Der Koemon-bi (小右衛門火; „Koemons Feuer“) ist ein fiktives Wesen aus der japanischen Folklore und gehört zur Gruppe der Yūrei. Er ist den Chōchin-bi und Kitsunebi sehr ähnlich und gilt als eigentlich harmlose Spukerscheinung.
Beschreibung
Der Koemon-bi wird als etwa fußballgroßer, bläulicher Feuerball beschrieben, der in der Luft schwebt und meist umherhuscht, als ob er etwas suchen würde. Er soll auf Friedhöfen oder verlassenen Landstraßen auftauchen. In dem Feuerball soll das Gesicht eines jungen Mannes erscheinen und angeblich hört man den Geist manchmal leise jammern.
Hintergrund
Die Gestalt des Koemon-bi geht auf eine Legende zurück, die sich erstmals in dem Sammelband Ōtogi atsugeshō (御伽厚化粧; Feenschminke) aus dem Jahr 1734 findet. Darin heißt es, der Anführer des Dorfes Numata in der Provinz Ōmi sei ein ruchloser und habgieriger Mann namens Koemon gewesen. Er wurde wegen mehrerer Raubüberfälle und Tötungsdelikte selbst zum Tode verurteilt. Nach seinem Tod wurde seinem Geist der Eintritt ins Jenseits verwehrt, woraufhin Koemon dazu verdammt war, als Irrlicht unter dem Namen Koemon-bi umzugehen. Eine Gruppe von Schamanen soll versucht haben, ihn mit der magischen Flöte Hyūdorodoro zu vertreiben, aber sie scheiterten kläglich und mussten fliehen.
Eine stark abweichende Geschichte stammt aus dem Werk Toenshōsetsu (兎園小説; Geschichten aus dem Kaninchengarten) von Kyokutei Bakin aus dem Jahr 1842. Darin wird von einem jungen Mann namens Koemon erzählt, der in dem Dorf Matsudzuka aufwächst und von geheimnisvollen Irrlichtern namens Chōchin-bi erfährt. Tatsächlich wird er eines Tages selbst Zeuge einer solchen Erscheinung und er schwört sich, bei nächster Gelegenheit der Sache auf den Grund zu gehen und das Geheimnis der Chōchin-bi zu lüften. Eines späten Abends ist er auf einer Landstraße unterwegs, als er von einem laternengroßen, bläulichen Feuerball überrascht wird. In seinem Schrecken zückt Koemon seinen Spazierstock und schlägt auf den Feuerball ein. Dieser zerspringt in lauter kleine Irrlichter, die den jungen Mann wie Bienen umschwirren. Koemon zögert keine Sekunde, nimmt seine Beine in die Hand und rennt nach Hause. Nur kurze Zeit später ereilt ihn ein heftiges Fieber, das ihn binnen eines Tages dahinrafft. Die bestürzten Angehörigen und Nachbarn sind überzeugt, dass das geisterhafte Feuer für das rasche Ableben Koemons verantwortlich ist. Der Unglück bingende Feuerball soll seither besonders in den Präfekturen Shiga, Hyōgo und Nara als Koemon-bi bekannt sein.
Siehe auch
Sōgen-bi: Irrlicht-ähnlicher Geist eines Mönchs, der für seine Bosheit und Falschheit bestraft wurde.
Literatur
Murakami Kenji: 妖怪事典. Mainichi shinbun, Tokio 2000, ISBN 978-4-620-31428-0, S. 211.
Shigeru Mizuki: 妖鬼化. Softgarage, 2004, ISBN 978-4-86133-027-8, S. 106.
Shigeru Mizuki: 水木しげるの妖怪伝大画集. Shinkigensha, Tokio 1998, ISBN 978-4-88317-303-7, S. 112.
Ein Hitodama, wie es in Sekiens Konjaku Gazu Zoku Hyakki erscheint.Hitodama-Darstellung aus dem Wakan Sansai Zue.
Hitodama (jap. 人魂, zu dt. „Menschenseele“) bezeichnet ein Wesen der japanischen Mythologie. Es wird der Gruppe der Yūrei („Gespenster“) zugeordnet.
Beschreibung
Häufig werden Hitodama als schwebende, bläuliche oder grünliche Feuerbälle mit langem, fadendünnen Schweif beschrieben. Berühren sie den Boden, sollen sie sich manchmal in unzählige schwarze Käfer oder in schwarze Kohlebröckchen verwandeln. Hitodama halten sich der Folklore zufolge in der Nähe von Friedhöfen und im Sommer in dunklen Wäldern auf. Für gewöhnlich werden sie als harmlos dargestellt, manchmal sollen sie sich von Personen mit großer Geisteskraft angezogen fühlen. Sie sollen aber auch bösartig werden können, zum Beispiel dann, wenn ihr Beschwörer ermordet wurde. Auch sonst sollen Hitodama häufig die Seele unglücklicher Menschen sein, die nach dem Tod keine Ruhe finden.
Hintergrund
Religiöse Interpretationen
Der Glaube an Hitodama ist überraschend alt und mindestens seit dem 9. Jahrhundert nach Christus überliefert. Sowohl Shintōismus und Buddhismus lehren, dass Körper und Knochen aller Wesen zur Erde zurückkehren, die Seele aber könne überall hingehen. Für gewöhnlich würde sie ins Jenseits überwechseln. Eine Seele aber, die dem Körper gewaltsam entrissen wurde, sei es durch Mord, Unfall, Krankheit, emotionale Bindung oder gar Magie, könne in der Menschenwelt bleiben. Im japanischen Shintō, Buddhismus und im Volks- und Aberglauben gibt es kaum eine bedrückendere und beängstigendere Vorstellung, als nach dem Tod nicht würde- und ehrenvoll bestattet zu werden. Ohne Bestattung nebst ritueller Zeremonie und Gebeten könnte die Seele von Mensch und Tier verloren gehen, weil sie den Weg ins Jenseits nicht kennt. Besonders großes Unglück bedeute es, wenn es sich bei dem Verstorbenen um ein Opfer von Krieg, Gewaltverbrechen oder um ein Unfallopfer handele. Deren Seelen könnten leicht zu Hitodamas oder Kosenjōbi werden und dann am Sterbeort zurückbleiben, wo ihr Erscheinen als Spuk gedeutet wird. Eine solche „verlorene Seele“ könne dann unter Umständen entweder von zauberkundigen Menschen oder Yōkei und Oni eingefangen werden, oder von noch lebenden Menschen Besitz ergreifen. Hitodama gelten zudem als bevorzugte Opfer schwarzer Magie oder als Energiequelle für andere Wesen.[1]
In Japan kursiert seit der Edo-Zeit der Aberglaube, dass man seine eigene Seele geradezu an sich binden könne, wenn man einen Knoten in den Obi seines Kimonos mache: sollte die Seele den Körper, aus welchen Gründen auch immer, als Hitodama verlassen, würde sich dessen Schweif in dem Knoten verfangen und das Hitodama so nicht verloren gehen.[2]
Überlieferungen
Die früheste, namentliche Erwähnung der menschlichen Seele als „Hitodama“ erscheint in dem Werk Genji Monogatari (源氏物語, Die Geschichte vom Prinzen Genji) der Hofdame Murasaki Shikibu aus dem Jahr 1008. In dem Kapitel Maboroshi wird geschildert, wie Prinz Genji in seinen letzten Lebensjahren über Leben, Tod und Vergänglichkeit sinniert. Dabei fällt auch das Wort „Hitodama“. Die Art und Weise, wie das Phänomen behandelt wird, lässt gemäß Folkloristen wie Murakami Kenji darauf schließen, dass der Glaube an Hitodama schon länger bekannt gewesen sein muss. Seit der späten Nara-Zeit, besonders aber ab der Edo-Zeit, tauchen die ersten Abbildungen von Hitodama auf. Die früheste Abbildung erscheint in dem Werk Wakan Sansei Zue (和漢三才図会; Chinesisch-japanisches Nachschlagewerk) von Terajima Ryōan aus dem Jahr 1712. Eine weitere, bekannte Darstellung findet sich in dem Sammelband Konjaku Gazu Zoku Hyakki (今昔画図続百鬼; Bilderbuch der 100 Dämonen von einst und jetzt) von Toriyama Sekien aus dem Jahr 1779. Sekien verweist in seinem Begleittext zur Zeichnung auf das Werk Genji Monogatari, was darauf hindeuten mag, dass dieses schon zu Sekiens Zeit zur gängigen Literatur in Japan gehörte.[2]
Mögliche Ursprünge
Vermutlich geht der Glaube an „Hitodama“ auf bekannte und gut erforschte Naturphänomene wie auf in Japan häufige Leuchtkäfer, zum Beispiel Luciola cruciata (源氏蛍, Genji-botaru; zu dt. „Genji-Leuchtkäfer“) und Luciola lateralis (平家蛍, Heike-botaru; zu dt. „Heike-Leuchtkäfer“) zurück. Sie alle sind schneckenfressende Käfer und deren Larven, deren rhythmisches Leuchten (Biolumineszenz) in ganz Japan berühmt ist. Sie wurden nach einflussreichen Adelsfamilien des Altertums benannt. Im Fusa-Park von Tokio wird alljährlich das sogenannte Hotarugari (蛍狩り; zu dt. „Leuchtkäferfangen“) abgehalten.[3] Das kalte Leuchten der Glühwürmchen wird nicht nur als das Leuchten und die Vergänglichkeit der menschlichen Seele interpretiert, sondern auch mit anderen mystischen Feuern in Verbindung gebracht.[4] Weitere Erklärungsmöglichkeiten sind Naturerscheinungen wie leuchtende Pilze (zum Beispiel Zwergknäuelinge), Elmsfeuer und Kugelblitze.[5]
Hitodama werden leicht mit ähnlich erscheinenden Phänomenen und übernatürlichen Wesen verwechselt, zum Beispiel mit dem „Kitsunebi“ (狐火; „Fuchsfeuer“), dem Tanuki-bi (狸火; „Marderhund-Feuer“), dem Onibi (鬼火, „Dämonenfeuer“) und dem „Hinotama“ (火の玉; „Feuerball“).[6]
Hitodama in der modernen Subkultur
Hitodama sind ein beliebtes Motiv in modernen Mangas und Anime-Serien, wie zum Beispiel Inuyasha und Shaman King. In Inuyasha erscheinen die Hitodama als weißliche Lichtwolken, die von den sogenannten „Seelenfängern“ der Miko Kikyo eingesammelt und an Letztere regelrecht verfüttert werden, damit diese am Leben bleibt.[7] In Shaman King können die Protagonisten (allesamt Schamanen) Hitodama herbeirufen, um ihre Fähigkeiten oder ihre Energie im Kampf zu nutzen.[8] Eine bekannte Parodie des Wesens ist im Game-Boy-Spiel Super Mario Land 2 als Gegner von Mario zu finden.[9]
Literatur
Hiroko Yoda, Matt Alt: Japandemonium Illustrated: The Yokai Encyclopedias of Toriyama Sekien. Dover Publications, New York/Mineola 2017, ISBN 978-0-486-80035-6.
Maria Grăjdian, Maria M. Grajdian: 高畑勲 (Takahata Isao). Peter-Lang-Verlag, Frankfurt/New York City 2010, ISBN 978-3-631-60407-6.
U. A. Casal: The Goblin Fox and Badger and Other Witch Animals of Japan. In: Asian Folklore Studies, Band 18. Nanzan Press, Nagoya 1959, ISSN 0385-2342.
Karen Ann Smyers: The fox and the jewel: shared and private meanings in contemporary Japanese inari worship. University of Hawaii Press, Honolulu 1999, ISBN 0-8248-2102-5, S. 117–118.
Lloyd Vernon Knutson, Jean-Claude Vala: Biology of Snail-Killing Sciomyzidae Flies. Cambridge University Press, Cambridge (UK) 2011, ISBN 0-521-86785-1.
↑Jolanta Tubielewicz: Superstitions, Magic and Mantic Practices in the Heian Period. Wydaw-a UW, Warschau 1980, ISBN 978-83-00-01040-0, S. 169–172.
↑ abHiroko Yoda, Matt Alt: Japandemonium Illustrated..., New York/Mineola 2017, S. 117.
↑Lloyd Vernon Knutson, Jean-Claude Vala: Biology of Snail-Killing Sciomyzidae Flies, Cambridge (UK) 2011, S. 24.
↑Maria Grăjdian, Maria M. Grajdian: 高畑勲 (Takahata Isao), Frankfurt/New York City 2010, S. 70–72.
↑Karen Ann Smyers: The fox and the jewel..., Honolulu 1999, S. 117–118.
↑U. A. Casal: The Goblin Fox and Badger and Other Witch Animals of Japan... Nagoya 1959, S. 52.
↑Kazuhisa Fujie, Martin Foster: The Inu-yasha Experience: Fiction, Fantasy And Facts (= Band 5 von: Mysteries and Secrets Revealed!) DH Publishing, Tokio 2004, ISBN 1-932897-08-9, S. 82–83.
↑Hiroyuki Takei: Shaman King. Band 1–32. VIZ Media, San Francisco 2003–2011, ISBN 978-1-4215-0676-0.
Hui Buh ist die Hauptfigur der gleichnamigen Hörspielserie auf dem Label Europa und der Buchreihe Hui Buh – Das Schloßgespenst von Eberhard Alexander-Burgh. Die Figur basiert auf der Erzählung Das Gespenst von Canterville von Oscar Wilde.
Hintergrund zur Hörspielserie
Nachdem die Reihe zunächst erfolgreich in mehreren Ländern im Radio gelaufen war, erschien 1969 eine Langspielplatte (bereits mit der späteren Dauerbesetzung Hans Clarin als Hui Buh). Zu dieser Zeit steckte die 1965 ins Leben gerufene Hörspielsparte von Europa trotz einiger erster Erfolge mit Märchen-Hörspielen noch in den Kinderschuhen. Nach der Fertigstellung von Hui Buh gab es kurzzeitig Irritationen über den Zahlungsweg für die Gagen der Sprecher, sodass Hans Clarin, der bereits an anderer Stelle schlechte Erfahrungen gemacht hatte, die fertigen Tonbänder beschlagnahmte und erst wieder freigab, als ihm seine Gage in Form von Bargeld ausgezahlt worden war.[1] Danach konnte die Schallplatte abgemischt und veröffentlicht werden, ohne dass zunächst an eine Fortsetzung gedacht wurde.
Als schließlich doch eine zweite Hörspielplatte erschien, sprach zunächst Helmut Kolar die Titelrolle, doch als die Serie in den 1970er-Jahren wieder mit Clarin fortgesetzt wurde, erschien eine weitere Fassung dieser zweiten Folge, in der Kolars Stimme nachträglich durch die Clarins ersetzt wurde.
Insgesamt entstanden 23 Hörspiele und 7 Bücher. Die Folgen 1 bis 15 erschienen als LP/MC und ab 16 erschienen sie nur noch als MC. Regie führte bei Folge 1 Konrad Halver, die Covergestaltung wurde von Marion Langeheineken und Benito Tonon ausgeführt. Ab der zweiten Folge übernahm Heikedine Körting die Regie. Die meisten Cover wurden dann von Hans Möller kreiert (Folge 2 bis 15). Im Jahre 1981 erschien von Michael Schanze und Clarin als Ariola 103160 eine Single mit den Titeln Hui Buh das Schloßgespenst/Mitternacht auf Schloß Burgeck, produziert wurde die Single von Ralph Siegel. Von 1999 bis 2006 wurden alle Folgen im Rahmen des Programms Rückkehr der Klassiker erneut auf CD und MC in den Handel gebracht, wobei die Cover der Folgen 16 bis 23 vom Illustrator Firuz Aşkın neu gestaltet wurden. Hans Clarin, der in seiner Anlage der vorwitzig krakeelenden Figur immer auch eine bemitleidenswert-tragische Komponente unterstrich und damit zu dem bleibenden Erfolg der Reihe wesentlich beitrug, spielte kurz vor seinem Tod in der Verfilmung nach Motiven der Hörspielreihe mit, allerdings nicht als krächzendes Schlossgespenst, sondern in der Rolle des Kastellan.
Figuren
Ursprüngliche Serie (Folgen 1 bis 23)
Hui Buh
Das einzige behördlich zugelassene Gespenst auf Schloss Burgeck mit einer rostigen Rasselkette. Ursprünglich war Hui Buh ein Ritter mit Namen Balduin. Doch eines Tages wurde der Ritter beim Mogeln während des Kartenspiels Schwarzer Peter erwischt und daraufhin von einem seiner erzürnten Spielkumpanen zum Schlossgespenst Hui Buh verwünscht. Seit diesem Tag muss das Gespenst allnächtlich zwischen Mitternacht und 1 Uhr spuken. Als sich die Gelegenheit ergibt, nimmt das Gespenst mit einem boshaften Spuk Rache an den Nachfahren des Ritters Ottokar, muss jedoch hinterher zerknirscht eingestehen, dass es sich geirrt hat, denn tatsächlich wurde er von Ritter Adolar verwünscht.[2] Hui Buh haust im Fledermausturm von Burgeck und schläft tagsüber in seiner vermoderten Holztruhe. Im Fledermausturm bewahrt Hui Buh auch seine Spuk-Kostüme und sein Buch Spuken leicht gemacht für jedermann auf. Literarisch betrachtet ist der Ritter Balduin ein Zitat des Don Quijote von Miguel de Cervantes, das Gespenst dagegen eine Hommage an Das Gespenst von Canterville von Oscar Wilde. Letzteres zeigt sich vor allem in der häufigen Glücklosigkeit beim Spuken, welche Hui Buh in die größten Schwierigkeiten bringt und das Schlossgespenst somit zu einer tragikomischen Figur macht. Hui Buh ist ein Meister der Verkleidung und verfügt über ein großes Repertoire an Verkleidungen, welches er mehr oder weniger passend zur geplanten Spukerei einsetzt. Die in den Hörspielen am häufigsten erwähnten Verkleidungen sind: Hugo, der hustende Henker, das augenrollende Ungetüm, der scharlachrote Rächer (auch: der purpurrote Rächer), der verhungerte Räuber Galgenstrick, der kreidebleiche Abt, der schieläugige Kutscher, Mumm, der Kopfschmeißer, der furchtbare Fürchtebart, der donnernde Daniel, der zähneklappernde Totengräber und der Ritter ohne Furcht und Tadel.[3]
Erzähler
Neben Hans Clarin selbst ist Hans Paetsch der einzige Sprecher, der in allen 23 Folgen der ursprünglichen Serie zu hören war. Jede Folge beginnt damit, dass den Zuhörern die Hauptpersonen vorgestellt und die Existenz von Hui Buh erklärt werden, dabei unterbricht Hui Buh den Erzähler ständig bzw. spukt dazwischen. Anschließend führt der Erzähler in die Handlung der jeweiligen Folge ein und schafft mit seinen folgenden Beschreibungen und Kommentaren verbindende Elemente zwischen den einzelnen Dialogszenen der Handelnden.
König Julius 111.
Julius ist Erbe von Schloss Burgeck und der beste Freund Hui Buhs. Ursprünglich war Hui Buh alles andere als begeistert, dass Julius auf Schloß Burgeck Einzug hält, jedoch änderte sich seine Meinung sehr schnell, als sie eine gemeinsame Leidenschaft für gutes Essen und guten Wein feststellten. Aufgrund der Tatsache, dass die Serie über mehrere Jahre hinweg produziert wurde und die gewünschten Sprecher nicht immer dann zur Verfügung standen, wenn sie benötigt wurden, wurde die Rolle des Königs Julius 111. von verschiedenen Sprechern übernommen: Michael Weckler, Claus Wilcke, Wolfgang Kieling und Peter Kirchberger. Letzterer war gelegentlich auch in diversen Gastrollen zu hören.
Sie ist die Gemahlin von König Julius und wird als bildschön beschrieben. Ebenso wie die Rolle des Königs Julius 111. musste auch die Rolle der Königin Konstanzia mit verschiedenen Sprecherinnen besetzt werden; diesen Part übernahmen Ingrid Andree und Marianne Kehlau. Lediglich in der zweiten Folge, Hui Buh, das Schlossgespenst in neuen Abenteuern, übernahm die Volksschauspielerin Gerda-Maria Jürgens, die vor allem durch Übertragungen aus dem Kölner Volkstheater Millowitsch und einige Folgen der Kriminalserie Stahlnetz einem großen Fernsehpublikum bekannt geworden war.
Der Kastellan
Er lebt bereits seit vielen Jahren auf dem Schloss Burgeck und lässt sich von Hui Buhs Spukereien nicht mehr beeindrucken. Zu seinen Aufgaben gehört das Kochen, Putzen und jede Art von Hausmeisterarbeiten. Neben Hui Buh selbst und dem Erzähler ist die Rolle aus Sprechersicht die dritte Konstante in der Hörspielserie der Ur-Auflagen. Außer in den ersten beiden Folgen, in welcher der Kastellan von Konrad Mayerhoff in Folge 1 und von Helmo Kindermann in Folge 2 gesprochen wurde, hat in allen übrigen Folgen Andreas von der Meden die Rolle übernommen.
Servatius Sebaldus
Beamter der Gespensterbehörde. Ein typisch überkorrekter Beamter, der die Genehmigungsbedingungen für Hui Buhs Spuklizenz im Auge behält und zeitweise beanstandet. Servatius Sebaldus taucht in zwei Folgen auf: Hui Buh und die große Spukschau (Folge 5) und Hui Buh und die schauerliche Verwünschung (Folge 16).[5] Sprecher des Servatius Sebaldus war in beiden Folgen Hans Hessling (Dieser spricht außerdem in der Folge Hui Buh im dunklen Mitternachtswald (Folge 15) die Rolle des Geisterbeschwörers).
Neben den Hauptrollen waren auch die Nebenrollen mit hochkarätigen und bekannten Namen besetzt. So liehen u. a. Gisela Trowe, Hellmut Lange, Franz-Josef Steffens, Ernst von Klipstein, Karl-Ulrich Meves, Volker Brandt und Christian Rode diversen Charakteren ihre Stimme.[6]
Neue Folgen 2008 und Filmadaption
Tommy
Sohn von Königin Konstanzia aus ihrer ersten Ehe. Wurde im Kinofilm eingeführt und ist erst bei den neuen Abenteuern dabei. Er wird von Maximilian Artajo gesprochen.
Sophie
Tommys Freundin. Sie wohnt mit ihrer Tante in der Dorfschänke, die mit einem Geheimgang mit Schloss Burgeck verbunden ist. Auch sie taucht erst bei den neuen Abenteuern auf. Sie wird von Marie-Luise Schramm gesprochen.
Die sechs Folgen der Neuauflage 1994/1995 wurden mit neuen Covern von Giorgio Mizzi versehen.
Hui Buh das Schloßgespenst (CD/MC)
Hui Buh spukt lustig weiter (nur MC)
Hui Buh und die Geisterjäger (nur MC)
Hui Buh und die große Spukschau (nur MC)
Hui Buh und der Gruseltanz (nur MC)
Hui Buh im dunklen Mitternachtswald (nur MC)
Neue Folgen 2008
Europa setzte 2008 die Hui-Buh-Reihe mit neuen Hörspielen fort, sie basieren auf dem Kinofilm mit Michael „Bully“ Herbig, wenngleich Hui Buh ein anderes Erscheinungsbild als im Film hat. Christoph Maria Herbst spricht hier die Rolle des König Julius, den er bereits im Film verkörperte. Wie beim Hörspiel zum Kinofilm fungiert Andreas Fröhlich hier als Erzähler und Stefan Krause spricht Hui Buh. Königin Konstanzia wird von Ulrike Stürzbecher gesprochen und der Kastellan von Jürgen Thormann. Des Weiteren haben viele bekannte Schauspieler und Synchronsprecher Gastauftritte. Zum Beispiel: Sascha Rotermund, Kaspar Eichel, Volker Brandt, Frank Glaubrecht, Jürgen Kluckert, Rick Kavanian, Hans-Peter Hallwachs, Lutz Riedel, Barbara Ratthey, Oliver Kalkofe, Wolfgang Völz, Hasso Zorn, Luise Lunow, Helmut Krauss, Engelbert von Nordhausen, Joachim Pukaß, Friedhelm Ptok und Kerstin Sanders-Dornseif.
Die neuen Folgen der Hui-Buh-Reihe wurden anfangs von Dirk Ahner[8], Martin Gries, Anna Maybach, Paul J. Milbers[9], Ulrike Rogler[10], Nesrin Samdereli[11], Yasemin Samdereli[12], Anja Schneider[13] und Simone Veenstra[10] verfasst. Seit 2021 werden die Hörspiel-Manuskripte von Christian Gailus[14] und Joachim Ziebe[15] geschrieben. Die Serie wird seit 2008 bis heute von Hilla Fitzen redigiert.[16]
Nr.
Titel
Dauer
Erschienen am
Teile
(Tracks)
1
HUI BUH neue Welt – Der verfluchte Geheimgang
1 std. 14 min
18. Januar 2008
40
2
HUI BUH neue Welt – Entführung in die Geisterwelt
1 std. 7 min
19. Januar 2008
40
3
HUI BUH neue Welt – Das mysteriöse Geisterbuch
1 std. 2 min
29. Februar 2008
40
4
HUI BUH neue Welt – Der Schatten des Gespensterjägers
1 std. 8 min
26. September 2008
40
5
HUI BUH neue Welt – Die magischen Spukschuhe
1 std. 7 min
14. November 2008
40
6
HUI BUH neue Welt – Botschaft des Bösen
1 std. 11 min
20. Februar 2009
40
7
HUI BUH neue Welt – Das unheimliche Internat
1 std. 7 min
16. Oktober 2009
40
8
HUI BUH neue Welt – Im Bann des Schwarzspukers
1 std. 2 min
12. Februar 2010
40
9
HUI BUH neue Welt – Adolars Rückkehr
1 std. 7 min
16. April 2010
40
10
HUI BUH neue Welt – Geheimnis um Aquabacus
1 std. 12 min
17. September 2010
40
11
HUI BUH neue Welt – Das verlorene Geistertal
1 std. 7 min
26. November 2010
40
12
HUI BUH neue Welt – Zurück im Mittelalter
1 std. 6 min
11. Februar 2011
40
13
HUI BUH neue Welt – Die verschwundene Weihnacht
1 std. 9 min
23. September 2011
40
14
HUI BUH neue Welt – Abenteuer in der Geisterbibliothek
1 std. 6 min
25. November 2011
40
15
HUI BUH neue Welt – Das verzauberte Schwert
1 std. 6 min
10. Februar 2012
40
16
HUI BUH neue Welt – Der grauenvolle Geburtstag
59 min 22 s
14. September 2012
40
17
HUI BUH neue Welt – Der Meisterdetektiv
1 std. 11 min
23. November 2012
40
18
HUI BUH neue Welt – Der Fluch der Geisterinsel
1 std. 7 min
15. Februar 2013
40
19
HUI BUH neue Welt – Das Rätsel im Spukschloss
1 std. 13 min
13. September 2013
40
20
HUI BUH neue Welt – Der Schatz im Drachenmoor
1 std. 6 min
14. Februar 2014
40
21
HUI BUH neue Welt – Die verspukte Maske
1 std. 18 min
12. September 2014
40
22
HUI BUH neue Welt – Der Geist des Pharao
1 std. 10 min
13. Februar 2015
40
23
HUI BUH neue Welt – Die Jagd nach dem Drachen
1 std. 17 min
11. September 2015
40
24
HUI BUH neue Welt – Spurlos verschwunden
1 std. 12 min
19. Februar 2016
40
25
HUI BUH neue Welt – Chaos auf Schloss Burgeck
1 std. 11 min
17. Februar 2017
40
26
HUI BUH neue Welt – Die kaiserliche Urkunde
1 std. 20 min
22. September 2017
40
27
HUI BUH neue Welt – Das Monster von Brugeck
1 std. 18 min
20. April 2018
50
28
HUI BUH neue Welt – Die verrückte Spieluhr
1 std. 20 min
16. November 2018
50
29
HUI BUH neue Welt – Der Tag der Ahnen
1 std. 15 min
11. Oktober 2019
52
30
HUI BUH neue Welt – Die fantastische Geisterjagd
1 std.
27. März 2020
52
31
HUI BUH neue Welt – Die vermaledeiten Marionetten
1 std. 15 min
9. Oktober 2020
53
32
HUI BUH neue Welt – Schlossgespenst gesucht!
1 std. 15 min
19. Februar 2021
53
33
HUI BUH neue Welt – Das Geisterkistenrennen
1 std. 23 min
15. Oktober 2021
29
34
HUI BUH neue Welt – Der Elemente-Kristal
1 std. 22 min
4. März 2022
28
35
HUI BUH neue Welt – Der verflixte achte Wochentag
1 std. 23 min
1. Juli 2022
29
36
HUI BUH neue Welt – Die blauen Büffel
1 std. 22 min
21. Oktober 2022
28
37
HUI BUH neue Welt – Die magische Karte
1 std. 23 min
24. Februar 2023
29
38
HUI BUH neue Welt – Die listige Lüge
1 std. 23 min
23. Juni 2023
29
39
HUI BUH neue Welt – Die Spinnenbeschwörung
1 std. 28 min
6. Oktober 2023
30
40
HUI BUH neue Welt – Die vertrackte Hausgeist-Lizenz
1 std. 23 min
15. Dezember 2023
29
41
HUI BUH neue Welt – Verschollen im Tristland
1 std. 23 min
15. März 2024
29
42
HUI BUH neue Welt – Willkommen im Spukhotel
1 std. 23 min
14. Juni 2024
29
43
HUI BUH neue Welt – Die falsche Sophie
1 std. 23 min
13. September 2024
28
44
HUI BUH neue Welt – Das geheimnisvolle Geistermädchen
Bisher existieren drei Sonderfolgen: 2012 gab es eine zwölfminütige Halloween-Sonderfolge als kostenlosen Download auf der Produkt-Website. 2018 erschien das 99-minütige Live-Hörspiel Der schwebende Lolländer, das von Kindern und Jugendlichen der Bücherpiraten umgesetzt wurde.[18] 2021 erschien das zweieinhalb-stündige Hörspiel Tausend vertückte Türen als Adventskalender mit 24 Kapiteln.
Der kleine Hui Buh
Im Oktober 2016 erschienen die ersten Doppelfolgen eines Spin-offs,[19] ebenfalls in der Regie von Christian Hagitte und Simon Bertling, das sich an Kinder ab drei Jahren richtet: Der kleine Hui Buh. Das Buch wurde von Simone Veenstra, Ulrike Rogler und Hilla Fitzen entwickelt. Auch hier spricht Stefan Krause die Titelfigur Hui Buh, Erzähler ist jedoch Marius Clarén.
Die verschwundene Stunde / Sven will zur Feuerwehr
Wie Hui Buh seine Rasselkette bekam / Die Halloween-Party
Die wilde Koboldjagd / Der fluchende Papagei
Der blubbernde Brotteig / Alarm in der Geheimzentrale
Schatzjagd im Museum / Magische Meisterschaft
Verspuktes Weihnachten / Schreck zu Silvester
Die geschrumpfte Hexe / Monster unter dem Bett?
Der verlorene Schlüssel / Die geistreiche Geisterbahn
Der kleine Geisterjäger / Der weltbeste Detektiv
Überraschung für Hedda Hex / Yoshi ist weg!
Das verwickelte Klassenzimmer / Freitag, der 13.
Der verschollene Ritterschatz / Polly, das Piratenmädchen
Der verlorene Besen / Das Theater der Kuscheltiere
Der verrückte Zeugnistag / Das Fest im Dunkeln
Dicke Freunde / Das verzwickte Geburtstagsgeschenk
Kunterbunter Osterspuk / Die lustige Bildersuche
Das Quartett der magischen Wesen / Ein fürchterlicher Irrtum
Die kleine Wut-Ursel / Der verzauberte Hexenschuss
Die wunderliche Oma / Der Wunschring
Die Geisterstunde / Lotte zieht aus
Das verschwundene Storchennest / Die Grusel-AG
Ein Piratentier für Polly / Die verwünschte Wünscherei
Spuk in der Geisterbahn / Die rätselhafte Verwandlung
Eberhard Alexander-Burgh veröffentlichte den ersten Band zunächst 1973 beim Boje Verlag. Die Illustrationen wurden von Edith Witt ausgeführt. Die Neuauflage erschien 1978 in Schreibschrift beim Engelbert-Verlag (peb-Schreibschriftbücher), der auch alle weiteren Buchfolgen herausbrachte. Die Einbände gestaltete Hans Möller, die Bilder der Innenseiten zeichnete Ursula Dönges-Sandler.
Hui Buh, das Schloßgespenst
Hui Buh, das Schloßgespenst und die tausend Geisterstimmen
Hui Buh, das Schloßgespenst und das mitternächtliche Kegelspiel
Hui Buh, das Schloßgespenst und der geheimnisvolle Burgbrunnen
Hui Buh, das Schloßgespenst und die große Spukschau
Hui Buh, das Schloßgespenst fährt Geisterkarussell
Hui Buh, das Schloßgespenst und der schaurige Punkt
Die neuen Ausgaben wurden beim Kosmos-Verlag herausgebracht. Die Autorinnen waren Ulrike Rogler und Simone Veenstra. Die Illustrationen der Einbände stammten von Ralf Marczinczik, die Zeichnungen der Innenseiten von Sebastian Meyer.
Hui Buh, das Schlossgespenst – Der verfluchte Geheimgang
Hui Buh, das Schlossgespenst – Entführung in die Geisterwelt
Hui Buh, das Schlossgespenst – Das mysteriöse Geisterbuch
Hui Buh, das Schlossgespenst – Der Schatten des Gespensterjägers
Hui Buh, das Schlossgespenst – Die magischen Spukschuhe
Der kleine Hui Buh
Im Jahr 2019 wurden im Coppenrath Verlag zwei Bücher zum kleinen Hui Buh veröffentlicht. Die Autorinnen waren Ulrike Rogler und Simone Veenstra, die Zeichnungen wurden von Mareikje Vogler ausgeführt.
Der kleine Hui Buh – Verspukt und zugehext!
Der kleine Hui Buh – Spuken will gelernt sein!
Filmbücher
Zusammen mit der ersten Verfilmung erschien im Jahr 2006 bei Schneiderbuch ein Roman von Dirk Ahner, dessen Handlung sich nach dem Drehbuch des Films richtet. 2009 wurde das Buch nochmals vom Carlsen Verlag publiziert. Die Umschlaggestaltung übernahm hier Almud Kunert. Des Weiteren veröffentlichte 2006 der Panini-Verlag noch einen Bildband zum Kinofilm.
2022 brachte Dirk Ahner im Coppenrath Verlag auch die Handlung der zweiten Verfilmung als Roman mit Filmbildern heraus.
Verfilmungen
→ Hauptartikel: Hui Buh – Das Schlossgespenst und Hui Buh und das Hexenschloss
Constantin-Film hat mit deren Tochter Rat Pack Filmproduktion das Thema Hui Buh verfilmt. Für die Hauptrollen wurden Michael „Bully“ Herbig und Christoph Maria Herbst engagiert. Produzent Christian Becker (Der Wixxer) hat den Film mit seiner Firma Rat Pack entwickelt und von Hui-Buh-Erfinder Eberhard Alexander-Burgh die Verfilmungsrechte erworben.
Eine Fortsetzung erschien am 3. November 2022 unter dem Titel Hui Buh und das Hexenschloss. In den Hauptrollen sind erneut Michael Herbig und Christoph Maria Herbst zu sehen. Sebastian Niemann führte Regie.
Auszeichnungen
Die erste Hörspieladaption des Labels Europa (1969–1983) wurde insgesamt 5 mal vom BVMI zertifiziert.[22]
Vier Goldene Schallplatten für 250.000 an den Handel verkaufte Einheiten.
1978: Gold für Folge 1
1979: Gold für Folge 2
1979: Gold für Folge 3
1981: Gold für Folge 4
Eine Platin-Schallplatte für 500.000 an den Handel verkaufte Einheiten.
↑Ausgaben von Alexander-Burgh im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
↑Ausgaben (Memento des Originals vom 9. Januar 2017 im Internet Archive) Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.hui-buh.de von Rogler und Veenstra
Kanedama, wie er in Sekiens Konjaku Gazu Zoku Hyakki erscheint
Kanedama (japanisch金霊; „Goldseele“), auch Zenigami (銭神; „Gott des Geldes“) genannt, ist der Name eines fiktiven Wesens der japanischen Folklore. Es gehört zur Gruppe der Yūrei (幽霊; „Gespenster“) und Kami (神; „Gott“, „Ahnengeist“) und gilt als dem Menschen wohlgesinnt.
Beschreibung
Der Kanedama wird als Gnadengeist beschrieben, der gute und fromme Menschen, die zu Unrecht in Geldnot geraten sind, mit Gold und Silber beschenken soll. Auch selbstlose Menschen, die anderen in Not beistünden, würden früher oder später belohnt werden. Der Betroffene werde überraschend von einem Kanedama beseelt und könne nun verborgene Schätze und Edelsteine sehen. Allerdings sei der Kanedama sehr achtsam, ob der Beschenkte mit seinem plötzlichen Wohlstand weise und demütig umginge, oder ob er der Gier und Völlerei verfalle. Sollte der Reichtum die Person verderben, nehme der Kanedama alles Gold und Silber wieder fort.[1][2]
Hintergrund
Der Kanedama erscheint unter anderem in dem Emakimono Konjaku Gazu Zoku Hyakki (今昔画図続百鬼; „Bilderbuch der 100 Dämonen von einst und jetzt“) des Kyōka-Poeten und Ukiyo-e-Künstlers Toriyama Sekien aus dem Jahr 1779. Sekien merkt an, dass glückbringende und Geld spendende Geister bereits im frühen China der Tang-Dynastie im 9. Jahrhundert bekannt gewesen seien.[1] Der Kanedama erscheint auch in dem Werk Kaidan yume momonji (怪談摸摸夢字彙; „Wörterbuch der Traum- und Geistergeschichten“) von Kitao Shigemasa aus dem Jahr 1803. Aus der Präfektur Chiba wird noch heute überliefert, der Kanedama erscheine als tosende Wolke aus Münzen und aus der Präfektur Tokyo wird berichtet, der Kanedama sei als leuchtende Ōban-Münze zu sehen. In beiden Fällen wird behauptet, es bringe großes Unglück, göttliche Münzen wegzugeben oder gar zu verkaufen. Und aus der Präfektur Shizuoka schließlich wird überliefert, der Kanedama erscheine als goldene Kugel und wer sie beschädige oder einschmelze, der verliere Haus und Habe.[2]
Literatur
Hiroko Yoda, Matt Alt: Japandemonium Illustrated: The Yokai Encyclopedias of Toriyama Sekien. Dover Publications, New York/Mineola 2017, ISBN 978-0-486-80035-6.
Shigeru Mizuki: 妖鬼化. Softgarage, Tokio 2004, ISBN 978-4-86133-027-8.
Einzelnachweise
↑ abHiroko Yoda, Matt Alt: Japandemonium Illustrated. New York/Mineola 2017, S. 148.
Als Gonger (von Wiedergänger) bezeichnete man im Volksglauben auf den nordfriesischen Inseln Sylt und Amrum ein Gespenst.[1]
Erzählungen zufolge finden „unschuldig Ermordete“ sowie Menschen, die Grundsteine versetzt oder Land abgepflügt bzw. verwüstet haben, keine Ruhe im Grab. Ebenso kehren Gotteslästerer, Selbstmörder und Personen, die sich selbst verflucht haben, als Gonger wieder.[2]
Wenn ein Seemann auf dem Meer stirbt, kehrt er als Gonger zurück, um die Nachricht seines Todes zu überbringen. Dazu steigt er nachts in der Kleidung, die er zum Todeszeitpunkt getragen hat, aus dem Meer, und besucht das Haus seiner Nachkommen. Hier löscht er das Licht, legt sich auf die Decke eines Schlafenden und hinterlässt eine Spur aus Salzwasser. Dies tut er so lange, bis man sich an ihn und seinen Tod erinnert.[2]
Hugo Wolfgang Philipp verarbeitete in den 1930er Jahren den Glauben in seinem Theaterstück Der Gonger kommt. 2008 entstand der Fernsehfilm Gonger – Das Böse vergisst nie.[3] Musikalisch verarbeitet wurde die Thematik von der Folk-Rock-Band Versengold in dem Lied Die Gonger kommen auf dem 2026 erschienenen Album Eingenordet.[4]
Literatur
Karl Müllenhoff, Otto Mensing (neu überarb.): Die Gongers in: Sagen, Märchen und Lieder der Herzogthümer Schleswig, Holstein und Lauenburg, Zweites Buch, Nr. 286. Julius Brrgas, Schleswig 1921 (online bei Projekt Gutenberg-DE)
Einzelnachweise
↑Otto Mensing: Schleswig-Holsteinisches Wörterbuch - Volksausgabe. Veröffentlicht von Karl Johann Gottfried Wachholtz, 1927, S. 424, Eintrag zu Gonger.
↑ abKarl Müllenhoff: Die Gongers. In: Sagen, Märchen und Lieder der Herzogthümer Schleswig, Holstein und Lauenburg. Zweites Buch, CCLI (Nr.251, bei Neuausgaben Nr.286). Schwers’sche Buchhandlung, Kiel 1845, S.182f. (digitale-sammlungen.de).