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Ba‘al Schem

Noir24admin Judentum 21. Juni 2026
Ba‘al Schem von London (Chaim Schmuel Jakob Falk)
Wegweiser zum Grab des Seckel Löb Wormser, des Ba'al Schem von Michelstadt, in Michelstadt

Ein Ba‘al Schem (hebräisch בעל שם) war ein Rabbi und Wundertäter im aschkenasischen Judentum, der die Kabbala befolgte. Die Bezeugung der Figur reicht vom 9. bis zum 19./20. Jahrhundert. Zu den prominentesten neuzeitlichen Ba'alei Schem gehört Israel ben Elieser, der Ba’al Schem Tov.

Name und Tradition

Der Begriff Ba’al Schem erklärt sich aus einer jüdischen, mystischen und magischen Tradition der Namentheologie, die in der Hechalot-Literatur entwickelt und überliefert wurde. Demnach kann der Begriff mit Meister/Besitzer des Namens, mit der möglichen Ergänzung Meister/Besitzer des guten Namens (Baʽal Schem Tov) übersetzt werden. Das Adjektiv tov bezeichnet hier, trotz der Erklärungsversuche u. a. von Martin Buber, nicht den Namen des Menschen, im Sinne eines guten Rufes, sondern, das zeigt die Tradition, den Namen Gottes. Nach der Namentheologie hat Gott mittels seiner Namen nicht allein die Welt erschaffen, sondern sich selbst mit seinem eigenen Namen.

Geschichte

Der Begriff Baʽal Schem taucht zum ersten Mal in einem Schreiben des Babyloniers Hai Gaon (939–1038) auf. Von besorgten jüdischen Gelehrten befragt, was es denn mit Juden auf sich habe, die behaupteten, mit göttlichem Namen Wunder zu vollbringen, antwortete er:

Männer aus Rom und dem Lande Israel hielten Schriftstücke und Bücher in Händen, wie den ‚Sefer ha-Jaschar‘ (Buch des Aufrechten), ‚Hechalot Rabbeta‘ und ‚Hechalot Seʽirta‘ [also das große und kleine Buch von den Himmelshallen] und andere, in denen einige der NAMEN und Namen der Engel und Siegelzeichen stehen, welche sie benutzen, um große Taten damit zu vollbringen, wie z. B. diese: Manche nehmen Schilfrohr- oder Olivenblätter und schreiben einen NAMEN auf sie, die man dann den Dieben entgegenschleudert, damit sie nicht weitergehen können; andere schreiben ihn auf ein neues Tongefäß, werfen es aufs Meer, damit das Meer sich beruhigt, oder auf einen Menschen, damit er auf der Stelle stirbt, und dergleichen mehr, was sie von ihren Vätern hörten und lernten, auch dass ihnen der Weg [unter den Füßen] springt (Kefizat ha-Derech) [...], denn sie sahen einen von den Baʽale ha-Schem am Schabbatvorabend an einem Ort und sodann hernach noch am selben Tage an einem mehrere Tagereisen entfernten Ort und dann wieder am Schabbat an dem ersten Ort.[1]

Die aschkenasischen Volkserzählungen, Notizen und Chroniken berichten von etwa 40 Ba‘alei Schem im deutschsprachigen Raum. Der erste namentlich bekannte und von R. Jehuda Ḥasid benannte Ba’al Schem ist Rabbi Josef im 13. Jahrhundert. Frühere Anonymi gibt es schon am karolingischen Hof, andere jüdische Wundertäter in Italien und in Griechenland des 9.–11. Jahrhunderts.[1] Die aschkenasischen Baʽale Schem stehen wahrscheinlich in der Tradition jener, welche die Megillat ʼAḥimaʽaz kennt, sie aber selbst noch nicht Ba’al Schem nennt.

Heilung

Die Mehrzahl der frühen aschkenasischen Baʽal-Schem-Geschichten handeln von der Errettung von Juden aus der Gewalt der nichtjüdischen Umwelt. Zu den bezeugen Wunderhandlungen zählen insbesondere Krankenheilungen und Exorzismen.

Kritik

Im Zuge der Aufklärung gab es zunehmend auch Gegnerschaft gegen den Glauben an die Fähigkeiten der Baʽalei Schem, der durch den Glauben an die moderne wissenschaftliche Medizin und ihre Vertreter ersetzt werden müsse. Aber die weiterhin bestehenden Defizite der universitären Medizin, insbesondere im Bereich der psychischen und geistigen Krankheiten, führten auch bei Aufklärern zu einer Trennung der Zuständigkeiten, sodass man dennoch manche Bereiche dem Baʽal Schem zukommen ließ. Das wichtigste Zeugnis für diese Aufspaltung der medizinischen Zuständigkeiten stammt von Pinchas Elija Horwitz (1765–1821). In seiner Enzyklopädie der Wissenschaften, dem Sefer ha-Brit, macht er sich in einer längeren, dem Baʽal Schem gewidmeten Passage über die ungebildeten Juden lustig, die in Fällen einer geistigen Störung noch zu einem Zauberer oder einem Baʽal Schem gehen und ihn um Hilfe bitten, statt einen normalen Arzt zu konsultieren. Aber nach seiner Attacke gegen den Baʽal Schem fährt Pinchas Horwitz fort:

Es gibt jedoch auch Fälle, wo sich ein böser Geist an ihn [den Patienten] klammert [...]. In diesem Falle braucht er wirklich einen Baʽal Schem. Einen solchen Fall sollte man zu einem Baʽal Schem bringen, der ein Experte ist und dessen Amulette erprobt sind [...], und wenn der Patient zu einem Baʽal Schem kommt [...], der die heiligen Namen kennt, dann wird dieser den Geist mittels der Namen [...] aus ihm vertreiben, denn ihn plagt unzweifelhaft ein böser Geist.[2]

Literatur

  • Karl Erich Grözinger: Tausend Jahre Ba‘ale Schem. Jüdische Heiler, Helfer, Magier. Ein Spiegel europäischer Geistesgeschichte. Wiesbaden 2017, ISBN 978-3-447-10827-0. 

Weblinks

Commons: Ba‘al Schem – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. ↑ a b Karl Erich Grözinger: Tausend Jahre Ba‘ale Schem. Jüdische Heiler, Helfer, Magier. Ein Spiegel europäischer Geistesgeschichte (= Jüdische Kultur). Harrassowitz Verlag, Wiesbaden 2017, ISBN 978-3-447-10827-0, S. 5 (google.de [abgerufen am 20. Januar 2024]). 
  2. ↑ P. E. Horwitz: Sefer Brit ha-schalem. Jerusalem 1990, S. 293 f. 



🔮 Noir24 Archiv-Hinweis

Dieser Eintrag basiert auf dem Artikel Ba‘al Schem aus der freien Enzyklopädie Wikipedia. Der Text steht unter der Lizenz Creative Commons Attribution-ShareAlike 4.0 International und ist frei verfügbar.

Chadasch

Noir24admin Judentum 21. Juni 2026
Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Zur arabisch-israelischen politischen Partei siehe Chadasch (Partei), zur jüdischen liberalen Gemeinde siehe Or Chadasch.
Jaschan und Hadasch sind Weiterleitungen auf diesen Artikel. Zum deutschen Informatiker, Autor der Computerwürmer Netsky und Sasser siehe Sven Jaschan. Zum deutschen Politiker siehe Hans-Joachim Hadasch.
Getreideprodukte

Im Judentum ist Chadasch (oder Chodosch) (hebräisch חָדָשׁ „neues [Getreide]“) eine Vorschrift innerhalb der Kaschrut (den jüdischen Speisegesetzen), basierend auf der biblischen Vorschrift, kein Getreide des neuen Jahres (ab Rosch ha-Schana, dem jüdischen Neujahrsfest – etwa Ende September) oder daraus hergestellte Produkte, vor dem jährlichen Omer-Opfer am 16. Nisan (etwa Ende März) zu essen. Getreideprodukte, die von diesem Gesetz nicht mehr betroffen sind, weil sie früher gepflanzt worden sind, werden als Jaschan (hebräisch ישן) „alt“ bezeichnet.[1]

Die fünf Getreidearten

Im rabbinischen Judentum ist diese Vorschrift auf fünf Getreidearten beschränkt – Weizen, Gerste, Dinkel, Roggen und ein fünftes Schibolet schual (das entweder mit Hafer oder einer Gerstenart namens segala in Latein identifiziert wurde). Alle diese Körner (oder daraus hergestellte Produkte), die zu „jung“ sind, um die Vorschrift zu erfüllen, werden im Judentum als Chadasch („neues [Getreide]“) bezeichnet. Darüber hinaus verlangt die rabbinische Interpretation, dass Getreide vor dem Omer-Opfer Wurzeln geschlagen hat, damit es zum erlaubten Getreide wird; Daher konnten nach Pessach (etwa Ende April) gepflanzte Körner frühestens zwölf Monate später verzehrt werden.

Nach der Zerstörung des Zweiten Tempels in Jerusalem wird das Omer-Opfer nicht mehr dargebracht. Stattdessen wird das „neue Getreide“ nach dem Datum erlaubt, an dem das Opfer in alten Zeiten dargebracht wurde. Chazal[2] verfügte wegen des zusätzlichen Feiertags außerhalb des Landes Israel eine weitere Verschiebung um einen Tag.[3]

Einzelnachweise

  1. ↑ Levitikus: 23:14 Die Festzeiten, auf die-bibel.de
  2. ↑ Chazal (hebräisch חז״ל) ist ein Akronym für das hebräische „Ḥachameinu Zichronam Liv’racha“ (hebräisch חכמינו זכרונם לברכה, „Unsere Weisen, möge ihr Andenken gesegnet sein“) und bezieht sich auf alle jüdischen Weisen der Mischna, Tosefta- und Talmud-Epochen, die sich von den letzten 300 Jahren des Zweiten Tempels von Jerusalem bis zum 7. Jahrhundert n. Chr. erstrecken (etwa 250 v. Chr. bis etwa 625 n. Chr.)
  3. ↑ The laws of chodosh—an in depth article (englisch)



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Dieser Eintrag basiert auf dem Artikel Chadasch aus der freien Enzyklopädie Wikipedia. Der Text steht unter der Lizenz Creative Commons Attribution-ShareAlike 4.0 International und ist frei verfügbar.

Chadasch

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Zur arabisch-israelischen politischen Partei siehe Chadasch (Partei), zur jüdischen liberalen Gemeinde siehe Or Chadasch.
Jaschan und Hadasch sind Weiterleitungen auf diesen Artikel. Zum deutschen Informatiker, Autor der Computerwürmer Netsky und Sasser siehe Sven Jaschan. Zum deutschen Politiker siehe Hans-Joachim Hadasch.
Getreideprodukte

Im Judentum ist Chadasch (oder Chodosch) (hebräisch חָדָשׁ „neues [Getreide]“) eine Vorschrift innerhalb der Kaschrut (den jüdischen Speisegesetzen), basierend auf der biblischen Vorschrift, kein Getreide des neuen Jahres (ab Rosch ha-Schana, dem jüdischen Neujahrsfest – etwa Ende September) oder daraus hergestellte Produkte, vor dem jährlichen Omer-Opfer am 16. Nisan (etwa Ende März) zu essen. Getreideprodukte, die von diesem Gesetz nicht mehr betroffen sind, weil sie früher gepflanzt worden sind, werden als Jaschan (hebräisch ישן) „alt“ bezeichnet.[1]

Die fünf Getreidearten

Im rabbinischen Judentum ist diese Vorschrift auf fünf Getreidearten beschränkt – Weizen, Gerste, Dinkel, Roggen und ein fünftes Schibolet schual (das entweder mit Hafer oder einer Gerstenart namens segala in Latein identifiziert wurde). Alle diese Körner (oder daraus hergestellte Produkte), die zu „jung“ sind, um die Vorschrift zu erfüllen, werden im Judentum als Chadasch („neues [Getreide]“) bezeichnet. Darüber hinaus verlangt die rabbinische Interpretation, dass Getreide vor dem Omer-Opfer Wurzeln geschlagen hat, damit es zum erlaubten Getreide wird; Daher konnten nach Pessach (etwa Ende April) gepflanzte Körner frühestens zwölf Monate später verzehrt werden.

Nach der Zerstörung des Zweiten Tempels in Jerusalem wird das Omer-Opfer nicht mehr dargebracht. Stattdessen wird das „neue Getreide“ nach dem Datum erlaubt, an dem das Opfer in alten Zeiten dargebracht wurde. Chazal[2] verfügte wegen des zusätzlichen Feiertags außerhalb des Landes Israel eine weitere Verschiebung um einen Tag.[3]

Einzelnachweise

  1. ↑ Levitikus: 23:14 Die Festzeiten, auf die-bibel.de
  2. ↑ Chazal (hebräisch חז״ל) ist ein Akronym für das hebräische „Ḥachameinu Zichronam Liv’racha“ (hebräisch חכמינו זכרונם לברכה, „Unsere Weisen, möge ihr Andenken gesegnet sein“) und bezieht sich auf alle jüdischen Weisen der Mischna, Tosefta- und Talmud-Epochen, die sich von den letzten 300 Jahren des Zweiten Tempels von Jerusalem bis zum 7. Jahrhundert n. Chr. erstrecken (etwa 250 v. Chr. bis etwa 625 n. Chr.)
  3. ↑ The laws of chodosh—an in depth article (englisch)



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Church of God and Saints of Christ

Noir24admin Judentum 21. Juni 2026

Die Church of God and Saints of Christ (englisch für Kirche Gottes und Heilige Christi) ist eine israelitische Religionsgemeinschaft Schwarzer Hebräer, die 1896 von William Saunders Crowdy (1847–1908) in Lawrence, Kansas, gegründet wurde.[1] Er gründete Gemeinden in mehreren Städten im Mittleren Westen und im Osten der Vereinigten Staaten von Amerika und schickte einen Abgesandten, um Gemeinden in mindestens sechs afrikanischen Ländern zu gründen. Später gründete die Kongregation Niederlassungen in Kuba und auf den Westindischen Inseln.

Religiöse Glaubensvorstellungen

Grundsätze

Die Sieben Grundsätze sind die grundlegenden Prinzipien, die die Lehre der Church of God and Saints of Christ zusammenfassen und dem Propheten Crowdy offenbart wurden. Sie dienen als Richtschnur für Glauben und Verhalten und sind Teil des Bibelstudiums in der Church of God and Saints of Christ, um ihre Bedeutung und ihren feierlichen Charakter zu unterstreichen. Die Sieben Grundsätze werden ausführlicher in dem Werk The Revelation of God Revealed (deutsch: Die Offenbarung Gottes) erläutert, das Crowdy verfasst und am 16. Dezember 1902 in der Library of Congress kopiergeschützt wurde.[2]

  • 1. Grundsatz: Die Church of God and Saints of Christ (1 Kor 1,2 EU)
  • 2. Grundsatz: Wein in der Kirche Gottes zu trinken ist für immer verboten (Lev 10,9 EU)
  • 3. Grundsatz: Ungesäuertes Brot und Wasser symbolisieren Jesu Fleisch und Blut (Mt 26,26-28 EU)
  • 4. Grundsatz: Fußwaschungen sind ein Gebot (Joh 13,1-8 EU)
  • 5. Grundsatz: Das Vaterunser muss gelehrt werden (Mt 6,9-14 EU)
  • 6. Grundsatz: Man muss in die Kirche Gottes mit einem heiligen Kuss der Mitglieder aufgenommen werden (Joh 20,22 EU, Röm 16,16 EU)
  • 7. Grundsatz: Die Zehn Gebote müssen auf immer eingehalten werden (Exodus 20:1-18, Offb 22,14 EU)

Zweige unterschiedlicher Glaubensvorstellungen

Crowdy lehrte seinen Glauben, dass Jesus von Nazaret der Sohn Gottes und Messias war. Gegenwärtig werden von Anhängern von Crowdy unterschiedliche Glaubensvorstellungen praktiziert. Der Hauptzweig mit Sitz in Belleville, Virginia, hat sich nach dem Tod von Crowdy dem Judentum zugewandt. Ein anderer Zweig mit Sitz in Cleveland, Ohio, hält an der ursprünglichen Lehre des Gründers von Jesus Christus als Sohn Gottes fest.

Bereits 1909 lösten sich lokale Zweige der Kongregation von der Gemeinde und gründeten eigene unabhängige Gemeinden. Heute haben zwei der Gruppen, die nicht mit Rabbi Jehu A. Crowdy, Jr. verbunden sind, ihren Sitz in Cleveland, Ohio, und New Haven, Connecticut.[3][4]

Glauben und Lehren

Die Church of God and Saints of Christ mit Sitz in Belleville, Virginia, bezeichnet sich selbst als „älteste afroamerikanische Gemeinde in den Vereinigten Staaten, die an den Lehren des Judentums festhält“. Die Gemeinde bekennt sich zum Glauben an den einen Gott, zur Liebe unter allen Menschen und zu den Zehn Geboten als Grundlage für ethisches und moralisches Leben. Ferner lehrt sie, dass es unter den Nachkommen der biblischen Israeliten auch Völker afrikanischer Abstammung gibt.[5][6] Die Gemeinde glaubt „an die Gleichheit aller Menschen und die Gleichheit der Geschlechter“.[7] Die Mitglieder glauben, dass Jesus weder Gott noch der Sohn Gottes war, sondern ein strenger Anhänger des Judentums und ein Prophet. Sie halten auch William Saunders Crowdy für einen Propheten.[8]

Religiöse Rituale

Die Church of God and Saints of Christ vereint Rituale, die sowohl aus der hebräischen Bibel als auch aus dem Neuen Testament stammen. Einige der Rituale, wie die Beschneidung, die Verwendung des hebräischen Kalenders, das Tragen von Kippot durch Männer, der Schabbatismus und die Feier des Pessachfestes und anderer religiöser Feiertage, basieren lose auf der Tora.

Zu den auf dem Neuen Testament basierenden Riten gehören die Taufe, die Konsekration von Brot und Wasser als Leib und Blut Christi und die Fußwaschung.[9][6]

Bezeichnung der Gläubigen

Trotz des Glaubensnamens sind die Mitglieder der Church of God and Saints of Christ keine Christen im herkömmlichen Sinne und lehnen eine solche Bezeichnung ab.

Einrichtungen

Die Church of God and Saints of Christ errichtete ihren Hauptsitz 1899 in Philadelphia, und William Saunders Crowdy zog 1903 nach Washington, D.C. um. Im Jahr 1906 ernannte Crowdy Joseph Wesley Crowdy, William Henry Plummer und Calvin Samuel Skinner zu Leitern der Gemeinde.[10] Unter ihrer Leitung wuchs die Mitgliederzahl der Kongregation weiter an. William Henry Plummer verlegte ihren Hauptsitz 1921 an ihren ständigen Standort in Belleville, Virginia, der 1903 von William S. Crowdy als beabsichtigter Hauptsitz der Gemeinde erworben worden war.[11]

Skinner weihte 1931 Howard Zebulun Plummer zum Leiter der Kongregation. Er diente über 40 Jahre lang bis 1975.[12] Bis 1936 zählte die Church of God and Saints of Christ mehr als 200 Tabernakel (Gemeinden) und 37.000 Mitglieder.[11][13] 1975 übernahm Levi Solomon Plummer die Leitung der Kirche.[14] Unter seiner Führung baute die Gemeinde an ihrem Hauptsitz, dem Tempel Beth El, in zwei Phasen (1980 und 1987) einen weiteren Tempel.

Danach begann die Gemeinde mit dem Wiederaufbau des ursprünglich von William S. Crowdy erworbenen Grundstücks in Virginia.[14] Im Jahr 2001 wurde die Church of God and Saints of Christ von Rabbi Jehu A. Crowdy, Jr. geleitet, einem Urenkel von William Saunders Crowdy.[15] Nach seinem Tod am 10. April 2016 im Alter von 46 Jahren übernahm Oberrabbiner Phillip Eugene McNeil die Leitung der Gemeinde.[16][17]

Im Jahr 2005 gab es noch fünfzig Tabernakel in den Vereinigten Staaten, Dutzende in Afrika und eines in Kingston, Jamaika.[1] Die Kongregation verwaltet auch Unternehmen und Wohnimmobilien an ihrem Hauptsitz in Belleville, Virginia, darunter ein Hotel und zwei Wohngemeinschaften für Senioren.

Literatur

  • Yvonne Chireau, N. Deutsch: Black Zion: African American Religious Encounters with Judaism. New York 2000, ISBN 0-19-511257-1. 

Weblinks

  • Homepage

Einzelnachweise

  1. ↑ a b Andrew Fox: Sons of Abraham: Sabbath With Providence's Israelite Church. (Memento vom 10. März 2006 im Internet Archive)
  2. ↑ Church of God and Saints of Christ: FAQ. Abgerufen am 26. Januar 2023. 
  3. ↑ Elfreth J. P. Walker sr., William S. Crowdy: James M. Grove as I Knew Him. Walker, Philadelphia 1948. 
  4. ↑ Church Of God And Saints Of Christ: A Church Where People Matter. Abgerufen am 26. Januar 2023. 
  5. ↑ Colin Kidd: The Forging of Races: Race and Scripture in the Protestant Atlantic World, 1600-2000. Cambridge 2006, ISBN 978-0-521-79324-7, S. 264. 
  6. ↑ a b Yvonne Chireau, N. Deutsch: Black Zion: African American Religious Encounters with Judaism. New York 2000, ISBN 0-19-511257-1, S. 59. 
  7. ↑ This We Believe. Abgerufen am 26. Januar 2023. 
  8. ↑ Eugene V. Gallagher: The New Religious Movements Experience in America. Greenwood, London 2004, ISBN 0-313-32807-2, S. 146. 
  9. ↑ Yvonne Chireau, N. Deutsch: Black Zion: African American Religious Encounters with Judaism. New York 2000, ISBN 0-19-511257-1, S. 30 f. 
  10. ↑ Beersheba Crowdy Walker: Life and Works of William Saunders Crowdy. Walker, Philadelphia 1955, S. 59 f. 
  11. ↑ a b Elly M. Wynia: The Church of God and Saints of Christ: The Rise of Black Jews. Garland, New York 1994, ISBN 0-8153-1136-2, S. 31–34. 
  12. ↑ Lorenzo J. Greene: Selling Black History for Carter G. Woodson: A Diary, 1930-1933. Hrsg.: Arvarh E. Strickland. Columbia 1996, ISBN 0-8262-1068-6, S. 42. 
  13. ↑ Kwame A. Appiah, Henry L. Gates jr. (Hrsg.): Africana: The Encyclopedia Of The African And African American Experience. Basic Civitas, New York 1999, ISBN 0-465-00071-1, S. 1050. 
  14. ↑ a b Church History. Abgerufen am 26. Januar 2023. 
  15. ↑ Rabbi Jehu A. Crowdy, Jr., G.F.A. Abgerufen am 26. Januar 2023. 
  16. ↑ Sam Kestenbaum: When Passover Is About American Slavery. The Atlantic, 19. April 2017, abgerufen am 26. Januar 2023. 
  17. ↑ Chief Rabbi Phillip E. McNeil. Abgerufen am 26. Januar 2023. 



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Church of God and Saints of Christ

Noir24admin Judentum 21. Juni 2026

Die Church of God and Saints of Christ (englisch für Kirche Gottes und Heilige Christi) ist eine israelitische Religionsgemeinschaft Schwarzer Hebräer, die 1896 von William Saunders Crowdy (1847–1908) in Lawrence, Kansas, gegründet wurde.[1] Er gründete Gemeinden in mehreren Städten im Mittleren Westen und im Osten der Vereinigten Staaten von Amerika und schickte einen Abgesandten, um Gemeinden in mindestens sechs afrikanischen Ländern zu gründen. Später gründete die Kongregation Niederlassungen in Kuba und auf den Westindischen Inseln.

Religiöse Glaubensvorstellungen

Grundsätze

Die Sieben Grundsätze sind die grundlegenden Prinzipien, die die Lehre der Church of God and Saints of Christ zusammenfassen und dem Propheten Crowdy offenbart wurden. Sie dienen als Richtschnur für Glauben und Verhalten und sind Teil des Bibelstudiums in der Church of God and Saints of Christ, um ihre Bedeutung und ihren feierlichen Charakter zu unterstreichen. Die Sieben Grundsätze werden ausführlicher in dem Werk The Revelation of God Revealed (deutsch: Die Offenbarung Gottes) erläutert, das Crowdy verfasst und am 16. Dezember 1902 in der Library of Congress kopiergeschützt wurde.[2]

  • 1. Grundsatz: Die Church of God and Saints of Christ (1 Kor 1,2 EU)
  • 2. Grundsatz: Wein in der Kirche Gottes zu trinken ist für immer verboten (Lev 10,9 EU)
  • 3. Grundsatz: Ungesäuertes Brot und Wasser symbolisieren Jesu Fleisch und Blut (Mt 26,26-28 EU)
  • 4. Grundsatz: Fußwaschungen sind ein Gebot (Joh 13,1-8 EU)
  • 5. Grundsatz: Das Vaterunser muss gelehrt werden (Mt 6,9-14 EU)
  • 6. Grundsatz: Man muss in die Kirche Gottes mit einem heiligen Kuss der Mitglieder aufgenommen werden (Joh 20,22 EU, Röm 16,16 EU)
  • 7. Grundsatz: Die Zehn Gebote müssen auf immer eingehalten werden (Exodus 20:1-18, Offb 22,14 EU)

Zweige unterschiedlicher Glaubensvorstellungen

Crowdy lehrte seinen Glauben, dass Jesus von Nazaret der Sohn Gottes und Messias war. Gegenwärtig werden von Anhängern von Crowdy unterschiedliche Glaubensvorstellungen praktiziert. Der Hauptzweig mit Sitz in Belleville, Virginia, hat sich nach dem Tod von Crowdy dem Judentum zugewandt. Ein anderer Zweig mit Sitz in Cleveland, Ohio, hält an der ursprünglichen Lehre des Gründers von Jesus Christus als Sohn Gottes fest.

Bereits 1909 lösten sich lokale Zweige der Kongregation von der Gemeinde und gründeten eigene unabhängige Gemeinden. Heute haben zwei der Gruppen, die nicht mit Rabbi Jehu A. Crowdy, Jr. verbunden sind, ihren Sitz in Cleveland, Ohio, und New Haven, Connecticut.[3][4]

Glauben und Lehren

Die Church of God and Saints of Christ mit Sitz in Belleville, Virginia, bezeichnet sich selbst als „älteste afroamerikanische Gemeinde in den Vereinigten Staaten, die an den Lehren des Judentums festhält“. Die Gemeinde bekennt sich zum Glauben an den einen Gott, zur Liebe unter allen Menschen und zu den Zehn Geboten als Grundlage für ethisches und moralisches Leben. Ferner lehrt sie, dass es unter den Nachkommen der biblischen Israeliten auch Völker afrikanischer Abstammung gibt.[5][6] Die Gemeinde glaubt „an die Gleichheit aller Menschen und die Gleichheit der Geschlechter“.[7] Die Mitglieder glauben, dass Jesus weder Gott noch der Sohn Gottes war, sondern ein strenger Anhänger des Judentums und ein Prophet. Sie halten auch William Saunders Crowdy für einen Propheten.[8]

Religiöse Rituale

Die Church of God and Saints of Christ vereint Rituale, die sowohl aus der hebräischen Bibel als auch aus dem Neuen Testament stammen. Einige der Rituale, wie die Beschneidung, die Verwendung des hebräischen Kalenders, das Tragen von Kippot durch Männer, der Schabbatismus und die Feier des Pessachfestes und anderer religiöser Feiertage, basieren lose auf der Tora.

Zu den auf dem Neuen Testament basierenden Riten gehören die Taufe, die Konsekration von Brot und Wasser als Leib und Blut Christi und die Fußwaschung.[9][6]

Bezeichnung der Gläubigen

Trotz des Glaubensnamens sind die Mitglieder der Church of God and Saints of Christ keine Christen im herkömmlichen Sinne und lehnen eine solche Bezeichnung ab.

Einrichtungen

Die Church of God and Saints of Christ errichtete ihren Hauptsitz 1899 in Philadelphia, und William Saunders Crowdy zog 1903 nach Washington, D.C. um. Im Jahr 1906 ernannte Crowdy Joseph Wesley Crowdy, William Henry Plummer und Calvin Samuel Skinner zu Leitern der Gemeinde.[10] Unter ihrer Leitung wuchs die Mitgliederzahl der Kongregation weiter an. William Henry Plummer verlegte ihren Hauptsitz 1921 an ihren ständigen Standort in Belleville, Virginia, der 1903 von William S. Crowdy als beabsichtigter Hauptsitz der Gemeinde erworben worden war.[11]

Skinner weihte 1931 Howard Zebulun Plummer zum Leiter der Kongregation. Er diente über 40 Jahre lang bis 1975.[12] Bis 1936 zählte die Church of God and Saints of Christ mehr als 200 Tabernakel (Gemeinden) und 37.000 Mitglieder.[11][13] 1975 übernahm Levi Solomon Plummer die Leitung der Kirche.[14] Unter seiner Führung baute die Gemeinde an ihrem Hauptsitz, dem Tempel Beth El, in zwei Phasen (1980 und 1987) einen weiteren Tempel.

Danach begann die Gemeinde mit dem Wiederaufbau des ursprünglich von William S. Crowdy erworbenen Grundstücks in Virginia.[14] Im Jahr 2001 wurde die Church of God and Saints of Christ von Rabbi Jehu A. Crowdy, Jr. geleitet, einem Urenkel von William Saunders Crowdy.[15] Nach seinem Tod am 10. April 2016 im Alter von 46 Jahren übernahm Oberrabbiner Phillip Eugene McNeil die Leitung der Gemeinde.[16][17]

Im Jahr 2005 gab es noch fünfzig Tabernakel in den Vereinigten Staaten, Dutzende in Afrika und eines in Kingston, Jamaika.[1] Die Kongregation verwaltet auch Unternehmen und Wohnimmobilien an ihrem Hauptsitz in Belleville, Virginia, darunter ein Hotel und zwei Wohngemeinschaften für Senioren.

Literatur

  • Yvonne Chireau, N. Deutsch: Black Zion: African American Religious Encounters with Judaism. New York 2000, ISBN 0-19-511257-1. 

Weblinks

  • Homepage

Einzelnachweise

  1. ↑ a b Andrew Fox: Sons of Abraham: Sabbath With Providence's Israelite Church. (Memento vom 10. März 2006 im Internet Archive)
  2. ↑ Church of God and Saints of Christ: FAQ. Abgerufen am 26. Januar 2023. 
  3. ↑ Elfreth J. P. Walker sr., William S. Crowdy: James M. Grove as I Knew Him. Walker, Philadelphia 1948. 
  4. ↑ Church Of God And Saints Of Christ: A Church Where People Matter. Abgerufen am 26. Januar 2023. 
  5. ↑ Colin Kidd: The Forging of Races: Race and Scripture in the Protestant Atlantic World, 1600-2000. Cambridge 2006, ISBN 978-0-521-79324-7, S. 264. 
  6. ↑ a b Yvonne Chireau, N. Deutsch: Black Zion: African American Religious Encounters with Judaism. New York 2000, ISBN 0-19-511257-1, S. 59. 
  7. ↑ This We Believe. Abgerufen am 26. Januar 2023. 
  8. ↑ Eugene V. Gallagher: The New Religious Movements Experience in America. Greenwood, London 2004, ISBN 0-313-32807-2, S. 146. 
  9. ↑ Yvonne Chireau, N. Deutsch: Black Zion: African American Religious Encounters with Judaism. New York 2000, ISBN 0-19-511257-1, S. 30 f. 
  10. ↑ Beersheba Crowdy Walker: Life and Works of William Saunders Crowdy. Walker, Philadelphia 1955, S. 59 f. 
  11. ↑ a b Elly M. Wynia: The Church of God and Saints of Christ: The Rise of Black Jews. Garland, New York 1994, ISBN 0-8153-1136-2, S. 31–34. 
  12. ↑ Lorenzo J. Greene: Selling Black History for Carter G. Woodson: A Diary, 1930-1933. Hrsg.: Arvarh E. Strickland. Columbia 1996, ISBN 0-8262-1068-6, S. 42. 
  13. ↑ Kwame A. Appiah, Henry L. Gates jr. (Hrsg.): Africana: The Encyclopedia Of The African And African American Experience. Basic Civitas, New York 1999, ISBN 0-465-00071-1, S. 1050. 
  14. ↑ a b Church History. Abgerufen am 26. Januar 2023. 
  15. ↑ Rabbi Jehu A. Crowdy, Jr., G.F.A. Abgerufen am 26. Januar 2023. 
  16. ↑ Sam Kestenbaum: When Passover Is About American Slavery. The Atlantic, 19. April 2017, abgerufen am 26. Januar 2023. 
  17. ↑ Chief Rabbi Phillip E. McNeil. Abgerufen am 26. Januar 2023. 



🔮 Noir24 Archiv-Hinweis

Dieser Eintrag basiert auf dem Artikel Church of God and Saints of Christ aus der freien Enzyklopädie Wikipedia. Der Text steht unter der Lizenz Creative Commons Attribution-ShareAlike 4.0 International und ist frei verfügbar.

  1. Jewno Fischelewitsch Asef
  2. Assimilation (Soziologie)
  3. Assimilation (Soziologie)
  4. Ay'lonit

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» Marlon & Zoe – Wenn die Dunkelheit Code schreibt und Legenden zum Leben erwachen. «


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