Asag („der den Arm schlägt“) ist ein sumerischer Dämon.
Er ist einer der Šebettu, die von An, dem Stadtgott von Uruk, geschaffen wurden. Er soll Krankheiten verursachen, Brunnen austrocknen lassen und die Erde mit Wunden bedecken, welche dann mit seinem Gift bespritzt werden. Er wird oft mit dem akkadischen Asakku gleichgesetzt.
Literatur
Helmut Freydank u. a.: Lexikon Alter Orient. Ägypten * Indien * China * Vorderasien. VMA-Verlag, Wiesbaden 1997, ISBN 3-928127-40-3.
Brigitte Groneberg: Die Götter des Zweistromlandes. Kulte, Mythen, Epen. Artemis & Winkler, Stuttgart 2004, ISBN 3-76-082306-8.
Asakku gilt als die Personifikation der Schmerzen und Krankheiten, besonders des „Kopffiebers“. Im Gilgamesch-Epos wird Asakku als einer der 13 Sturmwinde genannt, die vom Sonnengott Šamaš entsandt wurden. Er ist vergleichbar mit dem sumerischen Asag.
Ashaqlun, auch Ashaqlūn geschrieben, ist ein manichäischer Dämon, der in der Apokalypse des Adam im Zusammenhang mit der Erschaffung von Adam und Eva genannt wird.
Beschreibung
Ashaqlun ist der Sohn des Königs der Finsternis. Seine Gemahlin ist Namrael oder Nebroel. Angeblich erschufen sie das erste Menschenpaar, Gehmurd (Erster Mensch=Adam) und Murdiyanag (Mutter des Lebens=Eva). Ashaqlun sagte zu den Missgebildeten:
„Bring me your sons and daughters; come, give me some of the Light we have taken; it is I who will make for you a form like what you have seen, which is the first man (not the heavenly first man).“
„Bringt mir eure Söhne und Töchter; kommt, gebt mir etwas von dem Licht das wir genommen haben; Ich bin es, der für euch eine Form erschaffen wird, derart wie ihr sie gesehen habt, die der erste Mensch ist (nicht der himmlische erste Mensch)“[1]
Nun brachten sie ihre Kinder zu ihm und er verspeiste die Knaben und gab die Mädchen seiner Gemahlin, um sich an deren „Lebenslichtern“ zu nähren. Anschließend vereinigten sich die beiden und Nebroel wurde schwanger. Sie gebar einen Sohn, dem sie den Namen „Adam“ gab. Anschließend wurde sie erneut schwanger und gebar eine Tochter, die den Namen Eva erhielt.[1]
Literatur
Paul Van Lindt: The names of Manichaean mythological figures. A comparative study on terminology in the Coptic sources. (= Studies in Oriental religions. 26.) Otto Harrassowitz, Wiesbaden 1992, ISBN 3-447-03312-6, S. XIX (Einleitung).
John C. Reeves: Heralds of That Good Realm: Syro-Mesopotamian Gnosis and Jewish Traditions. In: Nag Hammadi and Manichaean studies. 41. E.J. Brill, Leiden/New York 1996, ISBN 90-04-10459-3, S. 69.
Michel Tardieu: Manichaeism. University of Illinois Press, Urbana, Ill. 2008, ISBN 978-0-252-03278-3, S. 80 (Volltext).
Werner Sundermann: What has come down to us from Manicheism? In: Light Against Darkness: Dualism in Ancient Mediterranean Religion and the Contemporary World. Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 2011, ISBN 978-3-525-55016-8, S. 245/46.
Astovidatu (awestisch: Auflöser des Leibes), auch Asto Vidatu oder Astovidet, ist ein Dämon aus der altiranischen Mythologie. Er ist der Dämon des Todes und ist als Daeva direkt Ahriman unterstellt. Jedes Mal, wenn der Seelenführer Sraosha und Bahram (altpersisch Verethragna) die Seelen der Verstorbenen in die Lüfte geleiten, versuchen Astovidatu und Aeshma diese Seelen mit einer magischen Schlinge einzufangen.[1]
Asto Vidatu wird als der Verfolger der Toten oder als Gott der Schatten bezeichnet. Er zählt zu den Daevas (gottähnlichen Wesen) und versuchte die kürzlich Verstorbenen, die durch Nergal und Ereškigal beurteilt worden waren, einzufangen, um sie zu verspeisen, bevor sie Irkalla verlassen und die Unsterblichen erreichen konnten. Die Seelen der Verspeisten band er in einem Messer. Asto Vidatu sammelte diese Klingen, die Namen hatten und unterschiedlichen Zwecken dienten. Es wird gesagt, dass er die Schatten bewohne und wenn der Schatten einer Person länger sei als sie selbst, dann würde er diese beobachten oder an ihnen vorbeigehen. Er ist Herr über die Attentäter und Wesen, die anderen nach dem Leben trachten, daher verehren ihn besonders die Mörder. Er selbst ist ein Diener von Aeshma, dem dunklen Boten, und vertritt diesen gelegentlich.[2]
Literatur
M. F. Kanga: ASTWIHĀD. In: Ehsan Yarshater (Hrsg.): Encyclopædia Iranica. 11. August 2011 (englisch, iranicaonline.org [abgerufen am 18. Mai 2024] mit Literaturangaben).
Einzelnachweise
↑Asto Vidatu (Memento vom 7. April 2015 im Internet Archive) In: Micha F Lindemans: The encyclopedia mythica. An encyclopedia on mythology, folklore, and legend. OCLC 38122221.
Der Allicanto ist ein Vogeldämon aus der Mythologie der Chilenen.
Er soll Gold verspeisen, um sein Gefieder zum Glänzen zu bringen. Der Allicanto lockt mit seinem Gesang die Menschen in die Berge, damit sie in Schluchten stürzen und sterben.
Literatur
Carlos Keller Rueff: Mitos y leyendas de Chile (= Enciclopedia moderna de Chile). Editorial Jerónimo de Vivar, Santiago de Chile 1972.
Antonio Acevedo Hernández: Leyendas de Chile. Editorial Nacional Quimantú, Santiago de Chile 1971.