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Ragana

Noir24admin Hexe 21. Juni 2026

Ragana (litauisch und lettisch, „Hexe“) ist eine böswillige weibliche Figur – Hexe – in der baltischen Mythologie. Gewisse Eigenschaften verbindet sie mit der den Menschen eher wohlgesonnenen Lauma. In manchen Erzählungen vereinen sich ihre Verhaltensweisen in der Figur Laume-Ragana.

Märchenhexe

In der Rolle als Märchenhexe unterscheidet sich Ragana nicht von anderen europäischen Märchenhexen, ist aber mehr im mystischen verhaftet und hat nicht die starke Konnotation einer hässlichen, alten Frau, die Tränke braut. In dem lettischen Märchen Lāčplēsis der Bärenreißer ist sogar von der „schönen Hexe Spīdala“ die Rede.[1] Sie hat kannibalistische Züge, neigt dazu Kinder zu entführen und ist übermenschlich. Zur Ragana gelangt man, indem man wie im Märchen Frau Holle durch einen Brunnen fällt oder tief in den Wald geht. Auch der Hexentanz auf Hügeln ist gut bekannt. Hexen sind besonders aktiv zu den Kalenderfesten, wie Sonnenwende, Ostern, Weihnachten.[2]

Hexenprozesse

In den Akten zu den Hexenprozessen des 16. bis 18. Jahrhunderts werden die angeklagten Personen zumeist nicht ragana genannt, sondern als Beschwörerin oder Schwarzbuchkundige bzw. Entsprechungen bezeichnet. Die Akten wurden zumeist auf Kanzleislawisch, Polnisch oder Lateinisch verfasst. Anklagegründe waren Schadenzauber gegenüber Vieh, Ernteverlust, Krankheiten, falsche Heilbemühungen, Liebeszauber.

Neuheidentum

Nahezu jeder Beitrag über die Hexe beginnt mit einem Verweis auf die populäre Etymologie. Es heißt, dass ragana von (lit.) regėti 'sehen, wahrnehmen' abgeleitet wurde und diese daher in der heidnischen Religion einst eine Seherin war. Entsprechend wird Ragana als Selbstbezeichnung von Wicca Hexenzirkeln verwendet.

Bereits A. J. Greimas hat darauf aufmerksam gemacht, dass diese Etymologie nicht mit der Folklore in Einklang zu bringen ist. Ein neuer Vorschlag sieht Ragana als Gespenst oder Vision, insbesondere die Erscheinung einer verstorbenen Person. In der baltischen Folklore wird der Traum als eine aktive Handlung der geträumten Person dargestellt.

Literatur

  • Bernd Gliwa: Witches in Baltic Fairy Tales. In: Onomasiology Online, Nr. 4, 2003, S. 1–14

Einzelnachweise

  1. ↑ Klemens Ludwig: Lettland. Beck, München 2000, ISBN 3-406-44782-1, S. 26 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  2. ↑ Was sich die Hexen in der Johannisnacht erzählten bei Zeno.org.. In: Victor von Andrejanoff: Lettische Märchen. Reclam, Leipzig 1896, S. 47.



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Dieser Eintrag basiert auf dem Artikel Ragana aus der freien Enzyklopädie Wikipedia. Der Text steht unter der Lizenz Creative Commons Attribution-ShareAlike 4.0 International und ist frei verfügbar.

Eire Rautenberg

Noir24admin Hexe 21. Juni 2026

Eire Rautenberg (* 4. April 1956 in Dortmund als Inge Rautenberg) ist eine deutsche Schriftstellerin.[1]

Leben

Sie arbeitete 1972 bis 1980 als Verwaltungsangestellte bei der Dortmunder Stadtverwaltung. 1984 gründete sie in Dortmund die erste esoterische Fachbuchhandlung Pentagramm. Danach lebte sie drei Jahre in Portugal an der Algarve. Dort entstand ihr erstes Buch, der autobiografische Roman Dona da Casa: Eine Liebe in Portugal[1], welcher später als Taschenbuch unter dem Titel Herrin des Hauses veröffentlicht wurde. Als sie 1991 zurückkehrte, verkaufte sie ihren Fachbuchladen Pentagramm.[2] Sie schrieb mehrere Fachartikel für verschiedene Zeitschriften, wie Tattva Viveka[3], und den Sphinx Verlag.[4] Sie arbeitete als freie Autorin und als Dozentin in verschiedenen Volkshochschulen in Nordrhein-Westfalen im Bereich der Lyrik, unter anderem in der VHS Schwerte[5] und in der VHS Witten.[6]

Heute arbeitet sie als Autorin und freie Journalistin und lebt in Schwerte.[1]

Spiritualität

Laut ihrer Biographie reiste sie mit einem Rucksack durch Europa, Asien und Afrika und lebte zeitweise in den spirituell orientierten Lebensgemeinschaften Findhorn Foundation in Schottland und Auroville in Südindien. Von diesen Erfahrungen handelt auch ihr Roman Grenzlandbewohner.[7] Nachdem sie mehrere Nahtoderfahrungen erlebte, beschäftigte sie sich mit dem Schamanismus und dem Neopaganismus.[8] Nach eigenen Angaben wurde sie 1977 in den Kriya Yoga initiiert und gründete 2004 eine eigene Linie, den Istari-Wicca, wo sie auch Hohepriesterin ist.[9][10]

Werke

  • Dona da Casa: Eine Liebe in Portugal, Ulrike Helmer Verlag, 2001, ISBN 978-3-927164-82-6
  • Traumgeboren, Araki Verlag, 2011, ISBN 978-3-941848-01-6
  • Kein Blatt vor dem Mund: Gesammelte Gedichte aus 30 Jahren, epubli, 2. Aufl. 2017, ISBN 978-3-7450-0224-9
  • Grenzlandbewohner – Autobiografischer Roman: Eine Reise durch die wilden Jahre des New Age, epubli, 2017, ISBN 978-3-7450-0222-5
  • Der Deutsche Lebensbaum: Auf den Spuren alteuropäischer und asiatischer Ahnen, epubli, 2017, ISBN 978-3-7450-4260-3
  • Herrin des Hauses, epubli, Neuauflage 2020, ISBN 978-3-7531-0798-1
  • Volk des Lichts: Die Herkunft der Teuta & der deutsche Ahnengott, epubli, 2017, ISBN 978-3-7450-0714-5
  • Die Deltagöttin-Kultur: Atlantis und die Vorfahren der Deutschen, epubli, 2017, ISBN 978-3-7450-1439-6
  • Die Virtuellen. Utopischer Roman, epubli, 2020, ISBN 978-3-7531-0193-4
  • Magisches Kartenlegen: Das Anleitungs- und Deutungsbuch, Neue Erde, 2021, ISBN 978-3-89060-790-0
  • Der deutsche Lebensbaum: Auf den Spuren alteuropäischer und asiatischer Ahnen - Gesamtwerk mit Karten und Bildern -, epubli, 2021, ISBN 978-3-7541-6080-0
  • Vergessene deutsche Vornamen, Neopubli GmbH, 2021, ISBN 978-3-7549-1390-1
  • Kleine Schriftenreihe / Die Amazonen - Das wehrhafte Frauenvolk, epubli; 1. Edition, 2022, ISBN 978-3-7565-4446-2
  • Deine vergangenen Leben: Vom Kalender zum Orakel für Frauen - 140 farbige Karten zum Ausschneiden, epubli; 1. Edition, 2022, ISBN 978-3-7565-3351-0
  • Merry Christmas - Notizbuch, epubli, 2022, ISBN 978-3-7565-4198-0
  • Das Auge der Sahara, epubli, 2023, ISBN 978-3-7575-7552-6
  • Mondgöttin - GEDICHTE -, epubli, 2025, ISBN 978-3818780739

Weblinks

  • Literatur von und über Eire Rautenberg im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
  • Website von Eire Rautenberg

Einzelnachweise

  1. ↑ a b c Biografie in liton.nrw
  2. ↑ Heidnische Lyrik – Eire Rautenberg liest aus „Traumgeboren“ in paganplaza.paganfederation.org
  3. ↑ Deutsche Mythologie (1) in tattva.de
  4. ↑ Anthologie in liton.nrw
  5. ↑ Dozentenübersicht in vhs-schwerte.de
  6. ↑ @1@2Vorlage:Toter Link/www.yumpu.com (Seite nicht mehr abrufbar, festgestellt im Dezember 2023. Suche im Internet Archive) ( Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.) in vhs-wwh.de
  7. ↑ Grenzlandbewohner – Autobiografischer Roman: Eine Reise durch die wilden Jahre des New Age, epubli, 2014, ISBN 978-3-8442-9967-0 Rückseite des Cover
  8. ↑ Biographie in eire-rautenberg.de
  9. ↑ Holger Kliemannel, Frater Eremor (Hrsg.): Shekinah 2: Schriftenreihe für Schamanismus, Okkultismus, Parapsychologie und Magie. Edition Roter Drache, 2008, S. 47, ISBN 978-3-939459-12-5
  10. ↑ Eire Rautenberg: Wicca in der modernen Entwicklung. philognosie.net
Normdaten (Person): GND: 124265235 (lobid, GND Explorer, OGND, AKS) | VIAF: 67394752 | Wikipedia-Personensuche
Personendaten
NAME Rautenberg, Eire
KURZBESCHREIBUNG deutsche Schriftstellerin
GEBURTSDATUM 4. April 1956
GEBURTSORT Dortmund



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Silver RavenWolf

Noir24admin Hexe 21. Juni 2026

Silver RavenWolf (geboren 11. September 1956) als Jenine E. Trayer, ist eine amerikanische New-Age-, Magick- und Witchcraft-Autorin und Lehrende, die ihren Fokus in der Wicca-Tradition hat.

Werdegang

Sie wuchs in Harrisburg, Pennsylvania auf und erhielt ihre Schulbildung an der Cedar Cliff High School in Camp Hill, Cumberland County.[1] Sie besuchte 1976 das Harrisburg Area Community College (HACC).[1]

RavenWolf war ein Mitglied der „Serpent Stone Family“, ein Coven (Hexenzirkel) durch den sie auch ihre Initiation als Wicca im 3. Grad erhielt. Sie ist die Leiterin des „Black Forest Circle and Seminary“, einer Organisation, die mehrere Coven in den Vereinigten Staaten und Kanada verwaltet.

Sie ist auch als Dozentin und Workshop-Veranstalterin für Events in der Neo-Pagan-Gemeinschaft bekannt. Außerdem engagiert sie sich aktiv in der Anti-Diskriminierung gegen Wiccas. Sie ist auch ein Powwower, eine Person, die die volkstümliche Magie bzw. die rituelle Magie der Pennsylvania Dutch Anhänger praktiziert.[1] Sie half Powwow in die Neo-Pagane-Gemeinschaft einzuführen.

RavenWolf ist die Autorin von 17 Büchern über Wicca und Paganismus.[2] Sie schrieb auch mehrere Romane. Ihre Bücher wurden in andere Sprachen wie Tschechisch, Spanisch, Italienisch, Deutsch, Russisch, Ungarisch, Niederländisch und Portugiesisch übersetzt. Sie ist die Gründerin der Wiccan/Pagan Press Alliance (WPPA), einer Pressevereinigung paganer und wicca-assoziierter Autoren, Editoren und Verleger, welche einen Newsletter namens Midnight Drive herausgibt.[3]

Bibliographie

Sachbücher

  • American Folk Magick: Charms, Spells & Herbals (1999) Llewellyn Publications,
  • Angels: Companions in Magick (2002) Llewellyn Publications,
  • Halloween: Spells, Recipes & Customs (1999) Llewellyn Publications,
  • HedgeWitch: Spells, Crafts & Rituals For Natural Magick (2008) Llewellyn Publications,
  • Hex Craft: Dutch Country Pow-wow Magick (1997) Llewellyn Publications,
  • Journey of Souls: Case Studies of Life Between Lives by Michael Newton (introduction by Silver Ravenwolf) (2002) Llewellyn Publications,
  • Mindlight: Secrets of Energy, Magick & Manifestation (2006) Llewellyn Publications,
  • Silver's Spells for Abundance (2004) Llewellyn Publications,
  • Silver's Spells for Love (2001) Llewellyn Publications,
  • Silver's Spells for Protection (2000) Llewellyn Publications,
  • TeenWitch!: Wicca for a New Generation (1998) Llewellyn Publications,
  • To Light a Sacred Flame: Practical Witchcraft for the Millennium (2002) Llewellyn Publications,
  • To Ride a Silver Broomstick: New Generation Witchcraft (2002) Llewellyn Publications,
  • To Stir a Magick Cauldron: A Witch's Guide to Casting and Conjuring (2005) Llewellyn Publications,
  • Solitary Witch: The Ultimate Book of Shadows for the New Generation (2003) Llewellyn Publications,
  • Witches Runes: Insights from the Old European Magickal Traditions (Cards) (with Nigel Jackson) (2002) Llewellyn Publications,
  • A Witch's Notebook: Lessons in Witchcraft (2005) Llewellyn Publications

Spanische Veröffentlichungen

  • Hechizos Para El Amor
  • Hechizos Para la Prosperidad
  • Hechizos Para la Proteccion
  • Jovenes y Brujas: Un Manual Practico de Brujeria Para Jovenes
  • Montarse en una Escoba de Plata
  • Como preparar un Caldero Magico

Ungarische Veröffentlichungen

  • Tiniboszorkányok

Niederländische Veröffentlichungen

  • Magische Krachten
  • Het Derde Oog
  • Sleutel tot het Kwaad
  • Engelen magische metgezellen

Fiktionale Romane

  • Beneath a Mountain Moon (1995) Llewellyn Publications,
  • Murder at Witches’ Bluff: A Novel of Suspense and Magick (2000) Llewellyn Publications

Witches’ Chillers series:

  • Witches’ Night Out (2000) Llewellyn Publications,
  • Witches’ Night of Fear (2001) Llewellyn Publications,
  • Witches’ Key to Terror (2001) Llewellyn Publications

Weblinks

  • Llewellyn Publications. Author Bio: Silver RavenWolf. Abgerufen am 1. Dezember 2006.
  • SilverRavenwolfs Webseite

Einzelnachweise

  1. ↑ a b c Silver Ravenwolf. Abgerufen am 15. Oktober 2019. 
  2. ↑ Llewellyn Worldwide – Author: Silver RavenWolf. In: www.llewellyn.com. Abgerufen am 7. August 2017. 
  3. ↑ Donald Michael Kraig: Celebrating Silver RavenWolf. 17. November 2008, abgerufen am 15. Oktober 2019 (englisch). 
Normdaten (Person): GND: 122637607 (lobid, GND Explorer, OGND, AKS) | LCCN: n92101362 | VIAF: 64893955 | Wikipedia-Personensuche
Personendaten
NAME RavenWolf, Silver
ALTERNATIVNAMEN Jenine E. Trayer
KURZBESCHREIBUNG amerikanische New-Age-Autorin und Lehrende
GEBURTSDATUM 11. September 1956



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Moina Mathers

Noir24admin Hexe 21. Juni 2026
Moina Mathers, um 1887

Moina Mathers (* 28. Februar 1865 in Genf; † 25. Juli 1928 in London; gebürtig Mina Bergson) war eine englische Künstlerin, Kabbalistin, Okkultistin und Rosenkreuzerin. Sie war die Schwester des französischen Philosophen und Literatur-Nobelpreisträgers Henri Bergson und gemeinsam mit ihrem Ehemann Samuel Liddell „MacGregor“ Mathers eine der führenden Personen der magischen Geheimbünde Hermetic Order of the Golden Dawn und der Nachfolgevereinigung Alpha et Omega.

Leben und Wirken

Mina Bergson war das vierte von sieben Kindern des polnischstämmigen jüdischen Komponisten Michał Bergson. Auf der Flucht vor dem zunehmenden Antisemitismus reiste die Familie quer durch Europa. Als das Mädchen zwei Jahre alt war, ließen sich die Bergsons in Paris nieder. Der Vater Michel Gabriel Bergson war ein Musikprofessor und Komponist, der etwas Erfolg mit den Opern Louisa de Montfort und Salvator Rosa hatte. Die Mutter, Katherine Levison, soll spiritistische Fähigkeiten gehabt haben, die sie an ihre Tochter weitergegeben haben soll. Der ältere Bruder Henri war ein Eliteschüler an der École normale supérieure und wurde später als Professor an der Universität von Paris hauptsächlich durch philosophische Schriften bekannt.[1]

1873 zog die Familie nach London. Mina entwickelte sich bald zu einer talentierten Künstlerin. Mit 15 Jahren besuchte sie die Slade School of Fine Art in London, eine renommierte Kunstschule, die sich bevorzugt der künstlerischen Förderung junger Frauen widmete. An der Slade School erhielt Moina vier Auszeichnungen für ihre Zeichnungen sowie ein Stipendium. Zu dieser Zeit freundete sie sich mit Annie Horniman an, die später an der Finanzierung des Hermetic Order of the Golden Dawn beteiligt war.[2]

Samuel L. MacGregor Mathers und Golden Dawn

Samuel L. MacGregor Mathers in jungen Jahren

Während ihres Studiums am Britischen Museum 1887 lernte Mina Bergson ihren späteren Ehemann und spirituellen Partner Samuel Liddell MacGregor Mathers kennen. Zu dieser Zeit befassten sich beide mit altägyptischer Kunst und ägyptischer Mythologie. Ein Jahr später gründete MacGregor Mathers den Isis-Urania Temple of the Hermetic Order of the Golden Dawn („Isis-Urania Tempel des hermetischen Orden der goldenen Morgendämmerung“), kurz „Golden Dawn“ oder HOGD, der zu einem der einflussreichsten westlichen okkulten Geheimbünde wurde. Im März 1888 wurde Mina initiiert. Als persönliches magisches Motto wählte sie das lateinische Vestigia Nulla Retrorsum (VNR), was so viel bedeutet wie „Keine Spuren Rückwärts“. 1890 heiratete sie MacGregor Mathers und aus Mina Bergson wurde Moina Mathers. „Moina“ wählte sie vermutlich aufgrund der keltisch-mythischen Anmutung und um der Vorliebe ihres Gemahls für das Schottische zu entsprechen. Auch unterstützte sie MacGregor Mathers bei dessen politischem Engagement zur Wiedererlangung der schottischen Unabhängigkeit vom Vereinigten Königreich.[3] In der okkulten Partnerschaft wurde MacGregor Mathers zum „Erwecker der Geister“ und Moina zur „hellseherischen Prophetin“, der Künstlerin, die ihren Ehemann „zu erwecken“ vermochte.[4] Angeblich sollen sie ihre ungewöhnliche Partnerschaft als ausschließlich spirituellen und rituell reinen Bund geführt haben, denn mit dem Ehegelübde hatten sie sich geschworen, dem sexuellen Akt miteinander zu entsagen[5]. Jedenfalls entstammten der Ehe keine Kinder. Für Moinas weiteres Leben wurden MacGregor Mathers und der Orden zur einzigen Bestimmung. Sie glaubte, sie teile sich die Seele mit ihrem Ehemann, und betrieb dies bis zur Selbstaufopferung: So gab sie den Traum von einer eigenen Karriere als Künstlerin auf und widmete ihr Talent ausschließlich dem „Göttlichen Licht“ zum Wohl des Ordens. Die meiste Zeit befasste sie sich mit magischen Riten, der Anbetung verschiedener heidnischer Gottheiten und der metaphysischen Kommunikation. Für die Ordensgemeinschaft galt sie als Hohepriesterin und Personifikation der ägyptischen Göttin Isis.[6] Eine ihrer Hauptaufgaben war die Gestaltung der Insignien, Regalien und magischen Symbolik des Ordens sowie die Einrichtung seiner Tempel in London und Paris, wobei sie fast ständig auf Reisen war. Moina Mathers entwarf unter anderem zahlreiche magische Diagramme, Pentagramme, Schmuckelemente, Symbole und Tarotkarten.

Alpha et Omega

Moina Mathers während der Aufführung der „Riten zu Ehren der Isis“, Paris 1899

Zu ihren bemerkenswertesten Arbeiten zählen die Farbsymbolik des Ordens sowie die Gewölbemalereien in den Tempeln. Unter der Anleitung von Samuel MacGregor Mathers gestaltete sie die Ordenstempel Isis Urania, Ahathor und schließlich Alpha et Omega.[5][7] Moina Mathers trug jedoch nicht nur zur künstlerischen Ausgestaltung des Golden Dawn und seiner Nebenorganisationen bei: Gemeinsam mit ihrem Ehemann trat sie außerdem als begabtes und vielsprachiges Medium auf, schließlich sprach sie fließend Deutsch, Englisch und Französisch. 1892 zogen die Mathers nach Paris, wo sie zwei Jahre später Ahathoor Temple gründeten. Im März 1899 führten sie am Pariser Theatre Bodiniere ihre „Riten zu Ehren der Isis“ auf. Die Aufführung fand großen Zuspruch in den okkulten Kreisen der Seine-Metropole. In der Folgezeit pendelte das Paar zwischen Paris und London. Der genaue Aufenthalt der Mathers in dieser Zeit ist weitgehend unbekannt. Um die Jahrhundertwende kam es zu Schismen im HOGD und 1904 zu einem Streit zwischen MacGregor Mathers und Aleister Crowley um die Oberhand im Orden, wobei angeblich auch „magische Angriffe“ im Spiel gewesen sein sollen. Um 1912 gingen die Mathers nach Paris zurück. Im November 1918 starb Samuel L. MacGregor Mathers in Paris vermutlich an den Folgen der spanischen Grippe.[8] Moina hingegen war überzeugt, ihr Mann sei aufgrund seines langjährigen Kontakts mit den „Secret Chiefs“, kosmischen Überwesen der Astralebene, so entkräftet gewesen, dass er starb.[5]

1919 kehrte Moina nach London zurück. Sie übernahm nun zusammen mit Edmund Berridge und William Brodie-Innes die Führung des Golden Dawn und etablierte erfolgreich die Alpha et Omega Lodge, der sie die folgenden neun Jahre vorsaß. Ab den 1920er Jahren löste sich Golden Dawn langsam in Splittergruppen auf, so gründete beispielsweise Paul Foster Case in den USA den Orden Builders of the Adytum nach dem Vorbild des HOGD. Case soll zuvor von Moina Mathers aus dem HOGD ausgeschlossen worden sein.[3] In der Folgezeit fürchtete sich Moina zunehmend vor magischen Angriffen ihrer Konkurrenten, außerdem soll sie mit einem ominösen „Frater X“ in Kontakt gestanden haben, worüber es zu Diskrepanzen mit weiteren Ordensmitgliedern, wie beispielsweise Dion Fortune, kam.[5]

Späte Jahre

Über Moina Mathers’ weiteres Privatleben ist wenig bekannt. In späteren Jahren soll sie unter großen finanziellen Problemen gelitten haben. In der Hoffnung, wieder künstlerisch tätig werden zu können, nahm sie die Porträtmalerei, die sie bereits in ihrer Studienzeit in Paris betrieben hatte, wieder auf. Sie war jedoch als Malerin wenig erfolgreich. Kritische Stimmen behaupteten, Moinas künstlerische Begabung sei durch ihre okkulte Arbeit zerstört worden. Zur 1926 erschienenen Zweitauflage von Samuel L. MacGregor Mathers’ Übersetzung von Knorr von Rosenroths Kabbala Denudata verfasste sie das Vorwort. Ab dem Jahr 1927 verschlechterte sich Moina Mathers’ Gesundheitszustand drastisch; außerdem war sie der Meinung, dass die „Secret Chiefs“ nun auch nach ihr riefen, und so verweigerte sie zum Zweck der spirituellen Reinigung jegliche Nahrungsaufnahme. Am 25. Juli 1928 verstarb sie im St. Mary Abotts Hospital in London.[5]

Postum wurde Moina Mathers 1929 von ihrer Rivalin Dion Fortune des „psychischen Mordes aus dem Jenseits“ bezichtigt und für den mysteriösen Tod der Netta Fornario verantwortlich gemacht, der angeblich durch schwarze Magie evoziert worden war. Netta Fornario war eine frühere Adeptin von Moina Mathers, Mitglied von Alpha et Omega und eine Freundin von Dion Fortune. Ihre unbekleidete Leiche wurde 1929 auf der Hebrideninsel Iona aufgefunden. Die Umstände ihres Todes wurden nie eindeutig geklärt.[9]

Literatur

  • Ithell Colquhoun: Schwert der Weisheit, MacGregor Mathers und der „Golden Dawn“. Kersken-Canbaz, Bergen 1996, ISBN 3-89423-030-4.
  • Mary K. Greer: Women of the Golden Dawn: Rebels and Priestesses. One Park Street, Rochester, Vermont, 1995, ISBN 0-89281-607-4

Weblinks

  • Biography of Moina Mathers (englisch)

Einzelnachweise

  1. ↑ Lorenz Jäger, Henri Bergsons Familie. In: Sinn und Form 4/2022, S. 489–496.
  2. ↑ Mary Greer, Women of the Golden Dawn: Rebels and Priestesses, S. 40–45
  3. ↑ a b Encyclopedia – Moina Mathers. Abgerufen am 2. September 2025 (englisch). 
  4. ↑ Mary Greer, S. 40–47
  5. ↑ a b c d e Biography of Moina Mathers. Esoteric Order of the Golden Dawn, abgerufen am 5. November 2008. 
  6. ↑ M. Isidora Forrest: Isis Magic Cultivating a Relationship with the Goddess of 10.000 Names. Llewellyn Publications, 2001, ISBN 1-56718-286-0, S. 213
  7. ↑ Mary Greer, S. 348–358
  8. ↑ Samuel Liddell MacGregor Mathers. Hermetic Order of the Golden Dawn, archiviert vom Original am 31. Januar 2009; abgerufen am 5. November 2008. 
  9. ↑ Netta Fornario: Iona’s Occult Mystery. Archiviert vom Original (nicht mehr online verfügbar) am 25. Juni 2015; abgerufen am 5. November 2008.  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.mysteriousbritain.co.uk 
Normdaten (Person): GND: 127964706X (lobid, GND Explorer, OGND, AKS) | LCCN: n94058281 | VIAF: 16457995 | Wikipedia-Personensuche
Personendaten
NAME Mathers, Moina
ALTERNATIVNAMEN Bergson, Mina (Geburtsname)
KURZBESCHREIBUNG englische Künstlerin, Kabbalistin, Okkultistin und Rosenkreuzerin
GEBURTSDATUM 28. Februar 1865
GEBURTSORT Genf
STERBEDATUM 25. Juli 1928
STERBEORT London



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Die Mobesin

Noir24admin Hexe 21. Juni 2026

Die Mobesin ist eine der Aachener Sagen und Legenden. Die Erzählung berichtet von einer ehemals in Aachen lebenden Gräfin, die schließlich als Hexe überführt wurde.

Handlung

„Bei Tag hat sie die Leut´ gequält, bei Nacht des Teufels Geld gezählt.“

In einem großen Haus am Hirschgraben wohnte eine alte Dame, die „Gräfin Mobesin“ genannt wurde. Sie war reich und besaß Kutschen und Pferde. Sie verkehrte aber mit niemandem, ging nicht in die Kirche und gab Armen keine Almosen. Die Fensterläden an ihrem Haus waren tags und nachts verschlossen. Niemand kam zu ihr zu Besuch, aber nachts drangen Klänge wie von einer großen Gesellschaft auf die Straße. Ein Nachtwächter spähte eines Nachts durch die Ritze eines Ladens und sah eine Menge Katzen um einen Tisch sitzen, auf dem große Haufen von Gold lagen. Den Vorsitz führte die große schwarze Katze der Gräfin. Der Nachtwächter zog sich zurück und erzählte vorerst niemandem, was er gesehen hatte.

Die schwarze Katze der Gräfin war bei den im Haus arbeitenden Handwerkern besonders unbeliebt. Sie schlich sich um sie herum, als wolle sie ihre Arbeit überwachen. Wenn jemand zwischendurch einen Branntwein trinken wollte, stieß sie das Glas um. Wenn sich jemand eine Pfeife anzündete, stieß sie ihn so, dass er sich die Finger verbrannte. Als sie das eines Tages bei einem Dachdecker machte, schlug der mit seinem Hammer nach ihr und trennte ihr dabei drei Zehen von der rechten Vorderpfote ab. Sofort floh die Katze ins Haus, aus dem bald Geschrei drang, jemand habe die Gräfin verwundet. Der herbeigeholte Arzt stellte fest, dass an ihrer rechten Hand drei Finger fehlten. Weil die Gräfin nicht sagen wollte, wie das passiert sei, folgte man der Blutspur bis zum Dachfenster und fand die Finger in der Dachrinne.

Daraufhin erzählte der Dachdecker, was er mit der Katze angestellt hatte. Auch der Nachtwächter erzählte nun von seiner Beobachtung. So wurde die Mobesin als Hexe überführt, die sich in eine Katze verwandeln konnte. Das gestand sie auch vor Gericht, verriet aber nicht, wo ihre Schätze versteckt waren. Die Mobesin wurde verurteilt und auf dem Hexenberg vor den Toren Aachens verbrannt. Jede Suche in ihrem Haus nach ihren Schätzen ist aber erfolglos geblieben.

Überlieferung

Die Erzählung ist unter anderem in folgenden Sammlungen überliefert:

  • Joseph Müller: Aachens Sagen und Legenden, 1858[1]
  • Johann Georg Theodor Grässe: Sagenbuch des Preußischen Staates, Band 2, Glogau 1871[2]

Historischer Hintergrund

Joseph Müller vertritt in einer Anmerkung zu der Sage die Auffassung, in Aachen habe es keine Hexenprozesse gegeben.[3] Dem war aber nicht so. So gibt beispielsweise Will Hermanns in seinem Buch Erzstuhl des Reiches die Namen von sechs Frauen an, die im frühen 17. Jahrhundert in Aachen als Hexen hingerichtet wurden. Darunter befindet sich Katharina von Thenen, genannt Maubach, die am 10. Dezember 1630 hingerichtet wurde[4] und die wohl von der Sage zur Gräfin Mobesin gemacht wurde.[5]

Weiterverarbeitung

Die Erzählung wurde gemeinsam mit Die buckligen Musikanten in der Kinderoper Die Gräfin Mobesin oder die beiden buckligen Fiedler und die Zauberfrauen von Aachen verarbeitet.[6]

Der Aachener Live-Escape-Games-Anbieter Aixscape bietet einen Escape Room mit dem Titel Das Geheimnis der Gräfin Mobesin an.[7]

Das Theater 99, das älteste der freien Theater in Aachen, veranstaltete 2018 im Couven-Museum mehrmals ein „Criminales Bankett“ mit dem Titel Das Geheimnis der Gräfin Mobesin, bei dem die Besucher während des Essens mitten im Geschehen einer Schauspielhandlung waren und zum Aufklären eines Kriminalfalls beitragen konnten.[8]

Einzelnachweise

  1. ↑ Joseph Müller: Die Mobesin. In: Aachens Sagen und Legenden. Verlag J. A. Mayer, Aachen 1858, S. 131–136 (Digitalisat in der Google-Buchsuche). 
  2. ↑ Johann Georg Theodor Grässe: Die Mobesin zu Aachen. In: Sagenbuch des Preußischen Staates. Band 2. Verlag Carl Flemming, Glogau 1871, S. 92–93 (online bei Zeno.org.). 
  3. ↑ Joseph Müller: Anmerkung 15. In: Aachens Sagen und Legenden. Verlag J. A. Mayer, Aachen 1858, S. 144 (Digitalisat in der Google-Buchsuche). 
  4. ↑ Will Hermanns: Erzstuhl des Reiches. Lebensgeschichte der Kur- und Kronstadt Aachen. Verlag Rheinische Bücherei, Ratingen 1951, S. 225–228.  Zitiert nach: Wer waren die Anfang des 17. Jh. als angebliche Hexen verbrannten Frauen? In: aachener-geschichtsverein.de. Aachener Geschichtsverein, abgerufen am 28. Dezember 2020. 
  5. ↑ Emil Paul: Teufelssagen, Zauberwesen und Hexenwahn in Aachen. In: Aus Aachens Vorzeit. Band 16, 1903, S. 97–119 (archive.org – hier S. 115 mit Fußnote 4). 
  6. ↑ Kinderoper und italienisches Essen. In: grenzecho.net. Grenz-Echo, 10. Juni 2006, abgerufen am 27. Dezember 2020. 
  7. ↑ Das Geheimnisder Gräfin Mobesin. In: aixscape.de. Abgerufen am 27. Dezember 2020. 
  8. ↑ Das Geheimnis der Gräfin Mobesin im Couven-Museum. In: aachen50plus.de. Abgerufen am 27. Dezember 2020 (deutsch). 



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Dieser Eintrag basiert auf dem Artikel Die Mobesin aus der freien Enzyklopädie Wikipedia. Der Text steht unter der Lizenz Creative Commons Attribution-ShareAlike 4.0 International und ist frei verfügbar.

  1. Louhi
  2. Birgit Jankovic-Steiner
  3. Jenny Greenteeth
  4. Kajiga Baba

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