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Friedensgruß

Noir24admin Judentum 21. Juni 2026
Abschied der Apostel Petrus und Paulus, die vor ihrem Martyrium den Friedensgruß austauschen, Alonzo Rodriguez, 16. Jhd.

Der Friedensgruß ist eine rituelle Handlung der Mitglieder einer Glaubensgemeinschaft, um den Wunsch der Gläubigen nach Frieden, Liebe und Einheit unter den Menschen zum Ausdruck zu bringen.[1]

Entwicklung in den verschiedenen Religionen

Judentum

Schalom, das hebräische Wort für Frieden, wird seit jeher im Judentum als Gruß verwendet (hebr. שלום עליכם, Shalom aleichem; „Friede sei mit Dir/Euch“). Im Tanach heißt es:

1 Sam 25,5

Er schickte zehn junge Männer hin und sagte zu ihnen: Geht hinauf nach Karmel, und wenn ihr zu Nabal kommt, entbietet ihm in meinem Namen den Friedensgruß.

1 Sam 30,21

David kam zu den zweihundert Mann zurück, die zu erschöpft gewesen waren, um ihm zu folgen, und die man am Bach Besor zurückgelassen hatte. Sie kamen David und seinen Leuten entgegen, und als David mit seinen Leuten herankam, entbot er ihnen den Friedensgruß.

2 Sam 8,10

schickte er seinen Sohn Hadoram mit Gefäßen aus Gold, Silber und Bronze zu König David. Er ließ ihm den Friedensgruß entbieten und ihn dazu beglückwünschen, dass er Hadad-Eser im Krieg geschlagen hatte; Toï lebte nämlich im Krieg mit Hadad-Eser.

2 Sam 18,28

Ahimaaz rief dem König den Friedensgruß zu, warf sich vor ihm mit dem Gesicht zur Erde nieder und sagte: Gepriesen sei der Herr, dein Gott, der (dir) die Männer ausgeliefert hat, die ihre Hand gegen meinen Herrn, den König, erhoben haben.

1 Chr 18,10

schickte er seinen Sohn Hadoram mit Gefäßen aus Gold, Silber und Bronze zu König David. Er ließ ihm den Friedensgruß entbieten und ihn dazu beglückwünschen, dass er Hadad-Eser im Krieg geschlagen hatte. Toë lebte nämlich im Krieg mit Hadad-Eser.

Somit war in der jüdischen Tradition der Friedensgruß eine besonders würdige und ehrerbietende Art des Grußes. Diese Art zu grüßen wurde jedoch nur verwendet, um die Besonderheit des anderen entsprechend hervorzuheben und ist nicht mit einer allgemeinen Begrüßung zu vergleichen. Als besonders ehrenvoll wurde empfunden, gerade den Schwächeren oder Unterlegenen mit dieser Form der Ehrerbietung zu begegnen.

Christentum

Paxtafel
Paxtafel

In den frühchristlichen Gemeinden war es durchaus üblich, den Friedensgruß jeder Person zukommen zu lassen, mit der man in Kontakt trat: Wenn ihr in ein Haus kommt, dann wünscht ihm Frieden (Mt 10,12 EU). Der heilige Kuss galt dabei als äußeres Zeichen dieses Grußes. (vgl. Röm 16,16 EU, 1 Kor 16,20 EU, 2 Kor 13,12 EU).

Bei dem Kirchenvater Augustinus erfolgte in der heiligen Messe der Friedenskuss vor der Kommunion, nach Tertullian und Cyprian am Ende des Wortgottesdienstes, vor Beginn der Eucharistiefeier. In der Papstmesse des frühen Mittelalters wurde der Friedensgruß unter den Klerikern zu Beginn der heiligen Messe, nach dem Einzug, ausgetauscht.[2] Zur Weiterreichung des Friedenskusses des Zelebranten an die Gläubigen in der Liturgie kam im 13. Jahrhundert die Paxtafel in Gebrauch. Diese war bis Anfang des 19. Jahrhunderts in Gebrauch, in manchen Gemeinden auch bis zum Zweiten Vatikanischen Konzil.

Im römischen Ritus steht der Friedensgruß heute unmittelbar vor dem Empfang der Kommunion, wo die Gläubigen einander die kirchliche Gemeinschaft und die gegenseitige Liebe bezeugen, ehe sie das Sakrament empfangen.[1] Dieser Ritus besteht aus einem „ortsüblichen Zeichen“ (meist ein Händedruck oder eine rituelle Umarmung) verbunden mit der Akklamation: „Der Friede sei mit dir/euch.“

Bei der Kongregation für den Gottesdienst und die Sakramentenordnung der römisch-katholischen Kirche gab es Überlegungen, den Friedensgruß an eine andere Stelle der Heiligen Messe zu verlegen, vor die Gabenbereitung[3], wie es etwa im Ambrosianischen Ritus oder beim Neokatechumenalen Weg (dem die Vorziehung des Friedensgrußes in der Heiligen Messe 1988 ad experimentum gewährt worden war), der Fall ist[4]. Die Verlegung des Friedensgrußes auf einen früheren Zeitpunkt bezieht sich auf die Stelle im Matthäusevangelium (Mt 5,23f EU)

Wenn du deine Opfergabe zum Altar bringst und dir dabei einfällt, dass dein Bruder etwas gegen dich hat, so lass deine Gabe dort vor dem Altar liegen; geh und versöhne dich zuerst mit deinem Bruder, dann komm und opfere deine Gabe.

Mit einem Rundschreiben vom 8. Juni 2014[5] hat die Kongregation für den Gottesdienst und die Sakramentenordnung diese Überlegungen ad acta gelegt und zusätzlich als „liturgische Missbräuche“ (ab)qualifiziert[6]: (1.) die Einführung eines „Friedensliedes“, das im römischen Ritus bereits aufgrund der Kürze der Zeit zwischen Friedensgruß und Brotbrechung nicht vorgesehen ist, (2.) dass sich die Gläubigen zum Austausch des Friedensgrußes von ihren Plätzen entfernen und sich in der Kirche umherbewegen, (3.) dass sich der Priester vom Altar oder aus dem Chorraum entfernt, um einigen Gläubigen den Frieden zu wünschen, (4.) dass bei bestimmten Anlässen (Ostern, Weihnachten, Taufe, Erstkommunion, Firmung, Ehe, Weihe, Ordensprofess, Beerdigung) der Friedensgruß zum Anlass genommen wird, um Glückwünsche oder Beileidsbekundungen auszutauschen.

Islam

Im Islam ist der Gruß As-salamu 'alaikum („Friede sei mit euch“) unter Muslimen bei jeder Begegnung üblich. Unter den Gelehrten gibt es allerdings unterschiedliche Meinungen, ob es auch gegenüber Nicht-Muslimen ausgesprochen werden soll. Näheres hierzu siehe unter Salām sowie unter dar al-harb.

Literatur (alphabetisch)

  • Johannes Paul Chavanne: Pax. Friedensbegriffe in der Eucharistiefeier des Römischen Ritus (= Österreichische Studien zur Liturgiewissenschaft und Sakramententheologie. Nr. 9). LIT, Wien 2017, ISBN 978-3-643-50892-8 (zugleich Dissertation an der Universität Wien). 

Weblinks

Commons: Friedensgruß – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. ↑ a b Liturgisches Institut Trier (Hrsg.): Allgemeine Einführung ins Römische Meßbuch. Paulinus-Verlag, Trier 1970, S. 82.
  2. ↑ Hans Bernhard Meyer: Eucharistie. Geschichte, Theologie, Pastoral. Regensburg 1989 (Gottesdienst der Kirche. Handbuch der Liturgiewissenschaft, Teil 4), S. 121.196f.
  3. ↑ https://www.catholicnewsagency.com/news/cardinal_arinze_pope_considering_moving_sign_of_peace
  4. ↑ Georg Dietlein, Zur Diskussion um Ort und Form des Friedensgrußes, in: Gottesdienst, 47. Jahr, 16 / 2013, S. 132–133
  5. ↑ [1]
  6. ↑ Georg Dietlein, Der Friedensgruß in der Liturgie. Anmerkungen zum Rundschreiben der Gottesdienstkongregation, in: Gottesdienst, 48. Jahr, 17/2014, S. 137–139; ders., Friedensgruß und Friedenskuss. Anmerkungen zur liturgischen Praxis, in: THEOLOGISCHES, 44. Jahrgang, Heft 11/12 aus 2014, S. 595–604.
Normdaten (Sachbegriff): GND: 4201173-5 (GND Explorer, lobid, OGND, AKS)



🔮 Noir24 Archiv-Hinweis

Dieser Eintrag basiert auf dem Artikel Friedensgruß aus der freien Enzyklopädie Wikipedia. Der Text steht unter der Lizenz Creative Commons Attribution-ShareAlike 4.0 International und ist frei verfügbar.

Friedensgruß

Noir24admin Judentum 21. Juni 2026
Abschied der Apostel Petrus und Paulus, die vor ihrem Martyrium den Friedensgruß austauschen, Alonzo Rodriguez, 16. Jhd.

Der Friedensgruß ist eine rituelle Handlung der Mitglieder einer Glaubensgemeinschaft, um den Wunsch der Gläubigen nach Frieden, Liebe und Einheit unter den Menschen zum Ausdruck zu bringen.[1]

Entwicklung in den verschiedenen Religionen

Judentum

Schalom, das hebräische Wort für Frieden, wird seit jeher im Judentum als Gruß verwendet (hebr. שלום עליכם, Shalom aleichem; „Friede sei mit Dir/Euch“). Im Tanach heißt es:

1 Sam 25,5

Er schickte zehn junge Männer hin und sagte zu ihnen: Geht hinauf nach Karmel, und wenn ihr zu Nabal kommt, entbietet ihm in meinem Namen den Friedensgruß.

1 Sam 30,21

David kam zu den zweihundert Mann zurück, die zu erschöpft gewesen waren, um ihm zu folgen, und die man am Bach Besor zurückgelassen hatte. Sie kamen David und seinen Leuten entgegen, und als David mit seinen Leuten herankam, entbot er ihnen den Friedensgruß.

2 Sam 8,10

schickte er seinen Sohn Hadoram mit Gefäßen aus Gold, Silber und Bronze zu König David. Er ließ ihm den Friedensgruß entbieten und ihn dazu beglückwünschen, dass er Hadad-Eser im Krieg geschlagen hatte; Toï lebte nämlich im Krieg mit Hadad-Eser.

2 Sam 18,28

Ahimaaz rief dem König den Friedensgruß zu, warf sich vor ihm mit dem Gesicht zur Erde nieder und sagte: Gepriesen sei der Herr, dein Gott, der (dir) die Männer ausgeliefert hat, die ihre Hand gegen meinen Herrn, den König, erhoben haben.

1 Chr 18,10

schickte er seinen Sohn Hadoram mit Gefäßen aus Gold, Silber und Bronze zu König David. Er ließ ihm den Friedensgruß entbieten und ihn dazu beglückwünschen, dass er Hadad-Eser im Krieg geschlagen hatte. Toë lebte nämlich im Krieg mit Hadad-Eser.

Somit war in der jüdischen Tradition der Friedensgruß eine besonders würdige und ehrerbietende Art des Grußes. Diese Art zu grüßen wurde jedoch nur verwendet, um die Besonderheit des anderen entsprechend hervorzuheben und ist nicht mit einer allgemeinen Begrüßung zu vergleichen. Als besonders ehrenvoll wurde empfunden, gerade den Schwächeren oder Unterlegenen mit dieser Form der Ehrerbietung zu begegnen.

Christentum

Paxtafel
Paxtafel

In den frühchristlichen Gemeinden war es durchaus üblich, den Friedensgruß jeder Person zukommen zu lassen, mit der man in Kontakt trat: Wenn ihr in ein Haus kommt, dann wünscht ihm Frieden (Mt 10,12 EU). Der heilige Kuss galt dabei als äußeres Zeichen dieses Grußes. (vgl. Röm 16,16 EU, 1 Kor 16,20 EU, 2 Kor 13,12 EU).

Bei dem Kirchenvater Augustinus erfolgte in der heiligen Messe der Friedenskuss vor der Kommunion, nach Tertullian und Cyprian am Ende des Wortgottesdienstes, vor Beginn der Eucharistiefeier. In der Papstmesse des frühen Mittelalters wurde der Friedensgruß unter den Klerikern zu Beginn der heiligen Messe, nach dem Einzug, ausgetauscht.[2] Zur Weiterreichung des Friedenskusses des Zelebranten an die Gläubigen in der Liturgie kam im 13. Jahrhundert die Paxtafel in Gebrauch. Diese war bis Anfang des 19. Jahrhunderts in Gebrauch, in manchen Gemeinden auch bis zum Zweiten Vatikanischen Konzil.

Im römischen Ritus steht der Friedensgruß heute unmittelbar vor dem Empfang der Kommunion, wo die Gläubigen einander die kirchliche Gemeinschaft und die gegenseitige Liebe bezeugen, ehe sie das Sakrament empfangen.[1] Dieser Ritus besteht aus einem „ortsüblichen Zeichen“ (meist ein Händedruck oder eine rituelle Umarmung) verbunden mit der Akklamation: „Der Friede sei mit dir/euch.“

Bei der Kongregation für den Gottesdienst und die Sakramentenordnung der römisch-katholischen Kirche gab es Überlegungen, den Friedensgruß an eine andere Stelle der Heiligen Messe zu verlegen, vor die Gabenbereitung[3], wie es etwa im Ambrosianischen Ritus oder beim Neokatechumenalen Weg (dem die Vorziehung des Friedensgrußes in der Heiligen Messe 1988 ad experimentum gewährt worden war), der Fall ist[4]. Die Verlegung des Friedensgrußes auf einen früheren Zeitpunkt bezieht sich auf die Stelle im Matthäusevangelium (Mt 5,23f EU)

Wenn du deine Opfergabe zum Altar bringst und dir dabei einfällt, dass dein Bruder etwas gegen dich hat, so lass deine Gabe dort vor dem Altar liegen; geh und versöhne dich zuerst mit deinem Bruder, dann komm und opfere deine Gabe.

Mit einem Rundschreiben vom 8. Juni 2014[5] hat die Kongregation für den Gottesdienst und die Sakramentenordnung diese Überlegungen ad acta gelegt und zusätzlich als „liturgische Missbräuche“ (ab)qualifiziert[6]: (1.) die Einführung eines „Friedensliedes“, das im römischen Ritus bereits aufgrund der Kürze der Zeit zwischen Friedensgruß und Brotbrechung nicht vorgesehen ist, (2.) dass sich die Gläubigen zum Austausch des Friedensgrußes von ihren Plätzen entfernen und sich in der Kirche umherbewegen, (3.) dass sich der Priester vom Altar oder aus dem Chorraum entfernt, um einigen Gläubigen den Frieden zu wünschen, (4.) dass bei bestimmten Anlässen (Ostern, Weihnachten, Taufe, Erstkommunion, Firmung, Ehe, Weihe, Ordensprofess, Beerdigung) der Friedensgruß zum Anlass genommen wird, um Glückwünsche oder Beileidsbekundungen auszutauschen.

Islam

Im Islam ist der Gruß As-salamu 'alaikum („Friede sei mit euch“) unter Muslimen bei jeder Begegnung üblich. Unter den Gelehrten gibt es allerdings unterschiedliche Meinungen, ob es auch gegenüber Nicht-Muslimen ausgesprochen werden soll. Näheres hierzu siehe unter Salām sowie unter dar al-harb.

Literatur (alphabetisch)

  • Johannes Paul Chavanne: Pax. Friedensbegriffe in der Eucharistiefeier des Römischen Ritus (= Österreichische Studien zur Liturgiewissenschaft und Sakramententheologie. Nr. 9). LIT, Wien 2017, ISBN 978-3-643-50892-8 (zugleich Dissertation an der Universität Wien). 

Weblinks

Commons: Friedensgruß – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. ↑ a b Liturgisches Institut Trier (Hrsg.): Allgemeine Einführung ins Römische Meßbuch. Paulinus-Verlag, Trier 1970, S. 82.
  2. ↑ Hans Bernhard Meyer: Eucharistie. Geschichte, Theologie, Pastoral. Regensburg 1989 (Gottesdienst der Kirche. Handbuch der Liturgiewissenschaft, Teil 4), S. 121.196f.
  3. ↑ https://www.catholicnewsagency.com/news/cardinal_arinze_pope_considering_moving_sign_of_peace
  4. ↑ Georg Dietlein, Zur Diskussion um Ort und Form des Friedensgrußes, in: Gottesdienst, 47. Jahr, 16 / 2013, S. 132–133
  5. ↑ [1]
  6. ↑ Georg Dietlein, Der Friedensgruß in der Liturgie. Anmerkungen zum Rundschreiben der Gottesdienstkongregation, in: Gottesdienst, 48. Jahr, 17/2014, S. 137–139; ders., Friedensgruß und Friedenskuss. Anmerkungen zur liturgischen Praxis, in: THEOLOGISCHES, 44. Jahrgang, Heft 11/12 aus 2014, S. 595–604.
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Gadol

Noir24admin Judentum 21. Juni 2026

Gadol (hebräisch: גדול, Plural: Gedolim) ist ein Begriff aus der jüdischen Tradition, die eine religiöse Autorität bezeichnet. Er wird oft für Rabbiner verwendet, die als führende halachische Entscheider oder spirituelle Leiter einer Generation anerkannt sind.

Gadol Hador („Größter der Generation“) bezeichnet den unübertroffenen Rabbi einer Epoche, der zentrale religiöse und gesellschaftliche Entscheidungen beeinflusst.[1]

Ein Gadol wird für sein umfassendes Wissen über die Halacha respektiert, ebenso als moralisches Vorbild und spiritueller Ratgeber.[2] Viele Anhänger betrachten seine Worte als maßgeblich und glauben, dass er eine besondere Ruach Hakodesh („göttliche Inspiration“) besitzt.[3]

Bekannte Gedolim

Einige der bedeutendsten Gedolim der jüdischen Geschichte sind:

  • Rabbi Akiva (ca. 50–135 n. Chr.)
  • Maimonides (Rambam) (1135–1204)
  • Vilna Gaon (1720–1797)
  • Moshe Feinstein (1895–1986)

Einzelnachweise

  1. ↑ Who Is the Giant of a Generation, the Gadol Hador? In: Torah-Box. Abgerufen am 20. April 2025 (englisch). 
  2. ↑ Rabbi Yissocher Frand: What Constitutes a “Gadol”? In: Torah.org. 19. Januar 2004, abgerufen am 20. April 2025 (amerikanisches Englisch). 
  3. ↑ Chaim Kramer: THE GREATNESS OF HITBODEDUT. In: Breslov.org. 30. Juni 2022, abgerufen am 20. April 2025 (amerikanisches Englisch). 



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Gadol

Noir24admin Judentum 21. Juni 2026

Gadol (hebräisch: גדול, Plural: Gedolim) ist ein Begriff aus der jüdischen Tradition, die eine religiöse Autorität bezeichnet. Er wird oft für Rabbiner verwendet, die als führende halachische Entscheider oder spirituelle Leiter einer Generation anerkannt sind.

Gadol Hador („Größter der Generation“) bezeichnet den unübertroffenen Rabbi einer Epoche, der zentrale religiöse und gesellschaftliche Entscheidungen beeinflusst.[1]

Ein Gadol wird für sein umfassendes Wissen über die Halacha respektiert, ebenso als moralisches Vorbild und spiritueller Ratgeber.[2] Viele Anhänger betrachten seine Worte als maßgeblich und glauben, dass er eine besondere Ruach Hakodesh („göttliche Inspiration“) besitzt.[3]

Bekannte Gedolim

Einige der bedeutendsten Gedolim der jüdischen Geschichte sind:

  • Rabbi Akiva (ca. 50–135 n. Chr.)
  • Maimonides (Rambam) (1135–1204)
  • Vilna Gaon (1720–1797)
  • Moshe Feinstein (1895–1986)

Einzelnachweise

  1. ↑ Who Is the Giant of a Generation, the Gadol Hador? In: Torah-Box. Abgerufen am 20. April 2025 (englisch). 
  2. ↑ Rabbi Yissocher Frand: What Constitutes a “Gadol”? In: Torah.org. 19. Januar 2004, abgerufen am 20. April 2025 (amerikanisches Englisch). 
  3. ↑ Chaim Kramer: THE GREATNESS OF HITBODEDUT. In: Breslov.org. 30. Juni 2022, abgerufen am 20. April 2025 (amerikanisches Englisch). 



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Denomination (Religion)

Noir24admin Judentum 21. Juni 2026

Mit dem Begriff Denomination wird – im weitesten Sinn vergleichbar mit dem im deutschsprachigen Raum gängigen Begriff Konfession – eine unter einem eigenen Namen auftretende Glaubensgemeinschaft mit eigener Tradition und Prägung bezeichnet oder ein Verband von kirchlichen Ortsgemeinden.[1][2][3]

Eine religiöse Denomination ist eine Untergruppe innerhalb einer Konfession oder Religion, deren Angehörige in ihren gemeinsamen Glaubensaussagen und Praktiken geeint sind. Der Name der Denomination steht für die gemeinsame Identität und für die typischen Glaubensaussagen der Gruppe, die sich damit zu anderen Gruppierungen abgrenzt und die Besonderheit der eigenen Erkenntnis und Praxis hervorhebt.

Geschichte

Erstmals belegt ist die Verwendung der englischen Bezeichnung Denomination für verschiedene Glaubensrichtungen innerhalb des Christentums in den nachmaligen USA für das Jahr 1688 in einem Vortrag von Samuel Willard, Pfarrer an der damaligen Old South Church in Boston.[4]

Verbreitung fand die Bezeichnung Denomination im englischen Sprachbereich im 18. Jahrhundert dank der Erweckungsbewegungen in Großbritannien und dem Great Awakening in den amerikanischen Kolonien, die den als negativ empfundenen Begriff sect (deutsch: Sekte) ablehnten.[1] Im Gegensatz zu sect wurde die Bezeichnung Denomination wegen ihrer Neutralität in weiten Teilen der verschiedenen Glaubensgemeinschaften akzeptiert.

Eine frühe Definition des Begriffs gab der hauptsächlich in New Jersey wirkende Gilbert Tennant: “All societies who profess Christianity and retain the fundamental principles thereof, notwithstanding their different denominations and diversity of sentiments in smaller things, are in reality but one Church of Christ, but several branches (more or less pure in minuter points) of one visible kingdom of the Messiah.”[4]

Ursprünglich wurde der Begriff Denomination nur für christliche, hauptsächlich evangelische Glaubensgemeinschaften verwendet. In jüngerer Zeit wird er, besonders in den USA, auch für andere Glaubensgemeinschaften, beispielsweise des Judentums, gebraucht, wie orthodoxes, konservatives, liberales oder rekonstruktionistisches Judentum.

Das Entstehen einer Denomination

Am Ursprung einer Denomination steht ein historisches Ereignis, eine spezifische geografische und sozio-kulturelle Besonderheit. Neue Denominationen werden oft von einer oder mehreren herausragenden Persönlichkeiten geprägt, die den Anstoß zum Entstehen einer Sondergruppe innerhalb der religiösen Gemeinschaft geben. Anlass sind einzelne Glaubensinhalte, die stärker hervorgehoben werden, neue Überzeugungen oder Erfahrungen, die verbreitet werden, oder es sind veränderte Ansichten zu Glaubensaussagen, die in den Vordergrund treten. Oft geht es bei der angestrebten Veränderung auch um die Erneuerung ursprünglicher Glaubensinhalte, bzw. um eine religiöse Reformation.

Die entstandene Untergruppe bekommt – oft von außen – einen neuen Namen, um sie von der Herkunftsgemeinschaft und von anderen Denominationen begrifflich zu unterscheiden; manchmal wirken juristische Gründe mit. Die Namensgebung orientiert sich entweder an den Gründern der neuen Gemeinschaft (z. B. Mennoniten, Hutterer) oder an besonderen Inhalten, die erneuert oder neu beigefügt wurden (z. B. Baptisten wegen ihrer Praxis der Gläubigentaufe).

Die neue Denomination wird in ihren Anfängen von der ursprünglichen religiösen Gemeinschaft psychologisch oft als Abspaltung angesehen. Eine einfache „soziale Zellteilung“ liegt eher selten vor, weil intensive Gespräche und Gedanken vorausgehen, eventuell laut ausgetragener Streit. Beispiel: Eine dogmatisch auftretende, einflussreiche Gruppe wird als Vetorechts-Minorität empfunden. Eine Spaltung liegt erst vor, wenn sich eine Gruppe in einem ständigen Kommunikations-Rückstand wähnt und ihn über längere Zeit nicht aufzuholen weiß. Meistens führt dies zu Ablösungen Einzelner oder ideologisch nicht homogener Gruppen. Eine Neu-Gründung und damit eine Art Proto-Denomination geschieht erst, wenn eine Gruppe einen Kondensationspunkt für ein gemeinsames Wir-Gefühl erreicht, etwa durch einen wortgewaltigen Anführer in Kombination mit einer größeren Gruppe von Neuorientierungs-Willigen, welche eine Zukunft in Beständigkeit sucht. Damit kann die Proto-Denomination für die Einzelnen als plausible Option wahrgenommen werden.

Beispiele

Christliche Denominationen

  • Um den anglikanischen Pfarrer John Wesley sammelten sich Anhänger, als dieser Buße und Wiedergeburt predigte und die Neubekehrten in Gruppen unterrichtete. Seine Anhänger stellen diese Methode in den Mittelpunkt christlichen Lebens, daraus entstand später die Denomination der Methodisten.
  • Der von der Anglikanischen Kirche zum Methodismus übergetretene William Booth predigte den Armen und Alkoholabhängigen auf der Straße und wurde zum Gründer der Heilsarmee.
  • Um 1900 kamen einzelne Christen aus der Heiligungsbewegung und aus Methodistengemeinden mit der Erfahrung der Taufe im Heiligen Geist und der Lehre von den Gaben des Geistes in Berührung und gründeten die ersten Pfingstgemeinden.
  • Die Episkopalkirche der Vereinigten Staaten entwickelte sich aus der Anglikanischen Gemeinschaft und zählt zu ihren Mitgliedern zahlreiche US-Präsidenten, darunter George H. W. Bush.

Jüdische Denominationen

  • Aus dem amerikanisch-jüdischen Reformjudentum entstand das konservative Judentum (Conservative Judaism), das Ende 19. Jahrhundert von gemäßigt fortschrittlichen, d. h. konservativen Rabbinern gegründet wurde, denen die Reformen der Rabbiner des Reformjudentums zu weit gingen.
  • Aus dem konservativen Judentum entstand 1955 wiederum das rekonstruktionistische Judentum, das von dem am konservativen Jewish Theological Seminary lehrenden amerikanischen Rabbiner Mordecai Kaplan ab den 1920er Jahren entwickelt worden war.

Islamische Denominationen

  • Mit dem Anspruch und Ziel einer Erneuerung des Islam wurde in den späten 1880er Jahren von Mirza Ghulam Ahmad die Ahmadiyya-Reformbewegung begründet.

Religionssoziologische Definition

In der Religionssoziologie wird der Begriff Denomination für Religionsgemeinschaften verwendet, die nicht auf dem Prinzip der Mitgliedschaft von Gesamtbevölkerungen basieren (Staatskirche, Volkskirche), die aber auch nicht bloße Vereins- oder Freiwilligenkirchen sind. Denominationen bilden in diesem Sinne einen Zwischentyp, der größere Bevölkerungsgruppen mit charakteristischen Gemeinsamkeiten (schichtenspezifischer, ethnischer oder sozialökologischer Art) in sich aufnimmt, sich dauerhaft organisiert und sich von anderen Religionsgemeinschaften durch dogmatische oder kultische Besonderheiten abgrenzt.[5]

Einzelnachweise

  1. ↑ a b Evangelisches Kirchenlexikon. Kirchlich-theologisches Handwörterbuch (hrsg. von Heinz Brunotte und Otto Weber), Göttingen 1958, S. 863.
  2. ↑ Brockhaus Enzyklopädie, F. A. Brockhaus, Mannheim 1995, Bd. 26, Deutsches Wörterbuch, S. 696.
  3. ↑ Brockhaus Enzyklopädie, F. A. Brockhaus, Mannheim 1988, Bd. 5, S. 255.
  4. ↑ a b Winthrop S. Hudson: Denominationalism. In: Lindsay Jones (Hrsg.): Encyclopedia of Religion. 2. Auflage. Band 4. Macmillan Reference USA, Detroit 2005, S. 2286–2291 (hinter einer Paywall: Gale Virtual Reference Library – “Through our knowing but in part, it is come to pass that professors of Christianity have been of diverse opinions in many things and their difference hath occasioned several denominations, but while they agree in the foundation they may be saved.”). 
  5. ↑ Joachim Matthes: Denomination. In: Werner Fuchs-Heinritz u. a. (Hrsg.): Lexikon zur Soziologie. 5. Auflage. Springer VS, Wiesbaden 2011, ISBN 978-3-531-19670-1, S. 131.



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  1. Denomination (Religion)
  2. Dhimma
  3. Dhimma
  4. Doikejt

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