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Kim Jong-il

Noir24admin Mumie 22. Juni 2026
Kim Jong-il, August 2011
Kim Jong-il, August 2011
Kim Jong-il, August 2011

Koreanische Schreibweise
Chosŏn’gŭl 김정일
Hancha 金正日
Revidierte
Romanisierung
Gim Jeong-il
McCune-
Reischauer
Kim Chŏngil
Siehe auch: Koreanischer Name

Kim Jong-il [kim.dzɔŋ.iːɭ] (* 16. Februar 1941 in der Russischen SFSR, Sowjetunion[Anm. 1] als Juri Irsenowitsch Kim, russisch Юрий Ирсенович Ким; nach nordkoreanischen Veröffentlichungen * 16. Februar 1942 nahe dem Paektusan im Geheimlager Paektusan,[1] Chōsen; † 17. Dezember 2011 in Pjöngjang, Nordkorea) war ein nordkoreanischer Politiker. Nach dem Tod seines Vaters Kim Il-sung war er als Generalsekretär der Partei der Arbeit Koreas (PdAK), Vorsitzender der Nationalen Verteidigungskommission und Oberster Befehlshaber der Koreanischen Volksarmee (KVA) von 1994 bis 2011 Diktator Nordkoreas.

In Nordkorea war Kim Jong-il Mittelpunkt eines Führerkults; außerhalb des Landes galt seine Herrschaft als diktatorisches, von Menschenrechtsverletzungen gekennzeichnetes Regime. Während seiner Amtszeit führte eine verfehlte Wirtschaftspolitik, die auf das Militär konzentriert war, zur Verarmung der Bevölkerung. Als seinen Nachfolger in der Kim-Dynastie hatte er seinen jüngsten Sohn Kim Jong-un bestimmt. Postum wurde Kim Jong-il im April 2012 zum „Ewigen Generalsekretär“ sowie zum „Ewigen Vorsitzenden des Nationalen Verteidigungskomitees der DVRK“ ernannt.[2]

Leben

Kindheit und Jugend

Propagandabild: Kim Jong-il, umgeben von seinen Eltern Kim Jong-suk und Kim Il-sung.

Das genaue Geburtsdatum und der Geburtsort von Kim Jong-il sind ungeklärt. Es ist wahrscheinlich, dass er am 16. Februar 1941 im Woroschilow-Lager bei Nikolsk geboren wurde. Er war der älteste Sohn von Kim Il-sung und seiner ersten Frau Kim Jong-suk, die sich gemeinsam im Kampf gegen die japanische Invasion im Guerillakampf in der Mandschurei befanden und wiederholt auf sowjetisches Gebiet zurückzogen. Ebenfalls verbreitet ist die Angabe, Kim sei im Lager Wjatskoje im Kreis Chabarowsk geboren.[3] Nach Lim Jae-Cheon passt dies aber nicht mit den Kriegsaufzeichnungen Kim Il-sungs zusammen, nach denen Kim im Juli 1942 in das Lager Wjatskoje zog.[4] Gemäß der offiziellen Biographie wurde Kim Jong-il am 16. Februar 1942 auf dem Berg Paektusan geboren. Das Geburtsdatum und der Geburtsort wurden wahrscheinlich zwischen 1981 und 1982 aus propagandistischen Gründen geändert. Der Berg Paektusan hat eine hohe symbolische Bedeutung, es ist wahrscheinlich, dass Anfang der 1980er Jahre der auf dem höchsten heiligen Berg Koreas geborene Kim als für die Übernahme der Führerschaft Nordkoreas dargestellt werden sollte. Der Geburtstag wurde nachträglich geändert, wohl um einen propagandistischen Konnex zu seinem 1912 geborenen Vater herzustellen. Die Geburtstage der beiden Kims konnten dadurch im gleichen Jahr mit einer großen Feierlichkeit begangen werden. Auf diese These deutet hin, dass der 40. Geburtstag Kim Jong-ils zweimal gefeiert wurde, nämlich 1981 und 1982.[4] Der offiziellen Legende nach sollen nach seiner Geburt ein Stern und ein doppelter Regenbogen am Himmel erschienen sein, weswegen sein Geburtstag heute Tag des strahlenden Sterns heißt.[5]

Seine frühe Kindheit verbrachte Kim unter Partisanen in streng militärischem Umfeld. Nach der Kapitulation Japans und der Errichtung einer provisorischen Regierung unter Kim Il-sung besuchte Kim Jong-il den Namsan-Kindergarten für Funktionärskinder. Nach Ausbruch des Koreakrieges wurde Kim zuerst in die Provinz Chagang evakuiert, später nach Jilin in der Volksrepublik China. Im Frühling 1952 wurde er nach Pjöngjang zurückgeholt, wo er im November 1952 in die Mangyongdae-Schule für Kinder von Revolutionären eingeschult wurde. Dort blieb er bis zum Ende des Koreakrieges, durch den auch er Tod, Hunger und Zerstörung aus nächster Nähe erlebte. Im September 1953 kam er auf die Samsok-Grundschule, im Februar 1954 auf die Vierte Grundschule von Pjöngjang. Bereits 1949 war seine Mutter aufgrund von Geburtskomplikationen verstorben. Kim Il-sung heiratete 1952 oder 1953 Kim Song-ae, die davor Hausangestellte im Hause der Kims war. Die Beziehungen Kims zu seiner Stiefmutter waren nicht besonders gut, so dass er häufig bei seinem Onkel Kim Yong-ju wohnte. Auch andere frühere Partisanen wie Yi Ul-Sol oder O Chin-u kümmerten sich viel um ihn; Vater Kim war aufgrund der Staatsgeschäfte selten zu Hause.[6]

Im September 1954 begann er mit dem Besuch der Ersten Mittelschule in Pjöngjang, wo er schon 1955 Vorsitzender des Schülervereins wurde. Im September 1957 kam er auf das Namsan-Gymnasium, wo er an den Aktivitäten der Demokratischen Jugendliga teilnahm. Er war ein mittelmäßiger Schüler, der nur für die Praxis lernen wollte, sich aber sehr für das interessierte, was auch seinen Vater interessierte. Er wurde bereits als Jugendlicher von Kindern von Nicht-Funktionären abgeschirmt, hatte großes Interesse für Schießen und Jagen und lernte Klavierspiel. Es wurden ihm Privatlehrer an die Seite gestellt und im Jahre 1957 und 1959 begleitete er seinen Vater nach Moskau. Er wusste wiederholt den Einfluss seines Vaters zum eigenen Vorteil auszunutzen. Während Kims Jugendzeit entstand die Chuch’e-Ideologie, mit der sich Nordkoreas Führung nach Stalins Tod von Chruschtschows Politik der friedlichen Koexistenz mit dem Westen distanzierte. Kims Vater, der Nordkorea nach stalinistischem Vorbild regierte, sah sich vor allem von der Entstalinisierung in der Sowjetunion indirekt angegriffen. Kim Jong-il wurde auch Zeuge der politischen Säuberungen seines Vaters, vor allem als führende frühere Partisanen wie Choe Chang-ik, Pak Chang-ok und Yun Kong-hum Kim Il-Sungs Machtkonzentration, den Personenkult und den Fokus auf die Schwerindustrie kritisierten. Die drei Kritiker wurden abgesetzt, nach Protesten aus China und der Sowjetunion wieder eingesetzt und später im Geheimen neuerlich abgesetzt. Kim Jong-Il war selbst Teil der Chollima-Bewegung, mit der wundersame Produktionssteigerungen erreicht wurden und mit der man den ersten Fünfjahrplan in nur dreieinhalb Jahren erfüllte. Kim erlebte so das goldene Zeitalter des Sozialismus in Nordkorea mit, arbeitete selbst beim Eisenbahnbau und Flussregulierung, glaubte fest an den Sieg des Sozialismus und die leuchtende Zukunft seines Landes.[7]

Im September 1960 begann Kim Jong-il ein Studium der politischen Ökonomie an der Kim-Il-sung-Universität. Es wurde ein Professor exklusiv für die Ausbildung Kims abgestellt, während Pak Su-dong, damals Vorsitzender des Parteikomitees der Universität, die Parteiaktivitäten Kims betreuen musste. Der Student Kim setzte durch, dass der Lehrplan der Universität von revisionistischen Inhalten gesäubert wurde, und dass man die Inhalte durch Chuch’e-Ideologie ersetzte. Er startete darüber hinaus eine Bewegung, in deren Rahmen jeder innerhalb eines Jahres 10.000 Seiten lesen sollte, vor allem Werke von Kim Il-sung. Neben dem Studium arbeitete er auf einer Baustelle, lernte Reiten und vergnügte sich mit schnellem Autofahren. Bereits als Student durfte er an hochrangigen Gesprächen der nordkoreanischen Regierung, Partei und des Militärs teilnehmen, erneut begleitete er seinen Vater auf Reisen in die Sowjetunion und nach Osteuropa. Er war ehrgeizig und wollte ein politischer Führer wie sein Vater werden, seinem Umfeld folgend dachte er nationalistisch und antiamerikanisch.[8] Deutsche Medien berichten, er habe in der DDR eine Ausbildung in Wirtschaftswissenschaften erhalten,[9] wenngleich aus ideologischen Gründen Nordkorea zur gleichen Zeit seine Auslandsstudenten zurück ins Land holte.[8]

Aufstieg zum Nachfolger Kim Il-sungs

Im März 1964 schloss Kim sein Studium an der Kim-Il-sung-Universität ab und trat am 17. Juni eine Stelle in der Organisationsabteilung des Zentralkomitees – der mächtigsten Abteilung in der Partei der Arbeit Koreas – an.[10] Er arbeitete erst in der zentralen Führungssektion, die sich mit Regierungs- und Staatssicherheitsangelegenheiten befasste. Später wechselte er in die allgemeine Führungssektion, die militärische Fragen behandelte. Daneben arbeitete er im Sicherheitsbüro seines Vaters mit. Ein Jahr später wurde er in das Sekretariat des Premierministers versetzt, von wo er 1966 in die Position eines hohen Kaders in die Organisationsabteilung zurückkehrte. In diesen Positionen lernte er die Mechanismen der Macht im Staats- und Parteiapparat kennen und wenngleich sein Vater die Beförderungen veranlasst haben dürfte, musste Kim Jong-il sich bewähren. Er berichtete später, dass ihm die Arbeit mit den viel älteren und erfahreneren Kollegen auf Ministerebene anfangs schwer fiel.[11]

Seine erste politische Aufgabe erhielt Kim Jong-il im Zuge der politischen Säuberungen rund um die Kapsan-Faktion. Diese Veteranen aus dem Krieg gegen Japan, die anders als Kim Il-sung keine Guerilla-Vergangenheit hatten, wollten Pak Kum-chol als Nachfolger von Kim Il-sung in Stellung bringen. Sie produzierten einen Propagandafilm zur Heroisierung des Ehepaares Pak und ließen das Geburtshaus Paks restaurieren. Sie kritisierten Kims hohe Investitionen in die Schwerindustrie und forderten, zur besseren Deckung der Bedürfnisse der Bevölkerung die Leichtindustrie zu fördern. Kim Il-sung begegnete dieser Herausforderung damit, dass er, unterstützt von O Chin-u,[12] auf dem 15. Plenum des 4. Zentralkomitees im Mai 1967 die Mitglieder der Kapsan-Gruppe aus der Partei ausschließen und in Lager verbringen ließ. Kims Rolle war hierbei die Leitung der Untersuchungen gegen die Kapsan-Faktion, wenngleich er erst 26 Jahre alt war. Nach diesen Maßnahmen war Kim Il-sungs Regime stabil, und es gab niemanden, der seine Macht angriff. Der Kult um Kim intensivierte sich nach dem Vorbild des Kultes um Mao Zedong, der zeitgleich in China mit der Kulturrevolution am Höhepunkt war. Kim Yŏng-ju entwickelte die zehn Prinzipien des monolithischen ideologischen Systems, auf dem das Regime in den folgenden Jahren basierte.[13]

Im September 1967 wurde Kim Jong-il zum Chef der Sektion Führung für Kunst und Kultur der Propagandaabteilung des Zentralkomitees befördert. Zwei Jahre später wurde er stellvertretender Vorsitzender der Propagandaabteilung. In dieser Rolle stärkte er den Kult um seinen Vater. Er ließ Orte mit Verbindung zu Kim Il-sung und dessen Guerillakampf gegen die japanische Armee zu Wallfahrtsorten ausbauen und Ausflüge zu diesen Orten organisieren. Er forcierte Publikationen über Kim Il-sung, ließ teilweise die Familiengeschichte der Kims ändern und verlangte, dass Filme über Kim Il-sungs Zeit in der Guerilla gedreht wurden. Er ließ Produktionseinheiten für Film, Oper, Theater, Malerei und Literatur schaffen. Insbesondere glaubte er an die propagandistische Macht des Filmes – wie vor ihm beispielsweise auch Stalin und Hitler – und ließ Dokumentationen über den antijapanischen Widerstand drehen wie etwa Das Blumenmädchen. Mit diesen Produktionen erzeugte er Rührung bei allen Kriegsveteranen, vor allem seinem Vater. Kim Jong-il ließ auch eine neue nordkoreanische Form der Oper schaffen und Stücke arrangieren, die auf den Handlungen und Inhalten der Dokumentarfilme beruhten.[14]

Zum Aufstieg Kim Jong-ils in die Kronprinzenrolle seines Vaters trugen auch außenpolitische Entwicklungen bei. Im Jahre 1961 putschte das südkoreanische Militär unter Park Chung-hee, was erneut US-amerikanische Truppen in die unmittelbare Nachbarschaft Nordkoreas brachte. Kim Il-sung reagierte darauf, indem er Beistandsverträge mit der Sowjetunion und China (6. Juli bzw. 11. Juli 1961) unterzeichnete. Nach der Kubakrise, in der der sowjetische Regierungschef amerikanischem Druck nachgegeben und seine Atomraketen wieder abgezogen hatte, galt die Sowjetunion in Nordkorea als unzuverlässiger Bündnispartner. Die Entstalinisierungspolitik in Osteuropa und die Kulturrevolution in China führten bei Kim Il-sung zur Erkenntnis, sich selbst verteidigen zu müssen, und zur Formulierung der vier Militärprinzipien, wonach militärische Stärke auf Kosten der Lebensqualität der Bevölkerung anzustreben sei. Die Entstalinisierung in der Sowjetunion und der (angebliche) Putschversuch von Lin Biao gegen Mao Zedong zeigten dem alternden und kranken Kim Il-sung die Bedeutung eines loyalen Nachfolgers. Kim Yong-ju, der ursprünglich in aussichtsreichster Position für die Nachfolge Kim Il-sungs war, hatte sich 1968 wegen schwerer Krankheit zurückgezogen. Kim Song-ae hatte den Einfluss der Fraktion der Guerilla-Veteranen bedroht, war von diesen bekämpft worden und wurde im Februar 1974 entmachtet. Somit war im Jahre 1974 der Weg für Kim Jong-il an die Spitze des nordkoreanischen Staates frei. Er hatte sich loyal, ehrgeizig und fähig genug gezeigt, so dass potentielle andere Kandidaten keine Chance auf den Aufstieg hatten.[15]

Mitglied des ZK

Bei der 7. Plenartagung des ZK der PdAK vom 4. bis zum 17. September 1973 wurde Kim Jong-il zum Sekretär des ZK gewählt. Sein Onkel Kim Yŏng-ju, der zeitweise als Nachfolger Kim Il-sungs im Gespräch gewesen und der wichtigste potentielle innerfamiliäre Rivale Kim Jong-ils geblieben war, wurde bei gleicher Gelegenheit entmachtet und von Platz 6 in der Parteihierarchie auf Platz 13 herabgestuft.[16] Zudem wurde Kim Jong-il damals die Leitung der beiden wichtigsten Abteilungen übertragen: Organisation sowie Propaganda und Agitation.[16] Damit hatte er die wichtigsten „Werkzeuge“ für die Festigung seiner Position in der Hierarchie der Partei und für seinen weiteren Aufstieg zur Hand. Infolgedessen wurde er bei der 8. Plenartagung des ZK am 13. Februar 1974 zum Mitglied des Politbüros des ZK der PdAK und zum Nachfolger seines Vaters Kim Il-sung.[17]

Danach entstand um den lieben Führer ein Personenkult, der dem um seinen als Großer Führer verehrten Vater gleichkam.[18] Von 1977 bis 1979 trat Kim Jong-il nicht öffentlich in Erscheinung. Die Gründe dafür sind nicht bekannt. Einige Medien deuteten dies dahingehend, dass er in Ungnade gefallen sei.[19] Andere Untersuchungen führen sein Nichterscheinen auf Meinungsverschiedenheiten in der politischen Führung des Landes zurück: Es habe zeitweise Widerstände gegen die Begründung einer dynastischen Staatsführung gegeben.[20]

Auf dem VI. Parteitag der PdAK, der vom 10. bis zum 14. Oktober 1980 in Pjöngjang stattfand, wurde Kim Jong-il zum Mitglied des Präsidiums des Politbüros des ZK der PdAK und zum Mitglied des Zentralen Militärkomitees der PdAK gewählt sowie zum Sekretär des ZK der PdAK wiedergewählt. Im Februar 1982 wurde er Abgeordneter des nordkoreanischen Parlaments. Im Mai 1990 wurde er zum Ersten Stellvertretenden Vorsitzenden der Nationalen Verteidigungskommission Nordkoreas, am 24. Dezember 1991 zum Obersten Befehlshaber der KVA gewählt. Seit dem 9. April 1993 war er Vorsitzender der Nationalen Verteidigungskommission und übte somit das „höchste Amt im Staate“[21] aus.

Nach dem Tod seines Vaters im Jahre 1994 übernahm er dessen Stellung als faktischer Staatschef. Am 8. Oktober 1997 wurde Kim Jong-il zum Generalsekretär der PdAK gewählt.

Laut einer Meldung der nordkoreanischen Nachrichtenagentur KCNA vom 19. Dezember 2011 starb Kim Jong-il am Morgen des 17. Dezember während einer dienstlichen Zugfahrt an einem Herzinfarkt.[22] An den genauen Umständen seines Todes im Zug, der als Teil der nordkoreanischen Propaganda um den Personenkult angesehen wird, bestehen Zweifel. Sein gepanzerter Zug soll laut Auswertungen von Satellitenbildern des südkoreanischen Geheimdienstes die Hauptstadt Pjöngjang nicht verlassen haben. Auch die verspätete Todesmeldung wird als Indiz dafür angesehen.[23] Sein Leichnam wurde, wie auch der seines Vaters Kim Il-sung, in einem Glassarg im Kumsusan-Palast aufgebahrt. Anlässlich seines Todes wurde eine elftägige Staatstrauer angeordnet, während der auch die Geschäfte geschlossen bleiben mussten. Bei öffentlichen Trauerfeiern in Pjöngjang fanden sich Zehntausende weinende Menschen zusammen.[24] Zu den Trauerfeierlichkeiten marschierten etwa 100.000 Menschen nach einer 40 Kilometer langen Prozession auf den Kim-Il-sung-Platz.[25]

Politik

Innenpolitik

Kim Jong-ils Macht stützte sich vor allem auf die KVA, weshalb er in westlichen Medien auch manchmal als „Militärmachthaber“ bezeichnet wurde. Nordkorea ist mit etwa 1,1 Millionen Soldaten das Land mit dem, bezogen auf die Einwohnerzahl von 24 Millionen Menschen, weltweit größten Militärapparat.[26] Die besondere Beziehung der Staats- und Parteiführung zum Militär zeigt sich in der Sŏn’gun-Politik, die der Verteidigungsbereitschaft höchste Priorität einräumt.

Atomare Aufrüstung

→ Hauptartikel: Nordkoreanisches Kernwaffenprogramm

Im Unterschied zu seinem Vater, der mit seiner Chuch’e-Ideologie eine Autarkie Nordkoreas anstrebte, verfolgte Kim Jong-il während seiner Diktatur zusätzlich die Sŏn’gun-Ideologie: das Militär zuerst.[27] Gestützt auf das Militär und Sŏn’gun setzte Kim alles daran, sein Land atomar aufzurüsten. Unter seiner Regie wurden die nordkoreanischen Streitkräfte nominell zur viertgrößten Armee der Welt; 2006 ließ Kim die erste Atombombe des Landes zünden,[28] 2009 folgte eine zweite Zündung. Unter seinem Sohn Kim Jong-un wurde diese Politik fortgeführt, und 2013 erfolgte ein dritter Kernwaffentest, welcher zur Nordkorea-Krise 2013 führte.

Menschenrechtsverletzungen

→ Hauptartikel: Menschenrechtssituation in Nordkorea

Kim Jong-il wurden zahlreiche Menschenrechtsverletzungen vorgeworfen. Im Mai 2011 berichtete Amnesty International, dass etwa 200.000 Menschen unter „schrecklichen Bedingungen“ in „unmenschlichen“ Straflagern für politische Gefangene gefangen gehalten werden, und rief Kim Jong-il auf, die Lager sofort zu schließen. Die Bedingungen in den nordkoreanischen Lagern seien die schlimmsten, die die Organisation in den vergangenen 50 Jahren dokumentiert habe. Nordkorea bestreitet die Existenz der Lager.[29]

Ein Bericht der Vereinten Nationen warf Kim Jong-il im Jahr 2009 eine „grausame und unterdrückerische Herrschaft“ und „massive Menschenrechtsverletzungen“ vor, unter der Millionen Nordkoreaner leiden, die ausgebeutet, verfolgt und diskriminiert würden. Dem Bericht gemäß sichert Kim Jong-il „seine Schreckensherrschaft … mit Sippenhaft, mit Folter und öffentlichen Hinrichtungen, obwohl Nordkorea kürzlich die Wahrung der Menschenrechte in seine Verfassung aufgenommen habe …“ Nordkorea bezeichnete den Bericht als „ein mit Lügen gespicktes Dokument politischer Verzerrung und Verschwörung“.[30] Im gleichen Jahr bereitete ein Zusammenschluss verschiedener südkoreanischer Menschenrechtsorganisationen eine Anklage gegen Kim Jong-il wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit vor dem Internationalen Gerichtshof vor.[31]

Außenpolitik

Kim Jong-il mit dem damaligen russischen Präsidenten Dmitri Medwedew bei seinem Besuch Russlands im August 2011

Kim Jong-il bemühte sich außenpolitisch vor allem um die Aufrechterhaltung der guten Beziehungen zur VR China und zu Russland.

Anfang Juni 2000 und im folgenden Jahr reiste Kim Jong-il mit einem gepanzerten Zug in die VR China, 2001 außerdem nach Russland. Im April 2004 reiste er erneut in die VR China. Nach Medienberichten hielt er sich dort zu Beratungen auf, deren Gegenstand der Atomstreit seines Landes mit den Vereinigten Staaten und anderen Staaten sowie Wirtschaftsreformen waren. Vom 10. bis zum 18. Januar 2006 sowie vom 3. bis zum 7. Mai 2010 hielt er sich zu inoffiziellen Staatsbesuchen erneut in der VR China auf.

Ein erneuter, mehrtägiger Besuch Kim Jong-ils in Peking fand beginnend am 27. August 2010 statt.[32] Diesmal reiste er den Angaben zufolge zusammen mit seinem jüngsten Sohn und Nachfolger als nordkoreanischer Machthaber, Kim Jong-un. Der Besuch sollte dazu dienen, um Chinas Unterstützung für die Machtübergabe an seinen Sohn zu werben.[33] Auch dieser Besuch wurde erst im Nachhinein offiziell bestätigt.

Mögliche Verantwortung für Terroranschläge

Kim Jong-il wird verdächtigt, für die Organisation zweier Terroranschläge verantwortlich zu sein:[34]

  • 1983 soll er ein Attentat auf den südkoreanischen Militärdiktator Chun Doo-hwan veranlasst haben, bei dem in Burmas Hauptstadt Rangun mehrere südkoreanische Minister starben.[35]
  • Am 29. November 1987 explodierte der Korean-Airlines-Flug 858 über der Andamanensee, wobei alle 115 Insassen ums Leben kamen. Die Attentäterin, die nordkoreanische Geheimagentin Kim Hyon-hui, sagte in ihrem Geständnis aus, sie habe die Bombe auf Weisung Kim Jong-ils an Bord geschmuggelt.[36]

Im Jahr 2010 wurden auf WikiLeaks mehr als 90.000 als geheim eingestufte Dokumente aus dem Afghanistan-Krieg freigegeben. In einigen dieser Dokumente berichten US-Agenten von Waffendeals zwischen Nordkorea und den Taliban.

Privates

Offizielles Porträt von Kim Jong-il (2011). Es wurde postum veröffentlicht und zeigt den Diktator stark geschönt im Sinne der nordkoreanischen Propaganda.

Aufwändiger Lebensstil

Kim Jong-il soll trotz der Armut in seinem Land einen aufwändigen Lebensstil gepflegt haben.[37] Dazu standen ihm etwa ein Dutzend luxuriöser Residenzen zur privaten Nutzung zur Verfügung.[38] Andererseits gelten weite Teile der Berichte über den Lebensstil von Kim Jong-il inzwischen als übertrieben und womöglich vom südkoreanischen Geheimdienst in Umlauf gebracht.[39]

Gesundheit

Kim Jong-il soll herzkrank gewesen sein und an Diabetes gelitten haben.[40] Bei öffentlichen Auftritten im Jahr 2009 wirkte er stark abgemagert. Es hieß, er sei unheilbar an Bauchspeicheldrüsenkrebs erkrankt und habe noch eine Lebenserwartung von maximal fünf Jahren.[41]

Gegenteiliges war 2010 im Magazin Der Spiegel zu lesen:

„Eine Geschäftsfrau – so mächtig, dass sie die Nordkoreaner nicht fürchten muss – konnte gar den ersten Mann im Polizeistaat besuchen: Kim Jong-il empfing sie kürzlich in seiner Gästevilla am Berg Myohyang. Die Frau erlebte den Diktator ‚bei guter Gesundheit und Laune‘, notierten die US-Aushorcher. Kim habe, so scheine es zumindest, ‚alles unter Kontrolle‘ und ‚detailorientiert, charismatisch und gedächtnisstark‘ gewirkt.“[42]

Kurz vor seinem Tod verdichteten sich wieder die Vermutungen einer schweren Erkrankung. Die nordkoreanischen Staatsmedien schwiegen jedoch zu diesem Thema. Analysten sahen Anzeichen für einen schlechten Gesundheitszustand besonders darin, dass inzwischen mit Vorbereitungen für eine Machtübergabe an Kim Jong-un begonnen wurde.[43] So zeigten sich Vater und Sohn gemeinsam bei der Abnahme einer Militärparade anlässlich des 63. Jahrestages der Gründung Nordkoreas.[44]

Familie

Kim Jong-il entstammte der nordkoreanischen Kim-Dynastie. Er war viermal verheiratet und hatte fünf eheliche Kinder. Zu seiner ersten Ehe soll er von seinem Vater Kim Il-sung gezwungen worden sein, während er bereits heimlich mit seiner späteren zweiten Ehefrau zusammenlebte.[45]

Mit seiner ersten Ehefrau Kim Yong-suk, die einst seine Kommilitonin war, hatte er die Tochter Kim Sol-song (* 1974).[46]

Mit seiner zweiten Ehefrau Song Hye-rim zeugte er seinen ältesten Sohn Kim Jong-nam (1971–2017).[47] Song Hye-rim starb 2002 in Moskau.[48]

Seine dritte Ehefrau, die ehemalige Tänzerin Ko Yong-hi (1953–2004), gebar drei weitere Kinder: die Söhne Kim Jong-chol (* 1981) und Kim Jong-un (* 1984)[49] sowie die Tochter Kim Yo-jong (* 1987). Kim Jong-un ist, obwohl ohne militärische Ausbildung,[27] seit dem Herbst 2010 Vier-Sterne-General der KVA, Mitglied des ZK und Vizevorsitzender der Zentralen Militärkommission der PdAK; nach dem Tod seines Vaters wurde er dessen Nachfolger als nordkoreanischer Machthaber.

Die langjährige Sekretärin Kim Ok (* 1964) war seine vierte Ehefrau.[47]

Stammbaum[50][51]
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Kim Bo-hyon
1871–1955
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Kim Hyong-jik
1894–1926
 
Kang Pan-sok
1892–1932
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Kim Jong-suk
1917–1949
 
Kim Il-sung
1912–1994
 
Kim Song-ae
1924–2014
 
Kim Yŏng-ju
1920–2021
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Kim Young-sook
* 1947
 
 
Song Hye-rim
1937–2002
 
Kim Jong-il
1941[52]–2011
 
Ko Yong-hi
ca. 1952–2004
 
Kim Ok
* 1964
 
Kim Kyŏng-hŭi
* 1946
 
Jang Song-thaek
1946–2013
 
Kim Pyong-il
* 1954
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Kim Sol-song
* 1974
 
Kim Jong-nam
1971–2017
 
Kim Jong-chol
* 1981
 
Kim Jong-un
* 1984[53]
 
Ri Sol-ju
* 1989
 
Kim Yo-jong
* 1987
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Kim Han-sol
* 1995
 
 
 
 
 
 
 
Kim Ju-ae
* ca. 2012
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

Legendenbildung und Rezeption

Statuen von Kim Jong-Il (rechts) und Kim Il-Sung am Großmonument Mansudae

Nach ihm wurde die Blume Kimjongilia benannt. Sein Geburtstag ist Nationalfeiertag in Nordkorea und wird jährlich als Tag des strahlenden Sterns begangen.[54]

Im Westen war der Blog Kim Jong-il Looking at Things erfolgreich, das in satirischer Absicht Propagandabilder Kims veröffentlichte.

Im Februar 2015 wurde am Parteisitz der tschechischen Kommunisten die Ausstellung „Zum Tag des strahlenden Sterns“ gezeigt. Der KSCM-Vorsitzende sagte, die Führung in Pjöngjang habe „viel für das Volk getan“. Ein konservativer Politiker kritisierte die Intention der Ausstellung und bezeichnete Kim Jong-il als „Massenmörder und Diktator“.[55]

Daneben gab es einige Parodien über Kim Jong Il im Film und Fernsehen: Innerhalb der Fernsehsendung MadTV gab es die Kim Jong Il Show. Dabei wurde der Diktator von Bobby Lee verkörpert. Sprite produzierte im Jahr 2011 für den israelischen Markt eine Werbung, die stark an den nordkoreanischen Machthaber erinnert. Auch eine Art Werbeclip war das „E-Harmony Ad“, in dem Kim seine vermeintlich perfekte Liebe gefunden hat. In den sogenannten Outtakes kritisiert der Machthaber seine Liebste, um sie im Anschluss zu erschießen. Im Film Team America: World Police sang die Kim-Jong-Il-Marionette das Lied I’m So Ronery.[56] Zudem wird zu Beginn von Sacha Baron Cohens Film Der Diktator ein Bild von Kim Jong-il mit der Überschrift In stillem Gedenken an Kim Jong-il eingeblendet.

Die Graphic Novel Madame Choi und die Monster (Zeichnungen: Sheree Domingo, Szenario: Patrick Spät) befasst sich mit Nordkorea und Kim Jong-il. Dabei geht es insbesondere um die von Kim Jong-il 1978 angeordnete Entführung der Schauspielerin Choi Eun-hee und ihres Ex-Mannes, dem Regisseur Shin Sang-ok.[57]

Die Schriften Kims

Kim Jong-il veröffentlichte nach nordkoreanischen Angaben 890 Werke während des Zeitraums vom Juni 1964 bis Juni 1994.[58] Laut der nordkoreanischen Nachrichtenagentur KCNA erschienen von 1964 bis 2001 550 Werke.[59] Im Jahr 2001 wurde bekannt, dass der Verlag der PdAK mindestens 120 Werke Kim Jong-ils veröffentlicht hat.[60]

2009 stellte die KCNA die Zahlen wie folgt dar: „Mindestens 354.000 Exemplare von Kim Jong-ils Werken wurden in fast 70 Sprachen übersetzt und wurden im neuen Jahrhundert in etwa 80 Ländern gedruckt. Im Jahr 2006 gab es mehr als 500 Aktivitäten zum Studium und Vertrieb der Werke in mindestens 120 Ländern und Regionen. Im darauffolgenden Jahr wurden insgesamt mehr als 600 Veranstaltungen unterschiedlicher Form in mindestens 130 Ländern und Regionen gehalten. Und 2008 fanden mindestens 3.000 Aktivitäten in über 150 Ländern und Regionen zum gleichen Zweck statt.“[61]

Die Sammlung Ausgewählte Werke, deren Veröffentlichung nach dem Tod Kims weiterging, läuft bis zum Band 24 in koreanischer Sprache[62] und bis zum Band 15 in deutscher Sprache.[63] Band 3 bis 8 wurden nie auf Deutsch veröffentlicht.[64]

In seinen Jugend- und Studentenjahren schrieb Kim Jong-il Gedichte – insbesondere Dir, Korea, will ich zu Ruhm verhelfen.[65] Kim Jong-il schrieb auch Liedtexte.[66] Mit der Abhandlung Über die Filmkunst aus dem Jahr 1973 verfasste er seine erste große literarische Arbeit.[67]

Werkausgaben von Kim Jong-il

Im Verlag für fremdsprachige Literatur (Pjöngjang) sind die beiden folgenden deutschsprachigen Werkausgaben erschienen.

  • Kim Dschong Il: Für die Vollendung des revolutionären Dschutsche-Werkes. Band 1. 1990.
  • Kim Jong Il: Ausgewählte Werke.[68]
    • Bände 1–2: 1992 / 1995
    • Bände 9–15: 1997 / 1999 / 2003 / 2008 / 2009 / 2010 / 2011

Auszeichnungen

Auszeichnungen Nordkoreas

  • „Kim-Il-sung“-Preis (Februar 1973, posthum im März 2012)[69]
  • „Held der Demokratischen Volksrepublik Korea“[69] (1975, 1982, 1992, posthum am 19. Dezember 2011[70])
  • „Kim-Il-sung“-Orden (1978, 1982, 1992, posthum 2012)[69]
  • „Marschall der Demokratischen Volksrepublik Korea“[21] (20. April 1992)
  • „Generalissimus der Demokratischen Volksrepublik Korea“ (posthum am 14. Februar 2012)[71]

Titel innerhalb Nordkoreas

→ Hauptartikel: Liste der Titel und Anreden von Kim Jong-il innerhalb von Nordkorea

Ausländische Ehrenbürgerwürden

Peru

  • Stadt Lima (4. Februar 1997)[72]
    • Distrikt Madalena del Mar der Stadt Lima (30. April 2004)[73]
  • Stadt Piura (4. Juli 1997)[74]
  • Stadt Huancayo (29. August 1997)[75]
  • Stadt Tumbes (8. Dezember 1997)[76]
  • Distrikt San Luis in Lima (31. Dezember 1997)[77]
  • Stadt Arequipa (3. Januar 1998)[78]
  • Stadt Coishco in der Region Ancash (8. Februar 1998)[79]
  • Stadt Huacho (26. November 1999)[80]
  • Stadt Comas (3. Oktober 2000)[81]
  • Distrikt Lince der Provinz Lima (Februar 2003)[82]
  • Distrikt Pampas der Provinz Tayacaja der Region Huancavelica (18. März 2009)[83]
  • Distrikt Ancón der Provinz Lima (17. Oktober 2011)[84]

Ecuador

  • Provinz Cañar (November 2002)[85]
  • Stadt Loja (15. April 2004)[86]
  • Stadt Guaranda der Provinz Bolívar (3. Januar 2008)[87]
  • Provinz Los Rios (14. August 2008)[88]
  • Provinz Cotopaxi (2009)[89]
  • Stadt San Miguel de Ibarra in der Provinz Imbabura (16. Februar 2010)[90]
  • Eine Stadt der Provinz Bolivar (April 2011)[91]
  • Stadt Caluma der Provinz Bolívar (posthum am 20. Januar 2012)[92]

Mexiko

  • Stadt Nezahualcóyotl (9. Juli 2003)[93]
  • Stadt Chiautempan des Bundesstaates Tlaxcala (3. August 2003)[94]
  • Stadt Izucar de Matamoros des Bundesstaates Puebla (3. Dezember 2003)[95]
  • Stadt Rafael Lara Grajales des Bundesstaates Puebla (9. April 2004)[96]

Nigeria

  • Stadt Gusau des Bundesstaates Zamfara (3. Februar 2012)[97]
  • Stadt Damaturu des Bundesstaates Yobe (9. Februar 2012)[98]

Weitere Länder

  • Stadt Santiago de Cali in Kolumbien (Februar 1997)[99]
  • Stadt Linden in Guyana (3. Oktober 2000)[100]

Literatur

  • Michael Breen: Kim Jong Il. Nordkoreas „Geliebter Führer“. Europäische Verlagsanstalt, Hamburg 2004, ISBN 3-434-50585-7.
  • Adrian Buzo: The Guerilla Dynasty. Politics And Leadership in North Korea. I.B. Tauris & Co, New York 1999, ISBN 1-86064-415-5.
  • Dae-Sook Suh und Chae-Jin Lee (Hrsg.): North Korea after Kim Il Sung. Lynne Rienner Publishers, Boulder 1998, ISBN 1-55587-763-X.
  • Константин Пуликовский: Восточной экспресс. По России с Ким Чен Иром. Москва: Городец-издат, 2002, ISBN 5-9258-0060-5 (Konstantin Pulikovsky: Ost-Express. Durch Russland mit Kim Jong Il. Gorodets, Moskau 2002 (russisch).)
  • John Feffer: Nordkorea und die USA. Die amerikanischen Interessen auf der koreanischen Halbinsel. Hugendubel, München/Kreuzlingen 2004, ISBN 3-7205-2484-1.
  • Malte Herwig: Der große Diktator. Kims Kino. In: Zeit Magazin. 23. Dezember 2008.
  • Jung Chang Hyun: Kim Jong Il of North Korea. Joongangbooks, Seoul 2009, ISBN 978-89-6188-797-7.
  • Peter Scholl-Latour: Koloß auf tönernen Füßen. Amerikas Spagat zwischen Nordkorea und Irak. Ullstein-Verlag, Berlin 2006, ISBN 3-548-36890-5.
  • Jasper Becker: Kim Jong Il and the Looming Threat of North Korea. Oxford University Press, New York 2005, ISBN 0-19-517044-X.
  • Marcus Noland: Korea after Kim Jong-il. Institute for International Economics, Washington 2004, ISBN 0-88132-373-X.
  • Kim Jong Il. Biographischer Abriss. Verlag für Fremdsprachige Literatur, Pyongyang 2001, ohne ISBN.
  • Kim Jong Il: Applichiamo a fondo le raccomandzioni del compagno Kim Il Sung grande leader sulla riunificaione della patria. Democrazia Popolare, Roma 2002, ohne ISBN.

Weblinks

Commons: Kim Jong-il – Sammlung von Bildern
 Wikinews: Kategorie:Kim Jong Il – in den Nachrichten
  • Literatur von und über Kim Jong-il im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
  • DailyNK – Nachrichten über Kim Jong-il aus Südkorea (englisch)
  • Naenara – Offizielle nordkoreanische Verlautbarungen über Kim Jong-ils Aktivitäten (Memento vom 3. Juli 2011 im Internet Archive)
  • Philipp Wittrock: Der „Geliebte Führer“ schindet sein Volk.
  • Jasper Becker: Der Schlächter von Pjöngjang.
  • Jutta Lietsch: Kim Jong-ils Geburtstag: Nordkoreas Sonne ist unsterblich.

Schriften Kim Jong-ils in deutscher Übersetzung (1974–2003)

  • Einige Probleme zum Verständnis der Juche-Philosophie. Nach einem Gespräch mit Parteipropagandisten (2. April 1974)
  • Über die Weiterentwicklung des Bildungswesens. Brief an die Teilnehmer der Landeskonferenz der aktiven Mitarbeiter des Bildungswesens (22. Juli 1984), OCLC 74913425.
  • Über die Schauspielkunst. Gespräch mit Funktionären im Bereich Literatur und Kunst (20. April 1988) (PDF; 560 kB)
  • Über die Filmkunst. Verlag für fremdsprachige Literatur, Pjöngjang 1989.[101]
  • Der Sozialismus unseres Landes ist der Sozialismus unserer Prägung, in dem die Juche-Ideologie durchgesetzt ist. Rede vor verantwortlichen Funktionären des ZK der PdAK (27. Dezember 1990) (PDF; 138 kB)
  • Unser Sozialismus, in dem die Volksmassen im Mittelpunkt stehen, ist unbesiegbar. Gespräch mit verantwortlichen Funktionären des ZK der PdAK (5. Mai 1991) Download Nr. 29
  • Über die Musikkunst (17. Juli 1991) (PDF; 525 kB)
  • Die Partei der Arbeit Koreas – die Partei des großen Führers Genossen Kim Il Sung (2. Oktober 1995) Download Nr. 40
  • Zum richtigen Verständnis des Nationalismus. Gespräch mit verantwortlichen Funktionären des ZK der PdAK (26. und 28. Februar 2002) (PDF; 46 kB)
  • Die Linie der Songun-Revolution – eine große revolutionäre Linie unseres Zeitalters und das stets siegreiche Banner unserer Revolution. Gespräch mit verantwortlichen Funktionären des ZK der PdAK (29. Januar 2003) Download Nr. 20

Anmerkungen

  1. ↑ Kim Jong-il wurde entweder im Woroschilow-Lager bei Nikolsk oder im Lager Wjatskoje im Kreis Chabarowsk geboren. Siehe dazu auch den Abschnitt Kindheit und Jugend.

Einzelnachweise

  1. ↑ Naenara: Lebensabriss des Führers Kim Jong Il. Abgerufen am 1. Februar 2015.
  2. ↑ Kim Jong-il declared eternal. In: dw.com. 11. April 2012, abgerufen am 18. Februar 2024 (englisch). 
  3. ↑ Christopher Richardson: Hagiography of the Kims and the childhood of saints. In: Adam Cathcart, Robert Winstanley-Chesters, Christopher K. Green (Hrsg.): Change and Continuity in North Korean Politics. Routledge, London / New York 2017, ISBN 978-1-134-81104-5, S. 121. 
  4. ↑ a b Lim Jae-Cheon: Kim Jong Il's leadership of North Korea. 1. Auflage. Routledge, London 2009, ISBN 978-0-203-88472-0, S. 9–10. 
  5. ↑ Nordkorea: Kim Jong Il ist tot. In: Spiegel Online. 19. Dezember 2011, abgerufen am 19. Dezember 2011. 
  6. ↑ Lim Jae-Cheon: Kim Jong Il's leadership of North Korea. 1. Auflage. Routledge, London 2009, ISBN 978-0-203-88472-0, S. 23–26. 
  7. ↑ Lim Jae-Cheon: Kim Jong Il's leadership of North Korea. 1. Auflage. Routledge, London 2009, ISBN 978-0-203-88472-0, S. 27–30, 33. 
  8. ↑ a b Lim Jae-Cheon: Kim Jong Il's leadership of North Korea. 1. Auflage. Routledge, London 2009, ISBN 978-0-203-88472-0, S. 31–35. 
  9. ↑ AFP, dpa: Nordkorea: Kim Jong Il, der ferne Unbekannte. In: Die Zeit. 19. Dezember 2011, abgerufen am 19. Dezember 2011. 
  10. ↑ Daniel Gomà: El nacimiento de la Dinastía Roja: La instauración de la sucesión hereditaria en Corea del Norte (1970–1974). In: Historia Contemporánea. ISSN 1130-2402, Nr. 62 (2020), S. 159–186, hier S. 168.
  11. ↑ Lim Jae-Cheon: Kim Jong Il's leadership of North Korea. 1. Auflage. Routledge, London 2009, ISBN 978-0-203-88472-0, S. 36–37. 
  12. ↑ Daniel Gomà: El nacimiento de la Dinastía Roja: La instauración de la sucesión hereditaria en Corea del Norte (1970–1974). In: Historia Contemporánea. ISSN 1130-2402, Nr. 62 (2020), S. 159–186, hier S. 169.
  13. ↑ Lim Jae-Cheon: Kim Jong Il's leadership of North Korea. 1. Auflage. Routledge, London 2009, ISBN 978-0-203-88472-0, S. 38–41. 
  14. ↑ Lim Jae-Cheon: Kim Jong Il's leadership of North Korea. 1. Auflage. Routledge, London 2009, ISBN 978-0-203-88472-0, S. 42–46. 
  15. ↑ Lim Jae-Cheon: Kim Jong Il's leadership of North Korea. 1. Auflage. Routledge, London 2009, ISBN 978-0-203-88472-0, S. 46–57. 
  16. ↑ a b Daniel Gomà: El nacimiento de la Dinastía Roja: La instauración de la sucesión hereditaria en Corea del Norte (1970–1974). In: Historia Contemporánea. Nr. 62 (2020), S. 159–186, hier S. 179.
  17. ↑ Daniel Gomà: El nacimiento de la Dinastía Roja: La instauración de la sucesión hereditaria en Corea del Norte (1970–1974). In: Historia Contemporánea. Nr. 62 (2020), S. 159–186, hier S. 180.
  18. ↑ Der Spiegel, Ausgabe 32/1988, S. 157.
  19. ↑ Der Spiegel, Ausgabe 40/1980, S. 284.
  20. ↑ Buzo: The Guerilla Dynasty, S. 87.
  21. ↑ a b KCNA, 16. Februar 2002: Kurze Lebensbeschreibung Kim Jong-ils (englisch) (Memento vom 12. Oktober 2014 im Internet Archive)
  22. ↑ Nordkoreas Staatschef Kim Jong-il gestorben. Auf: DiePresse.com am 19. Dezember 2011.
  23. ↑ Asienspiegel: Wo starb Kim Jong-il wirklich? (Memento vom 13. Januar 2012 im Internet Archive), 22. Dezember 2011.
  24. ↑ Wie ich (fast) um Kim Jong Il trauerte spiegel-online vom 20. Dezember 2011.
  25. ↑ Der nächste Kim wird „Oberster Führer“ (Memento vom 7. Januar 2012 im Internet Archive) tagesschau.de vom 29. Dezember 2011.
  26. ↑ globalisierung-fakten.de
  27. ↑ a b Wochenzeitschrift Der Spiegel, Nr. 15, 8. April 2013: Leitartikel: Der Feind der Welt. Nordkoreas unberechenbarer Diktator Kim Jong Un droht mit einem Atomkrieg. Die USA bringen eine mächte Flotte in Stellung – eine falsche Bewegung könnte eine verheerende Kettenreaktion auslösen. S. 86 ff.
  28. ↑ Wochenzeitschrift Der Spiegel, Nr. 15, 8. April 2013: „Das Militär zuerst“. Wie die Kim-Dynastie ihr Reich sichert. S. 91.
  29. ↑ ffr/dpa/AFP: Amnesty-Bericht: Hilferuf aus Nordkoreas Horrorknästen. In: Spiegel Online. 4. Mai 2011, abgerufen am 19. Dezember 2011. 
  30. ↑ kgp/dpa/AP/AFP: Nordkorea: Uno prangert Kim Jong-ils Grausamkeiten an. In: Spiegel Online. 23. Oktober 2009, abgerufen am 19. Dezember 2011. 
  31. ↑ Daein Kang: Kim Jong-il vor den Internationalen Gerichtshof! In: Daily NK. 24. Juli 2009, abgerufen am 19. Dezember 2011 (englisch). 
  32. ↑ Sonderzug aus Nordkorea: Kim besucht China
  33. ↑ Geheimbesuch: Kim Jong Il verlängert Visite in China
  34. ↑ Der Spiegel, Ausgabe 29/1994, S. 119.
  35. ↑ Der Spiegel, Ausgabe 7/2005, S. 108.
  36. ↑ Der Spiegel: Südkorea: Einsames Jahr, Ausgabe 16/1988, S. 194.
  37. ↑ Der Führer in seinem Labyrinth (englisch)
  38. ↑ Die Paläste von Pjöngjang auf Google Earth (englisch)
  39. ↑ GlobalSecurity (englisch)
  40. ↑ Nordkoreas Militärmachthaber: Geheimdienste rätseln über Krankheit von Kim Jong-il
  41. ↑ Bauchspeicheldrüse: Kim Jong-il soll schwer krebskrank sein
  42. ↑ US-Einblicke in Nordkorea: Im Reich des Kettenrauchers
  43. ↑ Vgl. Colin Dürkop und Min-Il Yeo, „Ein Nordkorea nach Kim Jong Il. Politische und Gesellschaftliche Perspektiven vor dem erwarteten Machtwechsel“, KAS-Auslandsinformationen 08/2011, Berlin 2011, S. 73–105, hier: S. 76–79.
  44. ↑ Vgl. Spiegel online, "Nordkoreanische Militärparade: Kim Jong Il zeigt sich seinem Volk, [14. September 2011].
  45. ↑ Kim Jong-ils neue Ehe- und Nachfolgepläne. In: Vantage Point. August 2006, Vol. 29, No. 8 (englisch)
  46. ↑ Nach Kim Jong-il (Memento vom 26. März 2007 im Internet Archive) (englisch)
  47. ↑ a b Nordkorea: Kim Jong-il heiratet seine Sekretärin
  48. ↑ Nordkoreas Machthaber Kim: Clan des Grauens
  49. ↑ Nordkoreas Diktator: Kim Jong Uns Tante lebt heimlich in den USA. In: Spiegel Online. 28. Mai 2016, abgerufen am 9. Juni 2018. 
  50. ↑ Kan Huss, Clay Frost: North Korea's First Family: Mapping the personal and political drama of the Kim clan. msnbc.com, abgerufen am 20. Januar 2013. 
  51. ↑ Yan Holly: The world's most mysterious family tree: Kim Jong Un's secretive dynasty is full of drama, death. CNN, 16. Februar 2017, abgerufen am 16. Februar 2017. 
  52. ↑ Laut offizieller Biografie wurde er 1942 geboren.
  53. ↑ Laut offizieller Biografie wurde er 1982 geboren.
  54. ↑ Kim Jong-il's birthday renamed 'Day of the Shining Star'. guardian.co.uk, 16. Februar 2012 (englisch).
  55. ↑ Kritik an Nordkorea-Huldigung von Tschechiens Kommunisten. In: newsv2.orf.at. 12. Februar 2015, abgerufen am 15. März 2024. 
  56. ↑ Kim Jong Il's Death: 5 Memorable Parodies of the North Korean Dictator (Video). In: Hollywood Reporter. 19. Dezember 2011, abgerufen am 20. März 2016 (englisch). 
  57. ↑ Madame Choi und die Monster, Edition Moderne, Zürich 2022. Abgerufen am 14. März 2023. 
  58. ↑ 1. A Great Thinker and Theoretician. In: naenara.com.kp. Mai 2008, archiviert vom Original (nicht mehr online verfügbar) am 21. Februar 2016; abgerufen am 11. Dezember 2015. 
  59. ↑ Over 530 works of Kim Jong Il published. KCNA, 8. Juni 2001, archiviert vom Original (nicht mehr online verfügbar) am 12. Oktober 2014; abgerufen am 6. Mai 2016. 
  60. ↑ Over 120 works of Kim Jong Il brought out. In: web.archive.org. KCNA, 26. Dezember 2000, archiviert vom Original (nicht mehr online verfügbar) am 12. Oktober 2014; abgerufen am 29. Februar 2016. 
  61. ↑ Kim Jong Il Authors Lots of Works. KCNA, 25. August 2009, archiviert vom Original (nicht mehr online verfügbar) am 12. Oktober 2014; abgerufen am 6. Mai 2016. 
  62. ↑ 'Selected Works of Kim Jong Il' (Enlarged Edition) Vol. 24 Off Press. KCNA, 22. November 2014, abgerufen am 6. März 2016. 
  63. ↑ Korea Publications Exchange Association catalogue. Korea Publications Exchange Association, 2015, S. 27 (archive.org [PDF; abgerufen am 21. September 2017]). 
  64. ↑ Selected Works. In: north-korea-books.com. Archiviert vom Original (nicht mehr online verfügbar) am 30. April 2016; abgerufen am 6. Mai 2016. 
  65. ↑ 23. Leader Kim Jong Il, genius of literature and art. In: naenara.com.kp. März 2010, archiviert vom Original (nicht mehr online verfügbar) am 21. Februar 2016; abgerufen am 11. Dezember 2015. 
  66. ↑ Song lyrics by Kim Jong Il. In: naenara.com.kp. Archiviert vom Original (nicht mehr online verfügbar) am 21. Februar 2016; abgerufen am 11. Februar 2016. 
  67. ↑ Jae-Cheon Lim: Leader Symbols and Personality Cult in North Korea: The Leader State. Routledge, 2015, ISBN 978-1-317-56741-7, S. 28 (google.com). 
  68. ↑ Katalog der Korea Publications Exchange Association (Memento vom 12. April 2015 im Internet Archive)
  69. ↑ a b c Naenara: Lebensabriss des Führers Kim Jong Il
  70. ↑ Title of DPRK Hero Awarded to Kim Jong Il (Memento vom 12. Oktober 2014 im Internet Archive). Koreanische Zentrale Nachrichtenagentur vom 30. Dezember 2011 (englisch).
  71. ↑ KCNA, 15. Februar 2002: Title of Generalissimo Awarded to Kim Jong Il (englisch) (Memento vom 4. Juni 2013 im Internet Archive)
  72. ↑ KCNA, 7. Februar 1997: Ehrenbürgerwürde Limas an den Sekretär Kim Jong Il verliehen (englisch) (Memento vom 12. Oktober 2014 im Internet Archive)
  73. ↑ KCNA, 6. Mai 2004: Urkunde der Ehrenbürgerwürde für Kim Jong Il aus Peru (englisch) (Memento vom 16. Mai 2014 im Internet Archive)
  74. ↑ KCNA, 11. Juli 1997: Ehrenbürgerwürde und goldener Schlüssel für den Sekretär Kim Jong Il aus Peru (englisch) (Memento vom 12. Oktober 2014 im Internet Archive)
  75. ↑ KCNA, 8. September 1997: Peruanische Bürgerschaft an den Sekretär Kim Jong Il verliehen (englisch) (Memento vom 12. Oktober 2014 im Internet Archive)
  76. ↑ KCNA, 19. Dezember 1997: Weltehrenbürgerwürde und goldener Schlüssel an den Generalsekretär Kim Jong Il verliehen (englisch) (Memento vom 12. Oktober 2014 im Internet Archive)
  77. ↑ KCNA, 7. Januar 1998: Generalsekretär Kim Jong Il zum Ehrenbürger von Lima San Luis, Peru, ausgerufen (englisch) (Memento vom 12. Februar 2012 im Internet Archive)
  78. ↑ KCNA, 10. Februar 1998: Peruanische Ehrenbürgerwürde an den Generalsekretär Kim Jong Il (englisch) (Memento vom 12. Oktober 2014 im Internet Archive)
  79. ↑ KCNA, 14. Februar 1998: Generalsekretär Kim Jong Il als Ehrenbürger Perus eingetragen (englisch) (Memento vom 12. Oktober 2014 im Internet Archive)
  80. ↑ KCNA, 2. Dezember 1999: Kim Jong Il als Ehrenbürger Perus eingetragen (englisch) (Memento vom 12. Oktober 2014 im Internet Archive)
  81. ↑ KCNA, 10. Oktober 2000: Peruanische Ehrenbürgerwürde an Kim Jong Il verliehen (englisch) (Memento vom 14. September 2011 im Internet Archive)
  82. ↑ KCNA, 27. Februar 2003: Ehrenbürgerwürde für Kim Jong Il (englisch) (Memento vom 20. Juli 2010 im Internet Archive)
  83. ↑ KCNA, 1. April 2009: Ehrenbürgerschaft an Drei Generale vom Päktu-Gebirge verliehen (englisch) (Memento vom 12. Oktober 2014 im Internet Archive)
  84. ↑ Three Commanders of Mt. Paektu Awarded in Peru (Memento vom 12. Oktober 2014 im Internet Archive) KCNA vom 24. Oktober 2011 (englisch).
  85. ↑ KCNA, 15. November 2002: Ehrenbürgerwürde für Kim Jong Il (englisch) (Memento vom 12. Oktober 2014 im Internet Archive)
  86. ↑ KCNA, 20. April 2004: Drei Generale vom Päktu-Gebirge in Ecuador als Ehrenbürger eingetragen (englisch) (Memento vom 12. Oktober 2014 im Internet Archive)
  87. ↑ KCNA, 18. Januar 2008: Ehrenbürgerwürde und Schlüssel an Kim Jong Il von Ecuador verliehen (englisch) (Memento vom 22. August 2011 im Internet Archive)
  88. ↑ KCNA, 21. August 2008: Kim Jong Il mit Ehrentitel und Provinzschlüssel Ecuadors ausgezeichnet (englisch) (Memento vom 12. Oktober 2014 im Internet Archive)
  89. ↑ KCNA, 18. Mai 2009: April-Feiertage der DVRK begangen (englisch) (Memento vom 12. Oktober 2014 im Internet Archive)
  90. ↑ KCNA, 26. Februar 2010: Ecuadorianische Bürgerschaft an Drei Generale verliehen (englisch) (Memento vom 10. Juni 2011 im Internet Archive)
  91. ↑ KCNA, 21. April 2011: Drei Generale vom Päktu-Gebirge in Ecuador ausgezeichnet (englisch) (Memento vom 12. Oktober 2014 im Internet Archive)
  92. ↑ KCNA, 29. Januar 2012: Ecuador beschließt Drei Generale vom Päktu-Gebirge zu Ehrenbürgern zu erheben (englisch) (Memento vom 12. Oktober 2014 im Internet Archive)
  93. ↑ KCNA, 17. Juli 2003: Ehrenbürgertitel an Kim Jong Il verliehen(englisch) (Memento vom 9. Oktober 2009 im Internet Archive)
  94. ↑ KCNA, 12. August 2003: Kim Jong Il mit Ehrenbürgertitel ausgezeichnet (englisch) (Memento vom 12. Januar 2010 im Internet Archive)
  95. ↑ KCNA, 10. Dezember 2003: Ehrenbürgerwürde und Geschenk für Kim Jong Il(englisch) (Memento vom 12. Oktober 2014 im Internet Archive)
  96. ↑ KCNA, 21. April 2004: Ehrenbürgerurkunde an Kim Jong Il verliehen (englisch) (Memento vom 9. Juni 2011 im Internet Archive)
  97. ↑ KCNA, 10. Februar 2012: Kim Jong Il Ehrenbürgerwürde nigerianischer Stadt verliehen (englisch) (Memento vom 12. Mai 2012 im Internet Archive)
  98. ↑ KCNA, 15. Februar 2012: Kim Jong Il Ehrenbürgerwürde Nigerias verliehen (englisch) (Memento vom 4. April 2013 im Internet Archive)
  99. ↑ KCNA, 14. Februar 1997: Ehrenbürgerwürde für den Sekretär Kim Jong Il(englisch) (Memento vom 12. Oktober 2014 im Internet Archive)
  100. ↑ KCNA, 11. Oktober 2000: Guyanesische Ehrenbürgerwürde und Schlüssel an Kim Jong Il verliehen (englisch) (Memento vom 3. September 2011 im Internet Archive)
  101. ↑ sowiport. Abgerufen am 1. Januar 2015.
Flagge der Partei der Arbeit Koreas
Generalsekretäre des Zentralkomitees bzw. Generalsekretäre der Partei der Arbeit Koreas

Kim Il-sung | Kim Jong-il | Kim Jong-un

Anmerkung: Bei diesem Artikel wird der Familienname vor den Vornamen der Person gesetzt. Dies ist die übliche Reihenfolge im Koreanischen. Kim ist hier somit der Familienname, Jong-il ist der Vorname.
Normdaten (Person): GND: 11883536X (lobid, GND Explorer, OGND, AKS) | LCCN: nr97032952 | NDL: 00275626 | VIAF: 56628926 | Wikipedia-Personensuche
Personendaten
NAME Kim, Jong-il
ALTERNATIVNAMEN 김정일 (koreanisch, Hangeul); 金正日 (koreanisch, Hanja); Gim, Jeong-il (Revidierte Romanisierung); Kim, Chŏngil (McCune-Reischauer)
KURZBESCHREIBUNG nordkoreanischer Politiker, De-facto-Machthaber Nordkoreas
GEBURTSDATUM 16. Februar 1941 oder 16. Februar 1942
GEBURTSORT Russische SFSR, Sowjetunion
STERBEDATUM 17. Dezember 2011
STERBEORT Pjöngjang, Nordkorea



🔮 Noir24 Archiv-Hinweis

Dieser Eintrag basiert auf dem Artikel Kim Jong-il aus der freien Enzyklopädie Wikipedia. Der Text steht unter der Lizenz Creative Commons Attribution-ShareAlike 4.0 International und ist frei verfügbar.

Kapuzinergruft (Palermo)

Noir24admin Mumie 22. Juni 2026
Fotografie von Giuseppe Incorpora (1834–1914)

Die Kapuzinergruft von Palermo (italienisch Le Catacombe dei Cappuccini) ist eine weitläufige Gruftanlage unter dem Kapuzinerkloster in Palermo und mit ihren natürlichen Mumien eine der bekanntesten Grablegen der Welt. Die Ausstellung der Mumien erfolgt mit dem Ziel, die Besucher an ihre eigene Vergänglichkeit zu erinnern.

Entstehung

Blick vom Eingangsbereich durch einen Teil des Kreuzgangs zur Kapelle der hl. Rosalia

Im Jahre 1534 bauten die Kapuziner, ein erst kurz zuvor gegründeter Reformzweig der Franziskaner, vor den Toren der Stadt Palermo ihr erstes Kloster auf sizilianischem Boden. 1599 entschloss man sich, unterhalb des Hochaltars ein größeres Grabgewölbe auszuheben, weil der Raum für die wachsende Zahl der Brüder nicht mehr ausreichte. Als die Ordensbrüder hinunterstiegen, um die 40 Leichname aus der alten in die neue Gruft zu überführen, entdeckten sie, dass einige der Leichname nur wenige Anzeichen von Verwesung aufwiesen. Der Abt veranlasste, diese als Memento mori an den Wänden aufzustellen. Der älteste noch erhaltene Leichnam ist der des Bruders Silvestro da Gubbio († 1599).

Bis 1670 diente die neue Kapuzinergruft vornehmlich den Kapuzinern als Grabstätte. Im Laufe der Zeit aber nahm das Verlangen der Bevölkerung nach einer Bestattung in der Gruft des Klosters immer mehr zu. Vor allem Angehörige der palermitanischen Oberschicht wollten dort beigesetzt werden. Diesem Verlangen konnte sich der Konvent auf Dauer nicht verschließen, zumal sich darunter viele Wohltäter des Klosters befanden. Die Erlaubnis zur Bestattung in der Gruft erteilten bis 1739 das Generalkapitel und die Superioren der Kapuziner, danach die Prioren des Klosters.

Das Verlangen der besseren Kreise Palermos nach einem Begräbnis bei den Kapuzinern hielt mehr als zwei Jahrhunderte unvermindert an. Erst im Jahre 1837 verbot die Regierung diese Art der Bestattung. Es fanden zwar noch bis 1881 Bestattungen statt, allerdings mussten die Leichname in Särgen bestattet werden. Seitdem ist die Gruft unverändert. Insgesamt sind derzeit noch etwa 2063 Mumien in den Katakomben, teilweise in Särgen, vorhanden.[1]

Aufbau der Gruft

Insgesamt gibt es fünf Korridore: einen für Männer, einen für Frauen, einen Korridor der „Professionisti“ (Ärzte, Rechtsanwälte, Lehrer, Künstler, Politiker sowie Offiziere des bourbonischen und italienischen Heeres), einen für Priester und einen Korridor für die Kapuziner, außerdem zwei Nischen (je eine Nische für Jungfrauen und eine Nische für Kinder), die Kapelle der hl. Rosalia und weitere Räume. Einer davon ist einer der geöffneten „Colatoi“, in diesem befinden sich bis heute zwei getrocknete Mumien.

In der Kapelle der hl. Rosalia befand sich bis 1866 eine Holzskulptur der Schmerzensmutter, geschaffen von dem Kapuziner Br. Benedetto Valenza in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts. Die Statue wurde dann an den Eingang der Katakomben versetzt, dort befindet sie sich heute noch.

Viele Särge des Frauenganges fielen einem Bombenangriff am 11. März 1943 auf Palermo zum Opfer, bei dem die Gruft getroffen wurde. Auch bei einem Brand im Jahre 1966 wurden in diesem Bereich weitere Särge beschädigt oder vernichtet.

Bekanntere Bestattete

Rosalia Lombardo

Unter den Bestatteten sind auch einige bekanntere Persönlichkeiten, so der Schriftsteller Alessio Narbone und Don Vincenzo Agati († 3. April 1731 in Palermo), ebenso Ayala, der Sohn eines tunesischen Königs. Dieser trat später zum Katholizismus über und nahm den Namen Filippo d’Austria an († 20. September 1622). Außerdem sind die Bildhauer Filippo Pennino und Lorenzo Marabitti sowie der Medikus Salvatore Manzella in der Gruft bestattet. Im sogenannten „Priestergang“ befindet sich der Leichnam von Franco D’Agostino, eines Bischofs des byzantinischen Ritus im Ornat.

Unter den Verstorbenen in der Kapelle der hl. Rosalia befindet sich der unvergleichlich erhaltene Leichnam der fast zweijährigen Rosalia Lombardo, die am 6. Dezember 1920 an der Spanischen Grippe starb. 2009 entdeckte man ein Schriftstück, das die Mischung aus Glycerin, Formalin, Zinksulfat und weiteren Bestandteilen beschreibt,[2][3] das der mit der Mumifizierung beauftragte Alfredo Salafia verwendet hatte.

Bilder

  • Korridor der Männer
    Korridor der Männer
  • Korridor der Frauen
    Korridor der Frauen
  • Korridor der Professionisti
    Korridor der Professionisti
  • Korridor der Priester
    Korridor der Priester
  • Priester im Mai 2012
    Priester im Mai 2012
  • Korridor der Kapuziner
    Korridor der Kapuziner
  • Sarg Rosalia Lombardos im März 2011
    Sarg Rosalia Lombardos im März 2011
  • Neuer Glassarg Rosalia Lombardos im Mai 2012
    Neuer Glassarg Rosalia Lombardos im Mai 2012

Rezeption

„Drei Schädel aus der Kapuzinergruft bei Palermo“ von Lauritz Andersen Ring

Die Katakomben wurden verschiedentlich beschrieben, literarisch verarbeitet hat sie Ippolito Pindemonte mit seinem Gedicht I Sepolcri. Er besuchte die Gruft am 2. November 1777. Die Straße zwischen dem Corso Calatafimi und dem Kapuzinerkloster, zu dem die Gruft gehört, wurde nach ihm Via Ippolito Pindemonte benannt.

„Liebe und Tod“ von Calcedonio Reina

Der italienisch-französische Thriller Die Macht und ihr Preis (1976) beginnt in den Katakomben. Im Spielfilm Palermo Shooting von Regisseur Wim Wenders mit Hauptdarsteller Campino von 2008 stellt die Kapuzinergruft einen Schauplatz der Handlung dar.

Auch in der Bildenden Kunst wurde die Kapuzinergruft mehrfach rezipiert. Das Gemälde Amore e morte („Liebe und Tod“) des Malers Calcedonio Reina aus dem Jahr 1881 nutzt die sie als Hintergrund und Gegensatz für eine Liebesszene. Tre dødningehoveder fra Convento dei Cappucini ved Palermo („Drei Schädel aus der Kapuzinergruft bei Palermo“) von Lauritz Andersen Ring aus dem Jahr 1894 zeigt drei Mumien aus der Gruft. Zudem gibt es Zeichnungen, Drucke und Grafiken verschiedener Künstler, darunter Wijnand Otto Jan Nieuwenkamp.

Literatur

  • Andreas Ströbl: Die „Catacombe dei Cappuccini“ in Palermo. In: Friedhof und Denkmal. Zeitschrift für Sepulkralkultur. Bd. 52, Nr. 2, 2007, ZDB-ID 528969-5, S. 3–16.
  • Dario Piombino-Mascali: Palermos Unterwelt: Mumien in der Kapuzinergruft. In: Archäologie in Deutschland. Heft 5, 2012, S. 62–63.
  • Mark Benecke (2016) Mumien in Palermo. Lübbe, Köln, ISBN 978-3-7857-2572-6
  • Kristina Baumjohann, Mark Benecke (2019) Insect Traces and the Mummies of Palermo — a Status Report. Entomologie heute 31: 73—93 (Bericht als .pdf)

Weblinks

Commons: Kapuzinergruft (Palermo) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
  • Website über die Gruft (italienisch)

Einzelnachweise

  1. ↑ Mumien-Forscher: „Das ist ein Friedhof, keine Horrorshow“ in: Mumien-Forscher: „Das ist ein Friedhof, keine Horrorshow“ (Memento vom 12. Februar 2013 im Internet Archive) In: Westdeutsche Zeitung vom 11. August 2012
  2. ↑ Angelika Franz: Einbalsamierung: Forscher lösen Rätsel der makellosen Mumie. Auf: spiegel.de (spiegel-online → Wissenschaft) vom 11. Mai 2009.
  3. ↑ Dario Piombino-Mascali, Arthur C. Aufderheide, Melissa Johnson-Williams, Albert R. Zink: The Salafia method rediscovered. In: Virchows Archiv. Band 454. Jahrgang, Nr. 3, März 2009, S. 355–357, doi:10.1007/s00428-009-0738-6, PMID 19205728 (englisch). 

38.11205555555613.3405Koordinaten: 38° 6′ 43,4″ N, 13° 20′ 25,8″ O

Normdaten (Geografikum): GND: 4502288-4 (GND Explorer, lobid, OGND, AKS) | VIAF: 239636227



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Kapuzinerkloster Brünn

Noir24admin Mumie 22. Juni 2026
Kapuzinerkloster Brünn, Kreuzerhöhungskirche

Das Kapuzinerkloster Brünn ist eine Niederlassung des Kapuzinerordens in der Altstadt der mährischen Stadt Brünn. Zum Kloster gehören die Kreuzerhöhungskirche und die Kapuzinergruft, die an die 70 mumifizierte Leichname enthält.

Geschichte

Auf Einladung des Olmützer Bischofs Franz Seraph von Dietrichstein ließ sich der Kapuzinerorden in Brünn nieder. Das 1604–1606 erbaute Kloster war nach Prag die zweite Niederlassung der Kapuziner in den böhmischen Landen. 1645 wurde dieses Kloster während der Belagerung der Stadt durch die Schweden auf Befehl des Militärkommandanten von Brünn Jean-Louis Raduit de Souches niedergerissen, da es sich außerhalb der Stadtmauern befand. Danach fanden die Ordensbrüder vorläufig im Rathaus der Stadt Unterkunft.

Der „Trenck-Flügel“

Das heutige Klostergebäude wurde von 1648 bis 1651 vom Brünner Baumeister Andreas Erna nach italienischen Vorbildern errichtet. Es schloss den Kohlmarkt, der heute Kapuzinerplatz (Kapucínské náměstí) heißt, nach Süden hin ab. Das Altarbild aus dem Jahr 1655 stammt von Joachim von Sandrart.[1] Im 18. Jahrhundert wurde das Kloster von Moritz und Franz Anton Grimm umgebaut und um die Fideliskapelle erweitert. 1763–1765 erweiterte Franz Anton Grimm die Kirche um einen weiteren Flügel, in dem sich unter anderem die Klosterbibliothek befindet. Dieser heißt Trenck-Flügel, da er mit den Geldern in Verbindung gebracht wird, die Franz von der Trenck dem Kloster vermachte. Zu dieser Zeit wurden auch die sechs Sandsteinfiguren an der Eingangstreppe vom Bildhauer Jan Adam Nessmann geschaffen. Sie stellen wichtige Franziskanerheilige wie Antonius von Padua, Franz von Assisi, Laurentius von Brindisi und Felix von Cantalice dar.

1950 lösten die Kommunisten im Rahmen der Aktion K das Kloster auf. Das Gebäude fiel an das Mährische Landesmuseum. Mit dem Prager Frühling konnten die Kapuziner 1968 wieder zurückkehren.

Kapuzinergruft

Mumien in der Kapuzinergruft

Unter der Kirche befindet sich die Kapuzinergruft. Hier wurden bis zum Ende des 18. Jahrhunderts Ordensbrüder und Förderer des Ordens bestattet. Durch ein besonderes Belüftungssystem und die Trockenheit der Räume wurden die Körper mumifiziert; von den fast 200 hier Beigesetzten sind die Mumien von 24 Mönchen und 50 Laien noch heute erhalten.[1] Der älteste Körper stammt aus dem Jahr 1658. Zu den wichtigsten hier bestatteten Persönlichkeiten zählen der Architekt Franz Anton Grimm sowie der Pandurenführer Franz von der Trenck, der auf der Festung Špilberk ums Leben kam und dem Kloster ein Vermögen von 4000 Gulden vermachte.

Weblinks

Commons: Kapuzinerkloster Brünn – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
  • Kapuziner in Tschechien – Brünn
  • Kapuzinergruft Brünn

Einzelnachweise

  1. ↑ a b Kapuzinerkloster Online-Enzyklopädie der Stadt Brünn

49.19138888888916.609722222222Koordinaten: 49° 11′ 29″ N, 16° 36′ 35″ O




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Junge vom El Plomo

Noir24admin Mumie 22. Juni 2026
Der Junge vom El Plomo.
Nachbildung der Permafrostleiche im Museo Nacional de Historia Natural de Chile (Nationalmuseum für chilenische Naturgeschichte) in Santiago de Chile. Die Leiche des Kindes wird in einer eigens dafür angefertigten Klimakammer aufbewahrt, die für Publikum nicht zugänglich ist.

Der Junge vom El Plomo ist eine Permafrostleiche aus einem Inka-Höhenheiligtum in den Anden bei Santiago de Chile. Das achtjährige Kind wurde um 1500 n. Chr. auf einem 5400 m hohen Gipfel des El-Plomo-Massivs lebend begraben, um in Vermittlung mit dem Übernatürlichen dem Tal Schutz zu geben und die politische und ökonomische Macht des Inka-Herrschers zu festigen. 1954 von Plünderern ausgegraben und an das örtliche Naturkundemuseum verkauft, war es das erste Kinderopfer eines Capacocha-Rituals, das wissenschaftlich untersucht wurde. Die religiöse Verehrung, die dem Jungen zuteilwurde, hat sich bis in die Gegenwart in archaischen Riten erhalten.

Beschreibung

Der Junge vom El Plomo war fast so ge­klei­det wie der Häuptling des Kollasuyu, der Südprovinz des Inka-Staates Tawantinsuyu. In der Zeich­nung des Chronisten Guamán Poma trägt Mallco Castilla Pari ein Unku, das bis zu den Knien reicht, eine Yacolla über dem linken Arm, ein Paar Hisscus an den Füßen, einen breiten Armreif am rechten Unterarm und am Hals eine Plakette in Form eines liegenden H. Besonders der Halsschmuck und die Schuhe sind charakteristisch für die Südprovinz.[1]

Der Junge vom El Plomo[A 1][2][3][4] ist die Bezeichnung für die außerordentlich gut erhaltene Permafrostleiche eines achtjährigen[3] Inka-Jungen.[5] Er wurde am 1. Februar 1954 entdeckt.[1] Er war 1,40 bis 1,44 m groß[6] und wog etwas mehr als 30 kg, als er starb.[4] Er war normal entwickelt, äußerlich anscheinend gesund und wies keinerlei tödliche Verletzungen auf.[6]

Der Junge nimmt eine sitzende Haltung mit angewinkelten Knien und gekreuzten Beinen ein. Sein Kopf ist auf den Knien angelehnt, die er mit seinen Armen umfasst. Insgesamt ist er leicht nach rechts geneigt.[5] Er war mit einem Unku (kurze Tunika) aus schwarzer Lamawolle bekleidet, 47 mal 94 cm groß, vorne und hinten mit vier horizontal angeordneten weißen Streifen aus Lamafell dekoriert und unten mit einem roten Saum. Um seine Schultern trug er eine Yacolla (Umhang), 119 mal 70 cm groß, aus grauer Alpakawolle gewebt.[1] An den Füßen hatte er ein Paar unbenutzte Hisscu (Mokassins), die aus je einem Stück Leder gefertigt wurden.[1] Gemäß den Gebräuchen für Kinder trug er keine Unterwäsche.[1] Am rechten Unterarm trug er ein 12 cm breites Silberarmband.[1]

Das schwarze, kräftige Haar, mit mehr als 200 feinen Zöpfen ordentlich frisiert und von einem Mittelscheitel geteilt, reicht nach hinten und nach unten hängend bis über die Schultern.[1][5] Auf dem Kopf trug er einen Schmuck aus Wolle mit schwarzen Wollfransen und aufgesteckten weißen und schwarzen Kondorfedern.[1]

Er trug ein Llauto (Kopfband) mit einem Kinnriemen, in einem Stück aus schwarzem Menschenhaar geflochten. Daran befestigt hing unter dem Kinn eine Silberplakette in Form eines liegenden H. Die Silberplakette ist 17,7 cm breit, 6,8 cm hoch und 2 mm stark.[1]

Die Augen des Jungen sind geschlossen. Er hat relativ lange, gerade Wimpern und buschige Augenbrauen.[1] Sein Gesicht ist geschminkt mit roter Farbe aus Eisenoxid mit Fett und mit gelben Streifen, die diagonal zu Nase und Mund konvergieren.[1]

Als er gefunden wurde, war sein Körper noch weich, wie bei einem kürzlich Verstorbenen.[1] Danach setzte durch den Transport in eine wärmere und ebenfalls trockene Klimazone eine natürliche Mumifizierung ein und der Körper wurde oberflächlich fast steinhart.[5]

Er hatte die Blutgruppe A.[7] Durch langen Gebrauch des Llauto wurde sein Schädel etwas deformiert.[6] In den Haaren hatte er Eier von Kopfläusen.[7] Seine Haut weist Narben von Hautkrankheiten wie Akne oder Furunkulose[6] und ein Angiokeratom[7] auf. An den Beinen fanden sich acht geschwürartige Verletzungen.[7] Die Füße haben eine ausgeprägte Verhornung der Haut.[8] Daumen und Zeigefinger der rechten Hand haben kleine Warzen.[7] Er war stark von Trichinen befallen,[5] deren Herkunft für die Autoren eines Artikels über eine palöpathologische Untersuchung in der anthropologischen Zeitschrift Chungara laut der Artikelzusammenfassung schwer zu erklären war.[5]

Grab und Zeremonialkomplex

Der höchste Berg am Horizont über Santiago ist der El Plomo (5424 m). Die beiden hellen Flächen sind Gletscher. Die Bergspitze über dem größeren der beiden ist der weithin sichtbare Nebengipfel mit der Grabstätte. Der Hauptgipfel liegt dahinter verdeckt. Hier der Blick der sich vom Gipfel des Cerro San Cristóbal (880 m) zum El Plomo ergibt. Aus dieser Perspektive geht zur Süd-Wintersonnenwende im Juni die Sonne über dem hier links neben dem El Plomo erscheinenden Cerro Leonera (4954 m) auf. Das Zentrum von Santiago liegt im Schnittpunkt von mehreren solcher nach der Mythologie der Inka wichtigen Sicht- oder Kalenderlinien, die die Sonne bei Auf- oder Untergang zu bestimmten Terminen mit umliegenden Bergen bildet.[9]
Blick aus Richtung Gipfel zur Grabstätte. Sie liegt in der linken Bildhälfte, etwa 10 m entfernt von einem kleinen See der nur oberflächlich zugefroren ist. In dieser Zone bleibt selbst im Winter der Schnee nicht liegen, weil er unter Einwirkung von starken Winden sublimiert.[10]
Die Kultstätte Adoratorio aus Richtung des Enterratorio gesehen. Die ovale Plattform mit dem Loch im Zentrum liegt ebenfalls in einer ständig schneefreien Zone. Der Adoratorio liegt wahr­scheinlich deswegen an einem Hang, und nicht im flacheren Gelände davor, weil dieses noch von einem Gletscher bedeckt war, als ihn die Inka erbauten.[10] 1896 wieder­ent­deckt,[11] ist auch diese Anlage seitdem von Grabplünderern schwer beschädigt worden. Der nach rechts abfallende Berghang ist von Santiago aus zu sehen.

Der Junge wurde auf der Gipfelkuppe des Cerro El Plomo gefunden. Der weithin sichtbare, dominante Berg mit seinem meist schneefreien Gipfel (33° 14′ S, 70° 13′ W-33.237133333333-70.2143555555565440[12]) auf 5424 m[13] über dem Meeresniveau befindet sich in etwa 46 km[12] Luftlinie nordöstlich vom Zentrum Santiagos entfernt. Die Region gehörte im späten 15. und frühen 16. Jahrhundert zum südlichsten Herrschaftsbereich des Inka-Imperiums Tawantinsuyu mit einem Verwaltungszentrum an der heutigen Plaza de Armas in Santiago.[14]

Die Grabstätte, im Spanischen als Enterratorio bezeichnet, war eine mehrteilige Anlage auf einem Nebengipfel, deren Ruinen sich bei 33° 14′ S, 70° 13′ W-33.238888888889-70.2169444444445412[A 2][10] rund 300 m westlich vom Hauptgipfel befinden. Sie bestand aus drei mit Trockenmauern eingefassten Rechtecken von unterschiedlicher Größe. Das Grab des Jungen war mit rund 3,5 m Länge und 1,8 m Breite das größte der drei. Die Wandstärken betrugen 60 bis 70 cm. Die Steine von unterschiedlicher Größe mit maximal 25 kg Gewicht waren unbearbeitet, scharfkantig und in einfachster Weise bis zu 80 cm hoch aufgeschichtet. Die Flächen zwischen den Innenwänden waren bis zur Höhe der Mauerkrone ganz aufgefüllt mit einer Mischung aus Erde, Stroh und Heu, sowie drei bis vier horizontal angeordneten dünnen Schichten aus kleinen gerundeten Steinen. Diese Materialien stammen nicht vom selben Berg und sind sicherlich von einem anderen Ort herangeschafft worden. Infolge fortgesetzter Plünderungen waren schon 1954 das meiste Füllmaterial ausgehoben und die Mauern zu einem großen Teil zerstört.[10] In jedem der drei Rechtecke befindet sich je eine runde Grube im Permafrostboden, alle von ähnlicher Größe. Die, in der der Junge begraben war, ist in den Untergrundfels eingelassen. Sie ist, von der Oberfläche des Füllmaterials aus gemessen, 1,3 bis 1,4 m tief. Auf dem Niveau des Permafrostbodens hat sie einen Durchmesser von 80 cm und war mit einer Steinplatte zu einer Gruft verschlossen.[10] Es wurde vermutet, dass eine der anderen beiden Gruben ebenfalls ein Grab war. Dass nicht mehr Leichen gefunden wurden, wie an anderen Orten, kann auch daran liegen, dass die Inka nur relativ kurze Zeit, knappe 50 Jahre, über die Region herrschten.[1]

Von der Grabstätte aus kann man weit in die Umgebung blicken und umgekehrt ist sie von weit entfernten Orten sichtbar. Nach Norden in 68 km Entfernung ist der Aconcagua zu sehen und nach Süden in 50 km der Peladero (33° 41′ S, 70° 13′ W-33.690766666667-70.2149777777783874[12]), beides Berge mit mythischer Bedeutung, auf denen ebenfalls Inka-Ruinen gefunden wurden. Richtung Südwesten ist das Mapocho-Tal mit Santiago einsehbar und in Richtung Westen, in mindestens 135 km Entfernung, ist der Pazifische Ozean zu sehen.[10][12]

Südöstlich von der Grabstätte, in Sichtweite, in ca. 650 m Entfernung und 200 Höhenmeter tiefer gelegen,[12] befindet sich eine Kultstätte. (33° 15′ S, 70° 13′ W-33.244166666667-70.2150611111115186)[12] Sie besteht aus einer Plattform mit inkorporiertem Ushnu (Ort zur Aufnahme von flüssigen Opfergaben)[14] und wird im Allgemeinen als Adoratorio (span. für Anbetungsstätte) bezeichnet. Anders als die übrigen Konstruktionen auf dem Berg, hat sie eine ovale Form. Eine äußere ringförmige Steinmauer umfasst eine Fläche mit 9 m beziehungsweise 8,5 m in ihren Hauptachsen, rund 60 m² groß. Eine innere dazu konzentrische Steinmauer hat 2,1 m und 1,7 m in den Achsen. Der Raum zwischen den Mauern war bis zur Mauerkrone mit Steinen aufgefüllt. Der Boden des inneren Mauerrings ist mit flachen Steinen ausgelegt. Vor der Plattform gab es eine Feuerstelle. Die lange Achse dieser Anlage und die Hauptachse des weiter oben liegenden Grabes bilden eine Linie mit einer 13°-Abweichung von der Nordrichtung nach Westen.[10] Von der Kultstätte aus hat man über den dazwischen liegenden Iver-Gletscher hinweg einen freien Blick zur Grabstätte.

Am Weg vom Tal zum Gipfel des El Plomo befinden sich eine Reihe von Anlagen und ein befestigter Weg. Moderne Bergsteiger schlagen ihr Basislager in der leicht zu erreichenden Piedra Numerada (33° 17′ S, 70° 13′ W-33.291111111111-70.2190833333333393[12]) auf, eine Talebene mit Grasland am Río Cepo, die 6 km[12] Luftlinie südlich vom Gipfel auf 3400 m Höhe gelegen ist und 4 km nördlich vom santiaguiner Skizentrum Valle Nevado. Schon auf dem Weg zu diesem Basislager finden sich zwei Maueranlagen am Estero Las Llaretas.[10] Rund um Piedra Numerada gibt es sechs weitere Anlagen, die an die Felsen angebaut sind. Eine davon ist ähnlich wie die Kultstätte Adoratorio elliptisch mit einem Loch und mit Blick zum Gipfel des El Plomo angelegt.[10][15] Am El Plomo-Westkamm, schon auf über 5000 m Höhe führt ein mit flachen Steinen befestigter Weg in Richtung Adoratorio. In unmittelbarer Nähe des Adoratorio, am beginnenden Westhang befindet sich eine Gruppe von fünf Steinhütten auf Terrassen, die für 20 bis 30 Personen Platz bieten.[10]

Opferung im Capacocha-Ritual

Die Inka aus dem Kollasuyu beten den Berg an, auf dem das Kind begraben wurde und bringen ihm Opfergaben. (Guamán Poma, 1615)

In der Inka-Mythologie waren Berge Götter (Apu), die durch Beherrschung von Naturereignissen Leben gaben oder nahmen. Den angebeteten heiligen Bergen wurden in einem Capacocha[A 3] genannten feierlichen Ritual ausgewählte Objekte oder Tiere als Opfer gebracht. Bei besonderen Anlässen wurden dazu auch Kinder getötet. Verteilt über das ehemalige Inka-Reich gibt es 192 Berge, auf denen Zeremonialanlagen gefunden wurden. Auf 14 Bergen, die alle bis auf einen über 5400 m hoch sind, wurden zwischen 1896 und 1999 insgesamt 27 Capacocha-Menschenopfer gefunden, bis auf eine Ausnahme alles Kinder. Dazu kommen noch Menschenopfer von zwei Inseln.[16][17] Im theokratisch geführten Inka-Staat war die Capacocha eines der bedeutendsten Rituale. Sie war nicht nur religiös motiviert, sie war vielmehr ein Staats-Ritus, mit dem auch die Geografie und die Politik des Imperiums definiert[16] und die politische und wirtschaftliche Macht des Inka gefestigt wurde.[18] Die Opferung des Jungen vom El Plomo als Teil einer Capacocha fiel in die Zeit nach 1483, als die Inka begannen, Zentralchile in ihr Imperium einzugliedern, und vor 1533, als die Spanier die Inka-Hauptstadt Cuzco einnahmen.[5] „Der Junge vom Aconcagua“, eine weitere Permafrostleiche, gefunden 70 km weiter nördlich am Aconcagua, wurde im gleichen Zeitraum, möglicherweise sogar zur gleichen Zeit geopfert.[11]

Zur Abhaltung einer Capacocha wurden vom Inka-Herrscher Boten ausgesandt, die in den Provinzen des Landes Tribute dafür einforderten. Angefordert wurden Jungen und Mädchen zwischen vier und zehn Jahren sowie Objekte aus Gold, Silber oder Muscheln und feine Kleidung, Federn, Cocablätter und Kamelide. Die Kinder mussten physisch perfekt sein, makellos und jungfräulich. Der Junge vom El Plomo stammte seiner Kleidung nach zu urteilen aus dem Qulla Suyu, der Süd-Provinz des Inka-Reichs.[11] Er gehörte höchstwahrscheinlich zum Kolla-Volk, der mächtigsten ethnischen Gruppe dieser Provinz im bolivianischen Altiplano.[17][16] Es gibt einen Hinweis darauf, dass ein Junge namens Cauri Pacssa als Menschenopfer nach Chile gebracht wurde. Ob er es war, der auf dem El Plomo gefunden wurde, ist allerdings nicht geklärt.[17][19]

Bei Ankunft des Tributs in Cuzco empfingen der Inka und sein Hof die mit den Capacocha-Gaben angereisten Würdenträger mit einem mehrtägigen rituellen Fest. Der Inka legte zusammen mit seinen Priestern fest, welche Huaca (Bergheiligtum) welche Opfer erhielt. Nach Erledigung aller formalen Vorbereitungen verließen die Priester mit Tross und den Opfergaben in einer feierlichen Prozession über vorgeschriebene Wege Cuzco.[17][20] Die Capacocha-Prozession ging zu Fuß über den Inka-Pfad von Cuzco bis zur Stadt, die heute Santiago heißt. Cuzco und El Plomo sind 2193 km[16] Luftlinie voneinander entfernt. Die Prozession wurde in den Provinzen von Repräsentanten lokaler Fürsten empfangen und eskortiert.[17]

In den zwölf Monaten vor der Opferung wurde der Junge mit besonderen Mahlzeiten wie Mais und Charqui ernährt,[21] so gut, dass er am Ende übergewichtig war.[11] Wie die dicken Hornhautschichten an seinen Fußsohlen nahelegen, ging er barfuß. Als er in Santiago ankam, war er acht Jahre und drei Monate alt.

Am El Plomo gab es 24 Stunden vor dem Tod eine rituelle Mahlzeit.[11] Vom Adoratorio aus musste der Junge noch viele hundert Meter bis zum Enterratorio zurücklegen. Das ist, auch heute noch, der schwierigste und gefährlichste Teil der Strecke, weil der Weg über den Iver-Gletscher führt. Vermutlich dabei zog er sich ein auffälliges Ödem an seinem rechten Fuß zu.

Am Enterratorio angekommen, war er sicher erschöpft vom beschwerlichen Weg in der dünnen Höhenluft. Er kaute Kokablätter und es wurde ihm Chicha zu trinken gegeben. Erschöpft und von den Priestern durch Alkohol und andere Drogen betäubt, wurde er müde. Der Körper wehrte sich ein letztes Mal und versuchte, das Gift zu erbrechen. Der Junge setzte sich in das vorbereitete Loch. Um sich vor der Kälte zu schützen, zog er seine Tunika über die angewinkelten Knie bis zu den Füßen und umgriff seine Beine mit den Armen. Der Junge schlief allmählich ein und sein Kopf sank auf die Knie. Die Priester statteten ihn noch mit Grabbeigaben aus und begruben ihn dann schlafend, noch lebend, indem sie die Gruft mit einem Stein verschlossen und mit Erde überschichteten. Der Junge starb bald an Unterkühlung und Sauerstoffmangel,[11] bevor er einfror.

Mythische Bedeutung bis in die Gegenwart

Noch 1620, also fast ein Jahrhundert nach Beginn der spanischen Kolonisierung und Christianisierung, wurde registriert, dass sich die indigene Bevölkerung an ihre Capacocha-Kinder und die Lage ihrer Gräber erinnerte und sie weiterhin mit ihren Ritualen verehrte.[20]

Als die Entdeckung des Jungen vom El Plomo bekannt wurde, sprachen die Einheimischen aus der Gegend von San Pedro de Atacama davon, dass es sich bei ihm um den ehelichen Sohn der Berge Licancabur und Quimal handle. Diese beiden Berge von mythischer Bedeutung zeichnen sich durch die Besonderheit aus, dass sie um die Zeit der Süd-Sommersonnenwende morgens und abends abwechselnd auf den jeweils anderen Berg Schatten werfen.[22]

Der Junge vom El Plomo nimmt in der Mythologie der indigenen Bevölkerung noch bis in die Gegenwart seinen Platz als „Oberwächter“ oder „Wächterkind“ des Berggottes El Plomo ein. Personen, die sich als Nachfahren der Völker[A 4] des Inka-Staates Tawantinsuyo verstehen, versammeln sich jeweils am 21. Juni zum Inti Raymi, der Wintersonnenwende- und Neujahrs-Feier, und beten Inti Wawa, das Kind der Sonne, an. Seit 2009 findet jedes Jahr eine solche Veranstaltung vor dem Naturkundemuseum in Santiago statt.[23][24][25][26] Bei dieser Gelegenheit erlaubte das Museum den Teilnehmern die Besichtigung der Leiche des Jungen.[27]

Weblinks

Commons: Niño del Cerro el Plomo – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Commons: Cerro El Plomo – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Commons: Inkamumien – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
  • Kult um den Jungen vom El Plomo: Video vom Inti-Raymi-Fest in Santiago de Chile.[27]

Anmerkungen

  1. ↑ Seit seiner Entdeckung wurde der Leiche eine Reihe von Bezeichnungen gegeben, die mit der Zeit wieder verworfen wurden. Die hier verwendete entspricht der Übersetzung der in neuerer Zeit von spanischsprachigen Wissenschaftlern verwendeten Bezeichnung „Niño del Cerro El Plomo“.
  2. ↑ Geschätzte Lage und Höhe nach Google Maps 2013, unter Berücksichtigung der Karte von Luis Krakl Tafelmaier.
  3. ↑ Auch capac hucha, qhapaq hucha oder qhapaqcocha geschrieben.
  4. ↑ Dazu gehören: Aymara, Quechua, Likan Antay, Kolla, Diaguita.

Einzelnachweise

  1. ↑ a b c d e f g h i j k l m Grete Mostny et al.: La Momia del Cerro El Plomo. In: Boletin del Museo Nacional de Historia Natural. Band XXVII, Nr. 1. Santiago de Chile 1957 (publicaciones.mnhn.gob.cl [abgerufen am 4. Februar 2024]). 
  2. ↑ Niño del Cerro El Plomo: Una valiosa pieza antropológica. Museo Nacional de Historia Natural de Chile, 18. Juni 2012, archiviert vom Original (nicht mehr online verfügbar) am 1. Februar 2014; abgerufen am 30. Dezember 2013 (spanisch). 
  3. ↑ a b Alvaro Sanhueza S., Lizbet Pérez M., Jorge Díaz J., David Busel M., Mario Castro, Alejandro Pierola T.: Paleoradiología. Estudio imagenológico del Niño del Cerro El Plomo. In: Revista Chilena de Radiología. Band 11, Nr. 4, 2005, S. 184–190, doi:10.4067/S0717-93082005000400007. 
  4. ↑ a b Mario Castro: El niño del plomo revive en TVN. In: El Mercurio. 28. November 2009 (buscador.emol.com [abgerufen am 31. Dezember 2013]). 
  5. ↑ a b c d e f g Héctor Rodríguez, Isabel Noemí, José Luis Cerva, Omar Espinoza-Navarro, María Eugenia Castro, Mario Castro: Análisis paleoparasitológico de la musculatura esquelética de la momia del Cerro el Plomo, Chile: Trichinella Sp. In: Chungara Revista de Antropología Chilena. Band 43, Nr. 1, 2011, ISSN 0716-1182, S. 581–588, doi:10.4067/S0717-73562011000300013 (conicyt.cl [PDF; abgerufen am 5. Februar 2019]). 
  6. ↑ a b c d Fidel Jeldes: Estudio somatométrico, Protocolo antropológico sobre el niño indígena del Plomo. In: Grete Mostny (Hrsg.): Boletin del Museo Nacional de Historia Natural. La Momia del Cerro El Plomo. Band XXVII, Nr. 1. Santiago de Chile 1957, S. 17–19 (publicaciones.mnhn.gob.cl [abgerufen am 4. Februar 2024]). 
  7. ↑ a b c d e Patrik D. Horne, Silvia Quevedo Kawasaki: The prince of El Plomo: A paleopathological study. In: Bulletin of the New York Academy of Medicine. Band 60, S. 925–931, PMC 1911799 (freier Volltext). 
  8. ↑ Luis Prunes: Estudio medico. In: Grete Mostny (Hrsg.): Boletin del Museo Nacional de Historia Natural. La Momia del Cerro El Plomo. Band XXVII, Nr. 1. Santiago de Chile 1957, S. 19–20 (publicaciones.mnhn.gob.cl [abgerufen am 4. Februar 2024]). 
  9. ↑ Patricio Bustamante Díaz, Ricardo Moyano: Cerro Wanguelen. obras rupestres, observatorio astronómico-orográfico Mapuche-Inca y el sistema de ceques de la cuenca de Santiago. In: Rupestreweb. 2013, abgerufen am 13. Januar 2014. 
  10. ↑ a b c d e f g h i j Luis Krakl: El cerro El Plomo. Construcciones precolumbinas. In: Grete Mostny (Hrsg.): Boletin del Museo Nacional de Historia Natural. La Momia del Cerro El Plomo. Band XXVII, Nr. 1. Santiago de Chile 1957, S. 85–95 (publicaciones.mnhn.gob.cl [abgerufen am 4. Februar 2024]). 
  11. ↑ a b c d e f Quevedo K. Silvia, Durán S. Eliana: Ofrendas a los dioses en las montañas. Santuarios de altura en la cultura Inka. In: Boletin Museo Nacional de Historica Natural Chile. Band 43, 1992, ISSN 0027-3910, S. 193–206 (publicaciones.mnhn.gob.cl [abgerufen am 4. Februar 2024]). 
  12. ↑ a b c d e f g h Koordinaten, Höhenangaben und Entfernungen ermittelt mit Google Earth, 2013.
  13. ↑ Nach den Karten vom IGM
  14. ↑ a b Rubén Stehberg, Gonzalo Sotomayor: Mapocho incaico. In: Boletín del Museo Nacional de Historia Natural, Chile. Band 61. Santiago de Chile 2012, S. 85–149 (publicaciones.mnhn.gob.cl [abgerufen am 4. Februar 2024]). 
  15. ↑ Ricardo Candia: Tambo en la ruta del Qhapaqcocha. 25. März 2010, abgerufen am 15. Januar 2014 (spanisch). 
  16. ↑ a b c d Christian Vitry: Los espacios rituales en las montañas donde los inkas practicaron sacrificios humanos. In: Carlos Terra, Rubens Andrade (Hrsg.): Paisagens Culturais. Contrastes sul-americanos. Universidade Federal do Rio de Janeiro. Escola de Belas Artes, 2008, S. 47–65 (christianvitry.com [PDF; abgerufen am 21. Dezember 2013]).  christianvitry.com (Memento vom 2. Februar 2014 im Internet Archive)
  17. ↑ a b c d e Tamara L. Bray, Leah D. Minc, Marıá Constanza Ceruti, José Antonio Chávez, Ruddy Perea, Johan Reinhard: A compositional analysis of pottery vessels associated with the Inca ritual of capacocha. In: Journal of Anthropological Archaeology. Band 24, 2005, S. 82–100, doi:10.1016/j.jaa.2004.11.001 (researchgate.net [PDF; abgerufen am 30. Dezember 2013]). 
  18. ↑ Jennifer L. Faux: Hail the Conquering Gods. Ritual Sacrifice of Children in Inca Society. In: Journal of contemporary anthropology. Band 3, Nr. 1, 2012, ISSN 2150-3311, S. 2–15 (docs.lib.purdue.edu [abgerufen am 30. Dezember 2013]). 
  19. ↑ Cauri Pacssa ¿El niño del cerro El Plomo? Museo Nacional de Historia Natural, archiviert vom Original (nicht mehr online verfügbar) am 1. Februar 2014; abgerufen am 15. Januar 2014. 
  20. ↑ a b Annette Schroedl: La Capacocha como ritual político. Negociaciones en torno al poder entre Cuzco y los curacas. In: Bulletin de l’Institut Français d’Études Andines. Band 37, Nr. 1, 2008, S. 19–27 (web.archive.org [PDF; 152 kB; abgerufen am 20. August 2021]). 
  21. ↑ María del Carmen Martín Rubio: La cosmovisión religiosa andina y el rito de la Capacocha. In: Investigaciones Sociales. Band 13, Nr. 23, 2009, S. 187–201 (sisbib.unmsm.edu.pe [PDF; abgerufen am 4. Januar 2014]). 
  22. ↑ Gustavo Le Paige: Vestigios arqueológicos incaicos en las cumbres de la zona atacameña. In: Estudios Atacameños. Nr. 6, 1978, S. 37–48, doi:10.22199/S07181043.1978.0006.00005 (Vestigios arqueológicos incaicos en las cumbres de la zona atacameña (Memento vom 19. Februar 2014 im Internet Archive) [PDF; abgerufen am 14. Dezember 2013]).  Vestigios arqueológicos incaicos en las cumbres de la zona atacameña (Memento vom 19. Februar 2014 im Internet Archive)
  23. ↑ Homenaje de pueblos originarios al niño del cerro El Plomo. Museo Nacional de Historia Natural, archiviert vom Original (nicht mehr online verfügbar) am 2. Februar 2014; abgerufen am 15. Januar 2014. 
  24. ↑ groups.google.com
  25. ↑ lagranepoca.com (Memento vom 23. Februar 2014 im Internet Archive)
  26. ↑ mnhn.cl (Memento vom 1. Februar 2014 im Internet Archive)
  27. ↑ a b Ricardo Candia: Inti Raymi. Celebramos el año nuevo de los pueblos indígenas este 21 de junio con una ceremonia de veneración y reencuentro con el niño del Altar Mayor del Apu “El Plomo”. 21. Juni 2009, abgerufen am 15. Januar 2014. 



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Kabayan-Mumien

Noir24admin Mumie 22. Juni 2026

16.55120.75Koordinaten: 16° 33′ N, 120° 45′ O

Karte: Philippinen
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Kabayan-Mumien​

Kabayan-Mumien werden nach ihrem Fundort in der Gemeinde Kabayan in der Provinz Benguet, Philippinen, bezeichnet. Kabayan gilt als ein Zentrum der Ibaloi-Kultur, deren Spuren sich bis weit in die vorkoloniale Ära zurückverfolgen lassen. Eine soziologische Besonderheit der historischen Ibaloi-Kultur ist die Mumifizierung ausgewählter und gesellschaftlich bedeutender Würdenträger.

Bei der Mumifizierung, die die Ibaloi durchführten, handelte es sich um eine aktive Methode, Mumien herzustellen. Diese Methode wird als Feuer-Mumifizierung bezeichnet. Dabei wurden bereits kurz vor dem Ableben des Betroffenen die Vorbereitungen zur Mumifizierung eingeleitet, indem man dem Betroffenen stark salz- und alkalihaltige Getränke zuführte. Nach dem Ableben wurde der Tote in sitzender Haltung über einem Feuer positioniert, das eine geringe bis mittlere Intensität hatte, bis der Körper durch die Wärmebehandlung vollkommen dehydriert war. Dieser Vorgang konnte bis zu zwei Jahre dauern. Zum Abschluss der Behandlung wurden die alten Hautschichten entfernt und der Körper mit Pflanzenextrakten einbalsamiert, zusätzlich wurde der Körper einer intensiven Tabakrauchbehandlung unterzogen. Diese Art der Mumifizierung wurde vom 10. Jahrhundert bis zum Verbot durch spanische Invasoren im 16. Jahrhundert durchgeführt und gilt (nach den Mumien der Dani) weltweit als zweites Beispiel für eine aktive Mumifizierung von Toten, die mit einer anderen Technik durchgeführt wurde als die Mumifizierung im Alten Ägypten.

Die Mumien wurden anschließend in Holzsärgen bestattet, die man in künstlich angelegten und natürlichen Höhlen aufbahrte. Diese Höhlen gelten den Ibaloi als heiliger Boden und liegen in der Nähe des Mount Pulag National Park. Die Begräbnisplätze der Kabayan-Mumien stehen seit 2006 auf der Vorschlagsliste der Philippinen zur Aufnahme in die Welterbeliste der UNESCO und gelten als Nationales Erbe der Philippinen.[1]

Bereits um 1900 hatten die ersten Ibaloi-Mumien ihren Weg in europäische Privatsammlungen gefunden. 1972 legten Holzfäller einige Grabhöhlen frei. Um ihre Tradition zu bewahren, zeigten die Ibaloi der Weltöffentlichkeit im Jahr 2000 dreißig ihrer Mumien. Einer Beschädigung durch Laboruntersuchungen widersprachen die Vertreter der Ibaloi aber.[2]

Siehe auch

Andere Archäologische Ausgrabungsorte der Philippinen

  • Archäologische Ausgrabungsstätte Arubo
  • Archäologische Ausgrabungsstätten im Cagayan Valley
  • Archäologische Ausgrabungsstätte Butuan City
  • Petroglyphen auf den Philippinen

Weblinks

  • Vorstellung der Kabayan-Mumien
  • Die Kabayan-Mumien auf World Monuments Fund mit Fotos

Einzelnachweise

  1. ↑ http://whc.unesco.org/en/tentativelists/2070/
  2. ↑ Rolf Bökemeier: Das Rätsel der heiligen Mumien. Geo, Ausgabe April 2000. S. 98–106



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  1. Christian Friedrich von Kahlbutz
  2. Kanarische Mumien
  3. Daschi-Dorscho Itigelow
  4. Jarkow-Mammut

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» Marlon & Zoe – Wenn die Dunkelheit Code schreibt und Legenden zum Leben erwachen. «


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