Marytje Arendsdr. (geboren vermutlich in Schiedam; begraben am 19. September 1601 ebenda) war eine niederländische Frau, die 1593 vom Obersten Gerichtshof wegen Zauberei freigesprochen wurde.
Leben
Marytje Arendsdr. war mit dem Schuhmacher Jacob Adriaansz verheiratet und wurde 1591 von ihrer Nachbarin Maritje Cornelissen der Zauberei beschuldigt. Bereits seit einiger Zeit gab es Gerüchte, dass sie Zauberpraktiken ausüben würde. Am 28. Oktober 1589 hatte sie bereits aufgezeichnet, dass einige Frauen sie gezwungen hatten, ein junges Mädchen zu segnen. Sie wurde 1591 zusammen mit einer Reihe anderer Frauen von Melchior Willemsz gefangen genommen und von Van Welhoek, Gerichtsvollzieher von Schiedam, offiziell angeklagt. Marytje Arendsdr. wehrte sich gegen diese Anschuldigung und wandte sich an das niederländische Gericht mit der Forderung, ihren Namen reinzuwaschen. Zusammen mit der Mitverdächtigen Neeltje Andries ließ sie sich zu diesem Zweck am 20. Februar 1591 „säubern“. Sie wurde für eine bestimmte Zeit inhaftiert und diejenigen, die etwas vorzuwerfen hatten, wurden zur Aussage aufgefordert. Wurde keine Anklage erhoben, oder waren die Beweise unzureichend, wurde der Verdächtige für„rein, rein und unschuldig“ erklärt. Diese „Säuberung“ war nicht ohne Risiko, wenn der Verdacht auf Zauberei bestand. Wurden belastende Beweise vorgelegt, konnte dies zu einem Verhör unter Folter und damit zu einem Geständnis und der Todesstrafe führen.[1]
Die Frauen gingen dieses Risiko vermutlich ein, da zuvor mehr als 42 Personen angegeben hatten, dass Marytje und Neeltje gute Nachbarinnen und ehrenhafte, tugendhafte Frauen seien. Sie hatten nichts Seltsames an ihnen gesehen und hatten nichts über sie zu sagen. Zu dieser Personengruppe gehörten zwei ehemalige Bürgermeister, zwei Mitglieder des Schiedam-Rats und ein Waisenmeister. Die Anklage führte neun Personen auf, die sie der Zauberei beschuldigten, zudem gab es zwei Geständnisse von zwei zuvor verurteilten Frauen aus Schiedam, in denen sie ebenfalls der Zauberei beschuldigt wurden. So soll sie 1589 die Tochter ihrer Nachbarin auf der anderen Straßenseite Maritje Cornelissen verhext haben, indem sie „sie schrecklich ansah“. Das Mädchen war mehrmals blind, lahm und stumm zu Boden gefallen. Wann immer das Mädchen die Kontrolle über sich selbst verlor, hatte sie die Gestalt von Marytje Arendsdr gesehen. Die Mutter ließ Marytje Arendsdr kommen und unter dem Zeugnis von fünf weiteren Frauen wurde sie genötigt, das Kind zu segnen und so den Zauber aufzugeben. Zunächst weigerte sie sich, dann kam sie der Forderung nach. Anschließend wurde sie gewaltsam aus dem Haus entfernt. Später wurde sie von Cornelis Cornelissen, dem Vater des Mädchens, beschuldigt, den Untergang seines Schiffes verursacht zu haben. Schließlich soll sie mit anderen der Hexerei verdächtigten Frauen mit Teufeln in männlicher Gestalt getanzt haben. Während dieses Tanzes konnten sie einander sehen, waren aber für andere Menschen unsichtbar. Letzteres war möglich durch die Kraft eines Krauts, das sie vom Teufel erhalten hatten.[1]
Freispruch
Diese Vorwürfe von Melchior van Welhoek führten am 24. Februar 1592 zum Urteil eines härteren Verhört, gegebenenfalls unter Folter. Noch bevor es verkündet wurde, legte sie Berufung beim Hohen Rat der Niederlande, dem höchsten Gericht der Niederlande, ein. Der Rat prüfte die Fakten erneut und berief erneut eine Reihe von Zeugen. Vom Hohen Rat wurde sie am 8. Juli 1593 von der Anklage freigesprochen und Strafverfolgung und der Haftstrafe entlassen. Die Kosten des Prozesses wurden an Melchior van Welhoek, den Gerichtsvollzieher von Schiedam, auferlegt.[1]
Den Freispruch hatte sie laut De Waardt vermutlich ihren hochrangigen Freunden in Schiedam zu verdanken. Fraglich blieb, warum der Amtmann und die Stadträte von Schiedam nicht selbst diese Zeugenaussagen entlastend gewertet hatten und auch, dass ihr Verteidiger die Möglichkeit eines Pakts mit dem Teufel als solchen nicht ausschloss, aber erklärte, dass die Zeugen der Anklage unglaubwürdig und das Verbrechen daher nicht beweisbar seien. Der Freispruch von Marytje Arendsdr. und Neeltje Andries war für die Rechtswissenschaft von großer Bedeutung. Seit diesem Urteil ist es in Holland praktisch unmöglich, eine der Zauberei beschuldigte Frau strafrechtlich zu verfolgen. Vermutlich ist eine von ihnen die Frau, über die Jacob Cats schrieb:[1]
“Een vrouw van Schiedam, der pijnbank toegewezen/ Beriep haar op het Hof, en na een hard geding/ Zo was ’t dat zij de bank en alle straf ontging./ Ey ziet! Na dat het hof dit vonnis had gegeven,/ scheen alle toverij als uit het land verdreven”
„Eine Frau aus Schiedam wurde auf die Folterbank geschickt/ legte gegen sie Berufung beim Gericht ein und nach einem harten Prozess/ So kam es, dass sie der Richterbank und jeder Bestrafung entging./ Oh, schau! Nachdem das Gericht dieses Urteil gefällt hatte, schien jegliche Zauberei aus dem Land vertrieben worden zu sein“
– Jacob Cats
Marytje Arendsdr. lebte nach dem Freispruch weitere sieben Jahre mit reinem Namen. Sie hat vermutlich zwei Jahre und fünf Monate unter der Anklage der Zauberei im Gefängnis verbracht. Am 19. September 1601 wurde sie in der Grote Kerk von Schiedam bestattet.[1]
Aljona Arsamasskaja (russischАлёна Арзамасская; * 17. Jahrhundert im Kosakendorf Wyjesdnaja Sloboda bei Arsamas; † 4. Dezemberjul. / 14. Dezember 1670greg. in Arsamas) war eine russische Freiheitskämpferin.[1][2]
Leben
Als junges Mädchen wurde Arsamasskaja mit einem älteren Bauern zwangsverheiratet, der bald starb. Notgedrungen wurde die neunzehnjährige Witwe Nonne im Nikolai-Kloster in Arsamas, wo sie Lesen, Schreiben und Volksheilkunde erlernte.[2] Sie entwickelte ein Heilmittel für eitrige Wunden.
Als 1669 der Bauernaufstand unter der Führung Stenka Rasins begann, verließ Arsamasskaja das Kloster, kleidete sich als Mann mit kurzen Haaren und schloss sich den Aufständischen an.[1] Es gelang ihr, eine Truppe von etwa 300 Mann um sich zu scharen, mit der sie nach Temnikow zog.[2] Sie vereinigte 1670 ihre Truppe mit der Truppe Fjodor Sidorows und besiegte die zaristische Truppe des Woiwoden von Arsamas Leonti Schaissukow. Sie zog nun mit einer 700-Mann-Truppe von Arsamas nach Schazk, worauf sie umkehrte und Temnikow einnahm. Mehr als zwei Monate lang regierte sie die Stadt und die Truppe, die auf über 2000 Mann angewachsen war.[2]
Am 10. Dezember 1670 wurde Arsamasskajas Truppe von zaristischen Truppen angegriffen und vernichtet. Am 14. Dezember 1670 wurde in Temnikow Arsamasskaja von Soldaten des Woiwoden Juri Alexejewitsch Dolgorukow nach heftigem Widerstand in einer Kirche gefangen genommen. Nach Folterung wurde sie noch am selben Tag wegen Räuberei, Ketzerei und Hexerei verurteilt und in Arsamas in der Blockhütte verbrannt.[1][2]
Die Persönlichkeit Arsamasskajas ist immer noch umstritten: für die einen ist sie als für die Freiheit kämpfender Ataman im Heer Stenka Rasins eine russische Jeanne d’Arc und für andere eine Ketzerin.[2]
Einzelnachweise
↑ abcЧистякова Е. В., Соловьёв В. М.: Степан Разин и его соратники. Глава 2. Народные предводители. Мысль, Moskau 1988 ([1] [abgerufen am 24. März 2025]).
Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Hexe (Begriffsklärung) aufgeführt.
Verbrennung von Anna Vögtlin als Hexe vor dem Unteren Tor von Willisau (Schweiz), 1447Die Hexe, von Albrecht Dürer, um 1500
Als Hexe wird in Märchen, Mythen, Religionen und im Volksglauben eine mit Zauberkräften ausgestattete Frau bezeichnet.
In der europäischen Kultur wurde seit dem späten Mittelalter angenommen, Hexen stünden durch einen Teufelspakt oder die Teufelsbuhlschaft mit Dämonen oder dem Teufel in Verbindung. Zur Zeit der Hexenverfolgung wurde der Begriff Hexe bzw. Hexer als Fremdbezeichnung für Frauen und Männer verwendet, die unter dem Vorwurf der Hexerei verfolgt wurden.
Hexe wird heute auch als abwertende Bezeichnung für eine weibliche Person genutzt, die der Sprecher als bösartig oder hässlich herabsetzen möchte.[1]
Wortherkunft
Hexentanzplatz in Trier (Flugblatt, 1594)
Das deutsche Wort Hexe (zu mittelhochdeutsch hecse, hesse, althochdeutsch hagzissa, hagazussa) ist eine verdunkelte Zusammensetzung, deren Verwandte sich nur im westgermanischen Sprachraum finden: mittelniederländisch haghetisse und altenglisch hægtesse (im Neuenglisch zu hag verkürzt).[2] Althochdeutsch hag bedeutet Zaun, Hecke, Gehege. Gisela Bleibtreu-Ehrenberg[3] sieht im althochdeutschen hag nicht Zaun, Hecke, Gehege, sondern die einzelne Zaunlatte, auf der das Hexenwesen reite.
Früher Wortgebrauch
1402/03 ist in einem Rechnungsbuch aus Schaffhausen von einem „hegsen brand“, also einer Hexenverbrennung, die Rede.[4] Der Begriff „Hexereye“ wird 1419 in einem Zaubereiprozess gegen einen Mann im schweizerischen Luzern verwendet.[5] Der Humanist Johannes Aventinus nennt um 1526 diverse Schreibweisen und Varianten des Wortes Hecsen, Häcs, Häts, Hets, Hätz.[6]
Andere Bezeichnungen im Deutschen
Eine ältere deutsche Bezeichnung der Hexe ist Unholde oder Unholdin, männliche Form Unhold. Dieser Ausdruck bezeichnet auch Gespenster oder allgemein dämonische Wesen. In Süddeutschland wurden Drude oder Trude und Truderer, Trudner, in Norddeutschland die niederdeutschen Ausdrücke Töversche und Töverer (= „Zauberische“, vgl. niederländisch tovenaar, „Zauberer“), Wickersche und Wicker, Galstersche und Galsterer (mittelhochdeutsch Galster bedeutet „Zauberlied“, vergleiche Nachti-„gall“) oder Böterin und Böter (= Gesund-„Betende“, Heilende) verwendet.
Nach den zugeschriebenen Eigenschaften und Fähigkeiten der Hexen wurden auch die Begriffe Milchstehlerin und Milchstehler,[7]Bockreiterin und Bockreiter, Gabelreiterin und Gabelreiter, Zaunreiterinnen (túnriđur),[8]Weissagerin und Weissager, Zeichendeuterin und Zeichendeuter, Mantelfahrerin und Mantelfahrer, Kristallseherin und Kristallseher oder allgemein Böse Leute (Malefikanten) verwendet.
Hexenglaube
Hexenglaube ist der Glaube an die reale Existenz von Hexen mit Zauberkräften, wie er im Volksglauben vorkommt und der sich zum Hexenwahn steigern kann.
Antike
Im 13. Jahrhundert v. Chr. beschuldigte der hethitische Großkönig Muršili II. seine Stiefmutter und amtierende Großkönigin Tawananna, durch Hexerei sowohl seinen Sprachfehler als auch den Tod seiner Ehefrau verursacht zu haben.[9] Im frühen Judentum des Alten Testaments wird Zauberei bekämpft.
Auch in anderen antiken Kulten gab es das Bild der Schadenzauberin und kräuterkundigen[10] Zauberin, zum Beispiel Kirke und Medea in der griechischen Mythologie. Beide sind mächtige Zauberinnen mit Kräuterwissen und verschiedenen magischen Fähigkeiten, die sie einsetzen, um zu helfen oder zu schaden. In der antiken Literatur tauchen „Hexen“ als zauberkräftige Menschenfrauen wie Kirke und Medea auf, die mit Magie und Giften angeblich Menschen und Tiere verzaubern konnten. Ovid erzählte in den Fasti von Striges, anthropomorphen, hexenartigen Frauengestalten, und Horaz schrieb über die Canidia.
Vor allem die antike Göttin Hekate war stark mit dem antiken Hexenglauben verbunden. Ursprünglich wurde sie als eine gütige und wohltätige Göttin angesehen, doch ab dem 5. Jahrhundert vor Christus wurde sie zur Schirmherrin aller magischen Künste. Man glaubte, sie führe die Zauberinnen an und lehre diese ihre Künste. Die Hexenbilder des antiken Griechenlandes erinnern stark an die Hexenbilder, die im ausgehenden Mittelalter und der frühen Neuzeit entstanden (Fähigkeit der Verwandlung, das Verhängen von Zaubern, Hexenflug, Kräuterwissen, Menschenopfer und Leichenmissbrauch).
Im antiken römischen Recht stand die Schadenzauberei (z. B. mittels Fluchtafeln) unter Strafe.
Mittelalter und Neuzeit
Hexenszene (um 1700)
→ Hauptartikel: Hexenlehre
Von etwa 1300 bis 1550 kam es in Europa zu einem Anwachsen des Hexenglaubens, wobei auch Astrologie, Magie bzw. Zauberglauben und Traumdeutung eine zunehmende Bedeutung erlangten.[11] Der Kirche gelang es im Mittelalter nicht, den Hexenglauben aus dem Volksglauben zu verdrängen. In verschiedenen Gegenden Europas konnten erhaltene Volksbräuche und -kulte erschlossen werden: Carlo Ginzburg wies in „I Benandanti“ (1966) für Friaul das Weiterleben volkstümlicher antiker Traditionen im christlichen Gewand nach. Für Spanien hat Julio Baroja (Die Hexen und ihre Welt, 1967) in den Provinzen Biskaya und Guipúzcoa die Verbindung von Hexenglauben und einer Gebirgsgottheit Mari aufgezeigt. Keith Thomas (Religion and the Decline of Magic: Studies in Popular Beliefs in Sixteenth- and Seventeenth-Century England, 1971) konnte ähnliche Ergebnisse in England finden.
Hexer
Männliche Hexen wurden in der Hexenlehre als Hexer, Zauberer, Drudner, Trudner, Hexerich[12] oder schlicht als Malefikanten (Übeltäter) bezeichnet. Hexenmeister galten als Lehrermeister der Hexerei.[13] Augustin Loß aus Plaidt 1629 äußert in seinem Geständnis, „die wohlhabenden Hexen und Hexenmeister hätten in einem Palast diniert, er selbst habe nicht an diesem Tisch Platz nehmen dürfen“.[14] Ein Drudner galt als kräuterkundig, aber dennoch als Übeltäter.
Geschichte des Hexenglaubens in Skandinavien
The Night-Hag Visiting Lapland Witches von Johann Heinrich Füssli
Bereits die germanischen Sagas berichten, dass Hexen und Zauberer zu bestrafen sind, da sie mit unerlaubten, magischen Mitteln ihren Willen anderen aufzwingen oder in die Natur eingreifen, um anderen Schaden zuzufügen. Beispielsweise wird von Eiríkr blóðøx berichtet, dass er 80 Zauberer verbrennen ließ. Bei den südgermanischen Völkern stand auf das Zubereiten von Tränken, welche die weibliche Unfruchtbarkeit bewirken, die Todesstrafe. Mindeststrafmaß war für Giftmischen, Wettermachen und Zauberei sieben Jahre – war dies auch verbunden mit dem Dienst oder Pakt mit bösen oder zumindest überirdischen Mächten, so wurden 10 Jahre daraus. Die Samen galten als besonders zauberkundig. Saxo Grammaticus schreibt:
„Sunt autem Finni ultimi Septentrionis populi, vix quidem habitabilem orbis terrarum partem cultura ac mansione complexi. Acer iisdem telorum est usus. Non alia gens promptiore jaculandi peritia fruitur. Gandibus & latis sagittis dimicant, incantationum studiis incumbunt, veationibus callent. Incerta illis habitatio est, vagaque domus, ubicunque, ferma occupaverint locantibus sedes. Pandis trabibus vecti, conferta nivibus juga percurrunt.“
„Die Finnen sind ein Volk im äußersten Norden, die einen kaum bewohnbaren Teil des Erdkreises bewohnen und dort das Land bebauen. Der tüchtige Gebrauch der Speere ist bei ihnen üblich. Kein anderes Volk zieht besseren Nutzen aus der praktischen Kenntnis des Speerschleuderns. Sie kämpfen mit schweren und dicken Pfeilen, sie widmen sich der Zauberei, haben Erfahrung in der Jagd. Ihr Wohnsitz ist nicht fest, und ihr Haus ist unstet, wo auch immer nehmen sie ihren Wohnsitz in der Wildnis. Auf Reisen laufen sie auf gekrümmten Brettern durch zusammenhängende Bergketten voller Schnee.“
– Adam von Bremen: Saxonis grammatici historiæ Danicæ[15]
Adam von Bremen schreibt im 11. Jahrhundert, dass in Norwegen Wahrsager, Vogeldeuter, Zauberer, Beschwörer und andere Diener des Antichrist leben würden.
Schon in den isländischen Sagas werden Zauberinnen erwähnt. Der Zauber bezog sich in der Regel auf die Herbeiführung schweren Unwetters oder die Herstellung von Kleidung, die kein Schwert durchdringen konnte. Wie die Praktiken vollzogen wurden, wird so gut wie nie geschildert. Eine der ganz seltenen Schilderungen betrifft den Versuch einer zauberkundigen Frau, ihren missratenen Sohn dadurch vor Verfolgung zu schützen, dass sie seine Gegner in Wahnsinn verfallen lassen wollte.
„Og er þeir bræður komu að mælti Högni: ‚Hvað fjanda fer hér að oss er eg veit eigi hvað er?‘ Þorsteinn svarar: ‚Þar fer Ljót kerling og hefir breytilega um búist.‘ Hún hafði rekið fötin fram yfir höfuð sér og fór öfug og rétti höfuðið aftur milli fótanna. Ófagurlegt var hennar augnabragð hversu hún gat þeim tröllslega skotið. Þorsteinn mælti til Jökuls: ‚Dreptu nú Hrolleif, þess hefir þú lengi fús verið.‘ Jökull svarar: ‚Þess er eg nú albúinn.‘ Hjó hann þá af honum höfuðið og bað hann aldrei þrífast. ‚Já, já,‘ sagði Ljót, ‚nú lagði allnær að eg mundi vel geta hefnt Hrolleifs sonar míns og eruð þér Ingimundarsynir giftumenn miklir.‘ Þorsteinn svarar: ‚Hvað er nú helst til marks um það?‘ Hún kvaðst hafa ætlað að snúa þar um landslagi öllu ‚en þér ærðust allir og yrðuð að gjalti eftir á vegum úti með villidýrum og svo mundi og gengið hafa ef þér hefðuð mig eigi fyrr séð en eg yður.‘“
„Und als die Brüder herbeikamen, sprach Högni: ‚Was für ein Teufel kommt dort auf uns zu? Ich weiß nicht, was es ist.‘ Thorstein erwiderte: ‚Da kommt Ljot, das alte Weib, und hat sich sonderbar geputzt.‘ Sie hatte sich die Kleider vorn über den Kopf geworfen und ging rückwärts und streckte den Kopf zwischen den Beinen nach hinten. Gräulich war der Blick ihrer Augen, wie sie ihn wie die Trolle zu schießen wusste. Thorstein rief Jökul zu: ‚Jetzt schlag Hrolleif tot. Du hast lange darauf gebrannt.‘ Jökul antwortete: ‚Dazu bin ich gern bereit‘, und hieb ihm den Kopf ab und wünschte ihn zum Teufel. ‚Ja, ja,‘ sagte Ljot, ‚nun war es nahe daran, dass ich meinen Sohn Hrolleif hätte rächen können. Aber die Ingimundssöhne sind gewaltige Glücksmänner.‘ Thorstein antwortete: ‚Warum meinst du das?‘ Sie sagte, sie habe das ganze Land umstürzen wollen, ‚und ihr wäret toll geworden und verrückt draußen bei den wilden Tieren geblieben. Und so wäre es auch gekommen, wenn ihr mich nicht eher gesehen hättet als ich euch.‘“
1949 veröffentlichte Simone de Beauvoir das Werk Das andere Geschlecht. Sitte und Sexus der Frau, in dem sie Hexen als den ältesten und abgegriffensten aller Mythen bezeichnet: Der Mann werde durch „das abgegriffene Vokabular der Feuilletonromane, in denen die Frau als Hexe, als Zauberin beschrieben wird“ angelockt und ausgesaugt. „Die verderbte Hexe stellt die Leidenschaft der Pflicht, den gegenwärtigen Augenblick der Einheit der Zeit entgegen, sie hält den Wanderer der Heimat fern, sie breitet Vergessen über ihn aus“.
Gemäß einer Erhebung des Instituts für Demoskopie in Allensbach glaubten 1975 etwa zwei Prozent der bundesdeutschen Bevölkerung an Hexen.[17] 1975 schrieb Alice Schwarzer in „Der kleine Unterschied und seine großen Folgen“: Feministinnen sind „Mannweiber“, „Politfurien“ und „Brockenhexen“. „Ich habe sehr schnell versucht, die Markierung als ‚Hexe vom Dienst‘ zu unterlaufen. Aus politischen Gründen, aber auch aus privaten: Eine solche Häme verletzt trotz allem Wissen um die Motive der Geifernden.“
In den 1970er Jahren demonstrierten italienische Frauen gegen das Abtreibungsverbot und liefen mit den Worten „Tremate, tremate, le streghe son tornate“ durch die Straße („Erzittert, erzittert, die Hexen sind zurückgekehrt“).[18]
1977 und 1978 gab es in Freiburg und 1981 in Kassel in der Walpurgisnacht Demonstrationen von Frauen gegen Vergewaltigung.
Hexenglaube weltweit, Bejahung der Frage: [19] Glauben Sie an den bösen Blick oder daran, dass bestimmte Menschen Flüche oder Zaubersprüche aussprechen können, die jemandem etwas Schlimmes zustoßen lassen?
Moderner Hexenglaube und moderne Hexenverfolgung
→ Hauptartikel: Moderne Hexenverfolgung
Moderner Hexenglaube und die damit an vielen Orten einhergehende Hexenverfolgung beschreibt soziale Strömungen nach dem Abflauen der Hexenverfolgung in der Frühen Neuzeit in Europa und Amerika.
Der Glaube an Hexen und ihre Verfolgung als Personen, die vermeintlich Schadenzauber ausführen, sind in vielen Ländern und Kulturen[20], z. B. in Lateinamerika, Südostasien[21] und vor allem in Afrika[22][23], auch zu Beginn des 21. Jahrhunderts weiterhin gegeben. Seit 1960 sind Historiker Wolfgang Behringer zufolge vermutlich mehr Menschen wegen Hexerei hingerichtet oder umgebracht worden als während der gesamten europäischen Verfolgungsperiode.[24] Dort werden seit den 1990er-Jahren jährlich 100 bis 200 Fälle von Morden an vermeintlichen Hexen bzw. Zauberern berichtet.[25] Der Hexenglaube hat nach einigen Untersuchungen teilweise erheblichen Einfluss auf die wirtschaftliche Situation eines Landes.[26]
Wicca-Zeremonie in Avebury, 2005HandfastingMutter Erde verkörpert die Natur
Hexentum im 21. Jahrhundert
Durch die Vorstellung, die Hexen seien eigentlich „weise Frauen“ gewesen, die von den Herrschenden verfolgt wurden, bietet der Hexentopos ein weites Spektrum der Identifikation für das Neuheidentum und die Esoterikszene. Der Begriff Hexe wird hierbei neu verstanden. Als Hexe bezeichnen sich manche Frauen, die sich unter anderem mit Heilkräutern[27] und alten europäischen Religionen beschäftigen.[28] Auch Männer bezeichnen sich heute manchmal als „Hexe“. Im Modernen Hexentum gibt es verschiedenen Strömungen, die Traditionen genannt werden.
Naturspiritualität
Die Natur wird in der Naturspiritualität als heilig oder sogar gottgleich angesehen, sie gilt als Ursprung allen Seins, als allumfängliche lebensspendende Kraft.[29][30]
Moderne „Hexen“ versuchen im Einklang mit der Natur zu leben und nutzen dazu verschiedene psychologische und meditative Techniken, die im Hexentum häufig als Magie bezeichnet werden.[31][32][33]
Für die meisten Rituale innerhalb des Hexentums werden keine künstlichen Dinge, sondern nur der eigene Körper und Gegenstände genutzt, die man entweder in der Natur finden kann oder die aus Dingen gefertigt wurden, die man in der Natur findet. Fast alle Rituale, Andachten und Festtage werden im Freien verbracht. In vielen Traditionen wird vorher andere Kleidung angelegt, um einen genauen Übergang vom Alltag in die magische Arbeit zu symbolisieren. Geburt, Leben und Tod, der Kreislauf von Tag und Nacht und der Wandel der Jahreszeiten werden als Naturwunder wahrgenommen und gefeiert. In Ritualen zu den Jahreskreisfesten wird der Natur unter anderem für ihre Gaben gedankt.[34]
Strömungen
Wicca ist nicht nur ein spiritueller Pfad oder eine Lebensart, sondern auch eine Religion, die sich als neue Form einer heidnischen „Naturreligion“ der Hexen versteht. Die Traditionen des Wicca stammen vermutlich aus dem späten 19. und frühen 20. Jahrhundert aus der Region des New Forest. Der Begriff Wicca wurde von Gardner etabliert, welcher die Traditionen schriftlich fixierte, zusammenfasste und so den Grundstein für den Wandel von einem spirituellen Pfad in eine organisierte Religion legte.[33][35]
Stregheria ist eine italienische Tradition des Hexentums, die erstmals 1899 schriftlich erwähnt wurde.[36] Seinen Ursprung hat Stregheria vermutlich im 14. Jahrhundert. Es orientiert sich sehr stark an okkulten Vorstellung und ist dem Wicca sehr ähnlich, mit dem wesentlichen Unterschied, dass es keine Coven gibt und dass Göttin und Gott nicht nur als Sinnbilder, sondern als tatsächlich existent angesehen werden.[37]
Die Celtic Witches berufen sich speziell auf Wurzeln in der keltischen Mythologie und Religion.
Hexenfiguren in Literatur und Volkskunde
Die Kategorie:Fiktive Hexe enthält literarische Figuren zeitgenössischer Literatur und Film. Weitere künstlerische Werke mit den Thema Hexerei sind in der Kategorie:Hexerei in der Kultur zu finden.
Literatur
Hänsel und Gretel, Ludwig Richter
Märchen von Hexen finden sich zahlreich in der Sammlung der Kinder- und Hausmärchen der Brüder Grimm. Das bekannteste ist wohl das Märchen von Hänsel und Gretel, in dem die Hexe mit allen Merkmalen dargestellt wird, die ihr der Volksglaube angedichtet hat. Unterstützt wurden die beiden von ihrem Bruder Ludwig Grimm, der als Illustrator der ersten Auflage der Hexe ihr typisches Aussehen gab.
Die literarischen und filmischen Verarbeitungen des Hexenmotivs sind zahllos und reichen von Shakespeares Macbeth über Goethes Faust, Fontanes Die Brück’ am Tay und Bulgakows Der Meister und Margarita bis etwa zum Warners: Lolly Willowes. Das traditionelle (Schreckens-)Bild der Hexe lebt in modernen Märchen wie Hexen von Eastwick fort.
Daneben zeigt sich jedoch eine neue Tradition positiver Hexenbilder in der Literatur. Während Die kleine Hexe bei Otfried Preußler (1957) wegen ihrer guten Taten noch zur Außenseiterin wird, kennen heutige Kinderbücher überwiegend „gute“ Hexen (Bibi Blocksberg, Lisbeth, Zilly, Charmed) oder lassen gute und böse Hexen gleichermaßen zu (Harry Potter). Der Begriff der Hexe hat hier seine frühere negative Bedeutung weitgehend eingebüßt.
Die Hexe lebt oft in einem besonderen Hexenhaus. Im Märchen von Hänsel und Gretel ist es zum Beispiel ein Pfefferkuchenhaus. Die Hexe Baba Jaga lebt dagegen in einem Häuschen auf einem Hühnerbein, das sich drehen kann.
Folklore und Fasnachtshexen
Strohhexenpuppe (Funkenhexe) an der Spitze eines Fastnachtsfeuers
Im Harz, wo für die Walpurgisnacht das Treffen der Hexen auf dem Blocksberg (Brocken) vermutet wurde, wird das folkloristische Hexen-Brauchtum weiter gepflegt.[38]
Im Bereich der schwäbisch-alemannischen Fastnacht wie auch in der tirolischen Fastnacht treten Fastnachtshexen auf, die sich im 20. Jahrhundert vor allem im schwäbisch-alemannischen Raum inflationär vermehrt haben. Viele Hexenzünfte beziehen sich ausdrücklich auf die Hexenverfolgung der Frühen Neuzeit.
Hexenfiguren in verschiedenen Kulturen
Baba Jaga, Hexe in der (ost)slawischen Mythologie und im Märchen
Vedmak, slawische Mythologie
Jenny Greenteeth, Flusshexe aus der englischen Folklore
Louhi, Hexe des Nordlands im finnischen Kalevala-Mythos
Ragana, litauische und lettische Hexe
Yamauba, japanische Berghexe
Yuki Onna, japanische Schneehexe
Grýla, isländische Hexenfigur
Literatur
Gabriele Becker u. a. (Hrsg.): Aus der Zeit der Verzweiflung. Zur Genese und Aktualität des Hexenbildes. 9. Auflage. Edition Suhrkamp. Suhrkamp, Frankfurt am Main 1995, ISBN 978-3-518-10840-6.
Wolfgang Behringer: Hexen und Hexenprozesse in Deutschland. dtv, München 1993, ISBN 3-432-02957-9.
Wolfgang Behringer: Hexen: Glaube, Verfolgung, Vermarktung. 6., durchgesehene Auflage, C.H. Beck, München 2016, ISBN 978-3-406-41882-2.
Johannes Dillinger: Hexen und Magie. Eine historische Einführung. Campus, Frankfurt am Main 2007, ISBN 978-3-593-38302-6.
Richard van Dülmen (Hrsg.): Hexenwelten. Magie und Imagination vom 16.–20. Jahrhundert. Frankfurt am Main 1987.
Marco Frenschkowski: Die Hexen. Eine kulturgeschichtliche Analyse. (MarixWissen). Marix, Wiesbaden 2012, ISBN 978-3-86539-965-6.
Gilbert G. Groud: Magie Noire. Über Hexenglauben in Afrika. Albin Michel, Paris 2003, ISBN 2-226-13642-8.
Ronald Hutton: The Witch: A History of Fear, from Ancient Times to the Present. Yale University Press, New Haven 2017, ISBN 978-0-300-22904-2.
Hexen. In: Lexikon des Mittelalters. Band 4, Sp. 2201–2204.
NN: Hexen – Analysen, Quellen, Dokumente. Elektronische Ressource (CD-ROM), Directmedia Publishing, Berlin 2004, ISBN 3-89853-493-6.
Matthias Pöhlmann (Hrsg.): Neue Hexen. Zwischen Kult, Kommerz und Verzauberung. (EZW-Texte. Bd. 186). Evangelische Zentralstelle für Weltanschauungsfragen, Berlin 2006, ISSN 0085-0357.
David Pickering: Lexikon der Magie und Hexerei. Aus dem Englischen übersetzt von Regina van Treeck. Bechtermünz Verlag, Augsburg 1999, ISBN 3-8289-0323-1.
Felix Wiedemann: Germanische Weise Frau, Priesterin, Schamanin. Das Bild der Hexe im Neuheidentum. In: Uwe Puschner, G. Ulrich Großmann (Hrsg.): Völkisch und national. Zur Aktualität alter Denkmuster im 21. Jahrhundert. (= Wissenschaftliche Beibände zum Anzeiger des Germanischen Nationalmuseums. Band 29). Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 2009, ISBN 978-3-534-20040-5, S. 266–279.
Hans-Jürgen Wolf: Hexenwahn und Exorzismus. Ein Beitrag zur Kulturgeschichte. Historia Verlag, Kriftel 1980, ISBN 3-9800257-0-5.
Dokumentation
Hexen – Chronik eines Massakers. Regie: Marie Thiry, ARTE F, Frankreich, 89 Minuten, 2025.
Weblinks
Commons: Hexen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
↑Wolfgang Pfeifer et al.: Etymologisches Wörterbuch des Deutschen. 8. Auflage. Deutscher Taschenbuch Verlag, München 2005.
↑Gisela Bleibtreu-Ehrenberg: Tabu Homosexualität – Die Geschichte eines Vorurteils. S. Fischer Verlag, Frankfurt am Main 1978, ISBN 3-10-007302-9, S. 84 und 259–263.
↑Heike Albrecht: Hexenglauben, Hexenverfolgung, Hexenwahn im Deutschland der Frühen Neuzeit: Ansatz einer soziologischen Analyse. diplom.de, 2002, ISBN 978-3-8324-5556-9 (google.de [abgerufen am 6. Dezember 2022]).
↑Vgl. Johannes Aventinus: Bayerische Chronik. Buch I, Kapitel 65 Von den kriegsweibern (Sämmtliche Werke 4/1), hrsg. von Matthias Lexer, München: Christian Kaiser 1882, S. 148–153 (Online-Ressource, abgerufen am 5. Januar 2012); erste Drucke der Handschriften in Frankfurt von Simon Schard 1566 und Nikolaus Cisner 1580.
↑Auch Buttervögel, Schmiervögel oder Schmalzflügel, weil man meinte, dass Hexen sich zum Stehlen oder Vergiften der Milch und Butter in Schmetterlinge verwandeln können.
↑Jörg Klinger: Die Hethiter, C.H.Beck, München 2007, ISBN 978-3-406-53625-0, S. 101.
↑Vgl. auch Dieter u. Barbara Beckmann: Alraun, Beifuß und andere Hexenkräuter: Alltagswissen vergangener Zeiten. Frankfurt am Main / New York 1990.
↑Paul Diepgen, Heinz Goerke: Aschoff/Diepgen/Goerke: Kurze Übersichtstabelle zur Geschichte der Medizin. 7., neubearbeitete Auflage. Springer, Berlin/Göttingen/Heidelberg 1960, S. 19.
↑Hexen. Hexen-Meister., Melissantes alias Johann Gottfried Gregorii, in Gemüths vergnügendes Historisches Hand-Buch für Bürger und Bauern : in welchem in Form eines kurtz gefaßten Historischen Lexici von allerley Ständen, Künsten, Handwercken und Wissenschafften, deren Urhebern und Erfindungen kurtze Nachricht ertheilet wird, Franckfurth und Leipzig, [Arnstadt], bey Johann Jacob Beümelburg, Digitalisat des Münchener Digitalisierungszentrum, Bayerische Staatsbibliothek
↑Rita Voltmer: Jagd auf „böse Leute“. Hexenverfolgungen in der Region um den Laacher See (16. bis 17. Jahrhundert). In: Plaidter Blätter. Jahrbuch des Plaidter Geschichtsvereins. Plaidt 1.2003, S. 11–24.
↑Saxonis grammatici historiæ Danicæ libros XVI. Hrsg. v. Stephanus Johannis Stephanius. Sorö 1645. Lib. V, S. 93, Zeile 3 bis 9.
↑Otto Prokop: Scheintod zwischen Glauben und Wirklichkeit. In: Tankred Koch: Lebendig begraben. Geschichte und Geschichten vom Scheintod. Edition Leipzig, 1990, ISBN 3-361-00299-0; Neudruck (Lizenzausgabe mit dem Titel Scheintod. Lebendig begraben) Tosa Verlag, Wien 2002, S. 10–30, hier: S. 17–18.
↑Silvia Bovenschen: Die aktuelle Hexe, die historische Hexe und der Hexenmythos. Die Hexe – Subjekt der Naturaneignung und Objekt der Naturbeherrschung. In: Gabriele Becker u. a. (Hrsg.): Aus der Zeit der Verzweiflung. Zur Genese und Aktualität des Hexenbildes. 1995.
↑vgl. exemplarisch: Gerd Haerkötter, Marlene Haerkötter: Hexenfurz und Teufelsdreck. Liebes-, Heil- und Giftkräuter: Hexereien, Rezepte und Geschichten (mit einem Anhang Hexen heute von Elisabeth Haerkötter), 4. Auflage. Frankfurt am Main 1987.
↑Anna-Lena Wulf: Hexentum. In: Pfad der Hexen. Archiviert vom Original (nicht mehr online verfügbar) am 14. Februar 2022; abgerufen am 14. Februar 2022.
↑Gerhard Schormann: Hexe. In: Gerhard Müller (Hrsg.): Theologische Realenzyklopädie. Band15. De Gruyter, Berlin 2012, ISBN 978-3-11-019098-4, S.298ff.
↑Shina Edea: Was ist eine Hexe. In: Der Lilienhain. Abgerufen am 4. Februar 2022.
↑ abRonald Hutton: The Triumph Of The Moon: A History of Modern Pagan Witchcraft. 1. Auflage. Oxford University Press, 2001, ISBN 0-19-285449-6 (englisch).
↑Vivianne Crowley: Naturreligion - Was Sie wirklich darüber wissen müssen. 1998, ISBN 3-442-14111-7.
↑Patti Wigington: Wicca, Witchcraft or Paganism? In: Learn Religions. 12. Januar 2020, abgerufen am 12. Februar 2022 (englisch).
↑Charles Godfrey Leland: Aradia, or the Gospel of the Witches. 1899 (englisch).
Margot Adler (* 16. April 1946 in Little Rock, Arkansas; † 28. Juli 2014 in New York City, New York[1]) war eine US-amerikanische Autorin, Journalistin, Dozentin, Wicca-Priesterin, Radiojournalistin und Korrespondentin für die National Public Radio (NPR).
Leben
Obwohl in Little Rock geboren, wuchs Adler vor allem in New York City auf. Ihr Großvater Alfred Adler gilt als der Vater der Individualpsychologie. Sie erhielt den Abschluss Bachelor in Politikwissenschaft an der University of California, Berkeley und den Abschluss Master in Journalismus an der Columbia University Graduate School of Journalism in New York im Jahre 1970, sie war eine Nieman Fellow an der Harvard University in 1982.[2]
Adler arbeitete zunächst für WBAI, FM 99,5, die Pacifica-Radio-Partner in New York City. Sie schuf die Talkshows Stunde des Wolfes im Jahr 1972. Adler begann 1979 beim NPR als Reporterin ihre Arbeit. Ihre Schwerpunktthemen waren die Todesstrafe, die Sterberechtsbewegung, Reaktionen auf den Kosovokrieg, Computerspiele, die Droge Ecstasy, die Geek-Kultur, Kinder und Technik und Pokémon. Seit dem Terroranschlag am 11. September 2001 konzentrierte sich ihr Wirken auf humane Aktionen in New York City, gegen den Verlust von geliebten Mitmenschen, gegen den Verlust des Arbeitsplatzes oder der Wohnung, für die Mitarbeit in der humanitären Hilfe. Zuletzt leitete sie die Sendung Justice Talking und sprach bei Morning Edition and All Things Considered.[3]
Adler schrieb Drawing Down the Moon: Witches, Druids, Goddess-Worshippers, and Other Pagans in America Today.[4] Das Buch gilt als ein Wendepunkt in den amerikanischen Kreisen des Neopaganismus, da es den ersten umfassenden Blick auf die Natur-Religionen in den USA warf und für viele Leser der erste Kontakt mit einer größeren Subkultur wurde. Sie hielt 1986 auf dem WinterStar-Symposium Vorträge, die von der Association for Consciousness Exploration aufgezeichnet und als Vortrags-Kassette From Witch to Witch-Doctor: Healers, Therapists and Shamans und The Magickal Movement: Present and Future (mit Isaac Bonewits, Selena Fox und Robert Anton Wilson) vertrieben wird. Ihr zweites Buch Heretic’s Heart: A Journey Through Spirit and Revolution wurde von Beacon Press 1997 verlegt. Adler war eine Wicca-Priesterin der Gardner-Tradition und Mitglied der Religionsgemeinschaft der Unitarier.
Anfang 2011 wurde bei Margot Adler Gebärmutterkrebs (Endometriumkarzinom) diagnostiziert, bei dem sich Metastasen bildeten. Sie wurde über mehrere Monate vor ihrem Tod von ihrem Sohn gepflegt und starb Ende Juli 2014 an diesem Krebsleiden.[5]
Werke
1987 – Drawing Down the Moon: Witches, Druids, Goddess-Worshippers, and Other Pagans in America Today, ISBN 0-14-019536-X
1997 – Heretic’s Heart: A Journey Through Spirit and Revolution (Beacon Press) ISBN 0-8070-7098-X
Beiträge
1989 – Healing the Wounds: The Promise of Ecofeminism – Judith Plant (editor) (New Society Pub) ISBN 0-86571-152-6
1994 – Return Of The Great Goddess by Burleigh Muten (Shambhala) ISBN 1-57062-034-2
2001 – Modern Pagans: An Investigation of Contemporary Ritual (Re/Search) ISBN 1-889307-10-6
2002 – The Free Speech Movement: Reflections on Berkeley in the 1960s – Edited by Robert Cohen and Reginald E. Zelnik (University of California Press) ISBN 978-0-520-23354-6
2003 – Sisterhood Is Forever: The Women’s Anthology for a New Millennium – edited by Robin Morgan (Washington Square Press) ISBN 0-7434-6627-6
2005 – Cakes and Ale for the Pagan Soul: Spells, Recipes, and Reflections from Neopagan Elders and Teachers – Patricia Telesco (Celestial Arts) ISBN 978-1-58091-164-1
Tondokumente
1986 – From Witch to Witch-Doctor: Healers, Therapists and ShamansACE – Vortrag auf Kassette
1986 – The Magickal Movement: Present and Future (with Isaac Bonewits, Selena Fox, and Robert Anton Wilson) ACE – Podiumsdiskussion auf Kassette
Literatur
V. Vale und John Sulak: Modern Pagans. Re/Search Publications, San Francisco 2001, ISBN 1-889307-10-6
↑Viking Press 1979; überarbeitete Neuauflagen bei Beacon Press 1987 und bei Penguin Books 1997.
↑Margot Adler, An NPR Journalist For Three Decades, Dies. West Virginia Public Broadcasting, 29. Juli 2014, archiviert vom Original (nicht mehr online verfügbar) am 30. Juli 2014; abgerufen am 7. Juli 2018 (englisch).Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/wvpublic.org