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Lamaštu

Noir24admin Dämonen 16. Juni 2026
Lamaštu in Keilschrift

Lamaštu oder Lamaschtu (auch Labartu; sumerisch dDIM-ME, dLU.GAM.ME, dLUGAL.ME) war ursprünglich in der sumerischen Mythologie als Tochter des Gottes Anu eine Himmelsgöttin. Nach der im Atraḫasis-Epos geschilderten Sintflut übernahm sie seit der altbabylonischen Zeit (2000–1600 v. Chr.) in der mesopotamischen Mythologie die Rolle einer Dämonin, die Krankheit und Tod verursacht, um in göttlichem Auftrag eine Überbevölkerung der Menschheit zu verhindern. Sie zählte zum Umkreis der „sieben bösen Dämonen“.

Herkunft

Lamaštu war ein Dämon von göttlicher Natur und gleichzeitig ein Mischwesen. Sie war ursprünglich, als Tochter des Gottes Anu, eine Himmelsgöttin und Windgöttin. Zu ihrem Stammbaum gehören ihre Mutter Antu, die Straßengötter von Ur und weitere göttliche Väter namens Enlil und Enki. Sie wird in Texten über das mesopotamische Pantheon geführt, obwohl sie zum Umkreis der „sieben bösen Dämonen“ zählte. In seiner exorzistischen und apotropäischen Funktion tritt Pazuzu als der Gegenspieler Lamăstus auf. Der Glaube an den Dämon Lamăstu ist in ganz Vorderasien verbreitet und zählt zur babylonischen und assyrischen Mythologie.

Mythologische Rolle

Lamaštu ist bekannt für die Tötung unschuldiger Lebewesen, ihre dämonische Folter gilt als ein Instrument von göttlicher Natur. Ihre Präsenz auf Erden ist der Vertreibung aus der Götterwelt zuzuschreiben. Die Betonung ihrer Göttlichkeit ist außergewöhnlich für einen Dämonen. Sie sticht unter den Dämonen nicht nur aufgrund dessen hervor, sondern auch angesichts des Schweregrades ihrer zerstörerischen Unternehmungen. Ihr männlicher Gegensatz ist Lilītu. Sie sucht ihren Schutz jenseits der Oikumene: in Einöden, Sümpfen und Gebirgen.

Um die ungehemmte Vermehrung der Menschen zu unterbinden, erhielt Lamaštu im Atraḫasis-Epos den Beinamen Tilgerin, der auf ihre neue mythologische Funktion anspielt:

„Es wirke unter den Menschen die Tilgerin; sie ergreife das Baby auf dem Schoß derer, die es geboren hat.“

– Atraḫasis-Epos, Tafel 3, VII, Verse 3 bis 5

Die häufige Bezeichnung als „Dämonin des Kindbettfiebers“ kennzeichnet nur einen kleineren Ausschnitt ihrer Tätigkeiten. Die Texte beziehen sich hauptsächlich auf tödliche Krankheiten, die mit Fehlgeburten, Schüttelfrost und Fieber einhergingen. Ihre Opfer waren in diesem Zusammenhang zumeist Schwangere, Wochenbetterinnen und Säuglinge. In assyrischen Erzählungen raubte sie Müttern die Säuglinge von der Brust und verseuchte beide mit ihrem Pestatem. In das Haus gelangt Lamaštu über den Polschuh der Tür, die Fensteröffnung oder die Abwasserrohre und verfolgt dann ihre Opfer bis zum Zeitpunkt der Geburt. Alsdann gibt sie sich als falsche Amme aus, um das Kind in ihre Gewalt zu bekommen und anschließend durch ihr Gift zu töten.

Markant ist ihr „Arbeitsumfeld“, das sich oft auf die Bereiche von Morast, Tierkot und unhygienische Materialien konzentriert, die schwere Infektionen verursachen. Sie lässt auch erwachsene Männer tödlich erkranken und kann Viehkrankheiten verursachen. Ihr Ziel ist es die Opfer zu töten und deren Blut zu trinken sowie die Knochen mit Sehnen abzunagen. Es gab verschiedene Wege, Lamaštu zu bekämpfen. Hierzu konnten einerseits medizinische Mittel und magisch orientierte Gegenstände zur Prophylaxe genutzt werden, wie beispielsweise Amulette, Ketten und Phylakterien. Des Weiteren konnte durch die Sicherung von Fenster und Türen durch sieben magische Hundefiguren und die Beschwörung der Götter Schutz gewährleistet werden.

Ikonographie

Assyrische Schutztafel aus dem Louvre, die von Pazuzu gehalten wird. Unten ist Lamaštu dargestellt.

Lamaštu wird oftmals als Mischwesen mit tierischen Elementen dargestellt. Zu ihren äußeren Merkmalen zählen ein behaarter Körper, der leopardenartig getüpfelt oder gefiedert sein kann, und der Kopf eines Hundes, eines Vogels oder eines Löwen mit Eselsohren und Eselszähnen. Sie hat den Oberkörper einer Frau mit hängenden Brüsten, an denen sie einen Hund oder ein Schwein saugen lässt. An ihren Füßen sind Klauen wie ein Adler. In ihren ausgestreckten Händen hält sie jeweils eine Schlange.

In babylonischen Beschwörungstexten wird sie auch mit einem Löwenkopf und einem Eselskörper beschrieben. In den Händen, welche Fangnetze sind, hält sie Kamm und Spinnwirtel. Sie hat außerdem meist eine gelb-weiße Gesichtsfarbe und trägt einen auffälligen Kopfschmuck.

Die Dämonin wird als der schlimmste weibliche Dämon der mesopotamischen Mythologie bezeichnet. Sie ist Teil der dämonischen Fiebertriade von Labasu, Lamaschtu und Aḫḫazu.

Die Assyrer beschrieben Lamaštu so:

Sie ist wütend, sie ist wild, sie ist gefährlich,
sie verbreitet Schreckensglanz.
Sie ist eine Wölfin, die Tochter des Anu.
Ihre Füße sind die des Anzu,
ihre Hände sind unrein.
Ihr Gesicht ist das Gesicht eines hungrigen Löwen.
... Ihr Haar ist wirr, ihr Lendenschurz zerrissen. ...
Ihre Hände triefen von Fleischfetzen und Blut.
Sie kommt zum Fenster herein, auf dem Bauch kriechend wie eine Schlange.
Sie kommt und geht in ein Haus (wie sie will).

Lamaštu kann mit einem Amulett oder einer Statue, auf dem das Abbild von Pazuzu ist, gebannt werden.

Archäologische Zeugnisse

Es gibt einige reichhaltige Überlieferung aus der Archäologie, die gleichzeitig als Ikonographische Bestätigung Lamaštus dienen und die Attribute sowie die Ritual-Vorgänge beschreiben. Zu den wichtigsten Zeugnissen gehören Amulette, auf diesen ist meist die Darstellung einer Löwen-köpfigen Mischgestalt zu sehen.

François Thureau-Dangin (1921) publizierte die erste Liste von Lamaštu-Amuletten und weiteren archäologischen Funden.[1] Im Jahr 2000 wurden insgesamt 85 archäologische Exemplare als Lamaštu-Amulette publiziert.[2] Das jüngste datierbare Stück definiert die archäologische Stratigraphie und stammt aus graeco-persischer Schicht in Ugarit. Zu sehen sind hier die Darstellung der Lamaštu auf einem Esel stehend, in einem Boot auf dem Fluss und mit dem Fuß an einen Busch oder Baum am Ufer festgebunden. Zusätzlich saugt ein Welpe/ein Ferkel an ihren Brüsten und sie hält in beiden Händen Schlangen. Die Abbildung zeigt die verschiedenen Passagen der Lamaštu-Beschwörungen, mit inbegriffen die Darstellung Lamaštus mit hängenden Brüsten zusammen mit vier Gestirnen: Flügelsonne, Mondsichel, Stern und sieben Kreise der Plejaden.[3]

Literatur

  • Erich Ebeling, Ernst F. Weidner, Michael P. Streck: Reallexikon der Assyriologie und vorderasiatischen Archäologie, Klagegesang – Libanon. Band 6. de Gruyter, Berlin 1983. ISBN 3-11-010051-7.
  • Walter Farber: Lamaštu. An Edition of the Canonical Series of Lamaštu Incantations and Rituals and Related Texts from the Second and First Millennia B.C. (= Mesopotamian Civilizations 17). Eisenbrauns, Winona Lake 2014. ISBN 978-1-57506-258-7.
  • Helmut Freydank und andere.: Lexikon Alter Orient. Ägypten * Indien * China * Vorderasien. VMA-Verlag, Wiesbaden 1997. ISBN 3-928127-40-3.
  • Brigitte Groneberg: Die Götter des Zweistromlandes. Kulte, Mythen, Epen. Artemis & Winkler, Stuttgart 2004. ISBN 3-7608-2306-8.
  • F.A.M. Wiggermann: Lamaštu, Daughter of Anu. A Profile. In: M.Stol, Birth in Babylonia and the Bible: Its Mediterranean Setting. STYX Publications, Groningen 2000. ISBN 90-72371-89-5.

Weblinks

  • Abbildung von Lamaštu
  • Beschwörung, um die Lamaštu zu vertreiben

Einzelnachweise

  1. ↑ François Thureau-Dangin: Katalog und Bibliographie der Nr. 1-50. In: Revue d´Assyriologie et d´Archéologie Orientale. Paris 1921. 
  2. ↑ F.A.M. Wiggermann: Lamaštu, Daughter of Anu. A Profile. In: M. Stol (Hrsg.): Birth in Babylonia and the Bible: Its Mediterranean Setting. Cuneiform Monographs 14. STYX, Groningen, Niederlande 2000, ISBN 90-72371-89-5, S. 219. 
  3. ↑ Erich Ebeling, Ernst F. Weidner, Michael P. Streck: Reallexikon der Assyriologie und vorderasiatischen Archäologie. In: Klagegesang - Libanon. Band 6. de Gruyter, Berlin 1983, ISBN 3-11-010051-7, S. 442–443. 



🔮 Noir24 Archiv-Hinweis

Dieser Eintrag basiert auf dem Artikel Lamaštu aus der freien Enzyklopädie Wikipedia. Der Text steht unter der Lizenz Creative Commons Attribution-ShareAlike 4.0 International und ist frei verfügbar.

Korybanten

Noir24admin Dämonen 16. Juni 2026
Korybantentanz, neoattisches Relief, Vatikanische Museen

Korybanten (altgriechisch Κορύβαντες Korýbantes) sind Vegetationsdämonen und orgiastische Ritualtänzer, die die Göttin Kybele (im römischen Reich auch Magna Mater) begleiten.[1] Sie entstammen der griechischen Mythologie und sind auf das anatolische Reich der indoeuropäischen Phryger (dort Berekyndai[2]) zurückzuführen. Später wurden so auch die Priester aus dem 3. und 4. Jahrhundert v. Chr. genannt, die der Kybele mit Waffentänzen, wilder Musik, Trinkgelagen und orgiastischen Ausschweifungen huldigten. Korybantische Tänze wurden unter anderem bei den Gymnopaedien getanzt.

Beschreibungen

  • Die Korybanten sind die Priester- und Diener der Göttin Kybele. Benannt wurden sie nach Korybas,[3] dem Sohn der Göttin, dessen Vater der Jüngling Jasion gewesen sein soll. Neben den Korybanten werden auch die Kureten genannt, die in Phrygien den Dienst für Kybele begingen.[4]
  • Die Korybanten waren Priester der Kybele auf der Insel Kreta und in Phrygien: Der Sage nach waren sie Abkömmlinge des Vulkan. Mit ihren aus Eisen geschmiedeten Waffen sollen sie für den großen Lärm verantwortlich gewesen sein, der veranstaltet wurde, als Rhea ihnen den neugeborenen Jupiter brachte, damit Saturn das Geschrei des weinenden Kindes nicht hören konnte. Sie sollen entweder Söhne des Apollon und der Thalia oder der Rhytia gewesen sein. Sie waren auch als Kureten bekannt.[5]
  • Die Korybanten bilden das Gefolge der Kybele. Durch wilden Tanz mit schwärmender Begeisterung und Waffengeklirr, mit Pfeifen und Pauken und lautem Geschrei feiern sie die Opfer der Göttin. Es heißt, dass der jugendliche Liebhaber der Göttin, der den Namen Attis trug, sich entweder selbst entmannt hat oder durch einen Andern entmannt wurde und daraufhin starb. Entsprechend sollen bei den Opferfesten Trauerfeierlichkeiten, Büssungen und wilde Raserei stattgefunden haben, die sich zur blutigen Selbstentmannung steigerte.[6]
  • Die Korybanten sollen Kinder der Persephone (als Personifikation der Erdgottheit) gewesen sein, die sie ohne Mann geboren habe. Sie werden auch Begleiter der Persephone genannt und ihr Name soll sich von ihrem Beinamen Κόρη Kórē, deutsch ‚Tochter‘ ableiten. Sie werden als Wolkendämonen angesehen, weil die Erde die Wolken als Begleiter benötigt, um zu erblühen und Früchte zu tragen. Die neun Korybanten werden andererseits auch als Söhne des Apollon und der Rhytia (die Retterin) bezeichnet und sollen in Samothraki wohnen. Es folgt eine Gleichsetzung mit Naturphänomenen oder einem direkten Bezug zum Einfluss auf die Vegetation: „Die Erde kann nicht gedeihen, nicht blühen und Früchte tragen, wenn nicht das Gewölk sie begleitet, wenn nicht befruchtende Gewitter sie umgeben und zu ihr herniedersteigen. Wie man die Erde selbst unter der Gestalt der Mutter Kybele anschaute, so das lärmende, feurige Donnergewölk unter der Gestalt der die Göttin mit Waffengeklirr und begeisterten Tänzen umgebenden Korybanten. Dies ist das, was den Korybanten als eigenthümlich zugeschrieben wird.“[7]
  • Der Neue Pauly setzt die Korybanten mit den Kureten gleich.[8]

Rezeption

  • Nikolaus Lenau verfasste um 1843/44 das Gedicht Die Korybanten.[9]

Literatur

  • Pott: Mytho-etymologica. In: Zeitschrift für vergleichende Sprachforschung auf dem Gebiete des Deutschen, Griechischen und Lateinischen. Band 7, Nr. 4, 1858, ISSN 0937-2679, S. 241–266, JSTOR:40844585. 

Weblinks

Commons: Korybanten – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
  • Euboean Korybantes theoi.com
  • Samothracian Corybantes theoi.com
  • Kuretes, Daktyls theoi.com

Einzelnachweise

  1. ↑ Gerhard Fink: Who’s Who in der antiken Mythologie. 15. Auflage. Deutscher Taschenbuch-Verlag, München 2009, ISBN 978-3-423-32534-9, S. 172. 
  2. ↑ Karl Kerényi: Die Mythologie der Griechen, Götter und Menschheitsgeschichten. 18. Auflage. Klett-Cotta, München 1997, ISBN 3-608-91824-8, S. 67. 
  3. ↑ Wilhelm Vollmer: Corybas. In: Wörterbuch der Mythologie. Stuttgart 1874, S. 146 (zeno.org).
  4. ↑ Korybanten (Mythologie). In: Carl Herloßsohn (Hrsg.): Damen Conversations Lexikon. Band 6: Italien (Frauen) bis Majo. Verlags-Bureau, Adorf 1836, S. 204 (zeno.org).
  5. ↑ Die Corybanten. In: Brockhaus Conversations-Lexikon. Band 7, Amsterdam 1809, S. 246–247 (zeno.org).
  6. ↑ Theodor Beccard, Julius Franz Lauer: Litterarischer Nachlass. Georg Reimer, Berlin 1851, S. 76–77 (Textarchiv – Internet Archive). 
  7. ↑ Theodor Beccard, Julius Franz Lauer: Wolkendämonen. In: Litterarischer Nachlass. Georg Reimer, Berlin 1851, S. 386–388 (Textarchiv – Internet Archive). 
  8. ↑ Richard L. Gordon: Kureten. In: Der Neue Pauly. doi:10.1163/1574-9347_dnp_e624980.
  9. ↑ Nikolaus Lenau: Die Korybanten. (projekt-gutenberg.org)



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Koschtschei

Noir24admin Dämonen 16. Juni 2026

Koschtschei (russisch Коще́й; auch Каще́й Kaschtschei genannt) ist eine Gestalt der russischen Mythologie. Er erscheint als hässlicher alter Mann, der vornehmlich junge Frauen bedroht. Auch wird er oft mit den Beinamen Koschtschei Bessmertnij russisch Коще́й Бессме́ртный bezeichnet, was wörtlich übersetzt „Koschtschei der Todeslose“, freier übersetzt „der Unsterbliche“ oder (fälschlich) „der Ewige“ heißt – in anderen slawischen Sprachen (z. B. im Polnischen) kann sein Name von dem Wort „kość“ (polnisch für „Knochen“) abgeleitet werden, was auf eine skelettartige Personifizierung schließen lassen kann.

Merkmale

Die Besonderheit von Koschtschei beruht darauf, dass er durch die Tatsache, dass er seine Seele außerhalb seines Körpers aufbewahrt, sehr schwer zu töten ist. Sie ist in einer Nadel versteckt, welche sich in einem Ei befindet, welches in einer Ente ist, die wiederum in einem Hasen steckt, der in einer eisernen Kiste sitzt, die unter einer Eiche auf der Insel Bujan vergraben liegt, welche weit draußen im Meer liegt. Um Koschtschei zu besiegen, muss man seine Seele erreichen. Wenn die Kiste ausgegraben wird, entwischt der Hase, aus welchem, wenn er getötet wird, die Ente entflieht. Erlegt man diese und entnimmt ihr das Ei, hat man Macht über Koschtschei. Er verliert seine Magie und schwächelt. Koschtschei wird sterben, wenn die Nadel zerbrochen wird (manche Geschichten fordern, dass sie an seiner Stirn zerbrochen werden muss).

Weitere Erwähnungen

Koschtschei der Ewige (Zeichnung von Iwan Bilibin)
Koschtschei der Ewige (Zeichnung von Iwan Bilibin)
Koschtschei der Unsterbliche (Gemälde von Wiktor Wasnezow)
  • Koschtschei spielt eine Rolle in einer der vielen Versionen der Sage vom Feuervogel. In dieser Erzählung ist Koschtschei ein alter, böswilliger Zauberer oder Herrscher, vor dem der Held der Geschichte die Prinzessin erretten muss.
  • Auch im russischen Märchen Die Froschkönigin wird Koschtschei erwähnt.
  • Nikolai Rimski-Korsakow schrieb um 1901 eine Oper mit dem Titel Kaschtschei der Unsterbliche.
  • In Gebr. Strugazkis Buch Der Montag fängt am Samstag an wird Koschtschej als der größte Schurke aller Zeiten beschrieben, der in einer unendlichen Untersuchungshaft sitzt, während die Richter eine unendliche Untersuchung seiner endlosen Verbrechen durchführen.
  • Der unsterbliche Kaschtschai, ein sowjetischer Märchenfilm von 1945, lehnt sich an die Sagengestalt an
  • In Harebrained Schemes’ drittem PC-Spiel der Shadowrun-ReturnsReihe, Shadowrun: Hong Kong, ist eine Drohne nach Koschei benannt; ihr Erbauer erläutert kurz die Namensherkunft und Bezüge zum Transhumanismus.
  • In der Spielbuchreihe Sagaland gibt es den unsterblichen Tyrannen Kaschuv, der auf Koschtschei beruht und ebenso seine Seele versteckt hat.
  • In der Serie Grimm spielt in der neunten Folge der dritten Staffel das an die Sagengestalt angelehnte Wesen „Koschtsche“ eine zentrale Rolle.
  • In der Buchreihe Sasha Urban von Dima Zales ist er einer der Antagonisten.
  • In der Buchreihe Sylver Seeker von Kennit Kenway ist die Rasse des Titelhelden Sylver Sezari nach seiner Wiederauferstehung Koschei, nachdem er zuvor ein Lich war. Seine Seele ist an eine Nadel gebunden, die er mit immer kreativeren nekromantischen Methoden stärkt und versteckt.
  • In dem Comic Hellboy ist Koshchei einer der Charaktere und Antagonisten. In den Comics "Koshchei the Deathless" und "Koshchei in Hell" wird Koshchei weitergehend charakterisiert.
  • Im finnischen Film Sisu (2022) ist Teil der Hintergrundgeschichte, dass der unsterblich erscheinende Charakter Aatami Korpi (gespielt von Jorma Tommila) von russischen Soldaten Koschtschei genannt wurde.
  • In den Fairy-Books von Andrew Lane wird die Geschichte The Death of Koschei the Deathless in The Red Fairy Book (1890) erzählt.

Siehe auch

  • Dwojeduschnik

Literatur

  • Andreas Johns: The Image of Koshchei Bessmertnyi in East Slavic Folklore. In: Folklorica. Journal of the Slavic, East European, and Eurasian Folklore Association 5, 1, 2000, S. 7–24 (Digitalisat, Internetarchiv).

Weblinks

  • Der Tod des Koschei



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Kur (Dämon)

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In der Sumerischen Mythologie ist Kur ein monströser Dämon.

Kur personifiziert das Reich der Toten, die Hölle, den Flusslauf der Toten (siehe auch Styx) und den leeren Raum ohne Hoffnung zwischen Abzu, dem Urzeitsee oder der Ursuppe, und Ma, der Erde.

Literatur

  • Helmut Freydank u. a.: Lexikon Alter Orient. Ägypten * Indien * China * Vorderasien, VMA-Verlag, Wiesbaden 1997, ISBN 3-928127-40-3
  • Brigitte Groneberg: Die Götter des Zweistromlandes. Kulte, Mythen, Epen, Artemis & Winkler, Stuttgart 2004, ISBN 3-7608-2306-8



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Kureten (Mythologie)

Noir24admin Dämonen 16. Juni 2026
Kureten umtanzen das Zeuskind

In der griechischen Mythologie stellen die Kureten (altgriechisch Κούρητες Koúrētes und Κουρῆτες Kourḗtes) einen schlagkräftigen neunköpfigen[1] Trupp waffenstarrender Dämonen dar. Sie schützen den neugeborenen Gott Zeus vor dessen Vater Kronos, der den eigenen Sohn zu töten sucht. Ihre wilden Kriegsgesänge und das Waffenklirren sind so laut, dass sie das Geschrei des Säuglings übertönen.[2]

Die griechische Lyrikerin Korinna (ca. 500 v. Chr.) singt davon:

Die Kureten, sie verbargen
Den erhabnen Spross der Göttin
In der dunklen Felsenhöhle
Vor dem arggesinnten Kronos,
Bis die Göttin Rhea ihn entwandte.[3]

Ebenso lärmen sie auch, als Leto, die Geliebte von Zeus, auf Delos (Ortygia) ihre Kinder Artemis und Apollon gebiert, damit Hera dies nicht bemerkt.

Als die Kureten auf Veranlassung Heras den Epaphos, das Kind der Io und des Zeus, entführen, tötet Zeus die Kureten mit einem Blitz.[4]

Diodorus Siculus (1. Jh. v. Chr.) beschreibt die Kureten als besonders weise Männer oder Abkömmlinge von Göttern, die auf Kreta im Dikti-Gebirge lebten und nützliche Entdeckungen und Erfindungen machten – wie z. B. die Herstellung von Honig.[5]

Die Bezeichnung Kureten für bestimmte Bevölkerungsgruppen ist nicht nur auf Kreta beschränkt, denn in der antiken Literatur finden sich für einige andere Regionen Griechenlands Hinweise auf Kureten; ihre Herkunft ist aber bereits seit Strabon umstritten.[6] Bei Homer kämpfen die Kureten Aitoliens und die Aitoler um Kalydon, auch für Chalkis auf Euböa werden Kureten reklamiert, die mit ihrer Mutter Kombe vor ihrem Vater Sokos nach Kreta und anschließend nach Phrygien flohen, um von dort wieder nach Marathon zurückzukehren. Titus Lucretius Carus berichtet von „Phrygischen Kureten“, die den kretischen Mythos nachahmen.[7]

In Ephesos waren die Kureten auch als Kultdiener für die Durchführung der Mysterienhandlungen anlässlich der Geburtstagsfeiern der Stadtgöttin Artemis Ephesia (Ἀρτεμίσιον Ἐφέσιον) zuständig, die am 6. Thargelión (Mai–Juni) begangen wurden.[8] Wegen der offenbar strengen Geheimhaltung sind zu diesen Kultfeiern kaum Überlieferungen vorhanden. Bei Strabon findet sich der Hinweis auf ein Opferfest, bei dem es sich im Kern wohl um das Nachspielen der oben geschilderten Geburtsgeschichte des Zeus handelt.[9] Über den heute Kuretenstraße genannten Prozessionsweg, der vom Prytaneion ins ehemalige Stadtzentrum führt, gingen die Kureten nach Ortygia, dem Geburtsort der Artemis, wo das Opferfest gefeiert wurde.[10]

Oft werden die Kureten wegen der Herkunft mit den Korybanten verwechselt – dämonischen Wesen aus Phrygien. Diese treten im Dienst der Kybele auf, indem sie einen Waffentanz aufführen und wie die kretischen Kureten die Schilde aneinanderschlagen.

Anmerkungen

  1. ↑ Vgl. Immisch, Sp. 1598–1599.
  2. ↑ Bibliotheke des Apollodor 1,1,6–7
  3. ↑ https://www.gottwein.de/Grie/lyr/LyrKorin01.php
  4. ↑ Bibliotheke des Apollodor 2,1,3
  5. ↑ Diodor 5,65,1–4
  6. ↑ Strabon, Geographica 10,3
  7. ↑ Titus Lucretius Carus, De rerum natura 2,630
  8. ↑ Rainer Schwindt: Das Weltbild des Epheserbriefes. Eine religionsgeschichtlich-exegetische Studie. Mohr Siebeck, Tübingen 2002, ISBN 3-16-147848-7, S. 108.
  9. ↑ Strabon, Geographica 14,1
  10. ↑ Selahattin Erdemgil: Ephesos. Ruinen und Museum. NET, Istanbul 1988, ISBN 978-975-479-082-5, S. 20.

Literatur

  • Otto Immisch: Kureten. In: Wilhelm Heinrich Roscher (Hrsg.): Ausführliches Lexikon der griechischen und römischen Mythologie. Band 2,1, Leipzig 1894, Sp. 1587–1628 (Digitalisat).



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  1. Kali (Dämon)
  2. Kaubuk
  3. Khara (Ramayana)
  4. Korndämon

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» Marlon & Zoe – Wenn die Dunkelheit Code schreibt und Legenden zum Leben erwachen. «


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