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Die pestkranken Tiere

Noir24admin Pest 22. Juni 2026
Les Animaux malades de la peste

Die pestkranken Tiere (französisch Les Animaux malades de la peste) ist die erste Fabel aus dem siebten Buch der Sammlung Fables Choisies, Mises En Vers des französischen Dichters Jean de La Fontaine, die er 1678 veröffentlichte.[1]

Inhalt

Die Fabel berichtet, wie einst fast alle Tiere von einer Pestepidemie dahingerafft wurden und der König der Tiere, der Löwe, dies als Strafe der Götter ansah, die gesühnt werden sollte. Der Löwe beschloss, dass jedes der Tiere seine Sünden bekennen müsse und dasjenige Tier mit den größten Sünden geopfert werden sollte. Er verlangte von seinen Untertanen absolute Aufrichtigkeit, während sie ihre Verbrechen gestehen. Der Löwe begann als Erster und beichtete, dass er unschuldige Schafe und gar den Hirten getötet hatte, ohne dass diese ihm jemals etwas Böses getan hatten. Dann war der Fuchs an der Reihe, der dem Löwen sein Schuldgefühl ausredete, indem er die Schafe als gemeines Pack hinstellte, die nichts Besseres als den Tod verdient hätten. Die anderen Tiere folgten dem Beispiel des Fuchses und ließen sich kein Unrecht nachsagen. Nur der Esel beichtete, dass er verbotenerweise Gras am Wegesrand abgefressen hatte. Der Wolf hielt daraufhin eine Schmährede über den Esel, stellte fest, dass sein abscheuliches Verbrechen („crime abominable“) durch nichts anderes als die Todesstrafe gesühnt werden könne, und machte ihn somit zum Sündenbock. Die Tiere verurteilten den Esel dann zum Tode, da er als Einziger sich schuldig bekannt hatte. Die Fabel endet mit der Moral: Je nachdem, ob Sie mächtig oder gering sind - die Gerichtsurteile werden Sie weiß oder schwarz machen.

Analyse

La Fontaine zeigt mit dem Umschwenken zwischen zwei Arten des Diskurses die Unberechenbarkeit des Souveräns, denn schließlich bestätigt die Macht des Löwen über seine Untertanen, dass er es ist, der offiziell beide Arten sanktioniert; er ist es, der die Regeln beider ausarbeitet, und er ist es, der diese Regeln nach Belieben ändert. Aus diesem Grund ist es oft schwierig zu erkennen, was innerhalb eines höfischen Milieus eine angemessene Rede sein kann oder nicht.[2]

In den ersten Versen vermeidet der Erzähler den Namen der Pest. Durch die anaphorische Wiederholung des Wortes „mal“ (schlecht) sowie den Reim „terreur / fureur“ (Terror / Wut) wird der Schrecken gesteigert, den die Pest verbreitet. Die so erzeugte Spannung entlädt sich im Wort „La Peste“, das auf diese Weise seinerseits mit besonderem Schrecken erfüllt wird. La Fontaine setzt den Halbsatz „puisqu’il faut l’appeler par son nom“ („Da man es beim Namen nennen muss“) in Klammern, um die Überwindung anzudeuten, die es kostet, den Namen der Pest laut auszusprechen. Es folgen Bilder, Metaphern und Allegorien, welche die Folgen der Epidemie vor Augen führen: das Bild des sich in nur einem Tag füllenden griechischen Totenflusses Acheron, die Metaphorik des Krieges sowie die Allegorie der vor einander fliehenden Turteltauben als Sinnbild für den Verlust von Liebe, Nähe und Freude (siehe La Fontaines Fabel Die beiden Tauben). So verbindet er innerhalb weniger Verse drei literarische Verfahren – Umschreibung, pointierte Benennung sowie bildhafte Darstellung – das Grauen der Pest und deren tiefgreifenden gesellschaftlichen Konsequenzen.[3]

Quellen

Im Gegensatz zu seinen meisten andern Fabeln, für die La Fontaine sonst antike Fabeln als Quellen nutzte, kann für die Geschichte von den pestkranken Tieren keine direkte Quelle in der Antike gefunden werden. Als Inspiration haben ihm entweder „Les apologues d ' Esope“ (Äsops Apologe, 1547) von Guillaume Haudent oder die Emblèmes (1550) von Guillaume Guéroult gedient.[4][5] Versionen der Fabel kursieren seit dem Mittelalter, womit Prediger die Missbräuche des Beichtstuhls anprangerten, nicht jedoch die schmeichlerischen Berater des Monarchen.[5]

Die meisten Parallelen weist La Fontaines Fabelversion mit Guéroults „Fable moralle du Lion, du Loup & de L'asne“ auf. Bei Haudent fehlt die Prägnanz, die La Fontaine und in geringerem Maße auch Guéroult in die Geschichte einbringen. Darüber hinaus ist Haudents Version stark von religiöser Terminologie geprägt (die Tiere tun Buße und beten Pater Nosters), was in Guéroults und La Fontaines Versionen fehlt.

Der vom König der Tiere am meisten Geschundene ist der Esel. Er gibt bei Guéroult zu, zwei oder drei Stoppeln von den Strohschuhen seines Herren abgefressen zu haben („deux ou trois brins d'estrain“). Die beiden Höflinge (Wolf und Fuchs) sind daraufhin so entsetzt über die Vorstellung, dass ihr Herr (der Löwe) an kalten Füßen hätten sterben können, dass sie zur Strafe den Esel verschlingen. Nur in Guéroults Fabel sind drei Elemente enthalten, die auch bei La Fontaine vorhanden sind: das inszenierte Scheingericht, bevor der Esel bestraft wird, sowie das Geständnis des Löwen einen Hirten und seine Schafe gefressen zu haben. Auch Guéroults Titel des Emblems „Les riches sont supportés & les povres oppressés“ (Die Reichen werden unterstützt und die Armen unterdrückt) drückt das gleiche aus wie La Fontaines Moral von „Schwarz und Weiß“, wenn auch als Gemeinplatz. La Fontaine fügte seiner Fabelversion ein Element religiöser Satire hinzu, indem er im „biblischen Stil“ die bedrohliche Pest als Motiv für das Bekenntnis der Sünden aussuchte. Inhaltlich sind Guéroults und La Fontaines Versionen gleich, doch La Fontaine verstand es mit nur halb sovielen Zeilen wie Guéroult, die Länge seiner Verse dem Tempo und der Stimmung der beschriebenen Ereignisse anzupassen.[4]

Siehe auch

  • Liste der Fabeln von La Fontaine

Einzelnachweise

  1. ↑ Sammlung Brandes / La Fontaine, Jean de: Fables Choisies : Mises En Vers : / Par J. De La Fontaine. Leiden. Leiden : Luzac, 1764. Abgerufen am 20. Dezember 2019. 
  2. ↑ Anne Lynn Birberick: Reading Undercover: Audience and Authority in Jean de La Fontaine. Bucknell University Press, 1999, ISBN 978-0-8387-5388-0, S. 119–122. 
  3. ↑ Pia Claudia Doering: Das Übel beim Namen nennen: Literarisches Sprechen über die Pest in La Fontaines Fabel „Les animaux malades de la peste“. In: Universität Münster. Abgerufen am 12. August 2021. 
  4. ↑ a b Laurence Grove: Emblematics and Seventeenth-century French Literature: Descartes, Tristan, La Fontaine, and Perrault. Rookwood Press, 2000, ISBN 978-1-886365-19-3, S. 115 ff. 
  5. ↑ a b Jean de La Fontaine: Selected Fables. OUP Oxford, 2014, ISBN 978-0-19-150787-8, S. 211. 



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Pestkreuz

Noir24admin Pest 22. Juni 2026
Pestkreuz von 1635 bei Bad Wünnenberg-Leiberg

Das Pestkreuz ist eine spezielle Form der Flur- oder der Grabkreuze und wurde zum Gedenken der Opfer der großen mittelalterlichen und neuzeitlichen Pest-Epidemien errichtet. Sie finden sich sowohl auf Friedhöfen, in der Massengrababteilung, eigenen Pestfriedhöfen, wie auch auf weiter Flur. Eine Identifizierung von mittelalterlichen Steinkreuzen, wo vielleicht auch um ältere Kreuze herum Gottesäcker angelegt wurden, mit Pestkreuzen liegt wohl schlechterdings daran, dass sich die zeitgenössischen hölzernen Kreuze nicht erhalten haben – die Kreuze der ersten Epidemien in der Geschichte der Pest fallen noch unter den Steinkreuztypus.

In Süddeutschland und Österreich trat häufig die Pestsäule an die Stelle des Kreuzes. Auch gibt es Denkmäler, die als Peststein an die Seuche erinnern.

Ein Beispiel für ein gut erhaltenes steinernes Pestkreuz findet sich auf einem Pestfriedhof im Bürener Staatsforst nahe Bad Wünnenberg-Leiberg in Nordrhein-Westfalen. Die Inschrift (fehlende Buchstaben in Klammern) lautet:

ANNO 1635 DEN 25 [AV]GVSTI HAT VNS GOT DIE PESTILENS GESANT, WIE MANGEM IST BEKANT, SINT VOM DORF LEBERG 400 MENSCHEN GESTORBEN, DENEN GOT DIE SELIKIT ERWORBEN. AMEN

Weitere Beispiele gut erhaltener Pestkreuze sind das Pestkreuz von 1669 in Koblenz und das an der Friedhofskapelle in Trittenheim angebrachte Pestkreuz.

  • Pestkreuz von 1598 vor St. Lorenz (Lübeck)
    Pestkreuz von 1598 vor St. Lorenz (Lübeck)
  • Pestkreuz von 1669 in Koblenz
    Pestkreuz von 1669 in Koblenz
  • … in Herne, von 1635, seither mehrfach erneuert
    … in Herne, von 1635, seither mehrfach erneuert
  • … in Trittenheim von 1654
    … in Trittenheim von 1654
  • … bei Dedenbach von 1665
    … bei Dedenbach von 1665
  • … in Trier, errichtet nach der Rinderpest von 1870
    … in Trier, errichtet nach der Rinderpest von 1870
  • Kreuzgruppe in Völs (Tirol) aus dem zweiten Drittel des 17. Jahrhunderts, erinnert an die Pest von 1637.[1]
    Kreuzgruppe in Völs (Tirol) aus dem zweiten Drittel des 17. Jahrhunderts, erinnert an die Pest von 1637.[1]

Siehe auch

  • Pestkreuze (Hausen), ein Ensemble von Pestkreuzen in Hausen, einem Stadtteil Bad Kissingens
  • Pestkreuze (Trittenheim), sieben Pestkreuze in der Ortsgemeinde Trittenheim im Landkreis Trier-Saarburg

Literatur

  • Wolfgang Urban: Das Baindter Pestkreuz. In: Otto Beck (Hrsg.): Baindt. Hortus Floridus. Geschichte und Kunstwerke der früheren Zisterzienserinnen-Reichsabtei. Festschrift zur 750-Jahrfeier der Klostergründung 1240–1990. München/Zürich 1990, S. 117–122.
  • Kurt Müller-Veltin: Mittelrheinische Steinkreuze aus Basaltlava. Verlag Ges. für Buchdruckerei, 1980.
  • Hermann Bausinger (Hrsg.): Volkskundliches aus dem bayrisch-österreichischen Alpengebiet. Georg Olms Verlag, Hildesheim 1978.

Weblinks

Commons: Pestkreuze – Sammlung von Bildern
Wiktionary: Pestkreuz – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
Wiktionary: Peststein – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
Wiktionary: Pestsäule – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
  • Das Börniger Pestkreuz erhält eine Hinweistafel. In: Westdeutsche Allgemeine Zeitung. Funke Mediengruppe, 2. März 2015; abgerufen am 4. Januar 2016. 

Einzelnachweise

  1. ↑ Palme-Comploy, Schmid-Pittl: Kreuzgruppe am ehemaligen Pestfriedhof. In: Tiroler Kunstkataster. Abgerufen am 16. September 2019. 



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Pestimpfstoff

Noir24admin Pest 22. Juni 2026

Ein Pestimpfstoff ist ein Impfstoff zur Vorbeugung der Pest, die vom Bakterium Yersinia pestis ausgelöst wird.

Eigenschaften

Seit 1890 wurden inaktivierte Yersinien zu Impfzwecken beforscht. Ab 1895 wurden von Alexandre Émile Jean Yersin, attenuierte Yersinien in Tierversuchen angewendet, ebenso um 1903–1904 durch W. Kolle und R. Otto.[1][2] Diese wurden jedoch aufgrund der Befürchtung einer Pesterkrankung nicht an Menschen angewendet. Im Jahr 1896 experimentierte Waldemar Haffkine mit bei 60 °C inaktivierten Yersinien.[3][4]

Die erste Pestimpfung von Menschen erfolgte 1907 in Manila.[1] Ab 1927 wurde eine natürliche pgm-Mutante (Impfstamm EV76) des EV-Stammes zur Impfung eingesetzt. Dieser Stamm war ursprünglich 1926 von Girard und Robic auf Madagaskar isoliert worden.[5] Im Jahr 1936 wurde am Forschungsinstitut für Epidemiologie und Hygiene NIIEG in Kirow aus dem EV76-Impfstamm der EV76 NIIEG-Impfstamm entwickelt und ab 1940 hergestellt und angewendet.[6]

Eine Meta-Analyse der Cochrane Collaboration kam im Jahr 2000 zu dem Ergebnis, dass die Qualität der bis dahin erschienenen Studien zu Pestimpfstoffen keine Aussage über ihre Wirksamkeit ermöglichen.[7]

Seit 2007 existiert ein weiterer attenuierter Impfstamm, CO92 delta yopH.[8]

Weiterhin kann eine passive Immunisierung durch Infusion von Anti-Yersinia-Antikörpern erzielt werden. Experimentelle Ansätze umfassen das nahe verwandte Bakterium Y. pseudotuberculosis sowie virale Vektoren (AdV, VacV, VSV), transgene Salmonellen oder Lactococcus lactis und Untereinheiten-Impfstoffe.[1] Diese verwenden das F1-Kapselantigen und den Virulenzfaktor LcrV aus Y. pestis als Antigene.[1][9]

Einzelnachweise

  1. ↑ a b c d W. Sun, K. L. Roland, R. Curtiss: Developing live vaccines against plague. In: Journal of infection in developing countries. Band 5, Nummer 9, September 2011, S. 614–627, PMID 21918302, PMC 3932668 (freier Volltext).
  2. ↑ W. Kolle, R. Otto, Untersuchungen über die Pest-Immunität in Zeitschrift für Hygiene und Infectionskrankheiten, vol. 45, nº 1, 1903, S. 507–544, doi:10.1007/BF02217032.
  3. ↑ William Clifford Roberts: Facts and ideas from anywhere; The amish, body weight, and exercise; obesity related costs; neurologist, author, master of Pembroke college of Oxford University, and breaker of the 4-minute mile record, Bannister, Roger, Sir. In: Baylor University Medical Center Proceedings (2004), Band 17, Heft 3, S. 377. ISSN 0899-8280.
  4. ↑ Baylor University Medical Center: Facts and ideas from anywhere - Black death in golden city. (Memento vom 12. August 2017 im Internet Archive) In: Baylor University Medical Center Proceedings (2004), Band 17, Heft 3, ISSN 0899-8280.
  5. ↑ G. Girard: Immunity in Plague. Acquisitions supplied by 30 years of work on the "Pasteurella pestis EV" (Girard and Robic) Strain. In: Biol Med (Paris) (1963), Band 52, S. 631–731.
  6. ↑ R. A. Saltykova, M. M. Faĭbich: Experience from a 30-year study of the stability of the properties of the plague vaccine strain EV in the USSR. In: Zh Mikrobiol Epidemiol Immunobiol. (1975), Band 6, S. 3–8.
  7. ↑ T. Jefferson, V. Demicheli, M. Pratt: Vaccines for preventing plague. In: The Cochrane database of systematic reviews. Nummer 2, 2000, S. CD000976, doi:10.1002/14651858.CD000976, PMID 10796565.
  8. ↑ S. S. Bubeck, P. H. Dube: Yersinia pestis CO92 delta yopH is a potent live, attenuated plague vaccine. In: Clinical and vaccine immunology : CVI. Band 14, Nummer 9, September 2007, S. 1235–1238, doi:10.1128/CVI.00137-07, PMID 17652523, PMC 2043315 (freier Volltext).
  9. ↑ L. E. Quenee, O. Schneewind: Plague vaccines and the molecular basis of immunity against Yersinia pestis. In: Human vaccines. Band 5, Nummer 12, Dezember 2009, S. 817–823, PMID 19786842.
Dieser Artikel behandelt ein Gesundheitsthema. Er dient weder der Selbstdiagnose noch wird dadurch eine Diagnose durch einen Arzt ersetzt. Bitte hierzu den Hinweis zu Gesundheitsthemen beachten!



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Pestkapelle (Cochem)

Noir24admin Pest 22. Juni 2026

Weiterleitung nach:

  • Cochem#Pestkapelle St. Rochus.2C genannt Peterskapelle



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Pestkapelle Grießau

Noir24admin Pest 22. Juni 2026
Die Pestkapelle hl. Sebastian in Grießau
Langhaus, Blick zum Chor

Die Pestkapelle Grießau befindet sich in der Ortschaft Grießau in der Gemeinde Häselgehr im Bezirk Reutte im Bundesland Tirol. Die Kapelle ist dem Patrozinium des Pestheiligen Sebastian unterstellt. Die Kapelle steht unter Denkmalschutz (Listeneintrag).

Geografische Lage

Das Gebäude liegt südlich des Ortsteiles Grießau, oberhalb der Siedlung, in unverbauter Lage, nahe dem Berghang am Fuß der Lechtaler Alpen.

Geschichte

Die Pest wütete 1633 bis 1635 rechtsseitig des Lech im Lechtal.[1] Gestiftet wurde die Kapelle von Katharina Peissenberger aus Anlass der im 17. Jahrhundert auch in Österreich ausgebrochenen Pestepidemie.

Der erste Kapellenbau reicht weit zurück, da bereits im Jahre 1696 eine Erweiterung bzw. Neubau erfolgte.

Im Jahre 1832 wurde die Kapelle nochmals vergrößert und in den Jahren 1983 bis 1985 unter freiwilligem Einsatz der Griessauer Bevölkerung einer umfangreichen Restaurierung unterzogen.

Architektur

Die Kapelle wurde auf dem ehemaligen Pestfriedhof der Gemeinde erbaut. Südlich angrenzend an die Kapelle befindet sich ein kleiner ummauerter Friedhof.

Der einschiffige Kapellenbau über rechteckigem Grundriss hat einen eingezogenen Polygonalchor. Das Satteldach ist mit Schindeln gedeckt und trägt einen Giebelreiter. Seitlich befindet sich ein kleiner Sakristeianbau.[2] An der Nordfassade öffnet sich ein Rechteckportal, die Langhausseiten sind durch je zwei Rundbogenfenster gegliedert, der Chor wird von beiden Seiten durch je ein Rundbogenfenster beleuchtet.

Die Kapelle ist im Inneren flach gedeckt und hat einen geschweiften Chorbogen.

Ausstattung

Das mit einem gemalten Ehrenvorhang dekorierte Altarbild stellt das Martyrium des Hl. Sebastian dar. Das monumentale Pestkreuz stammt ebenfalls aus dem 17. Jahrhundert. Die Statuette am Fuß des Kreuzes ist eine weitere Darstellung des Hl. Sebastian. Die beiden Statuen auf den Konsolen an der gegenüberliegenden Seite, die Jungfrau Maria mit dem Jesusknaben und der Heilige Rochus von Montpellier, sind ebenfalls Heilige, die bei der Pest angerufen wurden.

Weblinks

Commons: Pestkapelle Grießau – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. ↑ Die Pestkapelle in Grießau. Abgerufen am 22. Januar 2023. 
  2. ↑ TLA, Katastermappe 1856, KG Häselgehr, Kreis Innsbruck, Nr. 75, Blatt 19

47.29073410.4677061060Koordinaten: 47° 17′ 26,64″ N, 10° 28′ 3,74″ O




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  1. Pestkapelle Maria Lebing (Hartberg)
  2. Pestfriedhof (Žďár nad Sázavou)
  3. Pestfriedhof Zell
  4. Pesthaus

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