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Jewno Fischelewitsch Asef

Noir24admin Judentum 21. Juni 2026
Jewno Asef

Jewno Fischelewitsch Asef (auch Evno Asew[1], auch Eugen Asef,[2] russisch Евно Фишелевич Азеф; * 1869 in Lyskowo, Gouvernement Grodno; † 24. April 1918 in Charlottenburg)[2] war ein russischer Terrorist und Polizeispitzel. Er war Mitbegründer der gegen das Regime des Zaren gerichteten Sozialrevolutionären Partei und war an einer Vielzahl von Attentaten gegen Repräsentanten der zaristischen Regierung beteiligt. Gleichzeitig war er insgeheim als Agent Provocateur für die zaristische Geheimpolizei Ochrana tätig, an die er seine Komplizen auslieferte.

Leben

Asef wurde 1869 als Spross einer armen jüdischen Familie geboren. Nachdem er die Volksschule abgeschlossen hatte, arbeitete er zunächst als Journalist und als reisender Händler. Während dieser Zeit schloss er sich offenbar der revolutionären Opposition gegen das Zarenregime an. Als er 1892 verhaftet werden sollte, veruntreute er einen Betrag von 800 Rubeln und setzte sich nach Deutschland ab, wo er zunächst in Karlsruhe lebte und danach in Darmstadt ein Studium der Elektrotechnik begann. Zudem lernte er dort Sergei Subatow, einen Oberst der Ochrana, kennen, der ihn als Polizeispitzel anwarb.

Gleichfalls in Deutschland machte er die Bekanntschaft einiger Mitglieder der Sozialdemokratischen Arbeiterpartei, die aus Russland hatten fliehen müssen. Er schloss sich dieser Partei an und reiste bald durch ganz Europa, um andere Mitglieder zu treffen. 1899 kehrte er nach Russland zurück und trat dort in die Sozialrevolutionäre Partei ein. Innerhalb der Partei stieg er schnell auf und wurde Mitglied des Zentralkomitees. 1903 trat er schließlich die Nachfolge Grigori Gerschunis als Kopf des bewaffneten Arms der Partei an, dem auch Boris Sawinkow angehörte. Asef wurde so der Anführer des terroristischen Ablegers der Sozialrevolutionären Partei. In dieser Position war er an der Organisation von Mordanschlägen beteiligt. Die bekanntesten Attentate unter seiner Führung sind die Ermordung des russischen Innenministers Wjatscheslaw von Plehwe im Jahre 1904 und das von Iwan Kaljajew verübte Attentat auf den Großfürsten Sergei Romanow, einen Onkel des Zaren, im Jahre 1905.

Bis 1908 spielte Asef eine Doppelrolle als revolutionärer Mörder auf der einen und als Polizeispitzel mit einem Gehalt von 1000 Rubel pro Monat auf der anderen Seite. Zwar wiesen Sympathisanten innerhalb der Polizei die Genossen Asefs auf dessen Rolle hin, doch wurde diesen Informationen kein Glauben geschenkt; sie wurden als schädliche Propaganda abgetan.

Entdeckung

Letztlich beschloss der Sozialrevolutionär Wladimir Burzew, der wahrscheinlich von einem abtrünnigen Polizisten misstrauisch gemacht wurde, der Sache auf den Grund zu gehen. Er begann eine eingehende Untersuchung, die am Ende zu einem Gespräch mit dem ehemaligen Leiter einer Abteilung der Polizei führte. Dieser bestätigte, dass Asef bereits seit Jahren für die Polizei tätig war.

Als Burzew das Ergebnis seiner Untersuchungen gegen Asef im Februar 1909 innerhalb der Partei bekannt machte, wurde in Paris ein Ehrengericht gegen Asef einberufen, um über dessen Vergehen zu befinden. Man ließ ihn jedoch für eine Nacht nach Hause gehen, nachdem er versprochen hatte, am nächsten Tage Beweise vorzulegen, die seine Unschuld belegen sollten. Statt am nächsten Morgen wieder vor dem Gericht zu erscheinen, entzog sich Asef der drohenden Rache seiner Genossen durch eine erneute Flucht nach Deutschland. Seine Ehefrau Ljuba Mankin, die nichts von seiner Arbeit für die Polizei geahnt hatte, ließ sich daraufhin von ihm scheiden und reiste in die Vereinigten Staaten.

Letzte Jahre

In Deutschland lebte Asef mit einer Sängerin zusammen und schlug sich als Miederwarenhändler und Börsenspekulant durch. Während des Ersten Weltkrieges wurde er als feindlicher Ausländer interniert. In der Gefangenschaft entwickelte sich bei ihm eine Nierenkrankheit und er wurde im Dezember 1917 aus der Haft entlassen.

Asef starb völlig verarmt am 24. April 1918 im Krankenhaus Westend.[2] Er wurde in einem unmarkierten Grab auf dem Friedhof Wilmersdorf bestattet.

Bewertung

Die Hintergründe für Asefs Handeln und seine wahren Absichten bleiben im Dunkeln. Zwar verriet er seine Parteigenossen gegen Geld, doch wirkte er auch bei der Ermordung hochrangiger Mitglieder des Zarenregimes mit. Selbst nach den Maßstäben der Ochrana dürfte die Ermordung eines Onkels des Zaren für eine verdeckte Operation zu weit gegangen sein. Dennoch hielt die Ochrana an Asef fest; vielleicht weil auch sie von Asef betrogen wurde. Bei einer Beurteilung wäre wohl zu berücksichtigen, dass bei einem Leben im Untergrund auch Kontakte zur Gegenseite nützlich sein können. So wurden auch Stalin und sogar Lenin Kontakte zur Ochrana nachgesagt. Nach seiner Enttarnung als Polizeispitzel soll Asef sich gegenüber einem Komplizen dahingehend geäußert haben, dass er auch den Zaren getötet haben würde, wenn er auch nur den Hauch einer Chance dazu gehabt hätte. Ein ähnlicher Erfolg gelang der Ochrana mit der Anwerbung Roman Malinowskis, der die Bolschewiki unterwanderte.

Hannah Arendt führt Asef in ihrem Buch Element und Ursprünge totaler Herrschaft als beispielhaft für die Karriere von Doppelagenten an: Diese benutzten ihre Stellung in illegalen Organisationen und andererseits im Polizeiapparat, um mithilfe der einen Seite Rivalen auf der jeweiligen gegnerischen Seite auszuschalten.[3]

Literatur

  • Leo Deutsch: Der Lockspitzel Asew und die terroristische Taktik. Deutsch von S. Grumbach. Verlag der Buchhandlung Volksstimme, Maier, Frankfurt am Main 1909.
  • G. Pevsner: La Doppia Vita di Evno Azev (1869–1918). Milano: Mondadori. 1936. 315 S.
  • Anna Geifman: Entangled in Terror. The Azef Affair and the Russian Revolution. Scholarly Resources, Wilmington DE 1999, ISBN 0-8420-2650-9.
  • Harald Harden: Lockspitzel Asew. Geschichte eines Verräters. Verlag der Freizeit-Bibliothek, Hamburg 1962.
  • Jean Longuet, Georgi Silber: Die Bombe tötete den Grossfürsten auf der Stelle. Terroristen und Geheimpolizei im alten Russland (= AtV 8019)Aus dem Russischen und mit einem Nachwort von Hans-Jürgen Lehnert. Aufbau-Taschenbuch-Verlag, Berlin 1995, ISBN 3-7466-8019-0.
  • Boris Nikolajewski: Asew. Die Geschichte eines Verrats. Der Bücherkreis GmbH, Berlin 1932.
  • Richard E. Rubenstein: Comrade Valentine. Harcourt Brace and Company, New York NY 1994, ISBN 0-15-152895-0.
  • Boris Sawinkow: Erinnerungen eines Terroristen. bahoe books, Wien 2017, ISBN 978-3-903022-42-3

Film

  • Lockspitzel Asew, 1934 (Fritz Rasp in der Hauptrolle. Regie: Phil Jutzi)

Weblinks

Commons: Jewno Asef – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
  • Literatur von und über Jewno Fischelewitsch Asef im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek

Einzelnachweise

  1. ↑ Leo Deutsch: Der Lockspitzel Asew und die terroristische Taktik. 1909.
  2. ↑ a b c StA Charlottenburg III, Sterbeurkunde Nr. 855/1918
  3. ↑ Hannah Arendt: Elemente und Ursprünge totaler Herrschaft. Antisemitismus, Imperialismus, totale Herrschaft. 10. Auflage. Piper Verlag München GmbH, München 2005, ISBN 3-492-21032-5, Kap. 12, S. 894 (englisch: The Origins of Totalitarianism. New York 1951. Erstausgabe: Harcourt Brace Jovanovic, New York 1951). 
Normdaten (Person): GND: 119084716 (lobid, GND Explorer, OGND, AKS) | LCCN: n81017858 | VIAF: 40180641 | Wikipedia-Personensuche
Personendaten
NAME Asef, Jewno Fischelewitsch
ALTERNATIVNAMEN Asew, Ewno; Asef, Evno; Asef, Eugen
KURZBESCHREIBUNG russischer Politiker, Terrorist und Polizeispitzel
GEBURTSDATUM 1869
GEBURTSORT Lyskowo, Gouvernement Grodno, Russisches Kaiserreich
STERBEDATUM 24. April 1918
STERBEORT Charlottenburg, Deutsches Reich



🔮 Noir24 Archiv-Hinweis

Dieser Eintrag basiert auf dem Artikel Jewno Fischelewitsch Asef aus der freien Enzyklopädie Wikipedia. Der Text steht unter der Lizenz Creative Commons Attribution-ShareAlike 4.0 International und ist frei verfügbar.

Assimilation (Soziologie)

Noir24admin Judentum 21. Juni 2026

Assimilation bezeichnet in der Soziologie die Angleichung einer gesellschaftlichen Gruppe an eine andere unter Aufgabe eigener Kulturgüter und ist demnach eine Form der Akkulturation und ein Prozess des Kulturwandels.[1]

Der Schwerpunkt kann auf dem Prozess[Anm. 1] oder auf dem Ergebnis liegen. Für das Verständnis der Prozesse auf gesellschaftlicher Ebene ist die individuelle Assimilation von der Assimilation von Gruppen zu unterscheiden.[Anm. 2] Empirisch steht die Verschmelzung einer Minderheit mit der Mehrheit im Vordergrund. Assimilation kann auf kultureller (Übernahme von Sprache, Bräuchen und Sitten), struktureller (Platzierung auf dem Arbeitsmarkt, im Schulsystem u. ä.), sozialer (Kontakt zu Mitgliedern anderer Gruppen) und emotionaler Ebene erfolgen.

Umstritten ist, ob es sich beim Konzept der Assimilation um ein gezieltes Aufzwingen der Eigenschaften und Einstellungen der dominanten Gesellschaft (Dominanzkultur) handelt oder ob Assimilation lediglich empirische Voraussetzung zur Erreichung gleicher Lebenschancen darstellt, ohne dass damit eine Wertung der Eigenschaften von Minderheiten verbunden wäre.

Üblicherweise wird mit der Assimilation von Einwanderern die Annahme der Sprache (bei gleichzeitiger Aufgabe ihrer eigenen) und der Gewohnheiten und Bräuche ihres Aufnahmelandes verbunden. So wird, z. B. in Bezug auf das 19. Jahrhundert, auch von einer Assimilation der Juden (siehe unten) in die Mehrheitsgesellschaften ihrer Heimatländer gesprochen.

Die gezielte, auch insbesondere zwangsweise Herbeiführung einer Assimilation durch politische Maßnahmen wird als Assimilationspolitik bezeichnet. Als Beispiele weitgehender freiwilliger Assimilation gelten die in der neuen Gesamtgesellschaft aufgegangenen einstigen Einwanderergruppen in klassischen Einwanderungsländern wie Australien, Brasilien, Kanada, Neuseeland und den USA, oder auch die Ruhrpolen in Deutschland.

Theoretische Ansätze

Die wichtigste und nach wie vor als anerkannt geltende Theorie der Assimilation stammt von dem amerikanischen Soziologen Milton M. Gordon, der sie 1964 aufstellte.[2] Obwohl Gordon vom amerikanischen Beispiel ausging, ist es ihm gelungen, eine Theorie zu entwickeln, die sich auf andere Fälle übertragen ließ und sich in Einzelstudien bewährt hat. Er unterteilte den Prozess der Assimilation in sieben Stadien:

  1. kulturelle Assimilation (cultural assimilation) – dieses Stadium bezeichnet er synonym auch als Akkulturation (acculturation)
  2. strukturelle Assimilation (structural assimilation)
  3. eheliche Assimilation (marital assimilation)
  4. identifikationale Assimilation (identificational assimilation)
  5. Assimilation durch Übernahme von Einstellungen (attitude receptional assimilation)
  6. Assimilation durch Übernahme von Verhaltensweisen (behavior receptional assimilation)
  7. Assimilation als (Voll-)Bürger (civic assimilation)

Die fünf letztgenannten Stadien werden in der jüngeren Literatur durchgehend der strukturellen Assimilation zugerechnet und gelten nicht mehr als eigenständige Form. Anders steht es mit den beiden ersten Stadien – oder Formen – der Assimilation, der kulturellen und der strukturellen. Sie sind der Teil von Gordons Theorie, der breite Rezeption gefunden hat und in modifizierter Form bis etwa 1990 als gültig erachtet wurde. Die strukturelle Assimilation impliziert wesentlich mehr als die kulturelle, nämlich die Verankerung in Bildungssystem, Arbeitsmarkt usw.

Wegen ihres Ethnozentrismus wurde die Vorstellung eines „Abschmelzens“ der ethnischen und familialen Bindungen zunehmend ersetzt durch die Vorstellung einer „Verschmelzung“ mit der neugewonnenen Identität im Sinne eines beiderseitigen Austauschprozesses.[3]

So wird auch der Begriff der Assimilation von J. Milton Yinger definiert:

„Assimilation ist ein Prozess der Entgrenzung (boundary reduction), der sich ereignen kann, wenn Mitglieder von zwei oder mehr Gesellschaften oder kleineren kulturellen Gruppen aufeinander treffen. Wenn man sie als abgeschlossenen Prozess betrachtet, ist sie [die Assimilation] die Vermischung von zuvor unterscheidbaren sozio-kulturellen Gruppen zu einer Einzigen. Wenn wir Assimilation jedoch als Variable ansehen, was meiner Ansicht nach unser Verständnis vertieft, stellen wir fest, dass Assimilation von den bescheidensten Anfängen von Interaktion und kulturellem Austausch bis hin zur gründlichen Verschmelzung der Gruppen reichen kann.“[4]

Inzwischen wird der Assimilationsbegriff jedoch immer weiter differenziert. So unterscheidet der Psychologe James H. Sidanius, Professor für afroamerikanische Studien, Dominanz- und Konfliktforscher an der Harvard-Universität zwischen hierarchischer und autoritärer Assimilation. Eine hierarchische (und graduelle) Assimilation findet statt, wenn man sich einem Kulturideal (siehe die Debatte um eine deutsche „Leitkultur“) in Verhalten, Sprache usw. weitestmöglich anzupassen sucht. Sidanius verweist auf das Beispiel Frankreichs, wo es eine feste Vorstellung von einer „französischen Kultur“ gebe. Assimilation besteht dann in dem Versuch, die Differenz zu diesem Leitbild möglichst zu minimieren. In den Vereinigten Staaten herrsche ein autoritärer Modus der Integration vor. Diese bestehe darin, dass man bestimmte Regeln einhalte, ohne dass erwartet werde, dass man sich so verhält wie ein „Amerikaner“. Eine in diesem Sinne gelungene Assimilation kann also stark abweichendes soziales Verhalten, eine abweichende Sprache usw. implizieren. Die Ablehnung und Aggression gegenüber assimilationsbereiten Minderheiten können paradoxerweise sogar stärker ausfallen als die gegenüber Minderheiten, die an ihrer Separation festhalten.[5] Die Ursache dafür wird darin gesehen, dass Assimilation die bestehenden sozialen Statusgrenzen gefährdet und die Statusabgrenzungsstrategien der dominanten Gruppen unterläuft. Gruppen mit stark ausgeprägter Status-Dominanz-Orientierung (SDO) reagieren mit Aggressionen gegen Gruppen, die die Statusgrenzen aufweichen.[6]

Assimilation der Juden

Die Frage der Judenassimilation war Ende des 19. bis Anfang des 20. Jahrhunderts in jüdischen Debatten stark präsent: „Die Frage nach Assimilation und Symbiose steht im engsten Zusammenhang mit der Definition des Jüdischseins.“[7] Die Assimilation verlief in den einzelnen Ländern unterschiedlich. Ausgeprägt war sie dort, wo sie in einem ausgeprägten Bürgertum einen Verbündeten finden konnte.

Ludwig Holländer verwies auf die intellektuelle und die psychische Leistung, die es verlangt, einerseits den (fortdauernden) Erwartungen der Ursprungsgruppe und andererseits den Ansprüchen der Zielkultur gerecht zu werden: „Stiefkinder müssen doppelartig artig sein.“[8]

Gershom Scholem hielt eine Assimilation der Juden für aussichtslos: „Sehr breite Schichten der deutschen Juden waren zwar bereit, ihr Volkstum zu liquidieren, wollten aber, in freilich sehr verschiedenen Ausmaßen, ihr Judentum, als Erbe, als Konfession, ein undefinierbares und doch im Bewußtsein deutlich vorhandenes Element bewahren. Sie waren, was oft vergessen wird, zu jener totalen Assimilation, welche die Mehrheit ihrer Elite mit dem Verschwinden zu bezahlen bereit war, nicht bereit.“[9]

Die politische Philosophin Hannah Arendt lehnte eine Assimilation der Juden in Deutschland ab und betonte die Eigenständigkeit der jüdischen Identität, auch wenn sie an keine Religion gebunden war.[10]

Die Hoffnungen, die Juden mit der Assimilation verbunden hatten, wurden mit der Machtübernahme der Nationalsozialisten in den 1930er Jahren zunächst zerstört. Das infolge von Verfolgung und Holocaust zerbrochene Vertrauen konnte erst ab 1948 in den folgenden Jahrzehnten allmählich wiederhergestellt werden.

Indigene Minderheiten

Die Assimilation traditioneller Gesellschaften (bzw. indigener oder Urvölker) als „Minderheiten im eigenen Land“ hat laut einiger Völkerkundler aufgrund der großen kulturellen Unterschiede und einer häufig traumatischen Beziehung zu den europäischen Kulturen diverse negative Konsequenzen:[11][12]

  • abnehmende Ethnizität und zunehmende Identifikation mit der modernen Kultur
  • dabei häufig soziale „Entwurzelung“ und marginalisierter Lebensstil
  • Traditionelle Wirtschaftsweisen verlieren ihre existentielle Bedeutung
  • Autarke Subsistenzwirtschaft wird mehr und mehr durch abhängig machende Marktwirtschaft ersetzt
  • Traditionelles Wissen, Muttersprache, Mythen, Riten und Sitten verschwinden zunehmend

Entsprechende Gegenbewegungen zur Assimilation sind Indigenisierung und Re-Indigenisierung.

Literatur

  • Jutta Aumüller: Assimilation: Kontroversen um ein migrationspolitisches Konzept. Bielefeld: transcript, 2009.
  • Haim Hillel Ben-Sasson u. a.: Assimilation. In: Encyclopaedia Judaica. 2. Auflage. Band 2, Detroit/New York u. a. 2007, ISBN 978-0-02-865930-5, S. 605–613 (englisch).
  • Hartmut Esser: Welche Alternativen zur ›Assimilation‹ gibt es eigentlich?. In Klaus Bade & Michael Bommes (Hrsg.), Migration-Integration-Bildung. Grundfragen und Problembereiche. IMIS: Osnabrück. 2004. S. 41–59.
  • Silke Hans: Assimilation oder Segregation? Anpassungsprozesse von Einwanderern in Deutschland. Wiesbaden: Springer, 2010.
  • Paul Mecheril & Astrid Messerschmidt: Abseits der Assimilation: Konturen non-affirmativer, subjektorientierter Migrationsforschung. Psychologie und Gesellschaftskritik, 37(3/4), 137–154.
  • Robert D. Putnam: Gesellschaft und Gemeinsinn. Sozialkapital im internationalen Vergleich. Bertelsmann-Stiftung, Gütersloh 2001, ISBN 3-892-04840-1.

Weblinks

  • Asian-Nation: Anpassung von Asiaten in Amerika (englisch)
  • Verweigerte Anpassung (englisch)

Einzelnachweise

  1. ↑ Peter Köck, Hanns Ott: Wörterbuch für Erziehung und Unterricht. 5., völlig neu bearbeitete und erweiterte Auflage, Auer, Donauwörth 1994, ISBN 978-3-403-02455-2, S. 11
  2. ↑ Milton M. Gordon: Assimilation in American Life. The Role of Race, Religion and National Origins. Oxford University Press, New York NY 1964.
  3. ↑ Kay Deaux, Mark Snyder: The Oxford Handbook of Personality and Social Psychology. Oxford University Press 2012, S. 555.
  4. ↑ J. Milton Yinger: Toward a Theory of Assimilation and Dissimilation. In: Ethnic and Racial Studies. Bd. 4, Nr. 3, Juli 1981, ISSN 0141-9870, S. 249–264, doi:10.1080/01419870.1981.9993338.
  5. ↑ S. Guimond, P. de Oliveira, R. Kamiesjki, J. Sidanius: The trouble with assimilation: Social dominance and the emergence of hostility against immigrants. In: International Journal of Intercultural Relations 6(34)2010, S. 642–650.
  6. ↑ Lotte Thomsen, Eva G. T. Green, Jim Sidanius: We Will Hunt Them Down: How Social Dominance Orientation and Right-wing Authoritarianism Fuel Ethnic Persecution of Immigrants in Fundamentally Different Ways. in: Journal of Experimental Social Psychology 44(6) 2008, S. 1455–1464. DOI:10.1016/j.jesp.2008.06.011
  7. ↑ Moshe Zimmermann: Die deutschen Juden 1914–1945 (= Enzyklopädie deutscher Geschichte. Bd. 43). Oldenbourg, München 1997, ISBN 3-486-55082-9, S. 88 (einsehbar bei Google Books).
  8. ↑ Peter Gay: Freud, Jews and other Germans. Masters and victims in modernist culture. Oxford University Press, Oxford 1978, ISBN 0-19-502258-0, S. 183.
  9. ↑ Gershom Scholem: Juden und Deutsche. In: Gershom Scholem: Judaica (= Bibliothek Suhrkamp. Bd. 263). Band 2. Herausgegeben von Rolf Tiedemann. Suhrkamp, Frankfurt am Main 1970, S. 20–46, hier S. 35.
  10. ↑ Hannah Arendt: Wir Flüchtlinge. In: Zur Zeit. Politische Essays. Rotbuch-Verlag, Hamburg, aktualisierte und erweiterte Neuausgabe 1999, ISBN 3-434-53037-1, S. 7–21.
  11. ↑ Walter Hirschberg (Begründer), Wolfgang Müller (Redaktion): Wörterbuch der Völkerkunde. Neuausgabe, 2. Auflage, Reimer, Berlin 2005. S. 34.
  12. ↑ Raul Páramo-Orgega: Das Trauma, das uns eint. Gedanken zur Conquista und zur lateinamerikanischen Identität. In: Psychoanalyse – Texte zur Sozialforschung. 8. Jahrgang, Heft 2, Leipzig 2004, S. 89–113.

Anmerkungen

  1. ↑ Zu Assimilation als sozialem Prozess vgl. Joseph H. Fichter: Grundbegriffe der Soziologie. Hrsg. Erich Bodzenta. 3., unveränderte Auflage, Springer, Wien 1970, S. 136 und S. 138.
  2. ↑ Vgl. Leibold 2006, S. 70–74.
Normdaten (Sachbegriff): GND: 4139304-1 (GND Explorer, lobid, OGND, AKS)



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Assimilation (Soziologie)

Noir24admin Judentum 21. Juni 2026

Assimilation bezeichnet in der Soziologie die Angleichung einer gesellschaftlichen Gruppe an eine andere unter Aufgabe eigener Kulturgüter und ist demnach eine Form der Akkulturation und ein Prozess des Kulturwandels.[1]

Der Schwerpunkt kann auf dem Prozess[Anm. 1] oder auf dem Ergebnis liegen. Für das Verständnis der Prozesse auf gesellschaftlicher Ebene ist die individuelle Assimilation von der Assimilation von Gruppen zu unterscheiden.[Anm. 2] Empirisch steht die Verschmelzung einer Minderheit mit der Mehrheit im Vordergrund. Assimilation kann auf kultureller (Übernahme von Sprache, Bräuchen und Sitten), struktureller (Platzierung auf dem Arbeitsmarkt, im Schulsystem u. ä.), sozialer (Kontakt zu Mitgliedern anderer Gruppen) und emotionaler Ebene erfolgen.

Umstritten ist, ob es sich beim Konzept der Assimilation um ein gezieltes Aufzwingen der Eigenschaften und Einstellungen der dominanten Gesellschaft (Dominanzkultur) handelt oder ob Assimilation lediglich empirische Voraussetzung zur Erreichung gleicher Lebenschancen darstellt, ohne dass damit eine Wertung der Eigenschaften von Minderheiten verbunden wäre.

Üblicherweise wird mit der Assimilation von Einwanderern die Annahme der Sprache (bei gleichzeitiger Aufgabe ihrer eigenen) und der Gewohnheiten und Bräuche ihres Aufnahmelandes verbunden. So wird, z. B. in Bezug auf das 19. Jahrhundert, auch von einer Assimilation der Juden (siehe unten) in die Mehrheitsgesellschaften ihrer Heimatländer gesprochen.

Die gezielte, auch insbesondere zwangsweise Herbeiführung einer Assimilation durch politische Maßnahmen wird als Assimilationspolitik bezeichnet. Als Beispiele weitgehender freiwilliger Assimilation gelten die in der neuen Gesamtgesellschaft aufgegangenen einstigen Einwanderergruppen in klassischen Einwanderungsländern wie Australien, Brasilien, Kanada, Neuseeland und den USA, oder auch die Ruhrpolen in Deutschland.

Theoretische Ansätze

Die wichtigste und nach wie vor als anerkannt geltende Theorie der Assimilation stammt von dem amerikanischen Soziologen Milton M. Gordon, der sie 1964 aufstellte.[2] Obwohl Gordon vom amerikanischen Beispiel ausging, ist es ihm gelungen, eine Theorie zu entwickeln, die sich auf andere Fälle übertragen ließ und sich in Einzelstudien bewährt hat. Er unterteilte den Prozess der Assimilation in sieben Stadien:

  1. kulturelle Assimilation (cultural assimilation) – dieses Stadium bezeichnet er synonym auch als Akkulturation (acculturation)
  2. strukturelle Assimilation (structural assimilation)
  3. eheliche Assimilation (marital assimilation)
  4. identifikationale Assimilation (identificational assimilation)
  5. Assimilation durch Übernahme von Einstellungen (attitude receptional assimilation)
  6. Assimilation durch Übernahme von Verhaltensweisen (behavior receptional assimilation)
  7. Assimilation als (Voll-)Bürger (civic assimilation)

Die fünf letztgenannten Stadien werden in der jüngeren Literatur durchgehend der strukturellen Assimilation zugerechnet und gelten nicht mehr als eigenständige Form. Anders steht es mit den beiden ersten Stadien – oder Formen – der Assimilation, der kulturellen und der strukturellen. Sie sind der Teil von Gordons Theorie, der breite Rezeption gefunden hat und in modifizierter Form bis etwa 1990 als gültig erachtet wurde. Die strukturelle Assimilation impliziert wesentlich mehr als die kulturelle, nämlich die Verankerung in Bildungssystem, Arbeitsmarkt usw.

Wegen ihres Ethnozentrismus wurde die Vorstellung eines „Abschmelzens“ der ethnischen und familialen Bindungen zunehmend ersetzt durch die Vorstellung einer „Verschmelzung“ mit der neugewonnenen Identität im Sinne eines beiderseitigen Austauschprozesses.[3]

So wird auch der Begriff der Assimilation von J. Milton Yinger definiert:

„Assimilation ist ein Prozess der Entgrenzung (boundary reduction), der sich ereignen kann, wenn Mitglieder von zwei oder mehr Gesellschaften oder kleineren kulturellen Gruppen aufeinander treffen. Wenn man sie als abgeschlossenen Prozess betrachtet, ist sie [die Assimilation] die Vermischung von zuvor unterscheidbaren sozio-kulturellen Gruppen zu einer Einzigen. Wenn wir Assimilation jedoch als Variable ansehen, was meiner Ansicht nach unser Verständnis vertieft, stellen wir fest, dass Assimilation von den bescheidensten Anfängen von Interaktion und kulturellem Austausch bis hin zur gründlichen Verschmelzung der Gruppen reichen kann.“[4]

Inzwischen wird der Assimilationsbegriff jedoch immer weiter differenziert. So unterscheidet der Psychologe James H. Sidanius, Professor für afroamerikanische Studien, Dominanz- und Konfliktforscher an der Harvard-Universität zwischen hierarchischer und autoritärer Assimilation. Eine hierarchische (und graduelle) Assimilation findet statt, wenn man sich einem Kulturideal (siehe die Debatte um eine deutsche „Leitkultur“) in Verhalten, Sprache usw. weitestmöglich anzupassen sucht. Sidanius verweist auf das Beispiel Frankreichs, wo es eine feste Vorstellung von einer „französischen Kultur“ gebe. Assimilation besteht dann in dem Versuch, die Differenz zu diesem Leitbild möglichst zu minimieren. In den Vereinigten Staaten herrsche ein autoritärer Modus der Integration vor. Diese bestehe darin, dass man bestimmte Regeln einhalte, ohne dass erwartet werde, dass man sich so verhält wie ein „Amerikaner“. Eine in diesem Sinne gelungene Assimilation kann also stark abweichendes soziales Verhalten, eine abweichende Sprache usw. implizieren. Die Ablehnung und Aggression gegenüber assimilationsbereiten Minderheiten können paradoxerweise sogar stärker ausfallen als die gegenüber Minderheiten, die an ihrer Separation festhalten.[5] Die Ursache dafür wird darin gesehen, dass Assimilation die bestehenden sozialen Statusgrenzen gefährdet und die Statusabgrenzungsstrategien der dominanten Gruppen unterläuft. Gruppen mit stark ausgeprägter Status-Dominanz-Orientierung (SDO) reagieren mit Aggressionen gegen Gruppen, die die Statusgrenzen aufweichen.[6]

Assimilation der Juden

Die Frage der Judenassimilation war Ende des 19. bis Anfang des 20. Jahrhunderts in jüdischen Debatten stark präsent: „Die Frage nach Assimilation und Symbiose steht im engsten Zusammenhang mit der Definition des Jüdischseins.“[7] Die Assimilation verlief in den einzelnen Ländern unterschiedlich. Ausgeprägt war sie dort, wo sie in einem ausgeprägten Bürgertum einen Verbündeten finden konnte.

Ludwig Holländer verwies auf die intellektuelle und die psychische Leistung, die es verlangt, einerseits den (fortdauernden) Erwartungen der Ursprungsgruppe und andererseits den Ansprüchen der Zielkultur gerecht zu werden: „Stiefkinder müssen doppelartig artig sein.“[8]

Gershom Scholem hielt eine Assimilation der Juden für aussichtslos: „Sehr breite Schichten der deutschen Juden waren zwar bereit, ihr Volkstum zu liquidieren, wollten aber, in freilich sehr verschiedenen Ausmaßen, ihr Judentum, als Erbe, als Konfession, ein undefinierbares und doch im Bewußtsein deutlich vorhandenes Element bewahren. Sie waren, was oft vergessen wird, zu jener totalen Assimilation, welche die Mehrheit ihrer Elite mit dem Verschwinden zu bezahlen bereit war, nicht bereit.“[9]

Die politische Philosophin Hannah Arendt lehnte eine Assimilation der Juden in Deutschland ab und betonte die Eigenständigkeit der jüdischen Identität, auch wenn sie an keine Religion gebunden war.[10]

Die Hoffnungen, die Juden mit der Assimilation verbunden hatten, wurden mit der Machtübernahme der Nationalsozialisten in den 1930er Jahren zunächst zerstört. Das infolge von Verfolgung und Holocaust zerbrochene Vertrauen konnte erst ab 1948 in den folgenden Jahrzehnten allmählich wiederhergestellt werden.

Indigene Minderheiten

Die Assimilation traditioneller Gesellschaften (bzw. indigener oder Urvölker) als „Minderheiten im eigenen Land“ hat laut einiger Völkerkundler aufgrund der großen kulturellen Unterschiede und einer häufig traumatischen Beziehung zu den europäischen Kulturen diverse negative Konsequenzen:[11][12]

  • abnehmende Ethnizität und zunehmende Identifikation mit der modernen Kultur
  • dabei häufig soziale „Entwurzelung“ und marginalisierter Lebensstil
  • Traditionelle Wirtschaftsweisen verlieren ihre existentielle Bedeutung
  • Autarke Subsistenzwirtschaft wird mehr und mehr durch abhängig machende Marktwirtschaft ersetzt
  • Traditionelles Wissen, Muttersprache, Mythen, Riten und Sitten verschwinden zunehmend

Entsprechende Gegenbewegungen zur Assimilation sind Indigenisierung und Re-Indigenisierung.

Literatur

  • Jutta Aumüller: Assimilation: Kontroversen um ein migrationspolitisches Konzept. Bielefeld: transcript, 2009.
  • Haim Hillel Ben-Sasson u. a.: Assimilation. In: Encyclopaedia Judaica. 2. Auflage. Band 2, Detroit/New York u. a. 2007, ISBN 978-0-02-865930-5, S. 605–613 (englisch).
  • Hartmut Esser: Welche Alternativen zur ›Assimilation‹ gibt es eigentlich?. In Klaus Bade & Michael Bommes (Hrsg.), Migration-Integration-Bildung. Grundfragen und Problembereiche. IMIS: Osnabrück. 2004. S. 41–59.
  • Silke Hans: Assimilation oder Segregation? Anpassungsprozesse von Einwanderern in Deutschland. Wiesbaden: Springer, 2010.
  • Paul Mecheril & Astrid Messerschmidt: Abseits der Assimilation: Konturen non-affirmativer, subjektorientierter Migrationsforschung. Psychologie und Gesellschaftskritik, 37(3/4), 137–154.
  • Robert D. Putnam: Gesellschaft und Gemeinsinn. Sozialkapital im internationalen Vergleich. Bertelsmann-Stiftung, Gütersloh 2001, ISBN 3-892-04840-1.

Weblinks

  • Asian-Nation: Anpassung von Asiaten in Amerika (englisch)
  • Verweigerte Anpassung (englisch)

Einzelnachweise

  1. ↑ Peter Köck, Hanns Ott: Wörterbuch für Erziehung und Unterricht. 5., völlig neu bearbeitete und erweiterte Auflage, Auer, Donauwörth 1994, ISBN 978-3-403-02455-2, S. 11
  2. ↑ Milton M. Gordon: Assimilation in American Life. The Role of Race, Religion and National Origins. Oxford University Press, New York NY 1964.
  3. ↑ Kay Deaux, Mark Snyder: The Oxford Handbook of Personality and Social Psychology. Oxford University Press 2012, S. 555.
  4. ↑ J. Milton Yinger: Toward a Theory of Assimilation and Dissimilation. In: Ethnic and Racial Studies. Bd. 4, Nr. 3, Juli 1981, ISSN 0141-9870, S. 249–264, doi:10.1080/01419870.1981.9993338.
  5. ↑ S. Guimond, P. de Oliveira, R. Kamiesjki, J. Sidanius: The trouble with assimilation: Social dominance and the emergence of hostility against immigrants. In: International Journal of Intercultural Relations 6(34)2010, S. 642–650.
  6. ↑ Lotte Thomsen, Eva G. T. Green, Jim Sidanius: We Will Hunt Them Down: How Social Dominance Orientation and Right-wing Authoritarianism Fuel Ethnic Persecution of Immigrants in Fundamentally Different Ways. in: Journal of Experimental Social Psychology 44(6) 2008, S. 1455–1464. DOI:10.1016/j.jesp.2008.06.011
  7. ↑ Moshe Zimmermann: Die deutschen Juden 1914–1945 (= Enzyklopädie deutscher Geschichte. Bd. 43). Oldenbourg, München 1997, ISBN 3-486-55082-9, S. 88 (einsehbar bei Google Books).
  8. ↑ Peter Gay: Freud, Jews and other Germans. Masters and victims in modernist culture. Oxford University Press, Oxford 1978, ISBN 0-19-502258-0, S. 183.
  9. ↑ Gershom Scholem: Juden und Deutsche. In: Gershom Scholem: Judaica (= Bibliothek Suhrkamp. Bd. 263). Band 2. Herausgegeben von Rolf Tiedemann. Suhrkamp, Frankfurt am Main 1970, S. 20–46, hier S. 35.
  10. ↑ Hannah Arendt: Wir Flüchtlinge. In: Zur Zeit. Politische Essays. Rotbuch-Verlag, Hamburg, aktualisierte und erweiterte Neuausgabe 1999, ISBN 3-434-53037-1, S. 7–21.
  11. ↑ Walter Hirschberg (Begründer), Wolfgang Müller (Redaktion): Wörterbuch der Völkerkunde. Neuausgabe, 2. Auflage, Reimer, Berlin 2005. S. 34.
  12. ↑ Raul Páramo-Orgega: Das Trauma, das uns eint. Gedanken zur Conquista und zur lateinamerikanischen Identität. In: Psychoanalyse – Texte zur Sozialforschung. 8. Jahrgang, Heft 2, Leipzig 2004, S. 89–113.

Anmerkungen

  1. ↑ Zu Assimilation als sozialem Prozess vgl. Joseph H. Fichter: Grundbegriffe der Soziologie. Hrsg. Erich Bodzenta. 3., unveränderte Auflage, Springer, Wien 1970, S. 136 und S. 138.
  2. ↑ Vgl. Leibold 2006, S. 70–74.
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Ay'lonit

Noir24admin Judentum 21. Juni 2026

Im rabbinischen Judentum ist eine Ay'lonit (Hebräisch: איילונית „widderähnliche Frau“) eine Person, die zur Geburt als weiblich eingestuft wurde, später jedoch männliche sekundäre Geschlechtsmerkmale entwickelt und als unfruchtbar angenommen wird.[1]

Maimonides nennt in der Mischne Tora als sekundäre Geschlechtsmerkmale, die als männlich gelten, unter anderem eine tiefe Stimme, kleine Brüste, fehlende Schambehaarung und das Ausbleiben der Menstruation.[2]

Einzelnachweise

  1. ↑ Six Sexes of the Talmud | Sefaria. Abgerufen am 5. November 2025. 
  2. ↑ Mishneh Torah, Marriage 2. Archiviert vom Original am 20. Oktober 2023; abgerufen am 5. November 2025. 



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Im rabbinischen Judentum ist eine Ay'lonit (Hebräisch: איילונית „widderähnliche Frau“) eine Person, die zur Geburt als weiblich eingestuft wurde, später jedoch männliche sekundäre Geschlechtsmerkmale entwickelt und als unfruchtbar angenommen wird.[1]

Maimonides nennt in der Mischne Tora als sekundäre Geschlechtsmerkmale, die als männlich gelten, unter anderem eine tiefe Stimme, kleine Brüste, fehlende Schambehaarung und das Ausbleiben der Menstruation.[2]

Einzelnachweise

  1. ↑ Six Sexes of the Talmud | Sefaria. Abgerufen am 5. November 2025. 
  2. ↑ Mishneh Torah, Marriage 2. Archiviert vom Original am 20. Oktober 2023; abgerufen am 5. November 2025. 



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