Aynaet (koptisch: „böses Auge“) ist eine Dämonin aus der Mythologie Äthiopiens.
Sie ist die Personifikation des „bösen Blicks“, mit welchem sie Tod und Verderben unter den Menschen sät. Es können hierbei deutliche Parallelen zu Agash gezogen werden, vermutlich ist sie einfach nur die regionale Form derselben Wesenheit. Angeblich soll sie einst Jesus getroffen haben, der sie, nur durch die Kraft seiner Worte, zu Asche verwandelte.
Sie wird auch bisweilen „Dämonenauge“ oder „Schattenauge“ genannt.
Az (Āz, Mittel- und Neupersisch; Avestisch Āzi) ist ein Dämon in der persischen Mythologie. Āz erscheint bereits in den ältesten iranischen Schriften, den Schriften des Avesta, des heiligen Buches der zoroastrischen Religion. Hier erscheint Āzi als „Daeva“ der Gier. Die Figur erfährt im weiteren Verlauf der persischen Geschichte eine zunehmende Personifikation und ist späteren Werken als ein „Dämon“ im engeren Sinne, ein „Div“, zu entnehmen. In der mittelpersischen Literatur, insbesondere in manichäischen und zurvanistisch beeinflussten Texten, nimmt Āz eine erheblich höhere Stellung in der Hierarchie der Dämonen ein als in avestischen Schriften, so im zurvanistisch ausgerichteten Werk „Wizidagīhā-ī Zātspram“ als „Oberkommandierender der Heerführer“ der dämonischen Mächte und in einer manichäischen Darstellung als „Mutter aller Dämonen“. Im Unterschied zum avestischen Āzi, dem eher die Bedeutung des Dämons der Gier zukommt, schließt Āz die sexuelle Begierde ein und kommt dem lateinischen Begriff „Concupiscentia“ nahe.[1]
Einzelnachweise
↑Zurvan. A Zoroastrian Dilemma. Robert Charles Zaehner. Biblo and Tannen, 1972. ISBN 0-8196-0280-9.
Der persische Großkönig Bahrām Gūr kämpft mit einem Azhdahā (Miniatur aus Schāhnāme, dem „Buch der Könige“, 1371 n. Chr.)
Azhi Dahaka (avestisch Aži Dahāka, mittelpersisch Azdahāg [Buch-Pahlavi]) ist ein Erzdämon aus der persischen Mythologie. Die mittelpersische Variante des Namens ist Zahāk (In deutschen Texten auch Sohak).
Dieser als Sturmdämon bekannte Gott wurde als Schlange oder Drache mit drei Köpfen und sechs Augen dargestellt. Er ist ein Daēva, ein Diener Ahrimans, und wenn dereinst Fraschokereti (vergleichbar mit der Apokalypse) anbricht, wird er von Fereydūn an den Berg Damavand gebunden und schließlich vom Drachentöter Garschasp in den Feuerstrom Ayohshust unter dem Berg Damavand geworfen werden.
Diese Geschichte wurde auch von Ferdousi in abgeänderter Form in sein Schāhnāme übernommen. Zahāk, ein König mit zwei angewachsenen Schlangenköpfen auf den Schultern, ist der Tyrann, der durch den Schmied Kaveh Ahangar an einen Felsen am Fuße des Berges Damavand gebunden wird.
Die Legende von Zahāk und Kaweh spielt eine Rolle für das iranische Neujahrsfest Nouruz. Von den Persern wurde damals Aži Dahāka für die 1000-jährige Unterdrückung durch die Babylonier und Assyrer verantwortlich gemacht.
Etymologie
Aži (Nominativ Ažiš) ist das iranische bzw. avestische Wort für 'Schlange' oder 'Drache'. Sein Gegenstück im Sanskrit ist Ahi. Aži und Ahi sind (als indogerman. *h₂ógʷʰ-i-s) mit dem griechischen óphis 'Schlange' gleichzusetzen, in einer wohl nasalierten Form (als *h₂éngʷʰ-i-s) dem lateinischen anguis, das ebenfalls Schlange bedeutet.
Die Bedeutung des Wortes Dahāka ist nicht eindeutig. Einige Möglichkeiten sind Mensch oder menschenähnlich (vgl. khotanisch Daha), groß (vgl. Paschto Lōy) oder fremd (vgl. skythisch Dahae und Sanskrit Dasas). In der persischen Mythologie wird das Wort Dahāka als Eigenname aufgefasst. Im Schāhnāme kommt es als Żaḥḥāk (ضحاك) vor.
Aži Dahāka ist der Ursprung des persischen Wortes für Drache, Azhdahā (اژدها), aus mittelpersisch Azdahāg. Daraus ist auch die Bezeichnung Azhdarchidae, eine Familie der ausgestorbenen Flugsaurier (Pterosauria), abgeleitet.
Bajang ist ein in der malaiischen Inselwelt bekannter blutrünstiger Dämon, der im Körper eines totgeborenen Kindes wächst. Wenn er von Hexen oder Zauberern daraus befreit wird, kann er von ihnen zu einem Dieb (bajang colong, mit colong, „stehlen“)[1] oder zu anderen bösen Zwecken dienstbar gemacht werden.
Um den Bajang zu halten, wird er in einen mit Amuletten und bestimmten Blättern versehenen, geschlossenen Bambusbehälter (tabong) gebracht und mit Milch und Eiern genährt. Letzteres gilt als sehr wichtig, damit der Bajang sich nicht gegen seinen Herren wendet. Ein Motiv, das sich bei dämonischen, dienstbar gemachten Geistern häufig wiederfindet. Der Meister des Bajang kann diesen in der Gestalt eines Marders zu seinen Feinden schicken, die daraufhin einer mysteriösen Krankheit erliegen. Als Schutz gegen den Bajang galten Amulette, die besonders Kindern umgelegt wurden.
Bestand innerhalb einer Dorfgemeinschaft der Verdacht, den Besitzer eines Bajang unter sich zu haben, praktizierte ein Experte (pawang) einen Gegenzauber, indem er ein Metallgefäß mit einem scharfen Messer ausschabte, woraufhin dem Bösewicht die Haare ausfallen sollten. Für die der Zauberei bezichtigten Dorfbewohner konnte das schwerwiegende Folgen wie Vertreibung, möglicherweise sogar den Tod bedeuten.
Literatur
Norbert Borrmann: Lexikon der Monster, Geister und Dämonen. Berlin 2000
Apaosha ist der avestische Name des zoroastrischen Dämons der Dürre.
Wie alle anderen Daevas (zoroastrische Dämonen) auch, ist Apaosha der Widersacher eines bestimmten Yazatas, in diesem Fall von Tishtrya, Stellvertreter des Regens. Sowohl in der Avesta wie auch in den Texten der zoroastrischen Tradition (8.–10. Jh.) wird Apaosha als kahles, schwarzes Ross dargestellt, das ab dem heliakischen Aufgang (Aufgang bei Sonnenaufgang) des Sternbildes Sirius (Av. Tishtrya) die Regenzeit zu verhindern versucht. In der Tradition (aber in der Avesta nur angedeutet) wird der bevorstehende Saisonwechsel als ein alljährlicher und 40 Tage andauernde Kampf zwischen dem schwarzen Ross (Apaosha) und dem weißen Schimmel (Tishtrya) beschrieben.
Der Tradition nach findet ein ähnlicher Kampf im Winter statt; in diesem versucht Apaosha (als Frost) das Auftauen der Erde zu verhindern. Auch diese Tradition steht im Zusammenhang mit dem Aufgehen des Hundsterns, hier der akronychische Aufgang (Aufgang bei Sonnenuntergang), der vor 2.500 Jahren am 21–26. Dezember stattfand (siehe hierzu Cambridge History of Iran, Bd. II, S. 787). Bis heute findet das 5. Gahambarfest – einer der sieben heiligsten Tage im zoroastrischen Kalender – am 21. Dezember statt. Im islamischen Iran wurde das 5. Gahambarfest als Fest zur Wintersonnenwende umgedeutet.
Wie alle Konflikte zwischen Gut und Böse, soll auch der zwischen Apaosha und Tishtrya am Ende der Zeit (Fraschokereti, die „Endgültige Erneuerung“) zugunsten des Guten entschieden werden, und Apaosha wird dann endgültig den Tishtyra unterliegen.
Die 40 Tage des im Sommer stattfindenden Kampfes entsprechen den 30 Hundstagen der römisch-europäischen Tradition. Zu ähnlichen mythologisch-astrologischen Verflechtungen wie die zwischen Sirius/Tishtrya und Wasser/Fruchtbarkeit siehe Sirius in Sumer und Mesopotamien sowie Sirius in Ägypten. Einen Einfluss dieser Kulturen auf die zoroastrisch-iranische Kultur (vor allem in astrologisch-kalendarischen Belangen) wird allgemein angenommen.
Im heutigen islamischen Iran besteht die alte Tradition der harten Sommer- und Wintertage in stark veränderter Form und mit sufistischer Deutung. Nur der Name dieser Perioden – chelleh “vierzig” – weist noch auf die vorislamische Tradition, gleichwohl wird keine der beiden Perioden noch als 40-tägig wahrgenommen. Ein Hauch zoroastrischen Tradition wurde im iranischen Kalender von 1925 wiederbelebt, dessen Monat «Tir» (avestisch Tishtrya) wieder im Juli–August liegt, also wieder in etwa den Hundstagen entsprechend. Die Winterperiode wurde ebenfalls ans Solargeschehen geknüpft, beginnend in der Nacht zur Wintersonnenwende (d. h. wird von der allgemeinen iranischen Bevölkerung als solches verstanden), und eingeläutet von einem Fest, das aber weiterhin als Shab-e Chelleh “Nacht der Vierzig (Tage)” bekannt ist.