Kali (Sanskritकलिkali, wörtlich: „Sorge“, „Zank“) ist im Hinduismus ein Dämon. Er wurde nach Bhagavatapurana 1.17 durch den tugendhaften Maharaja Parikshit gestellt und bestraft, weil er eine Kuh (Bhumi, die Erde) und einen Stier (Dharma, das Gesetz) gequält hatte.[1] Kali wurde zwar nicht getötet, aber er musste Maharaja Parikshits Reich verlassen. Auf sein Bitten hin wurden Kali die Orte zum Verbleib zugewiesen, an denen Glücksspiel, Alkoholverzehr, nichteheliche Sexualität und das Schlachten von Tieren stattfindet. Zudem wurde Kali gestattet, im Gold zu wohnen, da der Besitz von Gold unmoralisches Verhalten nach sich ziehe.
Kalis Ankunft nach dem Tod Krishnas markiert nach hinduistischer Sicht den Beginn des Kali-Yuga, des gegenwärtigen Eisernen Zeitalters. Dieses wurde nach dem Dämon (und nicht nach der Göttin Kali) benannt. Die Verwechslung von Kali (kali), dem Dämon, und Kali (kālī), der schwarzen Göttin, ist ein häufiges Missverständnis.
Belege
↑J. M. Sanyal: The Srimad-Bhagavatam, Vol. I, Third Edition, Munshiram Manoharial Publishers Private Ltd. 1984, S. 68. (ohne ISBN)
Der Kaubuk ist ein, je nach Überlieferung, böser oder dienstbarer Geist oder Gespenst in der masurischen Kultur. Vergleichbar dem Golem sollen Kundige ihn künstlich erschaffen können. Andere Bezeichnungen des Kaubuks lauten Alf, Drak und Lataniec.[1]
Volker Kutscher thematisiert den Kaubuk in seinem Kriminalroman Die Akte Vaterland. Gereon Raths vierter Fall.[2][3]
Khara (Sanskritखर) ist ein Rakshasa (Dämon) aus dem indischen Nationalepos Ramayana. In der dortigen Handlung ist er ein Gegenspieler des Haupthelden Rama. Er ist ein Bruder von Ravana, des zehnköpfigen Dämonenfürsten und Königs von Lanka, der der hauptsächliche Antagonist des Epos ist. Khana zieht mit 14.000 Dämonen in den Kampf gegen Rama und wird von diesem getötet.
Das Ramayana
Das Ramayana-Epos entstand zwischen dem 4. Jahrhundert v. Chr. und dem 2. Jahrhundert n. Chr. in Indien. Es handelt sich um eine aus 24.000 Doppelversen bestehende Kunstdichtung, die dem legendären Sänger Valmiki zugeschrieben wird und seit dem 2. Jahrhundert n. Chr. als weitgehend abgeschlossen gilt. Die Versdichtung verbreitete sich mit den indischen Religionen und entfaltete in Südostasien einen großen kulturellen Einfluss. Dort wurde es an die jeweiligen regionalen Verhältnisse angepasst. In Indien ist es neben dem Mahabharata das zweite Nationalepos. Das Werk hat die Geschichte des Königssohns Rama zum Gegenstand, der eine Inkarnation (Avatar) des Gottes Vishnu ist.[1]
Khara im Ramayana
In der Erzählung des Ramayana herrscht Khara über das Land Janasthan, welches im Wald Dandaka liegt. Der Protagonist des Epos, Rama, lässt sich dort, nach seiner Verbannung vom Hofe seines Vaters in Ayodhya, mit seiner Gattin Sita und seinem Bruder Lakshmana nieder. Das erweckt den Zorn Kharas. Noch heftiger als vorher quälen, töten und verspeisen seine Dämonen daher die dort lebenden Asketen und Heiligen, bis diese in einen entfernteren Teil des Waldes ziehen und Rama, Sita und Lakshmana verlassen.[2]
Als Shurpanakha, Kharas gleichfalls im Wald Dandaka lebende Schwester, mit ihrer Liebe von Rama zurückgewiesen und von seinem Bruder Lakshmana verspottet wird, versucht sie, Sita zu töten. Daraufhin wird sie von Lakshmana verstümmelt, der ihr Nase und Ohren abschneidet. Shurpanakha flieht anschließend ins Reich ihres Bruders Janasthan.[3] Als Khara ihren Bericht hört und die Wunden seiner Schwester sieht, entsendet er 14 Dämonen seines Gefolges nach Gandaka, damit sie dort Rama, Sita und Lakshmana töten.[4] Rama kann mit dem Bogen Shivas alle Dämonen erlegen.[5] Shurpanakha berichtet Khara davon und fordert ihn höhnisch zur Flucht auf, weil er Rama nicht gewachsen sei.[6] Khara wird zornig und befiehlt seinem Heerführer Dushan für den Kampf gegen den Prinzen 14 000 Rakshasa zu sammeln. Khara selbst führt die Truppe mit seinem goldenen Streitwagen an.[7] Auf dem Weg begegnen Khara unheilvolle Vorzeichen, unter anderem regnet es mit Wasser vermischtes Blut, die Zugpferde stolpern und ein riesiger Geier lässt sich auf dem Flaggenmast nieder. Doch in seinem Zorn kehrt er nicht um, obwohl er um die Bedeutung dieser Omen weiß.[8]
Als Rama die Vorzeichen wahrnimmt, schickt er Sita unter dem Schutz Lakshmanas in eine Berghöhle, um sie dort zu verbergen. Er tritt Khara und seinem Heer allein gegenüber.[9] Zu Beginn der Schlacht lässt sich Khara vom Wagenlenker in die Nähe Ramas bringen und schießt tausend Pfeile auf ihn ab. Schnell zieht sich das Heer um den Prinzen zusammen und verwundet ihn schwer. Da jeder Pfeil, den Rama vom Bogen lässt, tödlich ist, lichten sich die Reihen der Dämonen.[10] Nachdem Rama den Heerführer Dushan und dessen gesamtes Gefolge getötet hat, stehen ihm nur noch Khara und das dreiköpfige Monster Trishiras gegenüber.[11] Als Khara auf Rama zustürmt, um mit ihm zu kämpfen, hält ihn Trishiras zurück und sagt, es sei seine Aufgabe, das Blut Ramas zu vergießen und Khara solle dem Kampf aus der Ferne folgen.[12] Als auch Trishiras besiegt ist, attackiert Khara Rama mit seinem Streitwagen. Mit einem Pfeil kann Khara einen von Ramas Bögen zerstören, sieben weitere durchdringen die Rüstung des Prinzen und verwunden ihn. Schließlich benutzt Rama den Bogen Vishnus, den er von dem Weisen Agastya erhalten hatte, und tötet mit 19 Pfeilen den Wagenlenker sowie die Pferde, zerstört den Streitwagen, den Flaggenmast und den Bogen Kharas und trifft den Dämonenfürsten an Kopf, Schulter und Brust.[13] Khara nähert sich Rama nun zu Fuß und mit einer schweren Keule bewaffnet, die glühende Blitze aussendet. Als er diese nach einer zornigen Rede gegen Rama schleudert, kann dieser sie mit Pfeilen spalten und unschädlich machen.[14] Danach reißt Khara einen großen Salbaum aus der Erde und wirft ihn gegen Rama, der ihn mit Pfeilen im Flug stoppen kann und die Brust des Dämonen mit tausend weiteren durchbohrt. Der tödlich verwundete Khara geht weiter auf Rama los, bis dieser ihn mit einem Pfeil Indras endgültig zu Fall bringt.[15]
Der vom Schlachtfeld geflohene Riese Akampan, der zu den Heerführern von Kharas Bruder Ravana gehört, gelangt nach Lanka und berichtet dort seinem Herrn vom Schicksal dessen Bruders. Erstmals wird nun der Zorn Ravanas auf Rama entflammt und sein Plan, Sita zu entführen, nimmt Gestalt an. Nur der Ratschlag seines Onkels Maricha hindert den Dämonenkönig an der unmittelbaren Durchführung des Vorhabens.[16]
Literatur
Khara. In: John Dowson: A classical dictionary of Hindu mythology and religion, geography, history, and literature. Trübner & co., London 1879, S. 157 (Textarchiv – Internet Archive).
↑Hari Prasad Shastri: Ramayana. Die Geschichte vom Prinzen Rama, der schönen Sita und dem Großen Affen Hanuman. In: Diederichs Gelbe Reihe. Heinrich Hugendubel, Kreuzlingen 2004, ISBN 3-89631-431-9, S.296.
Die Habergeiß ist ein Beispiel für einen Korndämon. Im Bild eine Habergeiß bei einem Faschingsumzug.
Korndämonen ist ein von Wilhelm Mannhardt eingeführter Sammelbegriff für übernatürliche Wesen, die sich im Kornfeld oder anderen Pflanzungen wie Flachs, Bohnen, Mohn usw. aufhalten.[1] Dabei wird hier der Begriff Dämon in einem weiten Sinn verwendet, ohne an eine Abstufung wie höhere Mythologie bzw. niedere Mythologie zu denken. Hätte sich der Begriff „Korndämon“ nicht durch die mythologischen Werke Mannhardts im Deutschen etabliert, wäre die Bezeichnung „Korngeist“ eher angebracht.[2]
Herkunft und Gestalt
Ihren Ursprung haben Korndämonen in früheren Vegetationsgöttern agrarisch orientierter Völker. Diese Götter wurden angebetet, damit sie die Feldfrüchte schützen und fördern. Im Lauf der Zeit verschwand jedoch die ursprüngliche Bedeutung dieser Götter und sie wurden dämonisiert. Sie dienten nun als Schreckgestalt dazu, Kinder vom Betreten und damit Zerstören der reifenden Felder abzuhalten.
Die Anwesenheit eines Korndämons wird im Wogen des Korns gesehen und findet sich auch in Redensarten wie „Die Kornmutter ist im Feld“ wieder. Neben dieser indirekten Erscheinungsform von Korndämonen gibt es auch wesentlich konkretere Vorstellungen über ihre Gestalt. Diese reichen von menschlicher bis zu tierischer Gestalt und können sowohl männlich als auch weiblich sein.[3]
Bei der Ernte wurden bis in die Neuzeit häufig die letzten Ähren zu einer Gestalt (häufig auch die Kornmuhme etc.) zusammengebunden und verblieben auf dem Feld. Hier dürfte sich eine Erinnerung an Opfergaben für Naturgeister erhalten haben.
Ghoul ist eine Weiterleitung auf diesen Artikel. Zu anderen Bedeutungen siehe Ghul (Begriffsklärung) und The Ghoul.
Amine wird mit dem Goule entdeckt, Illustration zur Geschichte Sidi Nouman aus Tausendundeine Nacht
Ein Ghul (arabisch غُول, DMG ġūl [ɣuːl]) ist ein üblicherweise leichenfressendes Fabelwesen und erscheint in verschiedenen mythologischen und literarischen Formen. Das Wort stammt aus dem klassischen Arabisch und hat seinen Ursprung in der Wurzel غ-و-ل (ġ-w-l), die so viel wie verschlingen, fortraffen, wegnehmen oder auslöschen bedeutet. Das Wort wurde als ghoul ins Englische übernommen, z. B. durch Übersetzungen von Tausendundeine Nacht. Das weibliche Gegenstück zum Ghul wird Ghula genannt. In zahlreichen persisch-arabischen Mythen und Märchen, vor allem in den Erzählungen aus Tausendundeiner Nacht[1], spielen Ghule eine Rolle.
Traditionelle Darstellungen
Persische und arabische Kulturen
Bereits in den vorislamischen persischen und arabischen Kulturen wird der Gul als unheimlicher Wüsten-Dämon beschrieben, der in verschiedene Gestalten schlüpfen kann und Reisende in der Wüste oder im Wald vom Weg ablockt, um sie zu verschlingen. Nur seine Füße bleiben stets Eselshufe, wodurch der Ghul erkannt werden kann. Mit dem Aufkommen des Islams wurde der Ghul in das Weltbild der Dschinne integriert und die Vorstellung erweitert. Die islamische Literatur und Folklore übernahm die vorislamischen Überlieferungen und ergänzte sie durch theologische Konzepte. Als Dschinn kann der Ghul sich zum Islam bekennen und lässt dadurch seine wilde und gefährliche Natur hinter sich und könnte den Menschen freundlich gesinnt sein.[2]
Europa
Ghule. Gemälde von Eugene Roger (1807–1840)
In der klassischen europäischen Literatur und Mythologie ist der menschen- und leichenfressende Ghul im eigentlichen Sinn nicht anzutreffen. Erst nach der Veröffentlichung der Erzählungen aus Tausendundeine Nacht in Europa wurde der Ghul dort zum Begriff. Eine romantische Variante des Motivs findet sich in E.T.A. Hoffmanns Erzählung Vampirismus aus seinem Erzählzyklus Die Serapionsbrüder. Im 20. Jahrhundert erlangte der Ghul mehr Bekanntheit, besonders durch die Schauerliteratur des amerikanischen Schriftstellers H. P. Lovecraft, der stark durch diese Sammlung von Erzählungen beeinflusst wurde. In Lovecrafts Werken haben Ghule hundeähnliche Gesichtszüge und leben unterirdisch in der Nähe von Friedhöfen gemeinschaftlich zusammen.
Moderne Darstellungen
Literatur
Ghule treten häufig als leichenfressende Dämonen in Horror- oder Grusel-Heftromanen auf, wo sie meist als schleimig und Verwesungsgeruch absondernd beschrieben werden. So beinhalten Serien wie Geisterjäger John Sinclair oder Professor Zamorra in vielen Romanen den Kampf gegen Ghule. Das ursprüngliche Motiv kann dabei stark verändert sein, teilweise wird das Wort ohne Bezug zur Historie für nicht menschliche Wesen verwendet.
Ghule spielen auch in der Bücherreihe von Dennis L. McKiernan eine große Rolle. Dort werden sie als leichenblasse Wesen von Menschengröße, mit hohlen Augen und rissigen Lippen, beschrieben.
In Terry Pratchetts Scheibenwelt-Romanen werden Ghule (teilweise auch „Gule“) als beinahe ausgestorben bezeichnet. Wie viele andere mythologische Gestalten auch sind sie zwar weitgehend in die Gesellschaft integriert, allerdings nicht sehr beliebt.
Wolfgang Hohlbein greift das Motiv der Ghule u. a. in seinen Romanen Anubis und Unterland auf.
In Joanne K. Rowlings Harry-Potter-Romanen kommt ein Ghul vor, der in der Dachkammer der Familie Weasley haust. Im 7. Band macht sich Ronald Weasley den Ghul zu Nutze, der Rons alten Schlafanzug anzieht und sich als „Ronald mit schwerer Erkrankung“ ausgibt („Grieselkrätze“, schwer ansteckend), während Ron selbst tatsächlich zusammen mit Harry Potter und Hermine Granger auf der Flucht ist.
Auch im Manga und Anime Tokyo Ghoul werden die menschenfressenden Monster behandelt. Dort sind sie eine eigene Gesellschaft und tarnen sich normalerweise als Menschen. Sie ermorden die Menschen teils zum Spaß, teils um zu überleben. Außerdem besitzen die Ghule dort übermenschliche Fähigkeiten sowie einen Geschmackssinn, der die meisten Lebensmittel verdorben schmecken lässt. Sie können sich nur von Menschenfleisch und Ghulfleisch ernähren.In Tokyo Ghoul sind Ghule eine eigene Gesellschaft, tarnen sich als Menschen und können sich nur von Menschenfleisch ernähren.
Ghule kommen auch in der Bücherreihe von Jeaniene Frost (The Night Huntress Serie) vor. Dort sind sie durch die Art, wie sie erschaffen werden, artverwandt mit den Vampiren.
Im vierten Band von T. A. Barrons Merlin-Saga werden Ghule als unheimliche Moorgeister beschrieben, die dort ihr Unwesen treiben und Unheil stiften. Als der junge Zauberer Merlin ihnen jedoch hilft, revanchieren sie sich bei ihm, indem sie ihm ebenfalls helfen.
Karl Edward Wagner erwähnt Ghule in seinem Roman Herrin der Schatten.
Frank Rehfeld beschreibt in seinem Roman Zwergenbann Ghule als Mischwesen zwischen Mensch, Tier und möglicherweise Dämon, die bleichen, dürren Menschen mit einzelnen Haarsträhnen und einem extrem großen, mit messerähnlichen Zähnen gefüllten Mund ähneln und sich in erster Linie von Leichen ernähren, die sie restlos vertilgen, aber auch lebende Menschen anfallen, wenn ihnen dies als sicher erscheint. Sie sind sonnenlichtscheu, wagen sich aber dennoch für wenige Sekunden hinein, um Beute zu machen. Sie leben in unterirdischen Bauen und die Menschen glauben, dass Ghule nicht nur den Körper, sondern auch die Seelen ihrer Opfer verschlingen.
In Ghoul Trouble von John Passarella bekämpft Buffy vier Ghul-Mädchen, die Männer ihrem Bann unterwerfen.
Im Buch Leichenfresser(Ghoul) des US-amerikanischen Schriftstellers Brian Keene spielt ein Ghul eine zentrale Rolle.
In der Jugendhörspielserie Widerliche Zeiten wurden Ghule als Anhänger einer mit anderen konkurrierenden Phantasiereligionen auf dem Planeten Wega genannt.
In Waldtraut Lewins historischem Roman "Valadas versinkende Gärten" (dtv, München 2012) werden Ghuls in einen allerdings bitterbösen erotischen Zusammenhang gebracht.
In Max Brooks Büchern "Der Zombie Survival Guide" und "Operation Zombie" werden die Worte Zombie und Ghul synonym verwendet. Zombies fressen jedoch lebendes Fleisch und ausschließlich solches, während Ghule sich an totem Fleisch gütlich tun.
Rollenspiele
In Fantasy-Rollenspielen tauchen Ghule ebenfalls häufig als zu überwindende Gegner auf und haben meist die Gemeinsamkeit, sich von Leichen zu ernähren. Die besonderen Eigenschaften können aber auch hier stark variieren.
So sind Ghule im Pen-&-Paper-Rollenspiel Vampire: The Masquerade normale Menschen, die einmal im Monat das Blut ihrer Vampirmeister zu trinken bekommen. Dieser Konsum macht sie stärker, heilt Wunden und stoppt jede Alterung, führt aber auch zur Sucht. Bricht die Nachfuhr von Vampirblut ab, so wird die natürliche Alterung nachgeholt, was bei jahrhundertealten Ghulen bedeutet, dass sie zu Staub zerfallen.
Ähnliche Ghul-Arten lassen sich auch in anderen Rollenspielen finden, wie zum Beispiel im Rollenspiel The Witcher. Dort treten sie ebenfalls als Leichen fressende Monster auf, und es gibt einige Unterarten.
Spielfilm und Serie
Im Film wird der Begriff Ghul oft für wiederbelebte Tote – Untote – verwendet, darunter vor allem Zombies und Vampire. Im britischen Film The Ghoul von 1933 wird der von Boris Karloff dargestellte Wiedergänger als titelgebender Ghul bezeichnet. Dies ist die erste Verwendung des Begriffs in einem Langfilm.
Der Film-Regisseur Ed Wood drehte mehrere Filme um das Fabelwesen, darunter Plan 9 aus dem Weltall und Night of the Ghouls. Einen gewissen Kultstatus erlangte die Spielfilm-Tetralogie Ghoulies I–IV (USA 1983–1994).
Im Film Die Nacht der lebenden Toten von 1968 ist in der englischen Originalversion von Ghulen die Rede, nie von Zombies. George A. Romero hatte eine Darstellung von Zombies nicht beabsichtigt.[3]
In Jean Rollins Film Les deux orphelines vampires von 1997 treffen die titelgebenden Vampirmädchen auf einen weiblichen Ghul (Tina Aumont).
In der 2018 veröffentlichten Netflix-Miniserie Ghul erscheint das titelgebende Monster als mörderischer Gestaltwandler, der mit menschlichem Blut beschworen werden kann.
Bei Supernatural (Folge 4x19 „Grabräuber“) kommen Ghule als Leichenfresser vor. In der Serie können sie die Gestalt ihrer Opfer annehmen und pflegen untereinander familiäre Beziehungen.
In der Serienadaption Fallout des gleichnamigen Computerspiels sind Ghule, so der von Walton Goggins dargestellte Ghul Cooper Howard und der von Johnny Pemberton dargestellte Ghul Thaddeus, Hauptfiguren beziehungsweise wiederkehrende Figuren.
Musik
Das Lied „The Ghoul“ auf dem 1985 erstmals erschienenen Debütalbum der US-amerikanischen Doom-Metal-Band Pentagram handelt von einem Ghul.[4]
Morbid Angel widmen sich 1989 dem Thema mit den Lied Chapel of Ghouls auf ihrem Debütalbum Altars of Madness.
Michael Jackson thematisiert Ghule in seinen Songs Thriller auf dem gleichnamigen Album von 1982[5] sowie Ghosts[6] und Is It Scary[7] auf dem Album Blood on the Dance Floor von 1997 und im begleitenden Kurzfilm Ghosts.
Die anonymen Mitglieder der Band Ghost werden jeweils als 'namenloser Ghul‘ angegeben
Die maskierten und anonymen Mitglieder der 2006 gegründeten Band Ghost werden jeweils mit „A Nameless Ghoul“ (engl. ‚Ein namenloser Ghul‘) angegeben. In ihrem Song Ghuleh / Zombie Queen von 2013 spielt ein weiblicher Ghul, welcher sich im Mondlicht in eine anmutige Gestalt verwandelt, die Hauptrolle.
In Alice Coopers 2011 erschienenen Album Welcome 2 My Nightmare erzählt das Lied Ghoules Gone Wild von wildgewordenen Ghoulen.
Die niederländische Symphonic-Black-Metal-Band Carach Angren behandelt das Thema auf ihrem 2020 erschienenen Album Franckensteina Strataemontanus im Lied Scourged Ghoul Undead.
Videospiele
In Computerspielen wird Ghul gelegentlich als Bezeichnung genutzt, die auch hier häufig vom historischen Kontext losgelöst ist.
In Warcraft 3 heißt eine untote Kampfeinheit GhulIm Echtzeit-Strategiespiel Warcraft 3 heißt eine untote Kampf- und Arbeitseinheit Ghul, die durch den Verzehr von Leichen schnell Lebenspunkte regeneriert. Sie kommt ebenfalls im Online-Rollenspiel World of Warcraft sowie im Online-Sammelkartenspiel Hearthstone vor.
In der Fallout-Reihe, die nach einem nuklearen Weltkrieg angesiedelt ist, tauchen Ghule als entweder normale, durch Radioaktivität mutierte Menschen oder als menschenfressende Bestien auf.
Im Spiel Dark Messiah of Might and Magic kommen Ghule als Gefangene zwischen Leben und Tod sowie als Ausgeschlossene aus dem Kreis der Wiedergeburt vor, es sind Menschen, welche in Ghule verwandelt wurden.
In den Spielen Risen und Risen 2 Dark Waters sind Ghule schwarze, koboldähnliche Wesen, welche die Leiche des Spielers nach dessen Tod verzehren.
Orte
Der verlassene Ort Ghul im Wadi Ghul
Im Sultanat Oman gibt es einen verlassenen Ort namens Ghul, der am Rand des gleichnamigen Wadis im westlichen Hadschar-Gebirge liegt. Der Name des Ortes und des Wadis ist vermutlich eine Anspielung auf die abgelegene, unheimlich wirkende Landschaft und lokale Überlieferungen. In regionalen Erzählungen wurde der Ort mit Schlangenbefall und unheimlichen Erscheinungen in Verbindung gebracht, was die Namenswahl beeinflusst haben könnte.[8]
Literatur
Tausendundeine Nacht, C.H. Beck in der Übersetzung von Claudia Ott ISBN 3-406-51680-7
H. P. Lovecraft, Gesammelte Werke: Werkgruppe I, Edition Phantasia, limitierte Auflage ISBN 978-3-924959-65-4
H. P. Lovecraft, Gesammelte Werke: Werkgruppe II, Edition Phantasia, limitierte Auflage ISBN 978-3-924959-73-9
Mahmoud und Teresa P. Omidsalar: Ḡul. In: Encyclopædia Iranica, 24. Februar 2012