Die Edmontosaurus-Mumie im Senckenberg Naturmuseum, auch bekannt unter der Exemplarnummer SMF R 4036, ist ein Dinosaurier-Fossil, das 1910 in Wyoming (USA) entdeckt wurde und heute im Senckenberg Naturmuseum in Frankfurt am Main ausgestellt ist. Das Fossil wird der Art Edmontosaurus annectens zugeschrieben, einem Vertreter der Hadrosauridae („Entenschnabeldinosaurier“). Es umfasst ein vollständiges Skelett, das von Hautabdrücken eingehüllt vorgefunden wurde – dieser seltene Erhaltungstyp wird als „Dinosaurier-Mumie“ bezeichnet.[1] Die Senckenberg-Mumie zählt zu den vier am besten erhaltenen Hadrosauriden-Mumien, und ist die zweite, die entdeckt wurde.[2] Der Fund wurde durch die Sternberg-Familie gemacht, einer berühmten Familie von Fossilienjägern, die ihre zahlreichen Funde an verschiedene Museen in Nordamerika und Europa verkauften. Erst zwei Jahre zuvor hatten die Sternbergs in der gleichen Fundregion die Trachodon-Mumie geborgen, eine andere Edmontosaurus annectens-Mumie, die heute im American Museum of Natural History in New York ausgestellt ist.
Entdeckungsgeschichte
Die Mumie wurde im Sommer 1910 von der Sternberg-Familie in den Schichten der Lance-Formation in Converse County (heute Niobrara County) entdeckt und geborgen. Die Sternbergs – Charles Hazelius Sternberg sowie seine drei Söhne Charles Mortam, George und Levi, arbeiteten in diesem Gebiet seit 1908. 1908 und 1909 hatte die Familie die berühmte Trachodon-Mumie sowie zwei Schädel des gehörnten Dinosauriers Triceratops entdeckt; einen Schädel verkaufte sie an das British Museum of Natural History in London, während der andere vom American Museum of Natural History erworben wurde.[3][4]
Die Senckenberg-Mumie stammt aus dem südlichen Schneider-Creek-Gebiet.[5] Charles Mortam entdeckte Teile eines aus dem Sandstein herauswitternden Schwanzes, als er das Gebiet auf der Suche nach Fossilien durchstreifte. Die anschließende Abtragung des auf dem Fossil ruhenden Sandsteins brachte ein vollständiges Skelett mitsamt Hautabdrücken zum Vorschein. Wie Charles Hazelius berichtet, maß das Skelett in Fundlage eine Länge von 5,25 Meter, wobei 1,2 Meter auf den Schädel, 2,4 Meter auf den Rumpf und 1,65 Meter auf den Schwanz ausfielen. Die Bergung des Fossils war die aufwändigste, die die Familie bis dahin unternommen hatte. Charles Hazelius war entschlossen, jedes Fragment der Hautabdrücke zu sichern, weshalb die für den Transport verpackten Blöcke besonders groß ausfielen. So wog der Block, der den Rumpf der Mumie enthielt, etwa 1,6 Tonnen; das gesamte Fossil erreichte ein Gewicht von 4,5 Tonnen. Da die Sternbergs keinen Flaschenzug besaßen, erfolgte die Hebung des Blocks schrittweise durch leichtes Anheben mithilfe von Hebeln aus Pappelholz und anschließendem Unterschaufeln von Sand. Nachdem der Block auf diese Weise auf eine Höhe von 1,2 Meter gehoben wurde, konnte er auf den Wagen zum Transport zu der 120 Kilometer entfernt gelegenen Eisenbahnstation in Edgemont in South Dakota geladen werden. Die Bergung und der Transport nahmen zweieinhalb Monate Arbeit in Anspruch.[3][4]
Charles Hazelius bot das Fossil Fritz Drevermann, Paläontologe und Direktor des Senckenberg-Museums, zum Verkauf an. Drevermann war durch eine Spende des Industriellen Arthur von Weinberg in der Lage, die geforderte Geldsumme aufzubringen.[6] Kurz nach der Zusage Drevermanns erhielt Sternberg ein Angebot des Canadian Museum of Nature in Ottawa. Das Museum bot für das Fossil inklusive Montage die doppelte Geldsumme, die Sternberg vom Senckenberg-Museum für das Fossil ohne Montage erhalten sollte. Sternberg schreibt 1917: “I shall never forget the effort I made to induce him to give up the specimen, or take another in its stead. […] But it crossed the Atlantic. The last message I had of it, before this awful war cut off all communications, was that the head had been prepared and it was the best of which there was any record.[3]” (deutsch: „Ich werde niemals die Anstrengungen vergessen, die ich unternahm um ihn zu bewegen, das Exemplar aufzugeben oder an seiner statt ein anderes zu nehmen. […] Aber es überquerte den Atlantik. Die letzte Nachricht die ich bekam, bevor dieser schreckliche Krieg alle Kommunikationen unterbrach, war, dass der Kopf präpariert und es das beste bekannte Exemplar sei“) Im Sommer 1910 entdeckten die Sternbergs außerdem vier Triceratops-Schädel, von denen zwei ebenfalls an das Senckenberg-Museum gingen.[3][4]
Beschreibung
Ebenso wie bei der Trachodon-Mumie des American Museum befinden sich die Knochen in ihrem ursprünglichen anatomischen Verbund und sind dreidimensional erhalten, nicht flachgedrückt wie bei vielen anderen Fossilien.[1] Das Skelett der Senckenberg-Mumie ist nahezu vollständig überliefert, während bei der Trachodon-Mumie der Schwanz, die Hinterfüße und ein Teil des Beckens fehlen.[7] Hautabdrücke sind von der rechten Seite des Rumpfes und des Halses sowie von beiden Vorderarmen erhalten.[6] Besonders gut konservierte Hautabschnitte finden sich an den Händen, diese Abdrücke zeigen 3 bis 5 Millimeter große Schuppen.[6] Während der Präparation wurde ein Großteil der Hautabdrücke von der Mumie separiert.[1]
Taphonomie
Die im selben Fundgebiet entdeckte Trachodon-Mumie wird gemeinhin als das Fossil einer natürlichen durch Austrocknung entstandenen Mumie interpretiert. Hierauf weisen die eng an die Knochen anhaftenden und teilweise in die Körperhöhle hineingezogenen Hautreste.[1][7] Die Sternbergs stellten Unterschiede zwischen der Trachodon- und der Senckenberg-Mumie fest: Bei Letzterer würde die Haut nicht eng an den Knochen haften, sondern vielmehr den ursprünglichen Körperumriss nachzeichnen. Außerdem sei die Senckenberg-Mumie nicht wie die Trachodon-Mumie in Rückenlage, sondern in aufrechter Haltung im Sediment entdeckt worden, mit nach oben zeigender Schnauzenspitze und an den Körper gepressten Beinen. Die Sternbergs vermuten anhand dieser Beobachtungen, dass das Tier in weichem Sediment, möglicherweise Treibsand, eingesunken und erstickt ist.[3][8] Heutige Paläontologen geben an, dass es für diese Interpretation keine Hinweise gebe.[1]
Mitarbeiter des Senckenberg-Museum schreiben, dass es sich, ebenso wie bei der Trachodon-Mumie, vermutlich um das Fossil einer natürlichen Trockenmumie handelt. Hierauf würde die verkrampft wirkende Körperhaltung mit dem nach hinten gekrümmten Hals hinweisen.[6][9]
Einzelnachweise
↑ abcde
Phillip Lars Manning: Grave secrets of dinosaurs: soft tissues and hard science. National Geographic, Washington, D. C. 2008, Chapter four: Dinosaur Mummies.
↑
Nate L. Murphy, David Trexler, Mark Thompson: "Leonardo," a mummified Brachylophosaurus from the Judith River Formation. In: Kenneth Carpenter (Hrsg.): Horns and Beaks: Ceratopsian and Ornithopod Dinosaurs. Indiana University Press, Bloomington and Indianapolis 2006, ISBN 0-253-34817-X, S.128.
↑ abcde
Charles H. Sternberg: Hunting dinosaurs in the bad lands of the Red Deer River, Alberta, Canada: a sequel to The life of a fossil hunter. The world company press, Lawrence, Kansas 1917, S.4–8.
↑ abc
Katherine Rogers: The Sternberg Fossil Hunters: A Dinosaur Dynasty. Mountain Press Publishing Company, 1999, ISBN 0-87842-404-0, S.118–121.
↑
Richard Swann Lull, Nelda E. Wright: Hadrosaurian Dinosaurs of North America. In: Geological Society of America Special Papers. Nr.40, 1942, S.23.
↑ abcd
Bernd Herkner: Frankfurt's Dinosaur Mummy. In: Alfried Wieczorek, Wilfried Rosendahl (Hrsg.): Mummies of the world. Prestel, München 2010, ISBN 978-3-7913-5030-1, S.279–280.
↑ ab
Henry Fairfield Osborn: Integument of the iguanodont dinosaur Trachodon. In: Memoirs of the American Museum of Natural History. Band1, 1912, S.33–35.
↑
Charles M. Sternberg: Comments on Dinosaurian Preservation in the Cretaceous of Alberta and Wyoming. In: Publications in Palaeontology. Nr.4. Ottawa 1970, S.4.
↑Edmontosaurus. In: Senckenberg. Abgerufen am 4. April 2013.
Der Goldene Junge ist die ägyptische Mumie eines nicht ausgewachsenen, wahrscheinlich 14 bis 15 Jahre alten, hochgestellten Jungen, der in der Zeit zwischen 330 und 30 v. Chr. starb. Die Mumie ist in einem doppelten Sarkophag eingebettet und mit vielzähligen Grabbeigaben ausgestattet.
Die Mumie wurde in Edfu an der Fundstelle Nag el-Hassaya, in einem spätptolemäischen Friedhof (circa 305–30 v. Chr.) gefunden und am 21. November 1916 vom Ägyptischen Museum in Kairo erworben.
Eine Todesursache konnte bislang nicht ermittelt werden. Aufgrund des sehr guten Erhaltungszustandes der Mumie ermöglicht diese der Forschung, eine Vielzahl von Informationen über das Leben und den Tod des Verstorbenen, die religiösen und kulturellen Glaubensvorstellungen der Ägypter, sowie über die ägyptische Mumifizierungstechnik zu gewinnen.
Sarkophag
Der Sarg des Goldenen Jungen ist ein klassisches Beispiel für die ägyptische Bestattungskultur. Der Sarg besteht aus einem äußeren und einem inneren Sarkophag. Der äußere Sarkophag ist ein rechteckiger, unverzierter Holzsarkophag mit einem Deckel in Tonnenbogengestalt. Auf dem äußeren Sarkophag befinden sich griechische Buchstaben, die in schwarz eingraviert sind. Der innere Holzsarkophag hat eine anthropoide Form mit einer vergoldeten Gesichtsmaske und farbigen Zeichnungen im Stil der spätptolemäischen Ära.
Die Verwendung von zwei Särgen war eine übliche Praxis im alten Ägypten und diente dazu, den Körper des Verstorbenen vor Beschädigungen und Verwesung zu schützen. Der äußere Sarkophag diente als zusätzlicher Schutz. Der innere Sarkophag war der eigentliche Bestattungsbehälter für die Mumie des Verstorbenen. Der innere Sarkophag ist ein beeindruckendes Beispiel für die künstlerische Fähigkeit der Ägypter und zeigt die Verwendung von vergoldeten Elementen und Farbzeichnungen, die typisch für die spätptolemäische Ära sind. Der Sarg des Goldenen Jungen stellt ein wertvolles Zeugnis für die ägyptische Bestattungskultur dar und ermöglicht einen tieferen Einblick in das Denken und die Lebenswelt im alten Ägypten.
Mumie
Die Mumie ist vollständig und gut erhalten. Die Mumie des Goldenen Jungen weist eine Vielzahl von kulturellen und religiösen Einflüssen auf, die sich in ihrem äußeren Erscheinungsbild widerspiegeln. Sie ist ein beeindruckendes Beispiel für die Praktiken im alten Ägypten.
Der Körper ist vollständig ausgestreckt, mit überkreuzten Armen auf der Brust, der rechte Unterarm liegt über dem linken. Die Handflächen sind flach. Der Hals ist leicht gekrümmt und der Kopf ist leicht nach unten geneigt. Insgesamt ist die Mumie intakt und zeigt ein gut erhaltenes Skelett mit darüberliegenden dünnen, ausgetrockneten Weichteilen.
Diese Haltung war eine typische Praxis im alten Ägypten und diente dazu, den Verstorbenen in einer stilisierten und idealisierten Position darzustellen. Die überkreuzten Arme symbolisierten die Vereinigung des Verstorbenen mit den Göttern und die flachen Handflächen symbolisierten die Bereitschaft des Verstorbenen, die Götter zu empfangen. Der leicht gekrümmte Hals und die geneigte Kopfhaltung zeigen die Unterwerfung des Verstorbenen vor den Göttern. Die Haltung der Mumie des Goldenen Jungen ist ein wichtiger Bestandteil ihres äußeren Erscheinungsbildes und gibt einen Einblick in die kulturellen und religiösen Praktiken im alten Ägypten.
Die Mumie trägt eine vergoldete Totenmaske, die idealisierte Gesichtszüge aufweist, die für die damalige Tradition typisch sind. Diese Totenmasken waren ein wichtiger Bestandteil des Bestattungsrituals und sollten dem Verstorbenen dabei helfen, ins Jenseits zu gelangen. Die Augenlinien und Augenbrauen sind mit Edelsteinen eingelegt und die Pupillen bestehen aus schwarzem Obsidian.
Die Mumie selbst ist vollständig in Leinenbinden eingewickelt, die äußere Schicht ist braun. Ein rechteckiges, hellbraunes und 88 × 743 mm großes Leinentuch befindet sich in der Mitte der Vorderseite der Mumie und reicht von der Halsregion bis zu den Beinen der Mumie. Dieses Tuch diente vermutlich dazu, die Identität des Verstorbenen zu belegen. Trockene Farnpflanzen sind transversal auf der Vorderseite der äußeren Schicht der Mumie platziert. Diese Pflanzenbeigaben hatten im Glauben der alten Ägypter eine symbolische Bedeutung und sollten dem Verstorbenen dabei helfen, ins Jenseits zu gelangen.
Der Körper des Verstorbenen ist vollständig in mehreren Leinenschichten eingewickelt, die teilweise transversal oder kreuz und quer verlaufen. Die Leinenschichten der Mumie des Goldenen Jungen sind ein wichtiger Bestandteil des Bestattungsrituals im alten Ägypten und geben einen Einblick in die Techniken und Methoden, die zur Einbalsamierung verwendet wurden. Jede der vier Gliedmaßen ist separat eingewickelt. Zu mindestens die inneren Leinenschichten, die die Mumie direkt umhüllen, sind mit Harz imprägniert.
Der Verstorbene war bei seinem Tod 1,28 Meter groß. Auf der Basis von Computertomographie-Untersuchungen der Wachstumsfugen wurde das Alter des Verstorbenen bei seinem Tod auf 14 bis 15 Jahre geschätzt. Diese Alterseinschätzung wird auch durch die Zahnbildung des Verstorbenen gestützt.
Mumifizierung
Durch Untersuchungen der Mumie konnte festgestellt werden, dass eine Einbalsamierung des Körpers inklusive des Schädels erfolgte.
Die craniale Mumifizierung umfasste das vollständige Entfernen des Gehirns (Exzerebration) durch eine 37,5 × 23 mm große postmortale Öffnung in der vorderen Schädelbasis. In der Schädelhöhle befindet sich ein gehärtetes Harz. Innerhalb beider Augenhöhlen wurden lockere Textilbündel platziert.
Die Körpermumifizierung umfasste das vollständige Entfernen der Eingeweide (Evisceration), mit Ausnahme des Herzens, das innerhalb der mittleren Brusthöhle auf der linken Seite vorhanden ist. Der Einbalsamierungsschnitt ist auf der linken unteren Bauchdecke vorhanden und ist mit Leinen bedeckt. Innerhalb der Beckenhöhle sind lockere Textilbündel vorhanden.
Die Mumifizierung des Verstorbenen gibt einen guten Einblick in die Techniken und Methoden, die im alten Ägypten zur Einbalsamierung verwendet wurden.
Grabbeigaben
Bei der Mumie wurden neben der vergoldeten Totenmaske, einem verzierten Brustschild und einem Paar Sandalen insgesamt 49 Amulette gefunden. Drei Amulette befinden sich innerhalb der Körperhöhle, ein Amulett innerhalb des Mundes und 45 Amulette befinden sich auf der Körperoberfläche oder zwischen den Leinenschichten. Von den 45 Amuletten auf der Körperoberfläche oder zwischen den Leinenschichten befinden sich vier in der Kopf- und Halsregion, 31 Amulette auf dem Torso und 10 Amulette auf den Unterschenkeln.
Die Grabbeigaben des Goldenen Jungen liefern wichtige Einblicke in die Vorstellungen und Glaubensvorstellungen der alten Ägypter über das Leben im Jenseits. Diese Amulette und Symbole, die der Verstorbene bei sich trug, waren dazu gedacht, ihm den Übergang ins Jenseits zu erleichtern und ihm das Wohlergehen im Jenseits zu sichern.
Die neunmal vorhandenen Udjat-Amulette symbolisieren das Auge des Gottes Horus und stellen die Vollständigkeit und Heilung dar. Die siebenmal vorhandenen Scarabäen und Scaraboiden symbolisieren die Wiedergeburt und die Unsterblichkeit. Fünf kleine Flaschen enthalten wahrscheinlich Weihrauch und symbolisieren die Seele des Verstorbenen. Drei Djed-Pfeiler symbolisieren die Unsterblichkeit und die Wiedergeburt.
Die Totenmaske ist in der Form einer tripartiten Perücke angefertigt und zeigt idealisierte Gesichtszüge. Sie ist aus einer inneren Schicht aus Leinen oder Papyrus und einer dünnen Schicht aus höherdichtem Material, wahrscheinlich Gold, gefertigt. Die Totenmaske des Goldenen Jungen diente dazu, das ursprüngliche Aussehen des Verstorbenen zu bewahren und ihm im Jenseits ein angemessenes Erscheinungsbild zu geben. Diese Art von Totenmaske war typisch für Personen mit einem hohen Rang und einer wichtigen Stellung in der alten Ägyptischen Gesellschaft, was somit auf den hohen sozialen Rang des Verstorbenen hinweist.
Der rechteckige Brustschild ist in der Mitte des vorderen Oberkörpers platziert und reicht von der Halsregion bis zu den Beinen. Dieser Schild der Mumie ist ein symbolisches Amulett, das dem Verstorbenen Schutz und Unterstützung im Jenseits gewähren sollte. Es ist davon auszugehen, dass das Schild Verzierungen, wie zum Beispiel Hieroglyphen und religiöse Symbole hat.
Beim Amulett im Mund der Mumie handelt es sich um ein goldenes Zungen-Amulett. Goldene Zungen-Amulette hatten in der ägyptischen Kultur eine tiefere Bedeutung. Im Glaube der alten Ägypter war verbreitet, dass die Verstorbenen im Jenseits vor dem Totengericht standen und Fragen von Göttinnen und Göttern beantworten mussten, um in die Unterwelt zu gelangen. Das goldene Zungen-Amulett sollte dem Verstorbenen dabei helfen, mit Osiris und den anderen Göttinnen und Göttern zu sprechen, um den Übergang in die Unterwelt erfolgreich zu meistern. Es war eine Art spiritueller Schutz, der sicherstellen sollte, dass die Seele des Verstorbenen ihre Reise ins Jenseits erfolgreich abschließen konnte. Das Gold war auch ein Symbol für Unsterblichkeit und Unvergänglichkeit, was es zu einer perfekten Wahl für ein Amulett im Zusammenhang mit dem Tod und dem Jenseits machte.
Die Sandalen sind offene Schuhe ohne Riemen und bestehen wahrscheinlich aus behandelten Papyrus oder Palmfasern. Sie dienten nicht nur als Schutz für die Füße des Verstorbenen im Jenseits, sondern hatten auch symbolische Bedeutungen. Nach dem Glauben der alten Ägypter sollte der Verstorbene im Jenseits in der Lage sein sie zu tragen und sich damit fortzubewegen. Bei den Bestattungsriten der alten Ägypter wurde großer Wert darauf gelegt ihre Verstorbenen für ihre Reise ins Jenseits bestmöglich auszustatten und ihnen alle notwendigen Ausrüstungen und Werkzeuge zur Verfügung zu stellen.
Literatur
Sahar N. Saleem, Sabah Abd el-Razek Seddik, Mahmoud el-Halwagy: Scanning and three-dimensional-printing using computed tomography of the “Golden Boy” mummy. In: Frontiers in Medicine. Band9, 24. Januar 2023, ISSN 2296-858X, S.1028377, doi:10.3389/fmed.2022.1028377 (frontiersin.org).
Hồ Chí Minh (Aussprache [hò̤wcǐmɪɲ]; anhörenⓘ/?; Hán Nôm 胡志明; * 19. Mai 1890 in Kim Liên, Nghệ An als Nguyễn Sinh Cung; † 2. September 1969 in Hanoi) war ein vietnamesischer Revolutionär und marxistisch-leninistischer Politiker, Premierminister (1945–1955) und Präsident (1945–1969) der Demokratischen Republik Vietnam.
Nach mehreren Stationen im Ausland, darunter Paris und Moskau, gehörte Hồ Chí Minh 1930 in Hongkong zu den Gründern der Kommunistischen Partei Indochinas, aus der später die Kommunistische Partei Vietnams hervorging. 1941 wurde er in Vietnam zum Anführer der neu gegründeten Việt Minh, die im Zweiten Weltkrieg gegen die japanischen Besatzer und die vichy-französische Kolonialmacht kämpfte, die mit den Japanern kollaborierte. Nach der Ausrufung der Unabhängigkeit am 2. September 1945 ging der Kampf um Vietnam jedoch weiter: zuerst im Indochinakrieg gegen Frankreich (1946–1954), dann im Vietnamkrieg (1955–1975), dessen Ende Hồ Chí Minh nicht mehr erlebte.
Nach der Wiedervereinigung Vietnams wurde Saigon, die frühere Hauptstadt Südvietnams, 1976 ihm zu Ehren in Ho-Chi-Minh-Stadt umbenannt.
Name
„Hồ Chí Minh“ war ursprünglich nur einer seiner zahlreichen Decknamen. Er gab sich zu dieser Zeit als chinesischer Journalist aus, behielt den Namen aber später.
Da Hồ Chí Minh bis zu seiner Präsidentschaft viel im Untergrund arbeitete sowie seit seiner ersten Abreise aus Vietnam von der französischen Sûreté (der Sicherheitspolizei) und anderen Geheimdiensten verfolgt wurde, verwendete er ständig neue Namen. Es wird vermutet, dass ihm bis zu 50 Pseudonyme zugerechnet werden können.[2] Erschwert wird die Forschung dadurch, dass Hồ Chí Minh zeitlebens äußerst geheimnisvoll mit seinen Namen und seiner Vergangenheit umging. Selbst zu dem Decknamen Nguyễn Ái Quốc, unter dem er ein bekanntes Komintern-Mitglied in Moskau und Paris gewesen war, wollte er sich später jahrelang nicht bekennen.
Die bekanntesten und wichtigsten sind: sein Kindername Nguyễn Sinh Cung (阮生恭); der Name während seiner Schulzeit und seiner ersten Schiffsreisen um die Welt: (tự, 字) Nguyễn Tất Thành (阮必成, Nguyễn muss [sein Ziel] erreichen). Nach dem Ersten Weltkrieg, als er in Frankreich politisch aktiv wurde, tat er dies unter dem Namen Nguyễn Ái Quốc (阮愛國, Nguyễn liebt sein [Vater]land oder: „Nguyễn der Patriot“); und schließlich seit 1942 Hồ Chí Minh (胡志明, Hồ klarer Wille). In Vietnam wird er auch heute noch Bác Hồ (伯胡, Onkel Hồ) genannt. Weitere Pseudonyme waren unter anderem Lý Thụy (李瑞), Hồ Quang (胡光) und Tống Văn Sơ bzw. Sòng Wénchū (宋文初).
Leben
Geburt
Nguyễn Sinh Cung wurde vermutlich am 19. Mai 1890 in dem kleinen Dorf Kim Liên in der mittelvietnamesischen Provinz Nghệ An als jüngstes von drei Geschwistern geboren. Er gab später im Laufe seines Lebens immer wieder verschiedene Geburtsdaten an, die von 1894 bis 1903 reichen. Das Jahr 1890 gilt mittlerweile als die „offizielle“ Version, die zwar noch immer von einigen Forschern angezweifelt wird, aber aufgrund einiger bekannter Ereignisse aus der Kindheit als plausibel angesehen werden kann.
Auch über den Tag seiner Geburt besteht in der Forschung Uneinigkeit. Es ist gut möglich, dass der 19. Mai absichtlich mit jenem Datum zusammenfällt, an dem 1941 der Việt Minh gegründet wurde. Da im ländlichen Vietnam zudem oft keine Aufzeichnungen über Geburtstage gemacht wurden, ist ebenso denkbar, dass Hồ Chí Minh seinen Geburtstag selbst nicht kannte.[3]
Kindheit und Jugend in Vietnam
Hồs Vater Nguyễn Sinh Sắc war ein konfuzianischer Gelehrter, der es bis zum Äquivalent einer Doktorprüfung schaffte, was für Angehörige der Landbevölkerung ungewöhnlich war. Nguyễn Sinh Sắc schlug jedoch lange Zeit bewusst nicht den Weg einer bürokratischen Laufbahn ein, sondern blieb für ein bescheidenes Gehalt Lehrer in seiner Heimatregion. Für Nguyễn Sinh Sắc war dies auch eine Form des Protests gegen die französische Kolonialverwaltung. Da er stark vom Konfuzianismus geprägt war, lehnte Nguyễn Sinh Sắc aber eine Auflehnung gegen die eigentliche vietnamesische königliche Obrigkeit oder gar eine Revolution vehement ab. Er überwarf sich später deswegen mit seinem Sohn.
Nguyễn Sinh Cung (Hồ Chí Minh) wurde von Zeitgenossen als wissbegieriger, gelehriger Schüler beschrieben, der schon in jungen Jahren eine Abneigung gegen die französische Besatzung zeigte, aber darüber hinaus weitgehend unpolitisch blieb. Mit Eintritt in das Schulalter erhielt er von seinen Eltern den Namen „Nguyễn Tất Thành“.
Bei einer Bauerndemonstration gegen die Steuern und die Lebensumstände unter dem Kolonialregime in der Königsstadt Huế, in die der Vater mit den Söhnen schließlich 1906 gezogen war, schloss sich Nguyễn Tất Thành den Bauern an, um zwischen Vietnamesen und Franzosen zu dolmetschen. Thanh besuchte zu diesem Zeitpunkt eine französische Schule. Da weder Bauern noch Obrigkeit zu Zugeständnissen bereit waren, endete die Demonstration im Kugelhagel französischer Soldaten. Nguyễn Tất Thành wurde als „Aufrührer“ am folgenden Tag der Schule verwiesen.[4]
Reisen in Europa und in die Vereinigten Staaten
Vermutlich durch dieses Ereignis erst recht politisiert, zog Nguyễn Tất Thành erst nach Sàigòn und heuerte schließlich auf einem französischen Dampfer an, um Frankreich zu sehen. Noch immer hatte er keine konkrete Vorstellung, wie und in welcher Weise man gegen die Kolonialherrschaft vorgehen könne. Vereinzelte vietnamesische Intellektuelle stritten schon damals über einen „gewaltsamen“ und einen „reformistischen“ Weg. Nguyễn Tất Thành erklärte damals Begleitern, er wolle die Okkupatoren besser verstehen lernen und müsse dazu Frankreich kennenlernen. 1911, im Alter von 21 Jahren, verließ Nguyễn Tất Thành Vietnam.
Über seine Reisezeit liegt vieles im Dunkeln. Neben mehreren kurzen Stationen in Frankreich lebte er sowohl einige Zeit in New York und Boston als auch in England. In London arbeitete er dabei als Küchengehilfe im Carlton-Hotel unter dem Küchenchef Auguste Escoffier.[5] Vermutlich 1917 kehrte er nach Frankreich zurück. Ab 1919 ist sein Leben wieder besser dokumentiert, da die französische Geheimpolizei seine Spur aufgenommen hatte.[6]
Politische Sozialisation in Frankreich
Hồ Chí Minh im Jahr 1921. In seiner Pariser Zeit war er unter dem Namen Nguyễn Ái Quốc bekannt.
In Paris schloss sich Nguyễn Tất Thành der Section Française de l'Internationale Ouvrière (SFIO), einem Vorläufer der sozialistischen Partei Frankreichs (Parti socialiste) an, sowie der „Association des Patriotes Annamites“ (Gemeinschaft der annamitischen Patrioten), einem Verein, der sich an Vietnamesen richten sollte, die in Frankreich leben.[7]
Die Gründung der Association fiel in eine Zeit, in der sich im Zuge der Vorschläge des US-Präsidenten Woodrow Wilson zahlreiche koloniale Organisationen in der Hoffnung auf verbesserte politische Mitsprache zusammenschlossen. Am 18. Juni 1918 veröffentlichte die Association eine Petition, in der Nguyễn Tất Thành forderte, Wilsons Ideen müssten auch für die französischen Kolonien in Indochina verwirklicht werden. Der Ton der Petition war moderat; der Begriff „Unabhängigkeit“ kam nicht vor. Nguyễn Tất Thành schrieb den Text vermutlich nicht allein, sollte aber für die folgenden drei Jahrzehnte als jener „Nguyễn Ái Quốc“ („Nguyễn, der Patriot“) bekannt werden, dessen Name unter der Petition stand.[7][8] Der Text erregte Aufsehen, blieb jedoch sowohl national als auch bei den Friedensverhandlungen von Versailles folgenlos.
Als die Sozialisten sich in einen moderaten Flügel um Léon Blum und einen radikalen Flügel mit Marcel Cachin spalteten, sympathisierte Nguyễn Ái Quốc mit den Radikalen. Seine Zeitgenossen bemerkten später, Nguyễn Ái Quốc habe zu diesem Zeitpunkt noch praktisch nichts über Marxismus oder den Unterschied zwischen Zweiter und Dritter Internationale gewusst. Seine Sympathie für Sozialdemokratie und Marxismus speiste sich aus der Antipathie gegen die europäischen Kolonialherrscher, deren Herrschaft aus seiner Sicht auf Kapitalismus und Imperialismus beruhten. Erst der Kontakt mit Lenins Schriften zu dieser Zeit machte Nguyễn Ái Quốc zu einem Anhänger der marxistischen Revolution. Auf dem Zweiten Komintern-Kongress 1920 hatte Lenin erklärt, im Kampf gegen den Kapitalismus müssten sich die kommunistischen Parteien mit den demokratisch-antikolonialen Strömungen in den Kolonien verbünden: Die Macht der kapitalistischen Staaten basiere auf dem wirtschaftlichen Vorteil durch ihre Kolonien. Er traf damit einen Nerv bei Nguyễn Ái Quốc.
In der Zeitung L’Humanité veröffentlichte Nguyễn Ái Quốc mehrere kritische Artikel gegen die Ergebnisse der französischen Kolonialherrschaft in Indochina und warb unter den französischen Sozialisten fortan heftigst darum, das Thema der Kolonien zu forcieren.[9] Als die radikale Fraktion unter der Führung von Cachin sich schließlich 1920 zur ersten französischen kommunistischen Partei zusammenschloss, gehörte Nguyễn Ái Quốc zu den Gründungsmitgliedern. 1922 gründete er die „Union Intercoloniale“, einen Bund, der Mitglieder aus den Kolonien vereinen sollte.[10] Die Union erwies sich wegen der unterschiedlichen Interessen ihrer weltweiten Mitglieder als wenig effektiv.
1922 gründete er auch die Zeitung Le Paria, in welcher er in französischer Sprache auf die Grausamkeiten des Kolonialismus aufmerksam machen wollte. Zeitweise sorgte er selbst für die Verteilung der Publikation auf der Straße. Die Zeitung wurde noch drei Jahre nach seinem Weggang aus Paris fortgeführt.[11]
Als Revolutionär in Moskau, Kanton und Hongkong
In der UdSSR verfolgte er weiterhin seinen Ansatz, die bäuerliche Bevölkerung in den Kolonien als zentralen Baustein einer Weltrevolution zu verteidigen. Er ließ sich dafür in mehrere Gremien wählen und begann seine Ausbildung an der Kommunistischen Universität der Werktätigen des Ostens in Moskau.[12] Auf dem fünften Komintern-Kongress im Juni 1924 unterstrich er öffentlich seine Sichtweise und verglich die Kolonien mit dem „Kopf der Schlange des Kapitalismus“: Das „Gift“ und die „Lebensenergie“ der westlichen Länder lägen in ihren Kolonien, nicht in den Mutterländern. Gleichzeitig seien die Bauern vor Ort zu schwach und zu unorganisiert und benötigten dringend die Hilfe der Kommunistischen Internationalen, so Hồ Chí Minh.[13]
Nguyễn Ái Quốcs Rede schlug sich nicht in einer veränderten Politik Moskaus nieder, aber führte zumindest dazu, dass die kommunistischen Führer der Kolonie-Frage mehr Aufmerksamkeit widmeten und verstärkt auch asiatische Schüler an die Stalinschule holten. Nguyễn Ái Quốc selbst wurde in der UdSSR endgültig zu einer bekannten Persönlichkeit. Er traf während dieser Zeit unter anderem auf Nikolai I. Bucharin, Ernst Thälmann, Zhou Enlai, Chiang Kai-shek und den Inder M. N. Roy.
Gedenkhaus für Hồ Chí Minh in Ban Nachok, Nakhon Phanom, Thailand
1925 und 1926 organisierte er politischen Unterricht für vietnamesische Jugendliche an der Whampoa-Militärakademie in Kanton, die 1924 von der Kuomintang eröffnet worden war. Er gab auch selbst Kurse in sozialistischer Politik für die jungen Vietnamesen, die wenige Jahre später an der Begründung der kommunistischen Bewegung in Vietnam mitwirkten.
Im Oktober 1926 heiratete er im Alter von 36 Jahren eine katholische Chinesin, die 21-jährige Hebamme Tăng Tuyết Minh (Céng Xuěmíng 曾雪明). Sie lebten ein halbes Jahr zusammen, bis er im April 1927 China verließ.[14] Die Ehe wurde später von den vietnamesischen Kommunisten geheim gehalten, da sie nur schlecht in das idealisierte Bild ihres „Vaters der Nation“ passte.
Nach Angaben des ehemaligen deutschen Kommunisten und späteren Sozialdemokraten Erich Wollenberg war Hồ Chí Minh entscheidend beteiligt an der Herstellung einer Anleitung für kommunistische Aufstände, die 1928 in Moskau gedruckt wurde (Der bewaffnete Aufstand. Versuch einer theoretischen Darstellung), aber im Impressum Zürich aufwies, um das Werk als legalen Druck erscheinen zu lassen. Der Autorentitel „A. Neuberg“ steht gleichfalls für Hồ, ebenso aber auch für Hans Kippenberger und Michail N. Tuchatschewski.
Im Februar 1930 gründete Hồ Chí Minh die Kommunistische Partei Indochinas, aus der die heutige Kommunistische Partei Vietnams hervorging.[15] Im Juni 1930 wurde Hồ Chí Minh von den britischen Behörden in Hongkong verhaftet, kam jedoch unter bisher ungeklärten Umständen wieder frei und arbeitete daraufhin für die Komintern. Die französischen Kolonialbehörden hatten Hồ Chí Minh in der Zwischenkriegszeit in Abwesenheit zum Tode verurteilt.[16] Sein Heimatdorf wurde im selben Jahr als Reaktion der französischen Kolonialbehörden auf einen lokalen Aufstand zerstört.[17]
Zweiter Weltkrieg, Unabhängigkeit Vietnams
Hồ Chí Minhs Wohnhaus in Hanoi
1941 kehrte Hồ Chí Minh nach Vietnam zurück. Er war an der Gründung der Việt Minh beteiligt und wurde deren politischer Vorsitzende, während Võ Nguyên Giáp der militärische Befehlshaber wurde. Im Zweiten Weltkrieg leitete er ihre militärischen Operationen gegen die japanischen Besatzungstruppen und gegen die mit den Japanern kollaborierende und dem Vichy-Regime unterstehende Kolonialverwaltung Indochinas. Während des fünfmonatigen Kampfes gegen die japanische Besatzung von März bis zum 15. August 1945 wurden die Việt Minh offizielle Verbündete der Alliierten und vom Office of Strategic Services (OSS) logistisch unterstützt. Hồ Chí Minh wurde unter dem Decknamen „Lucius“ für diese Zeit in die Dienste des OSS aufgenommen.[18.1]
Võ Nguyên Giáp und Hồ Chí Minh (ca. 1942)
Nach der Kapitulation Japans leitete Hồ Chí Minh die Augustrevolution, die in der Ausrufung der Unabhängigkeit Vietnams von Frankreich am 2. September 1945 endete. Zugleich wurde Hồ Chí Minh Premierminister (bis 1955) und Präsident der Demokratischen Republik Vietnam.
Gemäß der Potsdamer Konferenz vom Juli 1945 besetzten ab September 1945 britische und nachfolgend französische Truppen Südvietnam, wobei es zu heftigen Kämpfen mit den Việt Minh kam. Obwohl fünf Monate später der französische Generalmajor Leclerc den Sieg verkündete, kontrollierten die Việt Minh weiterhin große Teile des Südens, vor allem auf dem Land. Währenddessen wurde Vietnam nördlich des 17. Breitengrads von der Besatzungsmacht Nationalchina ausgebeutet. Nachdem Frankreich mit China ein Übereinkommen getroffen hatte, stand auch die Besetzung Nordvietnams durch französische Truppen bevor. Um einen gleichzeitigen Kampf gegen Franzosen und Nationalchinesen zu vermeiden, handelte Hồ mit dem Abgesandten de Gaulles, Jean Sainteny, am 6. März 1946 einen Kompromiss aus. Danach erkannte Frankreich Vietnam als „freien“ Staat innerhalb der Französischen Union an, während Hồ Chí Minh zusicherte, für die nächsten fünf Jahre die französische Kontrolle Nordvietnams anzuerkennen.[18.2] Er begründete dies mit den Worten:
„Was mich angeht, ziehe ich es vor, fünf Jahre französischen Mist zu riechen, als für den Rest meines Lebens chinesischen zu essen.“[18.3]
Indochinakrieg
Hồ Chí Minh 1957 bei einem Staatsbesuch in der DDR mit Matrosen der Volksmarine (damals noch „Seestreitkräfte“) in Stralsund
1946 versuchten die Franzosen, Vietnam wieder zu besetzen. Am 23. November bombardierten sie Hải Phòng, wobei 6000 Zivilisten ums Leben kamen. Daraufhin gab Hồ dem Druck der Hardliner innerhalb der Việt Minh nach und der landesweite Kampf gegen die französische Kolonialherrschaft nahm seinen Anfang.[18.4] Der Indochinakrieg dauerte bis 1954 an.
Zwischen 1953 und 1956 führte das nordvietnamesische Regime verschiedene Reformen ein, darunter Mietsenkungen und Landreformen, welche zum Teil von politischer Repression begleitet wurden. Während der Landreformkampagne wurden zwischen 10.000 und 15.000 Menschen hingerichtet.[19][20]
Vietnamkrieg
Nach dem Indochinakrieg ging der Kampf um die Vereinigung und Befreiung Vietnams vom Einfluss der Kolonialmächte ununterbrochen weiter. Auch im Vietnamkrieg (1955 bis 1975) gehörte Hồ Chí Minh zu den treibenden Kräften bei den Versuchen, Nordvietnam und Südvietnam wiederzuvereinigen. 1965 griffen die USA in den Krieg ein und unterstützten das Regime in Südvietnam. Hồ Chí Minh richtete die Trường-Sơn-Straße für den heimlichen Materialtransport von Nord- nach Südvietnam ein. Dieses Netz von militärischen Versorgungswegen wurde im Westen als Ho-Chi-Minh-Pfad bekannt.
In den 1960er Jahren zog sich Hồ Chí Minh altersbedingt zunehmend aus der politischen Entscheidungsfindung zurück. An seiner Stelle führten nun Premierminister Phạm Văn Đồng, der Erste Parteisekretär Lê Duẩn und das Politbüro faktisch die Regierungsgeschäfte.[18.5]
Hồ Chí Minh starb am 2. September 1969, zugleich der vietnamesische Unabhängigkeitstag, in Ba Vì, heute Verwaltungsgebiet Hanoi, im Alter von 79 Jahren an Herzversagen. Die kommunistische Führung verlegte das Todesdatum zunächst auf den 3. September, was man erst in den 1980er Jahren korrigierte.
Wirkung
Bedeutung
Hồ Chí Minh erlangte mit seinem Einsatz für die Befreiung Vietnams vom Einfluss der Kolonialmächte auch über Vietnam und Asien hinaus einen weltweiten Bekanntheitsgrad. Zusammen mit Mao Zedong und dem argentinisch-kubanischen Revolutionär Che Guevara gilt er bis heute als einer der bedeutendsten Praktiker des modernen Guerillakampfs. Ebenso wie für viele internationale Befreiungsbewegungen galt er auch für die aufständischen Studenten der westlichen Industriegesellschaften Mitte bis Ende der 1960er Jahre als wichtige Symbolfigur und revolutionäres Vorbild (vgl. Außerparlamentarische Opposition und Westdeutsche Studentenbewegung der 1960er Jahre). Der „Schlachtruf“ Ho-Ho-Ho-Chi-Minh! war ein Kennzeichen vieler Demonstrationen der 1968er-Bewegung.
Durch seinen bescheidenen, die marxistisch-leninistische Theorie in die eigene tägliche Praxis umsetzenden Lebensstil (er lebte in einer Hütte neben dem Regierungsgebäude), der Forderung nach politischer Partizipation der Bauern und nach Gleichberechtigung von Frauen und Männern wurde er zur personifizierten Revolution und glaubwürdigen nationalen Vaterfigur.[18.6]
Die US-Zeitschrift Time zählte ihn 1998 zu den 100 einflussreichsten Menschen des 20. Jahrhunderts.[21]
Personenkult
Eine Gruppe von Kriegsveteranen vor dem Hồ-Chí-Minh-Mausoleum
Hồ Chí Minh war für einen einfachen Lebensstil, Bescheidenheit und Integrität bekannt, aber sowohl während seiner Präsidentschaft wie auch nach seinem Tod das Zentrum eines großen Personenkults. In Hanoi wurde ein Mausoleum im Stil des Lenin-Mausoleums errichtet, wo sein einbalsamierter Leichnam gegen seinen Willen ruht (er wollte, dass seine Leiche verbrannt und die Asche in Nord-, Mittel- und Südvietnam vergraben wird). Das Mausoleum wurde 1975 eingeweiht und steht in der Nähe des Platzes, an dem Hồ Chí Minh am 2. September 1945 die Unabhängigkeitserklärung öffentlich verlas.
1976 wurde die Stadt Saigon ihm zu Ehren in Ho-Chi-Minh-Stadt umbenannt.
Unter anderem wurde im Jahr 1976 in Berlin der Weißenseer Weg in Ho-Chi-Minh-Straße umbenannt. Der nach dem Mauerfall neu gebildete Senat von Berlin hat diese Straße 1992 wieder zurückbenannt.
Rezeption in der Kunst
In der Musik
Der Komponist Günter Kochan komponierte die Kantate Das Testament von Ho chi Minh (1970) für Sprecher, Kammerorchester und neun Instrumente.
Dieter Salbert komponierte „… aber der Geist entkommt“ – Freiheitskantate nach dem Gefängnistagebuch des Ho Chi Minh für Sopran, Sprecher, Sprechchor, 6 Bläser, 4 Streicher, 3 Tasteninstrumente und Schlagzeug (1970/71), uraufgeführt am 8. Juni 1971 im Rahmen der Ars Nova Tage des Bayerischen Rundfunks / Studio Nürnberg, Übersetzung aus dem Englischen von Arnfried Astel, Musikverlag Zahoransky.
Victor Jara schrieb das Lied El Derecho de Vivir en Paz des gleichnamigen, 1971 veröffentlichten Albums in Gedenken an Hồ Chí Minh. Der Titel wurde 2019 während der sozialen Proteste in Chile zu einer Protesthymne.
Terry Callier benannte den Titel Ho Tsing Mee (A Song of the Sun) seines 1972er Albums What Color is Love? nach Hồ Chí Minh[22]
In der bildenden Kunst
Heinrich Drake: Hồ Chí Minh (Porträtbüste, Bronze, 1958)[23]
Tran Nguyen Dan: Hồ Chí Minh (Farbholzschnitt; 39 × 28 cm, um 1973)[24]
Publikationen
Nhật ký trong tù / Yù zhōng rìjì獄中日記 (Gefängnistagebuch: Gedichte, verfasst 1942–1943 in klassischem Chinesisch). Deutsche Übersetzung von Erhard und Helga Scherner: Gefängnistagebuch. Heras-Verlag, Berlin 2020.
Literatur
Jules Archer: Ho Chi Minh. Legend of Hanoi. Bailey Bros. & Swinfen, New York 1971, ISBN 0-561-00153-7.
Pierre Brocheux: Ho Chi Minh. A Biography. Cambridge University Press, Cambridge 2007, ISBN 0-521-85062-2.
Pham van Dong: Ho Chi Minh. Ein Mensch, eine Nation, eine Epoche, eine Sache. Verlag der Fremdsprachen, Hanoi 1980.
William J. Duiker: Ho Chi Minh. A Life. Hyperion, New York 2001, ISBN 0-7868-8701-X.
Martin Großheim: Ho Chi Minh. Der geheimnisvolle Revolutionär. Leben und Legende. Beck, München 2011, ISBN 978-3-406-62208-3. eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche
Hellmut Kapfenberger: Ho Chi Minh. Eine Chronik. Neues Leben, Berlin 2009, ISBN 978-3-355-01758-9.
Jean Lacouture: Ho Chi Minh. A Political Biography. Random House, New York 1968, ISBN 0-394-42899-4.
Virginia Morris, Clive A. Hills: Ho Chi Minh’s Blueprint for Revolution: In the Words of Vietnamese Strategists and Operatives. McFarland, Jefferson 2018, ISBN 978-1-4766-6563-4.
Reinhold Neumann-Hoditz: Ho Tschi Minh. In Selbstzeugnissen und Bilddokumenten. Rowohlt, Reinbek b. Hamburg 1971, ISBN 3-499-50182-1.
Sophie Quinn-Judge: Ho Chi Minh. The Missing Years 1919–1941. University of California Press, Berkeley 2002, ISBN 0-520-23533-9.
Horst Szeponik: Ho Chi Minh – Ein Leben für Vietnam. Biografie. Neues Leben, Berlin 1981.
Tran dan Tien: Ho Chi Minh: Der Begründer des Unabhängigen Vietnams. Laufersweiler, Gießen-Wieseck 2000, ISBN 3-89687-295-8.
↑Manche Autoren gehen von bis zu 75 Namen aus. Siehe z. B. „His Many Names and Travels“ in Vietnam Courier (Mai 1981).
↑Die Biographien haben einerseits mit den nur spärlichen Informationen aus der Jugendzeit zu kämpfen und leiden andererseits an der vor allem in Vietnam üblichen mythischen Überhöhung, die die Forschung kompliziert. Eine fundierte Biographie ist William J. Duiker: Hồ Chí Minh. A Life, New York 2000. Zu den bekanntesten populärwissenschaftlichen Werken zählt David Halberstam: Ho, New York 1971.
↑Die Autobiographie unter dem fiktiven Namen Trần Dân Tiên: Những mẩu chuyện về đời hoạt động của Hồ Chủ tịch ist eine der wichtigsten Quellen für Hos Jugendzeit. Es existiert eine englische Ausgabe unter dem Namen: Glimpses of the Life of Hồ Chí Minh.
↑Hồ Chí Minh erwähnt dieses Ereignis in seiner unter Pseudonym und in der dritten Person geschriebenen Autobiographie (siehe oben).
↑Eine ausführliche Analyse der Akten der französischen Geheimpolizei bei Duiker: Ho Chi Minh. A Life. Siehe auch Thu Trang Gaspard: Ho Chi Minh à Paris, Paris 1992, sowie Jean Lacouture: Ho Chi Minh, Paris 1967.
↑Siehe Gaspard: Ho Chi Minh, S. 64 f. sowie Daniel Hémery: Ho Chi Minh. De l’Indochine au Vietnam. Paris 1990, S. 44. Die Petition unterschrieb Thanh noch mit „Quac“, änderte dies jedoch später in das gebräuchliche „Quoc“.
↑Beispielsweise in seiner Rede auf dem Kongress in Tours.
↑Bruce Lockhart, William J. Duiker: Historical Dictionary of Vietnam. Lanham, 2006, S. 296.
↑In einem Text von 1924 über „Die russische Revolution und die Kolonialvölker“ beschreibt Nguyễn Ái Quốc die Schule in seinem trockenen, auflistenden Stil.
Kirche von Illmersdorf (Südseite). Unter dem kleineren linken Fenster befindet sich die Familiengruft mit den Mumien.Kirche von Illmersdorf (Nordseite). Der verputzte Wandteil auf der Nordseite mit dem Lüftungsfenster zeigt die Ausmaße der Gruft.
Die Mumien von Illmersdorf sind elf mumifizierte Leichname, acht Erwachsene und zwei Kinder sowie ein Säugling, in zehn Särgen[1]
in der Mumiengruft der Dorfkirche Illmersdorf im brandenburgischen Illmersdorf bei Drebkau. Die Mumien entstanden, ohne dass künstliche Mumifizierungsverfahren angewandt wurden. Fachleute vermuten, dass die Körper austrockneten und so mumifiziert wurden. Heute sind die Mumien aus dem Zeitraum 1748 bis 1821 eine Touristenattraktion. Fünf der insgesamt elf Mumien können durch eine Glasscheibe besichtigt werden. Die Mumien von Illmersdorf sind die einzigen der Lausitz und gelten als der größte Mumienschatz Brandenburgs.[2]
Geschichte
Gut Illmersdorf der Familie Normann
Im Jahr 1738 kaufte laut der Ortschronik Caspar Ernst von Normann, ein Obristwachtmeister vom Rothenburgschen Grenadier-Regiment und Angehöriger eines Uradels auf der Insel Rügen, das Gut Illmersdorf.[2]
Die Familie von Normann ist ein altes pommersch-rügisches Adelsgeschlecht, das erstmals im 13. Jahrhundert im Fürstentum Rügen erwähnt wurde. Vier Jahre nach dem Kauf baute er 1742 anstelle der Gutskapelle eine neue Kirche im Ort.[2][3]
Unter der Empore der kleinen Kirche ließ er eine Gruft (7,80 × 3,10 × 2,30 m)[1]
für sich und seine Gattin, Johanna Louise, geborene von Barfus, einrichten. Das Allianzwappen beider Familien befindet sich über der Westtür, ein zweites Wappen in der Kirche.[4]
Seine Wappentafel außen an der Westwand trägt die Inschrift: „Durch Gottes Hilfe hat diese Kirche erbauen lassen Caspar Ernst von Normann MDCCXLII Königlich-Preußischer Obristwachtmeiser der Cavallerie“[5]
Nur sechs Jahre nach der Fertigstellung wurde der Erbauer selbst 1748 hier beigesetzt. Im Zeitraum von 1748 bis 1821 wurden die Verstorbenen in insgesamt acht großen und zwei kleinen Särgen hier bestattet. Darin befinden sich elf Mumien: fünf Frauen, drei Männer, zwei Kinder und ein Säugling. Die Schwiegertochter des Erbauers starb bei der Entbindung ihres Kindes und wurde mit dem Säugling zusammen in einem Sarg bestattet.[1]
Alle Leichen wurden mumifiziert, denn die Gruft war gut belüftet und trocken.[6]
Durch eine Maueröffnung konnte der beständige Luftzug die Leichen austrocknen und so mumifizieren, bevor die Fäulnis einsetzte.[2][7]
1794 erfolgte ein Umbau der Kirche. Eine Inschriftkartusche im Mittelbogen der Westempore oberhalb besagt:
„1794 vom kgl. Preuß. Hauptmann Wilhelm Erdmann v. Normann die Kirche weißen und dieses Chor erbauen lassen.“[1]
Im Jahr 1843 verkaufte die Familie von Normann ihr Rittergut.[1]
Zeit nach der Familie Normann
Im Jahr 1930 erfolgte eine Sanierung der Kirche.[3] Ursprünglich lagen in den Särgen auch Grabbeigaben, wie ältere Einheimische erzählen. Diese seien jedoch vermutlich spätestens nach dem Zweiten Weltkrieg geplündert worden.[8]
Soldaten der Roten Armee plünderten 1945 die Grabbeigaben und Einwohner konnten verhindern, dass die Särge auf dem Dorfplatz verbrannt wurden.[1]
Zu DDR-Zeiten drohte dem Ort und der Kirche der Abriss für die Erweiterung der Tagebaue des Lausitzer Braunkohlereviers. Deshalb verfiel die Kirche langsam.
Nach der Wende ab 1989 war der Abriss der Ortschaft nicht mehr notwendig und die Kirche wurde ab 1996 für umgerechnet 409.000 Euro saniert.[8]
Bei der Restaurierung der Mumien in der Gruft traten sehr hohe Schimmelpilzkonzentrationen auf.[9]
Im Mai 2001 erhielt die Kirche ein neues Dach.[3]
Im Jahr 2002 wurden Kirche und Gruft wieder eröffnet. Nun können nur noch vier Särge mit fünf Mumien hinter einer Glasscheibe besichtigt werden. Es handelt sich dabei um den Erbauer der Kirche, seinen Sohn, seine Mutter und seine Schwiegertochter mit ihrem toten Säugling.[10]
Die schützende Glasscheibe ermöglicht die Aufrechterhaltung eines gleichmäßigen trockenen Klimas und soll das Eindringen von Pilzen, die die Mumien zerstören könnten, verhindern.[11]
Sechs weitere Särge in der Gruft sind geschlossen, für die Reinigung der Mumien und ihrer farbenprächtigen Festgewänder fehlen der Kirchengemeinde und dem kleinen Ort das Geld.[10]
Im Jahr 2013 besichtigten rund 1500 Besucher die Mumien von Illmersdorf und die denkmalgeschützte Fachwerkkirche.[10][8]
Personen in der Mumiengruft
Mehrere mumifizierte Personen sind nicht namentlich bekannt. Nur bei einem der zehn Särge stehen in der Deckelinschrift der Name und die Lebensdaten:
„Allhier ruhet in Gott Frau Caroline Louise von Schönbergs gebohren von Normann geb. den 3ten März 1740 gest. den 17. April 1821. Du wirst uns Unvergesslich sein.“[1]
Name
Geburt
Tod
Anmerkung
Caspar Ernst von Normann
1696
1748
Er war der Erbauer der Kirche mit Gruft und zu Lebzeiten ein sehr kräftiger Mann.
Ulrike Eleonore von Normann
1736
1765
Die geborene von Rieben war die Schwiegertochter des Erbauers. Sie starb bei der Entbindung ihres Kindes (Totgeburt), das an ihrer Seite im Sarg mit bestattet wurde (Nur der Kopf ist zu sehen). Sie ist wahrscheinlich in einem Hochzeitskleid, einem sogenannten „Watteau-Faltenkleid“ (hinten zusammengebunden), bestattet worden.[5]
Wilhelm Erdmann von Normann
1734
1806
Vierter Sohn des Erbauers, königlich preußischer Rittmeister, Gatte von Ulrike Eleonore von Rieben, Bruder von Caroline Luise von Schönberg; beigesetzt in seiner Uniform, allerdings mit einer Hausmütze, Waffen fehlen (vermutlich geplündert)[12]
Caroline Luise von Schönberg
1740
1821
Die geborene von Normann (* 3. März 1740; † 17. April 1821) war die Tochter des Erbauers. Über ihrem Körper sind Bänder gespannt. Sie wurde im April 1821 beerdigt. Unwahrscheinlich und unbelegt ist die Aussage, dass sie nur scheintot gewesen sein soll und von innen an den Sarg geklopft habe. Ihre Erben – die den Besitz schon unter sich verteilt hatten – hätten sie gefesselt und dann beerdigt. Weitere Erklärungen sind, dass Leichen, die erst nach dem Eintreten der Totenstarre in den Sarg gelegt wurden, oft mit Schnüren zusammengebunden werden mussten, damit sie ordentlich dalagen,[6] oder dass sie schlicht zur Transportsicherung dienten.[13]
Johanna Louise von Normann
Die geborene von Barfus war die Ehefrau des Erbauers.[4]
Andreas von Scheven: Illmersdorf. Die Mumiengruft – eine besondere Grablege im Land Brandenburg. In: Brandenburgische Denkmalpflege, 2007, Jahrgang 16, Heft 2.
↑ abcdefghAndreas von Scheven: Illmersdorf. Die Mumiengruft – eine besondere Grablege im Land Brandenburg. In: Brandenburgische Denkmalpflege. Nr.2, 2007, S.28–42.
↑ abcdKai Biermann: Von innen an den Sarg geklopft. In: Berliner Zeitung. 14. Dezember 1999 (berliner-zeitung.de).
↑ abcNeues Dach über alte Mumie. In: Berliner Zeitung. 2. April 2001 (berliner-zeitung.de).
↑Manuel Hirsch: Auch Deutschland hat seine Mumien. In: Pattaya Blatt. 13. Oktober 2013 (pattayablatt.com).
↑ abcMumien und schaurige Stories. 25. Juli 2002 (archive.org).
↑Kramer G., Wildführ W.: Schimmelpilzuntersuchungen in der Gruft der Dorfkirche zu Illmersdorf (Land Brandenburg). In: 7. Kongress der Gesellschaft für Hygiene und Umweltmedizin (GHU), Leipzig, März 1999. März 1999.
↑Kai Michel: Und Tote reden doch. In einer Gruft im Berliner Untergrund liegen 140 Mumien. Ein Forscherteam ergründet ihre Geschichte. In: Die Zeit. Nr.7, 2003 (zeit.de).
Die Mumie aus dem Dachauer Moos, auch als Moorleiche aus dem Dachauer Moos[1] bekannt, ist eine südamerikanische Trockenmumie, die lange Zeit für eine Moorleiche gehalten wurde. Die aus dem 15. bis 17. Jahrhundert stammende Frauenmumie gelangte Ende des 19. Jahrhunderts nach München. Im Laufe der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts wurde sie irrtümlich als Moorleiche angesprochen und von 1977 bis 2007 in der Dauerausstellung der Archäologischen Staatssammlung gezeigt, bis wissenschaftliche Nachuntersuchungen ihre wahre Beschaffenheit aufdeckten.
Geschichte
Büste Thereses von Bayern in der Münchner Ruhmeshalle
Wie die Mumie nach München gelangte, lässt sich heute aufgrund der Aktenlage nur noch vage rekonstruieren. Höchstwahrscheinlich wurde sie von der naturwissenschaftlich gelehrten Prinzessin Therese von Bayern, der Tochter Prinzregent Luitpolds von Bayern, nach Deutschland gebracht. Therese von Bayern unternahm Ende des 19. Jahrhunderts zahlreiche Forschungsreisen durch Kolumbien, die Karibik, die Anden und Peru, auf denen sie Exponate für ihre im Leuchtenberg-Palais untergebrachte Privatsammlung sammelte. Unter anderem grub sie 1898 auf einer Reise durch Peru auf dem Gräberfeld von Ancóm in der Nähe von Lima eigenhändig eine männliche Mumie aus und sandte sie nach München. Diese ging 1926 nach dem Tod Prinzessin Thereses zusammen mit großen Teilen ihrer Sammlung an das Völkerkundemuseum München.[2]
Bereits im September 1889 erwarb Therese von Bayern für 38 peruanische Soles (umgerechnet etwa 3.000 €) eine weibliche Mumie samt Grabbeigaben, die angeblich aus dem nördlich von Lima gelegenen Gräberfeld Chuquitanta im Chillon-Tal stammte. Diese Mumie wurde nach dem Eintreffen in München untersucht und vermutlich kurz danach an die Anatomische Anstalt München abgegeben. In den Inventarbüchern der Anatomischen Anstalt wird seit 1904 eine weibliche Moorleiche geführt, über deren Zugang jedoch keine weiteren Nachweise existieren. Ob es sich bei der als weibliche Moorleiche geführten Mumie tatsächlich um die von Therese angekaufte Frauenmumie handelt, ist nicht sicher; es wäre ebenfalls möglich, dass es sich hierbei um eine Mumie aus dem Nachlass des Künstlers und Sammlers Gabriel von Max handelt.[2]
Während des Zweiten Weltkriegs wurde die Sammlung der Anatomischen Anstalt 1945 durch Bombentreffer schwer zerstört. Bei den Bergungsarbeiten wurde die Mumie aus dem Schutt des Gebäudes geborgen und zum Trocknen in die Sonne gelegt. Daraufhin wurde sie jedoch von Arbeitern, die sie irrtümlich für ein Bombenopfer hielten, begraben. Die irrtümliche Bestattung soll sich dann noch ein zweites Mal wiederholt haben.[3] Schließlich wurde die Mumie erneut ausgegraben, gereinigt und als Moorleiche gekennzeichnet. Wann und aus welchen Gründen der Mumie der vermeintliche Fundort Dachauer Moos zugesprochen wurde, ist völlig unklar. Brigitte Haas-Gebhard vermutet einen Zusammenhang mit der räumlichen Nähe des Dachauer Moors zu München, dessen Bekanntheit durch die dortige Künstlerkolonie Dachau und möglicherweise auch einen Zusammenhang mit der unrühmlichen Geschichte Dachaus aufgrund des dortigen Konzentrationslagers.[2] In den darauffolgenden Jahren fand die Mumie nur wenig Beachtung. In den 1970er Jahren wurde sie anthropologisch untersucht und es wurde eine 14C-Datierung vorgenommen. Aufgrund des vermeintlichen Fundorts Dachauer Moos sowie der Datierung wurde die Mumie 1977 als Dauerleihgabe an die Archäologische Staatssammlung München abgegeben, wo sie als Moorleiche aus dem Dachauer Moos in der Dauerausstellung, Abteilung Frühes Mittelalter, gezeigt wurde. 2007 musste die Mumie erstmals wieder aus ihrer Vitrine genommen werden, da ein Parasitenbefall an ihr vermutet wurde. Bei dieser Gelegenheit wurde festgestellt, dass es sich nicht um eine Moorleiche handeln konnte, woraufhin eine umfassende wissenschaftliche Untersuchung eingeleitet wurde.
Befunde
Bei der Mumie handelt es sich um die Leiche einer Frau, die aufgrund der noch nicht komplett verwachsenen Apophysen auf ein Alter zwischen 20 und 25 Jahren geschätzt wird. Sie liegt in hockender Position mit stark angezogenen Beinen auf der linken Seite. Ihre Arme sind zwischen Bauch und Oberschenkeln verschränkt und die Finger gebeugt. Lediglich der Zeigefinger der linken Hand ist gerade ausgestreckt. Beide Unterschenkel und Füße fehlen. Abdrücke von Einschnürungen an den Oberschenkeln deuten an, dass die Leiche der Frau durch Verschnürungen künstlich in die extreme Hockerposition gebracht wurde. Die Haut der Frau ist lederartig, von mittelgrauer bis anthraziter Farbe und leicht glänzend.[3] Von der Leiche geht ein Geruch von Teer und Wachs aus.[4] An dünneren Hautpartien zeichnen sich deutlich Muskelpartien und Rippen ab. Der Kopf der Frau weist an der Stirn eine größere Fraktur auf, und ihr Gesicht ist größtenteils zerstört. Besonders auffällig sind ihre gut erhaltenen Haare und ihre Frisur. Ihre langen Haare sind mittig über dem Kopf gescheitelt, zu sechs seitlichen Zöpfen geflochten, die wiederum zu zwei größeren Zöpfen zusammengeflochten wurden. An den Enden sind die Haarspitzen umgeschlagen und breit mit Bändern aus Alpakawolle umwickelt.[3] Die Mumifizierung der Leiche erfolgte durch einen rein natürlichen Trocknungsprozess.
Medizinische Befunde
Der Schädel der Frau weist im Röntgenbefund ein Inkabein auf, einen nicht krankhaften zusätzlichen Knochen, der zur Vermutung führte, dass die Tote aus Südamerika stammen könnte, da diese Anomalie dort besonders häufig auftritt. Daneben zeigt der Schädel Anzeichen einer, damals in Südamerika ebenfalls weit verbreiteten, künstlichen Deformation auf. Der Kopf im Bereich der Gesichtsknochen sowie die vordere Schädelkalotte sind durch massive Gewalteinwirkung zu Lebzeiten eingeschlagen worden. Beide Augenhöhlen und Jochbeine sind zertrümmert und der Oberkiefer weist einen Bruch in Längsrichtung auf. Getreppte Bruchränder deuten auf mehrere Schläge mit einem keulenartigen Gegenstand hin, die die abgesprengten Knochenstücke tief in das Schädelinnere trieben und tödliche Verletzungen des Gehirns mit massiven Einblutungen zur Folge hatten. Abwehrverletzungen sind an den Armen nicht vorhanden.[5] Die Wirbelsäule ist vollständig erhalten, die Bandscheiben sind im Röntgenbild klar erkennbar und ohne erkennbare pathologische Befunde. Lediglich der fünfte Lendenwirbel weist auf der linken Seite eine kleine Verwachsung mit dem Kreuzbein auf, die jedoch ebenfalls nicht als pathologisch eingestuft wird. Zahlreiche Frakturen an Rippen und Schlüsselbeinen sowie Verschiebungen in Gelenken sind postmortal durch den Trocknungsprozess des Körpers bzw. auf deren Behandlung nach der Auffindung zurückzuführen. Ebenso sind die Unterschenkel erst nach dem Tod vom Körper getrennt worden.[5]
Das Gebiss der Frau ist voll entwickelt, kariesfrei und lebensalterlich bedingt nur gering abgenutzt. Es weist bis auf einen beginnenden, aber noch harmlosen Abszess an einem Zahn im rechten Oberkiefer keine krankhaften Befunde auf. Die im Frontbereich fehlenden Zähne aus beiden Kiefern sind erst nach dem Tod verloren gegangen.[5] Eine computertomographische Untersuchung der Mumie bestätigte den guten Erhaltungszustand von Lunge, Herz, Leber und Darm, wenn auch diese Organe stark geschrumpft und verlagert vorliegen. Weitere Organe wie Milz und Nieren waren jedoch nicht mehr identifizierbar. Das Muskelgewebe des Herzens und der Mastdarm weisen deutliche Verdickungen auf, die im Zusammenhang mit kalzinierten Nahrungsrückständen im Darm auf eine Infektion mit der Chagas-Krankheit infolge eines Befalls mit dem Parasiten Trypanosoma cruzi hindeuten. Es ist eine auch heute noch in Südamerika weit verbreitete Krankheit, die zu einer nachhaltigen Zerstörung einiger Muskelgruppen führt. Der Befund der Chagas-Krankheit konnte auch histologisch am Darmgewebe und zusätzlich noch molekularbiologisch mittels DNA-Analyse an der Mumie nachgewiesen werden.[6]
Naturwissenschaftliche Befunde
Chemische Analysen der Haare ergaben in einer Probe erhöhte Konzentration an Kaolin (Aluminiumsilikat) und Hämatit (Eisen(III)-oxid) sowie Eisen, Arsen und Antimon als Bestandteile aus dem Hämatit. Diese Metalle stammen höchstwahrscheinlich aus einer Färbung der Haare mit dem Erdpigment Ocker, die auch an vielen anderen südamerikanischen Mumien beobachtet wurde. Im Vergleich zu Proben rezenter Haare weisen die Haare der Mumie stark erhöhte Werte an Kupfer, Zink, Quecksilber und Blei auf, die durch die Nahrungsaufnahme zu Lebzeiten in die Haare eingetragen wurden. Weiterhin weist eine zweite Haarprobe hohe Konzentrationen an Magnesium, Aluminium, Kalium, Calcium, Barium und Strontium auf, die sehr wahrscheinlich aus dem Bombenschutt des Krieges stammten.[7] Die Signaturen der Kohlenstoff- und Stickstoff-Isotopenanalyse einiger Haarproben deuten an, dass die Nahrung der Frau zu Lebzeiten fast ausschließlich aus Meerestieren und Guano-gedüngten C4-Pflanzen wie Mais bestand, wie sie in küstennahen Regionen Chiles oder Perus vorkommen. In den letzten zwei Lebensmonaten ist jedoch eine deutliche Änderung ihrer Nahrungszusammensetzung fassbar. Die Anteile an Meerestieren und meeresnah gewachsenen C4-Pflanzen verschwinden fast gänzlich zugunsten von im Landesinneren gewachsenen C4-Pflanzen.[8]
Datierung
Zunächst wurde für die Moorleiche aus dem Dachauer Moos ein Sterbedatum im 15. oder 16. Jahrhundert angenommen.[9] Eine in den 1970er Jahren an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel durchgeführte 14C-Analyse einer Probe aus dem verletzten Rumpf mittels Beschleuniger-Massenspektrometrie (AMS) ergab ein Sterbedatum zwischen 1440 und 1630 n. Chr.[3] Eine weitere, an der Universität Erlangen durchgeführte 14C-Analyse ergab ein kalibriertes Sterbedatum zwischen 1451 und 1642.[8]
Deutung
Die isotopenanalytisch beobachtete merkliche Reduzierung von Meerestieren in der Ernährung vor dem Tod könnte durch einen Umzug von einer Küstenregion in das Landesinnere begründet sein. Ebenso möglich, aber unwahrscheinlicher ist eine vollständige Änderung der Ernährungsgewohnheiten der Frau ohne eine räumliche Veränderung.[8] Nach Bekanntwerden der südamerikanischen Abstammung der Mumie wurden zahlreiche Vermutungen über die mögliche Zugehörigkeit zu einzelnen Volksstämmen angestellt. Aufgrund der Rotfärbung der Haare wurden die Stämme Chinchorro und Chiribaya angenommen, von denen bekannt ist, dass sie Haut und Haare ihrer Mumien mit Ocker rot einfärbten.[10] Aufgrund der für die Frisur verwendeten Alpakawolle sowie der Isotopen- und Spurenelementanalysen wurde angenommen, dass die Frau möglicherweise im Bereich der Atacamawüste lebte und verstarb.[10] Als Todesursache kann mit nahezu absoluter Sicherheit die Schädelverletzung angenommen werden. Umfang und Art der Verletzungen sprechen für eine gezielte Tötung durch eine oder mehrere andere Personen. Über die Gründe der Tötung können nur Spekulationen angestellt werden. Fehlende Abwehrverletzungen an den Armen sprechen eher gegen einen Überfall oder Kampf. Die sehr massive Zertrümmerung des Kopfschädels durch mindestens ein halbes bis ein Dutzend Schläge mit einem keulenartigen Gegenstand könnten auf eine rituelle Tötung hindeuten. Sicher ist aber, dass die Frau eine für ihre Kultur typische Bestattung erhielt.[5]
Verbleib
Da nach der wissenschaftlichen Bearbeitung die Herkunft der Mumie aus Europa sicher ausgeschlossen werden konnte und sie aus diesem Grunde thematisch nicht mehr in das Sammelspektrum der Archäologischen Staatssammlung passte, wurde beschlossen, sie zukünftig nicht mehr öffentlich auszustellen. Die spektakulären Ergebnisse der wissenschaftlichen Untersuchungen wurden zusammen mit der Mumie in einer Abschiedsausstellung vom 28. Februar bis zum 31. August 2014 in der Archäologischen Staatssammlung letztmals öffentlich präsentiert, danach wurde die Mumie im Magazin der Staatssammlung eingelagert. Es wird erwogen, die Mumie nach Südamerika zurückzuführen, sobald ihr genauer Herkunftsort ermittelt wurde.[2]
Literatur
Rupert Gebhard (Hrsg.): Die Mumie aus der Inkazeit: Neues von der Moorleiche aus dem Dachauer Moos. Wißner, Augsburg 2014, ISBN 978-3-89639-960-1.
Miriam Meyer: Chemische Analyseverfahren zur Identifizierung einer südamerikanischen Mumie. Technische Universität München, München 2008 (online.de [PDF; 3,0MB; abgerufen am 25. Juni 2010] Facharbeit).
Reinhard Aigner, Oskar Hellerer: Über die Moorleiche der Anatomischen Anstalt München. In: Peter Schröter (Hrsg.): 75 Jahre Anthropologische Staatssammlung München. 1902–1977. Jahrestag der Gründung am 2. August 1902. Anthropologische Staatssammlung, München 1977, S.159–163.
Birgit Frank: Das Rätsel um die Tote aus dem Moos. Münchner Merkur, 23. März 2005, abgerufen am 7. Dezember 2011 (mit teilweise überholtem Forschungsstand).
Einzelnachweise
↑Die Mumie aus der Inkazeit. Archäologische Staatssammlung, 27. Februar 2014, archiviert vom Original (nicht mehr online verfügbar) am 24. Januar 2015; abgerufen am 21. Januar 2016.Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.archaeologie-bayern.de
↑ abcdRupert Gebhard (Hrsg.): Die Mumie aus der Inkazeit: Neues von der Moorleiche aus dem Dachauer Moos. Wißner, Augsburg 2014, ISBN 978-3-89639-960-1, S.9–14, 26–31.
↑ abcdReinhard Aigner, Oskar Hellerer: Über die Moorleiche der Anatomischen Anstalt München. In: Peter Schröter (Hrsg.): 75 Jahre Anthropologische Staatssammlung München. 1902–1977. Jahrestag der Gründung am 2. August 1902. Anthropologische Staatssammlung, München 1977, S.159–163.
↑Rupert Gebhard (Hrsg.): Die Mumie aus der Inkazeit: Neues von der Moorleiche aus dem Dachauer Moos. Wißner, Augsburg 2014, ISBN 978-3-89639-960-1, S.25.
↑ abcdRupert Gebhard (Hrsg.): Die Mumie aus der Inkazeit: Neues von der Moorleiche aus dem Dachauer Moos. Wißner, Augsburg 2014, ISBN 978-3-89639-960-1, S.65–70, 78–81.
↑Rupert Gebhard (Hrsg.): Die Mumie aus der Inkazeit: Neues von der Moorleiche aus dem Dachauer Moos. Wißner, Augsburg 2014, ISBN 978-3-89639-960-1, S.68–69, 71–77.
↑Rupert Gebhard (Hrsg.): Die Mumie aus der Inkazeit: Neues von der Moorleiche aus dem Dachauer Moos. Wißner, Augsburg 2014, ISBN 978-3-89639-960-1, S.45–53.
↑ abcRupert Gebhard (Hrsg.): Die Mumie aus der Inkazeit: Neues von der Moorleiche aus dem Dachauer Moos. Wißner, Augsburg 2014, ISBN 978-3-89639-960-1, S.61–64.
↑Birgit Frank: Das Rätsel um die Tote aus dem Moos. Münchner Merkur, 23. März 2005, abgerufen am 7. Dezember 2011 (mit teilweise überholtem Forschungsstand).
↑ abMiriam Meyer: Chemische Analyseverfahren zur Identifizierung einer südamerikanischen Mumie. Technische Universität München, München 2008, S.22 (online.de [PDF; 3,0MB; abgerufen am 25. Juni 2010] Facharbeit).
Normdaten (Person): Wikipedia-Personensuche | Kein GND-Personendatensatz. Letzte Überprüfung: 13. Januar 2022.
Personendaten
NAME
Mumie aus dem Dachauer Moos
ALTERNATIVNAMEN
Moorleiche aus dem Dachauer Moos
KURZBESCHREIBUNG
südamerikanische Frauenmumie, die lange Zeit für eine Moorleiche gehalten wurde