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Onibi

Noir24admin Geister und Gespenster 21. Juni 2026
Ein Onibi, wie es im Wakan Sansei Zue erscheint.

Das Onibi (鬼火; „Onifeuer“), auch Tamabi (魂火; „Beseeltes Feuer“) genannt, ist ein fiktives Wesen der japanischen Folklore, das den Hitodama entspringen soll und mit ähnlichen Irrlichtern wie den Kitsunebi, Tanuki-bi und den Kosenjōbi verwechselt wird. Das Wort „Onibi“ wird dabei sowohl als Sammelbegriff für alle Arten von Irrlicht gebraucht und verstanden als auch als eine eigene Wesenheit interpretiert. Die Übergänge sind dabei oft verschwommen und die Unterschiede unklar definiert.

Beschreibung

Das Onibi wird als „klassisches“ Irrlicht in Gestalt kleiner Flämmchen oder Feuerbälle beschrieben, die entweder lautlos umherschweben oder leise knisternd umherhuschen. Seltener sollen sie mit einem fauchenden oder brausenden Geräusch durch die Luft eilen. Die Größenbeschreibung der Feuerkugeln variiert dabei zwischen wenigen Zentimetern und mehreren Dezimetern (bis 30 cm), ihre Farbe reicht von weißlich über grünlich bis bläulich. Sie sollen etwa einen Meter hoch schweben.

Onibi sollen angeblich am häufigsten auf Friedhöfen und verlassenen Schlachtfeldern, nahe Tempeln und Schreinen und/oder in heimgesuchten Häusern erscheinen. Besonders häufig geschehe dies während oder kurz nach starken Regenfällen. Generell werden sie durchweg mit Orten in Verbindung gebracht, an denen die Seelen unglücklich Verstorbener in Gestalt von Hitodamas umgehen. Was Onibi dabei von anderen Irrlichtern unterscheidet, ist die überlieferte Eigenart, dass ein Onibi nicht von selbst entstehen könne, sondern zum Beispiel durch die schwarze Magie eines Yōkai oder Oni „hergestellt“ werden müsse. Dazu fange der Yōkai oder Oni ein Hitodama ein und verderbe es zum Beispiel mit einem Fluch. Nur in seltenen, besonderen Fällen könne ein Onibi durch eine Verschmelzung mehrerer, bösartiger Seelen entstehen.[1]

Hintergrund

Sowohl im Shintōismus, Buddhismus und im Volks- und Aberglauben gibt es kaum eine bedrückendere und beängstigendere Vorstellung, als nach dem Tod nicht würde- und ehrenvoll bestattet zu werden. Ohne Bestattung nebst ritueller Zeremonie und Gebeten könne die Seele von Mensch und Tier verloren gehen, weil sie den Weg ins Jenseits nicht kennt. Eine solche „verlorene Seele“ könne dann unter Umständen von zauberkundigen Yōkei und Oni eingefangen werden, um sie dann als Feuerbälle oder Feuergeister gegen unliebsame Menschen auszusenden, oder um deren Häuser zu zerstören.[2]

Der Glaube an Onibi ist mindestens seit der frühen Edo-Zeit überliefert. Die früheste gesicherte Erwähnung findet sich im Wakan Sansei Zue (和漢三才図会; Chinesisch-japanisches Nachschlagewerk) von Terajima Ryōan aus dem Jahr 1712. Darin wird das Onibi erstmalig als „die blaue Fackel eines Dämons, die Seelen verzehrt“ beschrieben. Des Weiteren heißt es darin, Onibi seien bereits im frühchristlichen China bekannt gewesen und erforscht worden. Dort glaube man, dass Onibi auf leuchtendes Phosphor zurückgehen würden. Eine weitere Nennung und Beschreibung erscheint im Sammelwerk Tankai (譚海; Ein Meer aus Geschichten) von Sōan Tsumura aus dem Jahr 1734 und im Sammelband Mimibukuro (耳嚢; Eine Tasche voller Hörensagen) von Negishi Shizumori aus dem Jahr 1739 im Abschnitt Onibi no Koto (鬼火の事; Das Onibi von Kōtō).[3]

Während der frühen Shōwa-Zeit (Beginn des 20. Jahrhunderts) wurde die These populär, dass natürliches Methan aus menschlichen wie tierischen Leichen für das Phänomen der „Dämonenfeuer“ verantwortlich sein könnte. Methangas ist in Kombination mit Sauerstoff und Feuchtigkeit hochentzündlich und erzeugt eine typische, bläuliche Flamme. Da besonders die Toten auf Schlachtfeldern und Armenfriedhöfen der Antike gar nicht bis schlecht bestattet wurden, sei es laut den Physik- und Chemieprofessoren Kanda Sakyō und Ōtsuki Yoshihiko denkbar, dass stoßartig entweichendes Methangas für die bläulichen Feuererscheinungen verantwortlich sein könnte. Dies würde ihre Häufigkeit in Friedhof- und Schlachtfeldnähe, ihre Farbe und die Verbindung zu starken Regenfällen erklären. Als weitere Erklärungsmöglichkeit bietet Yoshihiko Elmsfeuer an, das in Japan als Kaika oder Kaibi (怪火; „Feuerspuk“ oder „Spuklicht“) bekannt ist.[4]

Literatur

  • Katsumi Tada: 幻想世界の住人たち, vol. 4: 日本編. Shinkigen-sha, Tokio 1990, ISBN 978-4-915146-44-2.
  • Sakyo Kanda: 不知火・人魂・狐火. Chūkoron-sha, Tokio 1992 (Neuauflage), ISBN 978-4-12-201958-4.
  • Jolanta Tubielewicz: Superstitions, Magic and Mantic Practices in the Heian Period. Wydaw-a UW, Warschau 1980, ISBN 978-83-00-01040-0.
  • Sébastien Penmellen Boret: Japanese Tree Burial: Ecology, Kinship and the Culture of Death. Routeledge, London (UK) 2014, ISBN 978-1-317-91243-9.

Einzelnachweise

  1. ↑ Sébastien Penmellen Boret: Japanese Tree Burial..., London (UK) 2014, S. 214–216.
  2. ↑ Jolanta Tubielewicz: Superstitions, Magic and Mantic Practices in the Heian Period. Warschau 1980, S. 169–172.
  3. ↑ Katsumi Tada: 幻想世界の住人たち, vol. 4: 日本編. Tokio 1990, S. 231–234.
  4. ↑ Sakyo Kanda: 不知火・人魂・狐火. Tokio 1992 (Neuauflage), S. 37–39 u. 59–67.



🔮 Noir24 Archiv-Hinweis

Dieser Eintrag basiert auf dem Artikel Onibi aus der freien Enzyklopädie Wikipedia. Der Text steht unter der Lizenz Creative Commons Attribution-ShareAlike 4.0 International und ist frei verfügbar.

Onryō

Noir24admin Geister und Gespenster 21. Juni 2026
Goryō ist eine Weiterleitung auf diesen Artikel. Zum japanischen Fußballspieler siehe Junki Goryō.
Buchillustration von Katsushika Hokusai, Erscheinung eines Onryō (links), 1808

Der Onryō (jap. 怨霊, zu dt. „rachsüchtiger Geist“, „zorniger Geist“, „verbitterte Seele“) ist ein fiktives Geisterwesen der japanischen Mythologie. Er zählt zur Gruppe der Yūrei und gilt als bösartig.

Beschreibung

Onryō werden als die Seelen Verstorbener beschrieben, die einen besonders langsamen und qualvollen, oft durch Mord oder Krankheit herbeigeführten Tod starben. Das Gefühl der Ungerechtigkeit und der daraus resultierende Drang nach Rache ist im Augenblick des Todes so stark, dass der Geist in dieser Spirale des Zorns und der Ruhelosigkeit gefangen ist und nicht ins Jenseits übergehen kann (oder will). Der Onryō ist für gewöhnlich gestaltlos, kann aber das Aussehen des Verstorbenen, aus dem er entwich, annehmen und sogar handgreiflich werden. Er kann aber auch den eigenen, ehemaligen Körper wie eine Marionette steuern. Manche Onryō sind so stark, dass sie von anderen, noch lebenden Personen Besitz ergreifen können und diese dann meist in den Selbstmord treiben. Auch typisch für die Anwesenheit eines Onryō können verschiedene Poltergeistaktivitäten, wie zerspringendes Glas und umherfliegende Möbel sein. Durch eine aufwändige Zeremonie namens Chinkon-sai (鎮魂祭, zu dt. „Totenmesse“) sowie durch Errichtung eines Schreins soll es möglich sein, einen rachsüchtigen Geist zu läutern und zu besänftigen. Er verwandelt sich dann in einen sogenannten Goryō (御霊, zu dt. „Erlauchter Totengeist“), der nun eine abgestufte Form des Onryō darstellt und nach seiner Läuterung in die Gruppe der Kami erhoben wird.

Tradition

Der Glaube an die Existenz von Onryō entspringt dem traditionellen Shintoismus und kann bis in die Heian-Zeit (794–1185) zurückverfolgt werden. Heute glauben besonders Jugendliche an Onryō und deren gefährliche Kräfte.

Zu den bekanntesten Überlieferungen eines Onryō gehört jene des Schreins Kitano Tenman-gū des Hofadligen Sugawara no Michizane (845–903) in Heian-kyō (Kyōto). Michizane, auch unter dem Beinamen Tenjin (天神) bekannt, soll durch eine Intrige vom Kaiserhof verbannt worden sein. Noch bevor das Fehlurteil gegen ihn wieder aufgehoben werden konnte, verstarb Michizane. Bald darauf soll Michizane als Onryō in Gestalt eines gehörnten Donnergottes zurückgekehrt sein und den Hofstaat mit Naturkatastrophen und ungewöhnlichen Toden gestraft haben. Daraufhin errichteten die Kyotoer einen Schrein, um Michizane zu besänftigen und sprachen ihm postum alle Ehrungen und Hofrangtitel zu, die ihm zu Lebzeiten verwehrt worden waren. Heute befindet sich, neben Kyōto, auch in Kyūshū ein sogenannter Tenjin-Schrein.

In der chinesischen Mythologie sind ebenfalls „rachsüchtige Geister“, Guī shā (chinesisch 鬼煞) genannt, vertreten. Dem chinesischen Volksglauben nach entstehen diese durch das Ausbleiben oder der absichtlichen Unterlassung einer würdevollen Bestattung des Verstorbenen. Sie sollen als Jīangshī (chin. 僵尸 – „Wiedergänger“) erscheinen.

Moderne

Onryō sind ein häufig thematisiertes und populäres Motiv in japanischen Mangas, Anime und besonders Horrorfilmen. Bekannte Beispiele hierfür sind unter anderem Ju-on, Ringū und Dark Water. In diesen Filmen werden Onryō als Frauen in langen, weißen Kleidern und mit knielangen, pechschwarzen Haaren dargestellt. Nach einem gewaltsamen und ungerechten Tod kehren die Frauen als Rachegeist zurück und verfolgen ihre Opfer, bis diese selbst zu Tode kommen.

Literatur

  • Roger Goodman, Kirsten Refsing: Ideology and Practice in Modern Japan. Reprinted edition. Routeledge, London u. a. 2003, ISBN 0-415-06102-4, S. 91.
  • Allan G. Grapard: Religious practices. Dealing with the forces of nature. In: Donald H. Shively, William H. McCullough (Hrsg.): Heian Japan (= The Cambridge History of Japan. Bd. 2). Cambridge University Press, Cambridge 1999, ISBN 0-521-22353-9, S. 547–564, hier S. 558–564.
  • Hori Ichiro: Folk Religion in Japan. Continuity and Change (= The Haskell Lectures on History of Religions. NS Bd. 1). Edited by Joseph M. Kitagawa and Alan L. Miller. Paperback edition, 4th printing. University of Chicago Press, Chicago IL u. a. 1994, ISBN 0-226-35334-6, S. 43–51.
  • Kuroda Toshio: The World of Spirit Pacification. Issues of State and Religion. In: Japanese Journal of Religious Studies. Bd. 23, Nr. 3/4, 1996, ISSN 0304-1042, S. 321–351, Digitalisat (PDF; 756 kB).
  • Stanca Scholz: Aspekte des mittelalterlichen Synkretismus im Bild des Tenman Tenjin im Nô (= Münchener ostasiatische Studien, Bd. 59). Steiner, Stuttgart 1991, ISBN 3-515-05623-8, S. 7–9 & 18–20, (Zugleich: München, Universität, Dissertation, 1989).

Weblinks

  • Hintergrundinfos zu japanischen Geistern (so auch Onryō) (deutsch)



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Peeves

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  • Figuren der Harry-Potter-Romane#Peeves
  • Wikidata: Peeves (Q3278526)



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Maulende Myrte

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  • Figuren der Harry-Potter-Romane#Die Maulende Myrte
  • Wikidata: Maulende Myrte (Q3422924)



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Der Fast Kopflose Nick

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  • Figuren der Harry-Potter-Romane#Der Fast Kopflose Nick
  • Wikidata: Fast Kopfloser Nick (Q3735046)



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  1. Oni
  2. Mawka
  3. Mino-bi
  4. Isla de las Muñecas

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