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Butterhexe

Noir24admin Hexe 21. Juni 2026

Als Butterhexen oder Milchhexen wurden Frauen bezeichnet, die sich als angebliche Hexen der Schwarzen Magie bedienten, um sich Butter oder Milch zumeist zum Schaden ihrer Mitmenschen anzueignen. Die angedichtete Zauberei konnte sowohl dem eigenen Vorteil dienen als „auch aus reiner Bosheit“ oder Rache gegen fremde Kühe und Ziegen gerichtet werden. Nach Zaubersprüchen oder verschiedensten Ritualen gaben Tiere von Nachbarn dann wenig oder gar keine Milch mehr oder brachten nur „rote, blaue, schwarze und zottelige“, teils unkochbare, saure oder dicke Milch hervor. Mitunter war das Lebensmittel dann auch mit Tierhaaren, Blut oder anderen Körpersäften durchmischt.[1]

In ungezählten, von Aberglauben, vor allem aber von Neid, Missgunst und Schadenfreude getragenen Sagen und Erzählungen aus der Zeit des Mittelalters und der Neuzeit wurde mitunter zwischen Butter- und Milchhexen unterschieden. Über Frauen, die wirtschaftlich erfolgreicher als andere in ihrem Umfeld waren, konnte „sehr leicht“ der Verdacht gestreut werden, eine Butterhexe zu sein. Die Beschuldigten sahen sich dann oftmals schweren Strafen ausgesetzt,[1] vielfach Folter, Inquisition und Tod durch Verbrennung auf dem Scheiterhaufen.[2]

Der Mehrung eigener Butter oder Milch dienten oftmals auch mythologisch besetzte Kröten, mitunter auch Katzen, in die sich die Butterhexen auch selbst verwandeln konnten.[3]

Eine Hexenbäuerin konnte von ihrem Buhlen, vom Teufel persönlich die „richtige Hexenbutter“ überbracht bekommen, oder auch das Rezept dazu. Kam solche Butter mit dem Christentum, vor allem mit dem Kreuz in Berührung, wurde sie – wie „alles höllische Blendwerk“ – sofort zerstört oder verwandelte sich in Kuhfladen oder gemeinen Mist.[1]

Wenn „ein Unberufener das Geheimnis“ entdeckte und für eigene Zwecke anwenden wollte, erschien auch bei ihm der Leibhaftige, dann mit einem dicken Buch, in das der Betroffene mit seinem eigenen Blut unterschreiben musste als Bedingung für „den Eintritt in die Hexenzunft“ und die Anwendung der Zauberkunst. Wer die Unterschrift verweigerte, konnte das Zaubermittel nicht anwenden. Kluge Leute schrieben den Namen eines Heiligen in das Buch und verjagten damit den Verführer.[1]

Konkrete Nennungen von Butter- oder Milchhexen, teils mit vollen Namen verortet, finden sich in Europa in Gebieten wie dem Allgäu, Böhmerwald, Erzgebirge, im Kanton Aargau, in Baden-Württemberg, Brandenburg, Luxemburg, Mecklenburg, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Sachsen, Schlesien, Schleswig-Holstein, Pommern, Rügen, in Niedersachsen insbesondere in Ostfriesland und dem Harz, auch in Tirol oder Kärnten und anderswo.[1]

Nach dem Deutschen Wörterbuch der Brüder Grimm wurde statt Butterhexe auch das Wort Butterfliege (niederländisch botervlieg, englisch butterfly) genutzt, „wie sonst molkendieb, weil man glaubte, dasz schmetterlinge oder hexen in deren gestalt, milch und butter stählen“. Papilio (französisch papillon) doppelt die Bedeutung in dem im Grimmschen Wörterbuch verzeichneten Teilsatz „lief gern nach den papilonischen butterfliegen und pfeifholdern.“[4]

Noch Ende des 19. Jahrhunderts wurde in den Oldenburger Marschen das Wort Botterhexe als „starkes Schimpfwort“ verwendet.[1] In den 1960er Jahren wurde vom Deutschen Fernsehfunk in der DDR-Polizeifilm-Reihe Blaulicht der zeitgenössische Krimi Die Butterhexe ausgestrahlt.[5]

Bekannte Butter- oder Milchhexen

Denkmal für Anna Roppien in Semlin von Volker Michael Roth
  • Anna Roppien aus dem Dorf Semlin in Brandenburg wurde 1672 „als letzte Hexe in Rathenow öffentlich verbrannt.“ Der angeblichen „Butterhexe“ wurde dort in jüngerer Zeit ein mit einer Tafel kommentiertes Denkmal gesetzt.[6]
  • Barbara Striglin in Arnfels, Österreich, wurde am 20. Mai 1580 dem Feuertod ausgesetzt.[7]

Literatur

  • Alfred Wittmann: Die Milch- und Butterhexe. In ders.: Die Gestalt der Hexe in der deutschen Sage. Dissertation an der philosophischen Fakultät der Ruprecht-Karls-Universität Mannheim. Buchdruckerei J. Kruse & Söhne, Bruchsal 1933, S. 41–47 u.ö.; Google-Books
  • Wilhelm Schwartz: Die Butterhexe in Wagnitz. Eine havelländische Sage (mit einem Excurs über die mythische Butterkröte). In Adolf Bastian, Rudolf Virchow, Albert Voß (Red.): Zeitschrift für Ethnologie. Organ der Berliner Gesellschaft für Anthropologie, Ethnologie und Urgeschichte, A. Asher & Co., Berlin 1894, S. 1–48; Volltext.

Einzelnachweise

  1. ↑ a b c d e f Alfred Wittmann: Die Milch- und Butterhexe. In: ders.: Die Gestalt der Hexe in der deutschen Sage, Dissertation an der philosophischen Fakultät der Ruprecht-Karls-Universität Mannheim, Bruchsal: Buchdruckerei J. Kruse & Söhne, 1933, S. 41–47 u.ö.; Google-Books
  2. ↑ Alexandra Kofler: Der grausame Tod der Arnfelser „Butterhexe“. Kleine Zeitung; abgerufen am 20. Februar 2023
  3. ↑ Wilhelm Schwartz: Die Butterhexe in Wagnitz. Eine havelländische Sage (mit einem Excurs über die mythische Butterkröte). In: Adolf Bastian, Rudolf Virchow, Albert Voß (Red.): Zeitschrift für Ethnologie. Organ der Berliner Gesellschaft für Anthropologie, Ethnologie und Urgeschichte, A. Asher & Co., Berlin 1894, S. 1–48; Volltext
  4. ↑ butterfliege, f. In: Jacob Grimm, Wilhelm Grimm (Hrsg.): Deutsches Wörterbuch. Band 2: Biermörder–D – (II). S. Hirzel, Leipzig 1860, Sp. 585 (woerterbuchnetz.de). 
  5. ↑ Butterhexe, die (1960). fernsehenderddr.de; abgerufen am 20. Februar 2023.
  6. ↑ Skulptur und Angaben laut der fotografierten Gedenktafel
  7. ↑ Fritz Byloff: Die Kröte als Zauber- und Seelentier … In: Volkskundliches aus Strafprozessen der österreichischen Alpenländer mit besonderer berücksichtigung der Zauberei- und Hexenprozesse 1455 bis 1850. 1929 (= Quellen zur deutschen Volkskunde, Band 3). Reprint: de Gruyter, 2019, S. 14 f.; doi:10.1515/9783111559872-019



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Dieser Eintrag basiert auf dem Artikel Butterhexe aus der freien Enzyklopädie Wikipedia. Der Text steht unter der Lizenz Creative Commons Attribution-ShareAlike 4.0 International und ist frei verfügbar.

Cailleach

Noir24admin Hexe 21. Juni 2026
Illustration von John Duncan in Wonder Tales from Scottish Myth and Legend (1917)

Cailleach [ˈkalʲəx], irisch pl. Cailleacha [ˈkalʲəxə], schottisch-gälisch pl. Cailleachan [kaʎəxən] bezeichnet in der keltischen Mythologie eine Gruppe gälischer Sagengestalten aus Schottland, Irland und der Isle of Man. Die Cailleacha sind hexenartige Riesinnen und werden zumeist mit dem Wetter in Verbindung gebracht.

Bedeutung

Die meisten Cailleachan gelten als Verkörperung des Winters, andere sind Verursacherinnen von Stürmen, Beschützerinnen der Tiere oder Schöpferinnen bestimmter Seen, Flüsse, Berge oder Inseln. Auf die Cailleach-Gestalten wurden Züge älterer keltischer Lokal- und Erdgöttinnen übertragen. Verwandte Gestalten sind die Black Annis oder Gentle Annie, Gwrach y Rhibyn, Banshee, Bronach und Mal. Nach Max Dashu verbindet die irische mündliche Überlieferung die Cailleach mit Denkmälern der Jungsteinzeit. Einige Passage tombs tragen ihren Namen, andere soll sie errichtet haben. Beispiele sind Calliagh Birra’s House am Slieve Gullion im County Armagh, Leabhadh Chailligh und the “Crone’s Bed” im County Cork, aber insbesondere wird sie mit Loughcrew verbunden.

Etymologie

Die Bezeichnung Cailleach bedeutet ‚Nonne‘, ‚Die Verhüllte‘, ‚Hexe‘ oder ‚alte Frau‘ und leitet sich vom lateinischen Wort pallium (‚Schleier‘ bzw. kirchliches Gewand, das von Frauen getragen wird) ab. Im Altirischen findet sich das Nomen caillech (‚die Verhüllte‘) zu caille (‚Schleier‘). Differenzierte Begriffe im heutigen Gälischen sind cailleach dhubh (Nonne), cailleach oidhche (‚Eule‘ - wörtlich ‚Nachtfrau‘) und cailleach feasa (Weissagerin) sowie cailleach phiseogach (‚Zauberin‘). Mit cailleach sind die modernen schottisch-gälischen Lexeme caileag (‚junge Frau‘, ‚Mädchen‘) und Scots carline/carlin (‚alte Frau‘, ‚Hexe‘) verwandt.[1]

Ceann na Cailleach (Hags head, „Hexenhaupt“), Südwestspitze der Cliffs of Moher im County Clare, einer der vielen nach den Cailleach benannten Orte

Weitere Cailleachan

  • Cailleach Beinne Bric oder Brice (schottische Berghexe)
  • Cailleach Bérri, auch Senainne Bérri („Die Alte von Beare“, Ahnfrau)
  • Cailleach chearc (Wahrsagerin von Lough Erne)
  • Cailleach Dhubh (Irische Höhlenhexe)
  • Cailleach Mhor (Wetterhexe in Schottland)
  • Cailleach Mhor A Chilibric (die große Hexe von Clibric)
  • Cailleach Mhor Nam Fiadh (See-Hexe in Kilmorack, Schottland)
  • Cailleach na Deannach (Schottische Tanz-Figur)
  • Cailleach na Mointeach (Schottische Moorhexe)
  • Cailleach na Montaigne (Schottische Gebirgshexe)
  • Cailleach uisge (Wasserhexe der schottischen Highlands)
  • Cailleach Uragaig (Winterhexe der Insel Colonsay in Schottland)
  • Caillagh ny Groamagh (Jahreszeitenhexe der Isle of Man)
  • Caillagh ny Gueshag (Wahrsager-Hexe der Isle of Man)
  • Caillagh Groarnagh (Wetterhexe der Isle of Man)

Siehe auch

  • Liste keltischer Götter und Sagengestalten
  • Bodach and Cailleach

Literatur

  • Alexander Carmichael: Carmina Gadelica. Lindisfarne Press 1992, ISBN 0-940262-50-9.
  • John Gregorson Campbell: The Gaelic Otherworld. Ronald Black, Edinburgh 1900, 1902, 2005, ISBN 1-84158-207-7.
  • Eleanor Hull: Legends and traditions of the Cailleach Bheara or Old Woman (Hag) of Beare. 1927.
  • Gearóid Ó Crualaoich: The Book of the Cailleach: Stories of the Wise-Woman Healer. Cork, Cork UP 2003, ISBN 1-85918-372-7.

Weblinks

  • Die Cailleach in der irischen Megalithtradition

Einzelnachweise

  1. ↑ Malcolm Maclennan: A Pronouncing and Etymological Dictionary of the Gaelic Language. Acair and Mercat Press, 1993, ISBN 0-08-025713-5.



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Patricia Crowther

Noir24admin Hexe 21. Juni 2026

Patricia Crowther (geb. 14. Oktober 1927 in Sheffield, Yorkshire, England; gest. 24. September 2025) war seit den 1960er Jahren eine vorherrschende Fürsprecherin des Wicca als Hexe und Hohepriesterin. Sie hat darüber mehrere Bücher verfasst, Vorträge gehalten und die erste Radioserie über Hexerei moderiert. Sie wurde durch Gerald Brousseau Gardner in die Hexerei eingeführt, um seine geistige Erbin zu werden, die „Renaissance der ‚Alten Religion‘ zu fördern und um die Menschheit aufzuklären“. Hierzu hatte sie im ganzen Vereinigten Königreich florierende Wicca-Coven gegründet.

Jugend und Ausbildung

Patricia Dawson wurde in Sheffield, Yorkshire, England geboren. Ihre Urgroßmutter stammte aus der Bretagne und war eine Kräuterkennerin und Hellseherin, die auch die Zukunft vorhersagte. Ihre Großmutter Elizabeth (Tizzy) Machon (Mädchenname) war eine sehr kleine Frau, deren Familienname „Fee“ bedeutet. Die Familie Dawson wohnte Tür an Tür zu einer Palmistin, Madame Melba, die vorausgesagt hatte, dass Patricia große hellseherische Kräfte erlangen würde. In ihrer Kindheit hatte sie symbolisch erste Kontakte zur Feenwelt und Zauberei, denn auf einer Kindergeburtstagsfeier wurde sie ausgewählt, die Mondfee zu spielen und sich auf einen erleuchteten Halbmond zu setzen (die Göttin mit Halbmond ist oft symbolisch die Göttin Diana). Als Geburtstagsgeschenk erhielt sie einen goldenen Schlangenarmreif als Symbol der Weisheit, des Lebens und der Wiedergeburt. Sie trat auch als Robin Hood auf und spielte in einer Revue (Legende der Mondgöttin) mit.

Als sie 30 Jahre alt war, führte ein Hypnotiseur Patricia in ihr vorheriges Leben zurück, als Hexe Polly, 66 Jahre alt im Jahr 1670. Als Hexe Polly offenbarte sie, dass sie in einer Hütte mit einer Katze, einem Frosch, einer Ziege und einer Henne gelebt hatte und Zaubersprüche für fremde Leute dichtete, die sie aber nicht leiden konnte. Sie hat unter Hypnose mehrere Zaubersprüche, die sich alle reimten, vorgetragen und Anweisungen zum Gebrauch gegeben, obwohl sie selbst als Patricia keinerlei Kenntnis von solchen Sprüchen hatte. Mehrere Experten bestätigten die Authentizität der alten Sprüche. Bei weiteren Hypnosen wurde sie zurückgeführt in ein anderes ehemaliges Leben, als Priesterin einer mächtigen Göttin. Ihre Eltern waren in der Lage, sie im Singen, Tanzen und Schauspielen auszubilden, sie reiste durch das ganze Vereinigte Königreich. Als sie 1954 an einem Theater in Birmingham spielte, sagte ihr ein Wahrsager, dass sie in zwei Jahren ihren zukünftigen Ehemann namens Arnold über dem Meer treffen würde, was für sie damals vollkommen phantastisch und unmöglich erschien. Jedoch ergab es sich im Sommer 1956, dass sie ein Engagement auf der Isle of Wight erhielt und dort Arnold Crowther (1909–1974) kennenlernte, der als Magier und Bauchredner in derselben Show mitspielte. Als er ihr Interesse an der Hexerei entdeckte, stellte er sie seinem persönlichen Freund Gerald Gardner vor. Schon einige Jahre vorher hatte Gardner ihm prophezeit, dass er eine Frau mit Feen-Haaren treffen würde, die ihn in die Hexerei einführen sollte.

Verbindungen mit Wicca ab 1960

Nach mehreren Treffen mit Gardner hat dieser sie in die Hexerei am 6. Juni 1960 eingeführt. Die Initiation fand im privaten Magischen Zimmer von Gardner, dem obersten Stock einer Scheune neben seinem Heim in Castletown auf der Isle of Man, statt. Patricia hat anschließend Arnold initiiert. Von Gardner erhielt sie Ritualwerkzeuge und Schmuck, insbesondere eine Korallenhalskette, überreicht. Während des Ritus hatte Patricia eine tiefgreifende und kraftvolle Trance-Erfahrung. Sie sah sich als wiedergeborene Priesterin der Mondmysterien, eingeweiht durch heulende, nackte Frauen, die durch ihre gespreizten Beine liefen. Am 8. November 1960 wurden Patricia und Arnold in einer privaten Zeremonie, die von Gardner geleitet wurde, verheiratet. Alle Personen standen nackt im Kreis und hielten sich an den Händen. Am nächsten Tag fand dann die staatliche Trauung statt. Schon nach kurzer Zeit fand die Presse die außergewöhnlichen Umstände der Hochzeit heraus und hat ausführlich darüber publiziert.

Gründung des Sheffield Covens

Die Crowthers ließen sich in Sheffield nieder. Am 11. Oktober 1961 erhielten beide die Initiation in den Zweiten Grad und am 14. Oktober wurde Patricia zur Hohepriesterin ernannt. Die Medien suchten eifrig den Kontakt mit Patricia. Als sie gefragt wurde, ob sie sich mit anderen Leuten treffen würde, die Interesse an Hexerei hätten, antwortete sie mit ja. Die Nachrichtenschlagzeile des übereifrigen Reporters lautete dann: „Hexe sucht Rekruten für Coven!“, was viele Anfragen erzeugte. Die Crowthers initiierten das erste Mitglied ihres Sheffield Covens im Dezember 1961, andere folgten im Laufe der Zeit. Nebenbei lernten sie weiter von Gardner. Auch eine alte Frau namens Jean, die im Fernsehen Patricia gesehen hatte, meldete sich bei ihr und weihte sie in ein angeblich 300 Jahre altes Geheimnis einer alten Tradition ein.

Medienarbeit

Die Crowthers gaben viele Interviews und förderten in Diskussionen das Verständnis für die Hexerei. Sie schrieben zwei Bücher The Witches Speak (1965, 1976) und The Secrets of Ancient Witchcraft (1974). Für Radio Sheffield produzierten sie die erste Radioserie in Großbritannien über Hexerei, A Spell of Witchcraft, die am 7. Januar 1971 erstmals auf Sendung ging. Sie verfassten Ritualsprüche, Geisteraustreibungen, jahreszeitliche Rituale, Musik und Gedichte zum Thema Hexerei. Ihre Artikel sind in zahlreichen Zeitschriften einschließlich Prediction, Gnostica, New Dimensions und The Lamp of Thoth erschienen. Patricia erschien auch häufig als Gast in Radiosendungen und Fernsehshows und versuchte, Missverständnisse über die „Alte Religion“ und die moderne Hexerei auszuräumen und die Gleichberechtigung der Frauen zu festigen. 1978 vertrat sie als Wicca-Repräsentantin das Vereinigte Königreich auf einer internationalen Konferenz in Barcelona. Neben ihren Hexenaktivitäten trat sie weiterhin beruflich als Sängerin, Zauberin und Puppenspielerin auf.

Bibliografie

  • 1965: The Witches Speak. (with Arnold Crowther) (Athol Publications)
  • 1973: Witchcraft in Yorkshire. (Dalesman), ISBN 0-85206-178-1.
  • 1974: Witch Blood (The Diary of a Witch High Priestess). (House of Collectibles), ISBN 0-87637-161-6.
  • 1981: Lid off the Cauldron: A handbook for witches. (Muller), ISBN 0-584-10421-9.
  • 1992: The Zodiac Experience. (Samuel Weiser Inc), ISBN 0-87728-739-2.
  • 1992: The Secrets of Ancient Witchcraft With the Witches’ Tarot. (Carol Publishing), ISBN 0-8065-1056-0.
  • 1992: Witches Were for Hanging. (Excalibur Press of London), ISBN 1-85634-049-X.
  • 1998: One Witch’s World. (Robert Hale), ISBN 0-7090-6222-2 (published in America under the title High Priestess. Apart from the title, they are the same book) (Phoenix Publishing), ISBN 0-919345-87-5.
  • 2002: From Stagecraft to Witchcraft: The Early years of a High Priestess(Capall Bann), ISBN 1-86163-163-4.
  • 2009: Covensense. (Robert Hale), ISBN 978-0-7090-8720-5.

Weblinks

  • The Mystica site on Patricia Crowther
  • The Wica – Webseite mit Informationen zu Patricia Crowther
Normdaten (Person): LCCN: n50018538 | VIAF: 91311020 | Wikipedia-Personensuche | Kein GND-Personendatensatz. Letzte Überprüfung: 17. Juli 2025.
Personendaten
NAME Crowther, Patricia
ALTERNATIVNAMEN Dawson, Patricia (Geburtsname)
KURZBESCHREIBUNG britische Wicca
GEBURTSDATUM 14. Oktober 1927
GEBURTSORT Sheffield, Yorkshire
STERBEDATUM 24. September 2025



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Zsuzsanna Budapest

Noir24admin Hexe 21. Juni 2026

Zsuzsanna Emese Mokcsay (* 30. Januar 1940 in Budapest) ist eine in Amerika lebende ungarische Autorin, Journalistin, Dramatikerin und Songwriterin, die unter dem Pseudonym Zsuzsanna Budapest oder Z. Budapest über feministische Spiritualität und Dianisches Wicca schreibt.

Leben und Wirken

Z. Budapest wurde in Budapest geboren. Ihre Mutter Masika Szilagyi war ein Medium, eine praktizierende Hexe und eine professionelle Bildhauerin, deren Arbeit Themen der Göttin und der Naturspiritualität widerspiegelte. Zur Zeit des Ausbruchs der ungarischen Revolution 1956 floh sie als politischer Flüchtling nach Österreich. Sie beendete das Gymnasium in Innsbruck, absolvierte ein zweisprachiges Gymnasium und erhielt ein Stipendium an der Universität Wien, wo sie Sprachen studierte.

1959 wanderte sie in die USA aus und studierte an der Universität von Chicago bei Viola Spolin, und der Improvisationstheatergruppe The Second City. Sie heiratete und bekam zwei Söhne. Später wurde sie geschieden und bekannte sich zur Homosexualität.[1][2]

Z. Budapest zog 1970 von New York City nach Los Angeles und wurde Aktivistin in der Frauenbefreiungsbewegung. Sie war viele Jahre lang Mitarbeiterin des ersten Frauenzentrums in den USA,[3] wurde Gründerin und Hohepriesterin des Susan B. Anthony Coven # 1,[4][5] dem 1971 gegründeten ersten Hexenzirkel nur für Frauen,[6] und begründete den Dianic Wicca-Typ nur für Frauen.[7] Sie war verantwortlich für die Schaffung einer Anti-Vergewaltigungs-Gruppe[8] und der Take Back the Night-Bewegung in Südkalifornien und ermöglichte viele ihrer Straßenmärsche.[9]

Sie ist Gründerin und Direktorin des Women's Spirituality Forum, einer gemeinnützigen Organisation mit Vorträgen, Exerzitien und anderen Veranstaltungen, und leitete in den 1980er Jahren die Kabelfernsehshow namens 13th Heaven,[10] die sieben Jahre lang gesendet wurde. Sie führte eine Online-Autobiographie mit dem Titel „Fly by Night“ und schrieb für die Religionsabteilung des San Francisco Examiner über Themen im Zusammenhang mit heidnischen Religionen. Ihr Stück The Rise of the Fates wurde Mitte der 1970er Jahre in Los Angeles uraufgeführt. Sie ist Komponistin mehrerer Songs, darunter „We All Come From The Goddess“.[11]

Zsuzsanna Budapest lebt in der Nähe von Santa Cruz (Kalifornien).

Kontroversen

Transphobie

Z. Budapest wird von einigen in der neopaganischen Gemeinschaft als transphobisch angesehen. Sie führte auf der PantheaCon im Februar 2011 ein Ritual durch, das ausschließlich Cisgender-Frauen vom Circle of Cerridwen vorbehalten war.[12][13] Dies verursachte eine Menge Gegenreaktionen, die viele dazu veranlassten, Dianic Wicca als inhärent transphobisch zu kritisieren. Teilnehmer und Autoren der neopaganischen Szene schrieben Artikel, veranstalteten stille Proteste und schrieben offene Briefe an Budapest.

Hexenjagd

1975 wurde sie in ihrem Kerzen- und Buchladen in Venice (Kalifornien) wegen Wahrsagerei verhaftet, nachdem eine verdeckt ermittelnde Polizistin von ihr eine Tarot-Lesung erhalten hatte. In der Folge wurde Z. Budapest wegen Verstoßes gegen ein Gesetz der Rechtswidrigkeit der Wahrsagerei angeklagt.[14] Der Prozess erweckte großes Medieninteresse und löste Demonstrationen aus. Z. Budapest wurde für schuldig befunden.[15] Anschließend setzte sie sich mit ihrem Rechtsbeistand für die Etablierung von Wicca und insbesondere Dianic Wicca als Religion ein. Der Oberste Gerichtshof des Staates hob den gegen sie ergangenen Schuldspruch als verfassungswidrig und als Verstoß gegen das Gesetz über die Religionsfreiheit auf.[16] Sie wurde freigesprochen und die Gesetze gegen Wahrsagerei wurden aus dem kalifornischen Recht gestrichen.[16]

Bücher (Auswahl)

Deutsche Übersetzungen

  • Selene. Verlag Frauenoffensive, München 1977, ISBN 978-3-88104-018-1.
  • Herrin der Dunkelheit, Königin des Lichts. Bauer, Freiburg im Breisgau 1987, ISBN 978-3-7626-0322-1.
  • Mond-Magie. Goldmann, München 1993, ISBN 978-3-442-12200-4.
  • Die Göttin im Büro. Spirituelle Tips und magische Ideen für den Arbeitsplatz. Goldmann, München 1994, ISBN 978-3-442-12238-7.
  • Die Göttin im Schlafzimmer. Goldmann, München 1995, ISBN 978-3-442-12263-9.
  • Das magische Jahr. Mythen, Mondaspekte, Rituale; ein immerwährender Frauenkalender. Hugendubel, München 1996, ISBN 978-3-89631-143-6.
  • Der Einfluß der Schicksalsgöttinnen. Droemer Knaur, München 1999, ISBN 978-3-426-86227-8.
  • Das Lebensbuch für Frauen. Hugendubel, Kreuzlingen 2004, 2004, ISBN 978-3-7205-2504-6.

Englischsprachige Bücher

  • The Holy Book of Women's Mysteries. Feminist Witchcraft, Goddess Rituals, Spellcasting and Other Womanly Arts. Wingbow Press, 1989, ISBN 0-914728-67-9, ISBN 978-0-914728-67-2.
  • The Grandmother of Time. A Woman's Book of Celebrations, Spells, and Sacred Objects for Every Month of the Year, HarperOne, 1989, ISBN 0-06-250109-7, ISBN 978-0-06-250109-7.
  • Grandmother Moon. Lunar Magic in Our Lives—Spells, Rituals, Goddesses, Legends, and Emotions Under the Moon. HarperSanFrancisco, 1991, ISBN 0-06-250114-3.
  • The Goddess in the Office. A Personal Energy Guide for the Spiritual Warrior at Work. HarperOne, 1993, ISBN 978-0-06-250087-8.
  • The Goddess in the Bedroom. A Passionate Woman's Guide to Celebrating Sexuality Every Night of the Week. HarperSanFrancisco, 1995, ISBN 0-06-251186-6, ISBN 978-0-06-251186-7.
  • Summoning the Fates. A Woman's Guide to Destiny. Three Rivers Press, 1999, ISBN 978-0-609-80277-9.

Theater

  • The Rise of the Fates: A Woman's Passion Play. A mystical comedy in eight acts. Los Angeles: Susan B. Anthony Coven No. 1976.

Film

  • The Occult Experience 1987 Cinetel Productions Ltd (VHS Sony/Columbia-Tristar 5. August 1992)
  • Gathering the Goddess, a documentary of her first festival (in south central Texas) DVD-R Amazon CreateSpace Title #306207
  • Z Budapest's Goddess Kits: Sex & Goddess DVD-R Amazon CreateSpace Title #306094

Weblinks

  • Website von Z. Budapest

Einzelnachweise

  1. ↑ Nevill Drury: The History of Magic in the Modern Age. 2000, ISBN 0-09-478740-9, S. 161. 
  2. ↑ Zsuzsanna Budapest - Famous Witches - Witchcraft. In: Wise Witches and Witchcraft. 8. Januar 2019, abgerufen am 19. Oktober 2020 (amerikanisches Englisch). 
  3. ↑ Kathleen L. Endres, Therese L. Lueck: Women's Periodicals in the United States: Social and Political Issues. Greenwood Publishing Group, 1. Januar 1996. 
  4. ↑ Helen A. Berger, Evan A. Leach, Leigh S. Shaffer: Voices from the Pagan Census: A National Survey of Witches and Neo-Pagans in the United States. University of South Carolina Press, 2003. 
  5. ↑ James R. Lewis: Witchcraft Today: An Encyclopedia of Wiccan and Neopagan Traditions. Hrsg.: ABC-CLIO. 1999. 
  6. ↑ Membership – Dianic Tradition – Susan B. Anthony Coven. Abgerufen am 19. Oktober 2020. 
  7. ↑ Budapest, Zsuzsanna: Holy Book of Women's Mysteries. The. 1980, 2003, ISBN 0-914728-67-9. 
  8. ↑ Sian Reid: Between the Worlds: Readings in Contemporary Neopaganism. Canadian Scholars’ Press, 2006. 
  9. ↑ Cynthia Eller: Living in the Lap of the Goddess: The Feminist Spirituality Movement in America. Crossroads Press, 1993. 
  10. ↑ Phyllis Chesler, Esther D. Rothblum, Ellen Cole: Feminist Foremothers in Women's Studies, Psychology, and Mental Health. Band 1. Psychology Press, 1995. 
  11. ↑ Ronald Hutton: The Triumph of the Moon: A History of Modern Pagan Witchcraft. Oxford University Press, 4. November 1999. 
  12. ↑ T. Thorn Coyle: Holding Beloved Community. Archiviert vom Original (nicht mehr online verfügbar) am 20. Oktober 2020; abgerufen am 19. Oktober 2020.  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.thorncoyle.com 
  13. ↑ Thompson, Sarah: Gender and Transgenderin Modern Paganism. Circle of Cerridwen Press, Cupertino, CA 2012, ISBN 978-1-105-43378-8. 
  14. ↑ Pitzl-Waters, Jason: The PantheaCon Gender Conversation Continues. The Wild Hunt, 2012. 
  15. ↑ Sharon Creeden: In Full Bloom: Tales of Women in Their Prime. August House, 1999. 
  16. ↑ a b Erik Davis: The Visionary State: A Journey Through California's Spiritual Landscape. Chronicle Books, 2006. 
Normdaten (Person): GND: 115444181 (lobid, GND Explorer, OGND, AKS) | LCCN: n83053620 | VIAF: 30265299 | Wikipedia-Personensuche
Personendaten
NAME Budapest, Zsuzsanna
ALTERNATIVNAMEN Mokcsay, Zsuzsanna Emese (wirklicher Name); Budapest, Z. (Pseudonym)
KURZBESCHREIBUNG ungarische Autorin, Aktivistin, Journalistin, Dramatikerin und Songwriterin
GEBURTSDATUM 30. Januar 1940
GEBURTSORT Budapest, Ungarn



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Bilwis

Noir24admin Hexe 21. Juni 2026

Bilwis (auch Bilwiß, Bilwiz (mittelhochdeutsch), Belewitte (mittelniederdeutsch), Bihlweise, Bilweis, Willeweis, Bulwechs (männlich), Bulwechsin (weiblich), Bilmesschnitter, Pilwiz, Pilwis, Pilewis, Pilwihten, Pilfas etc.) ist die Bezeichnung für ein mythisches Wesen, das je nach geografischen und historischen Gegebenheiten mal als Naturgeist, mal als Hausgeist und mal als Dämon beschrieben wurde.

Etymologie

In Deutsche Mythologie (Jacob Grimm) werden auf sechs Seiten Variationen des Namens und Interpretationen des Begriffes von verschiedenen Autoren aufgelistet – und wiederum in Frage gestellt. Mehrere Autoren vermuten – besonders für den Südostteil Deutschlands und im Zusammenhang von bilweichs, bilweichszopf und Weichselzopf – ein „plagendes, schreckendes, Haar und Bart wirrendes, getraide zerschneides Gespenst, meist in weiblicher gestalt“.[1]
Noch weiter östlich, in Polen, bezeichnet bialowieszczka eine weise Zauberin, weshalb auch Vermutungen über einen slawischen Ursprung angestellt wurden.[1]

Beginnend mit den frühesten Erwähnungen erfolgt bei Grimm bereits die Feststellung, dass „... die wechselnde Form verräth, dass man das wort schon im 13. 14. jh. nicht mehr verstand;...“ (S. 441).[1]

Varianten

Geografische und zeitliche Variationen sind (alphabetisch):
Beeldwit,[2] Belewitte (mittelniederdeutsch),[1] Belewitten (niedersächsisch),[2] Bihlweise (Plural: Bihlweisen; Mark Brandenburg),[2] Bilmesschnitter (erweitert; Korndämon), Bilweichs,[1] Bilwechs,[1] Bilweis, Bilwicht,[1] Bilwiht,[1] Bilbze,[1] Bilwis, Bilwiß, Bilwitz (mittelhochdeutsch),[2] Bilwiz,[2] Bulwechs (männlich),[2] Bulwechsin (weiblich), Pelewysen (Plural; 15. Jahrh.),[1][2] Pelwit,[2] Pilbis,[2] Pilbiszote (erweitert, eine Art Nachtmahr),[2] Pilbiz,[1] Pilewis, Pilfas, Pilnitis,[2] Pilnihts,[2] Pilweise,[3] Pilwith,[1] Pilwis, Pilwit,[2] Pilwiz[2], Willeweis, Wilwis[1].

Elbisches Wesen

Bei Wolfram von Eschenbach ist der Wilwis ein elfisches Wesen, das Menschen mit einem magischen Pfeil, dem „Bilwizschuß“, lähmen kann. An anderer Stelle[1] ist Pilbis/Pilwiz ein elbisches Wesen, das – wie Waldgeister – einen Baum (pilbisbawm) bewohnt und dem man Opfer bringen muss.

Auch diskutiert wurde,[1] dass der Bilwis eine volkstümliche Variante eines älteren germanischen Fruchtbarkeitswesens sei und er wird auch mit den schadenbringenden Kräften des abnehmenden Mondes in Verbindung gebracht. Der Name Bilwis könnte mit Bil zusammenhängen, die ursprünglich eine alte nordische Mondgöttin war.

Korndämon

In Nordostdeutschland stellt der Bilwis einen wohltätigen Korndämonen der Kornfelder dar, in Bayern hingegen ist er als Bilwes- oder Bilmesschnitter (Vogtland: bilverschnitter) ein schädigender Erntedämon.[4][5] Durch Rituale (mit Sicheln oder sichelförmigen Werkzeug) konnte der Wirker des Zaubers das betroffene Getreide in seine eigene Scheune leiten und somit dem Besitzer des Feldes erheblichen Schaden zufügen.[6]

Richard Beitl sieht im Bilwis eine volksätiologische Erklärung für die Schneisen und Gänge im Getreidefeld, die durch Wildfraß (Hasen / Rehe) entstehen.[5][7] Der Bilwis schneidet dabei die Gänge mit Sicheln, die er an den Füßen trägt.[8] Eine solche Schneise wird deshalb als bilbez-/bilwetz-/bilfezschnitt bezeichnet.[1] In Kärnten wird der Bilwis auch als Personifikation des Wirbelwindes angesehen. In einigen Beschreibungen zeigen sich Ähnlichkeiten zur Kinderschreckfigur der Roggenmuhme[1], um „das meist barfuß gehende Dorfkind vor dem Betreten des Kornfeldes zu warnen“:[8] Der Bilwis schneide den Kindern die Füße ab, oder die Fußsehnen durch.[8]

Hexe oder Teufelswesen

In der ersten Hälfte des 15. Jahrhunderts erscheint Pelewysen (Plural) als Synonym für Hexen.[1] Auch in schlesischen Sagen in diesem Zeitraum[3] wird Pilweise gleichbedeutend mit Hexe verwendet und in den gesammelten Sagen aus dem Orlagau von Wilhelm Börner (1788–1855) ist die Bezeichnung Bilbze[1] und im Hausbuch des Colerus (Mainz 1656) Bihlweisen für Hexe(n) zu finden.[1]

In Martin von Ambergs Gewissensspiegel, einem Beichtspiegel (1382) wird pilbis in der Bedeutung Teufel verwendet.[1]

Im thüringischen Volksglauben wurde dem Bilmesschnitter ein tödlicher Blick zugeschrieben. Allerdings war sein Blick auch für ihn selbst tödlich, sodass er mit Hilfe eines Spiegels, ähnlich wie Medusa, zu Tode gebracht werden konnte.[5] Eine weitere Art, wie der Bilmesschnitter zu Tode gebracht werden konnte, war die folgende: Eine durch den Bilmesschnitter geschnittene Ähre musste, in vollkommenem schweigen und ohne, dass diese mit dem Träger in Berührung kommt, in ein neuausgehobenes Grab gelegt werden. Würden die eben genannten Bedingungen missachtet, so würde der Träger der Ähre sterben, sobald die Ähren im Boden vergangen wäre.[6]

Hausgeist

Voetius – und auch andere Autoren – verwenden die Begriffe beeldwit, belwit, pilewiz, bilvitra, bilehvit für gutartige Hausgeister.[1]

Literatur

  • Claude Lecouteux: Der Bilwiz. Überlegungen zu seiner Entstehungs- und Entwicklungsgeschichte. In: Euphorion. Band 82, 1988, S. 238–250 (wieder in: Claude Lecouteux: Eine Welt im Abseits. Zur niederen Mythologie und Glaubenswelt des Mittelalters (= Quellen und Forschungen zur europäischen Ethnologie. Band 22). Dettelbach 2000, S. 75–90).
  • Lutz Mackensen: Bilwis. In: Handwörterbuch des deutschen Aberglaubens. Band 1, 1927, Sp. 1308–1324.
  • Leander Petzoldt: Bilwis. In: Leander Petzoldt: Kleines Lexikon der Dämonen und Elementargeister. 3. Auflage. München 1990, S. 41–43 (nach Lecouteux 1988 und Schmidt 1952).
  • Leopold Schmidt: Gestaltheiligkeit im bäuerlichen Arbeitsmythos (= Veröffentlichungen des Österreichischen Museums für Volkskunde. Band 1). Wien 1952, S. 130 ff.
  • Richard Beitl: Untersuchungen zur Mythologie des Kindes. Hrsg. von Bernd Rieken und Michael Simon. Waxmann, Münster / New York / München / Berlin 1933/2007, S. 68–75.
  • Paul Herrmann Deutsche Mythologie; AtV Verlag 1991 // S. 84–86

Einzelnachweise

  1. ↑ a b c d e f g h i j k l m n o p q r s t u v Jacob Grimm Deutsche Mythologie 1. Band (2. Ausgabe), Dieterichsche Buchhandlung, Göttingen (1844), Seite 441-446
  2. ↑ a b c d e f g h i j k l m n Konrad Schwenck: Die Mythologie der Slawen: für Gebildete und die studirende Jugend. J. D. Sauerländer, 1853, S. 85 (google.de). 
  3. ↑ a b Dietmar Sauermann (Hrsg.): Legenden und Sagen aus der Grafschaft Glatz. Husum Druck- und Verlagsgesellschaft, Husum 1999, S. 39 (Hexen in Habelschwerdt, 16. Mai, 1579)
  4. ↑ Unter den vielen Varianten gibt es auch die, dass es sich dabei um missgünstige Menschen handelt, die sich gelegentlich in diesen Dämon verwandeln, um anderen Menschen zu schaden.
  5. ↑ a b c Paul Herrmann: Deutsche Mythologie. 1. Auflage. AtV, Berlin 1991, ISBN 3-7466-0011-1, S. 84. 
  6. ↑ a b Jacob Grimm: Deutsche Mythologie. 4. Auflage. Band 1,2,3. Marixverlag, Wiesbaden 2007, ISBN 978-3-86539-143-8, S. 369 f. 
  7. ↑ Richard Beitl: Untersuchungen zur Mythologie des Kindes. Hrsg.: Bernd Rieken und Michael Simon. Waxmann, Berlin 2007, S. 73. 
  8. ↑ a b c Richard Beitl: Untersuchungen zur Mythologie des Kindes. Hrsg.: Bernd Rieken und Michael Simon. Waxmann, Berlin 2007, S. 73. 
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