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Pestkreuz (Koblenz)

Noir24admin Pest 22. Juni 2026
Das Pestkreuz von 1669 in der Südlichen Vorstadt von Koblenz

Das Pestkreuz von 1669 erinnert an eine Pest-Epidemie in Koblenz. Nachdem das vergessene Pestkreuz 2011 restauriert worden war, stellte man es an einem prominenteren Standort in der Südlichen Vorstadt neu auf.

Geschichte

Nach dem Dreißigjährigen Krieg war die Stadt Koblenz stark zerstört, viele Einwohner kamen ums Leben. Die überlebenden Menschen mussten hart im Alltag um ihr Auskommen kämpfen. Ihr größter Feind waren im 16. und 17. Jahrhundert die vielen todbringenden Seuchen, vor allem die Pest aber auch Typhus. Für die Jahre 1581, 1597–1598, 1611–1613, 1621–1623 und letztmals 1666–1668 sind Pest-Epidemien historisch belegt. Die letzte Epidemie war wahrscheinlich die schlimmste. Die Toten wurden in Massengräbern vor den Toren der Stadt beerdigt. Einer dieser Friedhöfe lag wohl in der Löhrstraße (Obere Löhr). Hier wurde 1669 zum Gedenken an die Toten das heute noch erhaltene Pestkreuz aufgestellt.

In der Neuzeit stand das Pestkreuz vergessen in einem Hinterhof in der Löhrstraße 82. Das verwitterte und stark angegriffene Pestkreuz wurde 2011 auf Initiative der Deutschen Stiftung Denkmalschutz und mit finanzieller Unterstützung benachbarter Geschäftsleute für 5000 Euro restauriert. Danach wurde es an einem prominenteren Standort, am stark frequentierten Weg von der Innenstadt zum Koblenzer Hauptbahnhof (Löhrstraße/Ecke Rizzastraße), neu aufgestellt.[1]

Bau

Das barocke Pestkreuz von 1669 ist ein Flurkreuz aus Sandstein. Das eigentliche Kreuz steht auf einem geschweiften Pfeiler mit einem verwitterten Relief einer Pietà auf der Vorderseite. Auf dem Kämpfer des Pfeilers steht die Datierung „Anno 1669“. Auf dem Pfeiler liegt ein breiter, geschweifter Kartuschenstein, auf dem die heute unleserliche Inschrift steht: „O ihr ale die disen Wegh vorübergehen sehet ob ein Schmerz auf ihn drückt mein Schmerz“. Hierauf steht das eigentliche Kreuz mit einem stark verwitterten Christus-Korpus.

Denkmalschutz

Das Pestkreuz ist ein geschütztes Kulturdenkmal nach dem Denkmalschutzgesetz (DSchG) und in der Denkmalliste des Landes Rheinland-Pfalz eingetragen. Es steht in Koblenz-Südliche Vorstadt in der Löhrstraße/Ecke Rizzastraße.[2]

Seit 2002 ist das Pestkreuz Teil des UNESCO-Welterbes Oberes Mittelrheintal.

Literatur

  • Reinhard Kallenbach: Koblenzer Geschichte neu erzählt. Mittelrhein Verlag, Koblenz, 2012, ISBN 978-3-925180-03-3.
  • Herbert Dellwing (Bearbeiter): Kulturdenkmäler in Rheinland-Pfalz. Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland. Band 3.1: Stadt Koblenz. Südliche Vorstadt und Oberwerth. Schwann, Düsseldorf 1986. ISBN 3-590-31033-2.
  • Ulrike Weber (Bearb.): Kulturdenkmäler in Rheinland-Pfalz. Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland. Band 3.3: Stadt Koblenz. Stadtteile. Werner, Worms 2013, ISBN 978-3-88462-345-9.

Weblinks

Commons: Pestkreuz – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
  • Koblenzer Stadtgeschichte - Teil 18: Fürchterliche Jahre für Koblenz in: Rhein-Zeitung, 8. Dezember 2011

Einzelnachweise

  1. ↑ Pestkreuz erinnert an schlimme Jahre in: Rhein-Zeitung, 24. Juli 2011.
  2. ↑ Generaldirektion Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz (Hrsg.): Nachrichtliches Verzeichnis der Kulturdenkmäler - Kreisfreie Stadt Koblenz (PDF; 6,5 MB), Koblenz 2013.

50.3542222222227.5894444444444Koordinaten: 50° 21′ 15,2″ N, 7° 35′ 22″ O




🔮 Noir24 Archiv-Hinweis

Dieser Eintrag basiert auf dem Artikel Pestkreuz (Koblenz) aus der freien Enzyklopädie Wikipedia. Der Text steht unter der Lizenz Creative Commons Attribution-ShareAlike 4.0 International und ist frei verfügbar.

Pestmauer

Noir24admin Pest 22. Juni 2026
Die Pestmauer nahe Fontaine-de-Vaucluse
Ein Meilenstein zur Erinnerung an die Pestmauer

Die Pestmauer (frz. Mur de la peste) ist eine annähernd 25 Kilometer lange Mauer, die man ab 1721 im Hochland des Comtat Venaissin (Frankreich) errichtete, um die Ausbreitung der Pest zu verhindern, die in einer der letzten großen Epidemien Europas zwischen dem Juni 1720 und 1722/1723 in der Provence wütete.

Geschichte

Am 25. Mai 1720 schleppte das Schiff Le Grand St. Antoine, aus Syrien kommend, die Pest in den Hafen von Marseille ein (Große Pest von Marseille). Da man aus wirtschaftlichen Gründen die Quarantäne von Schiffsbesatzung und Ladung auf der Île de Jarre von 40 auf 26 Tage verkürzt hatte, konnte sich die Krankheit zunächst in den Armenvierteln der Stadt, dann aber auch in Aix-en-Provence, im Luberon und in den Alpillen ausbreiten. In der Provence wurden daraufhin zahlreiche Barrieren errichtet, um die Ausbreitung der Krankheit zu verhindern. Auch die Flussübergänge wurden bewacht.

Am 21. August 1720 untersagte der Vize-Legat Rainier d’Elci dem ihm unterstellten päpstlichen Comtat Venaissin den Handel mit den südlicher gelegenen Teilen der Provence. Sämtlicher Verkehr in den Bergen des späteren Départements Vaucluse wurde verboten.

Im Februar 1721 vereinbarten Vertreter des Comtat Venaissin und des Königreichs Frankreich, eine 25 Kilometer lange und zwei Meter hohe Mauer zwischen Monieux und der Schlucht von Cabrières zu errichten, um ihre jeweiligen Gebiete zu schützen. Wegen des unwegsamen Geländes und fehlender qualifizierter Baukräfte – die Arbeiten wurden überwiegend von Landarbeitern, Landstreichern und Kindern ausgeführt – dauerten die Bauarbeiten bis in den Juli 1721. Die Pestmauer wurde anschließend von etwa tausend päpstlichen Soldaten bewacht.

Bereits Ende August 1721 erreichte aber die Pest Avignon und das Comtat Venaissin, während sie in den südlicheren Teilen der Provence bereits nahezu verklungen war. Kurzerhand übernahmen französische Soldaten das Bauwerk, um nun den Süden vor dem Norden zu schützen. Erst ab Januar 1723 war auch im Comtat Venaissin die Pest überwunden.

Besichtigung

Reste der Mauer und der kleinen Hütten für die Wachtposten sind vom Pas de Viguier im Norden, auf dem Col de la Ligne (756 m), auf der Gemarkungsgrenze von Murs nach Methamis, östlich der Fontaine-de-Vaucluse und bei Cabrières d’Avignon zu sehen.

Literatur

  • Stefan Brandenburg, Ines Mache: Provence. Handbuch für individuelles Reisen und Genießen. Reise Know-How Verlag Rump, Bielefeld/Brackwede 1996, S. 479–481, ISBN 3-89416-609-6

43.894765.139465Koordinaten: 43° 53′ 41,1″ N, 5° 8′ 22,1″ O




🔮 Noir24 Archiv-Hinweis

Dieser Eintrag basiert auf dem Artikel Pestmauer aus der freien Enzyklopädie Wikipedia. Der Text steht unter der Lizenz Creative Commons Attribution-ShareAlike 4.0 International und ist frei verfügbar.

Pestrille

Noir24admin Pest 22. Juni 2026

Als Pestrille bezeichnet man zumeist senkrechte und nahezu parallel verlaufende Furchen im Mauerwerk von Kirchen und anderen sakralen Bauwerken.

Man nimmt an, dass sie entstanden, als Menschen aus Angst vor dem Schwarzen Tod (Pest) Steinstaub von den Mauern der Kirchen kratzten. Mit Wasser vermischt tranken sie diesen Staub in der Hoffnung, sich damit vor der Pest zu schützen.

Allerdings gibt es auch die Deutung, dass hier Waffen geschärft wurden (siehe: Wetzrille).

Pestrillen (auch Pestfurchen oder Pestschaben) finden sich zum Beispiel an den Kirchen St. Aegidius (Wiedenbrück) und St. Marien Homberg (Efze) sowie an Kirchen in Brilon, Dülmen, Nordhorn, Uelsen, St.Jacobi Perleberg und Veldhausen.

Bildergalerie

  • Pestrillen an der St.-Aegidius-Kirche Wiedenbrück, Nordseite
    Pestrillen an der St.-Aegidius-Kirche Wiedenbrück, Nordseite
  • Pestrillen an der St.-Aegidius-Kirche Wiedenbrück, Südseite
    Pestrillen an der St.-Aegidius-Kirche Wiedenbrück, Südseite
  • Propsteikirche St. Petrus und Andreas in Brilon
    Propsteikirche St. Petrus und Andreas in Brilon
  • St.-Viktor-Kirche in Dülmen
    St.-Viktor-Kirche in Dülmen

Weblinks

  • suehnekreuz.de - Aberglaube & Brauchtum - Wetzrillen



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Dieser Eintrag basiert auf dem Artikel Pestrille aus der freien Enzyklopädie Wikipedia. Der Text steht unter der Lizenz Creative Commons Attribution-ShareAlike 4.0 International und ist frei verfügbar.

Pestkapelle (Probstried)

Noir24admin Pest 22. Juni 2026
Pestkapelle in Probstried

Die sogenannte Pestkapelle befindet sich am Ortsausgang von Probstried in Richtung Haldenwang im Landkreis Oberallgäu in Bayern. Die Kapelle steht unter Denkmalschutz.[1]

Beschreibung

Der Giebel der kleinen Kapelle trägt eine Inschrift, wonach die Kapelle 1649 errichtet wurde. In den Jahren 1839, 1894 und 1929 wurde die Kapelle restauriert. Ausgeführt ist die Kapelle als rechteckiger Bau mit Satteldach. Innen befindet sich eine Figur des hl. Rochus aus dem 19. Jahrhundert. Zusätzlich sind drei wiederholt erneuerte Holztafeln angebracht. Diese zeigen die Kreuzigung mit dem hl. Rochus und dem hl. Antonius, den hl. Cornelius und den hl. Cyprian, sowie auf der dritten Holztafel die Muttergottes.

Im Dachgiebel der Kapelle ist eine Hinweistafel mit folgendem Text angebracht:

Denkmal v. dem 30jährigen oder sogenannten Schwedenkrieg welcher seinen Anfang nahm 1618 u. endete 1648 wobei die Schweden das ganze Deutschland verheerten. Hier hatte ein Man sein Leben und seine Habe gerettet; weil von hier bis nach Haldenwang eine Wildnis war so hatte er das Vertrauen um Gott zu Hilfe anzurufen den heiligen Schutzpatronen Rochus als Fürbitter erwählt mit dem Gelübde aus Dankbarkeit eine Kapelle hergestellt.
Erneuert 1839 durch Michael Zink Schmiedmeister zu Ehren des heiligen Rochus u. der heiligen unbefleckten Empfängnis Maria. Wieder erneuert 1894 durch Frz. Josef Zink Schmiedmeister. Wieder erneuert 1929 durch Josef Heumoos Schmiedmeister.
  • Darstellung der heiligen Cornelius und Cyprian
    Darstellung der heiligen Cornelius und Cyprian
  • Figur des heiligen Rochus, im Hintergrund Kreuzigungsszene
    Figur des heiligen Rochus, im Hintergrund Kreuzigungsszene
  • Darstellung der Muttergottes
    Darstellung der Muttergottes

Weblinks

Commons: Pestkapelle – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Literatur

  • Michael Petzet: Stadt und Landkreis Kempten (= Bayerische Kunstdenkmale. Band 5). Deutscher Kunstverlag, München 1959, DNB 453751636, S. 130. 

Einzelnachweise

  1. ↑ Bayerisches Landesamt für Denkmalpflege: Eintragung D-7-80-119-22

47.81647610.333387Koordinaten: 47° 48′ 59,3″ N, 10° 20′ 0,2″ O




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Pestkapelle (Waith)

Noir24admin Pest 22. Juni 2026

Weiterleitung nach:

  • Waith#Pestkapelle



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Dieser Eintrag basiert auf dem Artikel Pestkapelle (Waith) aus der freien Enzyklopädie Wikipedia. Der Text steht unter der Lizenz Creative Commons Attribution-ShareAlike 4.0 International und ist frei verfügbar.

  1. Die pestkranken Tiere
  2. Pestkreuz
  3. Pestimpfstoff
  4. Pestkapelle (Cochem)

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