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Atacama-Skelett

Noir24admin Mumie 22. Juni 2026
Zwei Fotos des Skeletts
2018
Fotografien

Link zum Bild
(bitte Urheberrechte beachten)

Atacama-Skelett[1][2] (kurz Ata) (alternativ: Atacama-Frühchen,[3] Mädchen aus La Noria,[4] oder Atacama-Humanoid) ist die Bezeichnung für einen natürlich mumifizierten Leichnam aus Chile. Aufgrund seines ungewöhnlichen Aussehens wurde ihm nach seiner Entdeckung eine extraterrestrische Herkunft zugesprochen. Es handelt sich allerdings um ein in den 1970er Jahren bei der Geburt gestorbenes Mädchen von 15 cm Größe, mit genetischen Mutationen, die zu Kleinwuchs, vorzeitiger Vergreisung und Fehlbildungen führten. Der sorgfältig bestattete Leichnam wurde im Jahr 2003 von einem Plünderer bei der Kirche der Geisterstadt La Noria in der Atacama-Wüste aufgefunden. Er wurde außer Landes geschmuggelt und zum Objekt sowohl Alien-Spekulationen als auch wissenschaftlicher Untersuchungen.[5][6][7]

Analysen

Atacama-Wüste

Die Mumie wurde 2003 von Oscar Muñoz in 56 km Entfernung von der chilenischen Stadt Iquique bei La Noria in der Atacama-Wüste gefunden. Der gegenwärtige Eigentümer der Mumie ist der spanische Geschäftsmann Ramón Navia-Osorio.

Der Mikrobiologe und Genforscher Garry Nolan von der Stanford University stellte mit einer DNS-Analyse fest, dass die Mumie zweifelsfrei ein Mensch ist, wenn auch ein äußerst rätselhafter.[2][8][9] Die Untersuchung ergab, dass die DNS der Mumie zu 91 % mit der von gewöhnlichen Menschen übereinstimmt. Die Nichtübereinstimmung in den anderen 9 % könnte auf verschiedene Arten erklärt werden, einschließlich DNS-Abbau im Skelett.[10] Die DNS könnte sich im Zeitverlauf abgebaut haben, da diese Probe wahrscheinlich mindestens Jahrzehnte alt oder älter ist.[11] Die Haplogruppe B (mtDNA) belegt, dass die Mutter von der Westküste Südamerikas stammte.[9] Die Mumie weist eine Größe von 13 Zentimetern, eine Schädeldeformation und eine um 2 verminderte Rippenzahl auf. Röntgenaufnahmen der Wachstumsfuge im Skelett lassen eine Lebenszeit von sechs bis acht Jahren vermuten.[9]

Der Paläoanthropologe William L. Jungers von der Stony Brook University nimmt an, dass Progerie den Fötus befallen hatte, was eine Fehlgeburt auslöste.[9] Dies widerspricht allerdings der Analyse von Gerry Nolan, wonach die Mumie in der Kniefuge Epiphysenkerne aufweist. Dies sind Knochenkerne, die sich erst im Lauf der Kindheit herausbilden. Demnach wäre der Mensch nicht tot oder sterbend zur Welt gekommen, sondern sechs bis acht Jahre alt geworden.[12] Im weiteren Verlauf seiner Analysen gab er jedoch bekannt, dass er nicht mehr so ganz von seiner anfänglichen Hypothese überzeugt sei. Jürgen Spranger, der auf Anfrage die Röntgenaufnahmen der Mumie untersucht hat, zweifelt am Befund über Atas Lebensalter. So sprächen die in den Kniefugen gefundenen Epiphysenkerne dafür, dass Ata mehrere Jahre gelebt hat, dafür fehlten aber diverse Verknöcherungen, etwa in den Händen sowie am Schambein, die bei einem Kind eigentlich vorhanden sein müssten. Seiner Ansicht nach handle es sich um einen Fötus in etwa der 24. Schwangerschaftswoche, der wahrscheinlich am sogenannten Wiedemann-Rautenstrauch-Syndrom gelitten habe.[13] Ursache dieses autosomal rezessiven Syndroms sind Mutationen im Gen POLR3A.[14] Der Experte für Skelettfehlbildungen Ralph Lachman, der die Mumie zusammen mit Nolan untersuchte, gab in seinem Bericht bekannt, dass sie Mutationen im Skelett aufweist:

„Dieses Exemplar lässt sich in keine mir bekannte Art von Störungen oder Syndromen einordnen. […] Es gibt keine bekannte Form des Kleinwuchses, die alle bei diesem Exemplar auffälligen Anomalien erklären könnte […] Keine dieser Mutationen sind dafür bekannt, alle beobachteten Anomalien hervorzurufen.“[15]

Die größten Anomalien sind laut Lachman:

  • die Größe, die nicht zum scheinbaren Alter von 6–8 Jahren passt
  • das Vorliegen einer Mittelgesichtshypoplasie
  • die Unterentwicklung des Kiefers
  • das Vorliegen von nur zehn Rippen (Menschen haben für gewöhnlich zwölf, selten elf)

Weiterhin stellt er fest, dass die Proportionen des Rückens und der Extremitäten in vielerlei Hinsicht normal seien.[15]

Eine im März 2018 in der Fachzeitschrift Genome Research erschienene wissenschaftliche Publikation von Bhattacharya et al. kam zu dem Schluss, dass es sich bei der Mumie um ein offensichtlich schwer missgebildetes weibliches Neugeborenes gehandelt habe, das in den 1960er Jahren entweder tot geboren oder kurz nach der Geburt gestorben sei. Die genetische Analyse zeigte zahlreiche Mutationen in Genen, die für die Knochenentwicklung wichtig sind. Mutationen in diesen Genen führten bekanntermaßen zu schweren Skelett- und Muskelanomalien und Zwergwuchs. Dadurch sei es zu erklären, dass das Knochenreifungsalter deutlich älter erscheine, als es wohl in Wirklichkeit sei.[1] Die Ergebnisse werden teilweise kontrovers diskutiert. Laut Halcrow et al. gibt es keine Hinweise auf die von Bhattacharya et al. behaupteten Skelettanomalien.[3]

Entdeckung und Kommerzialisierung

Die Mumie wurde in der Umgebung der Kirche der Geisterstadt La Noria in der Atacamawüste im Norden Chiles entdeckt. So berichtete es der Finder Oscar Muñoz mit einer gewissen Unschärfe der lokalen Presse und einem überregionalen Fernsehsender.[16][17][18] Da es sich um einen Leichnam handelt, kommt somit als möglicher Fundort der nahe gelegene Friedhof in Frage, auf dem schon häufiger Gräber auf der Suche nach Wertgegenständen geöffnet wurden.[19][20] Als Funddatum wurde – ebenfalls recht vage – der Winter 2003 angegeben. Nach den Jahreszeiten auf der Südhalbkugel entspricht dies dem Zeitraum von Juni bis September.[16]

Nach eigenen Angaben war der Finder mit Schaufel und Hacke auf der Suche, als er den kleinen in ein weißes Tuch eingewickelten Körper fand.[17] Das Tuch war mit einem violetten Band verschnürt.[16] Den Fund zeigte er anderen Personen, die wie er unterwegs waren. Bei dieser Gelegenheit wurde das erste Foto von Alejandro Dávalos aufgenommen, der dieses an die sogenannte UFO-Forschungsgruppe Chile (span.: Agrupación de Investigaciones Ovniológicas de Chile[21]) weitergab.[16] Einige Tage nach der Entdeckung wurde die Mumie für 30.000 Pesos (damals rund 37 €[22]) an einen Gastronomen in Iquique abgegeben, dem der Finder auch sonst seine Funde verkaufte.[16]

Die erste Veröffentlichung zu dem Fund erschien am 9. Oktober 2003 in der Tageszeitung El Mercurio de Antofagasta. Zu dieser Zeit befand sich die Mumie im Besitz eines Sammlers, der nicht genannt werden wollte.[17][23] Am 19. Oktober 2003 folgte eine zweite, ausführlichere Reportage in der lokalen Tageszeitung La Estrella de Iquique. Fotos wurden zu Preisen von 630 € für eins, bzw. 950 € für zwei angeboten. Angeblich wurden für die Mumie rund 100.000 € geboten.[16][22][24] Der Biologe Walter Seinfeld von der Universidad Arturo Prat wurde durch die Lokalpresse zu dem Fund befragt. Aufgrund der ihm vorgelegten Fotos identifizierte er die Mumie als menschlich. Dabei machte er darauf aufmerksam, dass es sich bei diesem Objekt um einen Leichnam handelte, und forderte die Besitzer auf, diesen herauszugeben.[16]

Somit war die Entdeckung der Mumie das Ergebnis einer in der Region verbreiteten Grabräuberei.[20] Es ist nicht bekannt, wann und unter welchen Umständen die Mumie Chile verlassen hat. Angeblich hat der Spanier, in dessen Besitz sie in Barcelona wiederauftauchte, sie von dem Gastronomen aus Iquique gekauft. Es gibt Gerüchte darüber, dass gleichzeitig noch eine zweite Mumie gefunden worden sein soll.[25]

Insbesondere nachdem Anfang 2018 die Studie von Nolan und Butte[2] erschienen war, wurde der Umgang mit dem Leichnam unter ethischen und legalen Gesichtspunkten in Chile und international zunehmend heftig kritisiert.[26][27] Chilenische Anthropologen legten dar, dass nach den bestehenden Gesetzen die Plünderung des Grabes und die Ausfuhr der Mumie illegal waren.[26] Die chilenische Denkmalschutzbehörde (Consejo de Monumentos Nacionales) leitete bald darauf ein Ermittlungsverfahren unter dem Vorwurf der Grabräuberei und des Schmuggels ein.[27] Da es durchaus im Rahmen des Möglichen liegt, dass die Eltern und andere nahe Verwandte des toten Mädchens noch leben, sahen manche das Pietätsempfinden der Angehörigen missachtet.[28] Schließlich forderten auch die untersuchenden Wissenschaftler den Leichnam für eine Beerdigung nach Chile zurückzubringen.[29][30] Möglicherweise ist das inzwischen auch so geschehen.[31]

Ähnliche Funde

  • Atta Boy: Irgendwo in oder bei der Atacamawüste gefunden. Erstmals wurde 1933 über den Fund berichtet.[32]
  • Aljoschenka: angeblich 1996 in der Nähe von Kyschtym in Russland gefunden. Die Finderin, die das Geschöpf „adoptiert“ haben soll, wurde später wegen Schizophrenie in eine Psychiatrie eingeliefert. Daraufhin soll Aljoschenka gestorben sein, da sich niemand mehr um das Geschöpf gekümmert habe.[33] Dr. Irina Yermolaeva analysierte den Leichnam und erklärte, dass es sich um einen echten mumifizierten Körper handle, der einst lebendes Gewebe war. Sie folgerte, dass es sich um ein fehlgebildetes Frühgeborenes handle, was möglicherweise auf die weitreichenden Folgen des Kyschtym-Unfall von 1957 zurückzuführen sei.

Presse

  • Rätsel um „Alien“-Mumie gelöst In: Der Standard
  • Rätsel der „Alien“-Mumie gelöst In: scinexx, 23. März 2018, abgerufen am 7. Dezember 2018
  • Richard Stone: Bizarre 6-Inch Skeleton Shown to Be Human. In: sciencemag.org (englisch)
  • Christie Rizk: Atacama Humanoid Is Human, Researchers Say. In: medicaldaily.com (englisch)

Literatur

  • Bhattacharya et al.: Whole-genome sequencing of Atacama skeleton shows novel mutations linked with dysplasia. In: Genome Research, 2018, 28: 423–431. doi:10.1101/gr.223693.117
  • Nolan, Garry, Atul Butte: The Atacama skeleton. In: Genome research 28.5 (2018): 607–608. doi:10.1101/gr.237834.118
  • Halcrow, Siân E. et al.: On engagement with anthropology: A critical evaluation of skeletal and developmental abnormalities in the Atacama preterm baby and issues of forensic and bioarchaeological research ethics. Response to Bhattacharya et al.: “Whole-genome sequencing of Atacama skeleton shows novel mutations linked with dysplasia” in Genome Research, 2018, 28: 423–431. doi:10.1101/gr.223693.117. In: International Journal of Paleopathology 22 (2018) 97–100. doi:10.1016/j.ijpp.2018.06.007.

Einzelnachweise

  1. ↑ a b Bhattacharya et al.“Whole-genome sequencing of Atacama skeleton shows novel mutations linked with dysplasia.” Genome Research, 2018, 28: 423–431. doi:10.1101/gr.223693.117
  2. ↑ a b c Nolan, Garry, and Atul Butte. "The Atacama skeleton." Genome research 28.5 (2018): 607-608. doi:10.1101/gr.237834.118
  3. ↑ a b Halcrow, Siân E. et al. "On engagement with anthropology: A critical evaluation of skeletal and developmental abnormalities in the Atacama preterm baby and issues of forensic and bioarchaeological research ethics. Response to Bhattacharya et al.“Whole-genome sequencing of Atacama skeleton shows novel mutations linked with dysplasia” in Genome Research, 2018, 28: 423–431. doi:10.1101/gr.223693.117". International Journal of Paleopathology 22 (2018) 97–100. doi:10.1016/j.ijpp.2018.06.007
  4. ↑ Colégio Arqueólogos de Chile A.G. "Pronunciamiento Niña de la Noria" 27. März 2018 (spanisch), abgerufen am 4. Dezember 2018 (online)
  5. ↑ Esqueleto de Atacama no era un alienígena. Estudiio de ADN. In: EL Mercurio. 23. März 2018, S. A9, ehemals im Original (nicht mehr online verfügbar); abgerufen am 23. März 2018 (spanisch).@1@2Vorlage:Toter Link/impresa.elmercurio.com (Seite nicht mehr abrufbar. Suche im Internet Archive) 
  6. ↑ "Esqueleto de Atacama" no es un alienígena sino un bebé con raras mutaciones. In: Estrella Iquique. 22. März 2018, abgerufen am 1. April 2018 (spanisch). 
  7. ↑ Matías Harz: Científico alega falta de respeto por el caso „esqueleto de Atacama“ y acusa „saqueo al patrimonio“. El académico Gabriel León dice que el cuerpo humano de la niña chilena „fue exhumado, vendido, exhibido y analizado ilegalmente, sin la menor consideración por quienes la enterraron allí“. In: El Mercurio. 1. April 2018, abgerufen am 1. April 2018 (spanisch). 
  8. ↑ Bizarre Mumie: Forscher lösen Alien-Rätsel der Atacama-Wüste spiegel.de, abgerufen am 27. Mai 2013
  9. ↑ a b c d Richard Stone: Bizarre 6-Inch Skeleton Shown to Be Human. In: Science. 3. Mai 2013, abgerufen am 9. September 2014. 
  10. ↑ Medical Daily: Atacama Humanoid Is Human, Researchers Say
  11. ↑ Garry Nolan: Report and Summary by Dr. Garry Nolan (Memento vom 14. Juni 2013 im Internet Archive)
  12. ↑ Der Spiegel: Forscher lösen Alien-Rätsel der Atacama-Wüste
  13. ↑ Bizarre Mumie: Forscher lösen Alien-Rätsel der Atacama-Wüste spiegel.de, abgerufen am 27. Mai 2013
  14. ↑ Davor Lessel, Christian Kubisch: Genetisch bedingte Syndrome mit Zeichen einer vorzeitigen Alterung. In: Deutsches Ärzteblatt. Band 116, Heft 29 f., 22. Juli 2019, S. 489–496, hier: S. 490 f.
  15. ↑ a b Ralph Lachman: Signed Lachman report (Memento vom 12. Juni 2013 im Internet Archive)
  16. ↑ a b c d e f g Camilo Aravena Arriagada: Hallazgo en La Noria: ¿Feto O Extraterrestre? In: La Estrella de Iquique. 19. Oktober 2003, archiviert vom Original (nicht mehr online verfügbar) am 15. Mai 2013; abgerufen am 22. Juni 2013 (spanisch). 
  17. ↑ a b c Descubren extraña criatura en una salitrera. In: El Mercurio de Antofagasta. Nr. 34.463. Empresa Periodística El Norte S.A., 9. Oktober 2003 (online [abgerufen am 19. Mai 2013]). 
  18. ↑ El extraterrestre de La Noria. Chilevisión, 2003, abgerufen am 22. Juni 2013 (spanisch). 
  19. ↑ Paul Spaudo V.: No descansan en paz. In: La Estrella de Iquique. Iquique 28. August 2005 (estrellaiquique.cl [abgerufen am 19. Mai 2013]). 
  20. ↑ a b La Cuarta: Fiebre de tesoros: Buscan baúles llenos de oro en ex oficina salitrera (Memento vom 12. Januar 2016 im Internet Archive)
  21. ↑ AION – Agrupación de Investigaciones Ovniológicas de Chile. In: www.aion.cl. Abgerufen im 1. Januar 1 (spanisch). 
  22. ↑ a b Umgerechnet mit dem OANDA-Währungsrechner, 22. Juni 2003
  23. ↑ Online-Ausgabe der Tageszeitung El Mercurio de Antofagasta (spanisch)
  24. ↑ Online-Ausgabe der Tageszeitung Estrella de Iquique (spanisch)
  25. ↑ „Sirius“ se estrena en EE.UU.: El supuesto E.T. de un polémico documental sería un feto humano. El Mercurio de Santiago, 11. April 2013. @1@2Vorlage:Toter Link/impresa.elmercurio.comHomepage der Online-Ausgabe (Seite nicht mehr abrufbar, festgestellt im März 2025. Suche im Internet Archive)
  26. ↑ a b Verónica Silva: Momias extraterrestres: de vuelta a ser humano (primera parte). Museo Nacional de Historia Natural, 3. April 2018, abgerufen am 6. Oktober 2022 (spanisch). 
  27. ↑ a b George Dvorsky: Chile Is Seriously Pissed About the ‘Alien’ Mummy Study. In: Gizmodo - Tech. Science. Culture. 29. März 2018, abgerufen am 5. Oktober 2022 (englisch). 
  28. ↑ Mark Mancini: What Is the Atacama Skeleton, and Why Is It So Controversial? In: HowStuffWorks. 27. September 2022, abgerufen am 7. Oktober 2022 (englisch). 
  29. ↑ Redacción BBC Mundo: La trágica historia detrás de la momia hallada en Chile que algunos creían era un extraterrestre. 22. März 2018, abgerufen am 5. Oktober 2022 (spanisch). 
  30. ↑ Erika Check Hayden: Resuelto el misterio de la «momia extraterrestre» del desierto de Atacama. In: National Geographic. 23. März 2018, abgerufen am 5. Oktober 2022 (spanisch). 
  31. ↑ Diego Cioccio: La misteriosa historia de la “momia extraterrestre” que conmocionó a Chile. In: La Nación. 21. März 2021, abgerufen am 7. Oktober 2022 (spanisch). 
  32. ↑ Huffington Post: Ata — The So-Called ‘6-Inch Alien’ — May Have An Earthling Cousin, And Ripley’s Wants To Find Him
  33. ↑ Nikolaj Schewtschenko: Unheimliche Kreaturen, UFOs und mehr: Der ultimative Führer zu Russlands größten Geheimnissen. In: Russia Beyond the Headlines, 12. Mai 2020, abgerufen am 9. Juni 2021.



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Dieser Eintrag basiert auf dem Artikel Atacama-Skelett aus der freien Enzyklopädie Wikipedia. Der Text steht unter der Lizenz Creative Commons Attribution-ShareAlike 4.0 International und ist frei verfügbar.

Medienliste zu Mumien

Noir24admin Mumie 22. Juni 2026

Die Mumie ist der Titel verschiedener Bücher und Filme, die die Wiederbelebung altägyptischer Mumien zum Thema haben.

Theaterstücke

  • Les Momies d'Égypte 1696 von Jean-François Regnard.[1]
  • The Mummy 1833 von William Bernard.

Romane und Kurzgeschichten

Jane C. Loudon

  • Roman The Mummy! A Tale of the Twenty-Second Century, 3 Bände., London 1827. Die Mumie ist der mit Hilfe einer galvanischen Batterie von den Toten erweckte Pharao Cheops.
    • 2. Auflage 1828, 3 Bände.
    • 1994 von Alan Rauch in Ann Arbor herausgegeben.

Théophile Gautier

  • Kurzgeschichte Le pied de momie 1840.[2]
  • Roman Le Roman de la Momie, Paris 1858. Die Mumie hier ist die der Frau Tahoser, die im Grab von Sethos II. oder Ramses III. gefunden wird.[2]
    • deutsch: Der Roman der Mumie, 1925. 331 Seiten. Übertragen von Alastair für den Avalun-Verlag.
    • Die frühere Ausgabe von etwa 1923 ist auf etwa 150 Seiten gekürzt und stark bearbeitet.

Edgar Allan Poe

  • Kurzgeschichte Some words with a mummy, 1845.[2]
    • deutsch: „Gespräch mit einer Mumie“.

Louisa May Alcott

  • Kurzgeschichte Lost in a Pyramid: The Mummy's Curse, 1869.
    • deutsch: „Der Fluch der Mumie“

August Niemann

  • Roman „Das Geheimnis der Mumie“ 1885. Er folgt der Vorlage von Gautier.[2]

Arthur Conan Doyle

  • Kurzgeschichte The Ring of Thoth, London 1890[3][4]
  • Kurzgeschichte „Lot no. 249“ oder „Mummy Number 249“, London 1892.[5]

Bram Stoker

  • Roman The Jewel of Seven Stars, London 1903. Hier ist es die Mumie der Frau Tera, die nach England geschafft wird.[6]
    • 1975 hat Arrow Books London eine Taschenbuchausgabe herausgebracht.
    • „Das Amulett der Mumie“ 2004 scheint eine Übersetzung ins Deutsche zu sein.

Anne Rice

  • Roman The Mummy or Ramses the Damned, 1989.
    • deutsch: „Die Mumie oder Ramses der Verdammte“, 1992

Stephan Sarek

  • Roman „Der Mumiengarten“, 2010.

Filme

Nach der Vorlage von Universal Pictures (1932)

Das Original

  • The Mummy (1932), deutsch: Die Mumie (1932), US-amerikanischer Horrorfilm von Karl Freund. Die Mumie ist die von Imhotep.

Italienische Neuverfilmung

  • Il Sepolcro dei Re, Italien 1960. Deutsch: Der Fluch des Pharao

Stephen Sommers' Neuverfilmung

  • The Mummy (1999), deutsch: Die Mumie (1999), US-amerikanischer Abenteuerfilm.
  • The Mummy returns (2001), deutsch: Die Mumie kehrt zurück.

Rob Cohen übernimmt das Mummy-Franchise

  • The Mummy: Tomb of the Dragon Emperor (2008), deutsch: Die Mumie: Das Grabmal des Drachenkaisers

Nach der Vorlage von Universal Pictures (1940–1955)

Die folgenden Filme sind keine Fortsetzung des Films von 1932, sondern sind eine Serie über die beiden Mumien Ananka und Charis.

Die Serie

  • The Mummy's Hand (1940)
  • The Mummy's Tomb (1942)
  • The Mummy's Ghost (1944)
  • The Mummy's Curse (1944)
  • Abbot and Costello Meet the Mummy (1955), deutsch: Abbott und Costello als Mumienräuber

Das Remake der Hammer Film Productions

  • The Mummy (1959), England, mit Christopher Lee. Deutsch: Die Rache der Pharaonen. Das Remake ist an die beiden Filme von 1940 und 1942 angelehnt, nicht an den von 1932. Erster Mumienfilm der Hammer Film Productions.

Weitere Mumienfilme der Hammer Film Productions

  • Curse of the Mummy's Tomb (1964), Deutsch: Die Rache des Pharao. Zweiter Mumienfilm der Hammer Film Productions.
  • The Mummy's Shroud (1966), Deutsch: Der Fluch der Mumie. Dritter Mumienfilm der Hammer Film Productions.

Nach Stokers Vorlage

  • The Curse of the Mummy (1970)
  • Blood from the Mummy's Tomb (1971), Deutsch: Das Grab der blutigen Mumie. Vierter Mumienfilm der Hammer Film Productions.
  • The Awakening (1980), Deutsch: Das Erwachen der Sphinx
  • Legend of the Mummy (1997)

Siehe auch

  • Fluch des Pharao, darin hauptsächlich über Tutanchamun.
  • Mumie, darin über wirkliche Mumien.

Literatur

  • Warren R. Dawson, Eric P. Uphill: Who was who in Egyptology. 2nd Edition. The Egypt Exploration Society, London 1972, ISBN 0-85698-125-7.
  • Erik Hornung: Das esoterische Aegypten. Das geheime Wissen der Ägypter und sein Einfluß auf das Abendland. Beck, München 1999, ISBN 3-406-45360-0, (Auch: Deutscher Taschenbuch-Verlag, München 2003, ISBN 3-423-30869-9, (dtv 30869)).
  • Marcus Stiglegger: Zwischen den Welten. Die Mumie als Archetyp der Horrorphantastik. In: Splatting Image Nr. 74, Juni 2008, ISSN 1866-0673, S. 43–47.

Einzelnachweise

  1. ↑ Hornung (2003), 170.
  2. ↑ a b c d Hornung (2003), 171.
  3. ↑ Archivierte Kopie (Memento vom 23. August 2007 im Internet Archive)
  4. ↑ Hornung (2003), 70.
  5. ↑ Archivierte Kopie (Memento vom 26. September 2007 im Internet Archive)
  6. ↑ Hornung (2003), 173f.



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Permafrostleiche

Noir24admin Mumie 22. Juni 2026
Nachbildung von Ötzi
Kindliche Gletschermumie aus Qilakitsoq, Grönland

Eine Permafrostleiche (auch Gletschermumie oder Eismumie) ist eine teilweise oder vollständig mumifizierte Leiche, die sich seit dem Tod bis zum Auffinden permanent unter Frostbedingungen befunden hat. Sie entsteht, wenn ein toter Körper an einem sehr kalten Ort, also in einem vergletscherten oder von Permafrost geprägten Gebiet, gleichsam eingefroren wird. Neben Tieren starben und sterben gelegentlich auch heute noch Menschen unter solchen Bedingungen. Heutzutage handelt es sich dabei in den meisten Fällen um Alpintouristen, die unter Lawinen begraben und nach wenigen Jahren gefunden werden.[1] Die international wohl bekannteste menschliche Gletschermumie dürfte der aus der Kupfersteinzeit stammende, 1991 gefundene Mann vom Tisenjoch (alias Similaun-Mann) sein, bekannter unter seinem „Spitznamen“ Ötzi.

Entstehung

Werden unter Dauerfrostbedingungen konservierte Leichen nach einiger Zeit gefunden und dann unter normalen Bedingungen aufbewahrt, setzen schnell die bei Leichen üblichen Verwesungsprozesse ein. Bleibt die Leiche dagegen über mehrere Jahre unentdeckt, setzt durch die natürliche Gefriertrocknung ein Mumifikationsprozess ein, der den Leichenkörper über längere Zeiträume konservieren kann. Über Sublimation geht das in der Leiche enthaltene Wasser langsam in die Umgebungsluft über oder bildet bei Luftabschluss allmählich eine Eislinse um den gefrorenen Leichenkörper, jeweils ohne dass Fäulnis- oder Verwesungsprozesse stattfinden. Dies wird durch niedrigen Luftdruck und trockene Umgebungsluft gefördert, wie sie für alpine Gebiete typisch ist. An exponierten Körperteilen wie Nasenspitze, Ohren oder Fingern kann es bereits nach wenigen Monaten zu einer Teilmumifizierung kommen.[1] Damit eine Gletschermumie entsteht, muss die Leiche vor aasfressenden Tieren ebenso geschützt sein wie vor mechanischer Zerstörung durch Boden- bzw. Gletscherbewegungen und auch vor sonstigen Zersetzungsprozessen. Die meisten der alten Frostleichen sind vermutlich entstanden, indem die Leichen gänzlich von Eis umgeben und so vor äußeren Einflüssen geschützt waren.

Gletschermumien ähneln äußerlich Mumien, die durch Hitzetrocknung entstanden sind, die inneren Organe können aber besser erhalten sein als bei diesen. Knochen und Knorpel, Haare und Nägel sind im Allgemeinen gut erhalten. Die über die Knochen gespannte Haut der Gletschermumien ist lederartig derb und braun oder schwärzlich. Die Muskeln sind vertrocknet.[1]

Permafrostleichen von Menschen

Heute befinden sich in vielen gerichtsmedizinischen Instituten menschliche Gletschermumien, die seit Jahrzehnten bei Zimmertemperatur aufbewahrt werden.[1] Sie können bis zu ihrem Auffinden mehrere Tausend Jahre überdauert haben und sind dann Objekte der Gletscherarchäologie. Der Mann vom Tisenjoch, besser bekannt unter dem Namen Ötzi, dessen Mumie 1991 in den Ötztaler Alpen gefunden wurde, hatte in der zweiten Hälfte des vierten Jahrtausends vor Christus gelebt. Neben Ötzi gibt es in den Alpen lediglich zwei weitere einigermaßen gut erhaltene ältere Gletschermumien, den sogenannten Söldner von Theodul und eine Porchabella genannte weibliche Gletscherleiche aus der Zeit um 1690.[2] Forscher entdeckten auch Gletschermumien in arktischen Gebieten. Auf der Sankt-Lorenz-Insel in der Beringsee wurde im Jahr 1970 ein weiblicher Körper aus der Zeit um das Jahr 400 gefunden.[3] Aus Sibirien sind Grabstätten aus dem 7. und 3. Jahrhundert vor Christus bekannt, in denen sich gut konservierte Leichen mit intakten Weichteilen befanden. In Grönland wurden in Qilakitsoq zwei mittelalterliche Gräber aus etwa dem Jahr 1475 entdeckt, die insgesamt sechs Frauen und zwei Kinder enthielten. Diese waren gut genug erhalten, um filigrane Tätowierungen im Gesicht erkennen zu lassen.[4] Weitere Permafrostleichen aus Westgrönland sind bekannt, aber jüngeren Datums.[3] Aus derselben Zeit stammen einige Leichen aus dem heutigen British Columbia in Kanada sowie aus den Anden.[5] In den Anden wurden beispielsweise 1999 mehrere Kinderleichen auf dem 6700 Meter hohen Llullaillaco entdeckt. In Barrow in Alaska wiederum wurden zwei Gletschermumien und drei Skelette von Menschen entdeckt, die um 1500 vermutlich durch Meereis zu Tode gedrückt worden waren.[3]

Im Sommer 2006 wurde im Permafrostboden des Altaigebirges in der südsibirischen Republik Tuwa von Hermann Parzinger und Mitarbeitern des Deutschen Archäologischen Instituts aus einer Grabkammer die Eismumie eines skythischen Reiterkriegers geborgen.[6][7] Ihr Alter wurde auf 2500 Jahre geschätzt. Die Mumie trug einen prächtigen Pelzmantel und einen kunstvoll verzierten und vergoldeten Kopfschmuck. Auch ein Kompositbogen ist erhalten.[8][9]

Permafrostleichen von Tieren

Das Wollhaarmammutkalb Dima am Fundort im nordostsibirischen Kolyma-Becken im einstigen Beringia. Die hervorragend erhaltene Eismumie des ca. 115 cm langen Männchens fand ein Arbeiter 1977 bei der Goldgewinnung. Dima starb vor etwa 39.000 Jahren im Alter von 6 bis 8 Monaten.

Die Mumifikation durch Kälte trifft nicht nur Menschen. Relativ zahlreich etwa sind mumifizierte Mammuts, die in Sibirien gefunden wurden. Vermutlich starben die meisten dieser Mammuts, indem sie ins Eis einbrachen und dann unter Luftabschluss mumifizierten. Heute bringt sie die Erosion oder die Suche nach Bodenschätzen wieder an die Erdoberfläche. Der Wissenschaft sind etwa 50 Exemplare bekannt, wobei zu vermuten ist, dass zahlreiche weitere Mammuts gefunden wurden, aber nur ihr Elfenbein verwertet wurde.[5]

Im sibirischen Permafrostboden haben sich die Überreste dieser pleistozänen Großsäuger, die zur Megafauna der Mammutsteppe gehörten, bis in unsere Tage derart gut erhalten, dass ihre inneren Organe, die Muskulatur und sogar das Blut noch heute von Füchsen, Wölfen und Hunden gefressen werden können. Solche Funde sind dann von besonderem Wert, wenn sich Zellstrukturen erhalten haben, an denen zytologische und histologische Untersuchungen Aufschluss über Unterschiede zwischen Zellen dieser Tiere und heutigen Tieren geben und somit Aussagen über die Physiologie der ausgestorbenen Tierart erlauben. Auch Genmaterial kann erhalten sein. Es sind deshalb in neuester Zeit Überlegungen angestellt worden, ob es möglich wäre, ausgestorbene Tierarten mit gentechnischen Methoden (Klonen) wieder zum Leben zu erwecken, doch bedingt durch den Zerfall der DNA nach dem Tod eines Lebewesens waren entsprechende Bemühungen bisher noch nicht erfolgreich. 1977 konnte erstmals aus Muskelgewebe eines in Fairbanks (Alaska) gefundenen Wollhaarmammuts (Mammuthus primigenius) ein Protein isoliert werden, an dem eine exakte Bestimmung einer Verwandtschaft zu rezenten Elefanten möglich war. Es stellte sich heraus, dass das im Mammut gefundene Protein (ein Immunglobulin) zu seiner Entsprechung im Indischen und Afrikanischen Elefanten etwa den gleichen Verwandtschaftsgrad aufwies wie die Globuline dieser beiden Elefantenarten untereinander. Der molekularbiologische Beweis der verwandtschaftlichen Nähe dieser Tiere war erbracht.

Im Folgenden werden einzelne wichtige Funde aufgelistet:

  • im größeren Maße gehören sie zum Wollhaarmammut, darunter
  • der etwa 14.000 Jahre alte Körper einer 20 Jahre alten Wollhaarmammut-Kuh mit Namen Élmayuujey'eh (kurz: Elma), die zusammen mit zwei Jungtieren bei dem Camp Swan Point in Alaska verendete.[10]
  • der etwa 40.000 Jahre alte Körper des Wollhaarmammutkalbs Dima aus Nordostsibirien, gefunden im Juni 1977; und ein ca. 28.600 Jahre alter Körper eines Mammuts (Buttercup) von der Kleinen Ljachow-Insel (englisch Maly Lyakhovsky Island), gefunden 2012.[11][12]
  • das etwa 30.000 Jahre alte Wollhaarmammut-Baby Nun Cho Ga, weiblich, ca. 1 Monat alt geworden, gefunden am 21. Juni 2022 am Eureka Creek (einem Nebenfluss des Indian River),[13] Klondike Gold Fields, Yukon, Kanada.[14]
  • ein teilweise erhaltenes Mammut-Kalb Effie, gefunden 1948 im Innern Alaskas[14]
  • ebenfalls mehrfach sind Reste des Steppenbisons bekannt, hier
  • der rund 35.000 Jahre alte Kadaver des Steppenbisons Blue Babe, gefunden 1979 nahe Fairbanks, Alaska
  • der Yukagir-Bison aus dem nördlichen Jakutien, der mit einem Alter von 10.500 Jahren vor heute zu den jüngsten Nachweisen der Art zählt[15]
  • vergleichsweise häufig ist auch das Wollnashorn vertreten, so
  • das bereits in den 1970er Jahren entdeckte Nashorn-Individuum von Tschuraptscha[16]
  • die partiell erhaltene Karkasse eines rund anderthalbjährigen Jungtiers vom Einzugsgebiet des Semjuljach-Flusses aus dem Jahr 2014[17]
  • ein zu 80 % erhaltener Kadaver eines gut vierjährigen Kalbes, gefunden im August 2020 und vor 36.940 bis 36.540 Jahren gestorben.[18]
  • ein Pferdefohlen, ca. 2 Wochen, etwa 40.000 Jahre alt, gefunden 2018 von Bewohnern der Region im Batagaika-Krater in der nordsibirischen Taiga.[19]
  • ein Höhlenbär (Ursus spelaeus) aus dem Karginski-Interglazial, d. h. 22.000 – 39.500 Jahre alt, gefunden auf einer der Großen Ljachow-Insel (siehe Ljachow-Inseln) und ein Höhlenbär-Junges auf dem Festland in Jakutien[20]
  • die folgenden mumifizierten Höhlenlöwen (Panthera spelaea):
  • Uyan und Dina, männlich bzw. weiblich, beide etwa 1–2 Wochen, bis zu 55.000 Jahre alt, im Sommer 2015 gefunden am Ufer des Flusses Ujandina im Abyjski-Distrikt in Jakutien.[21]
Ein 2D-Bild des Höhlenlöwenjungen Boris zeigt die Innenstruktur.
  • Boris, männlich, 1–2 Monate, Alter ca. 43.000 Jahre, 2017 gefunden am Ufer des Flusses Semjuljach, einem rechten Zubringer des Tirechtjach, seinerseits ein rechter Nebenfluss der Indigirka, ebenfalls im Abyjski-Distrikt von einem örtlichen Anwohner namens Boris Berezhnev auf der Suche nach Mammut-Stoßzähnen.[22][23]
Ein Schnitt durch ein 3D-Bild der jungen Höhlenlöwin Sparta zeigt die innere Struktur.
  • Sparta, weiblich, 1–2 Monate, Alter ca. 28.000 Jahre, 2018 ebenfalls von Boris Berezhnev gerade 15 Meter entfernt, wo Boris lag. Das Exemplar ist außerordentlich gut erhalten inkl. Schnurrhaare und intakten inneren Organen, möglicherweise die bis dato am besten erhaltene tierische Permafrostleiche.[22][23]
  • Vom Fluss Badjaricha in der Republik Sacha im nördlichen Sibirien stammt das drei Wochen alte Jungtier der Säbelzahnkatze Homotherium, das vor rund 36.000 Jahren starb und mit dem Kopf, dem vorderen Rumpf und den Vorderbeinen erhalten blieb. Die Eismumie wurde im Jahr 2020 gefunden und gewährt erstmals Einblick in das äußere Erscheinungsbild einer Tierart, für die keine rezenten Analogien existieren.[24]
  • die folgenden mumifizierten Caniden:
  • 32.000 Jahre alter Wolfskopf aus Jakutien, im Sommer 2018 gefunden[25][26]
  • Dogor (jakutisch Догор ‚Freund‘ und Wortspiel englisch dog or (wolf), männlich, ca. 2 Monate oder mehr, Alter ca. 18.000 Jahre) gefunden 2018 bei Belaja Gora, Jakutien[27][28][26]
  • Tumat 1 und Tumat 2 (jakutisch Тумат ‚Tumat‘), zwei weibliche Welpen, die vor 14,970 bis 14,050 Jahren im Alter von sieben bis neun Wochen starben und genetischen Untersuchungen zufolge ´Wurfgeschwister sind. Sie wurden 2011 beziehungsweise 2015 bei dem Dorf Tumat im Ust-Janski-Distrikt (englisch Ust-Yana region), Jakutien, gefunden.[29]
  • Zhùr (hänisch Zhùr ‚Wolf‘, weiblich, ca. 7 Wochen, Alter ca. 57.000 Jahre) gefunden 2016 in den Klondike Goldfields nahe Dawson City im Yukon-Territorium, Kanada.[30]
  • ein mumifizierter Arktischer Ziesel (engl. arctic ground squirrel), Alter ca. 30.000 Jahre, 2018 von einem Goldschürfer in den Klondike Fields, Yukon, auf dem Gebiet der Tr’ondek Hwech’in First Nation gefunden.[31]
  • der 64 cm lange Kadaver von Lepus tanaiticus, einem Verwandten des Schneehasen, aus dem Flusstal des Indigirka-Nebenflusses Ogorocha, das Alter beträgt 36.500 bis 30.900 Jahre.[32]
  • der tiefgefrorene Kadaver einer Ohrenlerche vom Ufer des Tirechtych im Einzugsgebiet der Indigirka, dessen Alter auf etwa 42.600 Jahre vor heute bestimmt wurde.[33]

Einzelnachweise

  1. ↑ a b c d C. Hennsge, B. Medea: Leichenerscheinungen und Todeszeitbestimmungen. In: Bernd Brinkmann, Burkhard Madea (Hrsg.): Handbuch Gerichtliche Medizin. Band 1, Springer DE, 2003, ISBN 3-540-00259-6, S. 164–165.
  2. ↑ In Ötzis Schatten: - Eismumien aus den Schweizer Alpen - Kontext - SRF. Abgerufen am 27. Oktober 2024. 
  3. ↑ a b c J.P. Hart Hansen: The Mummies from Qilakitsoq - Paleopathological Aspects. In: J.P. Hart Hansen, H. C. Gulløv (Hrsg.): The Mummies from Qilakitsoq - Eskimos in the 15th Century Museum Tusculanum Press, ISBN 87-635-1193-2, S. 64.
  4. ↑ Andrew Chamberlain: Human Remains University of California Press, 1994, ISBN 0-520-08834-4, S. 43–44.
  5. ↑ a b Terry Brown, Keri Brown: Biomolecular Archaeology: An Introduction. John Wiley & Sons, 2011, ISBN 978-1-4443-9242-5, S. 102.
  6. ↑ Eismumienfund bei Dreharbeiten zur ZDF-Reihe „Schliemanns Erben“
  7. ↑ ZDF Expedition: Das Geheimnis der Eismumie.
  8. ↑ Der Krieger aus dem mongolischen Eisgrab (Memento vom 11. Januar 2012 im Internet Archive)
  9. ↑ Mongolei: Die Rückkehr der Eismumie (ZDF-Produktion‚ Schliemanns Erben Spezial, 16. November 2009, 2:40 Uhr, 43:42 Min.).
  10. ↑ Audrey G. Rowe, Clement P. Bataille, Sina Baleka, Evelynn A. Combs, Matthew J. Wooller et al.: A female woolly mammoth’s lifetime movements end in an ancient Alaskan hunter-gatherer camp. In: Science Advances, Band 10, Nr. 3, 17. Januar 2024; doi: 10.1126/sciadv.adk0818.
  11. ↑ Tia Ghose: Fresh Mammoth Carcass from Siberia Holds Many Secrets. In: Scientific American, 17. November 2014.
  12. ↑ Semyon E. Grigoriev, Danial C. Fisher, Theodor Obadă, Ethan A. Shirley, A. N.Rountrey, G. N. Savvinov, D. K. Garmaeva, G. P. Novgorodov, M. Y. Cheprasov, S. E. Vasilev, A. E. Goncharov: A woolly mammoth (Mammuthus primigenius) carcass from Maly Lyakhovsky Island (New Siberian Islands, Russian Federation). In: Quaternary International. Band 445, S. 88–103, doi:10.1016/j.quaint.2017.01.007.
  13. ↑ Eureka Creek, Mapcarta.
  14. ↑ a b Woolly Mammoth Calf Discovered in Yukon Permafrost. Auf: Sci.News vom 27. Juni 2022.
    Bethany Dawson: 30,000-Year-Old Baby Mammoth Found Almost Perfectly Preserved in Canadian Gold Fields. Auf: sciencealert vom 27. Juni 2022. Quelle: Business Insider.
    Katharina Menne: Ein Mammutbaby aus dem kanadischen Eis - Bergleute entdecken eingefrorenes Mammutbaby. Auf: spektrum.de vom 27. Juni 2022.
    Nadja Podbregar: Yukon: Goldsucher finden Baby-Mammut. Auf: scinexx.de vom 29. Juni 2022.
  15. ↑ Gennady G. Boeskorov, Olga R. Potapova, Albert V. Protopopov, Valery V. Plotnikov, Larry D. Agenbroad, Konstantin S. Kirikov, Innokenty S. Pavlov, Marina V. Shchelchkova, Innocenty N. Belolyubskii, Mikhail D. Tomshina, Rafal Kowalczyk, Sergey P. Davydov, Stanislav D. Kolesov, Alexey N. Tikhonov und Johannes van der Plicht: The Yukagir Bison: The exterior morphology of a complete frozen mummy of the extinct steppe bison, Bison priscus from the early Holocene of northern Yakutia, Russia. In: Quaternary International. Band 406, 2016, S. 94–110, doi:10.1016/j.quaint.2015.11.084.
  16. ↑ П. А. Лазарев, С. Е. Григорев, В. В. Плотников: Шерстистые носороги Якутии. In: V. M. Podobina (Hrsg.): Evolution of life on the earth: Proceedings of the IV international symposium, November 10-12, 2010. Tomsk, 2010, S. 555–558.
  17. ↑ O. F. Chernova, A. V. Protopopov, T. V. Perfilova, I. V. Kirillova und G. G. Boeskorov: Hair Microstructure of the First Time Found Calf of Woolly Rhinoceros Coelodonta antiquitatis. In: Doklady Biological Sciences. Band 471, 2016, S. 291–295.
  18. ↑ Gennady G. Boeskorov, Marina V. Shchelchkova, Albert V. Protopopov, Nadezhda V. Kryukova und Ruslan I. Belyaev: Reshaping a woolly rhinoceros: Discovery of a fat hump on its back. In: Quaternary Science Reviews. Band 345, 2024, S. 109013, doi:10.1016/j.quascirev.2024.109013.
  19. ↑ Fundsache, Nr. 1411: Blut und Urin in uraltem Fohlen-Fossil, Auf: n-tv.de vom 20. April 2019.
  20. ↑ Anna Baisakov: NEFU scientists to study cave bear found on the Lyakhovsky Islands, Nordöstliche Föderale Universität (englisch North-Eastern Federal University, NEFU), Jakutsk, 14. September 2020.
  21. ↑ A. V. Protopopov, O. Potapova, A. Kharlamova, G. G. Boeskorov, E. N. Maschenko, B. Shapiro, A. Soares, I. Pavlov, V. Plotnikov und A. Klimovskii: The Frozen Cave Lion (Panthera spelaea (Goldfuss, 1810)) Newborn Cubs from Eastern Siberia, Russia: The first data on early ontogeny of the extinct species. In: Journal of Vertebrate Paleontology. Band 36 (suppl.), 2016, S. 209.
  22. ↑ a b Gennady G. Boeskorov, Valery V. Plotnikov, Albert V. Protopopov, Gennady F. Baryshnikov, Philippe Fosse, Love Dalén, David W. G. Stanton, Innokenty S. Pavlov, Naoki Suzuki, Alexey N. Tikhonov: The Preliminary Analysis of Cave Lion Cubs Panthera spelaea (Goldfuss, 1810) from the Permafrost of Siberia. In: MDPI Quaternary, Band 4, Nr. 3, Special Issue Advances in Quaternary Studies: The Contribution of Mammalian Fossil Record II, 4. August 2021, S. 24, doi:10.3390/quat4030024.
  23. ↑ a b O. F. Chernova, A. V. Protopopov, G. G. Boeskorov, I. S. Pavlov, V. V. Plotnikov, N. Suzuki: First Description of the Fur of Two Cubs of Fossil Cave Lion Panthera spelaea (Goldfuss, 1810) Found in Yakutia in 2017 and 2018. In: Doklady Biological Sciences. 492, 6. Juli 2020, S. 93–98, doi:10.1134/S0012496620030011
  24. ↑ A. V. Lopatin, M. V. Sotnikova, A. I. Klimovsky, A. V. Lavrov, A. V. Protopopov, D. O. Gimranov und E. V. Parkhomchuk: Mummy of a juvenile sabre-toothed cat Homotherium latidens from the Upper Pleistocene of Siberia. In: Scientific Reports. Band 14, 2024, S. 28016, doi:10.1038/s41598-024-79546-1.
  25. ↑ Meilan Solly: A Perfectly Preserved 32,000-Year-Old Wolf Head Was Found in Siberian Permafrost. In: Smithonian Magazine vom 14. Juni 2019.
  26. ↑ a b Ice Age wolf DNA reveals dogs trace ancestry to two separate wolf populations. Auf: EurekAlert! vom 29. Juni 2022.
  27. ↑ Anna Lisowska, Svetlana Skarbo: Amazingly preserved puppy with whiskers, eyelashes, hair and velvety nose intact puzzle scientists. In: Siberian Times. 25. November 2019, abgerufen am 29. November 2019. 
  28. ↑ Ice Age Wolf DNA Reveals Dogs Trace Ancestry to Two Separate Populations of Ancient Wolves. Auf: SciTechDaily vom 30. Juni 2022; sowie Michelle Starr: Dogs Could Have Joined Humans More Than Once, Ancient Wolf DNA Has Revealed. Auf: sciencealert vom 30. Juni 2022.
  29. ↑ Anne Kathrine Wiborg Runge, Jonas Niemann, Mietje Germonpré, Dorothée G. Drucker, Hervé Bocherens, Kseniia Boxleitner, Jazmín Ramos-Madrigal, Anna Linderholm, David W. G. Stanton, Alexandr Kandyba, Jonathan Brecko, Martine Van den Broeck, Robert Losey, Jannikke Räikkönen, Mikhail Sablin, Julia Stagegaard, Shyam Gopalakrishnan. Sergey Fedorov, Mikkel-Holger S. Sinding, M. Thomas P. Gilbert und Nathan Wales: Multifaceted analysis reveals diet and kinship of Late Pleistocene ‘Tumat Puppies’. In: Quaternary Research., 2025, doi:10.1017/qua.2025.10.
  30. ↑ Julie Meachen, Matthew J. Wooller, Benjamin D. Barst, Juliette Funck, Carley Crann, Jess Heath, Molly Cassatt-Johnstone, Beth Shapiro, Elizabeth Hall, Susan Hewitson, Grant Zazula: A Mummified Pleistocene Gray Wolf Pup (Canis lupus) from Yukon Territory, Canada. In: Current Biology, 24. September 2020; doi:10.2139/ssrn.3678693.
  31. ↑ Chris Panella, Morgan McFall-Johnsen: A gold miner found a mysterious grapefruit-sized fur ball. It turned out to be a 'perfectly preserved' 30,000-year-old squirrel. Auf: Business Insider vom 11. April 2023.
  32. ↑ G. G. Boeskorov, O. F. Chernova und M. V. Shchelchkova: First Find of a Frozen Mummy of the Fossil Don Hare Lepus tanaiticus (Leporidae, Lagomorpha) from the Pleistocene of Yakutia. In: Doklady Earth Science. Band 510, 2023, S. 298–302, doi:10.1134/S1028334X23600056.
  33. ↑ Nicolas Dussex, David W. G. Stanton, Hanna Sigeman, Per G. P. Ericson, Jacquelyn Gill, Daniel C. Fisher, Albert V. Protopopov, Victoria L. Herridge, Valery Plotnikov, Bengt Hansson und Love Dalén: Biomolecular analyses reveal the age, sex and species identity of a near-intact Pleistocene bird carcass. In: Communications Biology. Band 3, 2020, S. 84, doi:10.1038/s42003-020-0806-7.



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