepal fällt das bedeutende Tihar-Fest in den Kartik-Monat, das in vielen Aspekten Diwali ähnelt.

Bedeutung in der Bhakti-Tradition

Für viele Bhakti-Bewegungen, darunter Gaudiya Vaishnavas und andere Krishna-zentrierte Traditionen, ist der Kartik-Monat eine besonders intensive Zeit spiritueller Praxis. Viele Gläubige nehmen sich Vorsätze für den gesamten Monat vor, wie z. B. den täglichen Besuch von Tempeln, das Singen von Kirtans, das Lesen heiliger Schriften oder das Rezitieren der Namen Gottes.

Einzelnachweise

  1. ↑ Axel Michaels: Der Hinduismus: Geschichte und Gegenwart. Hrsg.: C.H. Beck. 2023. 
  2. ↑ Cornelia Dimmitt und J.A. van Buitenen: Classical Hindu mythology : a reader in the Sanskrit Purāṇas. Temple University Press, Philadelphia 2012. 



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Dieser Eintrag basiert auf dem Artikel Kartik aus der freien Enzyklopädie Wikipedia. Der Text steht unter der Lizenz Creative Commons Attribution-ShareAlike 4.0 International und ist frei verfügbar.

Kaustubha

Noir24admin Hinduismus 21. Juni 2026

Kaustubha ist ein göttlicher Rubin oder ratnam (Edelstein) in der Hindu-Mythologie.[1] Dieser Edelstein ist im Besitz von Vishnu, was ihm den Beinamen Kaustubhadhari einbringt. In den Hindu-Schriften gilt er als der prächtigste ratnam der gesamten Schöpfung, zur Zeit der Aufwühlung des Ozeans, und fungiert als Symbol der göttlichen Autorität.[2] Die Entstehung des Kaustubha-Juwels wird im 12. Kapitel des Skanda Purana detailliert beschrieben.

Legende

In der hinduistischen Mythologie führten die devas und die asuras das Umwälzen des Milchozeans (Samudra Manthana) durch, um Amrita, das Elixier der Unsterblichkeit, zu erhalten. Während dieses Prozesses tauchten vierzehn Juwelen (ratnas) aus dem Ozean auf. Zu den ersten Schätzen, die zum Vorschein kamen, gehörte der Kaustubha, der als "exzellenter Edelstein, der lotusfarbene Rubin" beschrieben wird.[3]

Das Skanda Purana beschreibt die Natur dieses Edelsteins:[4] Im Mahabharata wird Krishna als Träger des Rubins beschrieben:[5] Nun sahen sie vor ihnen die Farbe des transzendentalen Körpers von Lord Krishna, genau wie der Farbton einer neu angekommenen Wolke am Himmel. Er erschien vor ihnen, schön bedeckt mit gelb gefärbten seidenen Gewändern, mit vier Händen wie Vishnu, und trug die verschiedenen Symbole der Keule, der Muschel, der Scheibe und der Lotusblume. Auf Seiner Brust befanden sich goldene Linien, und die Brustwarzen schienen wie der Wirtel einer Lotusblume zu sein. Seine Augen schienen ausgebreitet zu sein wie die Blütenblätter einer Lotusblume, und Sein lächelndes Gesicht zeigte das Symbol des ewigen Friedens und des Wohlstands. Seine glitzernden Ohrringe waren wunderschön gefasst, und Sein Helm war mit wertvollen Juwelen geschmückt. Die Perlenkette des Herrn und die Armreifen und Armbänder, die an Seinem Körper befestigt waren, erstrahlten in transzendentaler Schönheit. Das Kaustubha-Juwel, das an Seiner Brust hing, glitzerte mit großem Glanz, und der Herr trug eine wunderschöne Blumengirlande.

Einzelnachweise

  1. ↑ www.wisdomlib.org: Kaustubha: 26 Definitionen. In: www.wisdomlib.org. 16. August 2015, abgerufen am 2. August 2022. 
  2. ↑ The Rāmāyaṇa of Vālmīki: An Epic of Ancient India, Volume VI: Yuddhakāṇḍa. Princeton University Press, 2017, ISBN 978-0-691-17398-6, S. 612 (google.com). 
  3. ↑ www.wisdomlib.org: Wirbeln des Ozeans: Geburt der vierzehn kostbaren Juwelen [Kapitel 12]. In: www.wisdomlib.org. 1. März 2020, abgerufen am 2. August 2022. 
  4. ↑ www.wisdomlib.org: Vorgang der Gaṇeśa-Verehrung: Manifestation von Lakṣmī [Kapitel 11]. In: www.wisdomlib.org. 17. Dezember 2019, abgerufen am 2. August 2022. 
  5. ↑ www.wisdomlib.org: Lord Krishna segnet die gefangenen Könige [Kapitel 5]. In: www.wisdomlib.org. 9. Januar 2015, abgerufen am 2. August 2022. 



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Kayastha

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"Calcutta Kayastha", Malerei aus dem 19. Jahrhundert

Kayastha (auch Kayasth or Kayeth, hindi कायस्थ kāyasth) ist eine Bezeichnung für eine hinduistische Gemeinschaft, die traditionell die Rolle der Schreiber und Beamten innehatte. Daher wird die Kayastha-Gemeinschaft auch als „Schreiberkaste“ bezeichnet. Die meisten Kayastha leben in den indischen Bundesstaaten Westbengalen, Uttar Pradesh, Bihar, Madhya Pradesh und der Hauptstadt Delhi.[1]

Herkunft

Mythologische Deutung

Die Kayastha leiten ihren mythologischen Ursprung auf die Erschaffung der vier Kasten durch Brahma zurück. Um die guten und schlechten Taten der Menschheit aufzeichnen zu lassen, erschuf Brahma Chitragupta. In ihm sehen die Kayastha ihren Stammvater.[2]

Historische Erklärung

Schon im 7. Jahrhundert n. Chr. werden die Kayastha in heiligen Schriften als eine Kaste erwähnt, die für das Schreiben von säkularen Dokumenten und das Führen von Aufzeichnungen verantwortlich war.[3] Zur Zeit der Mogulen stiegen viele Kayastha in hohe Ämter ein, da sie sich schnell die persische Sprache angeeignet hatten.[4] Ein Teil davon konvertierte zum Islam.[5]

Zitat

  • "Unter den Hindus haben die Kāyasth eine lange Tradition verdienstvoller, hervorgehobener Beamtentätigkeit an den muslimischen Höfen, vor allem in Delhi. Sie haben nicht nur in der Verwaltung ihre Spuren hinterlassen, sondern auch auf dem Gebiet der Schriftstellerei. Die Kaste hat das einzigartige Privileg, eine große Anzahl von Historikern und Gelehrten hervorgebracht zu haben, die in der persischen und Urduliteratur bewandert waren. Die Kāyasth sind für ihre Intelligenz, ihren Scharfsinn und ihre Weisheit berühmt."[6]
  • "...the most unorthodox of the Hindu castes"[7]

Bekannte Personen aus Kayastha-Familien

  • Jagadish Chandra Bose (1858–1937), indischer Naturwissenschaftler[8]
  • Swami Vivekananda (1863–1902), indischer Mönch und Gelehrter
  • Jadunath Sarkar (1870–1958), indischer Historiker
  • Sri Aurobindo (1872–1950), indischer Philosoph und Guru
  • Ganesh Prasad (1876–1935), indischer Mathematiker
  • Premchand, Pseudonym für Dhanpat Rai Shrivastava (1880–1936), indischer Schriftsteller
  • Rajendra Prasad (1884–1963), erster Präsident Indiens
  • Paramahamsa Yogananda (1893–1952), indischer Yoga-Meister, Philosoph und Schriftsteller
  • Satyendranath Bose (1894–1974), indischer Physiker
  • A. C. Bhaktivedanta Prabhupada (1896–1977), Übersetzer und Kommentator hinduistischer Schriften sowie Gründer der ISKCON
  • Subhash Chandra Bose (1897–1945), Vorsitzender des Indischen Nationalkongresses (INC)
  • Lal Bahadur Shastri (1904–1966), zweiter Premierminister Indiens
  • Maharishi Mahesh Yogi (1918–2008), indischer Guru und Begründer der Transzendentalen Meditation
  • Amitabh Bachchan (* 1942), indischer Schauspieler

Einzelnachweise

  1. ↑ http://www.peoplegroupsindia.com/profiles/kayasth/. Abgerufen am 18. September 2016.
  2. ↑ Archivierte Kopie (Memento des Originals vom 12. März 2014 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/kayasthapariwar.weebly.com. Abgerufen am 18. September 2016.
  3. ↑ Arnold P. Kaminsky, Roger D. Long: India Today: An Encyclopedia of Life in the Republic. ABC-CLIO, Santa Barbara 2011, ISBN 978-0-313-37462-3, S. 404.
  4. ↑ https://www.kayasthamatrimony.com/articles/a-rich-legacy.php. Abgerufen am 18. September 2016.
  5. ↑ Archivierte Kopie (Memento des Originals vom 12. März 2014 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/kayasthapariwar.weebly.com. Abgerufen am 18. September 2016.
  6. ↑ Hari Ram Gupta, Vorwort zu Life and Letters of Sir Jadunath Sarkar. Hoshiarpur : Panjab University 1957, S. 3; aus dem Englischen übersetzt
  7. ↑ vgl. Hari Ram Gupta 1957, S. 15
  8. ↑ Archivierte Kopie (Memento des Originals vom 12. März 2014 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/kayasthapariwar.weebly.com. Abgerufen am 18. September 2016.



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Jyotisha

Noir24admin Hinduismus 21. Juni 2026

Jyotisha (Sanskrit, m., ज्योतिष, jyotiṣa) ist eine Lehre des alten Indien, in der es um die Deutung der Stellung bestimmter Himmelskörper zur Ermittlung der günstigsten Jahreszeit und des günstigsten Tages für Opferhandlungen, Rituale, und andere weltliche Aktivitäten geht. Sie wird als Vedanga, Hilfswissenschaft des Veda, und auch als Schwesternwissenschaft des Ayurveda bezeichnet.

Das „Vedanga Jyotisha“ ist einer der frühesten Texte über Astronomie innerhalb der hinduistischen Veden.[1][2][3] Einige Wissenschaftler sind der Ansicht, dass die auf dem indischen Subkontinent praktizierte Horoskopastrologie auf hellenistische Einflüsse zurückgeht.[4][5] Dies ist jedoch Gegenstand heftiger Debatten, und andere Wissenschaftler vertreten die Ansicht, dass sich das Jyotisha unabhängig entwickelt habe, auch wenn es möglicherweise mit der griechischen Astrologie in Wechselwirkung stand.[6]

Etymologie

Jyotisha, so der Indologe Monier-Williams, leitet sich vom Wort „Jyotish“ ab, was „Licht“ bedeutet, etwa das Licht der Sonne, des Mondes oder eines Himmelskörpers. Der Begriff „Jyotisha“ umfasst das Studium der Astronomie, der Astrologie und der Zeitmessung anhand ihrer Bewegungen. Ziel war es, Kalender zu führen und günstige Zeitpunkte für vedische Rituale vorherzusagen.[7][8][9]

Die Lehre

Nach Ansicht der Hindus offenbart Jyotisha subtile, aus dem Universum kommende Einflüsse. Die Umstände, in die wir hineingeboren werden, seien das Resultat unseres Karma aus früheren Leben. Äußere Ereignisse unseres Lebens werden demnach von unseren Handlungen aus entfernter Vergangenheit bewegt.[10] Das Wissen um Jyotisha soll helfen, unsere jetzigen Bedingungen zu akzeptieren und danach zu streben, die Zukunft durch die Handlungen in diesem Leben zu formen. Das Ziel des Lebens sei es, zu einem ursprünglichen Selbst, unserer wahren Natur, zurückzukehren. Durch Jyotisha könne man eine bessere Einschätzung bekommen, wie man dieses Ziel erreicht.

Ein wichtiger Unterschied zwischen dem indischen und dem westlichen System ist die größere Bedeutung des Mondes im indischen System. Eines der Grundlagenwerke der vedischen Astrologie ist die Brihat Parashara Hora Shastra.[11] Ein weibliches Prinzip wird postuliert und als höher bewertet. Davon ausgehend wird die vedische Astrologie als Mondastrologie kategorisiert, im Gegensatz zur westlichen, die als Sonnenastrologie bezeichnet wird. Der Hinweis auf die Verwendung des siderischen Tierkreises, der auf der Position des Fixsternes Spica (0° Waage) basiert, während der im Westen benutzte, tropische Tierkreis sich an der Tagundnachtgleiche orientiert, mit welcher der Beginn des Frühjahrs im Sternzeichen Widder markiert wird, soll diese Position veranschaulichen. Der Unterschied, der sich zwischen den beiden Tierkreisen ergibt, beträgt zurzeit (2006) fast 24 Grad und wird als Ayanamsa bezeichnet. Alle Planeten werden also um 24 Grad zurückversetzt.[12]

Aus dem indischen Geburtshoroskop oder Kreis der Wiedergeburt, Kreis des Lichts, (Janma Kundali) mit seinen 12 Rashis, den Zeichen, werden detaillierte Aussagen über verschiedene Lebensgebiete abgeleitet, z. B. karmische Themen, Dharma (Zweck des Lebens) und Moksha.

Die indische Astrologie beobachtet besonders den Stand des Mondes im Tierkreis und unterteilt die 360 Grad in 27 Mondhäuser, die der Mond durchläuft. Jedes dieser Mondhäuser bringt die spezifische Wirkung der dahinter stehenden Sternbilder.[13]

Die Nakshatras, auch „Mondhäuser“ oder „Frauen des Mondes“ genannt, werden als Ausblicke des Mondes auf den Kosmos bezeichnet. Der Mond gilt als Vermittler, der uns erlaubt, die auf die Erde einströmenden kosmischen Kräfte zu erfassen.

Jedes Nakshatra wird in vier gleich große Abschnitte unterteilt: 13° 20′ : 4 = 3° 20′ pro Teil. Diese Abschnitte nennt man Nakshatra Pada, die von eins bis vier nummeriert werden. Jedes Nakshatra Pada hat seine eigene Bedeutung für die Interpretation. Die jedem Pada zugeordnete Sanskritsilbe bestimmt auch den Namen des während dieser Zeit geborenen Kindes.

Die westliche Astrologie mit tropischem Tierkreis befasst sich mit dem Sonnensystem. Die indische Astrologie interpretiert auch Objekte jenseits des Sonnensystems. Ein vedischer Astrologe wird als Jyotishi bezeichnet.

Einzelnachweise

  1. ↑ Richard L. Thompson: Vedic Cosmography and Astronomy. 2004, S. 9–240 (englisch). 
  2. ↑ Āryabhaṭa I and his contributions to mathematics. 1988, S. 282 (englisch). 
  3. ↑ Michael Witzel: Autochthonous Aryans? The Evidence from Old Indian and Iranian Texts. In: Electronic Journal of Vedic Studies. Band 7, Nr. 3, 25. Mai 2001, S. 1–93 (englisch, Online [abgerufen am 12. Juli 2020]). 
  4. ↑ David Pingree: Jyotihśāstra: Astral and Mathematical Literature. 1981, ISBN 978-3-447-02165-4, S. 67 ff., 81 ff., 101 ff. (englisch). 
  5. ↑ Samuel Samuel: The Origins of Yoga and Tantra. Cambridge University Press, 2001 (englisch). 
  6. ↑ Vijaya Narayan Tripathi: Astrology in India. In: Encyclopaedia of the History of Science, Technology, and Medicine in Non-Western Cultures. Springer, 2008, ISBN 978-1-4020-4425-0, S. 264–267 (englisch). 
  7. ↑ Monier Monier-Williams: A Sanskrit–English Dictionary. Oxford University Press, 1923, S. 353 (englisch, google.com [abgerufen am 27. Dezember 2020]). 
  8. ↑ James Lochtefeld: Jyotisha. In: The Illustrated Encyclopedia of Hinduism. Band 1 (A-M). Rosen Publishing, 2002, ISBN 0-8239-2287-1, S. 326–327 (englisch). 
  9. ↑ Monier Monier-Williams: Jyotisa. 1923, abgerufen am 28. November 2024 (englisch). 
  10. ↑ Charles F. Keyes, E. Valentine Daniel (Hrsg.): Karma: An Anthropological Inquiry. University of California Press, 1983, ISBN 0-520-04429-0 (englisch). 
  11. ↑ Maharshi Parāśara: Brihat Parasara Hora Sastra of Maharshi Parasara. Hrsg.: R. Santhanam. Vol. 1. Ranjan Publications, 1984 (englisch, Online). 
  12. ↑ Michio Yano: Calendar, Astrology, and Astronomy. In: Gavin Flood (Hrsg.): The Blackwell Companion to Hinduism. Wiley, 2008, ISBN 978-81-265-1629-2, S. 376–392 (englisch). 
  13. ↑ Komilla Sutton: The Essentials of Vedic Astrology. In: The Wessex Astrologer. Bournemouth 1999, ISBN 1-902405-06-4, S. 168 (englisch). 



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Kaivalya

Noir24admin Hinduismus 21. Juni 2026

Der Sanskrit-Begriff Kaivalya (in Devanagari कैवल्य) steht für Befreiung und ist das letztendliche Ziel im Raja Yoga.

Etymologie

Kaivalya ist eine Vrddhi-Ableitung von kevala mit der Bedeutung selbstbezogen, allein, isoliert. Kaivalya kann somit als Einsamkeit, Absonderung, Abgehobenheit, Losgelöstheit, Isolation übersetzt werden.

Definition und Charakterisierung

Kaivalya wird als Absonderung des Purusha (Mensch) von Prakriti (Natur) mit anschließender Befreiung vom Kreislauf der Wiedergeburten definiert.

Menschen, die Kaivalya erlangt haben, befinden sich im Dauerzustand des Samadhi (voll integriertes Bewusstsein). Diese innere Befreiung ist das eigentliche Ziel des Yoga. Menschen in diesem Zustand haben ein intimes Verständnis der Welt, beziehen aber dennoch Distanz. Sie lassen sich nicht beeinflussen, können aber ihrerseits sehr wohl Einfluss geltend machen. Sie benehmen sich zwar wie normale Menschen, tragen aber nicht an der Last der Welt. Sie leben in der Welt, sind aber ihr nicht untertan. Zwar sind auch sie nicht frei von Sinneswahrnehmungen und auch nicht frei vom Körper, dennoch sind sie anders. Menschen im Zustand des Kaivalya sind sich ihrer selbst sicher. Kräfte aus der Außenwelt, mit der sie ausgezeichnet vertraut sind, haben über sie keine Macht mehr.

Gemäß den Prinzipien des Yoga hat die gesamte Schöpfung den alleinigen Zweck, uns den Kontext zu unserem Selbstverständnis zu liefern – zu wissen, was (und wer) wir sind und was (und wer) nicht. Begreifen wir dies, so eröffnet sich Kaivalya und Prakriti tritt in den Hintergrund, da sie jetzt ihre Aufgabe erfüllt hat. Die materielle Welt wird dann genau als das erfahren, was sie wirklich ist und nicht mehr. Kaivalya wird als ein Kontinuum erlebt, das sich nach dem Wegbrechen alter Konditionierungen, Verhaltensmuster, Gewohnheiten und Erfahrungen eröffnet.

Kaivalya in den Yogasutras

Die 34 Yogasutras des Patanjali behandeln in Kapitel IV die psychischen Eindrücke, die endlose Zyklen von Wiedergeburten auf uns hinterlassen haben. Ferner wird die Notwendigkeit begründet, derartige Eindrücke auszulöschen. Der Kaivalya-verwirklichte Yogi wird als Persönlichkeit dargestellt, der alle Banden abgeworfen und absolutes, wahres Bewusstsein (ritambhara prajna), wie es im Samadhi Pada beschrieben wird, erlangt hat.

„…oder von einem anderen Standort aus betrachtet, lässt sich die Kraft reinen Bewusstseins in ihrer ureigenen, reinen Natur nieder“

– Kaivalya Pada, Sutra 34

„Nur der aus Meditation hervorgegangene Geist ist frei von Eindrücken des Karmas“

– Kaivalya Pada, Sutra 6

„Da der Lebenswunsch seit urewigen Zeiten existiert, sind auch die Eindrücke anfanglos. Letztere werden von Ursache und Wirkung, Grundlage und Unterstützung zusammengehalten. Verschwinden diese vier, so vergehen auch die Eindrücke.“

– Kaivalya Pada, Sutra 10-11

Kaivalya in den Upanishaden

Die Begriffe kevala, kaivalya, kaivalya-mukti finden sich auch in den Upanishaden, so beispielsweise in der Svetasvatara-Upanishad (I und IV), in der Kaivalya-Upanishad (Vers 25), in der Brahma-bindu-Upanishad (Vers 29) und in der Muktika-Upanishad (I. 18, 26, 31).[1] In den Versen 16–18 der Yogatattva-Upanishad heißt es:

„Kaivalya ist die grundlegende Natur des Selbst, seine höchste Ebene (paramam padam). Es lässt sich nicht weiter unterteilen und es ist makellos. Es ist direkte Intuition des Wirklichen – Dasein, Intelligenz und Seligkeit (Sat-Chit-Ananda). Es wird weder geboren noch zerstört und es kennt weder Existenz, Anerkennung noch Erfahrung. Diese Erkenntnis ist wahres Wissen.“

– Yogatattva-Upanishad, 16-18

[1]

Kaivalya im späteren Hinduismus

Mit dem Erstarken des mächtigen Vijayanagar-Reichs im 14. Jahrhundert (und damit des Hinduismus) konnte sich der Veerashaivismus in Südindien ausbreiten. Einige Gelehrte des Veerashaivismus wie Nijaguna Shivayogi (ca. 1500) versuchten den Veerashaivismus mit Shankaras Advaita zu vereinigen. Sein am besten bekanntes Werk ist Kaivalya Paddhati, eine Sammlung von svara cavhanas in Form von klassischen Ragas.

Andere bekannte Autoren dieser Tradition sind neben Nijaguni Shivayogi Muppina Shadakshari, Mahalingaranga und Chidanandavadhuta. Die Kaivalya-Literatur wurde ausschließlich in Kannada verfasst.

Vijñānabhiksu war ein Vedanta-Philosoph des 16. Jahrhunderts, der im vierten und letzten Kapitel seines Yogasārasamgraha explizit über Kaivalya schreibt.[2]

In Assam besteht die Kaval-Dharma-Sekte. Bei ihnen wird der höchste Seinszustand als kevali bezeichnet, in welchem der bhagat jeden bewussten Kontakt zur Realität verliert und nur noch die alldurchringende Wesenheit wahrnimmt.[3] Wesentliche Satras der Keval-Sekte sind Moamara Satra und Kardoiguria Satra.

Siehe auch

  • Kaivalya-Upanishad
  • Moksha

Einzelnachweise

  1. ↑ a b Radhakamal Mukherjee (Hrsg.): Astavakragita: The Song of the Self Supreme. S. 130. 
  2. ↑ Andrew J. Nicholson: Unifying Hinduism: philosophy and identity in Indian intellectual history. S. 120. 
  3. ↑ Padmeswar Gogoi: Tai-Ahom Religion and Customs. S. 43–44. 



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  1. Kapala (Kultgegenstand)
  2. Jiva
  3. Jivanmukta
  4. Hinduistischer Lunisolarkalender

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