Der Name des Seeungeheuers stammt aus dem Song The Ogo-Pogo – The Funny Fox-TrotLebensgroße Skulptur von Ogopogo in der kanadischen Stadt Kelowna.
Ogopogo (auch Naitaka, das Seeschlange bedeutet) ist der Name eines angeblich im Okanagan Lake in der kanadischen Provinz British Columbia lebenden Seeungeheuers. Der Ogopogo soll ein längliches, zwischen 3 und 14 Meter langes Tier mit dunkelgrüner bis bräunlich-schwarzer Haut sein. Es wird häufig von Höckern und einem gespaltenen Schwanz berichtet.
Die Figur des Ogopogo ist wahrscheinlich mit lokalen Erzählungen der Okanagan verknüpft. Diese berichteten von einem schlangenähnlichen Wasserdämon namens N’ha-a-itk, der auf Rattlesnake Island, einer kleinen Insel im Lake Okanagan, lebte. Mit seinem Schwanz konnte er Wellen schlagen und Boote zum Kentern bringen, sein Atem verursachte Sturm. Bei Passagen über den Lake Okanagan wurden daher Hühner und andere Kleintiere als Opfertiere mitgeführt, um den Dämon zu besänftigen. Die Traditionslinien zwischen den indianischen Erzählungen und dem Seeungeheuer des 20. Jahrhunderts sind jedoch im Einzelnen unklar.
Die erste Sichtung des „modernen“ Ungeheuers gab es bereits 1872. Als Massenphänomen trat die Ogopogo-Sichtung aber erst ab den 1920er Jahren auf. 1924 erschien der populäre Song The Ogopogo: The Funny Fox-Trot des Songwriters Cumberland Clark. Daraufhin wurden Sichtungen des Ogopogo so alltäglich, dass Fähren über den See sicherheitshalber bewaffnetes Personal mitführten. In den folgenden Jahrzehnten dokumentierten Amateurfilme und kryptozoologische Hypothesen ein reges Interesse an der Sensation. Im Jahre 1989 tauchte ein sehr detailliertes Bild auf, das sich aber später als eine Aufnahme eines Bibers oder Otters herausstellte. Kryptozoologen erklärten sich die Kreatur als einen Überlebenden der ausgestorbenen Zeuglodonten oder einen Verwandten des Cadborosaurus, eines Seeungeheuers der Nordpazifikküste.
Die Sichtungen sind mittlerweile stark zurückgegangen, die Popularität des Ogopogo ist aber ungebrochen. Die Figur tritt in dem Videospiel Final Fantasy IV und in der Anime-Fernsehserie Reborn! auf. In den 1990ern diente das Monster als Motiv für eine kanadische Briefmarkenserie und als Logo für Microsoft Publisher 97. Das lokale Eishockeyteam Kelowna Rockets benutzt es als Maskottchen. Die Gestalt des Seeungeheuers nähert sich dabei der eines Drachen an. Verwandte Fabeltiere sind der Igopogo im Lake Simcoe und der Manipogo im Manitobasee.
Weblinks
Commons: Ogopogo – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Benjamin Radford: Lake Monster Mysteries: Investigating the World's Most Elusive Creatures. University Press of Kentucky, 2006, ISBN 0-8131-7130-X, S. 134, 135.
Die Onza ist ein Kryptid, also ein nach Ansicht Einzelner potenziell real existierendes Fantasiewesen, das in Mittelamerika zur Zeit der spanischen Conquistadores gelebt haben soll. Es handelt sich dabei um eine Raubkatze, die bei den Azteken unter dem Namen cuitlamiztli bekannt war.
Nach den spanischen Berichterstattern sollen Onzas im privaten Tiergehege des aztekischen Herrschers Moctezuma II. neben Pumas (leones) und Jaguaren (tigres) gehalten worden sein. Später wurde von spanischen Siedlern im Gebiet um Sinaloa in Mexiko gelegentlich von Onzas berichtet, die hier neben Pumas und Jaguaren leben sollten. Dabei berichteten Missionare wie der Jesuit Ignaz Pfefferkorn, dass die Onza gefährlicher und weniger zurückhaltend sei als der Puma und es regelmäßig zu Angriffen auf Menschen komme. Pfefferkorn, der 1757 ein Exemplar zu Gesicht bekommen haben will, beschrieb dies in seiner 1794 erschienenen Landesbeschreibung von Sonora. Er schildert dort die Onza als eine wolfsähnliche Katze mit einem im Vergleich zum Puma länglich, dünn und schmal geformten Körper. Das Fell sei rötlich gefärbt.
In den Jahren 1938 und 1986 wurden in Sinaloa Tiere geschossen, die als Onza identifiziert wurden. Sie ähnelten den Pumas, waren jedoch schlanker gebaut, hatten längere Beine und längere Ohren und waren gefleckt. Molekularbiologische Untersuchungen an dem Tier von 1986 zeigten charakteristische Merkmale der Pumas aus dem westlichen Nordamerika, die Wissenschaftler schlossen jedoch die Möglichkeit der Onza als Unterart des Puma nicht aus.
Der wissenschaftliche Name für den Jaguar ist Panthera onca. Das spanische Wort Onza wird sowohl für den Jaguarundi als auch für den Schneeleoparden benutzt.
Der Rod-Effekt auf einem Foto mit fliegenden Nachtfaltern bei Langzeitbelichtung
Rods waren für einige Zeit unerklärliche Phänomene, die im Bildmaterial bei Videoaufnahmen, aber auch bei Fotos auftraten. Es handelt sich dabei um helle stabartige Objekte, die zwischen wenigen Zentimetern bis zu mehreren Metern lang sind, an den Seiten eine Art Membran zur Fortbewegung, ähnlich den Sepien, zu tragen scheinen und sich sehr schnell rudernd oder schraubend durch die Luft bewegen. Sie seien auf Grund ihrer Geschwindigkeit mit dem bloßen Auge nicht zu erkennen und nur mit Kameras mit langen Verschlusszeiten aufzunehmen. Erklärungen reichten von unbekannten Lebensformen über optische Phänomene bis hin zu angenommenen außerirdischen Existenzen. Allerdings ist einfach zu erklären, wodurch diese Phänomene entstehen.
Tatsächlich handelt es sich bei Rods um sehr schnell fliegende Tiere wie Insekten oder auch Vögel, die auf Video- bzw. Bildmaterial durch die Art der Aufzeichnung der Kameras zu „Rods“ werden. Sie entstehen durch Bewegungsunschärfe, wenn Kameras bei schlechten Lichtverhältnissen mit relativ langen Verschlusszeiten aufnehmen. Durch den schnellen Flug und das Flügelschlagen der Tiere entstehen so charakteristische Objekte, die die Wegstrecke samt mehreren Flügelschlägen eines Tiers vereinen. Die Länge des Objektes entspricht der Dauer der Verschlusszeit.
Der Effekt wird vor allem bei Tieren mit langen schlanken Körpern und großen Flügeln verursacht. Durch das Zeilensprungverfahren einer Videoaufnahme entsteht die charakteristische Lücke zwischen zwei Aufnahmen eines Rods. Durch seine Eigenschaften und sein Aussehen bezeichnet man sie oft als Insekt-Schlangen und Vogel-Hybrid. Rods, die auf Überwachungskameras beobachtet wurden, konnten mit Netzen gefangen und als gewöhnliche Insekten identifiziert werden, was bestätigt, dass es sich bei diesem Phänomen um keine unbekannten Lebensformen handelt.
Siehe auch
Geisterfleck
Literatur
Robert Carroll: The Skeptic's Dictionary: A Collection of Strange Beliefs, Amusing Deceptions, and Dangerous Delusions. John Wiley & Sons, 2011, ISBN 1118045637, S. 340.
Jojo‘s Bizarre Adventures: Stone Ocean: „Episode 27, the Enemy uses Rods with his Stand ability“
Eine große Seeschlange attackiert Schiff und Besatzung (Olaus Magnus: Historia de Gentibus Septentrionalibus, Rom 1555)
Als Seeschlange bezeichnet man in der Kryptozoologie eine Reihe von schlangenähnlichen, im Wasser lebenden Tieren. Trotz zahlreicher, vorgeblicher Augenzeugenberichte ist deren Existenz nicht nachgewiesen.[1] Laut Berichten sollen diese Seeungeheuer besonders häufig an der Ostküste Nordamerikas und an den größeren Buchten der Küste Norwegens gesehen worden sein.[2]
Berichte
Der römische Dichter Vergil beschreibt in der Aeneis zwei Seeschlangen mit rotglühenden Augen und purpurnen Kämmen, die Laokoon und seine Söhne verschlingen.[1] Der schwedische Geistliche Olaus Magnus stellt 1555 in seinen Werken Carta Marina und Historia de gentibus septentrionalibus neben der norwegischen Seeschlange auch zahlreiche andere Seeungeheuer in Wort und Bild dar, deren Beschreibung von späteren Autoren übernommen wurde. So finden sich Magnus’ Seeungeheuer beispielsweise auch in Conrad Gessners bedeutendem Werk Historia Animalium. Die Seeschlange soll nach Magnus etwa 7 Meter lang gewesen sein und einen Durchmesser von 60 Zentimetern besessen haben. Die Seeschlange soll außerdem „wie Feuer leuchtende“ Augen, einen mit braunen Schuppen bedeckten Körper und einen mit einer Mähne umgebenen Kopf besessen haben. Sie soll sich neben Kraken, Hummern und Krabben bei Gelegenheit auch von Vieh auf den Weiden ernähren.[1]
Zu Beginn des 18. Jahrhunderts beschrieb der deutsche Abenteurer Martin Wintergerst die große Seeschlange, die er bei Fischfangreisen im Nordatlantik gesehen haben will.[3] 1977 wurde vom japanischen Fischtrawler Zuiyo Maru vor der Küste Neuseelands ein über zehn Meter langer, drachenartiger, stark zersetzter Kadaver geborgen. Aufgrund der ungewöhnlichen Form der Überreste wurde teilweise vermutet, dass es sich bei dem Kadaver um einen Plesiosaurier gehandelt haben könnte. Aufgrund einer Gewebeprobe konnte der Kadaver aber als Riesenhai identifiziert werden.[1]
Interpretation
Zeichnung eines Riemenfisches von 1860 an einem Bermudastrand, der als Seeschlange bezeichnet wurde
Beim Verwesungsprozess von Riesenhaien entstehen zuweilen groteske Formen, die erwiesenermaßen schon in vielen anderen Fällen für Kadaver von Seeungeheuern gehalten wurden. Zwischen 1984 und 1997 erschienen zahlreiche Publikationen, die den Fund dann aufgrund widersprüchlicher Indizien abschließend als „ungelöstes Rätsel“ bezeichneten.
Für die Möglichkeit der Existenz langgestreckter, schlangenartiger Seetiere wird das Vorhandensein ähnlicher ausgestorbener Tiere wie Hydrarchus oder Zeuglodon angeführt, doch können obige Angaben darauf beruhen, dass man reihenweise schwimmende Delfine, große Haie, in Gruppen schwimmende Riesenhaie oder auch den Riesentang für Seeschlangen gehalten hat.
Als wahrscheinlichstes Vorbild für vorgebliche Sichtungen von mystischen Seeschlangen dürfte der Riemenfisch Regalecus glesne gelten, ein bis zu 11 Meter langer (in seltenen Berichten bis 17 m) Tiefseefisch mit einem langgestreckten, schlangenähnlichen Körper. Er besitzt einen pferdeähnlichen Kopf und einen Kamm, der einer Mähne ähnelt. Dieses Aussehen ähnelt stark demjenigen, das der Großteil der Berichte über vorgebliche Sichtungen beschreibt. Hin und wieder gerät das Tier auch in Fischernetze oder wird sterbend an Stränden angespült.[4]
Literatur
Richard Ellis: Seeungeheuer – Mythen, Fabeln und Fakten. Birkhäuser Verlag, Basel 1997, ISBN 3-7643-5422-4.
Harald Gebhardt, Mario Ludwig: Von Drachen, Yetis und Vampiren – Fabeltieren auf der Spur. BLV, München 2005, ISBN 3-405-16679-9.
Joseph S. Nelson: Fishes of the World. John Wiley & Sons, New Jersey 2006, ISBN 0-471-25031-7.
Bruno H. Stricker: De grote zeeslang. Leiden 1953 (= Mededelingen en verhandelingen van het vooraziatisch-egyptisch genootschap „Ex oriente lux“. Band 10).
↑Der durch Europam lauffende, durch Asiam fahrende, an Americam und Africam anländende und in Ostindien lange gebliebene Schwabe. Memmingen 1712, 1713; zitiert nach Viktor Hantzsch: Wintergerst, Martin. In: Allgemeine Deutsche Biographie (ADB). Band 43, Duncker & Humblot, Leipzig 1898, S. 496 f.
↑Joseph S. Nelson: Fishes of the World. S. 230–231.
Darstellung eines im Wasser lebenden Tieres von Gustavo Doré
Das Monster vom Totasee soll ein im Totasee (Kolumbien) lebendes Tier sein, das in den Quellen als „Diabloballena“[1] oder „Teufelswal“ bezeichnet wird.
Die Ureinwohner dieser Region erzählen, dass das Monster das erste Mal vom Eroberer Gonzalo Jimenez de Quesada gesehen wurde. Er hat das Monster als "einen Fisch mit schwarzem Kopf wie von einem Rind und größer als ein Wal" beschrieben.(Lucas Fernandez de Piedrahita, 1676[2][3] und Antonio de Alcedo, 1788[4]). In anderen Quellen wird es auch als monströser Fisch, schwarzes Monster[5][6] und als Drache und göttliches archetypisches Tier[7] bezeichnet.
Beschreibung
Die Beschreibung des Monsters beschränkt sich auf historische Berichte, einer davon aus dem Jahr 1652,[2] und auf die Studien der Muisca-Mythologie.[7][8][9]
Die Legende vom Totasee ähnelt anderen Legenden, wie zum Beispiel dem Ungeheuer von Loch Ness (Nessie) in Schottland, dem Monster des Nahuel-Huapi-Sees in Argentinien oder dem „El Cuero“ („Das Leder“) der Mapuche-Mythologie in Argentinien und Chile (das Monster wird dort als eine Art Schlange mit Leder verschiedener Tiere beschrieben). Wie dort wurde sie mithilfe der Kryptozoologie und der Pseudowissenschaft analysiert.
Am 12. August 1676 veröffentlichte der kolumbianische Priester und Historiker Lucas Fernandez Piedrahíta, wie von dem Bischof von Santa Marta beauftragt, die Allgemeine Geschichte über die Eroberung des neuen Königreichs von Granada, in der im Kapitel 1, Paragraf 13 der folgende Auszug über ein monströses Wesen im Lago de Tota auftaucht:
„Bezieht euch auf sie (= die Lagune, eigentlich aber der Totasee) als einen Ort, an dem ein Fisch mit schwarzem Kopf wie von einem Rind und größer als ein Wal gesichtet wurde.“[2]
„Quesada sagt, dass zu seiner Zeit vertrauenswürdige Personen und die Ureinwohner bestätigten, dass es sich bei dem Monster um den Teufel handelt; und im Jahre sechszehnhundertzweiundfünfzig (1652), als ich an diesem Ort war, sprach Doña Andrea Vargas, die Herrin dieses Landes, davon, es gesehen zu haben.“[2]
19. Jahrhundert
Reiseroute von Gaspard Théodore Mollien (1796–1872)
Gaspard Théodore Mollien
Der französische Entdecker und Diplomat Gaspard Théodore Mollien schrieb in seinem Buch Die Reisen des Gaspard Théodore Mollien in die Republik Kolumbien in 1823:
„Als ich nach Iza fuhr, fasste ich den Entschluss zum Totasee zu fahren, der ein bisschen höher, aber in der gleichen Richtung liegt.
Ich verließ Iza kurz vor Dämmerung; (…) Der Aberglaube über schreckliche Wunder hat diese Orte nicht verlassen: tatsächlich, das ländliche Erscheinen der Region; die ruhenden Wasser, um es so zu sagen, auf solch einer Höhe, wo man immer den stürmischen Wind aus der Toxillo spürt, der Heide, die über dem See liegt; schleimige Konsistenz und voller Wasser, das es auch im Sand der Strände des Sees gibt, alles neigt dazu, ein Gefühl der Seltsamkeit zu erwecken. Die Menschen hier sagen, dass der See nicht mit Schiffen befahren werden kann; bösartige Gestalten wohnen in den Tiefen des Sees, man kann, sagen die Einwohner, die Pforten zu ihrem Wohnsitz sehen, wenn man sich von dem Ufer in die Mitte des Sees entfernt, und plötzlich kann man aus den Abgründen nur für einen kleinen Augenblick einen monströsen Fisch sehen.
Der See bildet einen Bogen, ausgerichtet nach Nordwesten und Südosten; das Klima ist sehr feucht und kalt; das Wasser ist blau, dicht und unangenehm und kann nicht getrunken werden, und wie im Meer ist das Wasser ständig unruhig wegen der Stürme, die sich im Toxillo bilden. In der Mitte des Sees gibt es einige Inseln, die bisher nur von einem Mann betreten worden sind, der Glaube, dass der See verzaubert ist, hält andere davon ab, die Inseln zu besuchen: Der Grund des Sees wirkt, als sei er voller Kieselsteine. Die Berge, die den See umschließen, sind wie Mauern aus festem Stein, so fest zementiert, dass sie der Wasserfiltration trotzen; trotzdem würde man vermuten, dass die heißen Quellen in Paipa und Iza diesem riesigen Wasserreservoir entspringen, das ein wenig höher liegt als jene.“[5]
Manuel Ancízar
Manuel Ancízar (1812–1882)
Im Jahr 1852 machte der kolumbianische Schriftsteller, Politiker, Professor und Journalist Manuel Ancízar in seinem Buch Die Pilgerfahrten des Alpha in die nördlichen Provinzen von Neu Granada in 1850-1851 (Alpha war ein Pseudonym für Ancízar) eine Aussage über das „Monster Diabloballena vom Totasee“ und zitierte dabei Piedrahítas Buch die Allgemeine Geschichte über die Eroberung des neuen Königreichs von Granada in Kapitel 14, Absatz 5:
„Die Menschen glaubten diesen Humbug des Monsters im Süßwasser. (in Anlehnung an das „Diabloballena“ zitiert von Piedrahíta), sodass niemand den Mut hatte, den See und dessen kleine Inseln zu erkunden, die schlimmere Geschöpfe als das des Piedrahíta beherbergen sollten, bis kürzlich ein Engländer dort ankam und nur wenig Angst vor dem Monster hatte, ein Floß aus Schilf baute, die größte Insel enterte und dort einen blutigen Kampf mit … schüchternen Rehen, die die Insel friedlich bewohnten, führte. Dem Beispiel des Engländers folgend, segelten andere Männer mit Flößen oder Kanus zu der Insel, bevölkerten diese und entzauberten den See. Heutzutage gibt es keine Gefahren mehr außer den Stürmen, die aus dem Hochland des Toquilla kommen, wenn die drei Quadratmeilen Wasser durch den Sturm in Bewegung versetzt werden.“[1][10]
Am Ende dieses Absatzes äußerte Ancízar seine Zweifel, jedoch ohne einen Beweis zu bringen, um Piedrahíta und das von ihm beschriebene Monster nicht in Verruf zu bringen, und begann seine Initiative anzugehen, Abflüsse für den Lago de Tota zu errichten, um die Ackerfläche zu vergrößern, und endete den betreffenden Absatz wie folgt:
„Halbe Abflüsse, die das Flussbett des Upía wiederholt vertiefen, sind die einzige Maßnahme, die denen Erfolg bringen kann, die Land zum bebauen brauchen, keine Schätze, die ihnen genauso gewiss erscheinen wie das Monster Diabloballena von Piedrahíta.“[1]
Der Botaniker, Erforscher und Physiker José Jerónimo Triana, Mitglied der Kommission Corográfica, äußerte sich ebenfalls nach der Zusammenfassung des Buches Mythen, Legenden, Traditionen und Folkloren vom Totasee (Lilia Montaña de Silva, Auflage La Rana y El Águila, UPTC Tunja, 1970, S. 46–47):
„[Das was er sagen möchte – kommentiert Triana, mit Respekt vor den Seen und Lagunen, die die ersten Tempel der Ureinwohner waren - ] (…) dass jene Lagunen eine außergewöhnliche Gottheit beherbergt haben, und die empfindsamen Ureinwohner sahen in diesen Zauber und Rätsel.“[6]
„Die Idee des heutigen Bauern, dass es in dem See schlafende Monster gibt, die von ihren Schreien aufwachen können und die in ihrem Loch den Felsen antworten, die den See umgeben, als hätten sie die Stimme eines Orakels, erweckt den unfreiwilligen Eindruck, dass die Wasser heilig sind.“[6]
„[Im Jahre 1880 gab es unter den Bewohnern der Umgebung des Totasees, in dem Dorf Cuitiva, immer noch den Glauben – angedeutet in dem oben genannten Buch von Lilia Montaña de Silva wahrscheinlich durch zugrundeliegende historische Kommentare von Triana-], (…) dass es in den verwünschten Wassern des Sees ein schwarzes Monster gab.“[6]
Sicht der indigenen Muisca
Die Zerstörung des Leviathan, eine Abbildung aus dem Jahre 1865 von Gustave Doré. Illustration einer Annäherung der Muisca an das Monster vom Totasee
Aus der Sprache der Muisca
Mariana Escribana, Doktorandin in Literatur, Geschichte und Semiotik an der Universität Paris-Sorbonne, Sprachwissenschaftlerin und Expertin der Sprache der Muisca,[8] bestätigte:
„(…)über das Monster des Totasees (…). Das Monster ist nichts weniger als der MUYSO AKYQAKE - der Drache, es hat die Bestandteile MUYSO und QAKE, in Cundinamarca ist der Wald des Drachens, der für dieses urbildliche, heilige Tier geheiligt wird, es ist der Wald TCHIQAKE.“
– von Mariana Escribana gewilligte Antwort, E-Mail vom 27. Oktober 2012[7]
Das bedeutet, das Monster könnte eine urbildliche Gottheit sein, das mit einem Drachen verwechselt worden ist.
Im mythischen Ursprung des Totasees
Berichte über den mythischen Ursprung des Totasees[9] erzählen von einem Moment, in dem „Monetá“, ein alter und weiser indigener Priester, das „sich schon vergrößernde und mächtige Reich der Muisca“[9] darauf vorbereitete, „das Böse, den bösen Busiraco“[9] in den Hohlraum, der heute den Totasee bildet, zu verbannen, er hinterließ die Andeutung eines im See lebenden Monsters:
„Und dort in diesem riesigen natürlichen Hohlraum unserer Geschichte voller Staub und Erde, die durch die Sonne brüchig geworden ist, lebte eine riesige schwarze Schlange mit funkelnden Augen, die sich arglistig und unheilvoll bis zum Eingang der großen Grotte vorwärts bewegte, anhielt und dort auf den Ball aus Feuer wartete, der bis heute jede Nacht wiederkehrte. In diesem Moment, bevor er in die Tiefen der Erde eintauchte, ließ Busiraco ein schrilles Gelächter des Triumphes hören, das ironisch an den entferntesten Enden wiederhallte, die naiven Herzen der Chibchas mit Angst erfüllend.“[9]
Die Beschwörungszeremonie gegen Busiraco führte dazu, die Leiden durch den Sommer und die Wasserknappheit zu bekämpfen, was in der Entstehung des Totasees gipfelte; dieses Monster in Schlangenform wird auch genannt, als dieses tödlich angegriffen wurde:
Statue von Bochica in der Gemeinde Cuitiva in Boyacá
„Siramena [auf die sich Monetá als die „große Tänzerin“ bezieht], die immer mit grazilen und schwungvollen Bewegungen getanzt und immer schnellere Drehungen gemacht hatte, stand auf einmal unbeweglich vor dem großen bemalten Gestein – dem Altar der Göttin des Wassers. Sie hob den Kopf und nahm unter ihren Kleidern eine glänzende Scheibe aus Gold hervor, bot sie zuerst der Göttin an und ließ sie danach einen Moment in der Sonne schimmern, sie schleuderte die Scheibe mit ungeheurer Kraft auf die Schlange, in die sich die scharfen Kanten tief hineinschnitten, danach verschwand die Scheibe in den schwarzen Schuppen des Reptils. Die Schlange war tödlich verletzt. Ihre sich abstoßenden Bewegungen waren zuckend und obwohl sie ein letztes Mal angreifen wollte, fehlte ihr die Kraft. Sie hob den Schwanz und ließ ihn mit einem Krachen auf den staubigen Boden fallen, danach fiel sie der Länge nach hin und der Körper blieb leblos.“[9]
Er beendet den Bericht über die „schwarze Schlange“ in dem Moment der Entstehung des Sees:
„Monetá nahm aus der Brusttasche einen Edelstein hervor. Er betrachtete ihn für eine Weile. Eine Träne rollte über seine Wange und umfasste den Edelstein wie ein grünes Etui eines unermesslichen Smaragden einen Diamanten umfasst [vorbehalten für den höchsten Priester der Muisca, ursprünglich überreicht von dem Propheten „Bochica“ als er das Priesteramt eingerichtet hat]. Danach hobt er ihn mit der rechten Hand an und warf ihn mit aller Kraft in den Abgrund. Das Schmuckstück funkelte in der Sonne wie Glut aus grünen Funken. Die Menschenmenge schaute erstaunt zu ohne es zu verstehen; der wertvolle Stein war genau auf die schwarze Schlange gefallen, die nun tot war. Und dann … Welch ein Wunder! Der Stein hatte seine natürliche Härte verloren. Das verkündete Wunder wurde wirklich und die grünen und reinen Wellen wurden größer und größer. Und dieser unermessliche Abgrund füllte sich mit reinem Wasser gesäumt von weißem Schaum. Den Menschen, von Staunen ergriffen, gelang es nicht, zu verstehen, was sie sahen.“[9]
Monstruo (diabloballena) en Lago de Tota (¿?), auf dem Blog Memoria de la Causa-Tota von Causa Tota, im Kontext der Erholung und des Schutzes des Totasees und dessen Seebecken und die Verbindung zum Ungeheuer von Loch Ness
The Weird in Sugamuxi bringt verschiedene seltsame Aspekte der Provinz Sugamuxi (Kolumbien) in Zusammenhang, unter diesen das Monster vom Totasee.
↑ abcdefgMitos y Leyendas de Colombia von Eugenia Villa Posse, vol. II, 1993, Ed. IADAP; Part II, Leyendas y Cuentos del Folclor, num. 23 «Mitos, Leyendas y Tradiciones», «El origen mítico del Lago de Tota» von Lilia Montaña, S. 192–206, aus «Mitos, leyendas y tradiciones del folclor del Lago de Tota», UPTC in Tunja, Ed. La Rana y El Águila, Tunja; 1970, (S. 29–90).