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Knucker

Noir24admin Sagen 22. Juni 2026

Der Knucker ist ein schlangenartiger Wasserdrache aus Sagen in der südenglischen Grafschaft Sussex. Der Name entstammt dem Altenglischen nicor, das „Wasserdämon“ bedeutet und in Beowulf einen Drachen bezeichnet oder sich im Deutschen in Nixe und Nöck findet.

Ein Knuckerhole nahe Ashburnham

Er lebt in sogenannten Knuckerholes, die örtliche Bezeichnung für Quellteiche die in flachem Land vorkommen. Sie haben oft an die sechs Meter im Durchmesser und sind der Legende nach endlos tief. Dies ist einer geologische Besonderheit einer Region südlich des Höhenzugs der South Downs im Süden Englands geschuldet, vor allem um die Ortschaften Lyminster, Lancing, Shoreham-by-Sea und Worthing in Sussex. Der Kalkstein in dieser Gegend ist von Dolinen durchsetzt, durch die das Grundwasser an die Oberfläche tritt.

Das Wasser in diesen kleinen Teichen ist von konstanter Temperatur, im Sommer kalt und im Winter nicht überfrierend, zudem schwankt der Wasserspiegel kaum. Bei frostigen Lufttemperaturen bildet sich dünner Nebel über dem Wasser, was zur Legendenbildung um die Knucker beigetragen hat. Die meisten dieser Teiche wurden im Laufe der Zeit trockengelegt, zumindest bei Lyminster existiert noch ein solches Knuckerhole.

Der Knucker gilt als boshafter und angriffslustiger Drache, der das Vieh und sogar Einwohner der umliegenden Dörfer frisst. In den örtlichen Erzählungen geht es darum, wie er besiegt wird:

  • In der bekanntesten Version verspricht der König von Sussex die Hand seiner Tochter demjenigen, der den Knucker tötet. Daraufhin erlegt ein umherstreifender Ritter den Drachen und heiratet die Prinzessin. Danach lässt er sich in Lyminster nieder, wo heute noch ein Grabstein namens Slayer’s Slab („Stein des Drachenschlächters“) von ihm zeugen soll.
  • Eine andere Version handelt von dem klugen Bauernjungen Jim Pulk bzw. Jim Puttock aus dem Dorf Wick in West Sussex. Dieser backt einen großen vergifteten Kuchen, schafft ihn mit einem Pferdewagen zum Knuckerhole und legt ihn für den Drachen bereit. Der Knucker kommt heraus, frisst den Kuchen samt Pferd und Wagen und stirbt. Daraufhin kommt der Junge wieder und schlägt dem toten Drachen den Kopf ab. In einer Variante dieser Geschichte stirbt Jim Pulk ebenfalls kurz darauf, weil er sich nach dem Kuchenbacken nicht die Hände gewaschen hat, und der Slayer’s Slab in Lyminster sei ihm zu Ehren gesetzt worden.
  • Eine dritte Version ersetzt den vergifteten Kuchen durch einen englischen Pudding, ein schwer verdauliches und zähes Gebäck. Der Knucker bekommt nach dem Verzehr starke Bauchschmerzen und verlangt nach einer Medizin. Jim behauptet, er habe eine solche hinter seinem Rücken; als der Knucker seinen Hals hervorstreckt, schlägt Jim ihm den Kopf mit dem Schwert ab, das er hinter dem Rücken versteckt hatte.

Literatur

  • Jacqueline Simpson: British Dragons. Wordsworth Editions in association with the Folklore Society, Ware 2001, ISBN 1-84022-507-6.



🔮 Noir24 Archiv-Hinweis

Dieser Eintrag basiert auf dem Artikel Knucker aus der freien Enzyklopädie Wikipedia. Der Text steht unter der Lizenz Creative Commons Attribution-ShareAlike 4.0 International und ist frei verfügbar.

Ritter Löwhardus

Noir24admin Sagen 22. Juni 2026

Ritter Löwhardus ist die Fortsetzung des Gehörnten Siegfried (Prosa). Allerdings ist eine Verbindung zur Nibelungensage nicht ersichtlich. Vielmehr dürfte es sich um eine Erfindung des Autors handeln.

Überlieferungen

Die Geschichte ist nur in einem Druck überliefert. Lange wusste man nicht, ob der Roman tatsächlich existent ist, obwohl er am Ende des Gehörnten Siegfried erwähnt wird. 1965 teilte Harold Jantz mit, dass er sich im Besitz des Buches befinde. Als Druckort wird Leipzig genannt, als Druckerin Martha Hertz, welche um 1670 in Leipzig tätig war.[1]

Inhalt

Die Geschichte des Ritter Löwhardus handelt von Siegfrieds Sohn, der am Hof seiner Großeltern aufwächst. Als er von Siciliana, der Tochter des sizilianischen Königs, hört, will er diese sehen und begibt sich auf die Reise. Nach Stationen in Paris, Venedig und Malta trifft er in Jerusalem die Königstochter Marirose und wird zum Ritter geschlagen. Er verbringt einige Zeit mit seinem Waffenträger Burghardus bei Jerusalem mit einem Löwen, bevor die beiden nach Sizilien weiterreisen. Dort kämpft Löwhardus mit einem Drachen, einem Löwen und besiegt im Dienst von König Artaxus einen Riesen, der vom babylonischen König gesandt wurde, um Tribut einzufordern. Nach der Heirat mit der Königstochter Siciliana kommt es zur ersten Trennung der beiden, da Löwhardus seinen Großvater Sieghardus in Niederland besuchen will. Er kommt auf der Reise nach Babylon, wo er Heerführer wird. Seine Frau wird entführt und wird ebenfalls Heerführerin in Fregaton. Bei einer Schlacht kämpfen die beiden gegeneinander, erkennen sich jedoch wieder. Da das Paar das babylonische Religionsritual ablehnen, werden sie zum Tode verurteilt und sie ergreifen die Flucht. Siciliana wird erneut entführt, Löwhardus reist weiter nach Ägypten und findet Siciliana dort wieder. Auf der Rückreise erleiden die beiden Schiffbruch und werden erneut getrennt, finden sich jedoch auf einer Insel wieder und setzen ihre Reise nach den Niederlanden fort. Dort angekommen übernimmt Löwhardus die Regierung von seinem Großvater und er und seine Frau bekommen eine große Nachkommenschaft.[1]

Literatur

  • Ernst S. Dick: Ritter Löwhardus. 1. Auflage. Weidler Buchverlag, Berlin 7. Juli 2003. 

Einzelnachweise

  1. ↑ a b https://gottfried.unistra.fr/nibelungen/deutsche-fassungen/der-gehornte-siegfried/



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Dieser Eintrag basiert auf dem Artikel Ritter Löwhardus aus der freien Enzyklopädie Wikipedia. Der Text steht unter der Lizenz Creative Commons Attribution-ShareAlike 4.0 International und ist frei verfügbar.

Siegfrieds Hochzeit

Noir24admin Sagen 22. Juni 2026

Das Lied von Siegfrieds Hochzeit ist ein Lied aus der Nibelungensage. Der einzige bislang bekannte Druck stammt aus dem Jahr 1663.

Titelseite des Liedes

Überlieferungen

Das Lied von Siegfrieds Hochzeit schließt an einen Druck des Hürnen Seyfrits (hier Hürnen Seyfried) aus dem gleichen Jahr an.[1] Es wurde erst 2022 von Mario Bauch entdeckt. Drucker und Druckort sind nicht angegeben. Die Druckermarke verweist auf Johann Jakob Decker den Älteren, welcher in Basel und im Elsass druckte. Der Druck des Hürnen Seyfrieds von Decker schließt nachweislich an den Druck des Basler Druckers Johann Schröter aus dem Jahre 1594 an, welcher wiederum auf dem Druck des Siegfried Apiarius aus Bern 1561 basiert.

Möglicherweise handelt es sich bei dem Lied um jenes, welches jeweils am Ende des Hürnen Seyfrits erwähnt wird.[2] Der Druck befindet sich gegenwärtig in der Stadt Grimmen.

Inhalt

Seyfried kehrt mit Grimhild vom Drachenstein nach Worms zurück. Dort wird die Hochzeit gefeiert und ein großes Turnier veranstaltet. Grimhilds Brüder Girnot und Gunter gewinnen Preise. Hiernach beschließt man eine Jagd abzuhalten. Auf der Jagd findet man ein Reh, welches ein Halsband mit der Inschrift Vernant trägt. Grimhild lässt das Reh nach Worms bringen. Grimhilds Vater Gibich wird von einem Wolf angefallen und schwer verwundet. Man bricht die Jagd ab. Eines Tages greifen vier große Schlangen, die aus einem See kommen, den Hof an und fressen viele Frauen. Seyfried und Grimhilds Brüder töten die Schlangen. Bald danach entsteht eine Feindschaft zwischen Seyfried und Grimhilds Brüdern. Grimhilds Bruder Hagen, der weiß, dass Seyfried oft zu einem Brunnen bei Worms sich begibt, tötet dort seinen Schwager, als dieser beim Brunnen schläft. Seyfrieds Anhänger sind aufgebracht und greifen Grimhilds Brüder an. Hagen wird gefangen genommen und in einen Schlangenturm gesperrt. Die anderen Brüder verstecken sich in einer Gruft. Dann begeben sie sich zu Dietrich von Bern und bitten um Hilfe, da man sie vertrieben habe. Dietrich mit seinen Mannen, darunter Hildebrand, reiten nach Worms. Bevor es zur Schlacht kommt, einigen sich die Parteien. Hagen wird aus der Gefangenschaft entlassen und es wird Frieden geschlossen.

Aufbau und Parallelen

Das Lied besitzt 66 Strophen. Wie beim Hürnen Seyfrit scheinen noch damals bekannte Lieder und Strophen über die Nibelungen einfach aneinander gereiht worden zu sein. Es scheint Parallelen zu den nordischen Nibelungensagen der Völsunga saga und Edda zu geben. Siegfried wird von Hagen erschlagen, als er bei einem Brunnen bei Worms schläft. Hier scheinen weiterhin Parallelen zu Hans Sachs Tragödie "Der Hürnen Seufrid" zu bestehen, wo Siegfried ebenfalls bei einem Brunnen schlafend ermordet wird.

Literatur

  • Mario Bauch: Die Grimmener Lieder vom Hürnen Seyfried und von der Hochzeit des Hürnen Seyfrieds. Daon Verlag, Grimmen 2022, ISBN 978-3-00-073498-4. 

Einzelnachweise

  1. ↑ Mario Bauch: Die Grimmener Lieder vom Hürnen Seyfried und von der Hochzeit des Hürnen Seyfrieds. Daon Verlag, Grimmen 2022, ISBN 978-3-00-073498-4. 
  2. ↑ Peter Andersen: Hochzeit des Hürnen Seyfrieds. In: Gottfried Portal. Peter Andersen, 2023, abgerufen am 19. Juni 2023. 



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Dieser Eintrag basiert auf dem Artikel Siegfrieds Hochzeit aus der freien Enzyklopädie Wikipedia. Der Text steht unter der Lizenz Creative Commons Attribution-ShareAlike 4.0 International und ist frei verfügbar.

Hugdietrich

Noir24admin Sagen 22. Juni 2026

Hugdietrich ist in der deutschen Heldensage der Vater von Wolfdietrich.

In der Fassung B des Wolfdietrich-Epos wird seine Geschichte ausgeweitet: Er gewinnt seine von ihrem Vater Walgund, König von Salneck, in einem Turm eingesperrte Königstochter Hildeburg (in anderen Überlieferungen: Hiltgart) dadurch, dass er sich in Frauenkleider verkleidet. Als Gespielin der Königstochter darf er ihr Gesellschaft leisten. Kurze Zeit später wird die Königstochter schwanger und bringt Wolfdietrich zu Welt. Dieser wird ausgesetzt, vom Vater Hildburgs dann jedoch aus einem Wolfsnest gerettet und Wolfdietrich genannt. Es kommt schließlich zur Versöhnung mit Hugdietrich.

Wie die Sage von Wolfdietrich war auch die Geschichte von Hugdietrich Bestandteil des im Druck erschienenen Heldenbuchs und darum bis zum 16. Jh. vergleichsweise gut bekannt.

Literatur

  • Ortnit und Wolfdietrich, in: Deutsche Heldensagen, nacherzählt von Gretel und Wolfgang Hecht, Frankfurt am Main: insel taschenbuch 345, 1980, Seite 7–95 und S. 383–387, (Ausgabe textgleich mit dem Buch gleichen Titels aus dem Insel-Verlag Anton Kippenberg, Leipzig 1969)
  • Hermann Schneider und Roswitha Wisniewski: Deutsche Heldensagen, (= Sammlung Göschen; Band 32), 2. Auflage Berlin, 1964, Seite 134–145

Weblinks

Wiktionary: Hugdietrich – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
  • Inhaltsangabe
  • Übersetzung Karl Simrock



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Der gehörnte Siegfried

Noir24admin Sagen 22. Juni 2026

Der Gehörnte Siegfried ist eine um 1657 in Norddeutschland entstandene Prosafassung des Hürnen Seyfrit. Die Geschichte, die den Stoff der Nibelungensage aufgreift, erzählt überwiegend von Siegfrieds Kampf mit dem Drachen und Siegfrieds Tod. Die älteste heute noch erhaltene Auflage stammt aus dem Jahr 1726 und trägt den Titel Eine Wunderschöne Historie von dem gehörnten Siegfried. Was wunderlicher Ebentheur diser theure Ritter ausgestanden, sehr denkwürdig und mit Lust zu lesen.

Bild aus einer Ausgabe von 1838

Überlieferung

Der Gehörnte Siegfried kann als neuhochdeutsche Prosafassung des Hürnen Seyfrit angesehen werden. Der älteste erhaltene Druck stammt aus dem Jahre 1726. Er ist mit 39 Holzschnitten ausgestattet und erschien in Leipzig und Braunschweig. Heute ist nur ein einziges Exemplar überliefert, das in Göttingen aufbewahrt wird.[1] Auf dem Titelblatt wird behauptet, die Geschichte sei aus dem Französischen übersetzt und von neu aufgelegt worden.[2] Für diese beide Angaben gibt es jedoch keinen Nachweis. Allerdings wird im Roman Ritter Löwhardus erwähnt, dass die Prosafassung 1657 erstmals in Hamburg veröffentlicht worden sei. Die Erzählung erschien in über 40 Auflagen, was für ihre große Beliebtheit spricht. Als mögliche Prosa-Bearbeiter werden Johann Micraelius (1597–1658) oder Johannis Burgmann genannt.[3]

Inhalt

Inhaltlich wird die Geschichte des Hürnen Seyfrits mit kleinen Änderungen wiedergegeben. Der Verfasser der Prosafassung hat einen großen Teil der Namen abgeändert. So wird aus Sigmund Sighardo, aus Grimhild Florigunda, aus Gibech Gibaldus, aus Eugel Egwaldus, aus Kuperan Wullgrambähr, aus Gunter Ehrenbertus, aus Girnot Walbertus und aus Hagen Hagenwald. Außerdem fügte der Autor die Geschichte des Kampfes zwischen dem Bauern Jorcus und dem Soldaten Zivelles ein. Hagenwald wird am Ende der Geschichte von Zivelles getötet. Zum Schluss verweist der Autor noch auf die Historie von Siegfrieds Sohn Löwhardus. Die Geschichte von Ritter Löwhardus wurde erst 1965 von Harold Jantz wiederentdeckt.[4]

Ausgaben

  • Wolfgang Golther: Das Lied vom Hürnen Seyfrid. Max Niemeyer, Halle a. S. 1889. 
  • Gerhard Schneider und Edwin Arndt: Eine schöne und lustige Historie von den vier Heymonskindern und ihrem Ross Beyart. Auch sind hier beigefügt die Historien - Hug Schapler / Der gehörnte Siegfried / Fortunatus. 2. Auflage. Neues Leben, Berlin 1982. 

Einzelnachweise

  1. ↑ Signatur: 8 FAB VI, 1150 RARA
  2. ↑ Wolfgang Golther, Das Lied vom Hürnen Seyfrid, Verlag Max Niemeyer, Halle a. S. 1889, S. 60.
  3. ↑ Peter Andersen: Der Gehörnte Siegfried. In: Gottfried-Portal. Université de Strasbourg, EA 3400, 2014, abgerufen am 1. September 2025. 
  4. ↑ https://gottfried.unistra.fr/nibelungen/deutsche-fassungen/der-gehornte-siegfried/
Normdaten (Werk): GND: 4160388-6 (GND Explorer, lobid, OGND, AKS) | VIAF: 206925797



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Dieser Eintrag basiert auf dem Artikel Der gehörnte Siegfried aus der freien Enzyklopädie Wikipedia. Der Text steht unter der Lizenz Creative Commons Attribution-ShareAlike 4.0 International und ist frei verfügbar.

  1. Hürnen Seyfrit
  2. Habermannskreuz
  3. Haimonskinder
  4. Hake Betken siene Duwen

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